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Full text of "Robert Raphael Geis Collection 1862-1997"

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hx. Roberto Geis 
c/o Sternberger 



32, GordonFtreet 

Tel Aviv, cim 28, Jtinuar 

1940 



Lieber, hochverehrter Herr Professor, 



Susi erzcvhlte mir vor 



einigen Tagen von einem Schreiben de.s Kollegen Elk :in Grunewald 
über den Kollegen L/;.zams. Ich teile Ihren Verlacht, da£8 Elk, 
der ein au^^geseichneter Ge^.o..arti::mann i£?t, aui* diesem *'^ege 
neber. Lasarui:-: auch > einer Gei-einde aufhelfen rröchte. Ich sehe 
mich .ie'oh.lb veranlatfct, Ihnen g.rnz ol'fen über die Situation,^ m 
der sich Lazarus bei'inJet, zu berichten. Icn habe Lazarus \ntang 
Mo^ercber in Haifa besucht. Janais schon haute er ^.^e^ne ITir, nein 
Porzellan un.; emun xe:l i einer Bibliotek v/erk^uft, nn: nur :jcis 
Notwendige- ue zuiii Leben aufbringen zu können. '-ahrt::Che ml .Ol. w^rd 
er c-' ttlerweile r.ichtJr: rr^ehr Verl^anf bare^^ h^ben, Ja Ja zur Zeit 
c^e ner Auswanderung nur noch wenig wertbet-- tan J Ige^? von den 
..euui-chen :3t.-iien alc ^^Lzugcgiio rreigegeben -urcie. Ge^corn er- 
hielt ich einen y/erzweilelten Brief \/on L.'^zarus. Ich kann ihm 
ia'ie'de- nicht helfiei: uu'. wenleiaicii i aruiu vertrauen:. voll an .)^e. 
Lli^ tritt ncch aut.^en ir^ lall x^azarus alr^ gr(.^szügiger Mann auf. 



er 



.hn nach ^^tricll unJ Faien aus, ohne 



•iafur zn^:orr:C:en zu la^:^■?en. 



in ''^/iri':li^:hk:eit aber nützt 

ihn: die :Lin.iei::te »jai^eriolicj Vergütnn^< 

-0 befinusjt :vich Klk t;eit lO .oci.en ^ tud: eniialber in Jerusalem, 

Laz^A.rus r.acht natürlich alle arbeit, an eine Feza,hlung aber lenkt 

lak nicht, Ule anfallenden Goüiiaren .-tec»it cz' e ..n , wahren:! 

Lazaru. n ich v.ic vor Fein 6 Pfund rr.onatlich erhalt, Uaneoen ver- 

iient die ifrau li Pfnxj als Kochir:). 'i^Oi nien.schlich ^-and die 

Beziehun/;en zv;ischen .1er: r..-^'aien Koiie^on alios mehr >ilc-: gut. 

Lazarus hat iie letzten Jaiire in Jeuto^hl-n , ccnon vohwer ertra- 



gen 

und 



ici iurch 1 ^e ^,ala.- 1 m^jn .- 



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he Sitr,at-on l •ef leprirrlert 
iol^Tend - /on Klk nur iiiir?:er 



w:rd ~ aea. Berichte von Lazanrur 
geduckt. Inie V^^rOTtung, das^: iilk inehr in e.lKcner sacne als für 
l^azanu- den Fall nacn Amerika oer cntet hat, .cheint mir mehr 
als wahrscaeinlich, aber die ^fot vor Lazcirus existiert und ich 
glaube, keiner, der helfen kann, larf 'Ihb Hnplück i ieses -elten 
verdienten Rabbiner: ruhig r.itcin.-ehen. Fürs erete wäre scnon ge- 
holfen ven. iLan Lazarus von An.erika aus pekuniär unterstutzen 

' Se>ne Adresse ist: Haifa, Uc.dar Hacan^el , Mass ada-St ras pe 
1 itcc . 



könnte. 
15. Jie 
Lazaru- 
ich mir 
aber 



re, allec nur Qiüglici'e zu versuchen, um 



von hier fortzubringen. :;er Schwere dieses Problem.^ bin 
natiirlicn nach Ihrei' letzten Bericht bewusst. Keinesfalls 



darf es gesciichen, lass man Lazarus, ^er sein Leben lang 

" wenn es nötig war, mehr hergab, 



sich für iiniore aufoi^ferte un 



seine Familie verantworten konnte, 



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als er für sicn un.. ^ , .. ^.^ 

Iie Nüt aucii ihn erreicht hat, im etiche lasst. Ich mochte bie 
innigst bitten, :ilie ahre I-zi-hungen au-z. nutzen, nm ^azarus 
zu helfen. Jas Leben zeigt uns von Jcxhr 



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Jahr stärker seine 



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brutalste Seite. Trotzdem /glaube ich^noch iiirier nicht, lass mein. 
Menschen y.ie Lazarus eini'ach ^/or i ie llunie gehen las^^en 'iarf. 

Wie ich höre, ira Plermann jetzt bei Timen, Ich kann mir vorstellen, 
wJe gro^-*^ Jhre i'reude i^a iin> hoffe, dass er ball wielar eine 
geeignete iroeit findet. / 



Ihnen nn] Ihrer Frau die 

alleriiei-zlichi: ten Gruf.se 



^hr dankbarer Schüler 






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RalDbiner Dr. Lazarus 
Wiesbaden 



l!7iesliaden, den 4. November 58. 
Mainzerstr. 2. 



Herrn 

Rabbiner Dr. 
Herkulesstr. 
Kassel 



Robert Geis 
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Lieber Herr Kollege! 

Hunderte von Briefen und Telegramme sind mir 
anlässlich meines 50. Geburtstages jetzt zugegangen 
und ich versuche nun, sie alle zu beantworten. 

So lassen Sie mich Ihnen ganz besonders für 
Ihren so lieben Brief herzlichst danken. Er hat mich 
besonders bewegt für die so anerkennenden \7orte für 
mich. Seien Sie überzeugt, dass ich auch weiterhin 
immer mit dem wärmsten Interesse Ihr Wirken verfolge 
und dass ich Ihnen immer, soweit ich nur irgendwie 
kann, mit I^t und Tat zur Seite stehe. 

Gebe Gott, dass unsere Wünsche in Bezug auf 
Palästina doch noch in Erfüllung gehen. Mehr möchte 

ich nicht sagen. 

Liit d en herzlichsten Grüssen, auch im Namen 



meiner Frau, 



Ihr 




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23 •März 1938 



Lieber, verehrter Herr Dr.Laaanis! 

Haben Sie vielen Dank für Jhre liebe Karte. Leider 
ist der Tod^,auf 4|i| sie abgestimiat war, alles eher als erfreu- 
lioh. Aber Seelsorger iintereinander können sich wohl nicht 
helfen. Meine Stiinmung ist nicht besser als die Jhre. Nur 
scheine ich weniger Scherereien su haben als Sie Ärmster. 
Augenblicklich versuche ich meinen Pass für eine Palästina- 
reise zu bekommen; wenn das gelingt »werde ich mal wieder für .^ 
ein paar Wochen obenauf sein und an das Leihen in kleinen 
Portionen haben wir uns Ja schon gewöhnt. Wie wäre es, wenn 
Sie es auch versuchten und mitreisten? Bestimmt wäre es fxix 
Sie noch wichtiger als für micn, aus Jhrer Kehilla mal zu 
verschwinden. Vorige Woche war ich für einige '^'age in 
Berlin und viel mit Bftfrck Uid Elbogen ausamL.en. B^ck hält 
eine wunderschöne trostreiche ^de auf die -eit und nach 
seinen Weihevollen V/orten müssten wir alle in überaus ge- 
hobener Stimmung daherschreiten* *^oh habe mich immer mr ge- 
fragt, ob der ^ann wohl selbst daran glaubt. Elbogen dagegMi - 
ist recht niedergedrlick* und hat saim ersten Male mir geraten, 
doch möglichst bald von hier zu verschwinden. Mühe gebe ich 
mir auch ohnedies schon. Aber es ist Ja leider so unendlich 
schwer. Und wad übrig bleibt, bis es gelingt, wozu man dann 
noch gut ist? Fragen über Fragen. Aber ich will Jhnen i^oht 
auch noch vihrjammem und am Ende schafft man's Ja doch 
immer wieder und vielleicht diejenigen, die ein Traintng im 
Seelenkummer haben,noch am besten. 

Sie, Jhre Frau und die Kinder grUsst sehr, sehr herzlich 

Jhr dankbarer 





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Straft, ^a««iiumtncr, (S«bdift«tdl. Storfnxtf ol. PoJ»f<^lu^fa<^n«mm<r 



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4 DÜSSELDORF 10, dkit 

riSCHKKSTHASHK •» 19 f 10, 1967 

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Lieber Hans, 



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heute komme ich als etwas ratloser Papa« zu Dir. 
Aus der Pariser Theaterschule ist nichts ^^eworden. 
Zwar hat Jochen vor vielen Monaten die Mitteilung 
ihrer Aufnahme erhalten, alle späteren Briefe, 
den ^Semesteranfang mitzuteilen, blieben unbeantwortet. 
Da wir durch Vermittlung fines Freundes ein Zimmer 
für Jo'chen in Paris sc" on hatten, versuchte die 
Dame, die T?ieaterschule zu erreichen, ' v^as mit einigen 
Schwierigkeiten verbunden i'st war. Die Mitteilung: 
hieß: wir fangen frühestens im Jahre 1968 an. V/ann, 
ist noch ungewiß. Ich finde das, doch wohl nicht zu 
Unrecht mehr als merkwürdig. Jael war völlig außer 
Passung. Sie verbuchte dann die Adresse der Theater- 
schule in Nancy zu bekommen, was ihr sc' ließlich übef 
die PranzösioChe Botschaft relang. Auf telefonische 
Anfrage in Nancy v/urde . ie dann dahin beschieden, daß 
das Semester bereits angefangen habe und sie nicht 
mehr aufgenommen wercien kenne. Jo*chen ist nun mittler- 
weile, was auch seine Schwierigkeiten mit sich brachte, 
nachträglich in Köln immatrikuliert, findet aber, 
Theaterwissenschaft sei gar nichts für sie und sie 
wolle unbedingt in eine Theaterschule. V/äre es Dir 
möglich zu erkunden, ob Jc'chen mit Deiner Protektion 
zum Frühjahr nach Nancy kommen könnte? Was immer Du 
in dieser Angelegenheit tun und erreichen kannst, ich 
wäre Dir sehr dankbar, bei uns ist dicke Luft. 



Euch allen von uns die her ..lieh: ten Grüsse, 



Dein 




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Rah II IN' ER PR. HoiiKRT Rapiiael Geis 



4 DÜSSELDORF, nsw 

riRCIf KRNTRAHNK 55 
TKI.KFON: 4«6«sa 



24.x. 53. 



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Lie^ber EMXH Hans, 

heute kor.iirie ich nit einer vorsiciiti^^en Pra^e zu Dir..;ir überle/^en 
uns recht ernrrtlich,oh wir nicht nocii eirjaal unsere hoff er packen 
sollen. V/enn wir \ins dazu entschliesren v/lir den, möchte Susanuciien 
wohl ai-a liebntcn nach Holland und Utrecht. Für mich besteht ein 
anderes und nicht melir lüsuures rroblem,dass icii diese Bundesre- 
publik zv/ar furchtbar finde,aber . innerlicli von Deutschland nie 
loskoHLT.cn werde. Na, lieko.Tj.it man ini Alter auch manche Kränk, mit der 
absoluten Heimatlosici<:eit findet man sich etwaij besner ab. 

Nun ist es noch völlig unr;eklärt,ob wir c^hen und ob wir nach Hol- 
land für die Dauer ]iincin:;elrissen wurden, letzteres lasce icl: vor- 
sorglich c^^'-^-'^G überprüfen. Von Dir v/üs. te ich t"^ern,ob Du es für die 
Kinder in der ochule überiiaupt möclich haltst. Beide haben mit Latein 
in ;:;cxta anjefanren, zweite yroiud::prache l"]n^;liscl-, dritte Premdsr.racho 
Franzüsisch. Jael kfline zu Ostern in die. Ob .rsekunda und das sci:eint 
mir besonders schwierig, »"^ienii bis Ostern wäre Ja eine ümsiedlun{];,auch 
wcFin alles c^att ::ince,noch niciit zu scliaffen. willst .Du Dir die j'ra/:;e 
mal übc/leQ-en und mir d::nacii eine un^jöscijainicte Antwort reben? 

lUIchjte V/oc}.e sind hier Herbstiericn.ou.sanncD.en und Crabi faliron nach 
Ilamburc: zu den aror-].:eltern, Jael zu iiirem. über 70 J-'-hrijcen cic- ..uspieler- 
freund nach ern,icr' hoffe wenic-^tens uit zwei v'ortr:' [i'en in der Zeit 
fertig' zu werden, denn das ist Ja das /errücki:e, dass mich die Lienschen 
hier nie in liu^a lasr.en und icii mancbjnal den Bindruck cie.vini.en muss, 
"als ob" die poli tischte Opposition der Bundusrepublik überhaupt nur 
eine Kla^xmaucr habe und die sei der alte Piebbe Geis. 

Hoffentlich geht's -^uch {;ut?.;as uacht der Blutdruck? 
Dir, ..inylein und Paulchen die allerherzlichsten Grür^r e 



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DR. DR. h. c. ROBERT LEHR 



DÜSSELDORF, im September 1953 

Rotterdamer Straße 85 



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Mein 70. Geburtstag brachte eine mich tief beeindruckende Fülle 
von herzlichen Bekundungen freundschaftlicher Zuneigung, ein 
gütiges und verständnisvolles Eingehen auf meine Lebensarbeit in 
Staat und Gemeinden, in amtlichem und ehrenamtlichem Wirken, 
in guten und schweren Jahren. Freundeshände haben mein Haus 
mit herzerfreuenden Blumen und wohldurchdachten Gaben festlich 
geschmückt. Dem allem stehe ich ergriffen und aufrichtig dankbar 
gegenüber und finde es schwer, für so viel Freundschaft und Liebe 
die rechten Dankesworte zu fmden. 

Nach einer behüteten Jugend ist mein Leben bisher in wechselvollem 
Auf und Ab arbeits- und kampfreich gewesen. Deswegen bestimmte 
ich den 70. Geburtstag zu einem Tag der Zurückgezogenheit und 
stiller Besinnung und verbrachte ihn mit meiner Lebensgefährtin, der 
Mitarbeiterin und Mitkämpferin, an den Stätten der Kindheit zu 
Überblick und Ausschau. Das war um so notwendiger, weil ich gerade 
an den dem Geburtstag unmittelbar vorhergegangenen Tagen die 
in deutschen Zeitungen weitverbreitete Nachricht gelesen hatte, ich 
hätte es abgelehnt, in meinem bisherigen Wahlkreis Düsseldorf- West 
wieder zu kandidieren und wollte auch nicht auf der Landesliste 
erscheinen. Die Nachricht ist unwahr. Ihre Urheber und Verbreiter 
kenne ich nicht. Ich habe im Gegenteil den Verantwortlichen meine 
Bereitschaft zur Kandidatur erklärt, aber meine Freunde sind im 
eigenen Lager zu Gunsten anderweitig erhobener Ansprüche über- 
stimmt worden, während ich mich auf Wahlreisen befand. Die Wahl- 



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Versammlungen habe ich, meinen eingegangenen Verpflichtungen 
entsprechend, fortgesetzt. 

In der Mehrzahl der Glückwünsche ist die Frage nach jenen Zeltungs- 
mitteilungen enthalten. Man versteht mein Schweigen nicht und 
versteht auch nicht, warum ein alter Fahrensmann In so bewegten 
Zeiten angeblich freiwillig sein Schiff verläßt. 

Ich habe bis zu den Wahlen geschwiegen, um nicht der Sache zu 
schaden, der ich diene. Der Grund zum Schwelgen ist jetzt fort- 
gefallen. 

Eine zweite Lesart ist im Umlauf, daß ich aus gesundheitlichen 
Gründen mich aus dem öffentlichen Leben zurückziehe. Erfreulicher 
Welse trifft dieser Grund nicht zu. 

Von der Höhe der siebzig Jahre aus soll man das Geschehen und 
die Menschen mit Ruhe und Reife beurteilen. In der Politik ist vieles 
nach Art und Weise nicht schön, aber gebräuchlich. Gewisse Vor- 
gänge sind für mich schmerzlich und eine menschliche Enttäuschung 
gewesen. Das Verhalten der dabei Beteiligten übergehe ich; denn 
ich kann sehen, daß die Sache, der ich mit Überzeugung anhänge, 
sich im Wechsel des Geschehens bewährt und vervollkommnet. Das 
ist für meine Einstellung entscheidend. 

Das Wahlergebnis ist ein beglückender Volksentscheid für die 
Weiterführung der bisher geleisteten Aufbauarbeit. 





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Ich blicke auf 46 Jahre Dienst am Staate zurück. Die Aufgaben in 
meinem Leben haben vielfach gewechselt, die Geisteshaltung und 
der Staatsgedanke sind dieselben geblieben. 

Ich bitte deshalb meine Freunde, mir ihre Zuneigung weiter zu 
bewahren und danke allen nochmals aufrichtig für ihre guten 
Wünsche und Gaben. 



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RABINO DR. H. LEMLE 

RUA RÜBEN DARIO, 26 - APT. 201 
(ANTIGA TRAVESSA SÄO CLEMENTE) 
TELEFONE 26-5972 



RIO DE JANEIRO, 27#!f*ebruar 1949 

( B O T A F ü G O ) 



Meine lieben Roberts! 



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Deinen letzten Brief hatte ich mit in die Ferien genommen, 
um ihn an einem Regentag zu beantwortenoG^e regnet hat es genuegend,aber die 
Erholungs-Paulheit war so totalitär, dass sie es zu solch gewaltigen GeKdan- 
kenanstrengungen gar nicht kommen liess.Wir waren eigentlich richtig gehend 
in der Schweiz, 1800 m hoch.Obwohl wir mitten im Brasilianischen Sommer uns 
befanden, froren wir. Pullover u.dgl .waren faer meine Familie neumn Hahre las 
lang ungekannte Notwendigkeiten .Da wir uns bis in Sao Paulo«Hinterland ge- 
wagt hatten, waren wir von eigenen Kille-Naseweisheiten befreit, und die der 
. Inkuss ' sehen Schafe stoerten ims ja weiter nicht. Wir haben drei Wochen lan^ 
au8schweifend(') auf nicht-rabbinische Weise gelebt und unsere hier so sehr 
vernachlässigten Begabungen in Tanzen, Bridge- Spielen und Ping^Pong gepflegt. 
Bing gigolo ist natuerlich aus mir noch nicht direkt geworden und die Pferde 
sind mir immer noch zu hoch, während sie fuer Alfred der gegebene Aufenthalti* 
ort zu sein scheinen. Ihr koennt Euch vorstellen mit welchen Gefuehlen wir 
ins drueckende Rio zurückgefahren «ind. 

Im Augenblick feiert i^-^^ermann vier Tage extra-Perien, 
Kamaval. Von Sumsti^g bis nächsten Mittwoch etwa» auch nur von Arbeit zu 
sprechen,wäre ein dtrch nichts zu suhhncndes Vergehen gegen Takt und gute 
Sitten.Wir ziehen es aber vor^hier in unserer ruhigen Ecke zu bleiben statt 
die an sich sehenswerten Strassen zu besuchen, in denen sich jetzt HunderV- 
^ aasende Tag und Nacht aufhalten, ohne wahrscheinlich zu schlafen. Das Ganze 
ist eine hervorragende Social-Psych*atrie,tumal wenn dann gleich der Isru 
Chag als 40 tägigcr^Taanis" folgt. 

Wir stehen dann wieder vor dem Anfang eines neuen Ar- 
beitsjahres, das bei uns immer mit Purim beginnt. Vi eil eicht bekomme ich 
einen jungen Kollegen als zweiten Rabbiner dazu.Dies wäre mehr als notwen^ 
dig, zumal ans in der Zukunft wahrscheinlich noch mehr Arbeit zufallen wird, 
da der nicht-deutsche Yishuv sich nur noch recht relativ fuer hiesige Dinge 
interessiert, die uns dann im Laufe der Zeit alle zufallen wuerden. Viele 
doch denken daran nach Israel zu gehen,viele der Leute aus Russland, Polen 
uswoUnd nicht nur die Juengeren sind es, sondern auch Ältere, die einmal vor 
20 Jahren uebcr Eretz hierher gekommen wrren und jetzt ganz bekoved dort 
hin zurueckgehea.Dle - DIRAT-ARAI «-Haltung, die in Latein-Amerika, im Begen- 
sat» zu Nordamerika, immer beibehalten wurde,beginnt sich schon in Taten um- 
zasetzen.Ob das ohne lueckläufig» Erscheinungen abgehen wird,muss sich erst 
zeigen.Die Stunde von Shlilat Hagalut ist sicher noch nicht gekommen, wenn 
sie jemals kommen wird. 



RABINO DR. H. LEMLE 

RUA RÜBEN DARIO, 26 - APT. 201 
(ANTIGA TRAVESSA SÄO CLEMENTE) 
TELEFONE 26-5972 



RIO DE JANEIRO, 

(BOTAFüGO) 



- 2 - 

(Jawoehnt um Hiimaela willen Eurex Tochter das Predigen abt Wir, 
die wir es nun schon so viele Jahre betreiben, sollten ein W eichte tunl 
Ich bin der Meinung, daas sie »o^arfl ) von ihrem Herrn Vater noch andere 
schoene Dinge zum Weiterbetreiben vererbt bekam* Sollte es aber nur beim 
Predigen gablSeben sein - nun so schaue sie auf die Praa Mama und kopiere 
deren Kuenste.Sie wird damit weiter koranen« 

In jedem Brief schreibt mir Pfefferkorn wie glueoklich er da^ 
rueber ist, Eure Bekanntschaft aus Anlass meines dortigen Aufenthaltes ge- 
dacht zu habenoEs kommt mir fast so vor, als ob dies der einzig positive 
Ertrag meiner Reise war. Eigentlich doch gar nicht wenig fuer den kleinen 
Aufwandl Ich versteh gor nicht, wie Du im Zeichen des Augenblicks noch von 
Ghetto sprachen kannst? Kein Jude in der ganzen Welt wohnt mehr hinter 
Ghetto-Mauern, ausgerechnet Ihr auf den uneinnehmbaren Hoehen des Griesern- 
wegeslHerr Taubes sitzt hinter uralten Mauern und Ihr seid die Preienl 
Wenn mir die Verantwortung Euch gegenueber nicht zu gros« wäre,wuerde ich 
Eurt Aufmerksamkeit nochmal auf Montevideo lenken^Lort ist eine grosse 
deutshh-juediaohe Einheitsgemeinde unter Leitung eines orthodoxen Rabbi- 
ners, womit die Liberalen gar nicht zufrieden sind. Da nnffere Lile ralen aber 
doch selten etwas aktiv angreifen, sondern meistens nur kloenen, haben sie 
es versäumt, das ihnen mehr als zustehendeif mk* life rale Gemein derabbinat 
zu erhalten. Jetzt soll man es so versuchen, dass ein liberaler Religion«- 
/.^ehrer bestellt wird, der dann seine Position zu der eines Gemeinderabbiners 
ausbauen soll.Wie gesagt, eine verantwortliche und entscheidende ETZA kann 
und will ich nicht geben ( ausser dem einen Hinweis, dass Montevideo klima- 
tisch und in jeder Weise ausgezeichnet sein soll ) .Solltet Ihr dafuer In- 
teresse haben, so kannst Du jederzeit selbst an die Gemeinde schreiben. Ich 
kaiin mich aueh an sie wenden und die « World-Union - ist schon lange daran 
interessiert auch üruquai zu bearbeiten. Also, ueberlegt and laset es wissen, 

was Eure Meiniang ist. < ^festzustelleiv | 

Wir wollen Herrn Pfefferkorn die Muehe ersparen, wer 

von uns beiden der schlechtere Brief beantwort er ist ( er wollte mir Deiner 

bezueglich dies in die Sdiuhe schieben, was ich entsoiiieden ablehnte! ) und 

n^-K^Y. i.no -^^rrMimütäa-^cr {\mtr\ TTontokt aus der terne erneuern i^^^ ^4^ä^4:<^ 



Mit aen herz1-«chsten Gruessen fuer Eaoh drei 



von uns dreien 




RABINO DR. H. LEMLE 

RUA RÜBEN DARIO, 26 - ART. 201 
(ANTIGA TRAVESSA SÄO CLEMENTE) 
TELEFONE 26-5972 



RIO DE JANEIRO, den 28. September 1948 



( B O T A F Ü G O ) 



# 



€> 



Mein lieber "Robert, 

mit meinen Yoatov-V/uenschen will ich auf keinen 
Fall bei Euch fehlen, auch wenn sie nur ganz kurz ausfallen. Also 
alles Gute, v or allem Deiner Frau, und sie soll weiter so rautig den 
Ka^iipf fuehren gegen Rob.rts lueschuggassim» Der lochter, der man _ 
ntbbich einredet; sie vmerde de.i Spielzeug anmerken, dass rabbinischer 
Onkelsegen .-.uf ih. ruhe, wuensche ich, si soll ^;'eiter, mit demselben 
üirfolM-, dem Vater seine dummen Gedanken vertreiben. Una dem Vater 
selbst der sich schon auf Grund der beiden vorhergehenden -/ueiische 
gebuehrend in aen Mittelpunkt der Familie gestellt sieht, wuensche ich, 
dass er imner besser die Kunst des to-make-the-best-of-it oeherrschen 
moege, die ja doch irgendwie von uns allen verlangt wirdJ 

Wir hier werden nicht Vergessen, wenn irgendwann 
einmal sich dazu die Gelegenheit bieten sollte. Dich ueber den Grossen 
OzSrh?e?her zS bemuehent - v/enn ich nur schon sehen wuerde, wo oder 
wieJ 

Mar-^ot und Alfred schliessen sich meinen Wuenschen 
an Ich rlaube, noch interessierter , als das.- wir beide uns gruendlich 
Sssorechen waere es fuer die beiden jungen Danen, die sich sicher- 
lich gegenseitig viel Interesöi^ntes zu sagen haetten. 

Lasst wieder von Such hoeren, feiert Suren Yointov 
so unbeschwert und "freundlich" wie nur raoeglich. 

Herzlichst 
Euer 




RABINO DR. H. LEMLE 

RUA RÜBEN DARIO, 9« ■ ART. 201 
(ANTIGA TRAVESSA SAO CLEMENTE) 
TELEFONE S6-597S 



RIO DE JANEIRO, Q.septemter ,1948 

(BOTAFOüO) 



Lieber Robert, 

es ist ja doch einfach unglaublich, dass ich tatsäclilich erst heute 
dazu keirune,Euch zu schreiben.Als Dein Brief kam, und natuerlich nech 
viel mehr, als ich am daiaaligen Mittwoqh morgen aus Zuerich hinaus- 
fuhr, da war ich mir dessen sicher, dass wir nun wirklich regelmässig 
am Nich-wieder-Eindringen des Schweigens arbeiten wuerden.IIun kam 
ich hier an, und siehe da all« raoeglichen und unmoeglichen Sitzungen, 
sämtliche Arbeiten und Artikel, Vorbereitungen und Zeitungs-Redakti«- 
nen,fcW.te man imachein*nd aufbewahrt, um sie mir dann v<.reint und kon- 
densiert an den Ropf zu werfen, zur - Belohnung - dafuer,ufcse iah «8 
mir erlaubt hatte, fuer ein paar Wochen uebpr den Ozean zu eatfliehea. 
Dann kam auch gleich in der zweit en Woche freund Pritz Pinkuss hier 
an, um an dem tatsächlich ja nicht auf schiebbaren, aber zeitlich se un- 
moeglichen Ding der Uebersetzung des Machaor mit mir weiter za arbei- 
ten.Er ist ja ein r#cht tueOMiger Herr, der Herr Professer,UBd was er 
sich in den Kopf setzt,fuehrf er auch durch, v.n seine» schoenen Villa 
bis zu den acht Tagen in Rio. Ja, und« dann musste ich doch fuer dia 
Reise • bezahlen -, nämlich die unendlich vielen Berichte ^(1 dieje- 
nigen, die mich dorthin entsandt hatten.Die wollen doch nun «Ttvas 
fuer ihr (Jeld haben.Zum Teil tut es ihnen sicher sehen leid. dass si» 
mich ueberhaupt hingeschickt hatten, denn ich kam gar nicht se zurueck, 
wie Sir das erwertet oder gewuenscht hatten, d.h.gar nicht so sehr ue- 
be-rzeugt v.m Weltkongress, besonders nicht angesichts der toch se in- 
teasiven Notwendigkeit alles auf ISRAFJ- zu konzentrieren. • 
und mehr als je fände ich notwendig, dass man solche ^^f 'J»"^^^ 
hier hätte,d.h.Menschen,die zwar auch genug Leidenscnaft ^-'^'^ 
nicht nur verstandegemäss an eine Sache heranzugW»n,die aber doch 
nie vergessen, das. zum Denken .er Kopf da ist.Viele unserer sogenann- 
ten Fuehrer - ich spreche vom Yishuv im ganzen - denkea^wenn man das, 
ten Puehrer y v,^\rait allem nur nicht mit dem Kopf .Den 

was sie tun, so bezeichnen kann^mlT aiirm -u.^t.o-«« 

h«ben Bie wohl nur zum Schreien erhulten,ohne vorher zu «^*^«1'^««' 
was auf ihrem .oldzahn-besetzten Crg.n ^--^^-^^^'V'^^rAsro le 
.it einem Peuerchen.das morgen die g«.*e ^-^^^^'f "^^^^^^^^^Hes 
gen kann.D..s sind glaube ich,in diesem Ausmaese,3pezt.litaton des 

latfiinaraerilcmni Jüchen Judentuiüs. 

""ftt^^er.lch a.r, ..r nicht „.a>l.n,.i. vl.l ....« « d.riB „- 
der, n.i.n h.l,e«.ünd dohh.d» H.d dr.ht sich -,it»r ( ™rer.t n.ch 
nicht im Kopf.!) und wir k..nn.n m. nicht lGSr«a.«. 



RABINO DR. H. LEMLE 

RUA RÜBEN DARIO, 26 - APT. 201 
(ANTIGA TRAVESSA SÄO CLEMENTE) 
TELEFONE 26-5972 



RIO DE JANEIRO, 

(BOTAFÜÜO) 



-^ 



^ 



/)'' 



- 2 - 
Wie ist-s mal mit den Zuericher Glaubensgenesnen ? Habe* 
Sie immer noch nicht begriffen,wem sie *• eben «m Grteeernweg sitz.m 
haben ? Ich glaabe.Du rausst ihnen viel mehr die Augen darueber eeff- 
man.eb das dem einen «der andern auch pefil^t oder nicht. Hast Du nun 
fuer diesen Winter Kurse fuer Studenten ^r Jugendliche im allge- 
meineaJDer Robert Geis, der zu denen spricht ,gegan den keennem dir 
andern doch gar nichts. Se eine - SIOHA " mit der Jugend ist dann ein 
viel interessanterer Ärger als der Schabb«t8-Schirm. 

Und wir waren die Ferien ? Hut man Eaah drei gut ausruhe» 
lassen und anständig behandelt ? Die T.chter hat Inzwischen natuer- 
lich noch weitere «rosse Fortschritte gemacht ui.A,Frau Suaaanes guter 
Pflege und Reberfs gehoeriger Verwoehnurtg.Wie alt wir si*id habe ich 
nicht nur daran gemerkt, als man heute bJi einem dieser vielen Regi- 
sterfrage-Bogen.duri^ die der Mensch hindurch muss s. lange er lebt, 
als Haarfarbe 5 -grisalh. -.was^u deutsch-weisslich- hcisst, angab, son- 
dern ,dass morgen Alfred bereits zwoelf Jahr alt wird>- und iah meinte 
immer, ich selbst wäre erst gestern Bar-Mizwa geworden. 

Ich gratuliere absichtlich noch nicht zu Rosch Haschen., 
weil ich *is tuhin ven Euch Antwort ei-w^rte,die ich dann noch^ur 
rechten Zeit erwidern will. * 

Lasst es Euch weiter gut gehon in Eurem «emuetlichen 
Heim. in dem es nicht nur gut geschmeckt hat, sondern wo ich eiga«tlich 
die einzig, angenehme Begegnung mit dem -^Gestern - auf meiner ganzen 
Reis, hatte - und .uält Euch nicht zu viel ob der Mische, im Tale. 

Herzlichst 




mUtk^Ui U pU cd/t, ^juM J%u.je! 




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/^Oß6^7 P/^e^A^C ^^.Tk^ C<0 



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10 Carev lioad, 
London, W.13* 



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Am 15. April l«ö4. 



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9 



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Kl/' 



Mein lieber Freund, 

« 

gerade wollte ich Ihnen schreiben, da koiarüt Ihr i^uter Brief. Zunächst eiiimal 
sehr herzlichen Dank für all Ihr treues Gedenken, und das bezieht sich auf Ihre 
ganze Familie. Es geht mir prima! Die Bettruhe, die Medikawente und die Diät 
haben Wunder gewirkt, und ich frage mich, ob ich nicht gelegentlich eine solche 
Bahepause einschalten sollte. Wie Sic sehen, kann ich also manchmal erstaunlich 
verntoftig sein. Nun heisst es freilich mit ganzer Kraft wieder in die Arbeit 
einsteigen, denn am 27. muss ich nach Wien und danach weiter in die Schweiz, 
Stuttgart und München. Wie ich höre, hat Dantine einen JUif nach Tübingen ange- 
noiiimen. Die Korrespondenz, die sich inzwischen hier angesammelt hat, ist geradezu 
furchterregend, aber neben gehässigen Briefen (z.b.von iierrn lieinhardt) war 
auch allerlei Erfreuliches, darunter eine neue Einladung der christl. -jüdischen 
Arbeitsgemeinschaft in Wuppertal für November. Ihren S^umnelbe rieht habe ich mit 
Schmunzeln zur Kenntnis' genoiranen, nur die Nachricht vom bevorstehenden Ausschei- 
den Thaddens hat mich betrübt. Wer wird sein Nachfolger werden? Die A.G. hat 
mich, zu meinem eigenen Erstaunen, in den letzten Wochen in liuhe gelassen; wäre 
es denkbar, dass man meinen Standpunkt zu gut kennt? Das provisorische Programm 
für Köln klingt ordentlich, nur wüsste ich natürlich gern, wer die sechs Mit- 
glieder sein sollen, die am Donnerstag-Nachmittag das Podiumsgespräch führen. 
Dass Ihnen die ganze Geschichte zum iialse heraushängt, kann ich mir denken, 
aber ich glaube, dass mit der wieder aufgenommenen ^tivität von Herrn iiraus 
gute Aussicht für eine vernünftige Lösung besteht. Dass Härder & Co ausscheiden, 
bzw. vorläufig auf das für sie sehr notwendige Eis gelegt werden, leuchtet mir 
ein, aber ich kann nicht einsehen, warum auch Sie nicht mitmachen sollen. Wie 
Sie ganz richtig sagen, ist die Mischung von sogen. Christliche« und Deutschem 
am widerlichsten an der Sache, aber das wird sich leider nicht so bald ändern 
und wohl erst besser werden, wenn die nächste Generation ans iüider kommt, von 
der ich allerlei erwarte. Und was Sie von den Whisky trinl^enden Abiturientinnen 
zu berichten hatten, bestärkt mich in diesem Optimismus. Ich glaube, ich sagte 
Ihnen bei meinem letzten Besuch, wie sehr mir die Wiippertaler Jugend gefallen 
hatte. Ich habe übrigens Ihren guten iiat befolgt und während meiner Ruhepause 
statt theologischer Bücher ausschliesslich Krimis gelesen, soweit ich nicht 






stundenlang geschlafen habe, was mir offenbar besonders gut bekonunen ist. Ihrer 
lieben Frau möchte ich sagen, dass ich mir die allergrttsste Mtthe geben werde, 
nicht wieder loszurasen, sondern mein ganzes Tempo erheblich zu verlangsamen. 
Natürlich lasst sich nicht sagen, ob die Geschwüre verschwunden sind, - sicher ist 
nur dass sie mich momentan überhaupt nicht belästigen, und ich hoffe, dass sich 
darin nichts Ändert, sofern ich meine Wät einhalte. Hein Facharzt, den ich nächste 
Woche sehe, wird das letzte Wort haben. Sie schreiben zwar nichts über Ihren 
Gesundheitszustand, aber man kOrmte aus Ihren ^ilen fast herauslesen, dass Ihnen 
die Kontroverse wie eine Art Tonicum gutgetan hat. Ihre Familie wird sich freu. J 
dass Sie nicht nach Prag gehen, aber irgendwie tut es mir leid, denn wahrscheinlich 
hätten Sie dort eine ganze i(eihe wirklich braver Menschen kennengelernt. Vielleicht 
merken Sie, dass es" in meine.. Brief ein bisschen durcheinandergeht; das ist wohl 
die Nachwirkung der Belladonna-Präparate. Aber ich sollte zum Schluss kommen 
und Ihnen nicht noch mehr Kauderwelsch zumuten. Bitte informieren Sie mich weiter, 
„it Ihrem Kommentar klingen selbst unerfreuliche Nachrichten irgendwie belustigend. 
Meine Frau schliesst sich meinen guten Wünschen und allerherzlichsten ürüssen an 
Sie und Ihr ganzes Haus treulich an. n ' ^ 



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(«/A, 






I 

10 Carew Jload, 
London y W»13* 

.. September 1963. 



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Wenn ich nicht heute an Sie schreibe, koi/imen diese Zeilen kaum 
vpr üirew Itoschaschanah in Ihre Hand, unii dabei habe ich schon eine ganze l/eile 
ein schlechtes Gewissen, unsere Korrespondenz vernachlässigt zu haben. Aber es 
war ja Urlaubszeit, und wenn auch die Wetterberichte aus Schweden nicht allzu 
günstig lauteten, hoffen wir doch, dass Sie alle sich gut erholt haben und 
frisch heimgekehrt sind. Unsere zwei Wochen in Bozen waren unbeschreiblich 
schön, und meine Frau und ich sind beide der Ansicht, dass wir seit vielen 
Jahren keine so grandiosen Ferien hatten. Inzwischen ist auch Peter gesund 
und erfahrungsreicher heimgekehrt; er ist fünf Wochen lang zwischen Paris und 
Florenz hin und her gegondelt. Doris hatte in den Pyrenäen zwar nicht viel 
Sonne, aber genug Kühe und gute Luft. Und nun sind wir alle wieder in der Tret- 
mühle 'und träumen bereits von den Weihnachtsferien, obwohl wir keine Ahnung 
haben, wo wir si? verbringen werden. In genau zehn Tagen gehe ich wieder auf 
die Heise, zunächst nach Holland (Uotterdam und Utrecht), dann nach Basel zum 
ersten Schweizer Kirchentag, dessen Vorbereitungen infolge der mangelhaften 
Organisationsfähigkeit der Schweizer höchst minderwertig sind, und danach noch 
Stuttgart und entweder Köln oder Wuppertal. In den letzten sechs Wochen sind 
drei Freunde plötzlich gestorben, alle jünger als ich, alle während ihrer Ur- 
laubszeit, und das hat mir allerlei zu denken gegeben. Heute bin ich genau 57, 
und wenn ich könnte, zöge ich mich in den lOihestand zurück, aber das kommt 
leider gar nicht in Frage, also heisst es weitermachen, aber ich will wirklich 
vorsichtiger agieren, einmal weil es ich meinem treuen Freunde Abba verspro- 
chen habe, und sodann weil man mit 57 vielleicht doch etwas vernünftiger wird. 
Zum Beweis erwäiine ich, dass ich unserem klein-karierten Freund Härder, der 
mir aus seinem Urlaub den ehrenvollen Auftrag gab, binnen 3 Tagen einen Aufsatz 
über Jom Kippur zu schreiben, kurzerhand abschrieb. lrt«;endwo hat die Gefällig- 
keit eine Grenze . J Dafür geht die Auseinandersetzung mit dem Lutherischen Welt- 
bund lustig weiter. Die Herren hatten mich gebeten, für eine im Oktober oder 
November erscheinende Sonderausgabe ihrer deutschen und englischen Zeit- 
schriften einen längeren Aufsatz über HISSION ODliDi GKSPIÜiCH? zu schreiben. 
Mein Beitrag ist, fürchte ich, etwas scharf aus[),ef allen, aber das stand a pri- 
ori fest, weil man «) meine Einstellung kennt und b) die übrigen Beiträge 
hbchstwalirscheinlich die sattsam bekannte lutherische Schlagseite proklamieren 
dürften, der man, nicht nur wegen unserer künftigen ^irbeit in der Kirclientags- 
gruppe, endlich einmal ein iJnde mach.muss. Nun verlangt man von mir Milderun- 
gen, die ich rundweg ableline; entweder erscheint mein Aufsatz unverändert oder 
ich' ziehe ihn zurück, und das will man aucii nicht, da man auf Veranlassung vom 
Prof .Skydsgaard an laich herangetreten war, den man nicht zu verärgern wagt. 
Ich habe im Moment das Gefühl, dass ich durchdringen werde, und wenn das ge- 
lingt, haben v/ir in die lutherische Position eine ordentliche Bresche ge- 
schlagen, ehe noch der Ivampf in Tutzing beginnt. Die Monatschrift für Patsoral- 
Theolo"-ie (profs.Martin Fischer, Wilhelm Hahn, W. -D.Marsch) bringt in ihrer 
Septembernuraraer meinen Aufsatz DIJS MESSIASFllAGE IM JÜDISCH-CmtlSTLICHEN Giiä'lLilH 
d.h. die Druckfassung des Vortrags, den ich im Frühjahr in der Berliner Akade- 
mie iiiel;t.y- Nun habe ich aber wirklich mehr als genug von mir geschrieben, 
obwohl ich zur iiintschudligmng geltend machen kann, dass Abba an all diesen 
Dingen interessiert ist. Wie hat sich der Beginn eines neuen Arbeitsjahres bei 







Kinen and lUren Lieben entfaltet? Was sehen die nächsten Wochen, nach Ab- 
lauf der Festtage, in Ihrem Programm vor? Werden Sie so vorsichtig und 
sparsam mit Ihren Kräften sein, wie Sie es von mir verlangen? U«s«v*p* 
Hat sich Ihre Gattin richtig erholt? Und wie geht es mit Jael und Gabriel? 
Haben Sie noch irgendwelche lieflexe von Dortmund gesehen oder gehört» Frl. 
Heydenreich schrieb mir, dass die Protokolle von unserer Gruppe geradezu 
verheerend ausgefallen seien, der Protokollant muss ein Idiot gewesen sein, 
und jetzt hat der arme Goldschmidt alle Not, den Unsinn druckreif zu gestal- 
ten» Grolle werde ich in Holland, Ehrlich in Basel sehen, aber wann werden 
wir uHs wiedersehen? An den Selichot-Tagen hat man Gelegenheit, die einem -^ 
ja sonst immer fehlt, ttber mancherlei nachzudenken, das nicht unbedingt rxul 
Beue und Busse zu tun hat; ich denke darcm, was fttr ein kostbares Geschenk 
mir Ihre Freundschaft ist, und bitte durum, dass ihre weitere Entwicklung 
dem Wunsche •vivat,crescat,floreat' entsprechen mOge» 

Seien Sie und Ihre Lieben von meiner Frau und mir aufs allerherzlichste 
gegrtlsst, 

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10, CAREW ROAD, 

LONDON, W.J3. 

Tel. EAL. 1336 



31 «Juli 1963« 



Lieber, guter Freund, 

Ihre Karte war Balsam für mich, als ich 
total erschöpft heimkehrte, und ich kann Ihnen gar nicht genug 
dafür danken, dass Sie trotz eigener Müdigkeit und Reisevorberei- 
tungen Zeit fanden, mir so lieb zu schreiben« Was Sie von un- 
^ serer Freundschaft sagen, gilt für mich in der gleichen Inten- 
^^ sität und bleibt ein immer von neuem beglückendes Geschenk* 

Wir hatten am Samstag etwa doppelt soviel Publikum als am 
Freitagy und die ersten 1^ Stunden musste ich, mit ein venig 
Schützenhilfe von Grolle, das Fort halten, da Goldschmidt 
wegen einer Autopanne erst um 10.30 Uhr eintraf. Das Niveau 
war wesentlich höher, die Jugend beteiligte sich recht brav, 
und Goldschmidt gab ein kurzes, grandioses £xpose der ganzen 
Problematik der NS-Prozesse. Immerhin kam auch diesmal wieder 
allerlei grauenhaftes Zeug ziua Vorschein, aber weil es ge- 
äussert wurde, hatten wir doch wenigstens Gelegenheit, damit 
aufzuräumen. Wir schufteten bis nach 12 Uhr und hätten ohne 
Schwierigkeiten noch 1-2 Stunden weiterarbeiten können* Am 
Sonntag sciirieb ich dann meinen Bericht für die "Allgemeine"* 

Jetzt verschnaufe ich ein paar Tage daheim, muss aber am Montag 
wieder nach Stuttgart, wo ich dann noch bis Samstag schwer zu 
tun liabe* Am Sonntag fahren meine Frau und ich nach Bozen; 
hoffentlich halte ich bis dahin durch* 

V Ich bin sicher, dass Sie und Ihre Lieben sich inzwischen in 

der herrlichen Landschaft und Ruhe häuslich ein>;erichtet haben. 
Nehmen Sie die Erholung mit vollen Zügen wahr und achten Sie 
darauf, dass Ihre liebe Frau neue Kräfte sammelt; auch sie 
scheint es bitter nötig zu haben* Ich hoffe, dass es bei Ihnen 
nicht allzu heiss ist und dass Sie es fertigbringen, sich mal 
eine Weile richtig zu langweilen, denn das soll - on dit - die 
beste Erholung sein* 

Meine Frau lässt Sie alle grüssen und wünscht Ihnen|lalles Gute* 
Ich schliesse mich an und grüsse Sie und Ihre Lieben aufs 
allerherzlichste* ^ 




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10 Carew Hoad, 
London ) V/«13« 

iUn 12. Juli 190^. 



Lieber Freund, 

Da die Vorträge in Cambridge um vier Tage verschoben wurden, ist es 
nun doch wieder viel später geworden, als ich vorausgesehen hatte. Inzwischen haben 
Sie aber wenigstens den Gruss aus Fraiiivfurt erhalten. Wir haben in den letzten 
Wochen sehr viel an Sie und Ihre Lieben gedacht und hoffen, dass Sie alle sich 
gründlichst erholt haben und vernünftig genug sind, nicht gleich wieder ilals über 
Kopf in die Arbeit zu stürzen. Ihr Herz braucht nicht so sehr eine gelegentliche 
Ausspannung wie ein Vermeiden aller Hast und Hetzerei. Ich kaim nur inüier wieder 
beschwörend wiederholen: Erhalten Sie sich Ihrer Familie ui\d uns allen, denn Sie 
werden gebraucht! Wie sehr dies der Fall ist* hat die Frankfurter Tagung gezeigt, 
bei der m.«. alle Ihre Befürchtungen eintraten. Hölzer, den ich i^ersönlich durchaus 
schätze, war der Sache nicht gewachsen und befriedigte nur die jungen Teilnehmer, 
die noch niemals eine jüdische Bibelarbeit erlebt hatten. Dass er die Gelegenheit 
benutzte, die Orthodoxie über den grünen Klee zu preisen, v/ar vorauszusehen. Und 
l:.lirlich sprach gut, aber viel zu viel und, wie Sie vorausgesagt hatten, über Dinge, 
die ihn eigentlich nichts angehen. Trotzdem möchte ich die Tagung nicht negativ 
beurteilen; im Blick auf uen nächsten Kirchentag war sie höchst notwendig und er- 
folgreich, wenn mir auch das deutlich sichtbare Zunetmien des professorlichen Ein- 
flusses ein venig unheimlich ist. Bas gilt nicht für Kraus, der sich ja zum Glück 
so ausdrücken kaiui, dass ihn jeder versteht. Wegen seiner Textkritik m la Wellhausen 
wurae er von Hölzer schwer angegriffen, brachte aber in seiner konzilianten Art 
die Sache zu einem guten Schluss. Wir sind alle froh, dass er wieder die Leitung 
ttbernonmien hat. Das Frotokoll, das limen sicher dieser Tage zur;ehen wird, enthält 
wohl alles andere \/is senswerte, darimter auch das Datum unseres nächsten l^isammen- 
seins am ersten Wochenende des neuen Jahres. Bitte, bitte halten Sie sich bereit. 

Meine Frau c^rholt sich langsam, aber stetig; es dauert eben doch länger, als sie es 
geahnt hatte. Jbline Oijeration ist nun einmal eine Sache, die die ganze psychosomati- 
sche ilinheit Mensch erschüttert. Leichte Arbeit schafft sie schon, aber Geschirr- 
waschen, Einholen etc. werden weiter von mir durchgeführt, aber ich seufze nicht, 
denn wir sind alle viel zu dankbar und glücklich, unsere gute Seele wieder daheim 
zu haben. Es ist schon eigenartig, dass Sie und wir zur gleichen Zeit so durchge- 
schüttelt worden sind. Nun, die nächsten drei Wochen werden auch vergehen, und dann 
kommen, nach unserer Aliianztagung in Bern (29. Juli - ö.August) die erseiinten Ur- 
laubstage in Davos, von wo wir am 21 .August wieder hierher zurückzukehren hoffen. 

Ich sende Ihnen dieser Tage das neue heft unserer Zeitschrift und eine Broschüre, 
die zwar weder Neues noch Originelles enthält, aber einem Bedarf innerhalb der 
Kirchen zu entsprechen scheint. Die Unwissenheit ist unglaublich, wie ich jetzt 
auch in Caiabridge wieder sehen konnte. Mein Thema lautete THE IMPACT ÜF N.4ZISM ON 
EUHOPEAN JuWHY, und die in der Aussprache gestellten Fragen bewiesen erneut die 
gähnende Leere, die auf diesem Gebiet unter den Studenten herrscht. Und das Vacuum, 
jedes Vacuum, ist gefährlich. 

Im Englischen haben wir so gut wie gar keine kleineren Schriften zur einfachsten 
Aufklärung, nicht zuletzt, weil sich die hiesige Judenheit in ihrem sprichwörtlichen 
Optimismus in völliger Sicherheit wälint. Ich weiss nicht, ob die Erfahrungen des 
I.Juli mit seinen antisemitischen Krawallen eine Aenderung gebracht haben; was sich 
da im Trafalgar Square abspielte, hat uns alle zutiefst erschüttert. Auch im College 



meines Sohries sind iiakenkreuze erschienen, die, wie die Untersuchung ergab, gegen 
ihn gerichtet warenl Seine Reaktion darauf war so ausgezeichnet, dass wir uns trotz 
der Widerliciikeit der ü^pisode doch innerlich freuen mussten. Man weiss ja nie, wie 
Kinder geraten, auch wenn man auf das beispielhafte Verhalten grösseren Wert legt 
als auf unmittelbare Lehren« 

Die politische Lage wird imuier walins inniger, und jeder Tag, an dem es nicht zur Ex- 
plosion komint, ist tatsächlich ein unverdientes Uegchenk Gottes. Die Verhetzung 
nimmt immer Ärgere Formen an, und wer sich dage^^en wehrt, wird sofort mit dem Um- 
hftngeschild "Mitläufer" versehen. Es war uns Trost und Freude, bei einer vor kurzem 
durchgeftlhrten Demonstration gegen die Atomrüstung wegow wenigstens einen hiesigen 
Üabbiner zu sehen, über dessen liaui)t freilich sofort ganze Jauchekdbel in der jüdi- 
schen Presse ausgegossen wurden, 

f. * 

Wann werden wir uns wiedersehen? Die Frage wird ißu/ier dringlicher, sie liegt mir 

buchstäblich auf dem Herzen» Werden Sie im Monat September in Düsseldorf sein? Ich 
würde dann versuche^, einmal wieder bei Urnen aufzutauchen, denn auf liiren iiesuch 
hier zu reciinen, scj^eint mir nocii weniger aussichtsvoll, ^ '^m 

Lassen Sie wieder von sich hüren und seien Sie mit Ihren drei Lieben aufs allor- 
herzlichste gegrüsst» 




D 



RH' 



1 



TELEPHONE: 
EALINC 1336 



FROM 

REV. H. D. LEUNER 



'Tryst', 

10 Carew Road, 

London, W. 13 



Am 11. Juni 1961. 



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Lieber Herr Dr.Geis, 

Schon lange habe ich mich nicht so 
tief und herzlich über etwas gefreut wie Über Ihren so 
lieben Brief, iijs wäre unendlich viel dazu zu sagen, aber 
öie stecken (genau wie ich) tief in der .Irbeit, und solche 
Gedanken lassen sich weit besser von Angesicht zu Angesicli* 
zum Ausdruck bringen. Jedenfalls bin ich Ihnen innig dank- 
bar fttr alles, was Sie mir durch Ihre Zeilen geschenkt 
haben« 

Ich versuche jetzt, mein Programm um- 
zustellen, so dass ich am c>onntagabend, den 16. Juli, nach 
Düsseldorf kommen und dann mit ihnen am Dienstag, den 18. 
Juli, mit der htA um 11.25 Uhr nach Berlin fliegen kann. 
Sowie ich definitive Nachricht darüber habe, dass mir die 
Umbuchung gelungen ist, schreibe ich lernen. 

In der Hoffnung, dass wir uns noch 
vor dem Kirchentag wiedersehen dürfen, grüsst Sie und 
uncbekannterweise Ihre Lieben aufs herzlichste 

Ihr 



<^-^^m/ yktui:/ 




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TELEPHONE: 
EALINC 1336 



FROM 

REV. H. D. LEUNER 



'Tryst', 

10 Carew Road, 

London, W. 13 

Am S.Juni 1961. 



o 



Lieber lierr Dr.Geiss, 

Sie glauben nicht, wie herzlich ich 
mich freue, dass es mir ^elun^en ist, liinen ein Kxemplar 
der yugo 8 lavischen Publikation über die Hag^adah von Sara- 
jewo zu verschaffen. Und nun bitte ich Sie, mir zu gestatten,' 
dass ich Ihnen dieses liixemplar mit dem Ausdruck meiner a uf- 
richtigen Verehrung und Verbundenheit überreiche* Sie erwei- 
sen mir eine Freude und iiilire, wenn Sie es ohne weitere For- 
malitäten annehmen. j 

Als wir in Berlin zusauuuenwareni luden 
Sie mich liebenswürdigerweise ein, Sie einmal in Irtlsseldorf 
zu besuchen; bei dieser Gelegenlieit könnte man dann, so j 
meinten Sie^ auch eine Begegnung mit Kantor Grabowski arran- 
gieren. Ich habe Ihre iiiinladung nicht als leere Höflichkeits- 
formel empfunden und melde mich nun ganz freiwillig mit der 
Anfrage, ob Ihnen mein Besuch auf der itückreise vom Kirchen- 
tag angenehm wäre. Ich würde am Montagabend, den 24.Juli, 
von Berlin nach Düsseldorf fliegen und müsste am Mittwoch- 
oder spätestens am Bonuerstagmorgen, 26. oder 27 .Juli, via 
Köln nach London zurückkehren. 



Bitte schreiben Sie mir ganz offen, was 
Sie und vor allem Ihre verehrte Gattin von meinem Vorschlag 
halten, wenn es diesmal nicht gehen sollte, verspreche ich 
Ihnen, mich wieder zu melden, wenn mich mein Weg in Ihre 
Gegend fttlirt. Inzwischen freue ich mich auf unser kv'ieder- 
sehen beim Kirchentag und grüsse Sie herzlich 

als Ihr sehr er^ge bener 



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30.4.1969 



Xlelier Pretmd, 



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ich will es kurz mncherit zu mehr geht ea mir gtsundheitlich 
nicht gut genuG. "^^^^ Sandmel für Sie ein gewichtiger Versuch 
war, Sie auf die englischen Sprachkenntnisse unseres Kreises 
nicht bau«n konnten und selbst zugeben, d:iß Frau N. "sehr spitz 
sein kann»», dann hätten Sie unbedingt in Amoldshain erscheinen 
müssen, über Plu^ser müssen wir nicht weiter diskutieren, 
über Frau N, nur soviel: sie war von Paif img an eine einzige 
Unmöglichkeit, Wer sonst i: iuft schon herum und verlangt, man 
müsse Herrn S. mit seinen drei Titeln ansprechen, Wers;({/ sonst 
schneidet die gewünschte Diskussion nach einem Referat von 
Professor Esser rigoros ab, nur um ein längst ^sgearbeitetes 
Referat zu halten, das absolut nicht in unser Programm paßte, 
Sie haben zu Ihrer Information die beiden Heidelberger. 
Natürlich war und ist das 4f^chdrückli eher, als mein;^ sehr 
vorsichtiger Warnversuch am Telefon nach der Arnoldshainer 
Tagung. 



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Mich interessiert jetzt nurt 1. hat S. sich beschwert? 
2. bei wem tat er das? 3. was hatte er auszubctzen? 
i^eine Plauderei war von großer Belanglosigkeit, dennoch hörten 
wir als gut Erzogene, gefaßt und freundlich zu. Melir konnte 
sich nicht ergeben, das lag nur und .Hein an S. In der kurzen 
Pr izeit kam es vielleicht nicht zu intensiven Privitge sprä- 
chen, weil viele unseres Kreises englisch verstehen, aber 
nicht sprechen können. Ist das beleidigend? S. kann kaixm 
deutsch, tinser Kreis wenig englisch. Und? 

Fir einen waldigen Bescheid vveire ich limen dankbar, weil 
die Angelegenheit erledigt werden niuß^ >tch habe aber für 
den "Fall" S, wenig Zeit und noch weni,_er Kraft. 



Sehr herzlich grüße ich Sie, 
Ihr 



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<sUJe% ^an^Jie^'cabbi. 



e^'cabbi.net vatt 




6900 HEIDELBERG, den 23*4.69 Do. 



Lieber väterlicher Freund! 



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Ich wollte Sie zunächst anrufen, aber meinte, daß ich meine 
G-edanken doch wohl besser zu Papier bringen kann. 

Zunächst muß ich eines klar machen, auch wenn Sie mir noch 
so böse Briefe schreiben, wird dies nichts an meiner freund- 
schaftlichen Haltung Ihnen gegenüber ändern. DaS ist schon 
deshalb so, wei] ich Sie nicht nur als Wissenschaftler, son- 
dern insbesondere als Menschen so ungemein schätze. 

Zu unserer jetzigen Kontroverse: Sie ist zunächst einmal mein 
Fehler, wei] ich stinkfaul bin und schon ewig bei Ihnen anru- 
fen wol3te. Ihre Postkarte mit der Anfrage liegt auch irgend- 
wo zwischen hunderten von Papieren. 1 am sorry. 

Die ganze Sache ist ein Mißverständnis. Ich erwähnte Sandmels 
Wunsch, mit deutschen Theologen zusammenzukomm^en bei einer Un- 
terhaltung mit Martin Stöhr. Der letztere setzte sich mit M. 
in Verbindung, der dann Sandmel in das offizielle Programm 
aufnahm. Natürlich nahm ich an, daß M. Sie davon unterrichten 
würde. Ihre Verärgerung ist also verständlich, nur bin ich 
nicht der alleinige Bösewicht. 

Für mich ist die Angelegenheit von größter Peinlichkeit. Sand- 
mel war zwar nicht mein Lehrer, wie Sie annehmen, aber gehört 
zum inneren Zirkel des K.U.C. Ich versuche seit längerer Zeit 
Nelson Glueck nach hier zu bekommen. Sandmel war ein erster 
Versuch. Arnoldshain hat hier sehr viel kaputt gemacht. Wahr- 
scheinlich hätte ich alles dran setzen sollen, persönlich mit- 
zufahren, aber ich nahm an, daß meine Freunde dort in guten 
Händen sein würden, was Sandme] s Verdienste angeht, so bin 
ich bei al-ler Freundschaft mit Ihnen nicht einer Meinung. 
Flusser ist von Hause aus kein Neutestamentier. Vielleicht 
kennen Sie die Hintergründe seiner Professur. Ich habe ihn 
einmal in Arnoldshain erlebt. Vielleicht fragen Sie Werner 
Kümmel einmal nach seinem Eindruck. Aber wie gesagt, das ist 
Geschmackssache. Ich bin mit ihnen über die ganze Angelegen- 
heit äußerst traurig. 



Was Sie über d 
was den letzte 
ist ein wirk] i 
aber sie meint 
wünschte, wir 
schaffen. Bitt 
Familie wird i 
würde es vorzi 



ie Umgangsformen von Nave und Sandmel sagen, ist, 
ren betrifft, mir ziemlich unbegreiflich. Sandmel 
eher Gentleman. Frau Navfe kann sehr spitz sein, 

es nicht böse und außerdem kann sie was. Ich 
könnten die Angelegenheit irgendwie aus der Welt 
e sagen Sie mir, wie? Als Kitglied der H.U.G. 
rgend eine Pandlung meinerseits gefordert. Ich 
ehen, wenn sie von der Arbeitsgruppe kommen würde 



Ich bin wie 
Grüssen 



stets und immer für die Zukunft 



Ihr 



6900 Heidelberg • Bergstraße 23 • Telefon 42200, 20820 



freundlichen 




b.w. 



P.S. Die Adresse des Luxemburger Rabbiners weiß ich leider 
nicht, bein Name ist Dr. i^manueH Bulz. 



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lieber Herr Kolleg« Levinson, 



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ich bin iJii Besitz des DurchbChliges ••Brief Marquardt'' und 
ich bin entsetzt und traurig* Allzeit habe ich verbucht, 
uaeere Beziehimg enger zu gestalten, £0 ibt .^ir ni ^e^i:<okt. 
I^ch dem fürchterlichen 15. I^ezeaber richien es, als ob Sie 
begriffen, wie nah Sie ii^cinem Herzen oind, aber es war wohl 
nur eine Täuschung. An. 17. iairz richtete ich eine sachliche 
Anfrage aii ^ie. Line Aniwort kam nicht. Dafür j tzt dieser 
Wleoh, von dem ich awar annetee, daß nur die Unter. 'chrift von 
Ihnen ist. Einen so .>chleol ten deutschen otil können ^ie 
una^öglich schreiben. 

lenn Entschuldigungen nötig wären • aber was helfen die schon - 
dann würe es zum Beispiel oache von Fr xx Kavfefl, ßich für ihr 
ganz unraÖ£licheü Verhalten zu en^scliuldigen. Man kowßt nicht 
in einen Kreis und i^pr ngt mit eineiii tjchon oft behalt nen 
Referat dae gerade abgehandelte Thema. Daß Referat i^elbot 
hat mich il^ eine AraneimiBChune von Scholem und .aplan 
»ehr interessiert, iber es war eoenso fehl mi Ilatz wie die 
Frü.u fehl uni Platz a^. Ich hab weder Kr u Nav* noch J^errn 
Irofetißor Sandinel eingeladen und ich ^ übe eine: Anajruch 
dariuf zu hiben, als JüdiitCher Vorsitzender' der \rbei töerUi pe 
"Juden und Christen" ebtnac respektiert ^u werden, v.i€ ich de 
als Vor.itzender des iloordinierun^brates respektiere. Es ist 
Ihre Siehe, ^enn Sir Sandinel ftir den größten 3 dischen . eu- 
teetaL-enttr halten. Um so zu tituliere.., iat nur dj.ruiJ. nicht 
1 cherlicl:, weil sie eine echte Schule rbeziehun, zu ihm h-aben. 
Ich h^be keine lorbeerkr^nze zu verteilen, aber Flusser steht 
turxLhoch über Sandmel. Jjrr spr ch ja auch ia Januar zu une 
nicht übBTf^ ein neutestaaentlicheß Theaa, sondern gr iste 
höchst phnsenh ft in dem weiten Weidegebiet chri8tlich;> 
jüdischer jueziehiaigen. 'Senn man sich auf diedea Gebiet\in der 
jüdischen ^elt umsieht, a mn wären wohl iuchclem, Talnon, Katz 



Jin Ai^i^ -^A, ^^t^iiiih 



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in Jerusalem zu nennen, da wäre aoMießlich unser Freund Ehrlich 
zu nennen, und danach immer noch 1 mge nicht Sandmel. Sollte Ihnen 
wirklich nie aufgegangen .ein, wie Herr Sandmel in ..meinen üüchern 
faet nie aus Quellen zitiert, d ifür überreichlich aus Lexiken 
und Encyklopädien? Jedenfalls hat er uns in Arnoldshain nichts 
gesagt, was für un.3cren ^rbeitskreis luch nur die geringste Bedeu- 
tung hättv haben können. Es war e ne reine Zeitvergeudung. 

Mm gehört weiß Gott viel dazu, wenn «eine christlichen Freunde 
gegen einen Juden innerlich rebellieren. Ich hibe daa zum erstenmal 
erlebt im Fall Sandmel/Navfe. In der Form blieben unsere^ chri t~ 
lichen Freunde ebenso höflich, wie Sandmel und Kavfe vor chuzpa 
beinahe aus den Nähten pl:::tzten. Ich persönlich habe versucht, mit 
Sandmel ins Gespräch zu kommen, er war daran üuerhaupt nicht in er- 
essiert. In t5ehr lebhafter Erinnerung aber ist mir ^ebli ben, wie 
er von dei. Gojim sprach, und warum ich mich mit denen so einla.sse. 
Unser gemeine oner Lehrer Baeck Aurde wild, eim r das arrogant , 
abschätzende Wort hörte. Ich auch. Ich bitt das zur Kenntnis 
nehmen zu wollen. Eine Ent^:chuldigung an die Adresse Sandmel werde 
ich nicht erlauben. In Zukunft bitt ich, uns von Gestalt n wie 
Niv§ und Sandmel zu verschonen. 

Sollt das für Sie ein Grund sein, unj die Mitarbeit lufsukllndigen, 
so würde ich das sehr edauern, unter Druck lasse ich aber weder 
die Arüeits£emeinsch:ift noch mich motzen. 



Mit noch herzlichen Grüßen 
Ihr 






Judische Gemeinde zu Berlin 



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^^ehr geelirte rolleren! 

Wie Sie wiesen, we^r Ilorr l^ibbin^ir Dr. lev^ in Berlin und hat auf 
V^ansch der lanoftsrabblnerl^onferenz »ioxi mit dem Vowtand der 
Jiid. Gemeinde, Herrn Calin53Ki, ^rrn Croxier und anderen, 1ibf:r meine 
Pereor unterhalten. Ich raußs sagen, da^B ich B^rrn ^nbb. Dr. le^ 
zu gr-«?tejxi Dunk verpflichtf:! bin, da icjh ybt,rzeugt bin, dasR er 
einen sehr schwer«! Ftan'J bei diesen lerren t^^-"^^^"^- ^-^^^^ ^^ erste 
^GinproraissTorschlag war der, dssB ich noch ein hfcilbee Jahr riin- 
ai£Min^efriBt erl>alten, laich aber vcrpflloUer: ^(-llt^, y^lnerlat 
pontif^che KrklÄ runden mehr lierauBaugeben, noch mich an aen lU^u- 
wahlen zv betaillpen. Im lUnblick daruuf , dase ich bei der Icon- 
servativen Fraktion teilweise Behr viele Gegner hübe, da ich bis 
ietat die libetule «^r^iktlon, d.n. Eerrn Gfalineici unterBttn^t >i.5be, 
klixigt diese FordernnR grotesk, f^oheinbar hat Herr Oalinskl doch 
berechtigtes >;ieF»trixuen, was seine eigene Popularität angeht und 
-viost -^0^ e-«ner vahlbetf^ill^run/5^ KeinarBeits. Aber auch dieser "'cm- 
oromlJ^evorechlag wurde nachweine« Tag zurück gwiesen, da die iltjrren 
er vorziehen, lieber V^r 2 i^onate dus GeJialt uuf^auzahlen, eis d.iB 
Risiko einzugenen, levinson noch länger in Berlin zu beh?atcn. 
Dr. levy riet air aup folg:enaen erfinden, dieserx letkSten Jlan zu 
akzeptieren^ 

I. Die maspive ?«indsciit;ft des VoretandeP 
II. Fin Rabbinar kenn nicht alt denselben ^^^ffen kämpfen, 
wie diese T>olltiker 
III. /.lies, Tvaß öle tjber mich pagen werden, falls ich 

einen Xampf aufnehme, braucht ja nicht wahr zu sein. 
lY. ^:8 wäre fiir mich und tnoine Familie boBser in frieden 
r;nd F^rtvn von hier absurelsen 

Die He-^re'« verstanden es weltor>iin, Ihre eii,ene :iandlun£S',i=eis« da- 
durch SU ijescuönlr^n, indeit sie Büßten, ich iiatte schon vor 9 :"omi- 
ten «'ew-a^flt, daas meine Zeit hier abßol*iuf.m wure und man l^tte 
meinen Vertrag nur im Hinblick auf »eine Frau und unser ssuciwi^- 
tendes Zind verlanfc:«>rt. hiermit aeitJt zvirur Herr Gelinskl eine Ab- 
sicht die ihm allein bekanrt war und die er nuoh a«n: v'ollr^gen 
Geis «eKfjriHber erwähnt li&ttfc. latsöcluä bleibt, <ic*s*. noch Tor 4 "lochen 
Mle ich diese Aneelf.tenheil Herrn Galinski und den ander^^n Herren 
K^fc^enUber erwähnte, (Kollage Oeis hat olr diCB inzwinoheu varai^en) 
diese auf das l^ntschledenste beteuerten, dase ein de-flrtigor ('«d«»-; 
ke ihnen nleicels gekommen sei, di.sa aie fe-anze /aigeJegenljelt nur eine 
Fra<?e der Finansen wäre und dan« «iou aie J«d. Oercfeina« nicht ^i «'*»- 
b1n^r mit eln^m hohen Geholt leisten könne. Diese /»afiperung wurde In 
der liberalen r'raktlon pemrxeht .c.a äial^i Inf oraa^ Ionen hüoen ergeben, 

b.w. 



daes tats&olilioh bis atif den idirzllohen Druck von Collnskl, keiner 
der üBTTen^ mit Auenahme der konservativen liste, auf meine -brclse 
drängte« Herr dallnski L^t sich dlec« letzte Ldtnation, die Ich 
Ihnen eingehend eohllderte, sugute gemaolrt, \xm seinen schon länger 
beiptehenden Plan, adch aur>^ujp>chÄlton, Äurcaauriii.rer*. 

In der Zwlöchenzeit v/ird in der i^sBnmXQn Gemeinde folgendes Oer^icht 
verbreitet, wie ee mir wiedor vor kf Ta^en beetatigt wurde: der Re*bb, 
levinaon wäre zwar ein BOtix netter ^'ensch, aber trotz deß ür^lngr^as 
der Gemeinde \vtirde er nicht von seinen hohen Forderungen abgehen 
und möchte sogtAr jetzt, dass die privutiiUfsgcxben seiner Prau ftlr 
Kleidung otc« von 6er Gemeinde bezahlt werden sollen» Dies wtlre doch 
nicht fair* jDleBos Gvsi*icht wird absicüülich in aer (Gemeinde ver- 
breitet. Ich habe verschiedene Gr^^nde, die mich he^egen^ auf den 
Kompromlssvor schlag nicht einzugehen* Diee sind fc^lgende: 

1. Die ^rinzlpicnfrage keine gute Miene zum bösen ?y>lel zu 
machen, besonders uicLt ien Herreri die GenUfTtuung zu geb^^n, 
ihre Plane vol3 «us^cf^ihrt zu rehen. 

2. Die Jüd. Gemeir.le nicht in den ^iänden der kloine'^ Diktators 
zu eenen. 

3. Die Tatsache, dass die jetzige T?eprä8entanz Bur iitlfte 
von östlicher, st 1 Jenen gewählt vrjrde nnd sorit in eine? 
^'estgemeinde keine Jurisdiktion haben aollte. 

.?• i>i8S lierr Galinski ein politisches Doppelspiel treibt. 
5» Dass Herr Galinski nichts als Verachtung ffir den Rab- 

öin^rotand hegt» 
6* üeine eigenen Freunde innerhalb der J^'^d. Cemeindo, die sich 

auf keinen i^all iuit meinem Naoh^^eben einverstanden erklären, 

Dfi Sie, meine verehrten Follegen, diesen Fall am :)ef.ten und objek- 
tivsten beurteilen können, bitte ich f^le um Ihren Hat* 



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Mit vorzüglicher ,1 




Habbiner n{ Peter levinson 



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In ^er Letzten '^tzxin^, einer jfidl sehen Frauengruppe sagte 
lexr Gullnfiki örfsntlich, dars •unser ^Teel sorger uns in der 
TJ'lljchtline^fra^/e im Stich gelassen .^iatte, da er pol:* tische 
Heden zu ioalten haXio.^ 



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FROM 

THE REV. I. LEW. B.A.. S.C.F- 

MINISTER OF 
THE HAMPSTEAD SYNAOOGUE. 



25. LYNDALE AVENUE. 
LONDON. N.W.2 

TEL. HAM. o ee a .feo6i 



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Ist October, 1:^47 



My dear Dr. Geis, 



I was delightdd to recei/e yoar note 
and hope that all is well with you anl Mrs. ^eis. 
I have often wonderea how you are mand.ging and what 
the life is liü.e and wiiether tlie worjt is congenial. 

PerJaaps ^ou could i'ind time occasionally 
to let me Know wnat ^ou are dOing ana Jaow ^ou find the 
Schwexzö Keiiöillah. If there is anythmg I can do for 
you from this end please let me iaiow. 



to you DOth, 



With every good wish for the New Year 



Yours sincerely. 




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l^th May, 1948 



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My dear frieud Geis, 

Thariit you so mucJi for your kirid letter of 
Ist inst. I was deli^ikited to hear from you again Q,a(i especially 
to learn or the birth. of Jael. My wärmest i^iiazeltov to you both 
and my prayers for the chL^d/s heaitii ana haj^j^iness. 



I am sorry that your spirits are so low. It is 
unfortuaate tliat one's ideas alaout otJaer Kehilloth are never ijuite 
the same after one haslj^ived with thera. But you iaiow that y^/r 
jroit l/^ are realiy much the same everywhere. To stimulate any 
cultural aotivity is always as hard as stone breaicing. ^eople do 
not like to be educated. We have unfortunately lost the vast 
storehouses of Eastern Europe and with the emancipation our brethren 
have lost their balance. The same is much the story that can be 
written of Jews here in England. 

% You may be interested to learn of my experxBant 

in hampstead. For the past two years I devoted the period between 
Minciah and Maariv on Shabbat evenings to discourees on Pirke Avotn. 
The first year was a great success and the numbers reached as many 
as 90 each week. The second year they grew tired, either of me or 
the Ferek and the numbero dropped to very small numbers. I have now 
tried something new. Each Shabbat evening I deliver a lecture 
on a different personality of history. Biography and historicai 
Sketches can be interesting and lively, and they do not have to think 
too much si:ice i do it for them. We started tvvo weeks ago with 
SO preseit and last week nearly 7^ ca^üe. 1 am. hopxng that we shall 
have gooci attendances throu<^nout the sum^er. it meaud a great deal 
of wor*< for me in preparatioxi out 1 find that the peOi^le liKe it 
emd history broa^ht to their düorstejj may stir them to think just a 
littie. -"erhaps you coula try somet..ing similar. Swiss Jews can 
also learn somethin^ aoout the past. 

I s^uppose you have heard aoout friend Maybaum's 
^new Position with the Reform ^ynago^ue in Edgware. Unf rtuaateiy 
• l couid not attend his^Indiction Service. I ao hope he will be 
happy there. ^e certainly deserves it. 



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My very good wishes to you both and to Jael. 
Yours sincerely. 




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BY AIR MAIL 



AIR LET 

IF ANYTHING IS E 
THIS LETTER WILL 
BY ORDINARY MAIL 




ADI3TIN 



'tiXJR 




Rabbi Dr. RS.r^exSj,, 



Qriesemweg, 19 



Zürich, 57 

switzebbänd- 



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Dr. I. E. LICHTIGFELD 

LANDESRABBINER VON HESSEN 



6 FRANKFURT AM MAIN. 18. Jan. 196? 

HEBELSTRASSE 17 -TEL. 55 45 32 



Dr.L./St. 



V^ 



Herrn 

Rabbiner Geis 
4000 Düsseldorf 
Zietenstraße 50 



Sehr geehrter Herr Kollege ! 

An der Gedenkstunde in Düsseldorf konnte ich leider nicht 
teilnehmen. Darf ich Sie um eine Gefälligkeit bitten ? 
Es wäre mir sehr angenehm, wenn Sie mir das Manuskript Ihrer 
Ansprache, die Sie bei dieser Gelegenheit gehalten haben, zur 
Verfügung stellen könnten. 

Ich hoffe, daß es Ihnen und Ihrer Familie gut geht. 
Mit besten Grüßen 



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Ihr 





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Dr. med. JOSEPH LITTMANN 
Spezialarzt fOr Nturologie und Psychiatrie FMH 

8pp«ehttund«n : 9-10. 14-16 Uhr 
und naeh t«l«phonl«oh«p Ob«p«inkunft 
•u»««r DIanstsg- und Donn«r«tag-Vopmlttag 



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DR. ELIAHU K. LIVNEH 

CONSUl OF ISRAEL 

München 
Maria-Theresiastr • 






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MUNICH y Augu s t 1952 P^''P 



Herrn 

Landesrabbiner 
Dr. Robert R. Geis 
Karlsruh e 
Hermann Billingstr« 2 



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Sehr geehrter Herr Dr. Geis! 

Wie i^ii Ihnen bereits im mein©» Büro mitteilte, war 
ich längere Zeit abwesend und kOi:.me erst Jetzt dazu, 
Ihr geschätztes Schreiben zu beantworten. 
Wenn ich Ihnen meinen privaten Rat in der Angelegenheit 
geben kann, so würde ich sagen, über diese Diskusion, 
die Konsul Nassi angeschnitten hat, einfach mit Still- 
schweigen hinwegzugehen und in Ruhe abzuwarten, was 
weiterhin seitens der israelischen Instanzen erfolgt. 
Ich selbst habe auf die Zusendung der Kopien seitens 
Nassi meritorisch überhaupt nicht reagiert, sondern 
ihm lediglich für dl e Zusendung äedankt und hinzuge- 
fügt, dass ich mit grossem Interesse verfolge, welche 
Stellung hierzu die israelischen Behörden einnehmen 
wdrden. Inzwischen hatte ich Gelegenheit, Herrn Nassi 
kennenzulernen und mit ihm die prinzipielle Präge, um 
die es dabei geht, nämlich die Anerkennung eines Be- 
stehens des Judentums in Deutschland, zu diskutieren und 
ich hatte den Eindruck, dass es mir gelungen ist, 
Herrn Nassi einwenig von seiner dokmatischen Denk- 
weise abzubringen. Indem ich hoffe, dass Sie mich nicht 
zitieren werden, will ich Ihnen meine Privatu einung 
weitest dahingehend darlegen, dass ichder Ansicht 
bin, dass für die Frage Ihrer Staatszugehörigkeit ein- 
zig und allein das Gesetz bestimmend ist und dass es 
überhaupt keinem Zweifel unterliegt, dass, wenn Sie 
Ihren Wohnsitz nicht für die Dauer von Israel wegver- 
legt haben, Ihnen die Anerkennung der israelischen 
Staatsbürgerschaft zusteht. 

Hierüber entscheidet in erster Instanz das Innen- 
ministerium und falls sich hierbei Schwierigkeiten er- 
geben würden, gerichtliche Instanzen .w oltoroo . 

Die prinzipielle Frage der Entsendung von Rdbinern 
nach Deutschland hat - nicht ohne mein Zutun - eine 
wesentliche Änderung erfahren und insbesondere wird 
diese Haltung von Minister Burg u. Minister 4fepiro, 
der ausserdem Innenminister ist und über die Fragen 
der Staatsbürgerschaft zu entscheiden hat, unterstützt. 

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Ich würde Ihnen daher raten, die Sache auf sich "be- 
ruhen zu lassen, in wenigen Wochen über uns um Aus- 
stellung des neuen israelischen Passes anzusuchen 
sowie um Ihre Staatsbürgerschaftsurkunde, die Ihnen 
gemäss des Gesetzes zusteht. 

Nun hätte ich noch, falls Sie meiner Auffassung beipflich- 
ten, folgende Bitte an Sie: 

Herr Nachmann, Vorsitzender des Oberrates der Israeliten 
Badens, schrieb mir am 17* Juli 52 einen Brief im Namen 
des Oberrates, worin er energisch gegen das Verhalten 
des Amsterdamer Konsuls protestiert und mich ersucht, 
diesen Protest an die israelischen Behörden weiterzu- 
leiten. Durch ein Versehen meines Büros wurde der Ein- 
gang des Briefes bisher leider nicht bestätigt und ich 
selbst sah ihn erst nach meiner Rückkehr. 

Im Sinne meiner obigen Ausführungen, hielt ich es für 
verfrüht, solche Protestschreiben zu unternehmen, be- 
vor ieine Stellungsnahme der israelischen Behörden vor- 
liegt und ich glaube, dass dadurch nur unnötige Aufmerk- 
samkeit auf Ihre Frage gelenkt werden würde, die meines 
Erachtens nach^ nicht von unserem Amsterdamer Konsul ab- 
hängt, sondern* lediglich von den gesetzlichen Bestim- 
mungen. Da ich wohl aa den Oberrat nicht so offen meine, 
wenn auch nur private Meinung zum Ausdruck bringen kann, 
wie ich dies Ihnen gegenüber tue, bitte ich Sie, mit 
Herrn Nachmann in Verbindung zu koiimen, ihm diesen Brief 
zur Einsicht zu geben und mir mitzuteilen, ob Sie sich 
meiner Ansicht anschliessen, dass dieser Protest vorläu- 
fig nicht weitergeleitet wird. 

Indem ich Sie bitte, Herrn Nachmann meine persönlichen 
besten Grüsse zu übermitteln, verbleibe ich mit 
den besten Grüssen auch an Sie 



Ihr 




Dr .L/HR 



Dr. Eliahu K. Livneh 
Konsul d. Staates Israel 



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2.1 r. 



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OUR LADY OF SION, 

CENTRE FOR BIBLICAL AND JEWISH STUDIES 

17 CHEPSTOW VILLAS. 
LONDON, W.U. 

d.SO.Maerz 1964. 



Sehr verehrter Herr Rabbiner, 



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Verzeihen Sie, bitte, dass ich mich als ganz Fremde 
Sie wende, Zufaeilig habe ich Ihre ketLension von dem Buch 



des Gregory Baum gelesen, und ua wir tief, unu tatkraeftig, anc 
der Christi ichen-juedlschen Ve rstaenaigung interessiert sind, 
und auch den Autoren gut kennen, scheint es mir eine Pflicht, 
irmen doch das folgende zusagen: Father Baum ist alles andere als 



Missonarisch eingestellt. Er ist einer der besten GEkumenis ten i 



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Kard.Bea'p Sekretariat, der mit ganzer Kraft an einer besseren 
Siclitdes Judentums durch das Christentum arbeitet. Sein Buch^- von 
dem ich seit ueber drei Jahren die englische Ausgabe kenne,— wur- 
de eben darum geschrieben, um dem christlichen Religionslehrer 
die richtige Unterweisung - im Sinne von irof. Jules laaac und 
Krrl Theime - zi erleichtern. E^raoegen sich, besonders in der 
detuschen Ausgabe, einige zu beanstandene Auscruecke eingeschli- 
clien haben (ich hoerte, dass die üebersetzung nicht sehr gut sei), 
und sollten Sie jemanden haben, der dies im Uetail feststeile 
koennte, so bin ich sicher, dass F.Baum dies gerne berichtige 



n 



gen 



wuerde 



Es tut mr sehr leid, ihn so ganz seinem Wirken und seiner 
Absicht entgegen beurteilt zu sehen. Wie in ailefj fortschrittlich j 
denkenden Kreisen der Katholischen Kirche heute, ist unsere Ar- 
belt - und auch die seine - ganz und grr auf die Aufklaerung des 
christlichen Milieus eingestellt; das Vort "Judenmission", mit 
Bilen seinen gesc .lichtlic hen Anklaengen, bleibt einem heute nicht 
nur/\ Deutschland im Halse stecken.' 



Natuerlic]» ölnn ichjivaam^rwarten , dsss Sie, sehr geetirter Herr Rab- 
biner, (las Wort einer ganz Fremaen - und noch dazi einer Schwes- 
ter - SOI einfach annehmen. Ich gestatte mir daher, Ituien etwas 
von unserer Lite^-^atar einzusenden, fuer christliche Religionsleh- 
rer bestimmt, und auch einen - unter vielen - Artikeln, die in 
der Jewish Chronicle ueber uns erscheinen. Ichwuerde mich sehr 
freuen, wenn damit unsere bona fide Absicht bewiesen waere - und 
besonders, wenn es Ihnen vielleicht moeglich waere, das Buch mit 
etwrs anderen Augen zu sehen. ^\ 

Ich'.\Br gut mit Prof.Th lerne bekannt, auch mit Jules Isaac; durch 
den Toti beider hat unsere Arbeit viel verloren. 

Mit besten Gruessen and guten Wuenschen zum Fest, 



Ihre 



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j \J PrwirtJ i« England by Htnry Statu <6r San {PrinUrs) Ltd., Banbury 






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Rabbijn Dr. Robert Rafael Geis 



Amstardam • Z., 

Schaldastraat 96" 
Tatafoon 95949 



16. Januar l'^52. 




JUtv^ 



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Hehr geehrte ?rau Dr.Luckner, 

Ihr Rundbrief vom Dezember 1951 erreichte mich auf einem TTmv:eg,Faben ^ie 
herzlichen Dank dafür und für die ^ieder^ahe meiner Kede in KasFel.Mein 
verehrter Lehrer und vaterliclier J'reund Dr. Leo Baeck hat mir oft von 
Ihnen erzählt, es v^^ar darum besonders schön v/enigstens Ilire Unterschrift 

1 

einmal sehen zu durfenlDie Rundbriefe koromen manchmal zu mir, manchmal blei'-- 

ben sie aus, alle aber^xTie ich lesen durfte, ^^in,5en mich an .. und das sehr 

wörtlich ^enommen.^as Jiiro Rundbriefe von manch ^wohlmeinender Aeusserun^ 

zum Problem der christlich «• Jüuischen Verstandi^^ung unterscheidet und v:as 

vj 

ich als JüCXK besonders positiv empf inde;hier vard der Boden kathol. Den- 
kens nicht verlassen, es besteht Äarum auch nicht die Trefahr der Verwässe- 
rung und Verwischun^j.I'ur bei Aufrechterhaltung der //^laubenemässi^^en Wirk- 
lichkeiten scheint mir ein echtes Verstehen ^^e^^eben. 

Einer Bemerk:unij von Prof .R.E-'enter wnf-^ie r l e t^teii Saite, difip es Rundb rie- . 

Cas aber tneniMe ich y'idersprechen.Kach meinen Effahrunfeen sind es XZXX 
eher die deutschen Universitäten, die eine» Finzuziehun,^ jücl .belehrter ^'ider — 
streben, als dass von jüd. Seite kein Verständnis für d iese^uf ^^abe bestän- 
de . ?ToTrt'r~T^eTr"TroTTS^]e^ an dieser 'n^ra^-e neh- 
men"r*^n-~lTr?r'>ern bereit mit Ifun ttarttber au k<vFrsi>OH<4-ii^ren . 
Mit nochmali -em Dank und mit dem Ausdruck der Hochachtung und Verehrung 



\i tiuWc/^ 



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(^•sQ^^fi-r (^AP^-A^t Gf^'S. C&cc 



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Gesellschaft 
für christlich-jüdische zvsammenarbeit e.v. in hamburg 



IIAMBI RG8(i KAISKR-WILHKLM-STR. 8?». II • ZlMMRRaOl FERNSPRECHER; 34 SO 20 



HAMBURG. DEN 



L/schu 



6. Oktober 1955 



Herrn Landesrabbiner 
Dr. Robert Rafael Geis 

Karlsruhe /Baden 
Hermann Billingstrasse 2 



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Lieber Herr Doktor Greis ! 



In diesen Tagen hat der Domprobst von Ratzeburg auf meine Vor- 
haltungen geantwortet. Eine Abschrift dieses Briefes, in welchem 
er jede Absicht, jüdische Hörer verletzen zu wollen abstreitet, 
füge ich bei. 

Ich wäre Ihnen dankbar, wenn Sie Ihre Gattin bitten würden, sich 
doch einmal zur Erklärung des Domprobstes Schreiber, der gleich- 
zeitig Landessuperintendent ist, zu äussern. - Vertraulich bemer- 
ke ich noch, daß der amtierendende Landesbischof von Schleswig- 
Holstein, Halfmann, während des Dritten Reiches in der Schriften- 
reihe der Breklumer Mission sich in der unerfreulichsten Weise zur 
Judengegnerschaft Hitlers bekannt hatte. Das war zwar geschehen, 
ehe die Ausrottung unserer jüdischen Brüder begann, doch trugen 
dfiimals diese Äusserungen nicht wenig dazu bei, die antisemitischen 
Strömungen in der Bevölkerung zu verstärken. Ich habe bisher je- 
doch nicht feststellen können, ob Herr Schreiber während der 
Schreckenszeit zu den Anhängern Halfmanns gehörte, der inzwischen 
übrigens seine frühere Judenge gnerschaft abgeschworen hat. 

Mit herzlichen Grüssen 




(Erich Lüth) 



1 Anlage 







roSTSClIKCK KONTO: HAMBURG 47 47 • BANKKONTO: BHINCKM ANN, MIRTZ cV CO., HAMBURG 



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Abschrift. 



Domkirche zu Ratzeburg 
Der Domprobst 



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An die 

Gesellschaft flir christlich- jüdische 

Zusammenarbeit e.V. 

Hamburg 36 
Kaiser-Wilhelmstr. 85,111 



Sehr geehrter Herr Tiith 



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Zunächst darf ich den Erhalt Ihres freundlichen Schreibens be- 
stätigen. 

Ich freue mich auch, daß Frau Geis am lO.p.Tr.unsern Gottesdienst 
besucht hat. Was mich allerdings betrübt, ist, daß sie aus ihm 
nicht den Segen der Stunde, sondern anscheinend eine Verbitterung 
des Herzens mitgenommen hat. 

Ich habe an diesem Sonntag gedient und über das Sonntagsevange- 
li\im Luc. 19,41-44 mit dem Thema: "Tränen über Jerusalem" gepre- 
digt. Dabgi habe ich in einem I.Teil die biblische Situation be- 
leuchtet und von dem Gericht gesprochen, das wegen des "Kreuzige 
ihn!" damals über das Volks Israel hereingebrochen ist, einem Volk, 
dem Gott in einzigartiger Weise sich offenbart hat. Aber hinter je- 
dem Gericht steht Gott und (wörtlich): "Die Geschichte des Volkes 
Israel ist noch nicht zu Ende. Es liegt ein Geheimnis über ihr, das 
alle Völker heute irgenVrie berührt. Aber eines wissen wir: wir kön- 
nen an seiner Geschichte ablesen, worauf es bei einem Volk ankommt, 
nämlich, daß es erkennt, "was zu seinem Frieden dient". Ich habe in 
einem 2. Teil dann davon gesprochen, daß die Tränen über Jerusalem 
doch auch unserm Volk und unsern Familien gelten, und daß wir sel- 
ber mitten im Gericht stehen. Aber Gottes Liebe ist noch nicht er- 
loschen, sein Rufen geht weiter. Die Tränen über Jerusalem waren 
erst der Anfang jener unbegreiflichen Liebe, die sich am Kreuz ver- 
zehrt hat. Und diese Liebe sucht uns heute erst recht. Das ist imse- 
re Hoffnung und - Aufgabe. 

Sie wollen bitte aus obigem kurzen Abriß ersehen, daß es mir nicht 
darum ging, über das jüdische Problem zu sprechen, sondern den tie- 
fen Ernst und die große Liebe, mit denen Jesus vor seinem Volk stand, 
aufzuzeigen, "Tränen", die auch uns hier heute gelten. Eine Verbin- 
dung mit den Leiden des jüdischen Volkes \inter Adolf Hitler lag mir 
völlig fern. Ich bin daher betrübt, in solcher Weise mißverstc^nden 
zu sein. Vielleicht hat eine leichte Empfindlichkeit dazu beigetra- 
gen, denn ich habe von niemand sonst eine ähnliche Ansicht gehört. 

Daß wir alle, die wir dem Evangelium Jesu Christi glauben, n\ir von 
Seiner Gnade \md Vergebung leben, ist wohl eine Tatsache, die \m& auch 
gegenüber Israel eint. 

In freundlicher Begrüssung ! 

gez. Schreiber 
Laude ssuperintendent 



Erich Lüth 



DIREKTOR DER STAATLICHEN PRESSESTELLE 
DER HANSESTADT HAMBURQ 



Hamburg 24, 
Blumenau 27, 

den lo. Okt. 1951 B./ 



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Sehr geehrter Herr Rabbiner, 

die Aktion "Priede mit Israel" hat inner- 
halb des deutschen Volkes eine so starke Be- 
wegung ausgelöst, daß sich die Beantwortung 
der vielen Briefe aus Deutschland, Israel 
und dem übrigen Ausland leider stark ver- 
zögert hat. Ich bedauere dies in Ihrem Fall 
umso mehr, weil in:..wischen auch von deut- 
scher Seite , namentlich von punge^^n Men- 
schen, mehrfach der Wunsch geäußert wurde, 
daß ich ^hnen die Möglicikeit für ein Qe- 
spräch mit Juden geben möchte. Erfahrungs- 
gemäß hat sich immer wieder gezeigt, daß 
solche Grespräche von Mensch und Mensch oft 
von nachhaltigerer und tieferer Wirkung 
sind, als es mehr allgemein gehaltene öf- 
fentliche Proklamationen zu sein vermögen. 

Ich danke Ihnen sehr für das Angebot, ein 
solches Grespräch aufzunehmen und hoffe, daß 
Sie schon in nächster Zeit aus Hamburg und 
Frankfurt Nachricht bekommen werden. 

Um Ihnen einen Einblick zu geben, welche 
Anteilnahme die Priedensaktion in Deutsch- 
land ausgelöst hat, übersende ich Ihnen 
drei Exemplare unserer li'iugschrif t "V/ir 
bitten Israel um ii'rieden" . In dieser ;jchrift 
sind einige der zaiiLreichen Zustimmungs- 
schreiben zitiert worden; jedoch konnte aus 
Platzmangel nur ein verschwindend-kleiner 
Teil aufgenommen werden. ^ 

Ih^ergebaner 

/3 Exemplare /A^^Z "^^^^^^ 

der ^augscnrift ^ ^ ^^ -^ '^^ 

ANSCHRIFT: (24 A) HAMBURQ 1 • RATHAUS • FERNSPRECHER: 34 19 21 




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Herrn 

Kabbijn Dr. Robert Hafael GEIS, 

Amsterdam , 
Scheldestraat 96,111. 



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Robert Lutz 
stud, phil. 



8 München 5o, den 8,3.70 
Karl-Lipp-Strasse 11 
Tel. 5^ 27 27 



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Sehr geehrter Herr Dr. Geis, 

vielleicht erinnern Sie sich noch an meinen Brief im letzten Jahr 

aus Anlass Ihrer Rede auf dem Evang. Kirchentag. In meinem Brief 

bedankte ich mich für Ihr mutiges Eintreten für R. Dutschke und 

Ihre Angriffe auf den grossen Cäsar. — Heute sah ich Sie zum erstenmal 

im Fernsehen aus Anlass der Woche der Brüderlichkeit» 

Ihre Rede hat mir gefallen, soweit es die Gedanken und der Humor 
betrafen ( letzteres kommt wohl vom Ort/ fin dem diese Rede ^ehalt'^n 
wurde, h'^r ). Ic>^ frage mich aber, w-rum nennen Sie n-'cht die Personen, 
die von " Pinschern '* sprachen, warrm nennen Sie ni<^ht di-^ "Personen, 

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die hinter de- Charakter'naske der Derr^kratie ( für diese err^n ist 
Demokratie gleich Ordnung, Sicherheit, Bürokratie ) Haß und Pogrom- 
hetze betrüben? Hat man Ihnen vielleicht nahe gelegt, in Anbetracht 
der Anwesenheit hoher Personen aus Staat, Klerus und Bürokratie 
nicht zu tief im westdeutschen Schlamm zu wühlen ? 

Auch Herr Böll sprach sch'one Worte - eben nur Worte . Ihm passt der 
Rahmen nicht, warum blieb er dann nicht zuhause ? Und dann zu allem 
noch den alten Che strapaziert. Er würde sich im Grabe herumdrehen, könnte 
er das hören. Guevara war eben nicht der Intellektuelle, der in 
seinem Elfenbeinturm saß und menschheitserlössende Programme 
konzipiert^r^ut, Boll/^ wollte Guevara einen kleinen Dienst erweisen 
und ihm vom ^akel des blutdürstigen Revolutionärs befreien. Er hätte 
ihm einen grösseren Gefallen getan, wenn er seinen Koffer gepackt hätte 
und an die Seite der kämpfenden Biafraner/i, Vietnamnesen oder El- atah- 
Guerillas trete^l .f*«^*^ ^ch habe Herrn Böll;^, auch Sie nicht - Sie 
werden jetzt vielleicht sagen " ich bin nicht mehr der jüngste " - 
bei einer Demonstration in vorderster Linie vor einem deutschen Politei- 
kordon mit blutigem Kopf und zerschlagener"Fresse"gesehen I 



- 2 - 



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Herr Dr. Geis, warum kam zu dieser Stunde in Köln von Ihnen 

kein Wort zur derzeitigen ^exenjagd auf ausländische Studenten und Gast< 

arbeiter - wie günstig war dtfch für einige ^errn der Brand in 

einem jüdischen Altersheim . Der christlich- jüdische Koordinations- 

ausschuss schweigt dazu, der ^.gntralrat der «Juden ebenfalls und 

kocht sein zionistisches Süppchen d»»- auf dem Feuer ÄKXx^HtKKX 

des Brandes« 



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Komisch , dass das ^ewissen bei diesen ^erren erst bei einem jüdischen 
Altersheim f*«4 zu ticken beginnt ? Sie kennen doch das APO-Wort 
von den " liberalen Scheissern " ? -^angsam glaube auch ich daran» 



Mit freundlichen Grüssen und sollten Sie l iwmfff - nach München kommen, 
würde ich mich gerne mit Ihnen einmal unterhalten 



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Heidelberg. 26. lo. 1951 



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EVANGELISCHES KREISDEKANAT 

. B««thov«nstr. 64 

** TaUfon 2018 

Kirdt«nkr«U«t Nordbed«n • ( 

Herrn 

Rabbijn Dr. Robert H.G-eis 

Amsterdam-Z 

Soheldestraat 96 III 

Mein lieber Herr Dr.j-eis! 

ua^^?Sc5licher S.,stLid; Ist*. d^sS «ir von dar Universität noch keine 
SaSl icit habanf so verstehe ich sehr «ohl. dass Sie ein wenij die 
Lust verloren haben. Und wenn es mir auch ^«^^/«^«"/f,^^' .^as 

llirTn ToTlL/lifllfllle der anderen f-^^-^rviefltfchf et- 
•bleich nachher an Herrn Professor hess. Und dass bia ^^f^^^^°^^/J.j. 
was überempfindlich ^aworden sind, i^ v^arden musötau. da^ müssen wir 

alle verstehen und tun es auch. Gemacht hat, so 

b.w« 



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sel-jT, 3ie bald hier zu sehen. Und da freue ich mich von herzen 
darauf. 



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Mit herzlichen :^r'^sön und Vi/ünsohen 



Ihr 




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DR. HERMANN MAAS 



Heide fBerg, int SeptemBer 195^ 

Beet fiov^ns fräße 64 



Meine teuren T^r eunäe l 



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Wie äffe Jaßre muß ich Ifjnen und ganz Ist aef auch in diesem Jahre zu Rosch hasch anafj das 
feschanah tovah ti^atevu zurufen und Ihnen sagen, wie innig ich Ihrer gedenke und hei Ihnen stehe, 
wenn sie üher die SSweffe zum Jahre 57^^ schreiten. 

Israefs Jahre sind wie Weifen, in denen Wunderhauten versanden. Geschaut es und Erforschtes, 

Gewofftes und Gewirktes, Erlittenes undErdufdetes. Die Tfuten der Geschichte zweier Jahrtausende 

wofften diese r est tos in der Vergessenheit hegrahen. „Aher der Herr gedachte an seine Gnade und 

Wahrheit dem Hause IsraeC und affer Weft Ende sehen das Heif unseres Gottes' heißt es in einem 

der Neu/ahrspsafmen. Er faßt es nicht zu, er thront afs Richter üher Israef und affer Weft und darum 

ist die Weft und sind die Vöfher mit Israef an diesem Tage ge faden vor Gottes Stuhf Die Neujahrs" 

tage werden wieder in fest f ich en Gottesdiensten gefeiert und Israef wird getragen sein von dem un" 

geheueren Gfauhen, daß an diesem Tage „der Herr vor den P öf^ e r n seine Gerechtigkeit offen" 

hart" CPsafm 9SJ, Affe Testfreude, äff der süße Harfen ton dieser Tage, wie er etwa wider h fingt 

in der herrfichen 5- Beracßah im Mussaf heht darum erst dann an, wenn zuvor der toternste Schofar 

gehört ward: „Gericht häft Ja^ohs Gott." Neujahrstage sind Ja mim noräim, We ftge rieht s tage. 

Aßer Israef wird auch des Herrn gewaftige Trostpredigt hören. In ihr steht geschrieben von 

der Last, die der Herr ihm ahnahm, von der Quaf, von der er Israef hef reite und von den Wettern^ 

aus denen er sein Vofh riß. Und wie tut dieser Trost so not. Israefs Jahre sind Meeresweifen, die 

h findende Mosaihen, seftsames Lehen hedec^en. Liehe Gesichter und teure Gestaften steigen herauf. 

Sie tragen Wunden an der Stirn und auf der Brust, Striemen von Geisefhiehen und Spuren von 

Toftern und Martern. Und wenn es um Rosch haschanah stitfe wird, er h fingen den Besinnlichen 

Stimmen aus der Tiefe, und die Wasser werden durchs ic£t ig, und Israef sagt zu den Gestaften: , Wir 

hahen euch nie vergessen, ihr feht, seid uns gegrüßt, geht uns das Gefeit auf den neuen Wegen, die 

wir beschritten hahen. ' Das bedeutet Neujahr, der Jom ha- Sihharon, der Tag des Erinnerns. 

Aher auch das geht nicht hfoß I s r a e f an, sondern auch die V ö fß e r . Während Israef von 
Schmerz und unsägfichem Heimweh gequäft ist, müssen die Vöfher und vor äffe m auch mein Vofh, 
das mit entsetzficher Schufd hefaden ist, die immer neu mit tiefer Scham bejaht werden muß, darum 
wissen in echtem Mitfeiden und Mittrauern. Ich weiß von Augen, in deren Sternen der SS merz um 
die Miffionen Erschfagener in Israef sich zusammengefunden hat. Das Unfaßbare ängstet sie bis 
zum Entsetzen. „Rahef wifT sicß nicht trösten lassen." Nirgends Erbarmen, überaff ein grausames 
Nichts, Wer diese Augen gesehen hat, Seen bfinhender Tränen, der fürchtet ofi, nicht mehr fachen zu 
hönnen und muß feiden um der Sünde der Weft und seines Vofhes wiffen. 

Und doch ist da noch ein Drittes. Israefs Jahre sind wie Meeres weifen, aus denen starhe Riffe 
wachsen, die Insefn, ein Neufand ans Sonnenficht heben. Und es ist Gnade, wenn ein Vofh sofches 
erhebt. Die Psafmen und Gebete der Neujahrstage wissen davon. 

Gott gab Israef auch in dem zu Ende gebenden Jahre 57 ü t^i^I^ und große, fast unfösbare 
Aufgaben, Anfechtungen und Sorgen um seines Staates wiffen, aber auch viefstarhe Lichtgedanhen 
und wunderbare Krafi. Und auch das geht nicht hfoß I s rae f an, sondern auch die V ö fh e r. 
Es gibt für mich gegenüber diesem Staate heine Neutra fit ät. Ich muß mich auf die Seite der Werhfeute 



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Steffen, im Dienst unvergängfiSen göttficßer Verheißung, ewiger Pfäne Gottes für Jsraef und die 
MensMeit. Und darum wilF icß aus Brennendem Herzen es in mein Vofk hineinrufen und an Türen 
und Gewissen der Perantwort ficßen mit mahnendem WortpoSen: Jteht auf haht Mut undVeranf 
wortung zum Hände fn, es fastet auf uns ungesühnte Schufd. Denüt an die tausenden Heimat foser, 
die heimmüssen, an die Vers^favten, denen Gott die Freiheit zugesichert hat, an die ungezähften 
Waisen, die äffe in in Israef wieder froh werden können. Sehet den Menschen.' Es ist das eine Trage 
des Herzens und eine Trage der Tat und des Opfers. Und ich sage es in großer Sorge auch um 
Deutsch fand, das an ihr, wenn es sie nicht sehen und fösen wiff, zerhrechen kann. 

Ich weiß, ich hin nur ein schwacher Mann, ein Einzefner, kein Pofitiker, aher ein Mann der Kirche, 
die üher äffe Grenzen der Vöfker hinausragt, der Gemeinde des Gfauhens, die Jsraef Affergrößtes 
verdankt und ich spreche afs ein Lie Bender und für Israef Hoffender. 

Meine Augen dürfen Israef sehen, das heimgekehrte Vofk und das neue Land, und so mußte ich 
es in Liehe umfangen, den räumfichen und zeitfichen Ahstand üBerspannt diese Brücke. Und metn 
Herz kann nicht aufhören für Israef zu h offe n, zu hoffen, daß der Herr seinen Gfanz üher sein 
Vofk ausschütte, daß er es tröste in dem Leid um die Erschfagenen, daß er ihm die Hand reiche zu 
den fast unfösBaren AufgaBen, daß er äffe segne, die zu ihm gehören, die im Hei f igen Land und 
die in äff er Weft, den Rest und den Neuanhruch, daß er es he wahre vor neuen Kriegen, daß er im 
Leiden am Werk, das so Viefer Gesicht zeichnet, wie der Sturm, der den Spiegef des Meeres peitscht, 
es tröste, daß er die Schwermut der Berufenen, die den Schmerz von dem Kampf zwischen Idee und 
Stoff austragen, erföse. Und daß er ihm Trieden schenke. Ja, Triede in Israef und Trieden 
mit den Vöikern und am Ende vieffeicht auch Triede mit denen, die Israef, von Tyrannen Beherrscht, 
unvergeßhares, gehrannt es Herze feid angetan hahen. 

Das große Wort der Versöhnung, das auch durch Rosch haschanah hindurchgeht, ist zu groß für 
ein so tief verwundetes Pofk und zu groß für Menschen, die Haß und Betrug, Lüge und Grausam- 
keit erfitten. Aher am Ende nicht zu groß für Israef, das Vofk Gottes. 

Wir wissen nicht, wie weit es noch ist. Bis der Trühfing anhricht auf der Erde und wie fange die 
Morgenröte noch auf sich warten faßt. Möge das Jahr 57^2 ein Schritt sein ihm entgegen! 

In treuer Verhundenheit ^p\ 

JCUt^tCiäuu 



Iß, 




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Dr. h. c. HERMANN MAAS 



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EVANGELISCHES KREISDEKANAT 



Kirdiankr«U«t Nordbodan 



Heidelberg, 

B««thov«nilr. 64 
TaUfon 2018 



14. Sept. 1951 



Herrn 

Rabbi Dr .Robert Rafael ^ieis 

Amsterdam-Z 
Soheldastraat 96 III 



Lieber Herr Dr.ieis! 



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kultmöchte ich Ihnen sagen, um Ihnen das warten ein weni^ 
ibän, dass, ich 2 Mal seit meiner Rückkehr vor 8 Tasen mi t 



Nur 2Q^z 

zu vertrej-wa**, ^^ ^ ^^^^ ~ . u u -^ tt^t;. ^4^ 

Herrn Prorektor Hess gesprochen habe und dass ich beide Maie die 
panz lebendige Ueberzeu^ung bekommen habe, dass der Wille der Univer- 
aität/die Stelle zu schaffen, die Sie ausfüllen sollen, eindeutig fest- 

^4 1 ö h t TT 

Zum anderen habe ich aber auch f estsestellt, dass seit Ihrem yortras 
Herr Professor Falckenstein, der Dekan der philosophischen Palcultat 
(orientalia) sich ausseschwiesen hat und leider nicht erreihhbar war. 
Er war in Istanbul bei der arientalis-^en*TaJung und darum konnte der 
Prorektor Hess noch nicht mit ihm sprechen. Und von selbst hat fr noch 
nichts ■'esa't. Dass sein Mitarbeiter Privatdozent Dr. Dietrich sich bei 
mir und'wenS ich mich nicht irre auch bei Ihnen sehr dankbar und freund- 
lich über Ihren Vortrag geäussert hat, wissen Sie. ftir müssen also war- 
ten. bis Professor i'alckenstein zurückkommt. Aber der Prorektor versprach 
mir erst heute morgen wieder in einem persönlichen -besprach, dass er 
dann sofort eine Sitzung einberufen werde. ^ ^ , . ,.^. Tk,«»„ 
Ich habe dann drittens noch zu /sagen, dass der Prorektor selbst Ihren 
Vortrat- ^elesen hat, aber sich für inkompetent erklärt, die wissen- 
schaftliche Bedeutung dieses Tortrags wirklich voll zu erkennen. Br 
wisse nicht, sagte er mir,*9Wo etwa Zitate auf andere hinwiesen, die4«/ 
den originellen ^ledanken hätten oder wo sie selbst originell seien. 
icS haie versucht ihm beizubringen, dass die grosse Sohau Ihres 7o^ 
träges, soweit ich sehe. Ihre eigene öchau sei. Ici^ habe J^m noch gßnz 
besonders bei dieser äglegenheit nahe gelegt, doch die Autorität von 

Dr Baeok als eine wissenschaftliche Autorität anzuerkennen, wenn aioh 
Falckenstein ihn wohl nicht kenne und darum immer wieder auf seinen 
Lehrer Kahle zurückkomme. Das nahm der Prorektor gerne an,und ich bin 
überzeu/rt davon, dass er es in seine Sitzung tragt. 
Vier^eSs muss ich noch sagen, dass natürlich die Universität- sonst 
wäre sie ja keine deutsche Universität - ein rein wissenschaftliches 
Urteil fällen möchte und nicht ein Urteil, in das sich noch politische 
Llotive einmischen. Das ist mir ganz klar und wird auch Ihnen klar 
sein An dieser Stelle ist leider unser lieber Freund Kappes nicht 
recht belehrbar und darum entweder ressentimentgeladen oder unsach- 
lich Ich sa-e Ihnen das, weil ich hier die Lage kenne und weil ich 
weiss, dass wir mit dieser Lage rechnen müssen. Sie wissen 3a auch, 
dass an diesem Punkt die Universität gerade darum vielleicht etwas 
stur ist! weil man ihr in der verfluchten Nazizeit mit vollem Recht 
vorwerfen konnte, dass sie anders gehandelt habe. ,.-,1* ^a 
Lss es mein heissester Wunsch ist, dass die Wahl auf Sie fallt und 
Sie hierher kommen, wissen Sie und dass ich me inem Wunsch auch wo 
ich nur irgend kann und muss, Ausdruck verleihe, wissen :Die auch. 

bitte wenden! 



y 



Dr ü'arbstein habe ich am Sabbath-Mitta- getroffen. Er sass mit seiner 
f-rau die ihm ja um seines Gehöres willen unentbehrlich ist, Semut- 
ISh'in seirSr^ötube. sein Kapp chen auf dem Kopf r^^^t^^^^^Jt^nrnder 
vor sich lie-^end. »Vir haben «in sehr an-ere-tes aesprach miteinander 
'eha?t über alle möslichen Dinge, für die «r in erstaunlicher Kenntnis 
seines -liebten Talmuds immer wieder Bele-e fand. Ich war glücklich, 
diesen wertvoUen Sann kennen zu lernen. Ich muss Ihnen freilich auch 
2:^?«h«r dass sein hohes Alter nicht spurlos an ihm vorubergins. ^s 
flfabeS'meh? die 3ch2ie?i3keit des hörens. die ihn mir alt erscheinen 
Iless als 5ie eigentliche körperliche Konstitution, wenn auch sie offe 
bar mancherlei zu wünschen Ü.bri3 lässt. 

henjß; /ä ^ 



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Mit herzlichen v>j.ässen und WOnsol 



Ihr 



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EVANGELISCHES KREISDEKANAT 



Kirchttnlcr«is«s Nordbadan 



Heidelberg, 

B««thov*nstr 64 
TaUfon 2018 



19. Juli 1950 



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• 



Herrn 

Rabbi Dr. Robert u-eis 

Ams terdäm-Z. 
Soheldestraat 96 III 

Lieber, verehrter Herr Dr.^eis! 

loh möchte Ihnen nur schnell bestätigen, dass ich die von Ihnen 
in Ihrem Schreiben voru 17.?. anaefähr ten Ünterla3en von der nni- 
versität Frankfurt zu-esandt erhalten habe. Ich werde sie also zu- 
nächst bei mir aufheben, habe aber doch die Hoffnun:^, dass Sie 
bald einmal wieder nach Jeutschland kommen, und ich Ihnen dann 
die unterlagen überleben kann. Auch freue ich mich schon, in einer 
ruhigeren iulinute ( denn ruhige Linuten -ibt es wohl nie) Ihre 
Schrift über h. Cohen lesen zu können. 

Li.it herzlichen G-rüssen und vVünschen 

Ihr 




itt^t-' 



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EVANGELISCHES KREISDEKANAT 

Kirckttnkr«is«f Nordbadan 



Heidelberg, 

B«*thoy.nstr 64 29.Juni 1950 

T«l«fon 2018 



Herrn 

Rabbi Dr. Robert Oeis 

Amsterdam--Z 

Scheldestraat 96 III 



ü 



Mein lieber Herr Dr.Oeis! 

Nun habe ich doch ^nz vergessen, Ihnen Ihren -ufsatz über die 

geistige Wiedersutmachuns zur ückzuseben. So schiel© ich Ihn Ihnen 

heute mit der Fost. 

Es hat mir sehr leid getan, dass ich mich nur für so kurze Zeit 

für Sie frei machen konnte. Aber mnchmal wird man wirklich von 

der Arbeit überrannt. 

Mit vielen herzlichen i^rüssen 



I 





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y 



EVANGELISCHES KREISDEKANAT 

Kirck«nkr«is«t Nordbad«!! 



Heidelberg, 

B««thoy«n»tr 64 3» JUHl 1900 



T*l«fon 2018 






Herrn ^ ^ . 

Räbbijn Dr. Robert Rafael ^^eis 

Scheldestraat 96 III 

Amsterdam-Z. 



t 



Liebtsr, verehrter Herr Dr. C^eisl 

Haben Sie recht herzlichen Dank für Ihren iirief vom 51.M&i. 

Ich vüxda Ihnen doch raten, einmal ein Gespräch mit dem Oberrat 

in Karlsruhe vmhrend Ihrer ..nwasenhei t in Deutschland zu führen. 

Sie wardan es vielleicht bereuen, wenn Sie wieder In Holland 

sind und keine Gelegenheit mehr dazu haben. Bin solches Gespräch 

bedeutet ja noch keine Binduns und tässt Ihnen noch alle !iög- 

lichkaitan offen. 

Ich frjue mich »ehr auf Ihr Kommen und werde, wenn es Ihnen 

recht ist, in einer kleinen, sauberen Pension ein Zimmer für 

Sie von der i^acht von i;7. auf 28. Juni bestellen. 



i«i-it herzlichen drässan und 'Aünschen 



• 



Ihr 





EVANGELISCHES KREISDEKANAT 

Kircltankr«ittts Nordbadcn 



Heidelberg, 26. Mai 1950 



B««thov*nstr. 64 
T«i«fon 2018 



Rebbijn Dr.Robert Rafael txels 
Soheldestraat 96 III 
Amsterdam-Z 



Mein lieber Herr Dr. (>eis! 

Haben Si, recht h.rzliohan Dan. für Ihren ^rjaf vo. 24 Mai und^vor^^ 
allem aach fttr Ihre freundlichen ^|°^*« ^" S*i';'Jnd*fch fteue mich 
liSn^-sfhr^dSaSf.^hän ^dJlo*n^5u^"?fhl.^n^^^n Sie Ende .uni nach 
Heidelberg kommen. 



m 



• 



berg; 



kann«.D.im 31. »f J»ä«;iJ°iJ5J';^1<,SrtUloh kau« b.t,nt«ort.n 




mit zurück. 



Mit herzlichen Grü.3sen und Wünschen 



Ihr 





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EVANGELISCHES KREISDEKANAT 



Kirchttnlcr«is«s Nordbadsn 



Heidelberg, . g- 



B««thov«nstr 
T*l«fon 2018 



1 



D 



Herrn 

Babbiner Dr^Robert Rafaal ^els 

Amstardam-Z, 
Scheldestraat 96 III 



Sehr verehrter Eejir Rabbiner! 

Soweit uns d«tzt bekannt ist, beabsichtigt Herr Pfarrer Maas 
etwa um den 15. Mai wieder nach Heidelberg zurückzukehren. Ab 
31»Mai hat er dann Pfarrerfreizeiten in Heid eiber g-Rohrbach zu 
halten, die den ganzen Monat Juni dauern. Ich glaube aber, dass 
es ihm, wenn Sie sich rechtzeitig anmelden, doch möglich ist. 



sich für Sie frei zu machen. 



Mit freundlichen Griissen 

Ihre Ihnen 



sehr ergebene 



HM. 




y 



EVANGELISCHES KREISDEKANAT 



Kirckttnlcrttitas Nordbadan 



Heidelberg, H, April 1950 

B*«thov«nstr. 64 
T«l«fon 2018 



o 



Herrn 

Rabbi jn Dr .Robert Rafael ^jeis 

Scheldestracit 96-III 

Amsteram -Z. 



• 



Sehr verehrter herr i^e^s ! 




könnerii so werden wir das sehr ^örne tun. 

Mit vorzüglicher hochuchtan^! 



Seicretarin. 




Hermann Maas 

Kreisdekan 
des Kirdienkreises Nordbaden 



Herrn 

Rabbijn Dr. Robert Rafael Geis 

Scheldestraat 96- III 

Amaterdam-Z 



Heidelberg, den ?J.fl3.\>XmT... 19...5.0. 




Mein lieber, verehrter Herr Dr# Geis! 

Vor allem innigen Bank für Ihren lieben Brief vom 2o »Februar und viele 
f^ute Wunsche für Sie und Ihre li^be Frau zur Geburt Ihres Sohnes Gabriel • 
Möge der Sinn dieses schönen Namens sich an ihm und an Ihnen erfüllen. 

Für Ihre Wünsche zu meiner Reise nach Israel danke ich Ihnen aufs Herz- 
lichste o Die Spannungen, die vielleicht eingetreten sind zwischen Ihnen 
und unseren Gemeinsamen Freunden Grossberger hoffe ich drüben überwinden 
zu können* ürer Ihre Pläne spreche Ich selbstve^-stHndlich kein Wort* 
Wozu soll ich (34.es auch* I^h weiss wohl, wie srhwlerie: tm heute Ihre Si- 
tuation ist und wie kompliziert die Sf^llung des Staates Israel zu 
Deutschland und zu all denen, öie nach Deutsr»hland zurückkehren wollen* 
Ich habe Verständnis dafür und sehe doch auch wieder die Paradoxie, die 
darin liegt. 

Und nun zu der Frage. Zuerst schreibe ich Ihnen einfach einen Absatz aus 
einem Brief von Professor Geiler ab: 

•• In der Angelegenheit Dr* Geis sehe ich schwarz. Die Herren in Karlsruhe 
stehen auf dem Standpunkt, dass zurzeit keinerlei zusätzlichen Belastun- 
gen des Etats übernommen werden dürfen, auch wenn sie noch so notwendig 
sind. Ich will mich aber gern mit dem Rektor ixnd dem Dekan der Philoso- 
phischen Fakultät demnächst über den Fall unterhalten, fürchte aber, 
dass auch nach deren Ansicht keine Aussicht besteht, was ich umso mehr be- 
dauere, als ich einen Lehrst\ihl für Jüdische Geistesgeschichte für sehr 
erwünscht halten würde *•• 

Weiter möchte ich Ihnen auch noch etwas sagen* Ich war vor etwa drei 
Wochen am Sabbat-Morgen-Gottesdienst, um dort der Predigt eines Herrn 
Dr. Liebermann mit anzuwohnen, der bei dieser Gelesrenheit sich den Gemein- 
den Karlsruhe, Heidelberg und Mannheim als Landesrabbiner für Baden vor- 
stellen sollte. Was ich selber sofort empfunden habe, wurde mir nachher 
von den massgeblichen Führern der .iüdisohen Landes^emeirde bestHtißrt, dass 
dieser Mann in keiner Weise reei/rnet war, diesen bedeutun/rsvollen Posten 
anzunehmen. Da können Sie sirh wohl denken, dass ich trotz Ihrer Ab- 
wehr doch mit dem Gedanken norh nicht fertip^ reworden bin, ob das nicht 
ein Weg wäre für Sie* Sie werden der Landesrabbiner, haben also in Karls- 
ruhe, Mannheim und Heidelberg zu wirken. K^in Mensch würde Ihnen die 
Stadt vorschreiben, in der Sie wohnen sollten. Sie könnten also Ihre aka- 
demischen Ideen verbinden mit einer Stellung, mit der Ihre äussere Lage ^e 
sichert wäre und Sie wären in Südwestdeutschland, wohin Sie getrost kom- 
men können mit Ihrer Frau und mit Ihren Kindern. Ich will mehr nicht sa- 
gen, aber Sie werden wohl verstehen, wie ich mich freuen würde, wenn sich 
so zumindest eine anfängliche Lösung^ fände, dir vielleicht in absehbarer 
Zeit eine eindeutige Lösiing nach der akademischen Seite hin folgen könnte. 

Nehmen Sie es mir nicht übel, dass ich so hineinrede in Ihr Leben. Aber 
Sie wissen ja, wie ich es meine. Grüssen Sie aufs Herzlichste Ihre liebe 
Frau und seien Sie selbst versichert, dass ich Ihnen stets^treu verbun- 
den bleibe* 

Ihr 



Ihnen stets. treu 



EVANGELISCHES KREISDEKANAT 



Kirch«nkr*is«t Nordbadan 



Heidelberg, 

B««thoy«nstr 64 iv^FebmaT Ivoo 

T«l«fon 2018 



Rabbijn Dr. Robert Rafael Greia 

Aiüsterdam-Z 
Scheldastraat 96 III 



^ 



Mein liebar, värdhrtar uarr Dr. Jeis! 

loh kana Ihnen heute nodi ntchts Sichere« Achreiben ^.f Ihr.n oiir aus- 
serordentlich interessanten und wertvollen Brief vom 2.Januar. .-ber 
iüh kann limen ^aj^n, da.s ich d.^ Je^präch mit einigen Herren der 
Universität bejouu^n habe und daas ich set-i' frohbin, alle die au ken- 
nen, die Jie inir in Ihrei. Bri.f nannten. 1er. da Professor ^raaz Böhm 
ist mir ja sehr -vt bekannt als Sohwie^eraohn von Ricarda Euch, und 
die, mit denen ich rede, stehen uiich in en^^tem Verkalir mit ihci. 

Ihre Stellung zu .lÜJichen nni der Persönlichkeit, die 31-. iort nennen, 
ibt üiir sehr.aehr wertvoll, weil sie um-ekehi-t aus^eccdeatl ich bezeich- 
nend Ut für Ihre eigene Ii.ltnnc. 2ine chris tlich-jaiische Znsammanur- 
beit ist Du nur dann dankbcr, wenn wir es 30 versrchen, wie 3iö es tun 
wollen. Ich reclme zu den Problemen der „ ieder -rtu-achun^ neben den 

finunziallen, ausserordentlich achv.ierijen J^uf-aban vor .llem diese 
P .ieder^utauchunj .uf sei^ti3em :iebiet, die d.r in bestehen muss, las. 

jüdische liünner das Geistes dem deutschen /olk den wahren Bajriff des 

Jüdischen zeigen -und wie schön wLre es, wenn Sie eo hier dürften. 

Hoffnung will ich Ihnen jar keine machen. ..ber wie ich selbst zu der 

3ache stehe, das sollen oie doch wissen. 

Ich lese Ihnen noch einen Rurdbrief bei, hinter dem 3ie wohl mein sehr 

bewegtes h^rz ahnen. 

Lit Vielen ^rüssan an Ihre liebe Prau und in;i33ten „ansehen für Sie 

alle, besonders auch für das Kleinste, auf das Sie warten 



Ihr 



JJ ^ ^Wu^cCUiu 



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ftmrrer 0. H«rm«flR Ummm 



h«ldl«Ib^2,daa 4>I»Jiiaiuix 1050 
i^e€ithov^nstr*64 



ItolA« lieben Fr^ndt! 

Ich :2afts Iim«a ttiiiiia fflltt«ll9nf wma 3i# faefftntli'Jt: frt»u#iit abtrvru« 
auch otnl^a iToIgornAjen *uf unftti^rtiin t/ftrkahr iiaii /«rl^f i«jr aliohtit<»A 
Monat« h&b«n wird« loh hoff«» eti^.ii U^tt« ^^'t^xn fon hi^r iiu8 mtoli fa- 
llUtltiti l*t« atä« h ^«ft St«äiit«» l4r&iil fsiüieii ol«r flle^ec zn icöniidüt 
uc: dort tilnljc- loctaja ÄUÄubi^iü^^ri, ai-ht ^»1» Trluubart nOfilia^n am glAK 
b«0tli42L%o Auftrag« £u <»rfüll#i aa^ Ü^^niitnlii«»« sa 2^^^^^^» ^^* ^^ 
and vi4i«ll#litt dach füjr daa ^t^^fit Isr^«! von >^l4hti2^<#l t sia(I# 



IIAO 



tJad nun tab^ ich ilt jro»j« Bitt«» -Jaoh a« vtröttrbön, laiui Ich von 

iDapt t«r niaciünd «chirelb^u *«rd«« Ich w#jusa toa aöinön vlfelöx; ^ua- 
ländsfal^au» luiual wunn tattfi alcht all louri^^t untexif^M&^ii ii&t$ iats 
ttun «lnf«ich jui© : iüut^ bru'ctt.t 'jn i iteiae /.tit büt, brlö f e aa »chrtl-* 
boa. /^irn«?: f^sblt ttii? di»* ^^».fld. ff^r düifi *orto, isaa ich k^na j«* dort 

fiiaht. VOfi dc^UtüchtVki iJuI'i 1 ab«G Ulli S ühll^Sis -lich IM t ^6 Slll J^iXUloht 

f^ lg der ««^vhöelf/ ?lrd# 



loh f«r«»pj?«ot»^ Äbör us^ln^a ll^i^baa i^r^unlöö .Iborillf la«s Ich in ±ür 
Zmit horalijh n ^i^ X^txi^mi w^ri« uui d^aas ich, K'^^rs^ Icii z'jrlckkcjc;- 
saa» vlell^iijht iuroh i^uadb^i«f odtr uul uixdnixs *^%iii9 «iiA«n J^rlcht 
^6bo ?oa ujüinaa ^«»labal^en boi u:«l:icr * ^ nd %i' t?r4£; d.<rch lu^ ^.#111^« 






Ich ^ohreib« ibat-n da« ao frlla, v^ell l.?h Ihnen ii*3 i i^Xi-'h^cait 
btifi iiiiahte» lair \int«r U:a»t-indöii arilaa« tta /ör^undtu uai .'>*axiJ« Ia 
Israel aufs^utreä^^n» jiatä«^ /.lu^l-^ iciit ^Ovs«it iah Ix^ox:^} k3^«a» ;^it 
/raud«n üb«irbrin^«n» öar bitt« iih d^nn, ^ir daü ao zalti^ »u aohral-* 
büni 'tti^a l<jh etv^i^i bi« ^.am 
i^h bitte dünn nur im »tihi' 



lo#.. -AT» La r^t3it2 der .-.aajhrif t )ii4ra» 
3#ii^utt nöJhrlft iör i«r3önl isri;ii#itaii in 



Mit hc^rtli'JhÄtea .. 'iaashäfn ani JrrtLiae& 

IhJr Xhnan isamar 



tJTM ^arbu^i^üiur 



J), Ä 



^t^^Uoi 



ili^ 




D» Hermann UmmM 



Heidelberg« 2o.Klal#v 571o 

3eethoT«iistr«64 



Meine Heben Freunde! 

As 25.KlileY «erden 31 e Ohanoltkäh feiern In der 3re»eln4e and In Ihren 
fümlllen* üie jede» Ihrer schonen Feste wird auch dieett nloht nur Aa 
Srlnnurun^3fei=*t sein tui das groeee ».under in den Sagen der Makkabäer 
and d^e geheiligte reine üel« das dM Verderben und den /erderbern entris- 
sen v»urde* 



^l.^ien 



fs wird öin «ehr xegeneärtiisces i?*eat ©ein» das nn« zum Lobe dea 
«ufruftt daaa Israel errettet wurde öoe anbeaoüreiblialike» varieroea und 
unsa^büron Jt9ftihrm. Heldnische ^reoel haben Israels heillgtüiaer be- 
schmutzt. verbröcheriscLe ii^nde Thor^rollen »erlisten nnd £eu or an die 
liottdbhuuBer gelagt, satanische aesellen höbenli höllische Tönze vor dem 
heillosen cichreln i^uf^^f^hrt^ Ich badecke mein h«-apt vor oroham, rnnrutk loh 
durtin donke« 



i.ber es geschah iann doch, wi« es in Javid's isfelm au fltainukkf^h helest: 
« Den -boni lun^ wahrt das uöinea, aber des Morsens ist j^rovide," 

So sei jedea Lidit, das an den Ohanukkahleuchtarn mit zitternvien Bünden 
and frommen -ibbeten entzündet v^ird, ein ^eiohen, dase die J^^cht fUr Is- 
ruel ^w-^iny-en öei und iör ^ug nahe herbeigekommen ist, denn jede Asrze 
brennt a^ Rande der lu^oht. ^ on Xi.g zu i^ag mehre »loh mit jede© neuen 
Licht der Glaube und die iöfviashei t» das» ^">tt sein ^olk Israel nioht vei^ 
l^öst bis ler Ciianukkahl sucht er uöxleuchtet voßi Oherubimglanze steht. 

Sr strehlo wider in den von Dränen vorscLlelerten ^ujen derur, die im 

iiersleld veratammten und derer, iie klagen um ihre Lieben: 

»• raoth sabeah naphschl, b^dagon kochl kalah« 

»^-iiie ::eele i^t des Jöbels satt, meine Araft vor KaiDmer laatt' 

Älünie ±M uuf den Stirnen der l^roasmen und t.el»en in Israel, er gltihe 
In den aerzen d^r auf das hell flir l&r^^l Äiirtenden, er leuchte In den 
Augen taller der liebten Jansen una klaiJer in Israel, Iie einem aeaen Tag 
des Volkes Lottes entgeganjubeln« 

Des ist mein irmlger .^unaoh zu Jhanukkah* loh singe im Geletö mit Ihnen: 

»Mäos zur ieschuatl l^cha naÄh l^sohabbesüh'* 

Meines heils mächtiger Fels, dir gebühret Lob.»* 

and loüc rahme mit Ihnen; 

»'awejado hagedullah hozle ät hessejulah« ., 44. - 

Mit seiner auchti-en nan^l führt er sein erkoren Volk zur rr^ihelt.« 

Ich -laube an den SM« * *Q» Chunukkah-^^ort von - dem .ander, das an den 
Lilien slcli vollenden soll" naast^h nes lösc^iosohaalm) ganz er fallt and 
Israel auf erlösendem »ege hinausgeführt wird über dio hoffnungslose ira- 

Slk der JahrtaiÄiende« ^ ^ ^^ - 

o grösas loh vile, gellebte J*reande «It «m alten ^rusae 
»• JErhebet Sure naupter, ienn die itunto der ^rlösan^ ist da" // 




iM^Um 



1/ 




Hermann Maas 

Kreisdekan 
des Kirdienkrelses Nordbaden 



Herrn 

Rabbi Dr^Robert Rafuel vieis 
Schöldestraat 96 III 
ilmsterdam-Z. 



r*V) Heidelberg, den ..A..5.D.-..n.ez/3mb.9r. 



19-49. 



^ — - 



Lieber, verehrter harr Dr.ueis! 

Ich antworte erst hente auf Ihren lieben Brief, weil, mir Ihre Frage 
sehr'zu schaffen macht. Sie ist wahnsinnig schwer zn beantworten. 
Auf der einen 'Seite halte ich das, was Sl^e hier tun wollen, für so 
ai^söerordentlich wichtig* '^^ir müssen anfanr^en Zeugnis abzulegen von 
unseren tiefsten üeberzeugungen, weil da 'urqh allein eine wirkliche 
Vereinigung entstehen kann, Ss ist doch ein Pli;ch, der nicht ewig 
weiter geschleppt werden darf, dass wir auseinander gerissen worden 
sind, trotzdem wir so enz zusammengehören durch das eine 3uck und die 
eine grosse Wahrheit und den einen ewigen G-ott, 

Nun ist die zweite .b'^rage die, an welcher Tiniversltut Sie sich um den 
Ruf bewerben wiirden. Ich denke, äie haben diese Fr^ge schon irgend- 
wie emoz^^n, üb Ihr früherer Aufenthalt nach München Sie dor.thin zieht 
oder wohin Sie Jonst gehen möchten. Ss kume hinzu., dass Sie wohl, 



meinden entstehen, die dfHienigen, die zurückkommen wollen und ma^t^üii 
fj^na ^'^aze Heimat bieten, öle (Gemeinden, lle etwa wie die hie^ije, 
heute"hierlsj.ch vorfinden, sinl U alles Jemeindeni au,f ^^bruf. Sie be- 
stehen zum aller ^rüssten Teil aus ost jüdischen -^Aenschea, die nicht in 
Deutschland bleiben wollen, sondern zum allergrössten Teil nach den 
Staaten oder auch zu einem kleineren Teil nach Palastina weiter wollen. 
Auch sie hatten schon einen Rabbiner dringend nötig, aber da sie zu- 
sammenschmelzen, so werden sie ihn wohl nicht trgigen können. Die Präge 
ist nur die, ob der ..unsoh, nach Deutschland, und d^s »^agnis nach Deutsch- 
land zurackzuk-.ihren noch in einer grossen Zahl von Menschen lebendig 
wird und dann Gemeinden geschaffen würden, die ein ganz anderes G-e- 
sioht tragen als die heutigen. 

Wer will aber ein endgültiges Urteil abgeben über die Möglictikeit/als 
Jude in Deutschland zu leben. Bier gehen die I/ei nungen vom radikal- 
sten "Nein" bis zu einem temperierten" ja" . Es gibt solche, die glaa ben, 
dass Deutsche und Juden niemals mehr irgendwie sich berüliren dürfen 
und dass die Kluft eine ewige bleiben muss. Ich verstehe die Motive. 
Sie sind, wirklich begreiflich in den Herzen der ^Menschen, die Furcht- 
bares erlitten haben und für deren liebste Angehörige Deutschland der 
Mörder geworden ist* Äs liegt darin auch die Arigst vor dem, was kom- 
men könnte* ., , , . ^.. .. ^ ^ , .^ 
Aber Jla gerade halte ich ein absolutes Trteil nicht für möglich, '^ir 

habeT einen Bundespräsidenten Dr .He usa, der in gewissem Sinne eine 
Garantie dafür bietet, dass Deutschlaad nicht die Stätte eines wilden 
Antisemitismus wird. Die Dinge, die geschehen, sind wirklich zum gros- 
sen Teil Bubenstreich , die aberwunden werden. Etwas anderes ist es 
um ienea verborgenen Antisemitismus, den ich den Antisemitismus der 
trä^^en Herzen nennen möchte. Sa sind diejenigen, die aber der eigenei 
NotT über den Jammer des Flächtlingslebens, über den Sorgen um das 
Aus'ebombtsein usw. vergessen, dass das alles nicht zu vergleichen 
ist°mit dem Abtransport nach Osten in versiegelten Viehwagen in 
technisch fein organisierte Gaskammern. Und es sind die tragen Herzen, 



die nioht wis.seni dass mit den Ausdrücken -uhtlsemitisraus und Philo- 
semltismus nun endsiiltig ein Bnde geiiiaoht werden muBs und dass an 
diese Stelle klare Bilder treten müssen im positiven Sinn, Ehrfurcht und 
Liebe gegentiber dem jlidls chen Volk als dem^4m unfassbaren Ozean der 
Brwählung Grottes Stehenden. Doch, das fordert eben Ihre Arbeit und 
unsere Arbeit, und hoffentlich sind es nicht bloss Mem chen, die 
bald sterben müssen, die solche Bereitschaft vertreten und verkündi- 
gen können, sondern auch solche, die ein langes, leidenschaftlicha s 
Leben vor sich haben. 



nun die Frage, an der die ganze Sache besonders konkret wird, ob 
es Ihren Kindern zumuten können, nach Deutschland zu kommen. 



und 
Sie 

^Bna Sie hierher kämen, so wäre hier eine von uns neu gegründete Mäd- 
chenschule, die biliX zum Abitur führt, in der Ibi'e Kinder, wie ich 
Ihnen versichern kann, auf Händen getragen würden, Es ist die Elisa- 
beth, von Thaddenschule, gegrunder" im G-edenken an eine von Hitler ge- 
mordete frühere Leiterin derselben Schule, eine treue Freundin von 
uns* Und ich glaube, ich kann dasselbe auch von den hiesigen Mit- 
telschulen sagen. Bs braucht hier nur ein wirklich ernstes Wort etwa 
von meiner Seite mit den Schulleitern geredet werden und die Sache iä t 
in Ordnung, Auch sonst glaube ich, dass unter den Kindern 6ia Anti- ♦ 
semitismus nicht mehr herrscht. Das Problem, das mich immer beschäf-^ « 
tigt, ist dies. Wie sollen unsere Kdnder die Werte der jüdischen Einier 
kennen lernen, wenn sie kein Jüdisches Kind mehr in ihrer Nähe ha- 
ben. Hier sind geradezu jüdische Pioniere auf^erufeö. 



Nun glaube ich, dass diese 



/rage 



an sich noch etwas verfrüht ist, da 



ich mir nach Ihren ivlitte ilungen denken konnte, dass Ihre Kinder noch 
sehr klein sind» Denn wenn ich richtig gelesen habe, erwarten 3ie in 
diesen Tagen erst Ihr Zweites. Dafür möchte Ich Ihnen und Ihrer lie- 
ben Prau -B^ von ganzem Heraea vi-ottes Segen' münschen. leb nehme fast an, 
dass ich Ihren Kantor kenne. Dös könnte Herr Oles^ier sein. 
Vielleicht interessiert es Sie auch, dass der israelische Konsul in 
München Dr.Iiwneh mir in diesen Tagen in einem hebräisch geschriebenen 
Brief das /orvisum zu einer Alijah nach Israel , für die ich, am Lieb- 
staa die Pesachtage auswählte, zugesagt hat. 

Nun wünsche ich Ihnen von gahzem Herzen Gottes Segen für Ihre Arbeit, 
für Ihre G-emeinde in Amsterdam und für Ihre Familie im besonderen. Er 
möge auch Ihre Entschlüsse lenken und begnaden. Darf ich Ihnen einen 
Brief beilegen, den ich an Chanukkah der hiesigen G-emeinde und meinen 
Freunden ^geschrieben habe, Br gilt auch Ihnen. 

Mit den herzlichsten Grüssen in Gadenkaa an 

die früheren Begegnungan 

Ihr p:etreuer 



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DOMINIKANERKLOSTER 

ST. ALBERT 
WALBERBERG BEI KÖLN 



WALBERBERG 21.9.57 

FERNSPRECHER BRÜHL 2777 
POSTSCHECK-KONTO KÖLN 52449 



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Lieber Freund! 

Gestern abend war icn beim P.Prior von Düsseldorf. Er rea- 
gierte spontan richtig - war sehr erbost und bittet mich, 
Ihnen mitzuteilen , daß er und der Konvent dieses Vorgehen 
aufs Schärfste verurteilen. P.Malik hatx:e die Ferien des 
i^. Prior ausgenutzt fUm ohne seine Erlaubnis und sein üxssea 
nach Bilstein zu fahren. P.Prior bat mich, sofort nach der 
Rückkehr des P.Provinzial mit diesem zu sprechen - er werde 
dann das seine auch sagen. P.Prior selbst kann nichts Ein- 
schneidendes unternehu'ien^da P.Malik vom P.General nach 
Deutschland assigniert ist. Im Augenblick konnte P.Prior 
nichts anderes tun, als noch am selben Abend P.Malik zu ru- 
fen, ihn zur Rechenschaft zu ziehen und ihm strengste An- 
weisungen für die Zukunft zu geben. 



Bis zur nächsten i>Jachricht wird es 
Bitte haben Sie noch etwas Geduld! 



nun einige Tage dauern. 



Mit herzlichen Grüiien 

Ihr 



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•71. 



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Dominikanerkloster 

DÜSSELDORF • HERZOGSTR. 17 
Telefon: 17129 • Postscheck: Köln 32825 



Sankt Josef Kloster. 
DÜSSELDORF, den 20. September 1957; 
Fest des seligen Franziskus von Possadas, BOP. 



Herrn Rabbiner Dr. Robert Geis 
Karlsruhe 
Hermann-üilling- Strasse 2. 



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Sehr verehrter Herr Rabbiner Dr. Geis, 

Für Ihre Antwort danke ich Ihnen demütig.- Ihr Brief ist wohl sehr streng, aber ich 
verstehe Ihre Haltung. Ich hatte sogar mit der Möglichkeit einer solclnen Antwort von 
Ihnen gerechnet, doch war ich in jedem Fall sicher, dass mein Brief zuerst in Ihre Hände 
koiiLiien würde. Darum habe ich "c/o..." noch besonders unterstrichen, uass nun alles 
offenbar ganz anders gelaufen ist, als ich es mir dachte, tut mir sehr, sehr leid. Es 
nutzt jetzt natürlich nicht^s mehr, das zu sagen. Ich muss es Ihnen Überlassen, mir dies 
zu glauben oder nicht. 

Selbstverbtanolich konnte es keineswegs meine Absicht sein, einen "Bekehrungs" versuch zu 
machen, bei Jael nicht, weil ich glaubte, annehmen zu können, dass der Brief durch Ihre ' 
Hände gehen würde und Jael nur dann ausgeiiändigt würde, wenn Sie damit einverstanden wären« 
Tatsächlich hatte ich Überhaupt keine menschliche Hoffnung, dass Jael meinen Brief bekSme. 
Aber ich rechne nicht nur mit mensclilichen Möglichkeiten. Dass ich Sie, sehr verehrter 
Herr Rabbiner nicht "bekehren" wollte, bedarf, hoffe ich, känes Beweises. Ich achte 
Ihre Überzeugung und weiss, dass sie echt ist. Ich glaubte aber, auch von iueiner Überzeu- 
gung sprechen zu dürfen, ja, sprechen ai müssen. Und gerade, weil Ihre Überzeugung echt 
ist, werden Sie das verstehen. 

Nochmals: es tut mir leid, dass mein Brief so misverstanden wurde und dass er Ihnen so viel 
Kummer bereitet hat (hoffentlich nicht noch bereitet). Was kann ich tun, um wiedergutzu- 
machen? Ich wäre sehr traurig, wenn unsere erste Begegnung wirklich unsere letzte gewesen 
sein sollte. Ich habe Sie und Ihre ganze Familie wirklich lieb gevfonnen - ich weiss nicht, 
ob Sie einen solchen Satz überhaumpt noch annehnenj aber dennoch wg^ge ich ihn. 

Sehr verehrter Herr Rabbiner und sehr lieber Dr. Geis, ich bete auch jetzt für die Verstän- 
digung zwa.schen der Synagogue und der Kirche und auch zvrischen Israel und Ismael - und 
vielleicht wird auch uns beiden noch einmal (bestirmnt ganz ohne mein Ver'dieiistl) die w^ög- 
lichkeit einer Verständigung geschenkt. Bitte, seien Sie nicht zu hart. Vielleicht 
können auch Sie vergeben, jetzt oder später. 

lÄit ehrlicher Hochachtung vor Ihrem Stande und Ihrer Person 

Ihr 

ji LuXa4. 

fr. Lukas, RamzÜ H. MSlik,Ü.P. 



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DOMINIKANERKLOSTER 

ST. ALBERT 
WALBERBERG BEI KÖLN 



WALBERBERG 19.9.i>7 ^ ^^^ 

FERN SPRECH EiÄÄBw^ «9»:«= iiertjea yd.^ 



POSTSCHECK-KONTO KÖLN 52449 



455 



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Lieber i'reundl 

Es wäre gut, weaa wir über den Vorfall jetzt münälich spre- 
chen könnten. Es wäre zu verhängnisvoll »wenn die Versuche 
der Begegnung an - dieser i^aivität .scheitern sollten. 
Verstehen Sie mich* recht: ich fühle mit, welche schwerste 
Beunruhigung dieses Vorgehen bei Ihnen hervorruft und her- 
vorrufen muß. Wenn es nicht um Ihre \in«laublich ansprechbare 
Tochter und um gerade diese durch eine furchtbare Vergangen- 
heit und belastete ^egenwart gewordene Situation handelte, 
könnte man über die ^eschichte lächeln, wie sieh dieser 
Araber in das jüdische Mädchen verliebt und nun eine unglaub- 
liche Mischung von Missionseifer, Naivität \ind Gerissenheit 
aufbringt. Aber verzeihen Sie bitte! Ihnen kann nicht zum 
Lächeln zu Mut* sein. Da ich morgen in Düsseldorf ein Nicht- 
chen zu taufen habe , werde ich gleich danach sehen, ob der 
P.Prior von D.dorf zu sprechen ist. Nur mit ihm und get^ebe- 
nenfalls mit P.Provinzia..,dem höheren Vorgesetzten, der aber 
erst nächste »Ä/ocne von Rom zurückkom it ,will ich darüber 
sprechen. Soviel ich weiß, ist P.Malik m Deutschland, um uie 
deutsche Sprache zu lernen, -^ch kenne ihn kaum. J?*alls P. 
Prior es für ratsam hält, werde ich versuchen, ihm die Situa- 
tion klar zu machen. Im übrigen k^na ich nicht beurteilen, 
ob es notwendig ist, daß P.L\ikas seinen zeitlich begrenzten 
Aufenthalt in Deutschland abbricht , oder ob esgenügt, seine 



Kontakte außerhalb des Klosters (ich glaube.sie sind gering) 
kliiK einzusctiäQken. Ich werde Ihnen jedenfalls bald über 
die Stellungnahme der Oberen oerichten.bzw.die Oberen ver- 
anlassen, Ihnen selbst zu schreiben. J 
Ich wäre Ihnen dankbar, wenn Sie mir doch noch konkret an- 
geben würden .welche Konsequenzen Sie für unbedingt erfor- 
derlich halten. 

Jrau Dr. von Müller schrieb mir vor einiger Zeit, daß Sie 
im finter in der "Brücke" «ek» sprechen werden. Pitt«. 
lassen Sie sich d avon durch das Ereignis nicht atbringenl! 
Haben Sie auch vielen A>ank,daß Sie die Zusendung der 
"Allgemeinen Äochenzeitun«" veraalaßt haben! K«nnen faie 
mir eine Adresse angeben, bei der ich mich bedakken kann/ 

Dann möchte ich Sie heute schon bitten, sich - *?^\^°ei^^J " 
Sonntag, 17. November für unsere i'homas-Akademie in Heidelberg 
freiz\xhalten. Näheres darüber demnächst. 
P.Angelicus lebt wieder sehr einsiedlerisch - aber unver- 
wüstlich -, P.#illehad aroeitet zZ in München an den Monu- 
menta Geriji.Hist.". 



Ihnen allen herzlichste Grüße 

Ihr 



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(Sie werden Ja bei diesen Grüßen Ihrer toch*er gegenüber 
nicht erwähnen, daß Sie mit mir über die "ache korrespondie- 
ren. Sonst könnten Fragen kommen, die Sie schwer in meinem 
Sinne beantworten könnten) 



Rabbiner Dr* Robert Raphael Gels 



iCarlsrulie,den 11.3.51 
Hermann Blllln^tr«2 
Tel.: 21174. 



Pater Dr. Paulus Maria Engellardt 
Dominikanerkloster S*. Albert 
Walberberg bei Bonn. 

Lieber Freund, 

loh komme heute in einer sehr ernsten Angelegenlieit 2U Ihnen. 
Kurz die Vorgeßchlchterbel einem Treffen einer katholischen 
Gruppe auf Burg Bilsteln hatte ich Im Verlauf einer Israel- 
Woche über ""JMT Staat Israel \uid das Volk der Propheten" Im 
August zu referieren. Meine Prau und die Kinder begleiteten 
mich. Dort trafen wir mit P.Lukas Malik,der Ihnen ja bekannt ist, 
aus6ö4iiaen.Kurz vor unserer Abreise waren wir in kleinstem Kreis 
In einem Kaffee susammen.P.Liikas ging mit den Kindern und kaufte 
llinen Süeslfi^elten.Kaum waren wir Im Auto allein, fing meine Tocii- 
ter bitterlich zu weinen an.Jael war weder zu beruld gen, noch war 
der Grund der Trauri^eit in Erfalirun^ zu bringen. Viel später er- 
zählte die iaeine meiner Frau, P.Lukas habe gesagt, er sei arm und 
«•rUber war sie also so traurig. Diese rUlxrende Ki4dergeschichte 
berichtete ich Prau Dr. von Müller, die wir auf Bilsteln 'auch ken- 
nen lernen durfte.Frau von Müller iJA^ Brücke) ist limen bekannt, 
von ihr erfuhr P.Liikaa das Nachspiel xmserer frohen Zusammenseins. 
Gestern nun war bei der Post ein Brief, der die Aufsciarift trugt 
••Fräiaeln Jael Geis c/o Herrn Hebert xind Frau Schoschannaii Geis.." 
Die ungtwöiinliche Anscj rift hielt ich für einen Scherz und gab 
meiner Tochter un£;eöffnet ••ihren* Brief .Als Jael gamlcht mehr zum 
Vorschein kam, ging loh ins Kinderzimmer und fand sie über dem bchrei* 
feen des Pater Lukas, das In Kopie beillegt. 

Ihnen mues ich nun nicht über die Schwere der Rückkelir nach Dtschld., 
nicht über die Aufgabe eines chrlstlicii- Jüdischen Verstehen*, die ich 
fünf Jahre in grosser Einsamkeit leiste, berichten. Auch über die Sor- 
ge um die Isolierten Kinder haben wir manches Mal sprechen kOnnen. 
Ich möchte hoffen dürfen, das^ es Il-inen möglich ist aus der Affäre 
zu einem Bsscliluss zu kommen, der P.Lukas gerade hier In Deut, cli- 
land als fehl am Platz bezeichnet und ihm die absolut notv/endigen 
Konsequenzen nahe legt. Ich möchte das sachlich erhoffen, well ich 
imxuer noch der keinung bl^ das gemeinsame Mflu^tyrium während der 
Hitlerzeit, so ungleichmässig ss auch 2SK2X der Zahl nach gewesen 
sein mag, sollte einen neuen Weg des Verstehens zwischen iiirche 



nf-'r — u 



imd Syne^ßQgß anbahxum.Ioh lause «8 persOnlloh erhoff en, «eon loh nioht 
in olJMB Alter 9 da die Ctaade eines noohaaligen Neu1>egLiui8 kaum erwar-» 
tet worden daarf^meine elgone Arbelt zerstören will« 
Wir haben über die Erwartung des Christen gegenüber dem Juden oft und 
eingehend miteinander getq^roohent lieber Freund.Als Judefioit der Leid» 
erfaf^rung Ton Jahrtausendenthabe loh ndoh in Geduld su üben und alle 
Milde d« ohrlstllohen &espräohspartner zu erwelsen^Im Palle des F. 
lAikas ist die Grenze aber weit»weit ttberscliritten^Mooh welSij niemand 
von der SaohOtaiBohte es zwischen uns bleiben kOimcoi^Aber loh kann nicht 
irwrsohweig^i, dass ich die Jüdische Öffentlichkeit in aller Breite Inp» 
foxmieren ]aüscte«wenn aus dem Torgehen des V.TJokam Malik keine, oder un>* 
genflgende Konsequenzen sBzogßn würden. Wie loh daß meine »muss loh Ihnen 
wieder nicht sagenfich würde ja laich am schwersten treffen* 



Angelicue 



In Freundschaft 

Ihr 



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Rabbiner Dr. Robert Rapliael Gels 



Karlsruhe , 16 • 9 • !$7 



Pater Lukas UallkyO^P. 
Dominlkaneriiloster St «Josef 
Sttsseldorf« 



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HoohwOrdiger Pater» 

der Briefunu3clilag an meine Toohter trägt die Bemerkung *^q/q 
Herrn H.und Frau Seh» Geis** «Hätten Sie wirklich die Absicht 
gehabt Ihren Bekehrungsversuoh bei meinen Kindern den Eltern 
2U imterbreitentdaiui ?fräre wolil Ihr Sclireiben mit eixxem Begleit- 
brief an mich ge^uigen« Woher Sie glauben das Hecht ableiten zu 
dtirf «a an der Überzeugungskraft meines jüdischen Bekeniitniases 
zu zweifeln» wei 8 ü ich ziicht.Sie liaben in Mistein meinen Vor^ 
trag gehtfrt imd ich möchte eigentlich meinen» dass mein Juden- 
tum dabei deutlichsten Ausdruck fand« Aber ich frage Sie gaz^ 
niclityweil ich Jede Beziehung zu Ihnen» auch die schriftliche» 
ablehnen ouss« Weiterhin habe ich Ihnen mitzuteilen» dass ich 
Ihren Bekehrungsversuch gegenüber den Kindern eines gläubigen 
Juden und Rabbiner nicht auf sich berulien lasaen werde« 
MOglich» dass Sie nun abreagieren und erklären! da sieht man die 
jüdische Strenge ohne die Gnade der Liebe« Vielleicht überlegen 
Sie sich aber einmal »was dazu gehört als Jude in ein Land zu^ 
rückzukehren» das von jüdischem Blut starrt« Was es heisot die 
Hand zur VersOhxxung auszustrecken» wenn matfiii seine nächsten 
Menschen in den Gasöfen des Ostens verloren hat .Ich habe fünf 
Jahre der christlicl>- jüdischen Verständigung gewiAnet»nur weil 
es «-wenn auch sehr spät- neben den jüdischen Märtyrern doch 
auch christliche Glaubenszeugen wälirend des 3«Reiches gab und 
ich glaubte hoffen zu dürfen» das n gemeinsames Leid einen neuen 
Weg des Verstehens und der get^enseiti gen Geduld bahne«Ob Sie 
mit Ilirom unerhörten Vorgehen diesen Versuch endgültig zum Schei« 
tem gebracht haben»wird die nächste Zukunft zeigen« 

Mit der Hochachtung» die Ihrem Stand gebührt 



\ 



Rabbiner Sr« Robert Raphael Geis« 



Li- 



\ 



Dominikanerkloster 

DÜSSELDORF • HERZOGSTR. 17 
Telefon: 1 71 29 • PosUcheck: Köln 32825 



Sankt Josef Kloster. 

DÜSSELDORF, den b. September 1*:^57: 

Geburtstag .Marias. 



Fräulein Jael Geis, 

Karlsruhe 
Hermann-Billing-Str. 2 



Liebe Jael, 



Der Friede meines Herrn Jesus sei und bleibe bei Dir. 

Diesen Brief erlaube ich mir. Dir zu schi^eiben und zu sclriicken. Hoffentlich haben Vatin-J. 
Mutti Keine iiiinwendungen aagegen. ich sage aies, weil ich nicht nur als üiensch uir sehr 
gerne sciireibe, sondern vor allaii als Christ, als Katholik - am meisten als Priester, 
näj!Ü.ich als Diener meines Hen'n Jesus Christus und Seiner Braut, der Kircne, und v/eil 
Du eine Jüdin bist. Und gerade aus diesem Grund können Vati und ]l,!iutti irgendeine Einwen- 
Qung habun. Ich verstehe ihre - nein, unsere ganze Lage. Aber trotz der Schivierigkeit 
dieser unserer Lage, glaube ich, ist es fUr uns beide möglich zu korrespondieren, genau 
als Christen, als Kotholiken, als Priester und als Jüdin. Doch weiss ich ■^'«Dhl, es ist 
nicht, ganz und gar nicht leicht. Vati, der ein Theologe ist, wird dies noch besser 
versteaen als Du. Doch muss ich Dir schreiben, weil ich Dich und Gabi gern habe. Mutti, 
die nämlich eine -^rau und .viutter ist, wird dies noch besser verstehen als Du und Gabi- 

Warum habe ich Dich und Gabi gern? Gerade weil Ihr beiden Juden seid, und ich Christ 
und Priester bin. Denn ich nag Kuch gern, nicht vor allem aus natürlichen Gründen. Ich 
meine, nicht weil Ihr etwa schön, stark, ajTigenehii, reich seid und weil ich an solchen 
Sachen irgendein Vergnügen fände. Es ist nicht so. Auch nicht, weil ich iüuch brauchen 
würae. Doch mag ich Dich \ind Gabi mit Vati und Mutti gerne, sehr gerne, nur mein Herr 
Jesus weiss, wie seiir, sehr gerne - und zwar weil Ihr Juden seid. 

Darf ich, liebe Jael, Dir etwas geben? Dies: 

Ich sage die Wahrheit in Christus, ich lüge nicht, mein Gewissen bezeugt 
es mir im Heiligen Gel st t Ich liabe grosse l'rauer und unaufhorli che s Leid 
in meinem Herzen. Ich wollte näiiaich, ich könnte selber ein Verbannter sein 
fern von Christus, zu Gunsten meiner Brüder, meiner Verwandten dem Fleische 
nach. Sie sind ja Israeliten, sie besitzen oie Kindschat't, die Herrlichkeit 
die Bündnisse, oie Gesetzgebung, den Gottensdienst und die Verheissungen; 



sie haben die Väter, und aus ihnen staj^uat dem i^'leische nach Christus, Her 
über allem steht als Gott, hochgelobt in alle Ewigkeit. Amen. Rom ':;,l-5* 

Verstehst Du jetzt, warum ich Euch liebe? Weil der Herr Gott Euch zuerst geliebt hat. 
Weil ich selbst Seine Liebe angenoimnen habe. Dank Euch. Ich gehörte den Heiden an, nicht 
dem Volke Gottes, das heisst Deinem Volke. Ich war ein Ydldes Blatt an einem wilden 
Zweig des Wildölbaumes, und ich wurde auf Dein Volk eingepfropft, dass der Edelölbaum war 
\md in einem gewissen Sinne noch ist. Wie kann ich Euch dann nicht lieben, wie sollte 
ich Euch nicht lieben müssen, wie kann ich ^uch dann nicht dankbar sein? Wie sollte ich 
nicht auch wünschen, dass Du auch und Gabi und Vati und Mutti mit mir eins seien?! 

Ich weiss, hier liegt die Schwierigkeit. In diesem meinem Wunsch. In diesem Ausdrücken 
meines Wunsches und in seinem Schreiben, itoch meine Liebe für Dich würde nicht echt sein, 
wäre sie ohne diesen meinen Wunsch und doch für diese doppelte Walirheit : Wegen des Volkes 
Gottes, Israels, und in Hoffnung auf die Kirche liebe ich Dich. Das ist die einzige wahre 
und wahrhai^tige Liebe. Und aus dieser Liebe liebe ich Euch alle, meine rjrüder und Schwes- 
tern in Israel. Ich bin Libanese, also Araber; doch bin ich Gott sei Dank Christ, Katho- 
lik, Priester. 

Icrihätte sehr wahrscheinlich nicht geschrieben, hätte ich nicht von Deinen 'j?ränen gehört. 
Du Viast nämlich geweint, weil ich ein armer Mönch bin, weil ich am bin. Gesegnete | 



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Tränenl ich kenne jemand, der auch in Deinem Alter solche Tränen hatte. Selige TrSnen, 
weil sie Tränen des xAitleids sind. Nicht Iränen der Kinderei, der Schwäche, der ühniriach 
des Verdrusses, der Geistesschwäche - donüern des iuitleids. Nur der Gott übrahajos, nur 
Jesus, Der Tränen des Latleids auch vergossen hat, kann solche Tränen aus der Brust 
eines ivindes entspringen lassen. *^egen ihnen schreibe ich uir, um Liir zu sagen, ich 
liebe Dich, nicht" auf irgendeine //eise, sondern nach Gottes ».Veise. Ich bin sicher, aass 
das Herz, das geweint hiat, diesen Brief tief verstehen wird. Du wirst gewiss viele, 
viele Briefe noch im Leben kriegen, sogaf aus Liebe. Aber vielleicht nicht wie diesen, 
wenigstens nicht ausgedrückt wie diesen. Schade, dass die vYclt nicht ein bisschen mehr 
diese Liebe kennt, die mein.es Herrn Jesus ist, die Deines ^ottes Jahweh ist - denn mein 
Jesus Christus ist Dein Jahweh und Dein Jahweh ist iviensch ge-vvorden und heisst Jesus von 
Nazareth-; schade, dass die Welt, wenn sie diese Liebe kennt, doch nicht mehr Y/agt, 
davon etwas zu sagen; schade, dass. wenn aie Melt von ihr etwas sagen vall, sie es nicht 
mehr auf direci-cte Weise sagt... 

Ich möchte iJir hier doch etwas sagen Über meine "Armut", liebe Jael. Ich hm ein Pries- 
ter, wie Du weisst. Ich bin auch ein ürdensmann, wenn Du willst, eine Art von ..bnch. 
Ich habe also drei Gelübde gemacht. Das der i\euscl:ihd.t, das heisst nicht zu heiraten; 
das der Armut, das heisst nichts zu besitzen; das des Gehorsams, aas heisst meinen 
Oberen zu gehorcfien. Icii hatte mir erlaubt, ^ich und Gabi einzuladen, um etwas Gusses 
zu kaufen. Und ich habe i^uch damals lächelna gesagt: "Bitte, denkt daran, dass ich ein 
armer MÖnch bin!" Ich wollte daiait nur sagen, dassjich iLLciit viel Geld für i^uch ausgeben 
konnte, obwohl ich meinem Wunsche nach, ^uch alles Geld der m\t geben mochte. Aber, 
liebe Jael, das Geld ist nicht ^vichtig; es ist sogar gefähiiich! x-xeme materielle Armut 
ist in Waiirheit die Kehrseite eines geistigen Reichtums. Icn gebe selir gerne alles hin: 
Ehe und Besitz und l?'reiheit, um Jesus als Bräutigam irieiner Seele zu haben, bo, in einem 
anderen %2feren öinne, weine nicht, liebe Jael, über meine materielle ürmutl Im Gegen- 
teil, sei froh, weil sie freimllig ist, um Jesus, Gott (Deinen und meinen) besser zu 
haben una mit ihm alles, alles übrige. 

Ich weiss nicht, ob Du diesen Brief annehmen wirst. Denn ich schicke ihn Dir c/o Vati 
und x,xutti. biehst Du, ich kann Dir nicht einen solchen Brief unmitti-lbar schicken. Du 
bist noch zu jung. Und der Inhalt dxeses Briefes ist zu ernst. Es wäre unfair meiner- 
seits, würde ich nicht Vati und kutti zuerst ^jm itat fragen. Übrigens, was ich Dir 
schreioe, gilt auch für Gabi, Vati und '.lutti - obwohl sie nicht r:eweint nabenl 

Doch angenoimiien, dass Öu diesen Brief beko-.jnst, und vor allem die Liebe darin annimmst, 
dass kann wohl heissen, dass Gabi, Vati \md ..:utti audi dasselbe getan haben. Ist es 
möglich? Achl ^Vas für eine f^eudel Aber Vorsicht für ^uch alle! Diese Liebe, die 
Gottes ist, des Gottes Ab2;*iairLS, des Vaters Jesu Ghristi, Jesus Ghrrlstus selbst, diese 
Liebe, oie Jesus der ^chn mit dem Vater ist, und die Heiliger Geist heisst - Vorsicht, 
liebe Jael, und lieber Gabi und lieber itooert \md liebe Schoschannah - sie ist stäi'ker 
als der Tod... Also ich habe ^udi gewarnt! 

Noch ein Punkt. Ich imbe üich nach Deinem Naüien gefragt: "Wer ist Jael?" Und Du hast 
geantwortet: "Sie ist eine böse Frau." Aber nein, liebe Jael, das ist nicht wahr. Ich 
habe Deinetwegen una wegen Deiner Antvfort wieaer Jaels Geschichte gelesen. Jael ist 
keine "böse" Frau. Im Gegenteil, Jael ist eine Heldin, eine Heldin Israels, Deines und 
Gottes Volkes. Hast Du nicht verstanden? 



Die Israeli ten aber taten wiederum, was dem Herrn lid-ssfiel. Es w ar nach 
Ehuds" Tode. Da verkaul'te sie aer herr in die iiewait Jaoins, aes 
von Kariaan, der in ühazor herrsc hte. Se^-n Feldlierr h iess 
wohnte iiri Ci:iarosche t der Heiden, 
jener verfügte über 



Sisera; 



"Königs 
er 



/- 



Du" 



Die Israeliten s chrffiiEn zum Herrn, denn 
eiserne Streitwagen unT13edr'ängte sie 20 Jahre 



lang hai^t. Debora, eine prophteti seh begabte Frau, das Weib des L appidot, 
riclitete zu jener l^eit Israel. Sie hielt ihre Sitzun^^en unter der Debora- 
palme zwischen liaaia und Betel auf don Gebirge Ephraim. Die Israeliten 
kamen zu ihr neraul', um ihre Entscheidung einzuholen. Sie schickte hin 



'ge 



und Hess Barak, den Sohn Abinoams, aus Ke desch in iNJap htali holen, bie 
sprach zu ihm: "FVirwahr, aer Gott Israel s"l)BfiehIt dir; Ziehe zum Berg 
Tabor mit 10 000 kann von den Naphtaiiten und Sebulunit^n! i^ann ifLll ich 
zu dir an den Kischonbach den Sisera, den Felaherrn Jabins, und seine 



Strcittn achi hereinlocken und ihn in deine Gewalt geben!- Barak spracTTzu 
ihr: "Gehst du mit mir, dann vdll ich auch gehen, genst du aber nicnt mit 
so gehe ich nicht!" oie erwiderte; "Gevj-Jjss ;^11 ^ch niit dir ge HeV^nT jedoc 
wird' ler Ruluueot:! tt-J . be. dem l'nternehmen , das du _ vorhast, nicht dir zu- 
fallen. 



sonaern m 



ITes Weibes Gewalt wird der "TTerr den Sisera ve rkau- 
fen!" Debora erhob sich una pilgerte mit Barak nach Kedesch. Barak bot 



- 3 - 

Sebulun undK^Ap htali nach Kedesch aul\ Ihm leisteten 10 QUO maim G^f olg- 
"schaft. Auch ueb ora aogluit ihm. Der KonTter Gheb er hatte s:^h von Kajin 
eineJn der S^hn e Chobabs. do-m Sck-äege rv fater''a ^ri ..oses, jjelFelSrtllnd^^ 
legte sein Zelt 2ur ii^Td ie bei Zaa najliii in der 'Nähe vo n Kedesch, kan inelae 
T e dem ^isera, dass B arak, der john Abinoaias, aid.- den berg Tabor hinauf g 



gezogen sei, ija "en tbot öisera all seine ötreity^agen - ->0ü btrei^vagen a 
n??g Ivlc^pn, lind .nllns kriegsvoik. das bei ihm war> iTom üharosc het der tt 
Heiden bis an d en Kischonbach. Ja sprach uebora zu barak; "Aul! De nn 
heute ist der Tag, a n deia aer Herr o..sera in deine Gg^^t gibtl .b'Urvyahr , 
der Korr 2äeht vor d iFir^-mDa zog Bai'ak vom berge Tabor hinunter, Ififafig 
l(j üO O kann in se'iner (jefoigscliaft. Der Herr aber brachte öisera, sein 
ganzes "m genau!' gebot una sein ganzes Heerlager vor Barak in Wirrwar r. 
5' isera stieg vom Streitwagen herunter und entmch 2U Fuss. Barak aber 
Fetzte hinter den Wagen und dem Heereslager drein bis zum üharoschet 
der Heiden. Da s ganze Heer >:>iseras fiel unter d es Schwertes bchari'e; 
niemand b lieb übrig . Sisera kam fliehend zu i^uss zum Zelte der Jaei, der 
Frau des Ken iters Cheber; denn ZYäscl^n Jaü--n, dem König von^nazor, 
und der V amilie des Keniters üheber herrschte Eintracht. Jael kamneraus 



ging Sisera entgegen und sprach zu ihm; "Kehr doch ein, Herr, l^hr dochy 
ei n zu mirT"I)er"oTme Vurchtr Er kehrte zu ihr ein J^ns Zelt und sie deck- 
te ihn mit dem Vorhang zu. Da sprach er zu ihr; "Gib mir doch etwas Vias:s 



sser zu t rinken, denn mich dürstet!'' Sie -öiTnete den ^äilcTischlauch, gab 
ihia zu trinken und bedeckte ihn. \\'eiter sagte -^ zu ihr; "bleibe am Ein- 
o-anfT .jpo Zeltes stehen! «venn ieömand kommt und dich fragt: 'ist hier^ 



gang d es Zeltes stehen! ^venn je;!lmand kommt und dich fragt; 'ist hier 
.i'emand?', Jann antworte; 'i^iein!^" Da nalim Jael, das Weib Ohebers, g^^gn 
Z'elt pflock, ergrii'i' einen Haiamer, trat leise an ihn heran und durcnsch- 
lug' mit de^n Pflock seine Schläi'e bis in die ^Xrde. 'ihr war vor iurschopfung 
ei ngeschlummert. 5o starb er denn, barak erschien, der Sisera ge rade 
verfolgte. Jael ging herau s, ihiu entgegen, -and sprach zu ihm; ^Komm, icl: 
zeigF'lBj' 'den xuänn," "du 'du such st!'^ J ener tr at zu ^hr eui, Sis era lag Kr 
gestreckt, den Zeltpflock noch in s einer bc]iL^'e."'3o'"'a^mü tigte üott an 
b £__ ,. : . n.-.— ■ — - - ^aust der 



jenem Tage den König Jabm von Kanaan vor don Israeliten. Die Fau 
Israeliten lastete inmier schwerer auf dem König Jab^n von Kanaan , bis 
Fie ihn völlig vernichtet hatten. iJebora und Barak, der bohn Abinoams, 
"stimmten dazuiiial an: "Frei wallte das Kopfhaar in Israel, der Lehnsm ann 
sollte sich willig zum Kampf, preist darum de n Herrn! Ihr Könige, nore] 
me rket auf, ihr Fürsten; d^ Herrn will ich siligen, spielen m 11 ich den 
Israels dott! ü Herr, du zogest aus von beir, von ;|^doms GefiTde sc hrit- 
test du her, die Lrde erbebte, es gössen die HiriUiiel, die Wolken regneter 
'.Vasser! Die Berge wankten vor deinem Antlitz, Israels Lfott !... 
Unter den Weibern sei Jael gepriesen, das Weib des Kenj-pcrs ^heber, 
unter den '.Veibern im Zelte gesegnet! Um Wasser bat er, l^ilch spendete si( 
in prachtvoller Schale reichte sie itahm. Ihre Hand greit't nach dem Zel^ 
pflock, ihre itechte nach dem Ham;:ier, schlä g t Sisera, schinaet sein 
Ha upt, durchbohrt seine Schlafe. Zu ihren Füssen gekrümmt, gefallen , 
Tjegt er da, zusairüi.engebrochen; Hi", wo er hinsinkt, liegt er misshandel . 
TT; ^er iimner dir feind ist, .iöge vergehen, He rrl^ Do ch die dich lieb- 
haben, seien wie »Sonnenaufgang in sein-:r Kraft. " Richter 4 cc 5. 

Hast Du gehört, Jael? Hast Du richtig verstanden, ja, Jael? 

Unter den Weibern sei Jael gepriesen , 

d as Weib des Keniten üheber 7 

unter den Yrfeibern im Zelte gesegnet ! 

Das Wort Gottes lobt Jael und segnet sie. Also kann sie keine "böse" i'rau sein. Im 
Gegenteil ist Jael eine Hclain Israels, Deines und dottes Volkes. '-lott selbst hat die 
Jael auserwä.lt aus allen anaeren Frauen und auch aus allen anderen ...ännern Israels, w 
um die Feinae i^eines und ^ottes Volkes za s chlagen. 

Doch, liebe Jael, Du hast doch etwas Äecht! Wai-um hast uu diese Idee gehabt, nämlich 
ciass Jael eine "böse" Frau ist? Weil Du JJir in Deiner Unsdiuld nicht vorstellen kanns 
dass eine Frau, die einen mann tötet, und zY/ar mit Zeltpflock und Hammer, dass eine 
solche Frau "gut" sein soll. Aber das stiimut nicht. £iine i'rau, die ihr Volk vertei- 
digt, führt ihre Pflicht aus. uas ist besonders so, wenn es sich um Lottes Volk 
handelt unü um eine i?rau, die Gott selbst anstiftet, Sein Volk zu verteidigen, sogar 
mit Zeltpflock und Hammer! Und das war genau der Fall mj t der Jael! 



- 4 - 

Und doch hast üu «echt. Du liebe, junge Jael, üu hast geheimnisvollor weise recht. 
Schliesslich koumit Deine Reaktion daher, dass Du inzwischen ein anderes Ideal von^ der 
vollka.imenen i:'rau gehabt hast. Denn inzwischen erschien eine andere /rau m der be- 
schichte, in aar Geschichte Deines und üottes Volkes, Israel, uiese andere Frau war 
endlos vollkonunener als die Jael. Tatsädnlich war Jael nichts als nur d^ eui Vorbild 
und eine Vorlauf erin dieser anderen Frau. Diese andere Frau hat noch einen grosseren 
Sieg als den der Jael gewonnen. Tatsäcidich war cdeser Sieg der anderen Frau der _ 
prösste ^ieg. Denn der wirkliche Feind Gottes und des '/ollss Gottes ist nainlxch kein 
Mensch, sondern aer Teufel selbst. Und die .-iaiTen, die mn gegen den Teufel braucht, 
sind keine .uateri eL 1 en - kein Zeltpflock und kein Hajnmer - sondern geistige Waffen, 
das heisst Glaube, Hoffnung und Liebe. Und oiese andere Frau, die auch ein ..lädchen 
Israels ist, ein uädchen also ueines und Gottes Volkes, hat wie niemand m der Geschich- 
te ilu^es und Deines Volkes diese geistigen Waffen gegen den Teufel benutzt, und sie 
hat den Sieg fUr Gott gewonnen. Ich weiss nicht, liebe Jael, ob lAi dieses iviädchen^ 
scrx)n kennst. Ich kenne sie. Sie ist auch nicht Schoschannah. Ich bin bereit. Dir 
die vmnderbare Geschichte dieses x/iädchens zu erzählen, aas aus Deinem und Öottes Volke 
hervorging. Aber um dies tun zu können, brauche ich die frlauoms von Vati una ..utti. 
Vielleicht ist auch Gabi interessiert an cdeser Geschichte. Ich y;Urde bereit sein, 
nach Karlsruhe zu fahren, um Jir und Gabi diese Geschichte zu erzählen. 

Jedenfalls ist es diese neue Ideal dieser anderen Jbrau, glaube ich, das unbewusst in 
Deiner Seele gespielt hat. FUr Liich i etzt - fUr alle nunmehr - ist die gute Frau nach 
dem Voroild dieser anderen Frau gerwuraen, eher als nach dem aer Jael. Deswegen v^ar 
also Deine Reaktion so brutal: "Jael ist eine böse i-rau". Liebe Jael: Du imst aoch 
recht l 

Oh, la, la, lal Was für ein langer Brief an die junge Jael! Ich bedauere es nicht. 
Im Gegenteil, meinem Keri'n (und dieser anderen Da..ie, von der ich gesprochen habe, ohne 
dass ich sie nenne), some Dir, liebe Jael, vmd Deinen Tr&ien - hin ich sebx dankbar, 
j'ür ai'jsen langen Brief. 

Ich bete zu meinem Herrn (und der Dame): Dass sie beide es so arrangieren, dass Du, 
liebe Jael, diesen Brief kriegst und er Dir gefallen wird. 

Deiner ariiier Bruder, der "tot v/ar 
und wieder lebendig wurae, 
der verloren vrar und 
wieder gefunden war de". 
Deinem Volk, Israel, Dank. 



/^- 



[lüuka4. 



fr. Lukas, itanzl^ H. iuSlik,Ü.P. 



Den 1^4. September 1^:>7: 
Fest der Kreuz er höhung. 



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Gerd v. Mallinckrodt 



( 535 ) Broich bei Euskirchen 
den 10.5-70 



Offener Brief an Herrn Heinrich Böll 



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Lieber Herr Böll l 

Als ich den Text Ihrer Rede zur Eröffnung der Woche der Brüder« 
lichkeit gele: en hatte ^ kamen mir einige Gedanken, die ich IhnÄ 
nicht vorenthalten kann und will, zumal ich einen der Veran« 
stalter persönlich hoch schätze« Ich überlegte mir : Warum hat 
Böll diesen Leg gewählt, um sich in Zukunft von Veranstaltungen 
solchen Rahmens fernzuhalten ? V/arum ist er hingegangen und hat 
den Veranstaltern zu ihrer " Plage " noch den Affront hinzuge« 
fügt , einen völlig unnötigen Affront, statt dies in einem 
privaten Brief zu tun ? VJarum wählte er die Flucht in die Offen 
lichkeit , die ich ihm als etabliertem Schriftsteller nicht so 
recht fabnehmen kann? 

Bo viel zu der von Ihnen gewählten Form» 

Aber auch zur Sache selbst möchte ich einiges sagen« über den 
Rahmen solcher Veranstaltungen lässt sich in der Tat ebenso 
streiten wie über die Veranstaltungen zu Kaisers Geburtstag se= 
ligen Angedenkens , die ich noch erlebt habe* Nur der Anlass 
i*t - weiss Gott - ein anderer« Ich glaube aber , dass mahnende 
\-orte, selbst und gerade wenn Prominente sie sprechen - wir 
sind alle nur Menschen -.durchaus ihren Sinn haben können« Das 
hat nicht das Mindeste fissh der Forderung nach tätiger Hilfe zu 
tun , die Sie fordern uöd die vonnöten ist» 

V/o meine Kritik an Ihren Vierten jedoch einsetzt , ist ein ganz 
anderes Feld. Man kann darüber verschiedener Ansicht sein, ob 
der schreckliche Anlass zu dieser Veranstaltung der geeignete 
Wcir , um , v;ie es der Beifall bewies , aaf sehr eindrucksvolle 
V/eise politische gYniKmi und spziale Thesen vorzutragen« Das ist 
Ihr gutes Recht, sowie es meines ist hier sehr skeptisch zu sein» 
Sie sprechen von Gruppen , die im Schatten unsere:. Wohlstands« 
Staates leben, sie sprechen von der Bundeswehr und Polizei« Sie 
sprechen von einer neuen , sich andeutenden Brüderlichkeit *'ohne 
Rahmen " « Ich bin skeptisch f denn hinter dieser sich andeuten^ 
den Brüderlichkeit sehe ich eine riesige Gefahr am Horizont auf« 
tauchen , die Gefahr der anarchischen Gewalt« 
Wie kommt es , dass Sie , ein Mann , der über so vieles nach?» 
sinnt , sich der Erkenntnis zu verschliessen scheinen, dass es 
in der menschlichen Gesellschaft einen ebenco scheusslichen wie 
unabdingbar notwendigen Faktor gibt , den der Ordnung nämlich ? 
Erkennen Sie und mit Ihnen so viele andere , vom " Schmutzfinken*^ 
bis zum Hinister nicht , dass die..e schreckliche und jedem indi« 
viduellen Denken Hohn sprechende Ordnung sein m u s s , damit 
die Men> chheit-HÄtK gestellten , kaum lösbaren Probleme Herr 

werden kann ? ^. n 

Es sind die Ordnungsmächte ^ die Sie anprangert, wenn Sie dem 
Polizeiteeamt en , dem zum Knüppeln der Mut fehlt, eine Prämie 
versprechen ? Diese Ordnungsmächte aber und die Prinzipien i^^ 
die ihnen zugrunde liegen , sind die conditio sine qua non, äkäö 
damit Millionen in Frieden ihrer Arbeit nachgehen können« Glauben 
Sie wirklich , dass ein Staat ohne Machtbefugnisse existieren 
kann und dass sich die Tätigkeit der Polizei in der Ahndung 
von Parkverboten erschöpfen sollte ? IJissen Sie nicht ^ dass 
der Mencch nicht gut von Natur ist , sondern in der ewxgen 
Polarität zwischen Gut und Böse lebt ? 

VJarum hat die östliche Welt jene klassenlose Gesellschaft zum 
Hohn " gemacht, warum sind die Ideale einer Rosa Luxemburg mit 
Füssen getreten worden , lange bevor man an ihr das scheussliche 
Verbrechen beging ? V/eil Märtyrer in der UdSSR ebenso wie 



1 



^ die riartyrerln Rosa Luxemburg alß lupenreine ledali« 

cten' selbst die Ordnung xalt Füssen zu treten ßuchteni IdeallGteni 
denen wir su verdanken haben , dass die Ordnung nach und nach 
eine bessere • aoncchenwürdig^^PQ wird f die aber dennoch hüben 
v;ie drüben Ordnung bleibt und bleiben xnuss# Lb ist dar G o i a t . 
der die b'elt verändert , nicht die Gewalt • 

Kein Ordnunßsfetügc ist ideal ^ weil nichts auf der Erde ideal 
ist« \.äre Ordnung gleich Brüderlichkeit » müssten wir in der 
Tat Jeden Gesetzesubcrtreter « der nicht aus niedriger G sjnnung 
handelt « \ior Strafe schützen » v;as zur Folge hätte , dass ImVftJ 
öffentlichen Bereich zumindest «€ keine Sicherheit mehr gäbe» 
Wenn die Polizei eine Menge t um ihrer Herr zu \*erden « 
" in die Fresse schlügt " i so ist das ein entsetzlicher Borgang. 
Aber täte sie es nicht ^ so endete oder könnte alles in einem 
Kampf uller gegen alle enden^ kurz gesagt im Chaos und der 
Anarchie t die niemals et\>'as anderes gewesen ist als die Vorläufe« 
rin für Schlimmeres • i;o aicht aehr geknüppelt wird » ^'^^ se» 
schössen« 

Wehe aber der Ordnung » die sich nicht mehr als selbstvcrstond^ 
lieh begreift ^ sondern durch den Wunsch allzu vieler fanati= 
siert wird« ie brachte Hitler zur Macht« / 

Sollten gerade Ihnen dioise Gedankengänge so fem liegen t Icn 
kann es nicht glauben« 

nicht Ihr und mein überwältigendes Schuldgefühl lähmt unsere 
politische Aufmerksamkeit « sondern im Gegenteil unsere Auf« 
merksamkeit sollte hellwach sein und dies -in diesen 
Zusammcnhang-nicht aus einen Schuldkonplex heraus, sondern aus 
Angst t aus der Angst des bis zur Unkenntlichkeit verbrannten 
Kindes« 

Zum : chluss ein Wort zur Eintragung Che Guevaras in sein Tag^o» 
buch : Ich glaube , viele Ihrer und meiner Generation haben 
ähnliches erlebt« Ich kann und will nicht abstreiten , dass 
ihn in dem Augenblick . als er die beiden Soldaten verschonte, 
ein Gefühl der Brüderlichkeit beherrschmt hat« 
Aber t frage ich , v;ie oft hat ec ihn nicht beherrscht ? 



I 

Sehr verehrter Herr Dr. Geis 1 -^ 

Ich bin mir keinesv/egs sicher , ob mein offener Brief - ich 
zweifle an seinem Abdruck , da ich nicht prominent genug bin - 
Ihnen im Grundsätzlichen zusagen vird« Aber ich konnte einach 
nicht anders als ihn schreiben, weil ich täglich mehr und mehr 
zu sehen glaube , dass ein irrgel^iteter Idealismus uns' in eine 
Situetion"^treibt , die nic.mand von uns wünschen kann. 



Mit m-.inen besten persönlichen V/ünschen 
Ihr 




Gerd v. Mallinckrodt 



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V 1. 



( 555 ) Broich bei Euskirchen 
den 7.Ö.68 



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S^t^ f\OC rJ^ 



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Herrn 

Rabbiner Dr. R. G e i s 

Düsseldorf 

Pischerstrasse 55 




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^(mAv^ 



Sehr geehrter Herr Dr. Geis 1 

Nun komme ich mit meiner seiner Zeit verabredeten Anfrage* 
Das heisst: Ich hoffe , dass Sie inzwischen Ihren Infarkt 
überwunden haben und sich Ihre Hoffnung erfüllt hat wieder 
arbeitsfähig zu sein. Das ist zunächst einmal die Haupt« 
Sache. Sollten Sie darüber hinaus in der Lage und gewillt 
sein , in unserem Kreise ein Referat über welches Thema 
auch immer zu halten ^, P.Paulus hatte seiner Zeit an einen 
Vortrag über " JüdÄische Festtage " gedacht ) , wäre ich 
sehr erfreut. Ich habe noch mit keiner der in Frage kommen« 
den Hausfrauen Fühlung aufgenommen , sondern wollte zu« 
nächst bei Ihnen anfragen. Sollte es dazu kommen , wäre 
wahrscheinlich Burg Heimerzheim unweit Walberberg der 
richtige Ort. Zeitpunkt jeder Ihnen passende , jedoch am 
besten ein Samstag abend - was , wie ich glaube , wegen des 
Sabbat möglich ist (?) - oder auch ein Sonntag zur Not, ob» 
wohl da manche jungen Leute vielleicht kneifen, im Laufe des 
Oktober. Meistens haben wir als Zeit 18,50 genommen. Es kann 
auch später sein. Für die Jö'ahrt müsste man allerdings etwa 
eineinhalb Stunden einsetzen. 

Ich wäre Ihnen sehr dankbar , wenn Sie mir kurz Nachricht 
gäben, ob Ihnen grundsätzlich meine Vorschläge passen. 
Wie ich Ihnen schrieb , habe ich mich aus sehr persönlichen 
Gründen viel mit der unbewältigten Vergangenheit befasst 
und zufällig fiel mir in den Ferien die i/TI von V.Klemperer 
in die Hände. Es ist für meinen Begriff eines der besten 
Bücher, was mir hier vor die Augen gekommen ist. Vielleicht 
sind Sie anderer Ansicht, aber das menschliche Format die= 
ses Buches hat mich ebenso berührt wie der schlechthin 
grossartige Gedanke, diese Thematik von der Linguistik her 






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anzugehen. Aber das nur nebenbei« 

• ' Mit meinen besten Grüssen 

Ihr sehr ergebener 








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Allen, die meiner zu meinem 65. Geburtstage so freundlich und 
liebevoll gedachten, danke ich bewegten Herzens ! 
Es ist wahr: mit 65 nehmen die Kräfte ab, - Erfolg, Geltung, 
Ruhm, die Triebfedern der Jugend, fallen ab. Doch die Einsicht 
ist gewachsen, sei es auch nur die in die eigene Schwäche, 
und daß man höheren Mächten als dem eigenen Willen anheim 
gegeben ist. Dafür entdeckt die leidenschaftslosere Freude am 
tausendfach geschliffenen Diamanten »Welt« immer neue 
funkelnde Facetten. Das ist Lohn genug. 

Gerhard Marcks 



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KARL MARX HEkAUSCEBER DER ALLGEMEINEN WOCHENZEITUNG DER JUDEN IN DEUTSCHLAND 



Herrn ■ 

Dr. Robert Rafael Geis 

Landesrabbiner von Baden 

Karlsruhe i> Baden 
Hermann Billing Strasse 2 



DÜSSELDORF-BENRAT H 



, den 5.11 .53 

HILDEN ER STR. 35a ■ TELEFON 7 1 1 9Q4 j 7 1 25 9 4 



Streng vertraulich! 



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Lieber Dr. Geis, 

hier die Mitteilung über den »Staatssekretär im Bundeskanzleramt 
Dr. Globke. ■ .. 

1 . Globke ist Verfasser des ersten Kommentars zur Nürnberger Ge- 
setzgebung und wurde dieserhalb bis zum Jahre 1951 von mir wie- 
derholt angegriffen. Es fand dann auf Wunsch des Bundeskanzlers 
zwischen Dr. Globke und mir eine Unterhaltung statt, die so weit 
es erforderlich war, Aufklärung zu dieser Belastung Globkes brach- 
te.: • ' 

a) durch Vorlage einer Vielzahl von Briefen von Juden und rassisch 
Verfolgten war eindeutig ersichtlich, daß Globke während der 
Nazizeit vielen Hunderten dieser Leute geholfen hat. 

b) durch persönliche Rücksprache mit überlebenden rassisch Verfolg- 
ten wurde mir dasselbe aus eigener Kenntnis bestätigten. 

c) Die Gegenüberstellung des Kommentars von Dr. Globke mit den übri- 
gen Kommentaren zur Nürnberger Gesetzgebung ergaben eindeutig, 
daß der Globke 'sehe Kommentar der günstigste war und daß durch 
ihn vor allen Dingen die Gruppe der Achtel-, Viertel-, und Halb- 
juden besonders gescliützt wurde. Da dieser Kommentar von gutwil- 
ligen Gerichten immer zu Entscheidungen herangezogen wurde, kann 
als wahr unterstellt werden, daß diese Gruppen «er Verfolgten 
tatsächlich durch ihn geschützt wurden. 

d) Dr. Robert Kempner, der als stellvertretender Generalankläger 
in Nürnberg die Angelegenheit Globke 1945/46 geprüft hatte, 
bestätigte alle diese Dinge noch im einzelnen . 

2. Es hat sich tatsächlich bestätigt, daß Globke, der ein streng- 
gläubiger Katholik ist, zu den Leuten des 2o. Juli 1944 gehörte. 

3. Globke hat vom Beginn seiner Tätigkeit im Bundeskanzleramt an 
tatsächlich der Sache der Verständigung und der Wiedergutmachung 
im erheblichen Maße gedient. Er gehört auch zu den Initiatoren der 
feierlichen Bundestagssitzung. 

4. Globke gehörte nie der NSPAP an. Aus all diesen Gründen können 
nach meiner Meinung - das ist Ibrigens auch der Standpunkt, der draus- 
sen vertreten wird - ß^gen Herrn Globke keine Vorwürfe mehr erhoben 
werden. 

Ich hoffe Ihnen mit diesen Angaben gedient zu^ haben und sende Ihnen 
herzliche Grüsse von Haus zu Haus 



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PRIVATADRESSE: DÜSSELDORF, GRIMM STRASSE 18 ^f T E L E F O N 6 44 03 




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Klrh. ,7.11.53. 



liielDer Herr Hommerslci rohen, 

ich hatte den KerausgelDer der Allgem.Wochenzeitung am 1.11. um eine 

Mitteilung ge"b(xen,worauf ZUK das Schweigen seiner Ztg. im Falle Gl. 



zurückzuführen sei, nachdem Herr Marx noch im Jahre 1951 Herrn Ol. 
aufs schärfste in seiner 2tg. angegriffen hatte. Hier die Antwort, die 
mich heute erreicht. Ich glauhe diesen Brief ^hnen nicht vorenthalten 
zu dürfen. Ob der Sachverhalt stimmt, weiss ich noch immer nicht .Ilach 
meinen-unzeitgemässen Anschauungen-hätte das jüdische Blatt dann im 
Jahre 1951 eine Berichtigung bringen müssen. 

Darf ich Sie bitten den Brief an ^rau ^r.^ckner namh JB^reiburg weiter ^ 
zu leiten, die ihn mir dann wieder zustellen kann. 



Seien Sie aufs herzlichste gegrüsst 



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Ihr ergebener 



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KARL MARX 

Herausgeber der 

„ALLGEMEINEN 
Wochenzeitung der Juden in Deutschland" 



DÜSSELDORF- BENRATH, 
Hildoner Straße 35a 
Telefon 71 25©^+ ♦ 71 19 0^4. 

z.Zt.Sanatoriam Bühlerhöhe, 
Post Bühl/Baden. 



3.8.50 



Herrn 

Rabbiner Dr. Robert Hafael Geis 

Soheldestraat 96, 

Amsterdam - Z 



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Sehr geehrter Herr Dr. Geis. 

Ihr Schreiben vom 24.7. wird mir nach hier, wo ich mich 
zur Erholung befinde , nachgesandt und teile ich Ihnen in 
dessen Erwiderung folgendes mit : 

Es ist tatsächlich ein Prinzip meiner Redakition, nur Buch- 
besprechungen zu veröffentlichen von Bachern, die bei mir 
eingereicht ^'"orden sind. Ich habe jedoch veranlasst, dass 
in diesem Falle eine Ausnahme gemacht wird und bitte Sie, 
die Buchbesprechung meiner Redakition nochmals einreichen 
zu wollen. 

Mit freundlichen Grüssen bin ich Ihr 




Privatadresse: Düsseldorf, Grimmstraße 18. Telefon 64^03 



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ROBERT RAPHAEL GEIS 



7570 BADEN-BADEN 

METZCERSTRASSE 41 
TEL. (O 72 21) 6 49 00 



17.12.7'!. 



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Lieber Freund, 

vielen Danlc für den lieben Prief und das weilinaclitliche 
Bücherpaket.T'rst wollte ich nach der Lektüre antworten, 
aber bei mir ^^eht alles etwas laii^s am, ausserdem bin ich 
verdammt das mir fast nur peinliche Buch von Golli f ür * s 
Göttinc'er Seminar zu lesen. Keine Angst, die Studenten sind 
mit Golli sehr zufrieden, nur ich stehe als Ketzer da, weil 



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li bei den mir zu schnellen Antworten und der oberfläch- 



lichen Marxismus -"Bearbeitung" nicht mitkann. 

In grosper Sor-e bin ich um Deine akademische Zulcunft.Mir 



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enugt der Göttinc^r Einblick, um die Schwierigkeiten nicht 



zu übersehen. 



Deine Frau soll bitte, bitte mit nach Arn, kommen. Familie 

ist doch kein Vergnügen, wir haben uns seit Stuttgart nicht gÄJlKX 



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esehen.Wie lange der alte Geis noch herumkriecht , wer weiss 



das zu sagen? 

Euch beiden wünsche ich e^ln sehr schönes Weihnachten, obwohl 

ich das nach der. letzten Buch von D.Soelle nicht dürfte. 



Seid aufs herzlichste gegrüsst 



Dein 



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übrigens hätte ich im Januar 71 so gern ein Referatchen 
gehalten; das Thema konnte mir nur in der Augenklinik ein- 
fallen und zwar über den Satz: Aug' um Auge im Alten 
Testament und dem donnernden: ich aber sage Euch von Jesus 
Da ist nämlich genau der Punkt, an dem die Frage nach der 
Theologie der Revolution immer wieder von neuem klar wird. 
Aber das kannst Du natürlich nicht verstehen und darum 
wollte ich darüber reden. 



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Ich warte sehnsüchtig auf eine halbe Sehbrille und auf eine 
halbe Lesebrille^ wie ich mich als Kind auf ein halbes Eis 
gefreut habe. Später war ich eigentlich immer für ganze 
Portionen oder Doppelportionen. Eigentlich bin ich das 
irmner noch; und wenn der alte Judengott geglaubt haben sollte, 
mich mit zwei Staroperationen zur Geduld erziehen zu können, 
dann hat er sich halt wieder geirrt. 

Dir und Dorothea die allerherzlichsten Grüße von uns beiden 






Dein 
A b a . 



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Brief von Robert Raphael Geis an Reinold von Thadden-Trieglaf f , 
nachdem dieser das Ehepaar Geis in Düsseldorf besucht hatte. 



Abschrift 



Düsseldorf, den 23. 6. 70 



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Geliebter und verehrter Freund, 

wie innig haben wir uns beide mit Ihrem Besuch gefreut. Lassen 
Sie sich nochmals innig Dank sagen. Es war so schön zu sehen., 
und zu hören, wie gut es Ihnen geht. Sie gehören Ja nun schon 
geraume Zeit zu den wenigen Menschen, die mir das Christsein 
rein repräsentieren. Ohne Sie wäre ich in fortgeschrittenem 
Alter bestimmt nicht mehr in die Evangel. Theologie eingestie- 
gen. Wie reich haben Sie mich doch beschenkt! 

Aus Gnade und eigenem Bemühen gelingt es manchmal Menschen, 
das Alter zu besiegen aus der Kraft des nie endenden Neube- 
ginns. Grenzgänger zwischen den Generationen, Grenzgänger zwi- 
schen Leben und Sterben und Auferstehen. 

Lassen Sie es sich recht, recht gut gehen und seien Sie aufs 
freundschaftlichste gegrüßt. 

Ihr 

(gez.) Raphael Geis 






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TELEFON 44 5453 



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Dezember 1969 



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Mein :sPCk, sehr lieber Freund , 



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Du bist nun in.IjQX*rebal:^,wie gern wäre ich dabei.! Jiit -Dir, 
Casalis (der Lump schreibt nicht) und Wolf. Und dann Deinen 
linken Barth. Den Vortrag muß ich haben . Wenn Du nur 1 
Exemplar besitzt, dann laß in Berlin auf meine Kosten 
schnell eine Foto-Copie anfertigen. Das Thema brennt ja bei 
mir und was Du dazu herausfindest, das geht mich an., und ich 
brauche Dich ja dringend als Führer zu Barth. 

Der Brief des "Herrn" Ehrlich ist nicht blöd, er ist schlicht 
und einfach eine faißtdicke Gemeinheit, das will er auch 
sein. Und hier stoße ich mich wieder einmal an einem 'Web- 
fehler" Deiner Persönlichkeit. Warum bist Du so verdammt 
höflich, schließlich bist Du ja kein Kirchenfürst., und in 
der Rede, der Diskussion kannst Du doch auch nötige Schärfe 
aufbringen?!! Du liebes Herrgöttli, vielleicht ist das der 
lBMXMkiB±Ji bewährte "eine Fehler", der Menschen noch liebens- 
werter macht. Sonst hab • ich ja noch nichts entdeckt, aber- 
offen gestanden - Nägelkauen wäre mir lieber. Dem Ehrlich 
wird nicht mehr geschrieben, er bekommt auch keine Papiere 
der AG und damit basta. 

Israel-Diskussion: bitte vom Freitag Naclrimittag weg, da 
werden wir nie und nimmer fertig. Auch will ich's nicht 
als Präludium (?) für mein Referat, denn dann wird von mir 
Gesagtes als Antwort auf den Nachmittag bestimmt mißverstan- 
den. Tavor muß kommen, beknie ihn bald nach Deiner Rückkehr. 
Levinson versprach mir heute am Telefon seine Tochter mitzu- 
bringen. Hoffentlich klappt's, das Mädel steht prima links. 
Mit Herrn Rapp*s Israel-Apologetik-Homiletik müssen wir uns 
nicht aufhalten. Tavor ist weit besser. Dimer kenne ich nicht, 
Stöhr^s Menschenkenntnis ist = 0. Wer sonst kennt den Jungen? 
Allen Empfehlungen Ehrliches mißtraue ich... und sicherlich 
nicht zu unrecht, der will uns nur Schwierigkeiten machen, 
nach Möglichkeit torpedieren. 



II 



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Das war's, dennoch ein 2. Blatt. Ich möchte so gern 
Weihnachten bei Euch beiden sein dürfen. Laßt es Euch durch 
deutsche Tannenzapfenfresser nicht vermießen, auch nicht durch 
christlichen Kitsch. Immerhin: er wurde geboren - ganz undog- 
matisch. Die Kirchen haben ihn zum Unglück der Welt gemacht, 
Christen werden ihn vielleicht im 2. Jahrtausend zum Heil 
werden lassen, seine profetisch-f ordernde Stimme mithören und 
durch die noch nie recht praktizierte christl. "Liebe" in 
allen Devolutionen, die vor uns liegen, das Verhärten, das 
Hassende für einen Teil der Menschheit aus den Revolutionen 
ausschalten. Klingt - verdammt - nach Predigt, ist aber ernst 
gemeint • 
Seid beide innigst gegrüßt 

von Eurem Aba. 
Susannchen läßt sehr herzlich mit-grüßen. 



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Hoffentlich kannst Du es überhaupt lesen. 

Aus einer blöden Erkältung machte ich, resp. mein verfluchter 

corpus was Dramatisches. Penicillin rein! Ging noch. 

Ein anderes Mittel aber störte, nein förderte den Star. Blick 

getrübt. In ein paar Tagen ist's überstanden. Eben nur heute 

die Klaue. 



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Dr. Friedrich-Wilhelm Marquardt 



1 Berlin 45f den 5.4.68 
Baselerstr. 51 



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Herrn Rabbiner 
Robert Raphael Geis 
Baers Hotel und Kurhaus 
7829 Friedenweiler 
Hochschwarzwald 



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Sehr verehrter, lieber Abba Geis! 

Ich hätte Ihnen längst antworten müssen, war aber unterwegs im 

Westen und eile nun, Ihre beiden Briefe aus Ihrem Gö>undheitsexil 

zu beantworten. Hoffentlich nützt Ihnen die Zeit dort oben im 

Schwarzwald, leiblich und seelisch. Wir alle wünschen es Ihnen 

so sehr, denn Sie sind nun einmal, solange Sie sind, uns unentbehrlich, 

auch wenn es Ihnen vielleicht manchmal eine Last sein sollte - 

gerade Ihre beiden Briefe beweisen es wieder. 

Vielleicht darf ich gleich zu Anfang richtigstellen: Wir haben noch 
keine Aufnahme irgendeines Juden in die Arbeitsgemeinschaft beschlossen, 
vielmehr, wie ja auch das Protokoll sagt, die Aufnahme abhängig gemacht 
von der Zustimmung der jüdischen Mitbrüder unseres Vorstandes, und um 
die habe ich in der Tat noch nicht gebeten. Vielleicht läßt es sich 
schlecht schriftlich machen, über die im Protokoll Genannten zu sprechen , 
und es zeigt sich wieder einmal, wie dringend man sich sehen muß. Mir 
pressiert's darum mit dieser Frage noch gar nicht, und ich möchte wirklich 
gerne die Gel^enheit eines mündlichen Gesprächs mit Ihnen und Frau 
Sterling abwarten, um diese Sache zu klären. Der Vorschlag, Herrn Rabau 
zu uns zu holen, kam ganz bestimmt nicht von mir. Es gibt unter uns 
immer ein paar Naive, die, ohne näher hinzusehen, bereit sind, sich 
mit Krethi und Pleti zu verbünden. Darum ist die Sicherungsklausel, die 
wir beschlossen haben, ganz gut. 

Die Stellungnahmen, von Ehrlich und Levjbnson zu Markus Barth habe ich 
jetzt auch gelesen. Auch ich finde sie etwas kurzatmig. Sie haben 
beide nicht die Intention von Markus Barth erspürtj das beweis t, daß 
nicht nur auf christlicher Seite die Tiefe des Verstehens noch nicht 
erreicht ist. Ich denke, wir sind uns beide darin einig, daß Polemik 
allerdings zur Sache gehörtj das habe ich unvergeßlich bei Ernst Michel 
gelernt. Aber beide. Ehrlich und Levinson, sind ja schon lange nur 
Zufallsgäste unserer Gruppe: das kommt dann dabei heraus! Dennoch 
würde ich nicht gerne auf die potentielle Mitarbeit (mehr ist es 
ja nicht) beider verzichten. Es müßte uns gelingen, sie wieder an die 
Leine zu kriegen, auch wenn sie nicht zu Referaten gebeten werden, 
sondern zur schlichten Mitarbeit. 

Wahrscheinlich haben Sie von Dietrich Goldschmidt gehört, welche 
Ge|danken wir uns über eine evt Berliner Aufgabe für Sie gemacht haben. 
Ich würde es sehr begrüßen, wenn wir irgendetwas in dieser Richtung 
zustandekriegen könnten. Über Scharfs finanzielle Mitarbeit könnte 
ich mir einige optimistische Vorstellungen machen. Grund zum 
Pessimismus liegt in der Fachidiotie des Zehlendorfer Dozentenkolle- 
giums. Die christliche Borniertheit der wissenschaftlichen Theologen 
gegenüber dem Judentum ist, mit den wenigen gesegneten Ausnahmen, die 
wir kennen, nach wie vor haarsträubend. 4uch ich bekomme das zu spüren. 



- 2 - 



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Meine eigene Arbeit findet bezeichnenderweise in Holland Zustimmung, 
bisher in Deutschland nicht einmal Beachtung und voraussichtlich nur 
Ablehnung, Um so dringender wäre anfder Kirchlichen Hochschule ein 
jüdischer Lehrstuhl oder ein dialogisches christlich- jüdisches Institut, 
Hierin seh^ ich nun gerade eine Chance, es gibt ja an der Kirchlichen 
Hochschule das von Härder eingerichtete und geleitete und von der 
Kirche finanzierte Institut "Kirche und Judentum", bei dem Frau Bohn 
als Bibliothekarin arbeitet. Aber irgendeine beachtenswerte wissen- 
schaftliche Dimension hat das gar nicht. Es tritt mit Vorträgen nicht 
an die Öffentlichkeit, nicht einmal an die der Studentenschaft der 
Kirchlichen Hochschule. Mich kratzt das schon lange, es wäre eine 
gegebene Basis für eine judaistische Dozentur, wenn nicht überhaupt 
einen regelrechten Lehrstuhl - wobei man das Stichwort " judaistisch" , 
um nicht in Konkurrenz zu Jacob Taubes an der FU treten zu müssen, 
cum grano salis nehmen könnte und eine dialogische, christlich- jüdische 
Intention dieses Unternehmens in den Vordergrund rücken könnte. 
Ich selbst kann direkt fßr den Plan wenig tun. Ich gelte den Dozenten 
der KiHo als politisch disqualifiziert , und man würde mich auch nur 
einer Aktion pro domo verdächtigen. Aber immerhin möchte ich gerne 
bei den mir zugänglichen Leuten diese Idee noch einmal ventilieren, 
weil die Aussicht, Sie dafür gewinnen zu können, mehr als reizvoll 
wäre. 

Nun aber etwas ganz anderes. Am 29. Dezember wird Helmut Gollwitzer 
60 Jahre alt. Nach langem Hin und Her ist mir nun der Auftrag zugefallen, ( 
eine Festschrift für ihn vorzubereiten, die freilich nicht mehr in diesem 
Jahr Zustandekommen kann und soll und die, wenn man schon den Festschriften- 
Rummel nicht weiter vermeiden kann, dann doch wenigstens ein sinnvolles 
Unternehmen werden soll. Sinnvoll würde in diesem Falle heißen: ein Buch, 
welches nicht irgendein Massengrab für irgendwelche Schubladenartikel 
irgendwelcher Professoren wäre. Ich denke vielmehr daran, nur solche Leute 
zur Teilnahme einzuladen, die sowohl bereit wie in der Lage wären, sich 
dem Werke Helmut Gollwitzers wirklich zu widmen und etwas zu Gollwitzers 
Arbeit auf verschiedenen Gebieten zu schreiben. Ich bitte Sie, Helmut 
Gollwitzers Arbeit im christlich- jüdischen Verhältnis darzustellen, 
zu würdigen und zu werten. Ich weiß gar nicht, ob Sie die Kraft dazu 
haben und Lust. Aber gerade in Erinnerung an das im vorigen Abschnitt 
Gesagte läge mir viel an einer jüdischen Würdigung gerade dieser Seite 
des Gollwitzerschen Bemühens. Auch im engeren Kreise seiner theologischen 
Freunde, Ernst Wolfs, Walter Krecks und anderer, läßt man ihn mit dieser 
Sache völlig allein. Umsomehr wäre durch eine deutliche jüdische Artikulation<^ 
dies Bemühen wissenschaftlich zu objektivieren, um endlich zu verhindern, 
daß das alles nur als das Hobby von irgendwelchen verrückten Philosemiten 
aufgefaßt wird. Natürlich könnte ich auch einen Christen bitten. Aber 
ein Jude und noch dazu Sie, der Sie in Gollwitzer diese Sache energisch 
gefördert haben, wären hierfür richtiger. Ich bin gerne bereit, da ich 
an dem unsäglichen Werk einer Gowllwitzc rschen Bibliographie sowieso sitze, 
Ihnen für diesen Aufsatz bibliographische Hilfe zu leisten, wenn das 
nötig sein sollte. Wir haben im Christian-Kaiser-Verlag konzipiert, daß 
wir für den Lauf dieses Aprils die Zu- oder Absagen der Autoren erbitten, 
und dasB wir den Abgabetermin für den 15* März I969 vorsehen wollen. 
Bitte, überlegen Sie es doch wohlwollend, ob Sie nicht mittun können! 

Und nun noch einmal: ^ute Gesundung und von Herzen alles Gute, 



Ihr 



joiJLA^UiioJU, ^^4t 



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25/XA9. 



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Kein lieber Freund, 

ich schreibe mir die zwei Tippfinrer fact \7und,hr:n-e an Telephon. 
als v/är's ein Cral£^en.La schreibt mir heute Kraus, J^i könntest die 
Nachfolge von Esser antreten, der nach Kimster ginrr. 8tinnit''s?Ich 
wäre traurig, weil ich gar zu sehr auf die NachbarschaiEt VA:ipper- 
tal/]>äspeldorf hoffte, ach ja. Aber ich kennte doch danrn jiiein^Pe- 
schwörungsritual- einschlafen lassen. 

33er Kodrdinierungsrat fordert zu Amol dsh. Anfang Januar 1970 auf. 
Kommen wi*( da nicht zusaimen,auch das wüs. te ich gern. 
Alles weitere bei unserem Wiedersehen ii! D'dorf. 

^ Dir und Leiner liebend -verehrten Frau sehr freundscliaftliche 
vj^rüsse ' - - 



Dein 




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Dr. R. Geis 
4 düsseldorf 

FISCIIKRSTRASSK 5S 



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1 1 b!'i »5. Jur.» 156Ö 



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Karfreitag I968 



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Lieber Freund, 

gestern bin ich nach 5 langen Erholungswochen zurückgekehrt, da 
lag Ihr Brief vom 3. IV., der mich in ^ riedenweiler nicht mehr 
erreichte, da ich für ^k Tage auf halber Höhe noch in Herrenalb 

war. 

Zuerst Gollwitzer-Festschrift: ich möchte mich gern beteiligen, 
aber das Thema! Mit Ihrer Hilfe würde ich es schaffen. Doch ein 
Geburtstagsgeschenk sollte nicht zu kritisch werden. Ich denke 
noch heldkljönmen an unsere Zeiten über die Judenmission zurück. 
Das "Ja" zu Joch. Bloch - von dem Sie ja auch angesteckt sind, 
Markus Barth erzählte davon in einem echten Schaudern - und also 
zu einem schleicht verhüllten Nationalismus würde mich unweigerlich 
in eine Anti-Haltung bringen. Ginge es nicht mit einer kurzen 
Skizze "Paulus und das Gesetz"? 

Dann KiHo + ich. Illusionen habe ich nicht, beinahe verstehe ich 
heute meinen Brief an D. Goldschmidt nicht mehr. Wahrsciieinlich 
war er von der Angst diktiert, ich müßte endgültig über den Rand 
in ein Nichts purzeln. Meine Wanderprediger-Tätigkeit muß ich 
jedenfalls sehr reduzieren. Es ist nicht schade drum. 
Weiter: Leuner schreibt über Sizung in Arnh. Stimmt das? Fliegen 
darf ich keinesfalls, Zug nach Bln. ginge zur Not. Von"christl. 
Milde" habe ich nie viel gehalten, auch nicht bei meinen Juden- 
genossen Ehrlich +Levins. Markus Barth traf übrigens Ehrl, in 
Basel, sein Urteil wird wohl stimmen " sein Nichtwissen wird mit 

Frechheit zugedeckt". 

Jedenfalls hat mich der Herzinfarkt nicht friedlicher gemacht, 

eher militanter. Also! 

Und nun Ihnen und Ihrer Frau sehr f reundschf tliche und 

herzliche Grüße 

Ihr Aba Geis 



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Geis an Friedric 




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(Düsseldorf) , Karfreitag 

1968 




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Lieber Freund, 

gestern bin ich nach 5 langen Erholungswochen zurückgekehrt, da lag 
Ihr Brief vom 5. IV., der mich in Friedenweiler nicht mehr erreichte, 
da ich für 14 Tage auf halber Höhe noch in Herrenalb war. 

Zuerst Gollwitzer-Festschrift: ich möchte mich gern beteiligen, aber 
das Thema! Mit Ihrer Hilfe würde ich es schaffen. Doch ein Geburts- 
tagsgeschenk sollte nicht zu kritisch werden. Ich denke noch beklom- 
men an unsere Zeiten über die Judenmission zurück. Das "Ja" zu Joch. 
Bloch - von dem Sie ja auch angesteckt sind, Markus Barth erzählte 
davon in einem echten Schaudern - und also zu einem schlecht verhüll- 
ten Nationalismus, würde mich unweigerlich in eine Anti-Haltung brin- 
gen. Ginge es nicht mit einer kurzen Skizze "Paulus und das Gesetz"? 

Dann KiHo + ich. Illusionen habe ich nicht, beinahe verstehe ich heu- 
te meinen Brief an D. Goldschmidt nicht mehr. Wahrscheinlich war er 
von der Angst diktiert, ich müßte endgültig über den Rand in ein 
Nichts purzeln. Meine Wanderprediger-Tätigkeit muß ich jedenfalls 
sehr reduzieren. Es ist nicht schade drum. 

Weiter: Leuner schreibt über Siiung in Arnh . Stimmt das? Fliegen 
darf ich keinesfalls, Zug nach Bln. ginge zur Not. Von "christl. Mil- 
de" habe ich nie viel gehalten, auch nicht bei meinen Judengenossen 
Ejf]\l±ch + Levins. Mar kua-Bar-^h-^traf übrig ens E ^ fe r^- in Basel-r «ein 
^rte r±-irirrd-wohl stimmeTrr--^5ein NichtwissÄn-wird-mit FrecM^xt-JSugÄ- 



Jedenfalls hat mich der Herzinfarkt nicht friedlicher gemacht, eher 
militanter. Also! 

Und nun Ihnen und Ihrer Frau sehr freundschaftliche und 
herzliche Grüße 

Ihr Aba Geis 



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Rabbiner Dh. Robert Raphael Geis 



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4 DÜSSELDORF 10, dkn 

FISCHERSTRASSK BS 
TKI^KKON: 44 04 13 



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F. W. Marquardt an Geis 



Horlln, den 1 '4 . Sept. 196? 



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Lieber, verehrter Herr Geis, 

Hier nun lege ich Ihnen das Buch auf den Tisch, den Anfang meines 
"Lernens". Ich weiß, daß es in jeder Beziehung - in seinem Stil, 
in seiner Lange und gewiß noch in manchem anderen, das ich weiß 
und nicht weiß - eine Zumutung ist. Aber Sie haben mir nach der 
Lektüre des Aufsatzes "Wendungen im Verständnis Israels" eine mich 
menschlich so erfreuende und sachlich so ermunternde Karte geschrie- 
ben, die ich noch nicht vergessen habe, daß ich es nun auch mir selbst 
zumute, Ihnen das größere Ganze ebenfalls zu schicken. Verstehen und 
nehmen Sie es bitte im Ganzen und in allen Teilen als den Versuch, nicb 
nur Karl Barth, sondern auch Ihnen zu antworten und das- heißt für 
mich vor allem: zu danken, schlicht und ergriffen, aber unpathetisch, 
für Hoffv^uyiü f ciie Sie ebensowohl geben wie sind. In der "Stimme 

der Gemeinde''^lc<lwu Sie im vorigen Jahr erzählt, wie Karl Barth mit 
Ihnen - episodisch zwar; aber doch wesentlich - zusammenhängt und 
haben eben in diesem Aufsatz durch ein Zitat aus der Kirchlichen 
Dogmatik durchblicken lassen, wie allenfalls auch Sie mit ihm zu- 
sammenhängen mögen - oder jedenfalls zusammenzuhängen hoffen. So 
stehen Sie beide jedenfalls nicht ganz grundlos zusammen in diesem 
Buch! Und ich möchte nur sehr hoffen, daß mein Buch Ihnen nic^t er- 
scheinen wird als ein weiteres Beispiel für jenes "zu nichts ver- 
pflichtende Zerreden", von dem Sie in Ihrem Aufsatz gesprochen haben - 
mit Recht! Ich selbst habe die ganze Arbeit verstanden als den Versuch, 
die Dinge gerade nicht zu zerreden, sondern zusammenzubringen, soweits 
nur geht. Vielleicht interessierts Sie, daß Karl Barth, der das Buch 
sofort und - wie er sagt:" atemlos " - gelesen hat, sich tatsächlich 
in meiner Darstellung wiedererkennt, daß er ihr also Atithentizität 
bescheinigt und daß man also jetzt annehmen darf, daß er es tatsäch- 
lich meint, wie ich ihm unterstellt habe. Damit habe ich garnicht 
gerechnet. Denn er hat auch meine kritischen Monita vorbehaltlos 
(und in einem mich sehr rührenden persönlichen Schuldbekenntniss 
wegen seines persönlichen und sachlich ungenügenden Verhältnisses 
zu den Juden und dem Judentum akzeptiert. Um so mehr bewundere ich 
seine Lehre und ihnl 



II 



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Es ist s eine Lehre, die da im Buch steht. Ich muß es Ihnen wohl 
nicht sagen, daß ich selbst manches anders sehe als der Baseler 
Lehrer. Darüber hat er auch seine Sorge schon geäußert. Das nächste 
Buch, in dem ich meine Kritik an Barth befcründe in dem Entwurf 
'eines eigenen Gedanken, ist schon fast fertig im Manuskript; ich 
sage dies nur im Blick auf das, was Sie vermissen könnten. 
Werde denn nun ich dem Judentum und vor allem: den Juden gerecht 
werden? Die Frage bewegt mich sehr. Denn der «Wissenschaft vom 
Judentum« habe ich mich nun noch gar nicht gewidmet; mein Hebräisch 
ist auch so sauschlecht. Ich hab • einfach Juden ' mitreden' lassen. 
Aber habe ich sie verstanden? 

Nun, ich erwarte keine Antwort darauf von Ihnen . Herr Kraus hat 
versprochen das Buch zu rezensieren für die »'Evangelische Theologie". 
Vielleicht kann ers mir sagen und weiterhelfen. Ich wollte ja auch 
wirklich nur erst einmal anfangen . 



Nehmen Sie es also : als - Gruß! 



Von Herzen, 



Ihr Friedrich-Wilhelm Marquardt 



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Rabbiner Dr. Robert Raphael Geis 



4 DÜSSELDORF, DEN 22, 9* 19^4 



FISCUBRSTRAS8E 55 
TKI>EF0N: 44 54 5» 



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Lieter verehrter Herr Marquardt, 

es ist besser, wenn ich Ihnen für die ÜTDersenduHg Ihrer 
Arbeit und Ihren lieben Brief danke, bevor ich das Buch 
gelesen habe. Denn darüber mögen noch einige Wochen ver- 
gehen, ich habe mich gefreut, daß Ihr Arnoldshainer Vortrag 
so bald und gerade an dieser Stelle erschienen ist. 
Sehr viel weniger habe ich mich über die Abreise von 
Weckerling freuen können. Wenn das nur gut geht! Aber 
es ist noch nicht einmal übertrieben zu behaupten, daß 
die hohen Kirchenherren in Berlin froh wären, wenn es nicht 
gut abläuft. Ach ja, die christliche Liebe und all der 
religiöse Schmus, den sich di.: Konfessionen, wie sie auch 
heißen mögen, erlauben dürfen. 

Lassen Sie es sich sehr gute gehen. Ich werde a.ich bald 
wieder bei Ihnen melden. Seien Sie aufs herzlichste 



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gegrüßt 



von Ihrem 



(ut^h1/U/v^ 



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Rabbiner Dr. Robert Raphael Geis 



4 DÜSSELDORF, DEN , n Ci r A 

FISCIIERSTRASSK BO ^ J> • Ü lUll J.yO^^ 

TXri^KFON : 440408 



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LielDer Freund, 

haben Sie vielen Dank für Ihren Brief. Ob Sie interessant sind, 
müssen Sie schon mir überlassen, und es wäre sehr unhöflich, 
wollten Sie mir mangelnde Menschenkenntnis vorwerfen. Was ich 
mit meinem Vortrag mache, weiß ich noch immer nicht. Ich gebe 
mir die allergrößte Mühe, endlich einmal den Paulus zu verstehen, 
aber dabei hilft mir weder Jud noch Christ, und alles, was ich 
bis jetzt gelesen habe, scheint mir höchst fragwürdig. Wenn ichs 
also nicht schaffen sollte, müßte ich das begründen und formulieren, 
das wäre schließlich auch eine Möglichkeit, die Sache noch auf 
die Beine zu stellen. Aber immerhin, soll der Heidenapostel ajn 
Schluß nicht sagen können, der kleine Jude hätte sich nicht 
genügend Mühe gegeben. 

Ich weiß nicht, wie Sie mit Weckerling stehen. Ehrlich schreibt 
mir, er sei zur Zeit im Libanon. Ich versuchte ihm in Berlin diesen 
Plan auszureden, offensichtlich ohne Erfolg. Es wäre ganz fürchter- 



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lieh, wenn Weckerling diese Stelle bekäme und annähme, denn 
er wäre totsicher in kürzester Zeit im Gefängnis. Und aus 
Gefängnissen kommt man ja in unserem Jahrhundert nicht so 
einfach wieder heraus. In arabischen kann man sogar ganz 
verschwinden, wenn die liebe Bundesrepublik sich für ihren 
Bürger nicht einsetzt. Warum aber sollte die Bundesrepublik 
für Herrn Weckerling sich einsetzen, wenn seine Kirche das 
schon nicht tut. Wenn Sie können, reden Sie bitte mit ihm 
und mit seiner Frau. 



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Ihnen und Ihrer Frau die freundschaftlichsten Grüsse, 



Ihr 



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Marquardt • 1 Berlin 45 • Baseler Straße 31 • Telefon 73 76 96 15»6.'1964 



LiäDer Plerr Geis. 

Yerzeihen Sie bitte die Verzögerung meiner Ant- 
wort auf Ihren liebenswürdigen Brief. Ich habe mich 
halt so darüber gefreut, da3 ich erst wieder seelisch 
Luft holen mußte, um antworten zu können. 



I 



I 



So wichtig und so interessant bin ich gar nicht! 
Aber ganz gerne nehme ich Ihre Einladung an - wenn es 
denn zu unsere-u Kölner Auftritt kommen sollte. 

1 Ihr Vortrag geht uns immer noch nach. In Ernst bin 
ich der Meinung, da3 Sie doch Lust und Mut zur Veröffent- 
lichung haben sollten. Was heiSt hier schon Paulus? 
Wir haben doch nuh gerade gelernt (oder sind mit Schmer- 
zen dabei), da3 Glauben und Glaubensgedanken auf der einen 
Seite und auf der anderen Sete das, was wir Christen Theo- 
logie nennen, glücklicherweise zweierlei sind. Sollte mir 
je eine weitere Wirksamkeit im christlichen-theologl sehen 
Bereich beschieden sein - dann nur in Richtung; auf eine 
starke Selbstrelativi erung, freilich nicht im Sinne des 
alten Liberalismus, aber doch Im Blick auf das Tun Gottes ^ 
welches in der Tat praktischer ist als auch noch die prak- 
tischste theologische Vernunft (von der reinen theologischen 

] Vernunft ganz zu schweigen!). 

Voll Spannung auf den 1?. Juni, über den Sie ja von 
Herrn Kraus sicher hören werden. 



'^•^ 



Rabbiner Dr. Robert Raphael Geis 



4 DÜSSELDORF, DEN 2_ , JUlllÜ 1964 



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FISCUERSTRASSE SS 
TELEFON: 44 04 58 



Lie"ber Herr Marquardt, 

es ist eigentlich schon beinahe verhext, daß, wenn wir uns schon 
sehen, wir doch nie allein miteinander sprechen können. Langsajn 
fällt mir das auf die Nerven. Sollte aus dem Kölner Kirchentag 
wirklich etwas werden, sind Sie heute schon als Schlafgast und Mit- 
esser uei uns eingeladen, damit ich Sie endlich einmal für mich 
allein hahe. 
Ihnen und Ihrtr lieben Frau herzliche Grüsse, 



W 



stets Ihr 



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STAATLICHE KUNSTHALLE 

KARLSRUHE 



HANS.TH0MA-STRASSE2. FERNRUF 4213 



Karlsruhe, den 23,Dezeniber 1954. 



Verehrter Herr G-eis, 

Verzeihen Sie mir bitte, wenn ich Jlinen erst heute 
für Jhre so freundlichen V/ünsche zu der mir verliehenen 
Auszeichnung danke. Jch verstehe sie mehr dem Jnstitut, 
als mir selbst ^^e^eben und hoffe, dass sie der aalerie 
nützlich sein wird, üie hat jedenfalls dazu beigetra^^en, 
einen schwierigen Bildankauf beträchtlich zu erleichtern. 
Jm übrigen, so fürchte j ch, werden Sie mich wohl nie im 
Schmuck solchen Ordens sehen. Jch käme mir doch etwas 
merkwürdig vor mir selbst vor. 

Jch hoffe sehr, dass Sie wieder gesund sind und warte 
gerne auf einen Anruf, der uns bei uns oder bei Jhnen zu - 
sainmenf Uhren soll« V/ollen Sie nicht einmal zwischen .Yeih - 
nachten und Neujahr zu uns kommen ? v/ir würden uns freuen. 

Da es in der Zeit liegt, darf ich auch Jhnen, obwohl 
Sie es waiirscheinlich nicht fejem, ein frohes P'est und ein 
gutes friedliches und erfolgreiches neues Jahr 'ansehen uaaU 



Cy^vu^Uc €cU fcC €U *t< iH, 



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FRANKFURT AM MAIN. 

Humboldtstr. S 



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EDGWARE & DISTRICT REFORM SYNAGOGUE 

(A Constituent of the Association of Synagogues in Great Brttain) 

t.lÄ^^4mAf.. 194/ 



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MINISTER: 

RABBI DR. I. MAYBAUM 
60. WHITCHURCH OAROtNS, 
EDGWARE, 
PHONE; EDO. 0820 



JOINT HON. SECRETARIES: 

MISS CICELY R. BARNETT. 

MR. ST. 
14. GROVE ROAD. EDGWARE. 
PHONE: EDG. 0098 

MRS. D. SHIRLEY. 
138. GREEN LANE, EDGWARE. 
PHONE; EDG. 1879 



JOINT HON. TREASURERS; 

MR. A. HYMAN, 

S, GROVE ROAD. EDGWARE. 
PHONE: EDG. 0475 



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R. D. A. KATER, 
4. THE RISE, EDGWARE. 
PHONE: EDG. 4368 



HON. SOLICITOR: 
Mr. c. j. de meza, 

25, WYKEHAM ROAD. 

hendon central, 

N.W. 4. 
PHONE: HEN. 6294. 



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EDGWARE & DI5TRICT REFORM 5YNAGOGUE. 



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MINISTER: 

RABBI DR. I. MAYBAUM 
4. EXETER ROAD. N.W.2. 
PHONE: GLA 8180 



'^O 



JOINT HON. SECRETARIES: 

MISS CICELY R. BARNETT. 

M.R.S.T. 

14. GROVE ROAD, EDGWARE. 

PHONE : EOG 0095 

MRS. D. SHIRLEY. 

138. GREEN L.ANE. EDGWARE. 
PHONE : EDG 1575 



JOINT HON. TREASURERS : 

MR. A. HYMAN. 

5. GROVE ROAD. EDGWARE. 
PHONE : EDG 0475 

MR. D. A. KATER. 
4. THE RISE. EDGWARE. 
PHONE : EDG 4368 



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München, Ungererstrasse 6/ I 
am 27.7.35 



Lieber Doka^tor Geis! 

wir hoben uns so sehr über Ihren 
Brief gefreut, auch für den Gruss aus Palästina danken 



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ir Ihnen. Es wäre schön, Sie kämen bald nach München, 



und wir könnten einmal wieder ausgiebig mit einander 
schwätzen und von allem erzählen.Vir haben immer an 
Sie gedacht, und nie enders als mit guten, freundschr^ft= 
liehen Gedanken, und werden Sie mit offenen Armen em= 
prangen .V/enn Sie noch im August kommon, sehen Sie 
auch den Michael, den wir in einigen T-gen erwarten; 
ich 77ar inzwischen auch oinmnl bei ihm in England und 
wir hoffen, dass er im Oktober mit v^enig Geld, viel Mut 
und einir^en Emiofehlungen nn der Londoner Universität 
das ^-thematikstudium beginnen wird.Beate h^t ihr 



<. )a<(tliches »^chlussexamen in Florenz summa cum..ge= 
macht, bleibt noch bis November an ihrem Kr-nkenh?us 
und 3ucht sich unterdessen etwas in Rom. Ulli hat vie 



1 5 



Musik getrieben, und auch Fortschritte gemacht;sie ist 
aber seit einigen Monaten ganz draussen bei Elly Peter«^ 
sen in Dachau und arbeitet nehr fleissig im Haushalt 
und Garten. Das wird eine richtige Grundlage, sodass sie 
dann nächstes Jahr nnch England • n eine Schule oder 



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als Haustochter gehen kann. Der Kleine Ist l..er .ehr 
vergnügt ;or Ist i» alten Realg^-^naslo. und hat k^lnc 
grosse Freude a„ Lateln.^n den Wissenschaften «ber= 
l^au.t. Er hnngt mit grosser Liebe an seiner alten 
Volksschuliaasse ,und ist auch i. Moment ,uf einer 
• Wanderung »it schweren, RucKsaclc uit seinem Lehrer 
und 15 seiner früheren Kameraden. Morgen kommen sie 
zurück und d.nn i.t der Glückspilz r-r vier Wochen' 
1» Engadin zu einem gloiehaltrigen Buben,den er sehr 
Sern h.n,eingel.den.So h.ben .ir sehr ruhige Perlen 
™lt unserm grossen Jung.n.Moin Mann h^t immer noch 

3ln bisschen zu tun, sehr w-enlr -vor. o-p+ », . 

} <= ij. .'oait,,,vpr ort sehr äepri= 

™iert,nber Jetzt .leder frischer..^ macht sog^r ernst 

haftere Pläne mit Amerika. Ich h.tte auch viel wenige' 

^u tun.aber im Augenblick zieht es wieder an:es sind 

vdeder ein par^ Fremde hier,und besonders .ite 3chno. 

die mir und .uch meinen Kindern draussen sehr di > 

Treue halten.-Sonst leben -vir auf einer Insel mit 
ein - 



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r v;irklich guten Freunden,ma.hen viel Musik, 
leson viel,mein M.nn imm.r noch sehr mit allem Qe= 
^ schehen verf lochten,beunruhigt,-i.h ganz weit we. 
^entschlossen,mioh nicht unterkriegen zu Iassen,unl 

', ^» ^^® '^^"d »ilalit vergessen, wir sind 
Freunde, und griissen Sie! IJIre j^/ j^ ^ ' yj ^^°- 



Mimchen, am 24.11.35 



Lieber Freund, 



wir sind in Sorge, weil Sie nicht kommen und wir 



uns alle so sehr darauf freuen.Hoff entlich geht es Ihnen nicht 

schlecht, und musste die Reise deshalb vorschoben werden? Seit 

acht Tagen ist Beete da, die Sie noch nicht kennen: sie bleibt bis 

Anfang Januar, geht sehr gern \7ieder in ihre neue Heimat zurück, 

wo sie auch befriedigende Arbeit hat. Wir sind sehr glücklich mit 

^•*ihr,und lachen einmal wieder sehr mit diesem heiteren schönen Ge« 

schöpf. Endlich hat mein Mann ein Affidavit durch einen meiner 

treuen Sch'"leridie ^ache ist Jetzt eingeleitet, aber es wird alles 

no^h l^nge dauern. ich werde noch etwns hierbleiben, und mit dem 

Christoph nachgehen. Der Doktor lernt fleissig Englisch und hat 

\,Sta t Q-ßo '' r d- 
auch schon selllV^Ixamensbuch.Wir h^ben alle viel zu tun, das ist ein 

Segen. Hier lichtet es sich, wieviele gehen Jetzt. Auch Dr.Guttmc?nn 

ist fort, wie ich hörte. 






Als ich in Zürich k -rzlich war, sah ich einen herrlichen Palesti 
nafilm',Michael und ich sind diejenigen in der Familie, die doch 



n 



manchmal gern dorthinmö^hten. 

V/o werden Si^eiter sein und bleiben? wir m'^ssen uns b8ld sehenl 
Bitte melden Sie sich b?!ld an.. 

Jedenfalls denken wir oft und freundsch^f tlich an Sie und grüssen 
Sie alle mit den besteh Wünschen. 

Ihre 




am 14.11- 33 



LiGbor Dr. ^eis, 



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ich h-tte -^.Iso reoht, als loh mir letzte Wocho Sorgen um ""^ie 
achte! es tut mir so loid^cL-^-ss es Ihnen nicht gut ging, und ich hoff:^ ,3ie h^ben 



sich ausgeruht und erholt. Es int sicher dr.s Leste,sich dann ganz zur'ickzuziohen, 
ich bin nur traurig, dass vrir g-rnichts f'^.r Sie tun können., nicht ?fahr, Sie sagen 
GS g'^nz freundschaftlich, wenn ^7ir Ihnen irgendvfie öeistohen können. V.ir kennen uns 
so kurz aber ich habe ein starkes freundschaftliches Sm-nfinden f-'r Sie und wir freuo«] 
uns Sia recht bald v/iederzusehen, und über viele Dinge sprechen zu können, 
ßs iat möglich, d'- SS Mich-^el b- Id ko^mt; er hat einen ^chul'olBtz in i^ngland bei 
seinem alten Lohrer und freut sich schon sehr. Bio 1 -tzte ^oit in S. scheint nicht 
schön für ihn gewesen zu sein. Der Kleine fr^gt oft nf^ch Ihnen, und ob es Ihnen 
besser geht-,^iG h-'ben sein ^erz erojert,und or h^^t Vertrauen zu Ihnen... 
Alles alles Gute, wir denken oft rn Sie und s r-echen von Ihnen... 

Ihre 




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MARCUS MELCHIOR 

OVERRABBINER, DR. PHIL. 
Praist v«d 0«t mosaiak« Troasaamfund 



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K0b«nhavn V, d«n 10« 6» 1954 • 

ForchhammarsveJ 20 
Talafon Nora 8S37 



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Lieber und verehrter Herr Kollege 






Auch für mich war das "Beisammensein in Knokke, nicht 
am wenigsten mit Ihnen, eine sehr grosse :Preude, Als ich mich 
nach der \bfahrt von Brügge zu unseren anderen Reisegenossen 
begab, schlich ich mich an der Türe Ihres \bteils leise vorbei. 

Ich danke Ihnen für die Bereitwilligkeit für meinen 
Antrag bei der Bundesstelle in Köln eintreten zu wollen. Auch 
Leo Baeck hat derartiges in Aussicht gestellt, und so fühle ich 
mich doppelt gestützt. 

Ich hoffe, das3 der Kontakt zwischen uns bestehen bleibt, 
nicht erst im Zusammenhang mit der Konferenz im nächsten Jahre. 
Sollten Sie so viel Geld haben und Lust und Möglichkeit Kopenhagen 
zu besuchen, werden Sie meiner ^rau und mir herzlich willkommen 

seini 

Mit freundlichsten Grüssen von Haus zu Haus 



Ihr ergebener 



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INSTITUTUM JUDAICUM 

DER UNIVERSITÄT TOBINGEN 
Direktor: Professor D. Otto Michel 



74 Tubingen, den 
Tel. 711/2590 
Tgb. 1/11 



10. Jan, 196^ 



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Herrn 

Rabbiner Dr. Robert Raphael Geis 

k Düsseldorf 
Fischerstr. 55 



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Lieber und verehrter Herr Dr. Geis! 

Es hat mir sehr leid getan, daß ich mich von Ihnen nicht verabschieden konnte, 
aber ich wollte Ihr Gespräch mit Probst Grüber auf keinen Fall stören. Ich 
mußte so schnell weggehen, weil ich am Dienstag um 8 Uhr Kolleg hatte. Die 
Züge hatten sowieso Verspätung und waren wegen des Anreisens der Studenten 
übervoll, so daß ich ziemlich erschöpft in der Nacht ankam. 

Sie glauben gar nicht, wie sehr ich es bedauerte, daß ich am Nachmittag nicht 
zugegen sein konnte, aber ich habe damit gerechnet, daß die praktischen Er- 
gebnisse schwach sein würden. Immerhin möchte ich Sie trösten: Die Besprechung, 
die Sie in Ihrem Brief v. 9. Jan. andeuten, kann nicht anders als ergebnislos 
sein. Hier liegen Prozesse vor, die geistesgeschichtlich nicht überbrückt wer- 
den dürfen. 

Ich kann Ihnen verraten, daß ich am Dienstag früh sofort mit dem rheinischen 
Verleger Fühlung aufgenommen habe, und er hat mir versprochen, die Dinge mit 
dem Lexikon sofort in Angriff zu nehmen. Er wird am nächsten Donnerstagnach- 
mittag bei mir anreisen, so daß dann eine Entscheidung fallen wird.— Ich habe 
das Vertrauen, daß im Ausschuß eine festere Linie vorhanden ist, an die wir 
anknüpfen können. Das Ehepaar Dahlmann scheint mir in mancher Hinsicht eine 
große Hilfe werden zu können. Im übrigen sollten wir an den Neubau der Judaistik 
als Normdisziplin gehen, die uns die Möglichkeit gibt, auch in den praktischen 
Fragen einen guten und klaren Weg gehen zu können. 



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Ich habe Ihnen sehr zu danken, daß Sie an Menschen wie Bonhoeffer und Iwand 
erinnerten, die auch auf meinem Lebensweg eine ganz große Bedeutung hatten« 
Das, was wissenschaftlich mich von Ihnen unterscheidet, ist meinerseits der 
Versuch, die Judaistik wissenschaftlich neu zu gründen und das jüdische Prob- 
lem nicht nur von der christlichen Theologie und der praktischen Begegnung 
mit Israel zu sehen. Dieser Unterschied ist zwar sachlich, aber er entbindet 
nicht von der unmittelbaren Anerkennung der Lebens- und Glaubenslinie dieser 
MännerT'Ganz gewiß geht es mir um die sachliche und menschliche Verbundenheit. 

Mit vielen herzlichen Grüßen und Wünschen - 
ich werde Sie auf dem laufenden halten - 







Ihr ergebener 



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(Prof. D. Otto Michel) 



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.i±9dfl9bnjjdi9V 9rio±Ixloaa9m bau 9doiIrloßa 9lb mu ilm a9 :rd8B a±w93 scibD .i9nnßM 

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INSTITUTUM JUDAICUM 

DER UNIVERSITÄT TOBINGEN 
Direktor: Professor D. Otto Michel 



74 Tübingen, den 17 

Liebermeisterstraße 12 
Tel. 71 1/2590 

^9^- 7/86 



April 196^ 



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Herrn 

Rabbiner Dr. Robert Raphael Geis 

k Düsseldorf 
Fischerstr. 55 



Sehr geehrter, lieber Herr Dr. Geis! 

Haben Sie herzlichen Dank für Ihre freundlichen Zeilen. 

Dr. Finkel hat zunächst und grundsätzlich in den Vereinigten Staaten gear- 
beitet, und ich hoffe, aaß er uns noch ein wenig erhalten bleibt. Es würde 
mich freuen, wenn Sie einen guten Eindruck von seinem Buch bekommen würden. 



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Von den Schwierigkeiten innerhalb des Arbeitsausschusses höre ich gelegent- 
lich, doch sind mir keine klaren Berichte zugegangen. Ausdrücklich kann ich 
Ihnen versichern, daß ich Ihren leidenschaftlichen Artikel nicht übel genom- 
men habe, sondern gut verstehe. - Die Schwierigkeiten, die aufgekommen sind, 
sollten wirklich durchgestanden werden, aber sie haben kaum die Chance, sehr 
schnell zu Ergebnissen zu führen, sie müssen schon Schritt für Schritt weiter« 
getragen werden. Unzureichende Fragestellungen und Feststellungen haben sich 
im Laufe von Jahrhunderten festgesetzt, ohne daß sie wirklich an der Sache 
geklärt wurden; und nun muß man die Dinge allmählich aufzulösen versuchen, 
ohne daß mehr Porzellan zerbrochen wird, als ganz dringend notwendig ist. 



- 2 - 



- 2 - 



Ich meine aber, daß die Arbeitsgemeinschaft immer noch eine Möglichkeit 
bietet, wenn die beiden Alttestamentier Krause und Zimmerli auf diesem Ge- 
biet wirklich ihre Sache verteidigen können. Kommen sie nicht, dann bin ich 
gerne bereit, auch weiterhin Dinge zu sagen, die unsere Freunde zum Nach- 
denken veranlassen. 



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Mit herzlichem Gruß 




(Prof. D. Otto Michel) 



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2 Hamburg !;5, ^4.1 -68 
Frenssenstr, Jb 



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Mein lieber Dr. Geis, 

sehr viel Dank für Ihren Brief! Fühlen Sie sich - bitte - von 
meinen job-Problemen nicht stärker in Angespruch genommmen, als 
Ihnen gut ist! \Henn Sie ab 1. März wieder auf die Menschheit los- 
gelassen werden wollen, wird es vielleicht gut sein, bis dahin 
sich zu schonen, das heißt notfalls auch: so ein Sorgenkind wie 
mich kurz zu halten. 

Nachdem Darmstadt fristgerecht bis zum 2o.l. entschieden wor- 
den ist, eilt nichts mehr. Ich hatte mich Darnstadts wegen unter 
Zeitdruck befunden; day ist jetzt ausgestanden, und ich bin viel 
gelassener. 

Köln ist ZoZt. das einzige Eisen im Feuer; es Kann in aller 
Ruhe daraufhin geprüft werden, ob sich was draus machen läßt. 
Höfers Auskunft: Name unbekannt scheint mir in dieselbe Richtung 
zu zielen. Deshalb auch mein Hat: die Sache privat bei sich er- 
gebender Gelegenheit ansprechen; die Sitzung am 21. Februar könn- 
te wohl eine solche geeignete Gelegenheit sein. 

Meine übrigen Ideen, was man noch machen könnte, habe ich 
Ihnen nur zur Information mitgeteilt, einfach weil ich es für 
gut halte, daß Sie sie kennen. Mir kommt es z.Zt. vor allem 
darauf an, meine guten Freunde instand zu setzen, für mich ge- 
wissermaßen beiläufig den ";/iarkt" mit zu beobachten. Ich habe 
das Vertrauen, daß sich etwas Gutes ergeben wird. 

Natürlich sollte auch i^raus sich weiter umhören und umsehen. 
Ich habe inzwischen - durch Saul Kobinsohn in Berlin - erfah- 
ren, daß für die Assistentenstelle bei Graupe in Hamburg, auf 
die Kraus mich gern gebracht hatte, irzäxx Jemand gefunden ist. 
Die Darmstädter Sache, in der ich Kraus um sein Urteil gebeten 
hatte, sah er - nun, wie er eben ist - weder so noch so an. 
Ich werde ihm demnächst mal über den Stand der Dinge schreiben; 
er kann dann selbst entscheiden, ob er neben der Versorgung zweier 
Lehrstühle, Umzug etc. Zeit und Kraft hat, sich der Sache weiter 
anzunehmen. 

Über Ihr Herz will ich wirklich nicht reden, denn ich glaube, 
eigentlich ein leidlich anständiger xv^ensch zu sein. Aber: ihren 
Krankenhaus-Progessor halte ich für einen sehr klugen Mann. Ich 
hoffe also, daß Sie ab 1 . 5 . - Tempo: Allegro ma non troppo! - 
wieder auf die Menschheit losgehen. Es wird gut gehen, wenn der 
"alte" Mann den so notwendig zu ihm gehörenden "Heranwachsenden" 
behutsam an den Zügel nimmt! 




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2 Hamburg b5, 24. 1.68 
Frenssenstr. 56 



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Mein lieber Dr. Geis, 

sehr viel Dank für Ihren Brief! Fühlen bie sich - bitte - von 
meinen job-Problemen nicht stärker in Angespruch genommmen, als 
Ihnen gut ist! Weim Sie ab 1. März wieder auf die Menschheit los- 
gelassen werden wollen, wird es vielleicht gut sein, bis dahin 
sich zu schonen, das heißt notfalls auch: so ein Sorgenkind wie 
mich kurz zu halten. 

Nachdem Darmstadt fristgerecht bis zum 2o.l. entschieden wor- 
den ist, eilt nichts mehr. Ich hatte mich Darmstadts wegen unter 
Zeitdruck befunden; day ist jetzt ausgestanden, und ich bin viel 
gelassener . 

Köln ist ZoZt. das einzige Eisen im Feuer; es Kann in aller 
Ruhe daraufhin geprüft werden, ob sich was draus machen läßt. 
Höfers Auskunft: Name unbekannt scheint mir in dieselbe Richtung 
zu zielen. Deshalb auch mein Rat: die Sache privat bei sich er- 
gebender Gelegenheit ansprechen; die Sitzung am 21. Februar könn- 
te wohl eine solche geeignete Gelegenheit sein. 

Meine übrigen Ideen, was man noch machen könnte, habe ich 
Ihnen nur zur Information mitgeteilt, einfach weil ich es für 
gut halte, daß Sie sie kennen. Mir kommt es z.Zt. vor allem 
darauf an, meine guten Freunde instand zu setzen, für mich ge- 
wissermaßen beiläufig den ".Viarkt" mit zu beobachten. Ich habe 
das Vertrauen, daß sich etwas Gutes ergeben wird. 

Natürlich sollte auch i^raus sich weiter umhören und umsehen. 
Ich habe inzwischen - durch Saul Robinsohn in Berlin - erfah- 
ren, daß für die Assistentenstelle bei Graupe in Hamburg, auf 
die Kraus mich gern gebracht hatte, ixzwix jemand gefunden ist. 
Die Darmstädter Sache, in der ich Kraus um sein Urteil gebeten 
hatte, sah er - nun, wie er eben ist - weder so noch so an. 
Ich werde ihm demnächst mal über den Stand der Dinge schreiben; 
er kann dann selbst entscheiden, ob er neben der Versorgung zweier 
Lehrstühle, Umzug etc. Zeit und Kraft hat, sich der Sache weiter 
anzunehmen. 

Über Ihr Herz will ich wirklich nicht reden, denn ich glaube, 
eigentlich ein leidlich anständiger Ivxensch zu sein. Aber: ihren 
Krankenhaus-Progessor halte ich für einen sehr klugen Mann. Ich 
hoffe also, daß Sie ab 1.^. - Tempo: Allegro ma non troppo! - 
wieder auf die Menschheit losgehen. Es wird gut gehen, wenn der 
"alte" Mann den so notwendig zu ihm gehörenden "Heranwachsenden" 
behutsam an den Zügel nimmt! 




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Hamburg- Bl ank ene se , 4 . ? • 61 



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Lieber Herr Dr. Geis, 

in der vorigen Woche waren Sie es in persona und Ihr ausge- 
zeichneter Vortrag, was mir Schwung und Auftrieb gab. In der 
jetzt zuende gegangenen »Voche halfen mir Ihr Brief und Doktor 
Murkes (köstliches!) gesammeltes Schweigen über die Runden. 
Darf ich Ihnen für diese - nun, sagen wir ruhig einmal: "Seel- 
sorge" während zweier Woche heute ineins von ganzem Herzen 
danken? 

Lassen wir den Vortrag einmal beiseite - Sie wissen, dass 
er sehr gut war! Und inzwischen haben Sie wohl auch das Ton- 
band-Manuskript, das Ihnen letzte Zweifel nehmen dürfte (wenn 
auch nicht die Iwühe, letzte Hand anzulegen, um das opus druck- 
fertig zu machen!). Aber dass über diesen Vortrag hinaus Ihr 
Seks Besuch als solcher, Sie selbst, Ereignis waren - das 
möchte ich noch einmal in herzlicher Dankbarkeit erwähnen. 
Sie werden ja wissen, dass diese Arbeit eine gute Portion 
Idealismus braucht, und dass nicht jeder Referent - sachlich 
und menschlich - ein reiner Genuss ist. Gerade in den Lonsten 
Dezember und Anfang Januar gab's Enttäuschenfes. Und dann kamen 
Sie - mit gutem Vortrag (siehe oben) und: mit all Ihrer Warm- 
herzigkeit, ja - auch mit dem, was Sie Humor nennen in Ihrem 
Brief," und - nicht zuletzt - mit Ihren durch und durch er- 
frischei/^Ge sinnungen! Ob Sie mir wohl glauben, dass aus solcher 
Begegnung Freude und Dank erwachsen, die länger vorhalten als 
eine'oder zwei Wochen (und die auch ohne weitere Auffrischungen 
anhalten werden!)? Ich bin froh, dass es Sie gibt, hier bei 
uns in diesem Westdeutschland, allwo man wirklich ein starkes 
Herz braucht, um nicht zu verzagen. Dank! Danl:! 

Von Ihrer Tochter Jael, dünkt mich, dürfen Sie getrost schwär- 
men. Noch ist die kleine Dame wohl zu jung, um zu wissen, dass 
ihr "S o (-liebenswert-) Sein" dem guten Aba sehr viel mehr 
noch gibt als nur Grund zum Schwärmen. Vielleicht wird Jael 



eines Tages wissen, dass ihr Aba auch dank ihres Da-seins 
jenen schönen und tiefen Satz vom Humor als der heute mög- 
lichen Form des Glaubens niederschreiben konnte. - G-rüssen 
^ie Jael, bitte! Und auch den Sohn, der sich mit unserem Pro- 
fessor auf der Basis von Fussball und Autos vermutlich ebenso- 
gut verstehen wird, wie sein Aba mit dem gleichen Herrn in 
Sachen der Theologie und der Politik. 



9 



Ärgern Sie sich doch, bitte, nicht über den Herrn Dr. Levin- 
Ooldschmidt! Sein Buch über das "Vermächtnis des Judentums" 
habe ich noch nicht gelesen, seinen Vortrag unlängst wollte 
ich hören - es kam jedoch irgendetwas dazwi sehen. Seine 
Lehrstuhl-Hoffnungen sind mir unbekannt, noch mehr seine Eig- 
nung dazu. Aber es ist wahr: die Universitäten sollten sich 
wirklich nach geeigneten Fachleuten für Judaistik umsehen. 
Hamburg tut' s, soweit ich weiss. Bisher ist aber noch kein 
Ergebnis zu sehen. Und dass der Herr Levin-(^oldschmidt sich 
selbst bemüht - warum böse sein? Vielleicht v;eiss er nicht, 
dass man dazu Hebräisch lesen kennen muss, selbst in diesem 
Land, in dem fast nur noch - .G-ott sei es geklagt! - die 
Theologie Studenten Hebräisch lernen! - Schämen - lieber Herr 
Dr. G-eis, w e r müsste sich wohl schämen? Das hat nichts mit 
irgendwelchen überhitzten Selbstaziklagen zu tun, die häufig 
hierzulande zu hören sind. Ich versuche nur, auch in den Fällen, 
in denen man einmal eine gesunde Wut auf einen jüdischen Freund x 
haben m.öchte, den gewiss nicht leichter zu praktizierenden Satz" 
anzuwenden: Tout comprendre c'est tout pardonner (wobei es auf 
das Verstehen der Ursachen ankommt!). 

Nun muss ich zum Schluss noch eine kleine Korrektur anbringen: 
Der "Dr." vor m.einem Hamen ist zwar geplant, aber noch nicht 
erworben. Ich möchte wünschen, dass die durch Ihren Hamburg- 
Besuch zustandegekommene Bekanntschaft anhfilt und dass (ich 
bin jetzt im 3. Semester!) Sie eines Tages in der Dr. -Version 
adressieren können! 

Leben Sie wohl, haben Sie Dank und lassen Sie sich sehr herz- 
lich grüssen von 



fUr^ 







h'^UsTVU Uo^^tofe-^^ > ^- \^V=^^o )^Ct^ . I^'^'V 



A. OTTER 

Welgelegenlaan 81 
2760 Driebergen-R. 
Tel. 03438-6264 



Driebergen, januari 1977 



VERTROmVELIJK 



Aan degenen, die in het bezit zijn van brieven, briefkaarten 
of andere "schrijvens" van prof. dr. K.H.Miskotte. .. 



O 



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Zeer geachte lezeres, lezer, 

Omstreeks de BOste verjaardag van prof. Miskotte, toen ondergetekende de uitgave 
"Gevulde stilte" voorbereidde, is hier en daar gesproken over de bijzondere brieven, 
die hij in de loop van zijn l^ven velen zond. Het geschiedde ook in een herdenkings- 
stuk van Dr. Deurloo in H.N.: "Miskotte kon brieven schrijven, die "gebeurden" .... 
een brief is in zi jn ogen kostbaar als een gedieht .... brieven, vei'vuld van cate- 
chetisch onderricht en pastorale bewogenheid • , . . " 

Reeds destijds hebben v;ij er over gedacht te trachten een selectie brieven het licht 
te doen zien en er met enkelen der naaste verwanten eh vrienden over gesproken. In 
elk geval zou het al bijzonder belangrijk zijn, Indien deze stuklcen centraal verza- 
meld en bewaard werden. / 

Nu prof. I-liskotte niet meer onder ons is, zijn deze gedachten opnieuw naar voren 
gekomen, mede n.a.v. hetgcen hij-zelf reeds vroeger over zijn schriftelijke nalaten- 
schap had vastgelegd. In overleg met de familie is in principe overwogen t.z.t. een 
Miskotte-archief in het leven te roepen, waarin ook deze brieven op verantwoorde 
wijze bev^aard kuniien worden. ' 

De aanvankelijke gedachten hebben er toe geleid, dat I-levrouw Miskotte, de kinderen: 
Mevrouvr Kiiiper-r4iskotte en Dr. H.H.IIiskotte evenals de heren Dr. Deurloo, Dr. Geense, 
Dr. Stoevesandt (Basel) en ondergetekende in overweging nemen t.z.t. de uitgave van 
een brieven-selectie te trachten te realiseren. 

Nadat stukken ter beschikking'' zijn gesteld zullen deze en mogelijk andere personen 
gaan schiften en selecteren. J/elke criteria daarbij aangelegd zullen worden is mede 
afhankelijk van de binnengekoinen brieven. Wij kunnen ons voorstellen en weten ook xiit 
eigen brieven-bezit, dat er veel "materiaal" bij kan zijn van persoonlijke aard. Dit 
zal 6f niet 6f door weglating van woorden, namen, e.d. slechts in aanmerking kunnen 
kernen en dan nog alleen maar in overleg met de bezitters. 

De betekenis van de inhoud is echter vaak z6 uniek, dat het ook voor anderen een ge- 
schenk is om dit te lezen, zoals nu weer blijkt met de onlangs versehenen uitgave: 
"als een die dien '. ' . ; 

Het is ons bekend, dat helaas door nabestaanden van vroegere ontvangers reeds zeer 
belangrijke door K.H.M. in brieven gegeven beschouvrlngen zijn vemietigd of onvind- 
baar zijn. Anderen hebben deze '"liloinodien" zeer conscentieus bewaard. Naar wij 
menen te vreten of vermoeden heef t ook U in de loop der jaren een brief of brieven of 
zelfs vele brieven van prof. Miskotte ontvangen. 

Onze vraag is nu: bent U bereid uw brieven of "collectie" ter beschikking te stellen, 
zodat verzekerd is, dat niets verloren gaat en de garantie gegeven wordt, dat met uw 
wensen en wil rekening wordt gehouden bij eventuele publicatie? Mocht er bij ons ook 
maar enige twijfel ontstaan bij schiftin^, omtrent uw wens of wil, dan zullen wij 
dit, hetzij mondeling, hetzij schriftelijk, van te voren met U overleg^en. 
Als U de originele stuklcen aan het archief wilt toevertrouwen dan zijn wij gaame 
bereid U fotocopr^/- te zenden Indien U dit wenst, tenzij U e.e.a. zonder meer wilt 
afstaan 6f ons fotocopy zendt. 

U begrijpt, dat voor een eventuele uitgave ontzaglijk veel overleg, nadenken, orde- 
nen, enz., enz. en dus veel tijd nodig is. E.o.a. vergt jaren. 






Mögen wij U daarom, als U wilt medewerken door de terbeschikkingstelling van uw 
"aandeel", vriendelijk, doch zeer dringend vragen e.e.a. zo spoedig mogelijk te 
vrillen doen toekomen aan 

Mevrouv7 J.Mskotte-van Pienbroek, 
"De Olde Wehme", 
Schoolstraat 23, 
Voorst (Gld), 

welke ook voor de verzending van dit schrijven zorg draagt? 

Met origineel materiaal is het wellicht het beste dit per aangetekend schrijven te 

verz enden. 

Onzerzijds geven ;d.o U de verzekering, dat het vertrouwelijk karakter van het gezon- 

dene a priori, voordat begonnen wordt met nader overleg, gewaarborgd is. 



Hopende en verifachtende, dat wij in dezen ook op uw niedeweiicing mögen rekenen en uv» 
materiaal met nu reeds geuite wensen en/of ander commenteiar liefst zo spoedig moge- 
lijk tegemoet ziende, verblijft, met bijzonder hartelijke dank bij voorbaat en met 
vriendelijke groet, namens de bovengenoemde groep familieleden en vrienden-leerlin- 
gen, 



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(A.Otter) 



P.S. Ilocht U Personen weten van wie U bekend is, dat ook zij "iets" hebben en vrat 
wij misschien niet weten, wilt U dan hun naam en adres ons doen toekomen? 



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Tel. 348 



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K. H. M i s k o 1 1 e : „Der Weg des Gebets." Chr. 
Kaiser- Verlag, Mündien. 7,80 DM. 

Wieder können wir mit großer Freude ein Budi 
des holländischen Theologen Miskotte anzeigen. 
Wer vermag in unseren Tagen noch eine Aussage 
über das Gebet zu machen, die nicht nur den Pfar- 
rer und die wenigen Menschen angeht, die in ihrer 
Kirche wirklich zuhause sind? Miskotte kann es. 
Wer kann über das Gebet so sprechen, daß seine 
Ausführungen zuerst als Artikelserie einer Zeit- 
schrift erscheinen und verstanden werden? Mis- 
kotte kann es. Wahrlich, ein außerordentlicher 
Mann, der jedem Leser — ob gläubig oder nicht — 
zum Gefährten zu werden vermag. Um einen Ein- 
druck von diesem kleinen, inhaltsschweren Bänd- 
chen zu geben, lassen wir Miskotte selbst spre- 
chen: »Die Gemeinde, gerade auch die durch Ab- 
fall, Lauheit und Gleichgültigkeit .reduzierte' Ge- 
meinde, wird mehr und mehr im verborgenen 
einen priesterlichen Dienst verrichten, der die Ent- 
fremdung, das bitterste Brandmahl dieser Zeit, als 
eine Last und ein Leiden aufnimmt, als Schuld und 
Anfechtung trägt, auch als Zeugnis für eine ,Göt- 
terdämmerung', bis ein Morgen von Gottes- 
erkenntnis tagt. Diese Dinge konkret zu madien, 
ist schwierig. Persönlich sind wir vielleicht oft ge- 
neigt, es aufzugeben, seit wir wissen, daß — wäh- 
rend man jetzt nach 20 Jahren endlich etwas von 
der Dämonie des .Dritten Reiches' zu erfassen be- 
ginnt — beinahe niemand von denen, die jetzt da- 
vor schaudern, an das Gebet hinter dem damals 
geleisteten Widerstand denkt, an das Gebet als 
tiefste Tat des Widerstandes, von Gruppen von 
Stillen im Lande getan. Wenn jemals Gelegenheit 
war, etwas von .Legion' und auch von seiner Ent- 
larvung und Entzauberung zu sehen, dann damals 
und dort. Das alles miterlebt zu haben und unver- 
ändert weiterzuleben — es scheint unbegreiflich, 
wie man so hartgesotten (oder feige) sein kann! 
Hat es je einen anschaulicheren Unterricht gege- 
ben? Hat man je einen tieferen Blick in den Ab- 
grund getan? Wurde je ein besserer negativer Be- 
weis für die Nichtigkeit der Weltgewaltigen ge- 
führt? Gab es je ein heldenmütigeres, wehrloseres 
Zeugnis? Das — vergessen! Wie ist es möglich? 

Was ist der Mensch? Ein Sklave der Mächte, der 
2u nichts kommt, keinen eigenen Weg, keine Le- 
bensäußerung, keine Form des Exislierens vor und 
2U Gott findet, ein Fremdling, der sich um so mehr 
von allem und allem entfremdet fühlt, je mehr es 
ihn gelüstet, sich kaltschnäuzig zu äußern? Sein 
Zynismus ist fast sicher ein Ausfluß der kalten 
Verzweiflung über sein Unvermögen, jemals zum 
Leben zu kommen, seine latente Grausamkeit wird 
durch Windstöße von Verzweiflung geschürt. Das 
Chaos im Herzen und im Kopf scheint grenzenlos; 
er kann nicht beten, weil er an ein geschlossenes 
All glaubt, oder umgekehrt, weil er seine eigene 
auf nichts sonst aufruhende Freiheit entwirft, um 
als eine .nutzlose Wallung' schließlich ein .miß- 
glückter Gott' 2u sein. Wie unbegreiflich, daß er, 



mit solchem anschaulichen Unterricht vor Augen, 
nicht einmal formal das Gebet versteht! Unbegreif- 
lich, daß er das Gebet nicht erkennt als, scharf und 
genau, die frohe Verwerfung seines dumpfen Glau- 
bens an die Natur und seines rasenden Glaubens 
an sich selbst! Was ist der Mensch: ein tolles 
Kind? Ein wilder Geist? Eine kranke Seele? Ein 
Opfer? Ein unheilbar verwundetes Wesen? Eine 
Fehlgeburt?" g 



Neues Theaterstück von Peter Weiss 

Der in Schweden lebende Schriftsteller Peter 
Weiss hat ein neues Theaterstück geschrieben, das 
er nach bisher vorliegenden Plänen zuerst im 
Deutschen Fernsehen veröffentlichen will. 

Das neue Stück ist Teil einer geplanten Trilogie, 
mit der sich der Schriftsteller bereits seit vielen 
Jahren beschäftigt, und hat als Grundlage Dantes 
„Göttliche Komödie". Das neue Stück von Weiss 
schließt sich dem Abschnitt „Paradiso" an und 
wird thematisch vom Frankfurter Auschwitz-Pro- 
zeß bestimmt. 



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vertritt, mit etwa 1700 Büchern und 100 Zeitschrif- 
ten einen Teil des deutschen Buchhandels reprä- 
sentieren. 

In einer vom Bürgermeister Isch Shalom und 
dem Leiter der Jerusalemer Kulturabteilung Ch. 
Kubirski abgehaltenen Pressekonferenz wurde 
darauf hingewiesen, daß die zu einer dauernden 

Aus technisdien Gründen muß in dieser Woche 
der Fortsetzungsroman des „Chevalier von Gel- 
dern" ausfallen. 

Einrichtung gewordene Buchmesse wohl zu den 
bedeutendsten und zentralsten Initiativen von Je- 
rusalem gerechnet werden muß. Die diesjährige 
Messe, die mit einem Kostenaufwand von einer 
viertel Million IL errichtet wurde, übertrifft die 
vorige bei weitem an der Vielfalt und im Umfang. 
Am Eingang der Ausstellung, die bis zum 13. 
April dem Publikum zugängig sein wird, ist eine 
Sammlung alter Pessach-Haggadoth aus Museums- 
und privaten Sammlungen zu sehen. In 
einer feierlichen Kundgebung wird der Jerusa- 
lemer Messepreis dem Schweizer Schriftsteller 
Max Frisch, von dem im Lande die Schauspiele 
„Andorra" und „Biedermann und die Brandstifter" 
aufgeführt wurden, im Betrage von 2000 IL über- 
reicht werden. Zum Richterstab für die Verleihung 
des Preises gehören u. a. die Universitätsprofes- 
soren Z. Werblowski und N. Rottenstreich sowie 



eher für die Universitätsbüchereien gespendet. 

Dr. S. Goldmann 

Paul-Ehrlich-Anschlußpreisträger 

Fünf Forscher aus Frankreich, Dänemark, Groß- 
britannien und der Bundesrepublik sind An- 
schlußpreisträger des Paul-Ehrlich- und Ludwig- 
Ddrmstädter-Preises 1964 geworden. Diese Preis- 
träger werden jeweils vom Empfänger des Haupt- 
preises (in diesem Fall Prof. Fritz Kaufmann, Ko- 
penhagen) benannt und teilen die Preissumme von 
100 000 Mark mit ihm. 

Wie das Frankfurter Paul-Ehrlich-Institut mit- 
teilte, hat der Stiftungsrat der Paul-Ehrlich-Stit- 
tung die Ansdilußpreise kürzlich, am 111. Geburts- 
tag Paul Ehrlichs, an Prof. Dr. Leon de Minor 
(Pdsteur-Institut, Paris), gemeinsam an Dr. Ida und 
Dr. Frits Orskov (Staatliches Serum-Institut, Ko- 
penhagen), Prof. Dr. B. A. D. Stocker (Lister-Insti- 
tut für Präventiv-Mcdizin, London) und Dr. Otto 
Lüderitz (Max-Planck-Institut für Immunbiologie, 
Freiburg) verliehen. Jeder Anschlußpreis besteht 
aus einer Bronzeplakette, einer Ehrenurkunde und 
12 500 Mark. 

Der eigentliche Paul-Ehrlich- und Ludwig-Darm- 
städter-Preis wird in Form einer Goldplakette, 
einer Urkunde und 100 000 Mark alle zwei Jahre 
an verdiente Forscher auf dem Arbeitsgebiet von 
Paul Ehrlich vergeben. 



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K.H, Mlskotte, Der Weg dM Gebets 
1964, mi 7,60 



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wieder können wir mit großer Freude ein Buch des holländiachen 
JT Theologen Misi^otte anzeigen, //er vermag in luiseren Tagen noch 
eine Aussage über das Gebet zu machen, die nicho nur den 
Pfarrer und die wenigen Menschen angeht^ die in ihrer Kirche 
wirklich zuhause sind? Miekotte kann es. Wer kann über das 
Gebet so sprechen, daß seine Ausführungen zuerst als Artikel- 
serie einer Zeitschrift erscheinen und verstanden werden? 
Miskotte kann es. Wahrlich, ein außerordentlicher Mann, der 
Jedem Leser - ob gläubig oder nicht - zum Gefährten zu werden 
vermag. Um einen Eindruck von diesem kleinen inhaltsschweren 
Bändchen zu geben, lassen wir Miskotte selbst sprechen! 
"Die Gemeinde, gerade auch die durch Abfall, Lauheit \md Gleich- 
gültigkeit 'reduzierte' Gemeinde, wird mehr und mehr im verbor- 
genen einen priesterlichen Dienst verrichten, der die Entfrem- 
dung, das bitterste Brrindmal dieser Zeit, al3 eine Last und ein 
Leiden aufnimmt, als Schuld und Anfechtung trögt, auch als Zeug- 
nis für eine 'Götterdämmerung', bis ein Morgen von Gottes- 
erkenntnis tagt. Diese Dinge konkret zu machen, ist schwierig. 
Persönlich sind wir vielleicht oft geneigt, es aufzugeben, seit 
wir wissen, daß - während man Jetzt nach zwanzig Jahren endlich 
etwas von der Dämonie des • Dritten Reiches' zu erfassen beginnt - 
beinahe niemand von denen, die jetzt davor schaudern, /f/ an das 
Gebet hinter dem damals geleisteten V/iderstand denkt, an das 
Gebet als tiefste Tat des Widerstandes, von Gruppen von Stillen 
im Lande getan. Wenn jemals Gelegenheit war, etwas von 'Legion' 
und auch von meiner Entl ir#ung und Entzauberung zu sehen, dann 
dajnals \ind dort. Das alles miterlebt zu haben und unvercindert 
weiterzuleben - es schein unbegreiflich, wie man so hartgesotten 
(oder feige) sein kanni Hat es je einen nschaulicheren Unter- 
richt gegeben? Hat man je einen tieferen Blick in ddn Abgrund 
getan? Wurde je ein besserer negativer Beweis für die Nichtigkeit 
der Weltgew -Itigen geführt? Gab es je ein heldenmütigeres, wehr- 
loseres Zeugnis? Das - vergessen! Wie ist es möglich? 

Was ist der Mensch? Ein Sklave der Iil chte, der zu nichts kommt, 
keinen eigenen Weg, keine Lebensäusserung, keine Form des 
Existierens vor \md zu Gott findet, ein Fremdling, der sich um so 
mehr von allem und allem entfremdet fühlt, je mehr es ihn ge- 
lüstet, sich kaltschnäuzig zu äussern? Sein Zynismus ist fast 



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Dr K. H. MISKOTTE 

de Olde Wehme 

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STIMME DER GEMEINDE 

HALBMONATSSCHRIFT ZUM KIRCHLICHEN LEBEN, ZUR POLITIK, WIRTSCHAFT UND KULTUR 



Herrn 

Rabbiner Dr. R.H. (reis 

22a) Düsgeldorf . 

Pischerstr. 55 



HERAUSGEBERKREIS : 
Martin Niemöller 
Gustav W. Heinemann 
Heinridi Crüber 
Oekar Hammelsbedc 
Han$ Joadiim Iwand 
Erica Küppers 
Ludwig Metzger 
Herbert ModiaUki 
Karl Gerhard Steck 
Herbert Ylerner 

SCHRIFTLEITER: 
Herbert Modiahki 
in Verbindung mit 
Herbert Werner und 
Erica Küppers 

SCHRIFTLEITUNG, VERLAG U. VERTRIEB 
Darmstadt, Roquettexoeg 1$, Telefon 375$ 
Postsdiedckonto: Frankfurt-M Nr.i4So8g 
Bankkonto: Stadtm und Kreissparkasse 
Darmstadt Konto 380g 

ANZEIGENVERWALTUNG: 

Frankfurt a. M., Am Hauptbahnhof 10 



IM- 



DARMSTADT, 1 • 6 . 6 

1 Ol 



Verehrter, lieber Herr Geis! 

G-anz herzlichen Dank für Ihren Gruss mit dem Text Ihrer Kadio- 
Predigt zum jüdischen Pf in^stf est • Ich habe mich ganz sehr 
darüber gefreut. - V/ürden Sie erlauben, dass wir Ihre iiadio- 
Predigt mit der Vorbemerkung, dass Sie bei ihrer Abfassung 
auch an die "Stimme" und ihre Freunde gedacht haben, im 
nächsten Heft der "Stimme" veröffentlichen? Uns wäre es ein 
schönes Zeichen der Gemeinsamkeit, wenn wir das dürften. 

In herzlicher Verbundenheit und im Gedenken an den Inhalt Ihres 
Pf ingstf estes , der Ja für uns von keiner geringeren Bedeutung 
ist, bin ich stets 



Ihr 



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(Mochalski) 



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STIMME 
VERLAG 



STIMME-VERLAG GMBH • FRANKFURT AM MAIN • FINKENHOFSTRASSE 4 



Telefon 55 43 35 

Postscheck: 148089 Frankfurt o. M. 
Bank: Dresdner Bank, Frankfurt a. M. 
Kto. -Nr. 2 47017 



Herrn 

Rabbiner Dr. R.R. Geis 

4 Düsseldorf 
PTscherstr. 55 



5.12.1967 



Lieber und verehrter Freund Geis! 

Von Köln aus, wo wir zur Regionalkonferenz waren und Sie sehr 
vermißt haben, wollte ich Sie anrufen - und kam dann doch nicht 
dazu. Anschließend mußte ich gleich für über eine Woche eine 
sowjetische Delegation in Hamburg empfangen und mit ihr unter- 
wegs sein, so daß es auch nicht zu einem Briefe kam. Es blieb 
aber unsere Sorge, wie es Ihnen ergehen mag. Helga Pereis, Joachim 
und ich haben oft Ihrer gedacht und von Ihnen gesprochen. Geben 
Sie uns bitte ein Lebenszeichen, damit wir wissen, daß wir etwas 
beruhigt über Ihren Zustand sein können. Dabei haben wir die Hoff- 
nung, daß Sie, wie schon einmal, im Januar nach Eppenhain kommen 
möchten! Sie finden dann nicht nur uns vor, sondern auch Renate 
Riemeck, die ja seit September in Eppenhain direkt wohnt. Wäre 
das nicht ein schönes Zusammentreffen? Bringen Sie doch Ihre Frau 
mit, die sicher auch Erholung nötig hat. 

Inzwischen ist auch unser Buch über unsere Reise nach Sibirien und 
in die zentralasiatischen Republiken fertig geworden. Sie sollen 
es morgen als erster mit einem herzlichen Gruß von uns bekommen. 

In der Hoffnung auf ein baldiges Wiedersehen bin ich mit allen 
herzlichen Grüssen von Helga pereis und Joachim 



stest Ihr 



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( Dr . h . c . Mo c ha 1 s ki ) 




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Hildegard Moszkowski 



635 Bad-!^aulieim,den l3.3.7o 
Prankf urterstr .1 1 7 



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Sehr geehrter Herr Rabbiner! 

Also, es handelt sich bei mir um einen Hörfehler, meinen Sie! 
Mag sein, gesprochen wurde es, ist nicht mehr meine Sache! 
im übrigen möchte ich Sie darauf hinweisen, daß ich nicht nur 
physisch» sehr gut höre, sondern auch geistig. 
Seit Jahren trage ich Ihr sehr gutes Buch '»vom unbekannten 
Judentum" wie einen Talismann mit mir herum und habe es sehr 

vielen Menschen empfohlen. 

Nun diese Qittäüschung in Ihrer Person! 
Darf ein Rabbiner so schreiben, wo vom Haus Israel die Rede 
war, von Heimkehr im Sinne Amos.Sind Sie so weltfremd, daß 
Sie nicht zu erkennen vermögen, wie eine große metaphysische 
Kraft, meinen Brief leitete? 

Ber esoterische Mensch spricht nicht von Empfindlichkeit, 
wohl aber von Empfindsamkeit. 

Daß ich"verfälsche"weise ich in großer Empörung zurück und 
diese Anschuldigung trifft nach meiner Erfahrung auch nicht 
den Deutschen. Irrtümer kommen überall vor! 

Ein Deutscher versteht unter Umständen jüdische 
i'^entalität nicht und aus einer Voreingenommenheit anders artigen 
Menschen gegenüber ( das ist nicht nur dem Deutschen zu eigai) 
unterlaufen ihm Irrtümer und falsche Interpretationen jüdischen 

Gedankengutes. 

Ich bin Künstlerin und muss meine^mimosenhafte 

Empfindlichkeit"behalten,die identisch mit Sensibilität! 

sicher war mein Brief eine Herausforderung, wenn ich gewußt 

hätte, daß Sie sich getroffen fühlen, hätte ich ihn trotz 

»»inneren muß" nicht geschrieben. 

Das ist doch wohl gleich, ob Sie Worte 
sprechen, die traurig stimmen, oder ein christlicher Bruder 
Ihnen schmeichelt, was nachdenklich stimmt! 

Es kann noch keine Verbrüderung geben, - 
wohl aber Mensclienliebe.Aus Erfahrung weiß ich, daß hinter 
den Verbrüderungsabsichten, nicht gleich erkennbarer Antise- 
mitismus steckt-aus einem Art Schuldgefühl, schließen sich 
in vereinzelten Fällen, -sogar +Ehemalige4- an. Aus den christl. 
Kirchen kommdfci Antisemitismus und ich habe ein Leben unter 
Christen leben müssen, von frühester Jugend an, durch Irrtumer 
der Eltern, -als ich dann aber zur wahroi Geminschaft fand,- 
wurde ich gesund und geht es nicht um das Geplänkel zwischen 

zwei Menschen, sondern, um den Frieden Israels und nun bitte 

möchte ich Sie versönlich stimmen, Sie nicht kranken. 
Helfen Sie mir bitte bei meitoer groQm Arbeit für den Frieden 
in Erez und seien Sie mir bitte diW^felsteT jüdischer Lebens 
und Denkung sweise. Ich will es Ihnen danken! 

NiTZJht Unterschrift: Moszkowski 
sondern: mit vorzüglicher Hochachtung! 

(gilt für mich, zu ,^,en, f.^k^^^^^ 



Hildegard Moszkowski 
(Greulah bat Abraham) 



635 Bad-Nauheiin,den 9.3J97o 
Frankfurter str*1 1 7 



Herrn Rabbiner 

Prof .Dr •Robert Raphael Geihs 

4 Düsseldorf 
Pischerstr.55 



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-Arnos 9, Vers 9-^ 5 - 



Sehr geehrter Herr Rabbiner! 

Gestern hörte ich die Übertragung der Eröffnung zur Woche der Brüder- 
lichkeit. Sie sagten: ich bin Jude und bin zurückgekommen, weil ich meine 

Heimat liebe* ^^^ jeder Jude so reden würde, was würde dann von unserer 

angestammten Heimat, Erez Israel, übrig bleiben? 

Ihr Bekenntnis, vor breiter Öffent- 
lichkeit, stimmte mich sehr nachdenklich, zumal Sie den Titel Rabfciner 
O tragen und^^hrem Buch :-vom unbekannten Judentum -zitierten Sie, sinn- 
gemäß, -die messianische Zeit bricht an,wenn nur eine ganze Jüdische 
Gemeinde, aus der Diaspora, geschlossen nach Erez auswandert. 
ES ist Privatsache, wenn ein Rabbiner, der in Erez gelebt hat, diesem sein 
Leben verdankt, nun in sein Geburtsland zurückkehrte und sich dort ehren 

und auszeich-enen lässt. 

Rabbiner sind Träger jüdischen Brauchtums! 

Wir leben in einer Zeit profeti scher Erfüllung. Siehe insbesondere: 

=auf das Ziel! 
In diesem Sinne, sollten sich alle Kräfte -Heim- 
kehr nach Erez Israel -konzentrieren! 

Unsere Geburtsländer waren über 2ooo Jahre nur Meilensteine 

auf der Wanderung nach Erez! 

Die indirekte r^uapü^k- Zurechtweisung 
sollte auch dem Zweck dienen-Ihnen einen Spiegel vorzuhalten,-um Sie 
vor Enttäuschungen zu bewahren. 
Q Nach meiner Auffassung und auf Grund meiner Erfahrungen, sollten wir 

uns jetzt fester zu sammenschließQi,als je zuvor, denn nun hindert uns 
niemand, es heißt die Zeit zu nutzen und selbst ein NichtJude, wie 
Heinrich Böll, schien der Rahmen der Veranstaltung nicht zu gefallen, 
was er in sehr depressiver Stimmung zum Ausdruck brachte. Vielleicht 
haben Sie in Israel Qittäüschungen erlebt, wurden müde, ob des vergeb- 
lichen Ringens. Das war eine Prüfung! Begeben Sie sicfe bitte nicht 
weiter ins andere Lager-Brüderlichkeit kann man auch im Stillen pflegen- 
und vergessen Sie nicht, wir sind und bleiben immer Juden und werden 
als solche gesehen -unsere Religion wird schwer verstanden und man 
dünkt sich ob des christlichen Messias, doch mehr! Vergessen Sie nicht 
Erez und werden Sie nicht schwach in jüdischer Tat und Heilsmission,- 
das würde eine Lücke in der jüdischen Gemeinschaft sein, denn wir 
brauchen in Zukunft alle Rabbinen,für den Aufbau des 

Hauses Israel -das bedeutet Judentum in d er Tat! 
Geulah bat Abraham 



Schalom! 



Mit vorzüglicher Hochachtung! 



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ISRAEL: WÖLK, LAND, STAAT 
Een theologische bGoordeling 



I. IWLEIDING 



Ü 



Als uiij als christenen in de t 
u/ij v/eelal in de eersto plaats 
.theologische beteken 



enenujOGrdige tijd over Israel spreken denke 



n 



aan de staat en drifigt zieh de vr 



is van deze staat aan ons 



op. 



Het is echter 



aag naar de 
onmogel tjk 



dezG vraag te beantujoorden zonder dat üiij ons bezinnen op de plaats en het 
luezen v/an het joodse voik. Voor deze bezinning moetcn tu/ee kanten in het 
oog gehouden worden. Dit \yolk is een zichtbarg f ei tel ijkhei d > als zodanig 
moet het beoordeeld luorden v/olgens maatstaven die 
schappen gelden. lYlaar dit voik heeft 



voor menselijke gemeen- 



ook een difnensie die allee 



n vanuit 



O hüt geloof begrepen ka 



f) lü o r d e^n . Geen v/an deze beide benaderingsujijzen mag 



veru/aarloosd u/orden. Als ujij met voorbijzien vyan de huidige ojerkelijkheid 
alleen vanuit de bijbel spreken 



blijkt telkens u;eer dat lu 



ij van de groot- 



heid "joodse volk" een abstrakt theologisch gedacht 
u/ij daarentegen de bijbel uitschakei 



enspinsel maken. AI 



en, verliezen iL'ij de unieke aard van dit 



volk uit het 



oo'j; in dat geval zullen u/ij steeds geneigd z 



ijn de uitznnder- 



lijke aspekten v 



an 



zijn geschiedenis en besta 



an, die het nevolg zijn van 



üods verkiezend handele 



n 



u/eg te verklaren en deze gelijk te schakeler. met 



ujat zieh eiders vert 



oont< In het volgende hebben 



u; 



beide zijden, die 



ij een poging gedaan om 



van de empiSrie en die 



Als u/ij dus telkens 



van het geloof, in het oog te hnuden 



van de ene orde op de andere overspringen hebben m] 



dat ujelbe 



Mi 



ust gedaan, overtuigd dat d 



e bijzonderheid va 



n 



vercUst Israel bezit 



nu 



eenmaal in deze dubbeiheid ee 



ins onderujerp dit 
n gehei'-fi dat nnnit 



^^^5L,..^°.'^£^ic^^ig te maken is. Dat zal 



Ad, ^et v ervQlq daaruit blijken, dat 



lÜ 



ij meer dan eens op vragen stuiten die riet 



op te lo 



ssen zijn 



II. UITGANGS^U^JT 



yj 



ij zien ons gesteld voor het feitelijke gege 



ven dat er een joods volk 



bostaat en de eeuiuen door bestaan heeft. (Ylen kan lang of kort dis- 



kus 



Sieren over de vragen u/at onder "volk" verstaan moet .i/orden, lüie tot 
dit volk u;el of niet gerekend moet lüorden, en ii;at eigenlijk een jood is 
Het is echter niet te ontkennen dat er een gevoel van saamhorigheid is 

e gelovige en de niet-gelovige -, de zionis- 



dat de joden verbindt - d 



tisch en de anti-zionistisch 
andere nationali teit heeft. 



gezinae, de israelische en hem die een 



r 



- 2 - 



Dp grond van deze door de joden ervaren en op allerlei manieren zicht- 
baar gemaakte verbondenheid , moet gezegd ujorden dat het joodse volk eei 
bestaande realiteit is. 



3. Dit joodse v/olk is anders dan alle andere. Geen ander wölk heeft, v/oor- 
zov/er lüij vueten, eeuiuenlang kunnen bestaan zonder gemeenschappel ijke uioon- 
piaats, taal of staat. Dat het echter uierkelijk een geheel uniek \jolk 
is, kan slechts vanuit het geloof gezegd uJorden. Dat feit berust uit- 
sluitend op de roeping en v/erkiezing v/an God, Hij heeft de belofte ge- 
qeven dat het een v/olk zou zijn, en daarna ujerd het tot een volk, Hij 
heeft een land toegezegd nog \joot het als volk bestond, Hij heeft er een 
verbond mee gesloten en daardoor vuerd het tot een v^ oik anders dan alle 
andere. Hij heeft het een wet gegev/'en en eerst daarin ontving het de 
band die het als zichtbare volksgemeenschap samenhield. En toen het 
later ujeer uit zijn land verdrehen u/as en verspreid ondcr de uolkeren 
leefde, luerd het slechts door een boek en een belofte bijeengehouden , 

A. Dit is de dubbele realiteit van het joodse volk; het wordt volk genoemd 
zoals ook andere Volkeren en het is een volk anders dan alle andere 
Volkeren. 

5. Als uiij van het feit uitgaan dat or een eigen joodse volksgeneenschap 
bestaat, moeten uiij erkennen oat deze gemeenschap a^^nspraak mag maken 
op een eigen land. Uiant al is het niet zc, dat ieder volk recht heeft 
een eigen zelfstandige staat te vormon, het heeft luel het recht om te 
leven in een eigen land onder een zodanige staat svorm dat zijn voort- 
bestaan als volk geuiaarborgri is. 

6^ Het is echter niet genoeg om te zeggen dat het jüodse volk, als elk 






ander volk» recht heeft op "een" land. AI gelden de maatstaven van het 
algemene internationale recht en van de wereldpoiitiek ook voor de 
Staat Israel, het zijn niet de enige gezichtspunten van waaruit zijn op- 
richting beoordeeld moet worden. Als dat zo uias, zou een jonds tehuis 



in principe ovoral in de ujereld, bijv. in 7. -Amerika nf in Afrika 



ge- 



sticht kunnen ujorden, Dan zou h^t joodse volk ook alleen maar zuiver 
menselijkc en dus bet rekkelijke rechten op zijn land kunnen doen gelden 
Zoals echter dit volk een enigsoortig volk is, zo is ook zijn verbonden- 
heid met het land Palestina van een bijzondere en unieke aard, Het is 
v olgens _ de b ijbej. de luoonplaats, die door God aan het volk als genadeqave 
is toegezegd; volgens menselijk recht konden zij er geen aanspraak op 
maken, luant andere Volkeren uioonden in het Isnd, , 






- 3 . 



In de hele werdere geschiedenis v/an God met Israel speelt het land een 
r, ote rol; hetis een uiezenlijk element \yan het verbond. Dit alles kan 



Gllcen vyanuit het neloof 



worden gezegd. Op grond daarvan zijn luij ovyertu ^i 



CiSt \>an Godsuiege dit \jolk en dit land biieen höre 



n 



dat dit het aan hc 



joodse v/olk "beloofde land" is 



\-i 



ET 300DSE V/CLK IM DE OUDTESTAIYIENTISCHE EM DE TEGENiliDGRDIGE 113D 



het v/ooraf gaande hebben ujij ons uitgangspunt genomen in de realiteit 



1 hc-^t joodse vnlk zoals deze uoor elk zichtbaar is. e 



n hebben lüij ha 



•staan uanuit de goddelijke roeping en beiofte die dit uolk draagt 
künden dit slechts doen in de overtuiging dat het joodse volk van 
" nog altijri hetznlfde donr God uitverkozen volk is uaar het Oude 
estament over spreekt. llJel is deze- blijvende uitverkiezing geheel ge- 



LTond in Gods tr 



ouu/ , m 



aar zij zal toch ook haar lijnen in de geschiedeni 



trekken en haar Stempel op dit volk drukken. llJij mögen dus veriuachten 
dat er bepaalde elementen en aspekten in het joodse unlksbestaan van 



o n z e t i j d z u 1 1 e n 



ijn, die het gemeen heeft met het volk van het Oude 



Testament, en die er ans op wijzen dat het - ondanks alle historisch( 



V 



eranderingen - nog steeds datzelfd 



e volk i 5 . IL' ! j g a a n dus uj e e r b ij b e 1 s e n 



empirisch te werk, op geiijke luijzfe als Paulus dat gedaan heeft. lilant als 
deze in zijn brief aan de Romeinen de vraag u/il beant'jjoorden of God. het 



jüüdse volk heeft laten vallen, geeft hij niet alle 
^^egronde beschouiuing over de goddelijke verkiezinn 



en een np de' bijbel 
maar beroept hij 



^-ich heel konkreet op zijn eigen existentie. En als hij daarna tracht 
Joor te dringen in het, goddelijk mysterie van de verharding van Israel 
ujijst hij de voormalige heidenen op het vonr ogen liggende feit dat zij 



zeif tot geloof geko 



m e n z i j n 



dank zij het ongeln-f van de joden 



Igens het Oude Testament is Israel als qeheel oe 



roepen Gods verbonds- 



volk te zijn, Het volk-zijn en het gemeente-zijn waren hier bestemd nm op 
unieke u/ijze samen te vallen. In later tijden heeft men dit u/el trachten 



na te volgen in het z.g. corpus christianu 



m 



maar deze verbindino luas 



daar in de beste nevallen nooit 



meer dan een af schaduuiing van Gods be- 



doelinn met Israel, C 



p een zeer enkele uitzondering na behoort zulk een 



af schaduujing echter tot het vcrloden. Woorzover luij thans nog in ons 
\ land of eiders van een volkskerk kunnen spreken, veronderstel t dit be- 

\ giip steeds een teqenover elkaar staan of naast elkaar staan van kerk 
\ en volk, en geen vereenzel viging . Alleen van Israel gold principieel dat 



het ais volk Gods volk 



ojas en als zodanig moest leven. Het was als volk 



geroepen om een samenleving te verwerkelijken uiaarin alleen Cods Uiil luet 



uias 



- 4 - 



O 



Zulk een samenieving is niet denkb 



aar zonder het samenujonen in een laid 



lYlet het doei zulk een samenleving te vormen, ontv/ing Israel het land 
als genadegeschenk, lüanneer het ongehoorzaam luas, dreigden de profeten 
met ^erdrij\ying uit het land-. Ballingschap werd door hen als teken wan 



Godsgericht uerstaan, en terugkeer als 



een nieutue genadige mogel ijkheid 



om Gods bedoeling met het \/olksbestaan te 



verwerkel ijken . Zo is het t 



e 



cgrijpen dat het luonen in het land volgens het Oude Testament als zicht- 



baar teken van de verkiezing en konkretizeri 



n 



g v/an het heil kon gelden 



0, filaar de God van Israel is de God 



van de hele aarde. (yiet het besef, het 



ijzondere eigendom van zijn God te z 



ijn, ging het beiuustzijn samen een 



•nivorsele roeping te hebben om het heil aan alle Volkeren te bemiddcl. 
h.3t iKare karakter van het joodse volk van het Oude Testament liqt dys in 



drie geheel tot een eenheid verbünden kenmerke 



n 



zijn cntvangen van GgJg 



rieilbarjjic) , zijn heilige samenleving in het aan hem neoeven land en - 
universele roeping. 



O 



1. HtJt Volk als totaliteit i 



eigen identiteit niet tr 



o 



s ook in de tijd van h.-3t Oude Testament zijn 
uui geujeest. In de bijbelse geschriften is de 



spanning tussen de uiare en de valse profeten, tussen hen die de unieke 



openbaring van hun unieke God verstond 



en en hen die deze verujarden of 



verbonden met eigen ujensen of met de religiös van de Volkeren, duidelijk 
merkbaar. Hflet de babylonische ballingschap heeft Israel 



zijn eigen Staats 



verband verloren. In de eeuu>en daarna begonnen groepen vromen zieh af 
te scheiden; daarmee luerd de gedachte prijsgegeven dat het volk-zijn en 



hei grr-meente-zijn mocsten samenvallen. UJat niet ü»e 



gneemt dat er ook al- 



tijd anderen ujaren die niet bereid 



uuaren 



zieh hierbij neer te lege 



en 



En teru/ijl sommigen oog hadden voor di 



universele roeping van hun volk 



wilden anderen het juist als ee 
schap taeujaren. 



n heilige, in zichzelf besloten gemeen- 



12. AI 



:^. ujij ans nu luenden naar het jnodse volk zoals zieh dat heden ten dage 



aan ons voordoet 



vinden uiij niet meer de eenheid van de b 



ovengenoemde 



kenmerken die zun uiezenlijke karakter uitmake 



n. Ook nu is er sprake van 



een vervreemding van zijn eigen, u/are identiteit 

13. Het volk als geheel voelt zieh niet meer gehonden aan de openbaring 

van God: er zijn gelovige en ongelovige joden. Uoor velor beujustzijn he- 
staat de eenheid tussen volksverband en geloof sgemeenschap niet langer 



om een eige 



bij- 



Daarmee ujordt ook de spanning die ligt in de roeping 

zonder volk te zijn teriuille van de Volkeren door velen nauiuelijks mejBr er- 

varen. ~ "^ 



' u c 



'/eeleer zicn- luij bij vele joden een nationaal besef, zoals dat geyonc 
vLordt bij alle Volkeren in hun onderlinge strijd om het bestaan; vl 
los daarnaast staat dan bij hen die noq do fYle-ssias of de messiaanse 
heilstijd verpachten, het geloof in de gnddelijks bestemming uan hun wölk 

14. Het zou echter een grote eenzijdigheid zijn als u;ij slechts uan deze ver- 



>.vt> 



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vreemdinq cnraken. l'iant ook al is d 



G naodLuenriige samenhang verloren 



'.egaan, wezcnlijke Aspekten van de identiteit van het Joodse volk zijn 
non duidelijk te zien: de troum aan de wet, de verbondenheid met het 



X^A"^*^ land, de universele roeping Deze zijn voor ons even zn vele tekenen 

dat het volk van nu verbünden is met en de voortzetting is van het 



uitverkozen volk van het Oude Testament 



15. Dij de orthodoxe joden zien luij een grote trouiu aan de wet. Zuiver his- 
torisch ' gesproken is het een niet te ontkennen feit dat juist deze 



van ujeer- 



trouui de voornaamste faktor is geujeest die het joodse volk er 
houden heeft cp te gaan in de Volkeren, vanaf de tijd van de babylo- 
nische ballingschap tot nu toe. UJij geloven dat God zijn vclk vasthoudt 
en het dus niet zal laten verdujijnen. Het is vooral de luet, die de 
eeuwen door een beuiarende en behoudende funktie voor het volk heeft 
V e r V u 1 d . 



i6. Bij de zionistisch -gezinde joden trePt een grote verbondenheid met het 
vroegere volksbestadn en het eigen land. Nooit is dit verlanger, naar 
Q\ het land onder de joden geheel verloren gegaan In onze tijd heeft het 

zieh als een geschiedenisvormende macht doen kennen. Natuurlijk bestaat 
het gevaar dat het Oude Testament eenzijdig als een nationaal geschiedo- 
nisboek geiianteerd uiordt, dat de nationale aanspraak op het land moet 
rechtvaardigen Het is echter niet te ontkennen dat de in de bijbel be- 
■ .■ - schreven qeschiedenis von het joodse volk van Abraham af spreekt van 
;1^ een telkens u/eer in het land bijeengebracht worden en er uit verdreven 

ujorden^ van herstel en afbraak, en van een door alles heen bltjvende be- 
.>'*'' lofte van een duurzaam volksbestaan in het eigen land. De liefde tot 
volk en land van de tenenujoordige zinndstische joden is derhalve een 
schakel , die hen verbindt met het uitverkozen volk van het Oude Testa- 



c^' 



/(^ 



\ 



ment . 

17. In het leven van de joden in de verstrooiing herkennen oiij tekenen van 

de universele rneping van het unieke volk luaartoe zij behoren. Hoe sterk 

velen van hen zieh ook mögen hebben aangepast aan hun omgeving en hoe- 

veel pogingen er ook sinds de tijd van de verlichtino gedaan mögen zijn 



I U L 



- 6 - 



om hün te laten opgaan in de gemeenschap u/aarin zij wonen, zij blijken al- 
tijd uioer een ergernis en struikelblok te zijn vnor alle nationalisme en 
,M " racisme. Hun bestaan temidden van de anderen is een oproep aan het ge- 
^^^\ ^ötß'^ ^^n de Volkeren om de universele rechten van alle mensen veilig 



t7»^ 



te stellen, Trouujens, de roeping tot universal! teit , die tot het 



ujezen 



van het joodse volk behoort, komt niet all 



een uit in de aanstoot die 



zij geven. Vele qosekulariseerde joden zijn vonrvechters geiueest in de 



lAV. 



^ strijd voor rechtvaardigheid en grotere mensel ijkheid . En 00k hierin mener, 
^ ujij, in yosekulariseerde vorm, een spoor te zien van de bestemming van 
,,^ ' het- üitverkozen volk van het Oude Testament om tot zegen te zijn voor 
de Volkeren. 



IV. JEZU5, HET JOODSE l/ÜLK EN DE UOLKCREIM 



öbv'' 



18. In het voorafnaande hebbe 



n uiij een poging gedaan ons er van bewust te 



worden luaarin de idcntiteit van het uitverkoze 



n volk ligt op grond van 



het getuigenis van zijn Uiet en zijn Profeten, Uy hebben ovcr het verlies 



van deze identiteit va 



n het joodse volk in het heden gesprcken en te- 



vens getracht de tekenen van het behoud er van te herkennen, lüant bij 
alles stond voor ons het geloof vast dat Gods verkiezing doorgaat, en 
dat 00k in zijn vervreemding het joodse volk nog steeds het b'jzondere 
,^ volk van God is. Tot nu toe hebben ujij echter de verschijning van Jezus 



rf^ 



(^ 



i^ en het bestaan van de kerk als het u/are ui tgeschakeld lüy zulle 



n ons 



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iv 



1\A 



y^ 



nu moeten afvragen luat het voor het joodse volk betekent, dat het Dez 



U: 






als zijn filessias heeft afgewezen, en of daard 



i^- 




oor Gods geschiedenis met 



dit Volk misschien zo f undamenteel gewijzigd is, dat 



ujij niet van een 



doorlopende lijn vr')'^. r en n 



a deze afu/ijzing kunnen spreken 



19, 1.3ezusenhetjoodsevolk. 

Zoals in het voorafgaande uiillen ujij 00k nu u/eer eerst de voor ieder 



zichtbare f ei trjlijkheid in onz 



e overleggingen betrekken. Empirisch ge- 



snroken moete 



n iDij zeggen dat door de afujijzing van Jezus geen radikale 



breuk in de geschiedenis van het joodse volk is gek 



kan men nog eerder een dergelijke breuk zi 



gekomen. Historisch 
en in of kort na de babylonische 



ballingschap dan in de tijd van en na* Jezus. Het is ujaar dat de ver- 
woesting van Jerusalem in 70 en 135 n. Chr. en de daarmee samenhanqende 



verstrooiing van het joodse volk radikaler was d 



an iets uat in zijn ge- 



schiedenis voorafgegaan u/as. In de nieuutestamentische evanqelien Uiordt 
er 00k duidelijk verband gelegd tussen dit geheuren en de afi-.njzing van 



Jezus 




v-v^' 






- 7 - 



niaar ook met Volledige erkenning hierv/an moet gezegd ujorden dat wat 
toen gebeurd is niet van een principiöel andere orde is dan wat ook 
wroeger had plaatsgevonden . Ook de oudtestamentische profeten hebben 



als Gods oordeel gesproken ov 



er werLuoesting en vers trooiing , ook hun 



wo 



Orden zijn in v/ervulling gegaan - en daarna luerd het v/olk lueer büee 



n 



gebracht - en kreeg het uieer een nieuuje mogelijkheid om Godsvolk te zijn 



20. niaar ook van het gelnof uit moet gezegd uuorden dat Gods handelen i 



n 



Oezus als Messias v/an Israel niet 



een doorbreking is v/an zijn handelen 



met het JGodse volk. De hei 



e oudtestamentische geschiedenis spreekt 



van Gods telkens hernieuiud komen tot zijn volk. Gods volk zijn betekent 
dat God met het volk is. Telkens 



opnieuuj en telkens anders komt Hij in 
zijn uiet en in de Uiüorden van de profeten. Het hele Oude Testament ne- 



tüiot van dit I 



mmanuel, van het God-met-I srael . In Jezus is God 



opnieuL, 



maar in een tot dan toe ongekende volheid f en 'niet meor te overtreffe 
onmiddellijkheid ) tot zijn volk gekomen 



L^ 



!n 



in hem .is Immanuel present als 



nooit te voren. Hieraan mag niets ujorden afgedaan. Tegelijk moet echter 



gezegd u;orden, dat dit komen van God in Oezus geheel i 



n de lijn lag 



van Gods komen tot Israel in de voorafgaande geschiedenis. 
Daarom kon 3ezus dan ook zijn veruerping zien in het licht van het lot 
dat vroeger de profeten getroffen had Als het komen en do afiuijzing 
van Oezus dus niet een absoluut keerpunt in de geschiedenis van het 
joodse volk is geiueest, zijn de oudtestamentische omgangsvormen" van God 



met dit volk d 



aardoor dan ook niet opgeheven: de eenheid van volk en 



n 






land krachtens de verkiezing blijft'voor en na van kracht. Daarmee is 



n de ujederop- 



<ivM°o^< cJe mogelijkheid gegeven de terugkcer naar het land e 
^^-vtw^^richting van het joodse Staatsverband positief te vcrstaan (zoals ook 
Deu^^££ j^esa ja d e__ terugkeer posi tief verstond), zonder daaraan echter 
de gedachte te verbinden dat deze staat nooit meer ten ander kan gaan 
of dat hij de laatste etappe van de eindtijd inluidt. 

21. Het is in znkere zin een ijdele bespiegeling te vragen luat er gebeurd 

oodse volk als totaliteit zieh wöl tot Jezus zou heb- 



zou zijn als het i 



ben gekeerd. Toch kan die vr 



aag ons helpen om ons duidelijk te make 



n 



hoe uieinig .lezus voor zijn volk een breukpunt is. Aanvaardinq van hem 



als fflessias zou hebben bctekend, dat het vnlk zieh tot ziin ei 



gen iden- 



titeit bekeerd zou hebben. Het zou dan God in zijn midden luerkelijk er- 



kend hebben en z 



o geujorden zijn uat het van God uit altijd al 



ujas 



zijn 



verbondsvolk, Dat zou de vervulling van zijn eigen geschiedenis zijn ge- 



weest 



J u o 



- 8 - 

Daarmee zou dan ofujel Israel het v/olmaaktR Instrument v/an God oeujorden 
zijn vQor het heil van de volkerenuiereld , ofujel het cinde v/an de ge- 
schiedenis in de komst van het Rijk van God zijn aangebroken. In beide 
gevallen zou dit zo iets totaal nieuuis en ongekends hebben inqehouden, 
dat ujij er geen beschrijving van kunnen geven. Van beide vergczichten 
kunnen luij alleen maar dromen. 

22. lYlaar het joodse volk als zodanig heef t Jazus afgeujezen. U.lel iaq deze 
afiDijzing, zoals uiij boven al zeiden, in de üjn van de afiuijzing van de 
profeten \j66r hem. In deze afujijzing heeft echter de reeds in oudtesta- 



mentische tijd bestaande spanning tussen identiteit en ver 



vreemding haar 



diepste bevestiging en haar uiterst 



e verscherping gek regen. Jezus heeft 



in zijn prediking en optreden de verhouding tussen God en mens dermate 
geradikaliseerd, dat hij de mens onmiddellijk met Cod zelf konf ronteerdi 



Hij heeft zieh met name geujend tot de joden die zieh door hun levens- 
ujandel eigenlijk buiten de gemeenschap van het uiare Godsvolk stelden. 
Daarmee kujam hij te staan tegenover de "vromen", die in een trouiue wets- 



betrachting het voortbesta 



an van het uitverkozen vulk trachten te ver- 



zekeren en te handhaven. En evenzo heeft hij her afgeu;ezen die de na- 
tionale zelf standigheid ujilden herstellen en op die luijze streefden naar 
de zelfhandhaving van het volk, Het joodse volk als totaliteit heeft 



deze vernieuuiing van de kritiek van de profeten niet 



verdragen^_ Het 



is voortgegaan op de lueg die het sinds Ezr 



a uias ingeslagon^ zonder 



de gevaren van morele en nationale zelf handha vin 



g voldoende te onder- 



kennen 



n 



23. lifij hebben in het vasthoude 



ysX.' 



n 



van het hedendaagse joodse volk aan de lüet 



^en 



^ 



u/V' 



vd^- 



in zijn liefde tot land en staat cle 



menten van zijn identiteit als 



uitverkozen volk qezien en tekenen van zijn verbondenheiri met het oud- 



^ 



r </■' 



■\' 



.tv-t*- 



testamentische Godsvolk. (Ylaar 



juist door de luijze uaarop het aan de ujet 



vasthoudt en juist door deze liefde 



vnor een eigen vdlksbestaan heeft 



het 3ezus veru/orpen; juist deze z\;n zeer belangrijke faktoren geii-eest 
Luaardoor hij door zijn eigen volk is afgeiuezen. Zo paradoxaal en radikaal 



is de spanning tussen beh 



oud en verlies van eigen identiteit 



24. 2. Jezus en de Volkeren. 

Dezus Christus is het kome 



n van God tot de Volkeren. In de verknndiging 



van hem als de fYlossias van Israel 



lüorden de Volkeren met God zelf ne- 



konf ronteerd . Uoor hen is dit een radikale breuk in hun geschiedenis 



- 9 - 

Kenden zij te woren dB God van Israel niet, in Christus hebben zj toegang 
gekregen tot Hern, die ook v/oor hen God is. Het kan een uiterlijke toe- 
valligheid schijnen maar het wijst op een luezenlijk en diep verschil in 
de verhouding tot God van joden en van niet-joden: de joodse jaar- 
telling loopt vanaf de aanvang van de geschiedenis zoals het Oude 
Testament die beschrijft door, de jaartelling van de Volkeren verdeelt 
de geschiedenis in een tijd \j66t en na Christus. 

25. Van deze konfrontatie met de God van Israel in Christus kunnen ujij ook 
de zichtbare tekenen in de geschiedenis van de Volkeren zien. Er is 
een christelijke kultuur ontstaan, uaarin de uiereld luerkeliik u/ereld kan 

^ i^Ci" zijn en niet langer vergoddel ijkt luordt en ujaarin de samenleving mense- 
lijker is geu;arden. 

26. lYlaar ook de Volkeren hebben Jezus Christus niet aangenomen Of eigenlijk 
moeten ujij hier precieser spreken. U/ant van de verschillende Volkeren 
kan niet zoals van Israel gezegd ujorden, dat zij als völk door God lüorden 
geroepen. Het zijn de "heidenen" van de volkerenujereld , tot wie Gods 
uitnodiging in Christus komt. UJat zou er nu gebeurd zijn als zij wel aan 
deze uitnodiging hadden gehoor geschonken? Dit is u/eer een spekulatieve , 
vraag, maar het antuioord ujordt ons toch wel door Paulus in zijn brief 

aan de Romeinen aangereikt (Rom 11 : 25, 26). Dan zouden deze "heidenen" 
het Rijk van de IDessias van Israel zo hebben afgebeeld dat dit Z'jn terug- 
slag zou gehad hebben op het joodse volk, zodat dit zijn wäre bestemming, 
Uiaartoe zijn Pilessias het opnieuui geroepen heeft, teruggevonden zou heb- 
ben . 

27. 3. De kerk. 

Cn dan tenslotte de kerk. UJant al heeft het joodse volk als geheel zieh 
niet door zijn (Yiessias uit de vervreemding laten terugroepen, er zijn 
toch de enkelingen uit dit volk die Jezus iügI aanvaard hebben, Zolang 
de kerk bestaat, zijn er te allen tijde joden-christenen geiueest. Zij 
hebben in Dezus de roeping van hun volk erkend en hebben' zieh van Gods- 
luege onder zijn oordeel en vrijspraak laten stellen. 7,o hebben zij, 
plaatsvervangend voor heel het joodse volk, in hem het eigenlijke ujezen 
van het Godsvolk gevonden. En ook al zijn de Volkeren niet in Christus 
tot God gekomen, ook daar zijn er de enkelingen die in de filessias van Is- 
rael God hebben leren kennen en zieh hebben laten inlijven in het Gods- 
volk. En dgarin zijn ook zij plaatsvervangend voor alle "heidenen" van 
de volkereniuereld . 



- 10 - 




en nadiqend te sta 



an temidden uan en tegenov/er het joodse volk e 



n 



tegent)v/er de uolkere 



n 



O 



28. A1a-r evenals het jüodse volk is ook de kerk 



van haar Luare aard ver- 



vreemd. Terwijl zij in ujezen de 



messiaanso eenheid van joden en heidene 



n 



is,-vGrtüont zij zieh doorgaans als kerk 



van niet-- joden 



Zij heeft zozeer haar 



eigen oorsprong vergeten dat zij d 



u/einige joden 



christenen in haar midde 



n veelal als merkujaardige uitzonderingen be- 



schouuyt, uiaarmee zij niet goed raad lueet. De jood die christe 
düor zijn volk geiuantrouujd ; dat k 



n is , «üQrdt 



an ook niet anders 



want als christe 



n 



moet hi 



j, ondanks alle verbondenheid , toch buit 



en zijn volk komen te 



staan. Hot i 



s voo 



r hem moeilijk hier de juiste uieg t 



e gaan. In het vnr- 



1 d ci n i s h 



.-v« 



ij vaak in verbondenheid tekort geschote 



n en in het heden 



A/-^ 



o 



accepteert hij vaak te onkritisch iwat het jood 



de Volkeren die Christ 



■ e volk doet. Degene^uit 



en 



is, zoü op gelijke uiijze door zijn volk geii-antroj' 



moeten worden. Daarva 



n 



is vaak ueinig te zien. Het nationalisme 



ujaarin 



het Joodse volk aa 



n 



ijn proFetische roeping heeft trachten t 



e ontkomen 



is in niet mindere mate de 



onde van de kerk geiüorden. En dat zelfdi 



geldt van het moralisme e 



n luetticismQ 



UJ 



aarin de iwetsgetrouiuheid va 



n 



de joden zo vaak is nntaard. 
offer gevallen. Zo bliikt ook 



Ook hinraan is de kerk steeds weer ten 

zij niet opgeuassen te zijn tegen de radika- 



liteit va 



n de omgang met God 



29. In h 



aar vervreemding maakt de kerk haar identiteit al 



meente evenmin waar als het joods 



s messiaanse ge- 



e volk dat gedaan heeft, maar dank 



zij Gods trouui houdt zij toch niet op kerk 



In haar verkondiging predikt zij Gods k 



van Jezus Christus te zijn 



onen tot de mensen in gericht 



e 



n vrijspraak; in de bediening van doop e 



n avondmaal gedenkt en viert 



zij Gods heil; op vele plaat 



sen ter ujereld komen christenen ptofetisch 



op voor de entrechten; op grond van het fundamentele uni versalisme 
van de kerk zien luij christenen zieh niet alleen in th 



eorie maar nok 



mettordaad verzotten tegen racisme. En meermalen in de geschiedenis 
hebben kerken geiueigerd zieh te lat 



zijn er altijd ujeer christe 



en gelijkschakelen met de staat en 
nen die protesteren, als kerk en staat dreigen 



samen te vall 



en 



I u 



-11- 



V. DE STAAT ISRAPL. 



30. 







31. 



AI? u;ij nu in dit laatste hoofdstuk ov/er de staat Isnel uillsn spreken, 
tehoe^jen wij eiannlijk allein de 1 jnen, die wij in het v/noraf gaande gete- 
kend hebbcn, door te trekken. UJant alles \uat u/ezenlijk is voor het ver- 
staan van do b^jtpkenis eruar, , is in feite al qezegd. 

lU:j heb'jon güsproken over de unioke bester.ming van hc-t joodse wölk am 
Gods werbondsvolk te zijn on qvg^- de unieke band> die het volk met het 
land Palestina verbindt. \ii'-] heboen verder r;ezegd dat het v/'-'n de aan- 
v/ang nf niet in overeenstemminq met zijn hoge roepinn geleefd heeft en 
dat het daardoor werureerr.d is 'vyan zijn luare identiteit, al lieeft het dezü 
naoit verloren. Ook zijn afu/ljzing \j->.d Jezus Christus heeft daarin peen 
uerandering gebracht. Uel heeft Imt daardoor zijn vroogere v?r»'reemding 
bekrochtigd, maar het blijft nog steeds hetzelfde unlk yls in het Gude 
Testament Dat kan ook nist anders, uant Z'jn identiteit ligt niet in 
het vnlk zelf, rraar in Cod, die zieh er op bijzondere loijze pec verbün- 
de n h e p f t „ 



32, Op qrond van deze 



ovenueginger. noet allereerst gezeqd uoraen, dat de 



^7 



b'jz andere band 



van dit volk cn dit land van Godsweae 



"1 ■:■ n 3 1 e s n s van 



kracht is, Deze band heeft oieer zichtbare nestalte 



q 1; k r G n e n in de 



Staat Tsrael. De oprichting en het bestaan van deze staat vnrstaan 



uu 



1 1 s de Lj i j z e 



UJ 



aarop in onze tijd God het jncdse volk, dat dcel?- door 



I s s i m i 1 a t i e , g g e 1 s 



ook door af schuuelijke pogroms en vcrnietiginosakties 



met de ondergang uuas bedreigd, in zjjn eigenheid beuuaart Het is uaar 



dat H i j het u o k in de v e r s t r o o i i 



ng eeuu/en lang taeu/aard heeft. Tfiaar ujer- 



t^^r^^ ^c'lijk en volledig volk kan het toch alleen zijn in hit land dat God het 
\ ~y van de aanvang af heeft toegeuezen. Daarnm is d^- terugkeer van de joden 

\ 



voor ors een heiisteken, dat spreekt van Gods genndigr: heiüaring en 



t roüuj 



33. Het gaat echter niet slechts nver de teruqkeer, maar over ne staat 



De V G r b i n d i p q van volk e n land 



-! 



volgcns Gods belcf te onvL r : rekeliik 



DatzulfüG knn zo niet met dezRlfdo abaoluutheid van de vorbirding van 
volk en 3taat qezegd i^orden ; er zmo zenr oiol onstandiohcden donknaar 



lüa 



arin de jcriei, als volksgeheel or.gehinrierd in hun land ziurien Uu 



nner 






»A 



.Vvt 



ujonen, zonder dat zi- e-3n ona f harl-.ol iike staat 



vürmen Zoals echter op 



het cnenblil< de zaken ligne 



n 



, ;•: i i: n il- ij ^3 n n v r i j e staat a 1 



!e enige mnge- 



CdvuJCU li^hKid die het volksbestaan waarhorgt en het volk ö3 gelcgonhoid gaeft 



<,tvt\ 



u'erkel'jk zieh zelf te z 



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'»-X'l.'V^« 



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/i^e^i^ 



^'^»-*^ jML*-CA^ "7 



/"^ J^^/^^ *-^-" 



- 12 - 



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/flc- 



Als ujij ons als christenen in alle beslistheid achter de terugkeer \/an 
de joden naar het land stellen, omdat uiij daarin de beuiaring van Gnd 
zicn, moeten u/ij ons in de gegov/en omstandighedon met gelijke beslistheid 
achter het bestaan van de'staat Israel stellen. Uandaag is het 66n 
niet zonder het andere mogelijk. 



3A 



"j'at echter de grenzen van deze Staat moeten zijn, daarover kunnen ujij 
als christenen vrijujel niets zeggcn. Het gebied dat door het jnodse 
vnlk in oudtestament ische tijd beujoond is. heeft zeer verschi llende 
grenzen gehad, die nooit samenvielen met die luaarovor in prnfetische 
beioften gesproken uüerd. Het zou trouu/ens een ongeoorLnofd letterlijk 



verstaan van äeze profetische visionaire uitspraken zijn, als uiij a 



an 



de hanri daarvan ons als een gelnof s- ui tspraak voor bepaalde politieke 
grenzen uitspraken. Het enige luat voor ons vaststap.t is, dat deze 
grenzen zo moeten zijn dat zc het joodse volk de mogelijkheid bieden 
daarbinnen zichzelf te zijn. 

35. Iilen kan zieh afvragen, of luij niet de dubbel zinnigheid van 3lle histo- 
risch qebeuren ontkennen als luij de terugkeer en de staat Israel zo 
positief luaardoren. Het is immers een feit dat de staat in 1948 tot 
stand is qekomen op menseiijke, sl te menselijke ujijze, ii;aarbij allerlei 
politieke en vaak zeer geu/elddadige middelen oebruikt zijn. (Tl aar* het 
lot van het jcodsp volk heeft zieh steeds, ook in de tijd v^^n het rjude 
Testament, in de geii/one ujereldgeschiedenis voltrokken. De intocht in 
-«JDsV^ het land onder Jozua ging met veel bloedvergieten gepnard en ujas vol- 
V>^*'V^gen5 onze morele maatstaven allerminst onbedenkel ijk . En de terugkeer 






•X^ 






uit de babylonische ballingschap in 538 v Chr. ujas slechts mogelijk 
geworden door de veroverin-'^stochten van de perzische koning Cyrus. loch 



\ ^ l^JlX i hebben de bijbelse getuigen in dat alles het handelen van God gezien 



aaA 



-V*^ 



.v-^ 

^ *> 









die volk en land vuilde samenbrengen . En die zelfde trouui herkennen luij 
in onze tijd in de oprichting van de staat Israel - alle morele en ooli- 
tieke dub^-elzinnigheid ten spijt 



-/<s 






36. Om het nonmaals duidelijk te zeggen: ujij geloven dat christenen zieh 






achter deze staat moeten stellen, niet omdat de joden "historisqhe 



-v^tH'^rechton" op het land Palostina ziDuden kunnen docn gelden, noch op 
grond van politieke overeenkomsten of uitspraken van de U . N . 
Dat alles möge van belang zijn, maar de luaarde ervnn is betrekkelijk : 
moreei en volkenrechtel ijk gesproken ligqen de zaken niet zo duidelijk, 
dat ze ons meer dan reiatief geldige argumenten geven om in de huldige 
konf liktsituatie de staat Israel te aanvaarden 



f O ZI 






IK, 



\A^ 



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YT>I 



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it^ 



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o 



o 



- 13 - 
ITIaar onze aanv/aarding is uitoindelijk daarop gebaseerd dat wij in de 
terugkeer naar Palcstina Gods genadig handelen zien, dat niet op ujille- 
kour berust, maar ujel onze morele en u/ettelijke ketegorieen te boven 
gaat. Daarom menen ujij uit al het voorafgaande de gev/nlgtrekking te 
moeten maken dat de Christen die thans het recht \yon bestaan van de 
Staat Israel afiuijst en zieh daartegen verzet, zieh daarmee indirekt 
teget^ God zelf vorzet. 



»^ 



37. Als »'iij nu onze aandacht richten op de staat Israel zoals deze zieh aar, 
ons \yoordoet, zien luii dezelfde gebrokenheid en dubbelzinnigheid, die 
v/oor het joodse volk in heel z'jn geschiedenis kenmerkend zijn geiueest. 
In het derde hoofdstuk hebben u/T; al gezegd dat wij in de trauu en de 
liefde tit het land een Clement herkennen dat tot zijn meest eigenlijka 
wezen honrt, l/ele joden zijn naar Palestina gegaan » sommigen dobr de 
nood da^rtoe gedreven als laatsto redmiddel , anderen in volle vrij- 
uiilligheid, met prijsgave van een rüstig en geordend bestaan zij hebben 
daar met qrote dnorzettingskracht^ moed en zelfopofrorinc dorpen en 
steden gebouudj de bodem beiüerkt en tot bloei gebracht^ en een levenda 
en levenskracht ige gemeenschap gevormd. Daarin hebben zij een getuigenis 

# 

van het feit gogeven, dat zij zieh beujust zijn van hun unieke verbonden- 
heid met dit land, dat voor hen gave en opgave tegelijk is. (Ylaar niet 
alleen van de joden die daarheen getrokken zijn geldt doze gerichtheid 
op het land. De oprichting en instandhoudi ng van do staat Israel zou 
nooit mogelijk geiueest zijn zonder de steun van de joden in de ver- 
strooiing. Ook z'j lueten zieh in overgrote mecrdorheid eng er mce ver- 
bonden en velen van hen hebben dank zij het bestaan van deze staat hei 
besef van hun eigen joodse identitoiL teruggevonden Zo is de staat 
Israel ook een bewaring van de joden in de vcrstrooiing in hun joods- 
zijn. 



n 



38, Toch veruerkelijkt het joodse volk ock in z.jn staat op het ogenhlik nog 
niet zijn hestemming van Godsuege om exemplarisch tt? midden van de 
andere Volkeren zijn eigen weg te gaan. In dit misvorstaan van zijn 
roeping zet het de vervreemding van eigen identiteit uit vroeger tijden 



voort. tJiij luillen dit aan drie punten duidelijk make 



n 



39. Israel miskent de unieke plaats ujaartoe het geroepon is, als het zich- 
WjA^ zelf nationalistisch verstaat. Natuurlijk is dit natinnalisne , zelfs als 



%^ 



V"^ 



het in een fanatieke en aggressievo vorm optreedt, bngrijpelijk in de 
historische situatie, u/aarin een volk om zijn bestaan moet strijden 



- 14 - 



/t^-**^ 



tu. 



U' 



SjJjU^ 



Ook zijn de 



2.g. christeliike stat 



pn in dit opzicht waarlijk niet beter 



fTlaar dat is het juist: dat I 



srael door zijn nationalisme et? 



n v/clk dreigt 



te 



n'ordcn zoalc de andere -Volkeren, nifit beter en niet slechter 



Een dürgelijke kollekti 



ve assimilatie zou e 



en vyerloochening van ziin 



VJ 



erkelijke aard bntekene 



n 



^'0. Het joodse vol 



k IS 



door God bestcmd on exei^plarisch voor de and 



ere vcl- 



keren gGrcchtiqheid te bet 



rächten : Ook dit is e 



en aspekt van zijn u/are 



identiteit. Er is 



onrecht geschied a 



Wij laten in het midden of h 



an de palestijnse vluchtelinge 



n 



ier van schuld sprake i 



s, en zo ja, luie dan 



de ujerkelijk schuldigen zijn. Het valt 



echter niet te ontk 



ennen dat de 



vluchtelingen het slachtoff 



er 



tere militaire ove 
heij" luaartoe het 
vermögen ligt doct 



geworden zijn van de oprichting en de la- 



ruinningen van Israel. Hoort het niet tot d 



e "heilig- 



joodse Volk goroepen is, dat het all 



es cat in zijn 



on dit onrecht zo veel mogelijk recht te zetten? 



^ 



En is het niet een te 
dat nalaat? 



ken van vervreemdinn van z 



ijn luare wezen als het 



C 



41. Uülgens het bijbelsc 



in een tijd dat 



tetuigenis heeft God het iand 



aan zijn volk belnofd 



andere volker 



en- er woonden Het joodse volk heeft dus 



nocit rochtenr. aanspraak op het lanö kennen maken Het heeft het- niet 



als zijn pers 



oonlijk eigendom mögen bescho 



uuien Het moest leren en late 



n 



zien u,'at het is 



om een Iand bij d 



e qratie Gods te b 



eiL-onen. Ueelzeggend 



is 



in dit opz 



icht hot oudtestamentische 



gebod dat hst de vreemdeling 



in zijn midden behandelen moet als luas hij een volksgenoot. E 



n weer 



vragen ujij: is de exklusivi tei t 



van de staat Israel 



het feit dat niet- 



^-7 



joodse beiL'oners, ondanks officieel aa 



n hon tcegckende rechten 



al 



tiüeederanqs buroers bshandeld 



worden, niet 'j;ezenliik i 



n striid met de 



unieke roeping tot universali tei t 



van het joodse volk'?* Ook hier ver- 



geten wij niet dat dnz'? disk 



riminatic, menselijk gezien 



begrijpslijk is 



en dat er gedeel telnk zelfs zujaaru;eq-nd 



e. rcdenen van palitieke doelma- 



tigheid voor aa 



n aar. te vneren zijn, Haar hr^t streckt niet met I 



sraels 



opdracht 



42. Als 



Üi 



o over de ontrcuw van Israel 



aan 



in 



eigenlijke identiteit spre- 



ken, doen ujij dat niet om de kritiek 



van zijn vijanden tot de onze te 



maken. IL'ij hebben nns immers van de aanvanq af principieel achter het 
bestaansrecht van de Staat gestcld. 






- 15 - 



Ook hebben 



IUI» 



niet gesproken v/anuit een gevoel dat ujij botor zouden z 



ijn 



dan het joodse volk. Daa 



rvyoor ujcten Luij te goed dat onk uMj als chris- 



tenen, als kerk, als z.g. christelijke staten ons hflkens ueer aan d 



e 



onden van diskriminatie 



en nationalisme hebben schuldin gf^maakt 



■^ Als Israäl 



\jooT ons eon staat als andere zou zijn, zoudon u;ii aan Ir.raöl 
ook qqen maatstaven mögen aanleggen luaaraan geen enkele andere staat 
beantuyoordt. lYlaar ujij geloven dat Israel eigensoortig is: zijn unieke 
karakter berust op Gods verkiezing, i;,ant het joodse v/oik is nog steeds 



dat bijzondere wölk dat op grond van Gods beloft 



e verbonden is met dit 



ipsciale land. Alleen daarom hebben 



lU 



ij zo onvoorujaardnJ ijk de staat 



Israel aa 



nv/aard. iKlaar daarom hopen njij van dit uolk 



ook meer dan van 



i,n^^^^^Q ander volk. Als luij sprek 



en van de vervreemding van zijn identiteit 



O 



"I *{a doen ujij indirekt een app^a op het 



t 



I 



o 



Volk om een staatsloven op te bouiuen 



waarin het werkelnk beant 



LUGordt aan zijn universele r 



oeping 



43. Als 



ijjij zo in kritische verb 



ondenheid Israel als het uiare heri 



nneren 



aan zijn u;are uezen van Godsvolk, kunnen luij niet vergeten dat de volle 



ve 



rujerkelijking van zijn identiteit zou betekene 



n dat hPt het kome 



n van 



G o d in z 



ijn midden lüerkelijk zou aanvaarden lYlaar dat is hetzelfd 



e als 



een aanvaarden van jezus Christus 



j immers is degene in luie God op 



volkomen.en niet meer t 



e overtreffen 



Volk dit z 



ij u/ijzeA 



gekomen is. Als het joads 



ou erkennen en deze erkenning in de realiteit van zun«, be- 



staan uerkelijk en ten volle zou u^aarmaken, zou daarmee'de i'/eg geopend 

e vervulling van Gods bedoeling met de ujereld, tot 



Z'jn tot de algehel 



het Rijk van God 



dat al onze ujensen en onze dromen te boven gaat 



u.'aarin ook het onderscheid tussen het jooriso volk en de andere Volke- 
ren geen rol meer zal speien. Zolang uiij echter nog aan deze zijde uan 
-de vervulling in een zekere voorl opigheid leven/ uaarin noch het jood- 
se volk noch de niet-joden hun dnor God geuuilde ui teindel ijKe besten- 
ming verkregen hebben, zolang zal God als zichtbaar hei Ist eken het 
n joodse volk beujaren, dat alleen iiierkclijk jood_s volk in zijn ei gen land 
« k a n z i i n . 

44. In deze tijd vrtrtr de ui teindel ijke vervulling staat naast het jondse* 
volk de kerk. 



Zij is geroepen te leven voor het heil dat zij in Christus qekr 



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h e e f t . 

Als zij dat uierkelijk en t 



en volle zou doen, zou het joodse volk tot 



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i j V r o p g e u) e k t lu n r d e 



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- 16 - 

Dat dat niet gebeur^ luijst er op hoe gebrekkin de kerk hear roeping 

vervult; de kritiek, die ujij op het joarise volk hebben. ualt op onszelf 

alskerkterug.- 

Ook de christenen hebben hun volle hestemming nog niot werkregen onk 

zij leven nog in vnorlanigheid. 

Zo zijn het joodse v/olk en de kork beide nog cmderiueg er uiorden zij 

beide, elk op eigen ujijze, beujaard in Gods troutu. 



De CO mm is sie ad hoc 



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H.Rerkhof, uoorzitter 

E . Flesseman-Uan Leer, sekretaresse 

r/l.Boertien 

5 . Gerssen 



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F' . F. . V a n L e e u vu o n 



A.A.Spijkerboer 

A . S . uan der lüoudo 



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D. MARTIN NIEMÖLLER 

KIRCHENPRÄSIDENT 



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/Urt. 



i^tt^^*^ »i*a /^'e^ i^i^^fhi 






Kirdienpräsident 

D. Martin NiemöUer 



Wiesbaden, den 23. Jan. 1964 

Brentanostraße 3 - Tel. 4 28 18 



Herrn Rabbiner 
Dr. Robert Raphael Geis 
*4 Düsseldorf 
Fischerstrasse 55 



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Verehrter Herr Doktor, lieber Freund! 

Zwar habe ich die ganze Nacht im Schlafwagen nach Frankfurt 
einen tiefen und gesunden Schlaf getan, aber beim Aufwachen 
heute morgen ist die Erinnerung an die 5 1/2 Stunden in 
Hamburg doch sehr lebhaft wiedergekommen. Es war ein schönes 
Erlebnis und Zwischenspiel, für das ich Ihnen von Herzen danken 
möchte. Heute haben Sie nun hoffentlich ein wenig Ruhe und Er- 
quickung in Hamburg, ehe Sie morgen Vormittag Ihre Flugreise 
antreten. 

Danken möchte ich Ihnen noch herzlich für Ihren lieben Geburts- 
tagsgruss; was mir bei unserem gestrigen Beisammensein ganz 
"durch die Lappen gegangen" ist. Ich weiss ja durch Ihre lieben 
Zeilen vom 12. Januar, dass Ihre Tochter am gleichen Tage Ge- 
burtstag hat wie ich; und ich möchte ihr natürlich an den Ge- 
burtstagen, die ich noch auf Erden erlebe, meinen Gruss schik- 
ken, weiss aber ihren Namen bzw. Vornamen nicht. Vielleicht 
lassen Sie mich das doch einmal wissen? 

Im übrigen: Es war eine wirkliche und wahre Freude; und ich hoffe, 
dass wir uns in den kommenden Monaten doch öfter als in den ver- 
gangenen Jahren bzv7. Jahrzehnten einmal wiedersehen! 

Mit herzlichen Grüssen 

Ihr 



ü.küäikr' 



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Kirdienpräsident 

D. Martin NicmöUcr 



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Wiesbaden, den 29.12.1961 

Brentanoftrade 3 - Tel. 4 28 18 



Herrn Rabbiner 

Dr. Robert Raphael G-eis 

Düsseldorf 

Pischerstr. 55 



Lieber, sehr verehrter Herr G-eis! 

Ihre freundlichen Zeilen vom 22. Dezember 1961 haben mich 
noch zum "Heiligen Abend" erreicht und mir sehr viel Wärme 
und Freude gebracht. Lassen Sie sich von Herzen dafür danken 
Sie haben es ganz richtig getroffen: auch ich wünsche mir 
oft, ich müsste nicbt immer der Gebende sein und dürfte 
mich manchmal gestützt und getragen wissen von menschlich 
brüderlicher Anteilnahme. - Dass Sie, lieber Herr Geis, 
mir das haben zuteil werden lassen, das danke ich Ihnen 
von Herzen. 

Gott hat mich nun wirklich wieder in ein volles Leben mit 
reichen und vielen Aufgaben hinein gestellt; ich habe dazu 
nicht von Anfang an ein freudiges Ja gefunden; aber irgend- 
wie bin ich jetzt "über den Berg" und mit innerer Freude 
gewillt nicht müde zu werden, sondern meinem Herrn zu fol- 
gen, solange er mir voran geht! 

Seien Sie ganz herzlich gegrüsst und lassen Sie sich Gottes 
reichen Segen für das neu beginnende Jahr wünschen von 



Ihrem 



lHUl(U4 




D. Martin Niemöller 



KircfaenprSsident 

D. Martin Niemöller 



Wiesbaden, den 25. Oktober 1961 

Brentanostraße 3 • Tel. 4 28 18 







Herrn Rabbiner 

Dr. Robert Raphael Geis 

Düsseldorf 
Pischerstr. 55 



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Sehr verehrter, lieber Herr Geis! 

Haben Sie ganz herzlichen Dank für Ihre Zeilen, die mich heute 
zugleich mit Ihrem Büchlein »Vorn unbekannten Judentum" erreicht 
haben. 

Leider bin ich gerade dabei, nach Wiederantritt meines kirchlichen 
Amtes das Verpaßte aus der Zeit von drei Monaten aufzuholen, was 
mich über die Maßen in Anspruch nimmt. Das wäre nicht so schlimm, 
wenn dabei noch genügend Zeit zum Lesen bliebe. - Darum kann ich 
Ihnen heute von einem Eindruck, den mir Ihr Buch gemacht hätte, 
noch nichts schreiben; ich hoffe aber, daß ich das Büchlein mit 
auf die Reise nach Indien werde nehmen können und daß ich dort 
etwas aus Ihrem Buch vernehmen werde "von dem gemeinsamen Gott 
in allem Leid" . 

In herzlicher Verbundenheit grüße ich Sie und mit vielem Dank! 



^) 



Ihr 



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Kirchenprfisident 

D. Martin Niemöller 



Wiesbaden, den 21. I>e zeiüber 1955 

Brentanostr. 3 • Telefon 2 56 6d 



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Herrn 

Land e a r abb ine r 

Dr. Robert Raphael Geis 

Karlsruhe 
Hermann Billing~Str. 2 



Sehr verehrter Herr landearabbiner ! 

Soeben erhalte ich Ihre lieben Zeilen vom 19.12.1955 
und die Gedenkrede anläaslich des 15« Jahresta^^es der 
Deportation nach Gars und der S^nagogenzerstörungen des 
Jahres 1938. 

Lassen Sie sich für beides herzlich danken, auch und 
nicht zuletzt dafür, daas Sie mich an die "Möglichkeit** 
des Christentums erinnern. 

Mit herzlichen Grüssen und Segenswünschen bin ich 

in aufrichtiger Verbundenheit 
Ihr sehr er^^ebener 



'ÜjuMi^ 



\ 



Kirchenprfisident 

D. Martin Niemöller 



Wiesbaden, den 25» ApPÜ 1955 
Brentanostr. 3 • Telefon 2 56 60 



H errn 

Dr. Robert Raphael Geis 

Landesrabbiner von Baden 

Karlsruhe /Baden 
Hermann-Billine-Str. 2 



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Sehr verehrter Herr Landesrabbir.er ! 

Ihre freundlichen Zeilen vom 18.4. 1955 haben mir ausser- 
ordentlich wohl getan, zumal mir das Verhältnis mit der jüdi- 
schen Gemeinde seit den unseligen Tageii des Dritten Reiches 
eine Herzens- und Gewissenssache ist. 

Vielleicht haben Sie gehört, dass ich auch als einer der 
Vortragenden an der diesjährigen Tagung für christlich- 
jüdische Zusammenarbeit in Kildesheim teilgenonnuen habe. Ich 
gedenke, mich in dieser Richtung r.uch weiter zu betätigen. 

Es hat mir leid getan, dass ich mich Ihnen in gar keiner 
Weise in Karlsruhe widmen konnte} aber leider musste ich gleich 
nach meinem Vortrag dringend nach Wiesbaden zurück. 



Mit freundlichen Grüssen und guten Wünschen verbleibe 



ich 



Ihr Ihnen aufrichtig ergebener 



M^f^ usac^i^ 



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Dipl. Ing. OTTO NÖTHER 



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Mannheim, den 12, Dezember 1937. 

Sohöpflinstr. 3 






Lieber Herr Doktor.' 



1.) 



Am 16. Dezember schifft sich der Alt-Synagogenrat ON. 



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unddie dazugehörige Gattin zu einer V/eltreise in G-enua ein, die über 

Ostasien nach iimerika und dann wohl wieder nach Europa führt, 

2.) Der von Ilnien sehr geschätzte Herr Himd Andreas ist in 

Aachen in Pension, 

5.) Dem hohen, Ihre volle Verehrung und Zuneigung geniessen- 

den (xremium, das sich inzwischen in einen kleinen Torso verwandelt hat 
bin ich entwetzt. Vorher hat mein Kollege Staadecker zwar nicht das 
Zeitliche gesegnet, aber dieCxemcinschaf t verflucht und sein Amt nie- 
dergelegt, angeblich wegen zu sanfter Behandlung durch mich. 
Man sieht nur noch die TrümLier rauchen und der Rest- Stiefel, Stein, 
Löffler, Appel- ist kaum mehr zu brauchen. Als neue Ringkämpfer 
und Asse v/erden aufmarschieren: die Professoren Darmstädter und 
Billigheimer - 0' Sclimerz lass nach - 
zur Beobachtung desGeisteszustandes seiner Zollegen Dr. Eisenheimer, 

B. Strauss undSonder. 

V/ie besonders lieb utid nett mich die Mitarbeiter im 
I\mt und hier vor allem Frau Neter, aber auch Herr Dr. G-rünewald, ab- 
gefeiert haben, soll Ihnen die Leiterin des .Y.A. mitteilen. 
4.) Tränenbäche fliessen- mindestens bei mir nicht - 

aber leid tut mir, dass ich nicht mehr im y/.A. arbeiten und das 
Krankenhaus aufsuchen kann. Besonders bedauere ich, dass ich nicht 
weiss, welche Männer nun meinen Busenfreundinnen Pauline und Mia als 
Referenten angebändigt werden. 

5.) Meine Adresse lautet: 

c/o. Maison P. Mathieu S.A. 

Princes Building, _^ ^^ , 

Joe House Street . P.O.Box No.l51 2 nd.Ploor,HgQ^ai£ 



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Ich bitte und hoffe, dass Sie mir recht ausführlich von sich 

dorthin schreiben. 

6.) Last not least wiederhole ich, dass ich dankbar und gerne 

an unsere Callaboration zurückdenke, die leider viel zu kurz war. 

Ich wünsche Ihnen das Beste für eine segensreiche 
Tätigkeit in Kassel. Wir fcönnen Rabbiner, die , v/ie Sie, erst 
Menschen sind und dann Geistliche, nur zu nötig brauchen. 

Ich lioffe, dass wir ims , wenn auch nach einiger 
Zeit, wiedersehen und dannFrohe^i zu berichten haben. 

Herzliche Grrüsse, auch voji meiner Frau 




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Dipl. Ing. OTTO NÖTHER 



Mannheim, den, 2. QMQter 1957 

Schöpflinstr. 3 



Lieber verehrter Herr Doktor! 



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Auch ich habe mich über Ihren lieben Brief von 
Ende 3epte:.iber sehr gefreut, denn er bringt doch Outes von Ihrer 
Tätigkeit. Inzwischen habe ich auch von dem f^^-f^^^Wr^MR Brief 
an "Ihr Amt" Kenntnis bekommen. Das ist wirklich ein erfreulicher 
Saftladen, trotzdem das süsse Zuckerschnutchen Frau Dr.Dr.Honora 
Reiss, genannt der Raubvogel, am 30.9. sang- und klanglos abge- 
zogen ist. Honora geht und Crott sei Dank nimmer kehrt sie wieder. 
Gemordet wurde sie, allerdings unter meiner gütigen Mithilf e , vom 
Chef selbst. Reif für diese Prozedur wären noch andere, aber deren 
fettgepolsterter Busen widersteht jedem Dolchstoss und das Hinter- 
teil des Betreffenden besteht aus Hornhaut*- ^i^c^.^.A^^'yU^'Ki^^.^^ 

Dass Sie noch diesen Monat wieder herkommen, ist 

schön. Ich bin bestimmt dann noch tätig^ wenn auch nicht mehr als 
Eisenhandler. ^^^^ ^^^^ ^^^ ^^^^ ^^ hören, dass Sie an den Feier- 
tagen nicht Wühl waren. Hoffentlich können 3±-: sich jetzt, nachdem 

die Herbstma/(^nöT/er vorüber sind, entsprechend schonen. Wenn oie 
4 

besonderer Pflege bedürfen, dann lade ich Sie in unser schönes 
Krankenhaus ein. Die Oberin Pauline wird Sie schon ausbügeln. 
Das geschieht augenblicklich mit Erfolg bei Frau Dr.Grür^vald, der 
es erfreulicherweise wieder recht gut geht. 

Herzliche Orüsse, auch von meiner Frau und ein 



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Pfötchen vom Heldensohn Andreas 



Ihr Sie verehrender 



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Dipl. Ing. OTTO NÖTHER 



Mannheim, den 

Sohöpflinttr. 3 



.3., Sep.tembe.r. 1937. 



Lieber Herr Doktor I 



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Frau l^eter,die nuniüehr auch mich unter den Pantoffel 
genommen hat, behauptet, es wäre eine grosse Schande, dass ich 
Ihren Brief nicht beantwortet hätte. Ausserdem wäre es das ^^indeste 
an Anstand, dass man einer so hochgeehrten Persönlichkeit, wie dem 
Herrn Landrabbiner von Kjssel, zu dem bevorstehenden neuen Jahr 
alter Rechnung gratuliert. Derartigen Ermahnungen verschliesse ich 
mich nicht, schon um zu beweisen, wie mich vorgenannte Dame um den 



Pinger wickelt. 



Dass ich Ihnen nicht früher schrieb, kommt haupt- 



sächlich daher, dass ich viel unterwegs war und glaubte, bei nicht 
nachtschlafender Zeit durch Kassel zu fahren und Sie dann aufzu- 
suchen. Das ist aber bisher nicht geschehen. 

Nun möchte ich Ihnen zuerst alles Gute für das be- 
vorstehende neue Jahr wünschen. Ich hoffe, dass Ihnen Ihre Arbeit 
in Kassel Befriedigung bringt und dass Sie sich dort immer mehr zu 
Hause fühlen. Dass mir unsere ZusaiiiLienarbeit im abgelaufenen Jahr, 



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olange ich versuchte, stellvertretend unsere Vc3rwaltung zu leiten. 



viel Freude gemacht hat, das möchte ich Ihnen bei dieser (xelegenheit 
wiederholen, und für die Zusammenarbeit danken. 

Was nun Ihren besonderen Schützling, Fräulein Lies 
B. betrifft, so habe ich die Sache nichi^einschlaf en lassen. G-erade 
jetzt habe ich mit dem Oberregierungsrat von Karlsruhe, der hier wai; 
gesprochen, nachdem ich ihn jüngst bei einem Besuch in K. nicht 
aatraf. Ihre Ansicht, dass mein Kollege L. zu sehr auf dem Cxeldbeu- 
tel sitzt, ist irrig. Erstens ist der Mann viel anständiger als 



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viele andere und hat volles Verständnis für notwendige Ausgaben. 
Dann sitzt er nicht auf dem Greldbeutel, weil nichts drin ist. 
Also diesmal haben Sie fehlgeschossen. - Es ist richtig, dass 
diese Angelegenheit der -Lehrerin schleppend beiiandelt worden 
ist. Aber Sie wissen, dass der «Leiter der Verwaltung den alten 
48er Satz beherrscht" Ruhe ist die erste Bürgerpflicht". 
Immerhin kann ich Ihnen vertraulich mitteilen, dass ich zur 
Hebung der %rdauung und des Blutkreislaufes des HerrnS. und 
seines Adjutanten 0, eine Revision der ganzen Verwaltung, insbe- 
sondere aber der Buchführung, durch einen früheren Bankdirektor 
veranlasst habe. Das geschah auf einstiinmigen Beschluss des \ 
hohen Rates. Sie sehen, ich v/ill bei meinem bevorstehenden Aus- 
scheiden für angenehme Erinnerung sorgen. 

Seit wir uns sprachen, hat sich nichts Besonderes 
ergeben. Im zweiten Stock wird nach wie vor viel und auch mit 
einigem Erfolg gearbeitet. Allerdings gehört auch zum Kriogführen 



Geld und das wird immer weniger. 



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Die von allen geliebte Honora ist endlich zurStrecke 
gebracht, d.h. zum I.Januar gekündigt worden. Schade , dass ich 
die anderen Minus -Personen nicht auch so entfernen kann. 

Ich glaube, dass ich noch einige Wochen hier bin, 
wenn auch mit öfteren Unterbrechungen durch Reisen. 

Schreiben Sie einmal, sei es an Frau Neter, sei es 
an mich. Wir werden uns freuen, hoffentlich Gutes von Innen zu 



hören. 



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Herzliche Grüsse h V2't.«-*^,'>'<^_ 



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Dipl. Ing. OTTO NÖTHER 



Mannhelm, den 

Schöpftinstr. 3 



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Dipl. Jng. Otto Nöther 



Mannheim, den I.Juni 1937. 



Herrn 

Rabbiner Dr. R.Geis, 

aus Frankfurt -Mannheim-Kassel 

z » Zt .Pontresina 






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Lieber, verehrter Herr Doktor! 

Jch bin e^iinen herzlich dßnkb^r, dass Sie trotz der schönen 
Umgebung und der wohl verdienten Ferienruhe mir einen Gruss ge- 
schickt haben. Darüber habe ich ^.ich gefreut, nicht ininder, dass 
ich höre, dass es Ji^nen dort gut geht. Haben Sie keine Angst, Sie 
sind hier noch nicht vergessen. Jm Gpgenteil, mir und manchen, de- 



nep Sie nahe standen 



fehlen Sie sehr. Dazu gehört auch mein 



Wauwau, der unsere Abendspa^^iergi^nge vermisst. Jn der Gemeinde 



geht es im •ulten Stil ^*^eiter »>au 



fwi^rts". Nachdem ich kein l^isen- 



ie mit der Reise 



geschärt mehr h^be, befasse ich mi^h mit der Gewinnung von 
führenden Persönlichkeiten «uf f^eisti^em Gebiet. Ob ich mit 
meinem Abstecher an die Ostsee mehr Erfolg habe, w 
an den schönen Rhein, weiss ich noch nicht. ^«^.^ ^ - >^^ ^ 

Wenn Sie vom Urlaub zurückkommen, so rechne ich bestimmt da- 
mit, dass wir wieder einen Abend hier zu-ammen sind. Sie können 
bestimmen, wer evtl. daran teil nehmen soll. Leute mit langen 
Fusskissen sind ober von vornherein «ausgeschlossen, nuch wenn sie 
pompöse Ehegesponste besitzen, mit der Telegremm-Adresse 



wMayonnaise»' 



Ende HEKksts der ^oche erv.^arten wir Frau 



Dr.Eppstein auf ein paar Tage hier. Reizt Sie das nicht zum 
Herkommen? Ganz vertraulich kann ich Jhnen die trostreiche Mit- 
teilung m^-hon, di=»ss zur Zeit an einem herrlichen Zeugnis für den 
verblühten Herrn Rabbiner und geistlichen Rat höheren Orts ge- 
arbeitet wird. D« ich aber für die Seelsorger nicht zust*5ndig bin 
sondern nur für das biedere Fandwerk, wasche ich meine Hende in 
Unschuld— ^i*^«^ 
Frl. Freireich ist so nett, trotzdem sie fürchterlich viel mit mir 



zu regieren hat, diesen BrießL zu schreiben 



Weiter recht gute ^rbolung 



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Herzliche Grüsse und auf b*5ldiges Wiedersehen 



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Dipl. Ing. OTTO NÖTHER 

MANNHEIM 

SCHÖPFLINSTRASSE 3 



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Dr.Oestreich 



München, G.Juli 1936. 
Herzog Maxstr.7 



Herrn 



Rabbiner Dr.G eis 



Mannheim 



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Sehr geehrter, lieber Herr Doktor! 

Ihr Schreiben vom 1.7.1936 erreicht mich unmittelbar 
vor Abreise in die Ferien. Ich darf deshalb ganz kurz sein. 

Ich bin gerne bereit zur Finanzierung der in Rede ste- 
henden Auswanderung einen Betrag von LI 100.- zur Verfügung zu 
stellen. Frau H.wird Ihnen gesagt haben, dass ich schon wiederholt 
geholfen habe. Mehr kann ich heute, wo ich ausser meinen beschei- 
denen Bezügen kein wesentliches Einkommen mehr habe, tatsächlich 
nicht leisten. 

Soferne es zur Auswanderung kommt, ersuche ich an 
Fräulein Hosenblatt, Adresse Kultusgemeinde, Herzog Maxstr.7 zu 
schreiben. Sie wird dann veranlassen, dass der ^etrag von M 100.- 
von der Kultusgemeinde an Sie oder die '^ohlfahrtsstelle in Mann- 
heim überwiesen wird. 

Mit den herzlichsten Grüssen bin ich wie immer 



Ihr 



sehr ergebener 



Frau H. bitte ich 
von mir zu grüssen. 



^ez .Dr.Oestreich. 



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Höchst vertraulich ! 

Glauben Sie, dass die neuerliche Auswanderung der Prau 
sich mit den "Yünschen des Mannes deckt*?* Die Rückfahrt der Prau 
erfolgte doch, weil sie das Klima nicht vertragen konnte und 
der Mann glaubte, allein eher durchkommen zu können. 



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Jui?stizrat 
Dr .Oestreich 



Miinchen, 11. August 1936. 



Herrn 

Rabbiner Dr,0 eis 



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Sehr verehrter Herr Doktor! 

Empfangen Hie herzlichen Dank für Ihr Schreiben vom 
30.7.1936. Ich bitte mir seinerzeit mitzuteilen, wenn die Gelder 
für die Ausreise zusammen sind. Ich werde dann den Betrag sofort 
überweisen, ^^on einer sofortigen Überweisung sehe ich nur deshalb 
ab, um für den ?all des Nichtzustande'rommens der Ausreise eine 
Rücküberweisung zu vermeiden. 

Indem ich Ihnen für alle Mühe, die Sie in der Angelegen 
heit haben, herzlich danke, grüsse ich Sie vielmals, als 



Ihr 



Ihnen sehr ergebener 



Sollten Sie mit Prau H. zusammenkommen, 
so bitte ich meine Grüsse zu bestellen. 






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Justizrat 
Dr.Oestreich 



München, äien l8,Sept.l934 

Herzog Maxstr. 7/l 



Seiner Ehrwürden 

Herrn Rabbiner Dr. Geis 



Mannheim 



J8 f 



Rupprechtstr, 4/III 



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Sehr verehrter, lieber Herr Doktor! 

Schon lange wollte ich an Sie schreiben und mich dafür 
bedanken, dasa Sie seinerzeit in Pontresina meiner gedachten und 
* durch Ihren kurzen aber inhaltsschweren Brief mir eine seelische 
Stärkung gewährt haben. Unmittelbar nach jJrhalt Ihrer Zeilen konnte 
ich mein Vorhaben nicht ausführen, da ich Ihre Anschrift nicht kann- 
te, dann kam mein Urlaub und nach dessen Ablauf der '^Verktag, der 
zur Priva'tkorrespondenz nicht viel Raum liess. S4 danke ich Ihnen 
denn heute noch nachträglich recht herzlich und bitte zu entschul- 
digen, wenn ich mich dabei der Maschinenschrift bediene, 'fürde ich 
das unterlassen, so bestünde die Gefahr, dass mein Dank und meine 
Griisse auch weiter nur in meinem Herzen blieben. 

Ich bitte Sie, sehr geehrter Herr Doktor, nicht der Meinung 
zu sein, dass das folgende, was ich Ihnen noch zu berichten habe, 
der Anlass zu dem vorangegangenen Teil dieses Briefes ist. Da ich 
aber nun heute zum Schreiben komme, so möchte ich das folgen^mit- 
erledigen, was nun auch schon 1 Woche mit mir herumgetragen wird: 

Am 1. Neujahrstag hat sich Herr Professor Kirschner bei 
Herrn Oberstlandesgerichtsrat Dr.Neuroeyer sehr beunruhigt darüber 
ausgesprochen, dass Sie ihm geschrieben hätten, Ihr Weggehen von 
München sei auch zurückzuführen auf ungünstige Äusserungen des Herrn 
Kirschner gegenüber dem Vorstand insbesondere Herrn Rat Neumeyer. 



Eine Stunde darauf hat mir Herr Dr. Neumeyer, der mein Tisohgast war, 
das erzählt und ich habe ihm, nachdem er lediglich das eben Gesagte 
berichtet hatte», nun folgendes gesagt: 

" Bitte erzählen Sie mir nicht weiter. Ich möchte, ohne dass 
Sie mir et-was sagen, aus meiner Erinnerung folgendes sagen: Sie ha- 
ben damals Herrn Professor Kirsohner gebeten, Ihnen den Inhalt der 
beanstandeten Predigt des Herrn Dr. Geis zu sagen. Bald nach dem Be- 
such des Herrn Professor Kirschner bei Ihnen kam ich zu Ihnen und 

Sie sagten mir dann: von Herrn Kirsohner habe ich nichts erfahren 

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können, er war sehr reserviert. ^ Ich bemerke weiter dazu, dass ) 

sowohl bei dieser als auch bei jeder folgenden Gelegenheit Herr Dr. 

Neumeyer immer erklärt hat, objektiv habe er den Inhalt der Predigt 

von den gehörten Gewährsleuten nie recht erfahren können, die Be- 

richte seien unvollständig oder man äussere eich, wie z.B. Herr 

ProfesRor Kirschnerm, nur sehr reserviert. 

Ich darf also die Gelegenheit benützen, um Ihnen, sehr 

verehrter Herr Doktor, zu sagen, dass Ihre Anschauung, Herr Kirsch- 

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ner habe irgend etwas Ungünstiges über Sie Herrn Rat Dr. Neumeyer 



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gegenüber gesagt, ganz bestimmt unrichtig ist. Ich hätte», wenn Ihre 
Mutmassung richtig wäre, es ganz sicher von Herrn Dr. Neumeyer ^r- 
fahren; in V7ahrheit ist aber die Sache so, dass ich von Herrn Dr. Neu- 
meyer nur das Gegenteil Ihrer Mutmassung gehört habe, nämlich, dass 
Herr Professor Kirschner überhaupt nichts, sicherlich nichts Wesent- 
liches gesagt hat. 

Es sei mir noch gestattet darauf hinzuweisen, dass ich von 
keiner Seite aufgefordert worden bin, hierüber an Sie zu schreiben, 
dass ich es aber für meine Pflicht halte, Sie ins rechte Bild zu 
setzen, um Herrn Professor Kirschner einen Vorwurf zu ersparen, der 
ihn, wie ich mich überzeugte, sehr schmerzt und den er nach meinem 



bestimmten Wissen nicht verdient. 

Ich hoffe, dass Sie, verehrter Herr Doktor, das neue Jahr 
gut begonnen haben; dass es auch weiter dem entspricht, was Sie 
von ihm erhoffen, ist mein herzlicher Wunsch. 

Mit den besten Grüssen bin ich 



Ihr 
sehr ergebener 



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Dr. JUR. A. L. OPPENHEIM 



28th September 1948. 



Mein lieber Dr. Geis, 






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Seltsam, dass wir, nach den gemeinsam durchlebten, schweren 
Zeiten in Kassel, noch einmal in England, in einer Entfernung wie etma Kassel- 
Münden, rskw« 2 Jahre verbracht haben, ohne einander zu treffen.- Und nun bringt 
uns erfreulicher" Weise der Zufall wieder in Verbindung. - 

Es war für mich eine grosse Fraudem Ihre Eltern kennen zu lernen; und ich habe 
bei dieser Grelegenheit erfahren, da»s Sie jetzt in Zürich sind in einer Stel- 
lung/*die Ihren Fähigkeiten, Ihrer Vitalität und Ihrem kulturellen Niveau nicht 
angemessen ist. - Aber, mein lieber Doctor Geis, - warum ist denn, wie Sie 
schreiben, der Rest: Schweigenr 

Für einen, dem das Wort gegeben ist; für jemanden, der erfüllt ist von humanisti« 
scher Kultur; für einen mit Vision begabten Menschen, der die Schrecken des Con- 
zentrationslÄgers durchlebt hat und der das grosse jüdische Experiment der Ge- 
sell schafts-und Staatsbildung mitgemacht hat - für einen solchen Menschen gibt 
es doch ein ungeheueres Wirkungsfeld. -Dabei spielt es gar keine Rolle, in wel- 
chem Beruf und in welcher Stellung Sie jetzt sind. 

Sie schreiben, Sie werden innerlich mit der Enttäuschung nicht fertig, die Ihr 
Erlebnis in Plästina Ihnen gebracht hat^ Sie wollen nicht unter dem *^Faschis- 
mus" leben, möge er braun oder blau-weiss sein. - Aber um HimnelsWillen, wa-* 
rum wollen Sie das schweigend dulden? Schreien Sie doch hinaus, was Sie quält. 
Schreiben Sie ein Buch übert^^Die Korruption der Gewalt" - Nehmen Sie meinetwe^ 
das Wort das englischen Historikers Lord Acton zum Motto:*' Gewalt korrumpiert; 
und absolute Gewalt korrumpiert absolut**. - Sie, mitXHmixj&lttestament arischen 
Gelehrsamkeit, um die ich Sie i»m»«^«wA«A« beneide, konnten zeigen wie in dem 
Primat der Gewalt, d.h. der zügellosen Gewalt, ein Element zum Vorschein kommt, 
das in der jüdischen Geschichte immer zum Verhängnis geführt hat. - Ich denke 
im Moment nur an ein paar prominente Beispiele: sin den engstirnigen, brutalen 
Sohn Salomos, Rehoboam,der den Rat der erfahrenen Ratgeber zurückweist und ein 
Unglück über die Juden bringt, das nie wieder gut gemacht werden konnte: das 
Auseinanderfallen des Reichs. - Und mir kommt aus meinen Bibel Studien in Er- 
innerung einer derjschlimmsten Verbrecher auf einem Königstron, der König Ma- 
nassej dieser Unhold, der so^Mt viel unschuldiges Blut vergoss, dass Jerusalem 
davon erfüllt war von einem Ende bis zum anderen; (2 .Buch der Könige; Kap .21; Vers 
16.);«jrt ich glaube p dass eines seiner Opfer Jes^edi war, der Prophet aus könig- 
lichem Blut, wi^^ie Tradition im Anschluss an die Stelle in den Hebräerbriefen 
Kap t. II, 37 annimmt.- Auch erscheint es mir ganz unwahrscheinlich, dass ein sol- 
cher Morder Gnade gefunden haben kann, wie es der Chronist ( 11,33; glauben ma- 
chen möchte.- Denn wie könnte es damn sein, dass Jermiah, - ein Mann der Wahr- 
heit und der Gerechtigkeit - sagen könnte, dass wegen eines solchen faschisti- 
schen Verferec&ers Sie als kleiner Lehrer in Zürich und ich als kleiner Anwalt 
in London sitzen müssen?- Denn das sagt er doch Chapt.XV,4: 



II. 



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♦♦Ich will sie ztrstreuan in alle Reiche der Erde um deBsentwillan, was Manasseh, 
der Sohnldes Hesekiah, Königs von Juda^ in Jerusalem getan hatV - 

Und heute geschehen wiederum ähnliche Dinge.- Sie haben alle Gaben dafür, das 
Buch zu schreiben, das das Oewissen der Juden aufweckt; ein Buch, das die irre- 
geleitete Jugend wieder auf den Weg bringt , der in die Zukunft führt; ein Buch 
das einen feigen und gefährlichen Hetzer wie den Filmschriftsteller Ben Hecht 
zum Schweigen bringt und ihn erröten lässt in seinsr Scham . 

MeiA lieber Doctor Geis, hängen Sie bitte nicht traurigen Gedanken nach über 
Enttäuschungen od«r über eine unbefriedigende Stellung in einer aaaB^hl ich un- 
erfreulichen Umgebung. - Sondsrn: Machen Sie Gebrauch von Ihre r 'freien Zeit, 
die Ihre Lehrerytellung Ihnen gibt; machen Sie Gebrauch von der hervorragenden 
Gelegenheit, die Ihnen die Universität Zürich bietet^- Mobilisieren Sie Ihre 
Kräfte für irgend eine grosse jüdische Aufgabe, wie es etwa das Buch wäre, das 
ich gern von Ihnen geschrieben haben mochte. - Sie sind der einzige Rabbiner, 
mit dem ich einmal persönlich verkehrt habe. - Iton sonstigen Rabbinern, mit 
denen ich in Berührung gekommen bin, hat mir nur Rabbiner Dr« Back imponiert. 
- Sie haben neben Ihfer Rabbiner-Ausbildung das ganze humanistische Rüstzeug 
eines modernen Menschen. - 

Setzen Sie sich irgendein grosses Ziel.- Damit tun Sie das Beste, was Sie für 
sich, für Ihre Frau und Ihr Kind tun können. - Und für viele, viele andere auch 

Es ist möglich, dass ich Ende October beruflich einmal in die Schweiz komme. - 
Wenn iih irgendwie Zeit habe, rufe ich Sie einmal an. - Vielleicht ist es Ihnen 
auch ganz lieb, die Verbindung mit meinem Bruder Victor aufzunehmen; er wohnt 
in Basel, Gundeldingerstr .139, - 

Uns geht es nun, nachdem ich den König Manasse, diesen verächtlichsten 

und bösartigsten aller Menschen erwähnt habe, brauche ich ja nicht mehr viele 
Erklärungen zu geben - uns geht es so, dass wir uns auch oft recht grosse Sor- 
gen machen . Aber meine Frau hilft tapfer mit, ein Leben zu führen, das uns 
viel geraubt hat; nur nicht die Freude an unseren Kindern und ihre Liebe, und 
nicht den Mut, das Leben zu bestehen. - 

Ich bin mit den besten und herzlichsten Grüssen in alter Freundschaft 



Ihr 



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DR. BENNO OSTERTAG 

RECHTSANWALT UND NOTAR 



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7836 Greenland Place 
Cincinnati, Ohio 45237, USA 
April 12th, 1970 

Herrn 

Professor Dr. Robert Raphael Geis 

4 Düsseldorf 

Fischerstrasse 55, West-Germany 

Sehr verehrter Herr Professor, 

besten Dank fuer Ihren lieben Brief 
vom 30. Januar 1970, Inzwischen habe ich auch das Heft, Gerechtigkeit 
in Nahost , erhalten, und habe natuerlich Ihren Beitrag mit besonderem 
Interesse gelesen. Ja, es ist endlich Zeit, vom apologetischen 
Denken wegzukommen* Und Sie weisen auf die Richtung hin» 

Ich entnehme Ihrem Briefe, dass 
der naechste Kirchentag erst finde Juli 1971 stattfinden wird. Ganz 
C) klar bin ich mir momentan nicht darueber, ob ich an jenem Zeitpunkt 
zur Teilnahme frei sein werde. Ich beabsichtige naemlich, Ende 
Februar 1971 ein paar Monate lang in Israel zu sein (von wo ich 
uebrigens gerade erst nach einem all-zu-kurzen Besuch zurueckgekehrt 
bin), und es ist noch nicht sicher, wie lange ich dort sein werde. 
Das wird von der Stellung abhaengen (keinesfalls als Reformrabbiner!), 
die ich mir in Israel verschaffen kann. Es ist moeglich, dass ich 
bis Juli schon wieder in den Vereinigten Staaten zurueck bin. Es 
ist aber auch moeglich, dass ich dann noch in Israel sein werde. 
Schlimmsten Falls, kann ich ja auf ein paar Tage von Israel nach 
Deutschland kommen - was wohl auch fuer den Kirchentag billiger 
sein mag als eine Reise von und nach Amerika. Aber, wie gesagt^ 
steht hinter der Sache noch ein grosses Fragezeichen. Jedenfalls 
waere ich Ihnen sehr dankbar, wenn Sie mir so bald wie moeglich 
Mitteilung davon machen, ob ueberhaupt der Kirchentag an meiner 
Teilnahme interessiert ist. 

Zu dem Pessach-Fest sende ich Ihnen 

meine besten mo'adim lesim hah Gruesse. 

—————— ———^— ^ — — 

Ihr 




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PROFESSOR DR, JAKOB J. PETUGHOWSKI 

7836 GREENLAND PLACE 
CINCINNATI, OHIO 45237, U.S.A, 




January 19th, 1970 



Herrn 

Professor Dr, Robert Raphael Geis 

4 Düsseldorf 

Fischerstrasse 55, Germany 



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Sehr geehrter Herr Doktor Geis! 

Vielen Dank fuer Ihren lieben Brief 
vom 14» Januar. Es ist ein Vergnügen, mit Ihnen wieder im Kontakt 
zu sein« Aber meine Anteilnahme an den Sitzungen in London brauchen 
Sie wirklich nicht zu bewundern. Es ist mir immer ein Vergnügen 
gewesen - vielleicht besonders wegen der si h ath bullin shel talmide 
h akhamim , die ja nun auch torah ist. 

Was Sie ueber ein evtl. Referat von 
mir bei dem deutschen Kirchentag schreiben, interessiert mich. Ich 
bin schon einige Jahre lang im "Christian-Jewish Dialogue" hier 
tätig, obwohl ich mich heute nur noch auf die Einladungen beschränke, 
die direkt von christlichen Organisationen und Institutionen an mich 
kommen. Was von jüdischen Organisationen in Amerika auf diesem Gebiet 
"geleistet" wird ist mir oft herzlichst zuwider. Ich war seit meiner 
Auswanderung im Jahre 1939 nie wieder in Deutschland; aber ich glaube, 
dass ich jetzt in der^^Lage bin, psychologisch einen Deutschland - 
Besuch vertragen zu können. Also, im Prinzip, wuerde ich gerne 
mitmachen. Praktisch wird es schwieriger sein. Es steht keine 
Europa-Reise bei mir auf dem Programm. Man muesste mir also eine 
Fahrkarte von Gincinnati nach Deutschland und zurück zukommen lassen. 
Und dann ist die Frage des "Wann?" Sie schreiben ueber den "nächsten 
evangelischen Kirchentag," erwähnen aber das Datum nicht. Mein 
Programm für das laufende akademische Jahr ist bereits überfüllt. 
Es käme daher für mich nur ein Datum in den Sommerferien in Frage; 
d,h. etwa während Juli/August. Sollte es aber dieses Jahr nicht 
mehr glücken, wäre ich gerne bereit, das mal in einem zukünftigen 
Jahre zu tun. Nur muss ich Sie bitten, mir rechtzeitig davon Notiz 
zu geben. 

Mit besten Grüssen, 




Jakob J. Petuchowski 



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DIAKONIEWERK KAISERSWERTH 

- Pastor Dr. Hans Pfeifer - 



An 

Herrn Prof .Dr.Robert Raphael Geis 

k Düsseldorf 

Fischerstr.55 



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Kaiserswerth, den 2. Juli 1970 



Sehr geehrter Herr Professor Geis! 

Unendliche bedaure ich, daß wir uns am Mittwoch vergangener 
Woche zu dem verabredeten Termin nicht getroffen haben. Denn 
dadurch ist den Studierenden, die an meinem theologischen 
Kursus teilnehmen, ein wesentlicher Beitrag entgangen. Doch 
sehr viel mehr bedaure ich, daß durch den unglücklichen Um- 
stand, daß wir uns um einige Minuten verpaßt haben müssen, bei 
Ihnen eine Verstimmung eingetreten ist. Denn ich hatte die 
Hoffnung und habe sie auch hoch nicht ganz aufgegeben, daß 
unserem ersten Kontakt eine Reihe weiterer Begegnungen folgen 
würden. 

Ausdrücklich entschuldigen möchte ich mich dafür, daß ich 
nicht noch einmal vorher angerufen habe. Das ist in der Tat 
ein echtes Versäumnis von mir. Darf ich Ihnen aus diesem 
Grunde, gewissermaßen als kleine» Ersatz für das ausgefallene 
Honorar, zusammen mit dem Bändchen, das Sie mir geliehen hatten, 
ein kunsthistorisches Werk zugehen lassen. Hunzikers Psalmen- 
Illustrationen sind in seiner Heimat, der Schweiz, bekannter als 
bei uns, aber ich finde sie anregend, wenn auch in der Tech- 
nik ungewöhnlich. Ich hoffe, daß der Band Ihnen etwas Freude 
macht. 



Mit ergebenen Grüßen! 



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(Pastor Pfeifer) 
k Düsseldorf-Kaiserswerth 

Kreuzbergstr .83 
Tel:^0 ^6 59 



4 Düsseldorf-Kaiserswerth, Alte Landstraße 121 • Femruf 4091 



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VEREIN VON FREUNDEN DER BREMER VOLKSHOCHSCHULE E. V. 



BREMEN« REMBERTIRINQ 8-1« • TELEFON 3*126 66 • KONTO: DIE SPARKASSE IN BREMEN NR. t«88 



Herrn 

Rabbiner 

Prof. Dr. Robert Raphael Geis 



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4 Düsseldorf 
Fisoherstr. 55 



Dr.Sch./Gi 
Bremen, den 23. Februar 1970 



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Sehr geehrter Herr Professor Geis! 

Herr Dr. Max Plaut, jahrzehntelanger Förderer der Erwachsenen- 
bildung und Sozialpädagogik im Kreise der Bremer Volkshochschule, 
wird am 17. Oktober 1971 siebzig Jahre alt. 

Ich habe es übernommen, für den Kreis der Freunde eine Festschrift 
für ihn vorzubereiten, die als geistige Substanz Beiträge zu den 
Schicksalen der Juden in Deutschland oder gemeinsame Erinnerungen 
aus den letzten Jahrzehnten enthalten soll; auch religionswissen- 
schaftliche oder sozialpädagogische Beiträge wären mir sehr er- 
wünscht. Die Arbeiten sollten einen Druckbogen nicht überschreiten. 
Die iieiträge sollen bis Ende dieses Jahres (31.12.1970) in mei- 
nen Händen sein, damit wir noch genügend Zeit für die Drucklegung 
vor uns haben. 

Es würde mich freuen, wenn Sie sich mit einem Beitrag an dieser 
Aufgabe beteiligten und bitte freundlich um Ihre Nachricht. 



Mit freundlichen Grüßen 



Ihr 







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VEREIN VON FREUNDEN DER BREMER VOLKSHOCHSCHULE E.V. 



MEMfN* REM8ER1IRINQ l-lt • TELEFON 3*1 tS «* • KONTO: DIE SPARKASSE IN BREMEN NR. Ittl 



Neue Anschrift: 28 Bremen 

Schwachhauser Heerstraße 67 



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Betr, ; Pestschrift Dr. Max Plaut: 

Es ist an der Zeit, Sie freundlich an Ihren Beitrag für die ge« 
plante Festschrift für Dr. r.ax Plaut zu erinnern. 
Zu Ihrer Information teile ich Ihnen mit, daß bisher folgende 
Beiträge zu der Festschrift eingegangen sind: 

Professor Br. Carlo Schmid, Bonn: 
"Wir Deutschen und die Juden" 

Professor Dr. H.-J. Kraus, Göttingen: 
"Biblische Beiträge zur Sozialethik" 

Rabbi Jehuda Ansbacher, Tel-Aviv:' 

"Sine Neilah-Predigt vox 30 Jahren" 



Dr. Günter Schulz, Bremen: 

"Begegnungen mit Llartin Buber und die Akzeption der Anderheit" 

Friedrich C-laebe, Bremen: 

"Begegnung mit Ernst Toller" 

Dr. Bernhard Brilling, Münster: 
"Die jüdischen Gemeinden" 

Rabbiner Dr. S.I. Neufeld, Bet Horim: 

"Geschichte der jüdischen Gemeinde in Elbing" 

Dr. Ernst L. Loewenberg, Brookline, Mass: 

"Die Entstehung der Anthologie 'Vom goldenen Überfluß" 

Georges K. Glaser, Paris: 

"Eindrücke aus dem alten Paris" 

Pastor Dr. Karl Kampffmeyer, rremen: 
"Von der Dum.mheit" 

Clemens Kaminski, Bremen: 
"Ich war ein Held" 

Es war verabredet worden, daß die Beiträge nach Ende dieses Jahres 

eingesandt werden sollten. 

Mit freundlicher Begrüßung 



Ihr 






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1 






Dr. MAX PLAUT 



^^^ BREMEN i,den Ö.Märzl963 



RUTENSTRASSE 7 
TELEFON 32 66 66 



Herrn Rabbiner 

Dr .Robert Raphael Geis 

Düsseldorf 



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Lieber Herr Dr. Geis 1 ""O ' f^ 




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Herzlichen Dank für Ihren freundschaftlichen Brief 
vom 6. März. Ich mache gern mit; so wird sich spä- 
testens im Juli eine Gelegenheit ergeben, zusammen- 



zu kommen. 

Ihnen und Ihrer Fami 



illeP^Jo J^rl ^ und 

J) ' ') (d Jl n/l ^ wünschend, 



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bin ich mit herzlichen Grüssen 
und Wünschen .^f-C^r^ ^t^"^"^ 



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BREMEN 1 

Rutenstraße 7 

Telefon 326666 



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Bremen, den 11. Dezember 1963 



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Lieber Herr Dr. Geis I 



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Herzlichen Dank für Ihren Brief vom 9*12. Die 
Anlage erhalten Sie anbei zurück. Die von mir 
eingeschickten Berichtigungen sind berücksich- 
tigt und der Entwurf geändert werden. Auf Seite 
4 habe ich einen blauen Haken gemacht, da ich 
die Diskussion nur bis dahin verfolgt habe. Am 
Samstag war ich nicht mehr da- und konnte infolge 
dessen nicht mehr zu den dann angeschnittenen 
Fragen selbst Stellung nehmen. Mir geben die 
Formulierungen über den 2 .Teil der Diskussion 
ein unbehagliches Gefühl. Es lehrt mich, dass 
man solche Diskussi'^nen bis zum Schluss mitma« 
chen und eigentlich selbst für das ganze Proto« 
koll Notizen machen muss. 



Mit herzlichen Grüssen und allen 



guten Wünschen bin ich l^'n^-^ '^'^^-«--.>/ 





lat-iJeii^t 



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^K. JHjox, ^Laut 

BREMEN 1 

Rutmattaße 7 

T^ttfvk 326666 



^-^ Bremen, den 5»I'ez.1963 



II 



Merrn Rabbiner 

Dr. Robert Raphael Geis 



Düsseldorf 



Lieber Herr Dr. Geis! \J V^ 




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Herzlichen Dank für Ihren Brief vom 5.12. Ich hatte 
von Prof .Härder einen Protokollentwurf erhalten, der 
mir nicht gefallen hat und den ich - soweit ich am 
Gespräch teilgenommen habe, zu ändern bat. Ich habe 
einige Stellen berichtigt. Einen Überblick über die 
Diskussionen habe ich micht erhalten, obschon mir dies 
in Aussicht gestellt v/ar. 

Bei dem mir übersandten Pr ^tok^llentwurf hatte ich 
das gleiche Gefühl wie Sie, und darum bat ich, einige 
Stellen zu ändern. 

Bei uns ist G.s.D. alles wohlauf; ich hoffe dasselbe 

* 
v^n Ihnen. 

Auch ich wünsche Ihnen ein schönes Channukah und für 



1964 alles Gute. 



Mit herzlichen Grüssen 

bin ich Mf-1 €HU<LcA 



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^ O 

überblick über die Diskussion am 26. und 27. Juli I963 

im Jüdischen Gemeindehaus. Dortmund, Friedrich-Karl-Str. 9 

Leiter der Diskussionsgruppe! Professor D. Dr. Härder 

Beisitzer: Dr. Plaut, Pfarrer Wirth, Pfarrer Stöhr 

Die Frage, mit der die Diskussion einsetzte, und die nun immer wieder 
gestellt wurde, war die, ob es denn wirklich so gewesen sei, wie der Vortrag 
von Dr. Ehrlich es versuchte darzulegen, daß der Gegensatz zu Jesus im Juden- 
tum gar nicht eigentlich ein religiöser Gegensatz war, und daß mindestens der 
religiöse Gegensatz, sofern er da war, nicht genügend Stoff zur Verurteilung 
Jesu, auch nicht genügend Anlaß zur Verfolgung Jesu überhaupt gegeben hätte, 
daß die Katastrophe Jesu vielmehr politische Gründe gehabt habe, und daß es 
seine politischen Gegner aus politischen Motiven gewesen seien, die ihn zu 
Tode gebracht hätten. Es wurde die Frage gestellt, ob nicht Luthers scharfes 
Urteil über die den Messias ablehnenden Juden im Grunde genommen berechtigt 
gewesen sei. Es wurde^S^^Sll^ das Judentum hätte eben ein falsches Messias- ' 
bild gehabt, an dem es die Messianität Jesu bemessen und beurteilt hätte. Es 
wurde auf das NT verwiesen, in dem ausdrücklich von der Eifersucht und vom 
Neid der Pharisäer die Rede ist, auch von ihren Mißverständnissen der Lehre 
Jesu. Im Lauf der Diskussion konnte, worauf auch Dr. Ehrlich hingewiesen hat, 
gezeigt werden, daß die Gegensätzlichkeit zwischen den Pharisäern und Jesus 
ursprünglich eine andere Note hatte als im NT, daß dort vielmehr der Gegen- 
satz der christlichen Gemeinde zur Synagoge, wie es im Johannesevangelium 
ganz deutlich ist, in den Gegensatz Jesu zu den Pharisäern eingetragen worden 
ist. Die Teilnehmer an der Diskussion zeigten diesen Ausführungen gegenüber 
Verständnis und wehrten sie nicht fundamentalistisch ab. 

Es war nicht zu verwundern, daß die Hörer von Dr. Ehrlichs Vortrag 'Jesus 
und die Pharisäer in eine ihnen ungewohnte Nähe gerückt sahen, und daß sie 
darüber überhört hatten, daß Dr. Ehrlich die eigentliche Trennung von Urge- 
meinde und Synagoge sich an der Person Jesu als eines besonderen religiösen 
Typus vollziehen ließ. Dies mußte den Diskussionsteilnehmern in die Erinne- 
rung gerufen und nochmals erläutert werden. 

Im Rahmen der Frage nach der Schuld an dem Tode Jesu war auch die Rolle 
des Pilatus im Unterschied oder auch in Ergänzung zu der der Juden Gegenstand 
der Auseinandersetzung. Natürlich erschienen auch hier wieder die bekannten 
Stellen aus der Apostelgeschichte, in denen in der Rede des Petrus den Juden 
die wesentliche Schuld am Tode Jesu zugeschoben wird. Der Unterzeichnete leg- 
te dar, daß diese Darstellung aus einer ganz bestimmten apologetischen Ten- 
denz des Verfassers des lukanischen Geschichtswerkes hervorgeht, jedenfalls 
nichts mit Anti Judaismus zu tun hat, vielmehr die christliche Gemeinde vor 
dem Vorwurf hochverräterischer Handlungen und Beziehungen schützen will. Die- 
se Ausführungen wurden mit beachtlichem Verständnis aufgenommen. 

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Die Diskussion drehte sich zu einem erheblichen Teil um das Problem der 
Widerspiegelung der innerjüdischen Auseinandersetzung im NT. Es mußte immer 
wieder gezeigt werden, wie der Gegensatz Jesu zu den Pharisäern mehr ein in- 
nerjüdischer Schulgegensatz war, und z.B. in Sachen des Sabbaths Jesus die 
mildere Haltung des Beth Hillel gegen das Beth Schammai vertrat. Dessen unge- 
achtet drängten die Diskussionsteilnehmer zu der Frage, ob denn nicht doch 
ein verschiedenes Verständnis der Tora vorliege bei Jesus einerseits und den 
Pharisäern andererseits» Es findet dies doch seinen deutlichen Ausdruck in 
Jesu Worten selber, wenn er immer wieder in der Bergpredigt betont: "Ich aber 
sage euch...". Zwar wurde in Beantwortung dieser Fragen wiederum herausge- 
stellt, daß das verschiedene Gesetzesverständnis von der Botschaft von Jesu 
Auferstehung her bestimmt ist. Jedoch besteht ein verschiedenes Gesetzesver- 
ständnis darin, daß Jesus auf das Gesetz, die Tora gegenüber der mündlichen 
Tradition Bezug nimmt, daß er z.B. in der Frage der Ehescheidung das Buch 
Genesis gegen die Gesetzgebung im Deuteronomium ausspielt. Es mußte selbst- 
verständlich zugegeben werden, daß hinter dem "Ich aber sage euch" zwar ein 
anderes Verständnis der Tora steht,, •. aber eigentlich eine andere Auslegungs- 
art derselben Tora. Es geht beiden Seiten, Jesus und den Pharisäern, um die 
rechte Erkenntnis des Willens Gottes. Nur sieht Jesus den "Zauil^^das Gesetz"^ ► 
um es in Kürze so zu nennen, an anderer Stelle als die Pharisäer. Dies wurde 
vom Unterzeichneten eingehend ausgeführt. Natürlich mußte die Frage auftau- 
chen, wie die Freiheit Jesu gegenüber dem Gesetz zu verstehen ist. Auch hier 
mischt sich wieder beides, ein anderes Auslogungsverhältnis Jesu gegenüber 
dem Gesetz und ein Verständnis gegenüber dem Gesetz, wie es aus der Botschaft 
der Auferstehung Jesu Christi resultiert. 

Obwohl der Unterzeichnete versuchte, die beiden Themen des vorhergehenden 
Abends voneinander geschieden zu halten, konnte es nicht ausbleiben, daß die 
Fragen in das Thema zwei hinüberspielten, so die Frage nach der Rolle der Ju- 
den bei der Verurteilung Jesu. Hier wurde von den Teilnehmern an der Diskussi- 
on selbst betont, daß die Juden nur Werkzeug Gottes sind, gerade im Sinne von 
1, Kor 2, Sie müssen notwendigerweise durch ihr Verhalten Jesus zu dem Heiland 
der Welt machen. Darum sind sie im tiefsten Sinne nicht schuldig. Auf der an- 
deren Seite wurde die Frage erhoben, ob die historische Deutung denn überhaupt 
irgend einen Sinn habe und maßgebend sei. Gerade wenn man bedenke, daß die 
neutestajnentliche Darstellung im letzten nicht einen historischen Bericht dar- 
bieten wolle, sondern vielmehr Verkündigung von der Bedeutsamkeit des Todes 
Jesu sei, sei es doch überflüssig, geschichtliche Feststellungen zu machen. 
Dem gegenüber wurde von uns ausgeführt, daß die geschichtliche Erkenntnis in- 
sofern von Bedeutung ist, als sie ein Stück rechten Verstehens ist, gerade 
auch rechten Verstehens der Pharisäer und ihres Verhaltens. Etwas illusorisch 

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war die abspringende Frage danach, wie sich das Judentum heute zu Jesus ver- 
halten würde, wenn er käme. Richtig war daran nur die hintergründige Frage 
nach dem rechten Bild, das man sich heute vom Judentum machen kann. Eine un- 
mittelbare Frage richtete sich in diesem Zusammenhang an Dr. Plaut, die Frage 
nach dem heutigen Selbstverständnis des Judentums. Dr. Plaut erläuterte die 
auch heut gültige Bedeutung des Gesetzes für das fromme Judentum. Das Juden- 
tum weiß sich erwählt in dem Sinne, daß es beispielhaft unter das Gesetz ge- 
rufen ist. Es weiß aber darum, daß alle Gerechten auf Erden für das zukünfti- 
ge Gottesreich bestimmt sind. Israel versteht sich als Fackel und Vorbild 
für die Menschheit. Es hofft noch heute auf den Messias, wie er von den Pro- 
pheten verheißen wird. Es ist nach seiner Auffassung Gottes Sache allein, 
wen er als Messias senden wird. Nirgends ist gesagt, daß es Jesus nicht sein 
könnte. Das Pharisäertum heutiger Zeit, das fromme Judentum hat seine eigen- 
tümlichen Probleme, auch gerade im Staat Israel. Dies führte Dr. Plaut sehr 
anschaulich aus, und zwar gerade am Beispiel der von orthodoxen Juden betrie- 
benen Viehwirtschaft. Hier taucht das Problem der Einhaltung des Sabbaths wie 
in alter Zeit auf* Hält man den Sabbath ein, kann man das Vieh nicht melken. 
Will man es melken, so bietet sich dafür die Möglichkeit von Melkmaschinen an, 
die man einstellen kann, die sich aber natürlich nicht nach den Tieren selbst 
richten. So kommt es dann dazu, daß Kühe über die Maßen gemolken werden und 
nun Blut statt Milch gemolken wird, was gerade wieder als eine besondere Sün- 
de gilt, Israel entbehrt eine maßgebliche Weisung für die Auslegung und das 
Verständnis des Gesetzes in der Gegenwart, Hier fehlt z.Zt. eine lebendige 
Tradition ebenso wie eine wirkliche maßgebende Schriftauslegung für moderne 
Probleme, 

Selbstverständlich wurde auch die Frage gestellt, weshalb die Juden Jesus 
nicht als Messias anerkennen. Die Antwort konnte nur die bekannte sein, daß 
durch Jesus nicht die "Tage des Messias" heraufgeführt sind. Zwischendurch 
wurde Kritik an dem Referat von Zimmerli geübt, weniger an dem Referat sel- 
ber, als an dem ganzen Thema. Man meinte, daß es nicht besonders nötig sei, 
die Dinge so darzulegen, wie es Zimmerli getan hat. Hier würden eigentlich 
offene Türen eingerannt. Man merkte, daß die Teilnehmer an der Diskussion im 
Jüdischen Gemeindehaus gerade zu solchen gehören, die bereits unterrichtet 
sind, die sich Gedanken gemacht haben, die über bestimmte naive Vorurteile ge- 
genüber dem Judentum schon hinaus sind, auch über christliche, auch über sol- 
che, die sich auf das NT berufen. Andererseits zeigte die Frage deutlich, 
daß man sich der schwerwiegenden Komplikationen im christlichen Denken, die 
durch den neutestamentlichen Text und seine Tradition gegeben sind, noch 
gar nicht voll bewußt ist. 

Ferner wurde die Frage gestellt, wie die Synagoge die Kirche ansähe, wo- 
rauf die Antwort von jüdischer Seite gegeben wurde, daß dies unter dem Ge- 
sichtspunkt der noachitischen Gebote geschähe, daß nämlich alle Gerechten, 

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die jene Gebote einhalten, im weiteren Sinne als Gottesverehrer anerkannt 
werden, wenn sie sich des Götzendienstes, der alttestamentlich verbotenen 
Ehen, des Blutgenusses enthielten. Überdies wurde ausgemacht, daß, geschicht- 
lich gesehen, das Christentum als eine Tochterreligion des Judentums anzu- 
sehen sei. Auch das Problem des Juden-Christentums stand zur Debatte. Hier 
wurde auf 1. Kor 7 verwiesen, wo Paulus ausdrücklich sagt, daß der Jude, der 
als Jude berufen ist, nicht ein Unbeschnittener werden soll, weder äußerlich 
noch innerlich danach strebend. Die moderne Sicht, die das Judentum von der 
Kirche hat, wie sie im wesentlichen durch Rosenzweig, Schöps u. a. vertreten 
wird, wurde ebenfalls zitiert, wobei wieder allzu kurzschlüssigen Folgerungen 
aus diesen Gedankengängen entgegengetreten werden mußte. Es mußte deutlich 
gesagt werden, daß der als der wiederkommende von der christlichen Gemeinde 
erwartete Messias der ist, der gen Himmel gefahren ist, nämlich als der Ge- 
kreuzigte mit den Wundmalen, so daß er nicht ohne weiteres mit der erwarteten 
messianischen Gestalt des Judentums identifiziert werden kann. 

Auch der Gnadenbegriff spielte eine Rolle, einmal in der Gemeinsamkeit 
für Juden und Christen, da für beide die Botschaft von dem barmherzigen und 
gnädigen Gott gilt, auf der anderen Seite die Verschiedenheit dieses Gnaden- 
begriffes, was mit dem Sündenbegriff und der Vorstellung vom Sündenfall zu- 
sammenhängt. Es wurde die Frage gestellt, ob orthodoxe Juden nicht christge- 
wordene Juden verfolgen. Demgegenüber mußte deutlich gemacht werden, daß zwar 
eine Verfolgung nicht stattfindet, daß aber zuzugeben ist, daß Juden solche, 
die aus ihrer Gemeinschaft austreten und Christen werden, als Abtrünnige an- 
sehen, ja unter Umständen aus den Familienregistern ausstreichen. Man muß da- 
bei bedenken, daß es sich hierbei um Abwehrmaßnahmen einer Minderheit handelt. 
Immer wieder mußte darauf hingewiesen werden, daß es gelte, bisherige Anschau- 
ungen über das Verhältnis von Juden und Christen und über das Judentum über- 
haupt zu revidieren. Das Vaterunser z.B. wurde ein gut jüdisches Gebet ge- 
nannt. Dem gegenüber mußte nun wieder betont werden, daß das Vaterunser tat- 
sächlich zwar in die Reihe jener Kurzgebete, die im Notfall an die Stelle 
des 18-Bittengebets treten können, gehört, daß es aber so, wie es formuliert 
ist, eine Originalschöpfung Jesu ist und nicht mit anderen jüdischeh Gebeten 
verglichen werden kann. 

Typisch für die Haltung der Teilnehmer, ihr selbständiges und doch wieder 
bisweilen halbgebildetes und summarisches Denken über diesen gesamten Fragen- 
komplex war es, daß einer der Teilnehmer darlegte, daß die Schuld des Chri- 
stentums wesentlich darin bestehe, daß es der mit griechischen Begriffen ar- 
beitenden Theologie verfallen sei. Im Hintergrund stand wahrscheinlich eine 
Kritik an der Trinitätslohre , die sich dem Judentum gegenüber als eine tiefe 
Trennung erweist. Hier war natürlich viel zu wenig beachtet, daß die Trini- 
tätslohre zwar mit Hilfe griechischer Begriffe, aber dennoch biblisch legitim 

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die Offenbarung Gottes in Jesus Christus entfaltet, daß die Trennung vom Ju- 
dentum also in der Offenbarung Jesu und in der apostolischen Botschaft von 
dieser Offenbarung begründet liegt und nicht in der griechischen Theologie. 
Der Unterzeichnete verwies außerdem auf die abendländische Kirche, in der 
diese theologischen Begriffe nicht die gleiche Rolle gespielt haben, die 
ihrerseits an der Trinitätslehre keinen wirklich mitschöpferischen und maß- 
gebenden Anteil gehabt hat, und in der die Frage des praktischen Verhaltens 
und Handelns in ganz anderem Maße als in der östlichen Kirche von jeher zu 
Hause ist. 

Eine Jüdin legte erfreulicherweise vor der ganzen Versammlung dar, weshalb 
sie Jüdin sei, weshalb man an Moses und seinen Gesetzen festhalte und darin 
lebe, wieviel man dem zu verdanken habe. Wieder eine andere Stellungnahme be- 
schäftigte sich mit Jes 53 und meinte, daß das Judentum überhaupt unter 
Jes 55 zu sehen sei, also unter dem Kreuz stünde. Hier war wiederum die Ein- 
zigartigkeit des Leidens Jesu vollkommen übersehen. Hier war der Gedanke 
entwickelt, daß das Judentum ein gleichwertiges Leiden an die Stelle des 
stellvertretenden Leidens des Gottessohnes setzen könne. Natürlich konnte im 
Rahmen der eigentlichen Thematik der Aussprache auf diese Gedankengänge nicht 
näher eingegangen werden. Es konnte nur in großen Umrissen auf die Bedeutung 
des Kreuzes und des Leidens Christi hingewiesen werden. Man sieht, wie sehr 
ein dem antisemitischen und anti judaistischen Benken entgegengesetztes Benken 
in der Gefahr ist, christliche Botschaft und christliches Glaubensgut um der 
Annäherung an das Judentum willen zu verleugnen und zu verlassen. 

Nicht unwichtig war es, daß mehrere Beiträge dazu aufforderten, in der Ge- 
genwart Aufgaben zu suchen und zu sehen, die einesteils eine Art Wiedergutma- 
chung darstellten, andernteils aber auch eine Annäherung an das Judentum be- 
deuten könnten im Sinne eines gegenseitigen Verstehcns. Unter Hinweis auf 
1. Mose 50, das Verhalten Josephs seinen Brüdern gegenüber, wurde davor ge- 
warnt, nicht eigene Leiden, die man z.B. von den Russen erlitten habe, aufzu- 
rechnen ^Qg(^n das, was das deutsche Volk an den Juden getan hat. Hier konnte 
der Unterzeichnete auf den Beschluß ^on Weißensee 1950 hinweisen und ihn aus 
der Dokumentation des Buches "Der ungekündigte Bund" verlesen. Die Diskussion 
lief - gerade im Blick auf die gegenwärtigen praktischen Aufgaben - aus in 
Aufforderungen und Ermunterungen, die in der Richtung des dritten Satzes der 
Erklärung der christlichen Mitglieder der ..rbeitsgruppenleitung 6 lagen. Man 
müßte Fürbitte für Israel tun, auch für den Staat Israel und seine äußere La- 
ge. Man müßte diplomatische Beziehungen zu Israel propagieren, Gedanken die- 
ser Art wurden von der ganzen Versammlung mit großem Beifall aufgenommen. Man 
müßte sich mühen um den Frieden Israels mit seinen arabischen Nachbarn. Soweit 
diese christlich seien, sei auf sie von christlicher Seite aus Einfluß zu 

nehmen, 

D. Dr. Härder. 



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30. XII. 6 



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Sehr verehrter Herr Dr. G?eiff? 

Lassen Sie mich Ihnen niir eben sa^en, wie ge^r mich 
Ihr "Brief und Echo au-^ meinen kleinen Aufsatz gefreut hat! 
Für solche Leser schreibt man ^ern. 

Mit vielen ^uten Wünschen zum neuen Jahr ^rüRt Sie 



Ihr erp:ehener 



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K^ ö^^ (j ^/j Ctf^i^c 




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Grace Rasp-Nuri, 



61) DARIvISTADT, den 30. IV. 1970, 
Heinrichstr . 151 , 
Tel. 4 90 64. 



H errn Rabbiner Professor Dr. Robert Raphael Gr e i s 



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4) DÜSSELDORF 



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Pischerstr.55. 



Sehr verehrter Herr Rabbiner Profes «-'or Oeis, 

Ihr Brief vom 28. XII. 69, für den ich so verspätet danke, bedeutet 
für mich einen ^^'anz großen Schatz! 

Seit Oktober hatten wir Schnee, gestern 'rraupel-Schauer , und morgen 
ist der I.Mai l Möchten Sie inzwischen ^on den Polgen der Cxrippe 
völlig genesen sein und keinen Rückfall erlitten haben! 
"Unser" Buch "Siegfried" kommt nun endlicn auf den Markt. Selbst 
die Besprechungs-Exemplare langen nur "tropfenweise" bei den Empfän- 
gern an. Chef und Lektorin haben inzwiscnen bei "Alsatia" gewech- 
selt, und so ist manches ins Hintertreffen gekommen. Die allerer- 
ste Besprechung darf ich diesem Brief beilegen. 

Heute vor einer Woche hatte ich, eingeladen von der Volkshochschule 
und der G-esellschaft für Deutsche Sprache, in der hiesigen Techni- 
schen Hochschule einen Autoren-Auend , oei welcher ^Gelegenheit ich 
"Siegfried" öffentlich vorstellte. In einer Vorrede habe ich ver- 
sucht, verständlicn zu mc-vChen, wie eine Kicnt-Jüdin zu solch einem 
ühema koiamen konnte. Ich erlaube mir, einen Durchschlag beizufügen, 
ebenso die Besprechung raeines Abends im "Darmstädter Tagblatt**, die 
von Prau L/r. IW Dierks stammt. 

Heute habe ich wieder eine große Bittfrage, sehr verehrter Herr^ 
Rabbiner Professor Greis: Wäre es limen zeitlich möglich und wären 
Sie bereit, "Siegfried" in der '/ochenschrift "Die Zeit" zu bespre- 
chen und vielleicht auch in der "Allgemeinen Wochenzeitung der Ju- 
den in Deutschland"? Beide Blätter wären für das Buch ungeheuer 
wichtig. Ich hätte eine schützende Stimme von prominenter Seite 
sehr nötig, vor allem nach zwei Seiten; gegenüber den Neo-Leuten 
in Deuts^rhland und gegenüber junger Israelis, die es unter Umstän- 
den als Fälschung empfinden müßten, Menschen wie Honigmanns porträ- 
tiert zu sehen! 
Von Herzen dankbar, mit den wärmsten Wünschen Ihre ergebene Vi » 



I • 



1. 

Einführung au "Siegfried" , ^.eim Autoren-Abend in der T.H. ,Da. 

am 23. April 70. (Grace Hasp-Niu 

Pur den Leser dieses Buches werden sich so manche Prägen erheben,* 
vor allem aber die Präge, Wie ist eine Nicht-Jüdin dazu gekommen, solclf 
ein Thema au behandeln, sich derart in dieses Thema hineinauknien? 

über die Juden kam das Schicksal als Volksschicksal. Das Meine 
ist ein Einaelschicksal. Gewiss, Völker bestehen aus Individuen mit 
jeweils individuellen Schicksalen. Aber manchmal kommt es vor, dass, 
auch wenn nicht ein ganzes Volk betroffen ist, ein Schicksal sich über 
das Individuelle hinaus so regelwidrig gestaltet, dass es Verwunderun« 
auslöst, Mißtrauen oder gar Ablehnung, die manchmal eher Ab-W ehr 
Q ist gegen etwas Unbekanntes, gegen Un-Ordnung, Ja, Chaos, wie man 

diese Begriffe auch immer auslegen mag. 

Ich selbst kam im Prühsommer 1912 nach Deutschland. Meine Mutter, 
einem uralten mohammedanischen Ceschlecht entstammend, war in jun- 
gen Jahren ium Chrisientum übergetreten. Sie hatte den brennenden 
Wunsch, mich in einem Land, wo lauter Christen wohnten, erziehen au 
lassen. 

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Im jähre 1912, zwei Jahre vor dem ersten Weltkrieg, war hier in 
Deutschland alles wohlgeordnet, auf Felsen gebaut, problemlos, wie es 
den Anschein hatte. 

Ich beherrschte die Sprache noch nicht. Was an Lauten an mein Ohr 
brandete, waren Marschmusik und Kirchenlieder, bei den üottesdiensten 
^ untermalt von der Orgel, die für mich die reinste Apokalypse bedeutete* 

Das Meiste nahm ich erst einmal optisch auf. Die Menschen kamen 
mir sehr erstaunlich vor: sie waren ihres Weges so sicherl Allee war 
klar eingeteilt: wochentags waren die Deutschen ungemein tüchtig und 
fleißif , sonntags ungemein fromm. Sie waren Christen, gewiß! Aber auf 
eine für mich un-begreifliche Art. Gebote wie das: "Wer zween Röcke 
hat...." oder "auch die linke Backe hinhalten" oder : "Liebet eure Fein- 
de", Gebote, die meine Mutter mit heiligem Eifer im Alltag zu befol- 
gen sich abmühte, spielten hier in Deutschland anscheinend keine Rollt. 
Aber Goft schien darüber keineswegs erzürnt. Im Gegenteil: E r schien 
seine Hand über die Deutschen zu halten - vor allem über ihren großen 
Kaiserl "Die im Dunkeln sieht man nicht!" singt Brecht. Wie hätte denn 
ich, ein zwölfjähriges Mädchen aus der Fremde, jene, die im Dunkeln 
waren, sehen können inmitten all der strahlenden Helle I 

Als ich die Sprache erlernt hatte - Kinder lernen ja schnell! - 
begann ich, Puß zu fassen. Ich lebte von 1912 bis 1926 in Norddeutsch- 
land, vor allem im Raum Berlin. Die erste, eigentliche Lebenshilfe 



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2# 

kam mir von den Dichtern, aus dem nördlicheten Deutsohlandi aus HusuBt 
von Theodor Storm» Erst »eine Gedichte und Novellen halfen mir, mein 
Gaetvolk, die Deutschen, besser au verstehen» Ich hörte in Storms Ge- 
dichten und Novellen Laute der Sehnsucht und Klage» Ich sah Füße, die 
wund waren und nur tastend des Weges gingen, des Zieles gana ungewiß* 
Ich^ inawischen ein Junges Mädchen von sechzehn Jahren, fand in meiner 
Einsamkeit Weggenossen in Storms Werk« 

Mittlerweile waren wir mitten im großen Krieg» Stola und Üherheb- 
lichkeit des Nationalgefühls hatten sich in erschreckende Höhen ge- 
schraubt» Bis dahin war es bedauerlich gewesen, nicht als Deutsche 
geboren worden au sein» Jetat war das geradeau eine Schande! 

Gerade hatte ich die Volksschule beendet und war ins Lyceum über- 
gewechselt» Juden hatte ich in meiner Heimat nur von weitem gesehen» 
Nun hatte ich aum ersten Mal jüdische Mitschülerinnen. Nach einer Wei- 
le entdeckte ich, dass es da, awischen ihnen und mir, von mir noch 
unverstanden, Paralellen gab» Eigenlich waren jene Mädchen au beneiden: 
sie hatten ihre Familie im Lande, sie kehrten nach der Schule au ih- 
ren Eltern zurück, in einen behüteten Kreis» Und -trotadem! Denn die 
Schule nimmt ja die Hälfte eines Tages in Anspruch» Ich fing an, ge- 
nauer au beobachten, schärfer au sehen und au hören« 

Unsere Schule war ein Privat-Lyceum, eine über Brandenburg hinaus 
anerkannt gute Lehranstalt» Sie war ein Drei-Klassen-Staat im Kleinen» 
Wie denn auch nicht im Kaiserreich! ^ 

Wir waren sechsunddreißig Mädchen, darunter drei/Adel und Hoch- 
adel und drei Jüdinnen. Diese Jüdinnen waren sehr ungleich: die eine 
groß, üppig, schick, viel älter als wir, im Unterricht arrogant-unin- 
teressiert» Aus sehr reichem Haus» Die jüngste von ihnen dumm, äußerst 
lebhaft und überall mit dabei» Die mittlere war ein Mädchen gana an- 
derer Art: ernst, verschlossen, klug. Die einaige Jüdin in unserer 
Schule, die nicht am evangelischen Religionsunterricht teilnahm, son* 
dem von einem Rabbiner unterwiesen wurde» Sie flößte Respekt ein» Ihr 
gegenüber sind nicht einmal die ultra-nationalistischen Lehrer aus- 
fällig geworden» 

Später dann, in den neun Jahren Berlin, hatte ich im Seminar und 
während der praktischen soaialen Arbeit so manche jüdische Kollegin» 
Ich bin in manchen ihrer Elternhäuser Gast gewesen, quer durch das 
Groß- und Kleinbürgertum» Kaufleute waren die Väter, Gelehrte oder 
Bankbeamte» Die meisten waren streng kaisertreu, glühend patriotisch, 
opferbereit» Protestantisch. Praktiaierende Christen, wie man das nennt» 
Und begeisterte Wagnerianer! 



\) 



3. 



1 



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Inzwischen war der Krieg zu Ende, Es kam der Versailler Vertrag» 
Inflation und Arbeitslosigkeit, Das III. Reich dämmerte herauf und 
mit ihm das jüdische Inferno» 
Wer Ohren hatte, hörte! 

Meine Ohi^en waren durch mein Schicksal als das eines Menschen, der in 
einer fremden Erde hatte 'A^urzel fassen müssen, besonders geschärft» 
Aber hier gibt es einen ganz großen Unterschied meine Vorfahren hatten 
nicht seit Jahrhunderten in Deutschland gelebt, liier üeimatrecht er« 
werben. Die Heimat geliebt. Ihr große Dienste erwiesen. Weltgroße 
Gestalten deutscher Zunge hervorgebracht: Künstler, Wissenschaftler, 

Wegweiserl 

loh habe in meinem Buch michlf nicht unterfangen, eigenes 
Schicksal in das der deutschen Juden zu transponieren. Ich habe nur 
versucht, die auf Herz, Nerven und Kopf ausgestrahlten Morsezeichen 
möglichst genau aufzufangen. 

Und die Juden - was werden die Juden selbst zu diesem Buch sagen? 
Das bleibt abzuwarten, wie jedes EohcTauf einen derartigen Huf» 

Als Alibi habe ich zweierlei vorzuweisen^ erstens: Ich habe, ehe ^ 
ich mit der Niederschrift begann, Jahre hindurch gründlich Zeitge- 
schichte getrieben. 

Und zweitens: ein bekannter Rabbiner und Publizist, mit dem ich seit 
1935 in Freundschaft verbunden sein darf, hat das Maschinen-Manuskript 
vor der letzten Reinschrift Zeile für Zeile gelesen und mir mit gro- 
ßer Zustimmung gewissermaßen den start-Schuß gegeben. Der Name dieses 
Mannes ist auch in Darmstadt nicht unbekannt: Beim Darmstädter Gespräch: 
"Angst und Hoffnung in dieser Zeit" gehörte er zu den Teilneirimern der 
Podiums-Diskussion. Vor fünf Jahren hat er hier in der T.H. einen 
Vortrag gehalten über das Thema:" Warum wurde Deutschland von seinen 
Juden geliebt?" Der Name: Rabbiner Dr. Robert Raphael (reis. 



-^ 




Weil sie Deutsche bleiben wollte r\.». 

Zu einem neuen Roman von Grace Rasp-Nuri: „Siegfried" 



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* 




Junge Leser eines neuen Romans von 
Grace Rasp-Nuri »Siegfried <«ier die Zer- 
störung des Menschen" (^SatiarVerlag, 
l-reiburg, Colmar, Paris, 258 Seiten) frag- 
ten an, ob es das gegeben habe: Jüdische 
Mitbürger von ausgesprochen nationaler, 
ja monarchistischer Gesinnung, die auch 
nach 1933 im Vertrauen auf Hindenburg 
und den deutschen „Rechtsstaat" tro^z 
nationalsozialistischer Verfolgung und 
trotz der Möglichkeit der Emigration in 
Deutschland blieben, weil sie sich als 
Deutsche fühlten und auch Deutsche blei- 
ben wollten? 

Der Referent kann aus eigener Erfah- 
rung während der zwanziger und dreißiger 
Jahre nur mit „Ja" antworten. Er hat 
selbst jüdische Freunde gehabt, die allen 
Warnungen zum Trotz aushielten, weil sie 
deutsch dachten und fühlten. Einer von 
ihnen, darauf angesprochen, daß er unver- 
nünftig sei, zu bleiben, antwortete 
lächelnd, ob man denn glaube, daß Volks- 
zugehörigkeit und daß also „Deutscher 
sein" etwas mit Vernunft zu tun habe. 
Überdies sind dem Referenten auch „deut- 
sche Staatsbürger jüdischen Glaubens", 



wie sie sich nannten, bekannt gewesen, me 
deutschnational Aväjilteh, selbst "bei deh 
letzten Reichstags wählen 1933. 

Man muß das vorausschicken, um zu be- 
gründen, daß Grace Rasp-Nuri mit ihrer 
„Siegfried"-Gestalt aus der Berliner Kauf- 
mannsfamilie Honigmann nicht etwa eine 
Phantasiefigur entworfen hat. Sie schildert 
das Schicksal einer durch und durch natio- 
nalistisch denkenden jüdischen Familie, 
die es bereits als Makel empfindet, wenn 
eine ihrer Töchter vom evangelischen zum 
katholischen Glauben konvertiert. Auch 
der junge Siegfried (Jahrgang 1904), der in 
Berührung mit der zionistischen Bewegung 
kommt, schlägt die Einladung aus, nach 
Israel zu emigrieren. In Deutschland leben, 
das ist die einzige ihm gegebene Möglich- 
keit, wenn es denn sein muß: in Deutsch- 
land sterben. 

Diesem Roman liegen Tatbestände zu- 
grunde, die die Verfasserin offenbar aus 
eigener Anschauung kennengelernt hat. 
Das gilt auch für die Evolution der Verfol- 
gung, die nach dem Eintritt des Knaben 
Siegfried in eine höhere Schule mit Hänse- 
lei beginnt, sich während des Ersten Welt- , 
krieges und unmittelbar danach zu intri- • 
ganten Gehässigkeiten auswächst (zum ^ 
Teil unter Duldung durch Lehrer) und 
schließlich mit der '„Reichskristallnacht" 
kurz vor Ausbruch des Zweiten Weltkrie- 
ges mit Synagogenbränden und Mordtaten 
ihren ersten Höhepunkt erlitt, bevor wäh- 
rend des Krieges die planmäßige Vernich- 
tung begann. 

Dieser Roman ist im Grunde keine Er- 
zählung, sondern eine erzählerische Doku- 
mentation. Er sagt die Wahrheit, die 
Wahrheit und nichts als die Wahrheit! Die 
schauerliche „Endlösung" ist bekannt. Sie 
ist ein Menetekel idas kaum noch der Kom- 
mentare bedarf. Alle wissen es! Die wenig- 
sten aber wissen, wie so etwas beginnt. 
Und den Anfängen ist zu wehren! Der 
große Wert dieses Romans liegt darin, daß 
er die Symptome des Anfangs einer 
„menschlichen" Verhaltensweise aufdeckt, 
die nicht nur jüdischen Menschen in die- 
sem Jahrhundert zum Verhängnis wurde. 
Die Rassenverfolgungen in den USA sind 
nicht minder antihuman ! 

^j^ MAX PETER MAASS 



tA' ^- y^Schicksäl 

'^ ^^ *^ Grace Rasp-Nuri 

In eindrucksvoller Lesung trug die 
"Pärmstädter AuJl,orin Grace Rasp-Nuri w 
** ihrem von äer Volkshoclischule und der 
Gesellschaft für deutsche Sprache gemein- 
sam veranstaltete^ Abend (Einführung Dr. 
Günther Geyl) aus ihrem Roman „Sieg- 
fried oder Die Zerstörung eines Lebens" 
vor, der vor wenigen Wochen im Alsatia- 
Verlag erschien (s. die Besprechung des 
Werkes in unserer^ Ausgabe vom 
13./14.März). ;*<./^r.;;' • . 

Sie hat darin auf Grund der zeitge- 
schichtlichen Wirklichkeit und psycholo- 
gisch überzeugend das Schicksal eines 1904 
geborenen und 1941 aus dem Leben gegan- 
genen Mannes gestaltet, jüdisch geboren, 
christlich und deutschnational getauft und 
erzogen in einem bürgerlichen Elternhaus 
in Berlin, das, kaisertreu und vaterländisch 
gesinnt, in di4 Katastrophe der Juden in 
Deutschland hineingerissen wurde. Daß 
das gesprochene Wort eines solcheh Wer- 
kes noch tiefer „unter die Haut" geht als 
dajr^tumm gelesene, war das Erlebnis der 
H* -Schaft dieses Abends. 

J^cht weniger tief beeindruckte die 



eines Siegfried Honigmann // 75k^/ü# 



bei einem Autorenabend in der Volkshochschule 



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autobiographische und von großer Selbst- 
kontrolle zeugende Einführung, die Grace 
Rasp-Nuri voranstellte unter der Frage: 
„Wie ist eine Nicht-Jüdin dazu gekommen, 
solch ein Thema zu behandeln, sich derart 
in ein Thema hineinzuknien?" Die Autorin 
kam als zwölfjähriges Mädchen, von der 
Mutter getrennt, nach Deutschland, ver- 
brachte die Jugendjahre in Norddeutsch- 
land vorwiegend im Räume um Berlin, 
später in Berlin selbst berufstätig. Sie 
lernte die Deutschen „von außen" kennen, 
im Kaiserreidi, in den Wandlungen im Er- 
sten Weltkrieg und war selbst dann ganz 
einbezogen in die schwere Nachkriegszeit 
mit den politischen Unruhen, der Wirt- 
schaftskrise. 

Zugang zum Inneren der deutschen Kul- 
tur hat sie über die Sprache, die Dichtung 
gewonnen, Zugang auch zum Wesen deut- 
scher Menschen, mit denen sie Freund- 
schaft scWießen konnte. Aber: „Meine 
Ohren waren durch mein Schicksal als das 
eines Menschen, der in einer fremden Erde 
hatte Wurzel fassen müssen, besonders ge- 
schärft Ich habe In meinem Buch mich 



nicht unterfangen, eigenes Schicks^lin 
das der deutschen Juden zu transpd^^n 
(die hier seit Jahrhunderten Heimat ge- 
wonnen zu haben glaubten). Ich habe nur 
versucht, die auf Herz, Nerven und Kopf 
ausgestrahlten Morsezeichen möglichst ge- 
nau aufzufangen. Ich habe, ehe ich mit der 
Niederschrift begann, Jahre hindurch 
gründlich Zeitgeschichte getrieben." 

Die Frage, wie die Juden selbst das Buch 
aufnehmen werden, das das Schicksal 
wahrhaft deutschnational denkender 
Juden erzählt, bewegt die Autorin sehr. 
Doch konnte sie von der ernsten imd er- 
griffenen Zustimmung eines bekannten 
Rabbiners und Publizisten berichten, der 
das Manuskript vor der Drucklegung las: 
Dr. Robert Raphael Geis. 

„Siegfried oder Ein zerstörtes Leben" Ist 
ein Buch der Zeitgeschichte, wie es einmal 
geschrieben werden mußte. Ergriffene Zu- 
stimmung bekundete auch der Hörerkreis 
in Darmstadt, dem Grace Rasp-Nuri als er- 
stem sich mit diesem Werk, das in Diskus- 
sion kommen wird, stellte. h^ /^ » D-A 



Grace Rasp-Nuri, 



61) DARiMSTADT,Heinrichstr.l51, 
den 13. VII. 1963. 



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Sehr verehrter Herr Rabbiner Dr. Geis, 

es ist mir immer noch wie ein Traiom, dass Sie es wirklihh sind! 
Im Jahre 1946 hatte ich über einen Bekannten und später direkt bei 
der israelischen Gemeinde in Prankfurt versucht, herauszubekommen, 
ob Sie überlebt haben. Da ich aber der Gedächtnistäuschung erlegen 
-•5 war, Sie seien als Rabbiner in Prankfurt gewesen, war die Antwort, ein 
Rabbiner namens Geis sei nie in Prankfurt tätig gewesen. In den fol- 
genden Jahren stieß ich mehrmals auf den Namen. Und nun kommt ausge- 
rechnet das Darmstädter Gespräch und bringt mir die Wiederbegegnung! 
Ich hoffe aus ganzem Herzen, auch Ihre nächsten Angehörigen möchten 
gerettet worden sein! 

Ich kann es mir vorstellen, wie groß und alle Kräfte beanspru- 
chend Ihr. Arbeitsgebiet sein mag. So geschieht es nicht aus Unbeschei- 

N-Ji denheit oder Gedankenlosigkeit, wenn ich die große Bitte ausspreche, 
Sie in Bälde besuchen zu dürfen. Diese Bitte hat neben rein menschli- 
ayuchen Gründen noch einen beruflich-sachlichen und dringenden Grund: 
I^Ich lebe seit Jahren als freie Schriftstellerin in Darmstadt. Nun ha- 
be ich gerade eine größere Erzählung in der mir möglichen letzten 
Passung ins Reiae getippt. Der Stoff beschäftigt mich seit genau 16 
Jahren! In den letzten Monaten, als ich am Pfeilen war, habe ich im 
Stillen gedacht: könnte ich doch diese Arbeit jeiaandem wie dem alten 
Reisegefährten Rabbiner Geis vorlegen und von ihm hören, ob er sie 
vom Thema her als geglückt empfindet! 

Dieses Thema: De utschnationales Judentum , Berlin, 1904 -1940. Im Mit- 
telpunkt steht ein 1904 geborener, in einer großbürgerlichen jüdischen 

^ Pamilie heranwachsender Mann. Ich habe gründSEich zeitgeschichtliche 

Studien getrieben und mich auch mit dem Zionismus beschäftigt, den ich 
aus meinen jungen Berliner Jahren aus dem Freundeskreis kenne. 
Das Manuskript der Erzählung ist 200 Maschinenseiten, bei 32 Zeilen 
pro Seite würde es wohl 220-230 Seiten stark sein. 
Nun die Erklärung, wie ich als Nicht-Jude zu diesem Thema kam! 
Es war nicht nur das wach erlebte '»Dritte Reich»' und die brennende 
Präge: V/ie konnte es dazu kommen? , sondern es waren daneben meine 
eigenen Kindheit^ und Jugenderlebnisse kurz vor und während des Er- 
sten V/eltkriegS| in Deutschland, völlig isoliert, als Orientalin durch- 
litten. Mein eigenes Schicksal jedoch - ich füge der Einfachheit hal- 
ber einen kurzen Lebenslauf bei!- ist ein absoluter Einzelfall und 



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hat keinen Allgemein-Gharakter, Isoliertheit, Difamierung u.s.w, aber, 
die gerade in der Schule so verhängnisvoll beglnnerij sind im "Drit- 
ten Reich" millionenfach erlebt worden. So habe ich versucht, aus ei- 
nem Riesenreservoir eigener Elebnisse wie Beobachtungen diese Erzäh- 
lung zu schreiben, xim zum Nachdenken anzuregen. 

Dürfte ich diese Arbeit Ihnen bringen, sehr verehrter Herr Dok- 
tor? Oder per Post schicken und später, zur Entgegennahme Ihres Ein- 
drucks und Urteils Sie aufsuchen? 

Als kleine Gegenleistung könnte ich anbieten: Lesung oder Vor- 
trag yor Ihren Jugendlichen - ich habe eine langjährige Erfahrung 
als Dozentin und Referentin von Volkshochschulen, Goethebünden, Ame- 
rika-Häusern etc. Themen wären genug vorhanden! 
Oder Sekretärinnen- Arbeit für Sie durch einige Tage! 
Oder: Hausarbeit jeglicher Art für Ihre Gattin! 

Ich habe Freunde in Düsseldorf, bei denen ich dann wohnen würde. 

Bitte, verzeihen Sie diesen ungewöhnlichen Brief l 

Ich habe Ihre Ansprache auf dem Schiff 1935 an die jugendlichei. 
Auswanderer nach der Erinnerung in meiner Erzählung wiederzugeben 
versucht und Sie dabei Rabbiner Läramle genannt. Sie mögen daraus 
freundlich ersehen, wie wichtig mir jene Begegnung gewesen ist! 

Mit ergebensten Grüßen 



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Ihre 



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(Grace Rasp-Nuri) 



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Johannes Rau MdL 

Vorsitzender der SPD-Landtagsfraktlon Nordrheln-Westfalen 

4 Düsseldorf, Haus des Landtags 



Ruf 884 220 



l8, September 1969 



Herrn 

Rabbiner 

Dr. Raphael Geis 



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k Düsseldorf 

Fischerstraße 55 



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Sehr geehrter Herr Dr. Geis, 

lassen Sie sich ganz herzlich für Ihren Brief 
vom 16. September und dafür danken, daß die 
bedauerlichen Mißverständnisse zwischen uns nun 
ausgeräumt sind. Es war wirklich nur eine Panne 
im Büro, die uns zwei Königskinder nicht zu- 
sammenkommen ließ. Sie wissen, daß ich Ihre Ar- 
beit und Ihr mutiges Einstehen für das Richtige 
und das Menschliche immer geschätzt habe und 
daß ich zu denen gehöre, die Ihnen für viele 
Anregungen dankbar sind. Nach den Wahlen melde 
ich mich. 



Mit herzlichen Grüßen 
bin ich Ihr 



( J oh anne s Rau ) 



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x.Uege^aber 1971. 



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Lieber kie-rr Cf^is, 

Ke^Ae Aiifibti - aer lirie?; soj.i bxe n-Oht, oder 
vioeh i'^r ^örauiarr Zt--i.t nicht - wit ex/ier /mtwort- 
p/lxCal üt*iriHtoa. I>if^ sollen und lüvi.HJ^en sxoüri 
cLÜf 3 30 iexc/it .vi.e nur mobilen raotcaen, unci wer 
v/aie xch, :>x€j xa exnor auch noc:'i rfo ki-pinen z.*- 
öati^lxcuen /in;-.t*rr^u^,Uii^ zu Vtu*:Aaia.:i>en? 

Aaä'^r^röeirö a.xbe ich Jiich doch wxeder sehr 
üb- r Ihrvn Oru'^ii v.6,ll. ^nd div^» Naciiricht von 
der ^ii'CKixch übe.\stanae:if^n Antrir tt^vor j^eouii^* 
i/i üottJL^j^-^n ^f>jVeat, obwohl ich ^e,ri:ti:>;3ht hutr.e, 
ich hiJttc ttxe ^iai^iiiciie AowcsenLext je^'liCi'.or 
Zwexi'ei xn ax^"i:cr KjL.isxcnt i5Ui,,/.ßti\ nur L3ie 
ab:Tt \4|^;en honaon. 

•'ilun hört '.^en aeuti^oi^rn Kal.^*»r, auch ^enn 
er iex^e ü^.ricnt", i^a>;t'^n «i ist ^ut::4rcx^.e i>eutöCxie 
voa aiini iiraiX cn Kax:>er Irieurxch, xu aem axe 
enulxcn Ow^niüal eu..iO nofi'nan^ zu sehen /^xiuotexi. 
i>exi nc^i:u"r'L^iiJL^rra uua iext>en oexä" ^x'd coan 
"uüui*all iioreii, \ «'V;., ;,cxieu „..au '.x-an .Ai.r oUiViio.i...eu, 
rf^exx ücxa«? üeaamii-'n Aeui ,;le lo'n'^^n i 'ii ri^Oj^r cui- 
.-il;a.;.iiv;xi, di.^ii ifiau ^'on 3)1 una je kaun«»* una ixebte. 
r>XP wcruen :>xch iucn ^eir.st mit ;!''*"'•' /if^xt an sich 
Z'j ejeA'chnon lernen und achix^ ..=^lich gut iLxt sxon 
aiiäküi'ii cn. Ja, Lxe aoi^ten u*a.> au ratsch wxe 
mbrlich ax errt -Ciie n vorbuchen, uena aoian -e ^ie 
.sich noch «in noch so ^»'Cic^aüpftev- Mi.'Sfallen &n 
acra neuen jjCüt a^tcn^^o ^^(.-»tat. ten, t>ii.d Sxf nuch 
;ij.crt i'ixt ^io-ch iui 1 irüil.An^'. 

kir //jnt "^^ ^TUw, ^xo'*'*^»!^ on :nxr ^ )oh /"ut rohen 
kan'i* Icn vYf?>-d(* inx^ /''r>tcitr.f*n, I'unPA unt'*r bonder- 



um^ohla.^ eine Nuiü^^r uns-^rer hiesi^^^en AJB- 
INlOrMAlluN S5U senuen, aie ex.ien a lerdinja 
i>ehr g<^'kuraten \ orcxu^; von mxr enthalt • Es 
iüt übrigens r^xa Ihea--», su dem unsere seiner- 
»eatX/^« auo iijia<>rfer i^odiiisisdinicussion den 
^Anlaiia - *i-ii»?rair^,:s aar aiesen • geliefert *^ 

J'eiuV ernsthaft ^'emeinte Bitte ^ sich nicht 
»u ein r Antwort herüuS/?"e.foraert zu fLihj.an,, 
gilt nit^rlicK uucK für diesen Vortrc»^*. 

Zu ^haauu«yah aaa depi tJeäimsA/echftel scLon 
heut f«eiae h> rsjiohor Vuxiache f'xi Sie ana 
Ihre >ryUt 

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imval r-jLicii aus l jLi*ii#ie > exu ..nta^c^ve*'KU'ö i'ex^u:i:if'f nsein 
!75it aea i-rtaaciCn fjl^^te, i^ann io;h ps rjr nacht voi*- 
f^af;erx, Ihnen zu Ihrf'ai 65. ^»ebartnta^ einen wenn 
auch »vahrvsciu*i.n.i xcb nxcrit 'eutzuo<c.aaea" , tio uoch 
ex.ea a- -irnf^r V;.nsc:.e v^'ilen ^*rL''f zu J'.cr.r ir.on. 

ri':^r'aac vfii PI« lhn':^n ilan lrt;^.t,~; r'ahr f'^nft 
aes Ti- ricv/'.rdijkjen /\.bPMtru'"' j 8, ay» '««.'ir i^ebea nennen, 
nxcnt xmer iexcht j^emaoüt üa^i, wverJea >ie, öü hofie 

nichts öo 'virkB*.-"»! ^xr- r-irjP aljer'J»'unciene -efahr zu 
i'f'vpn v-rni^g, oen vieieAi ko iiüiv^üaen Jci^iTisc unUda, die 
Zwi i:/v;^*»ti^';icn xiUir^n n-'Ch ii.iiVe^Pbea ir-t, ent^;p>-^rn^ehen. 

h-j.ben '^•ic -^e bat i^. eim^r Ihrf*r i«mnf1ervoAl treffen- 
den >orr'U i iPror^^t^n .*'e^.a^t; w»na ^eiin oeiüol a^r .ja« 
sa--. 'ohcin^' T,F/i7 aas f'o'iiri<t:iT'0 '.11:3 ^rja j> orr>önlich- 
Inclxvidu'^lle rr^- !.n1 e - ich rrvi'-.sxzc: reir, inn ins 
i^rivate UTizuuif'^^en. »;a, ion xieiiue bo^-.n.r noch einige 
Vo^'t(= rrehr , ;j1?=: r^ie t':>l^>pn la^'-'^^n, f'Jr :->i^'^ selbst 
in oiniscrvich- "Tieder.^eburt .• \yt nicht e..Ae i'üfTing, 
üLin Dfr.-»r;ni.eaeu xsx, Sf^'.af^rn ei*ie Krc*tt, vixt- sich 
te-/;...brt* . j;c*.--.: ..i:- sich fort und fo-'t, ^ei es sc^.lbst 
durcri iiinl'-TAis??' and ' idersr^tanae hindurch bewahre, 
ist h.e±a ^unsch viu aict>ei''i .'.leue^-ueuui totale . 

bon.st will ich hf.ut weiter n^ct^i viei sa^en. 
G'lir i^*i-in wciTc- icl:' ir. li.r'^^ hcirzrei.-e ^r-r.i.T-t ?ns 
mit einem GlL'.ckwanscntele^ö;;rainm hineingeplatzt, 
ab<=^r icn wühlte jt; nicht, ur. /.eici^eii i i^uta sie 



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Sie rUhi en .vuj-ue. "• ..np Oehiritcen brcllirfen 
so.^'ipso niont mecr.anisci'i^r . ilfHmxttel, 

'Kft vielen sphr ir^rÄlichen CTrlif-aen und 
meinem besor.aeren Dan>. f\Y die "entzUckenae iaee" 
ihr«, r "eatzucr.eiiiien Trau** - 5^.ir yrlien, ich 
f ana.^dif *i<=^ Jh^-p Bp/nernin^ so ^^-^tzüoVpnii , das 
ich sxf noohinai^ zitieren »usfe - ^ 

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2, STRATHRAY GARDENS. 
LONDON, N. W. 3. 

- 0I-704 A3A3. 21 #1111111. 1 ^ f -L • 

Lieber Herr Geis, 

Ihr Brief brachte - ausser den rheumatischen 
Schmerzen, die ich mir gern als erheblich gebessert 
vorstellen möchte - so manches Erfreuliche: Den 
Tausch von IXiisburg gegen Göttingen, das Ihrer so 
viel würdiger ist; der Tausch von Düi-seldorf s^^^^ 
Baden-Baden, das so sehr viel schöner ist und Ihnen 
bestimmt gut tun würde; vor allem aber Ihr Buch, 
mit dem Sie mir eine ganz grosse Freude gemacht 
haben. Es leben Kraus und Gollwitzer, die diese 
gros särt ige Idee hatten und ihre I>archführung 
vollbrachten! Und Sie selbst haben meinen herzlichen 
Dank dafür, dass Sie es mir übersandten. 

Das Geleitwort hat mich sehr bewegt. Ich hoffe, 
es hat wesentlich zu Ihrer Genesung beigetragen. 
Eigentlich muss man daraufhin von Ihnen fordern, 
dass Sie, wie man zu sagen pflegt, nun "nie mehr 
ganz unglücklich" sein können. Ich jedenfalls finde, 
dass Sie nach solchen - verdienten - Worten das 
Recht darauf verwirkt haben. 

Neubegegnungen und Wiederbegegnungen haben mich 
gleichermassen beglückt und erregt. iJoer ich will 
mich nicht in Lobeshymnen ergehen, die neben dem 
im Geleitwort Gesagten doch nicht bestehen könnten. 

Ich möchte nur an einen Satz von Ihnen anknüpfen, 
der auf S.239 steht -"Wie glücklich wäre ich als tJude , 
wenn es innerhalb des ^Judentums ähnlich revolutio- 
nären Aufbruch einer Jugend gäbe!" In diesem Zusam- 
menhang kam mir der Aufsatz von Kurt Kanowitz im 
Tel Aviver MITTEILUN'iSBI^TT Nr .22/25 ,v. 28. Mai 1971 
in den Sinn, dar von etwas derartigem berichtet. 
Ich nehme an, Sie erhalten das MITTEI_.UNGSBLATT; 
wenn nicht, müssten Sie sich diese NuiTimer beschaffen. 
Für mich bedeutete dieser Aufsatz eine Sensation. 



Inline jüdische Renaissance inmitten der rebelli- 
schen Linken , eine Neu-Bes Innung auf Buber und 
Rosenzweig, ein neuer kritischer Non-Konformismus 
gegenüber Israel, das Bekenntnis zum "Anti-Hero, 
dem angezweifelten Patrioten, dem Nicht-Hasser und 
dem Nein-Sager", allerdings auch zu der "national- 
uniyersalen Idee" Israels - aber dagegen habe ich 
nichts einzuwenden. 



Kurz: Sie mlissen den Aufsatz lesen. 



^ 



Dagegen brauchen Sie etwas anderes, das ich 
Ihnen zugehen lassen werde, nicht zu lesen: einen 
Sonderdruck meines Beitrages zu dem zweiten 
Sammelband des L-^^o-Baeck-Instituts "Deutsches 
Judentum in Krieg and Revolution 1916-1923", das 
den "Bewusstseinswandel der deutschen Juden" in 
diesen Jahren behandelt. Das Kapitel liest sich 
nicht gut, da ich für die Dokum.entation der Gefühl^ 
Stimmungen und Ref lektionen, die es darstellt, 
nur die Ii'orm sehr ausgedehnter Zitierungen wählen 
konnte, was die liesbarkeit nicht fördert. Immer- 
hin wollen Sie vielleicht eiamal hineinschauen. , 

Und nun nur noch meine besten Wünsche für 
Ihre Gesundheit und Ihre und Ihrer J'rau Wohlbe- 
finden und herzliche Cirüsse, 

Ihre 



Ich fahre Mitte Juli nach Pontresina. 



I'^idi 



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ich 
aen 
von 



25. April 1971. 

Lieber Herr Geis, 

In meinem Falle war es nicht m^nr un- 
mittelbar der i^oststreik, der meine Antwort auf 
ihren Brief v. 12. April verzögerte, ab 'r aoch noch 
mittelbar seine Folgen. Denn nachdem er sieben 
Wochen angedauert und • übrigens - neben aen 
ofT?enbaren ne^^itiven auch i^e.iir begrusi, entwerte 
Folgen gehabt hatte, war ich drei und eine halbe 
Woche in larnel und fand dann bei mei^^er HeimJcehr 
einen Gaurisankar von x ost hier vor. Langaam nur 
gelingt PS mir, ihn einzuebnen. Zanäcust aaas ich 
hof "nun/<slos davor. 

viel früher auf den 
Ihr Brief mir gab. Ls tut 
livrer Erkranicun^; z\x hören, 
nachaem L>ie doch ger^ae vorher mit inren Augen 
Schweres genug halten aurctiraachen mus >en. i^un wage 
ich zu hoffen, da.i.s die Ihnen von neuem a.if gezwungene 
Ruhe wenigstens Ihren Au^^en gut getan haben kcr:nte. 
lUenn es doch :>o wäre! 

Auch son3t sage ich - u.z. n-wCht zum /itrost, 
sonuern aus voller Überzeugung: Eine solche ernste 
Iiflahnung der Natur, wie sie Ihnen widerfahren ist, 
kann, sofern man entschlo:^ben ist, sie gebührend 
zur Kenntnis zu nehmen, die Leb^^-nskraf t vermeliren 
und das Leben v rlang^-rn. Aber diesen Lntschluos 
müssen Sie in der Tat selbst fassen, unu bie müssen 
ihm treu bleiben. 

Ich kannte einen uralten ^rm^ der Zeit 
seines Lebens mit seinem Magen nicht in voller 
Harmonie lebte und viel Rücksicht auf ihn zu nehmen 
hate. Dem sagte eines Tages sein Arzt, da.-s er 



Sonst hatte 
Schrecken reagie-'t, 
mir furciitb.a- leid. 



r 4 



sein langes - und gluck iches - Leben sexnem Ilagen 
SU verdanken habe infoige der vernünftigen huck- 
sichtnanme, zu der er ihn zwang. 

So, lieber Herr Geis, sollen Sie aiesen unlieb- 
samen Zwischenfall, bitte, auffaöi^en. Das:s er bie 
Bu Ruhe und Geduld erzieht, dafür sollten i>ie ihm 
dankbar sein, und so sehr ich hülfe, daüs bie sich 
bald wieder völlig ^iuf der Hohe fühlen, so dürfen 
bie sich doch aadrucn nie. t verleiten la Ben, du^s 
alte Tempo unvermindert wieder auf zunehraen. i>er Wert 
dessen, was bie tun, miatit sich nicht an der v^uanti- 
tfct, sondern an der ^jualitat. Und die kann durch 
Kinkehr und BeschaulichKeit höchstens gev^innen. 

bie f^^-raen in aiesen Wochen vielleicht mit einem 
gewissen hart vc rdienten hochgcfuhl aen Zuwachs ^nrer 
Kräfte erleben. Auch aas ist eines cer rositiva einer 
Erkrankung. L»ie Übergan^^szeit , in der man sein s Kör- 
pers noch nicht wieder ganz sicher ist, aber doch von 
lag zu Tag ihn erstarren fühlt, kann, ^ean man sich 
aen Vorgang bewusst macht, ausgesproc^.en genussreich 
werden, »o^an fuhit sich - u.Z. nicht durch Coue'sche 
Überredung, sondern tatsächlich - von Tag zu Tag 



besser und weis?J5 nun 



viel besser als vorher, was aie 



Rückkehr zu der vorher als selbstversti^ndlich betrach- 
teten i>Iorm bedeutet. 

bie weraen aenXen, dass ich predige und damit 
ihnen ins Handwerk pfusche. Aber aas sind alles selbst 
erlebte Dinge. Sip entaaiten alles, was ich Ihnen und 
damit auch Ihrer Frau in diesem schwierigen Lebens- 
abschnitt w. nsche. 

Ich hatte in Icnael eine sehr, eine zu erfüllte 
Zeit. Ich war seit 34 Jai'iren zum ersten kal wieder 
dort. Nach der Ruckkehr pachte mxch exiie waiire Er- 
schöpfung, die icii dort noch nicr^t emifunden hatte 
und die nicht. allein von dem Brief -Gaur iaanxar her- 
rührte. Aber sie ist Übe -^runden, und ae. sehr viel 
weniger erfüllte Alltag hat wmder eiri^eselzt. 



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5. Juni 1967. 

Ach, mein lieber Freund, ich^liMtte ij±e heut fast angerufen - 
<50 aufgeregt bin ich über die Nachrichten hus Israel! Ich 

vvar in f^-^-.n If-t'/^tr^n Ta^^en snhon rtv^MS ruhi^^cr ^e^/crcien, dach- 
te, jede V'=^-»-'?:o^^»^'^ung tvijrne sich «up^ Cfuten auswirken, selbst 
werin vieXieicht die reonnun^ nacngeixetert wurae. oo war iüh 
heut frV\h ti'^f er.-ohrocken nn^l bin er-i noch» bin Wort von 
Ihnen hs^te ^nir woi'jlgetan. y\ber ich stalle lair vor, dans 
auch Sie xv 'jlies*=**^' bitaation icaum Üe- ahir;eiUieci zu S:>gen 
h'-j?)er! 'verrjers. Krie^ int von alle^ Schli?iren das Schlimmste, 
und Rp^lhrt ein i!5raelisr5h^^r Sieg wurde, glaube ich, den 
die.? irge riar hinaasscnieben« Dxese stctatiicrie i:*xisi.enz 
Aar vor^ ^nbep^inn ein Ungli^ok - a].l unsern c^ir i;3 1 lichf,^n 
Freunden -sum Trete, die uns so ^ern als einen dt r Ihren 
sehen wollten. o.. ■ " 



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Abt-j wfeiö wjrd nun uiit aem 'rri^den', a.^r "ant jt una" ist? 
Um leiT i^>Jhelier^rd3t ^n uad iralctiscnsten anaufangen: Hein 
Hefer >t m ^ste doch um und unc-gearbeitet weraen? i^icht wahr? 
haben Sie e^. r.en Kat anzubieten? Icn a'ÜI den. catsächiich 
noch ^bvTxrter - jedes Ä'ort vcn Ihnen i'^^t mir ein wertvoller 
Fing^'-^rzeig. ■"'^" 

Aber vorher ?jill ich Ihnen für Ihren "Vorspann'* herzlich 
danken. I'fr ist ganz wunxlervoll, unu icr fühle rrich sehr 
Ihr'-^- Scruld, weil ich Ihnen nochmals sn viel yorbeit ge- 
7»iacht' höbe. Ich bewundere, wie Sie langst für uixser eigenes 
i3c;wusbtsr--ein i».b£;ptaiie8 injraei witde] neu zu sehen axid darzu- 
stellen i^F+anrte EJnd und es ca^riit sogar für uns selbst 
V'ieder Gegenvvart w^ rden lar^f^en. 

rür Beckmer.serei brauche ich rieh ji; nur bei ihnen nicht 
mehr zu ent r.chu-icigen; o^t sirx. -^ie ntcl^^rcrde riic> t rj'.r 
rr.pi-'o^nt, firrid'^rn ^ ie haben sie sogar erbeten. :>o st-^^ige 



i<:^h denn ein. /iber vorh» rsc'icken Kbcht<^ ich noch, aa s, wie 
ich • ohl sehen schrieb, cirse r/ochen für -^.ich unferein 
un;-:€^sr:a' r!t bind in privat r Beziehung. Zu drei angeklagten 
4^ogiergä6ten kam unvermutet früher ein xsrael-r luchtling. 
ich ko aie n^cht zum luichuenken, kaum ::ur. Offnen ü.e_ner lOSt. 
Kur ein ?ri'^f von ihnen wilr^^^e o:.eser bcricksal bestimmt 
entgehen • 

M.1S0 lo3: 



S.2,.:i.l3 (ich werje zu kTi/ieu Vorj-chJa^; gror^e Lrkliorungen 
^ebf^n, vvngc.n r.e:; t.dnickej , und r-s ll^^i'-^t ihnen c.f rbsr^tv er ^tand- 
lieb ur.beno!rrnen, xieiViiT:. davon zu akzeptieren): ntatt '*i3t" 



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wäre "war" deutlicher. 

in den darauffolgendc^n 7 Zeilen geht Spanien mit Deutschland 
seilst f\ir weine Auffapsunrs^abe Ptwar durcheinander. J)a8 
.H -rc.^,. "Treueverhältnis'' besieht sich auf beiae Symbiosen? könnten 

Lie das etwas verdeutlichen? Und kann eine Spr^iche "ergeben" 
bleiben? Od.er blieben in der Sprache die ^!enschen dem Deut- 
^j,fcben ergeben? 

Vor "Tie HefcriRation" wlirde ich einen Abschnitt »sibicaen und 

den /.br-chnitt ety/s; so l&rfcn larsen: 

"Die ReioraicAti' n brii./;t Vfire Üefr^^iurg, so ^e'rr sip den 
Vevhasftten una Verfemten Eunachst wie ein hoffnunj^sschi'rcr.er 
erscnienen war* Abtrr atx alternae Luther selbst bracht b ihn 









r.^: 



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zun Ve rlöscVen. 



Z.17 von unfeen? Ipt oiese ''kleine Schicht" tatiuicnJ icn "vom 
jüöifirhen Schiokpal frei"-^eset3t woroen? Ist sie n.icht nur 
aus ihra eirporgeiioben una distwiziert woroen? 

Z.i2 von untere? Me Emanzipation ld69 "eraer" zu lassen, ist 
mi.'.BverrtiJnüiieh. Sie enaete 19^5, hvroe atf^r 1869, wje ich 
virui^v er. Ol Bfieine , '«/ollendet. -^'^ orr»; t 



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Z.7 von un^en: Zwischen "l)eutachland'' und "'Ir^Tirr wieder" 
rate ich ' uui* juaisch-r Seite*' ejLnzubCi.aiten. , •. 

Z.3 von unten: Ich S' hiage vor-, "üe Juden in Leutir^ch? ?ind 
hcitte/i am Ena (^ des allzu .-." "TipfF.t*ir.a erreirht/, ure>o 
bedeutsamer, überr'aschenüer war ihr schneller Aufstieg .." 

S,3, 2. 15* loh 3chi^ige vor, nach "em \iewi«htlges*' auch 
In der hoae einen Doi^; el];urikt ejinj^usoLDiAtcn. 

Z.i von unten: oti»'ut 'Di^^6(:r i'roi:er;&" viülleicht bers >er: 
"Die Kehrseite dios'es .Vrozc^Lics der Eindeutschung v/ar ein 
(nxt sich" fallt aann fort. 

Daß ist alles - und, vie imnier, nichts für an^n^t : ich lese 
fvast liQiner *'.'.xt den iüeiiUirt*', hu.oe lxixS uns der K'^^iaktions- \ 
'tati.fjKeit zurückuehaiten als chr.nif5che Besserwisserei. -^ 

r^ir n- ch oi::>3: I^ic Schlussworte s^nci aoch von Robert Wel^Ach. 
Wallen Sie ihn n cht no inen? Icn vreiss, r<a;is er auf aieae 
iiort^j stoliSrT ist cmIis auf aen "Tragt xan na.t Stoig". 

Was weraen uie i^ac hrj.chten brin^cn?*,^?? Sehr i; Sor^-e lud 
^"ihr dani^bar * ^ 

ihre 



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25. ^Hl 1967. 



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>iein sehr j_,iebfrr, 






i^s ,.1^1 ^"^ '""'''■ ''^■'"' "'■' M'^ten Zeit, Gfcf-r 
u'cst rn i!'^^,'^" schreiben an bie benutzen. 
pi;,t^f " ^'\^ exn^Of i. ri,a.'il, abircr-xr.t , morgen 

di"foJ^^^oi''"*,^'''f-^r'®'''-'' räumen, e.nkaüxaa^ 

..;;:'-. {^r"!:! '^■'^ "^ ^^--^ ""«'^ »"it^en aua niea^n. 
r -..vr n . nuj? nach H.ani.ovHT- ronraen -verae. ' 

Viel schrecKlicher una nich in I-^ierntPri 
erre^oxiu uut.rJich x.t oie ,,olt-SlirioJ ''" 
Kem-r schPln+ zn er-rat^n, 'rnniir Nasser 

llt^Z f^^'' «-^^"^ j'^^-^^t provozierte, ^ber 
v/arn,n i->m-r - s:ip ist oa um. furcht.-.^ 
be:'ngst,i^-end. So ab^r haben es die on^iüc^s- 
propneten xn xsr-aei vrBiusgesa,rt »ext aer 
oti.atR^'r nc. üi^'. j:a;=i» da .-xne innere -cik 
obwaltet, nacht alles noch acWreekensvolier . 

-^er vyexjis, ob -.vir unsern Kiröhentar »des 
irieueae" weruen begehen koirnen. 

dec ^"tt!*:lT*'^ ^^»' •'^'" ^^'^ ^^''^ ciKp.Husvvar.l 
<^ef. jan;:en ^uaen" sc/ir-^ibcn. Tai! hatte 

uocn monixcaat ein israeliacher Student sein 
muoüen. J uem-alla h^^ben oie a les uestensV 
angenrdnet. -^-afc.cij^A 

icn oin 311 unkona^nt-i-rt, vm ae-ljnt an X 
ble au schreiben, was gewöhnlich mich gan« ^ 
Zu xnxien ao- una nxaleakt. 

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5..April 1967 • 



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Mein sehr, sehr Lieber ,^ .:"'' 

Kl^entlich h^ibe ich heute gar keine richtige i^s- 
rede mir ge^enübef, Ihnen zu schreiben. Aber ioh tu 's halt 
öo gern, und - allem gegenteilig Ueaagten luiri Irot« - 
Erfreut nirh dann auch imner aas vage Gef\xhl: es konnte 
ein Brief von Ihnen in öer ir'oet sein. 

SchcBsten "Dank alBo für Ihien l^rief mit der er- 
baulichen Lirkö-Uebchxohte. Kvn bin ich auf die BekanrtschaTt 
Qoih ^espar.nx.r. Vor Jaraen hatte ich einen Brief Wechsel 
mit ihm, der die Veröf^'entlichung meines Baches in Deutsch- 
land um Jahre verzögerte . i^r sasB aar auf iur aen Verlag 
der FP.Ai4iJuivTi:.R i/xJ^li}.^ uie ec, a raubbriii^^en \A/ollten. Aber 
er wurde dann, glo)i;.be ich, krank, un.i es wurde nichts dar- 
aus* Jedenfi^lls war es seh^' eat tauschend, 

amüsiert habe ich mich über Ihre Bemerkung: "iNatür-'^' 

lieh sind oie racat konö^ /vativ'^ l'c. /uf. a^Mrae nnan^ iLit dem 
Probletn de» nationalen Bewii^^f^tseins. Ich ,?:laube, da^ss das 
eine mit uem aaü f-rn üborhauxt nichts zu tun hat, i>a. s es 
in Deutschland ancer., war, tezw. von dv.r Kechten anders 
darf:eRtellt zu werden rf"^^rte, war ein Spezifikum aus der 
deutschen ratholo^sie. bchon mein - sseitweiser - Lehrer 
Frrinz oppenhf^iF.r-r dozi.erte ^rrn über den Intertcnied ües 
"guten NationBl^efiahls'^ unct dps "schlechten Nationalismus"* 
l»a8 erste halte ich für unentbehrlich und wünschte, dass 
die leut-^ctien zu ihtn hj.nf anrion, bLvor et: aie Kec^tsextre- 
misten in ^er P.nt Stellung" des "hosen N^itionalij^mus" usur- 
pieren. Ob das a] leraings in i^eutschlana überhau t möglich 
irt, tf/ei-.s ich nicht - ich nrine, die int^tehung eines 
gesunden, in sich ruhenuen, nicht a^rrei-piven St ats- und 
A^ationaibewusstsems ohne reaktionäre Überspitzungen. 

In diesem binue haben oie nicht unr-echt, ^Nexm oie 
sagen, ich sei en-liscri beoinf ] iF>st . iiior spricht ja be- 
kanntlich kein ^'ensch von ' natioial consciousness" . Das 
i*Mr man einbrach, 'kaum oewusst, selbstve>-8t analich una 
ohne Deklamation, "a national ne^spaper" ist n cht etwa 
eine "nationale Zeitung", sondern eine Zeitung, die im i 

g^i^!Pn^^MH'i8Ä^J»fta?Mt^fii<tiS^^;iPM«i8^in«S^f?^^ fMii^ 
deskreise eine aer wenigen, die innier sozialistisch wählt; 

fast alle and-^rn sind llaaMuti^'v-^ Tories - und ich kriege 



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Ol) meiner ünentwegthelt nicht wenige SchimpfkanonadeB su 
hören. Aber ich wehre mich meiner Haut einigermassen. 
ha sind ja auch nur unsere '^RefuiP^en" , die soüche Differen- 
zen hier ernst nehmen; i-nglänuer vermeiden derartige 
otreitgespräche auf das iitrikteete» 

Hat oChwestP3- Ularie -^ouis -Gabriel 3ie besacht? Sie 
hatte mich im Auftrag von Pater #illehad Eckert um ein 
Interview gebeten, ich tue so etwas gar nicht gern. 

behr viel lieber wkre ich zu aer aweiten Vorbespre- 
chung nach Berlin gekomiiien. B rlin im kai mxx i'lieder und 
Spargel hat iTTer roch eine starke Anziehungskraft für mich. 
Aber ich bin am dij^e Zeit inlt meinen V^'^rwandt^^n, die ich 
vori^^es J^hr in Santiago de Chile besuchte, in i^auheim 
zusammen. Vir wohnen dort im r ark-Hotel, vom 29. April ab 
für 14 Tage. Mochten ;jie nicht auf deiL Rückweg von Berlin 
dort ein weiii/^ ct.ation iXiaohojiV Das w<ire ei/Liaca wunaerbar, 
und ich wei^^s sicher, .laac^ auch neino Verwandten - Vettor 
und Kusine, Dr.Krnr>t und Gisela Reichma in - sich sehr dar- 
ubf-r freuen m^rdon. TTer.n Sie jetzt ''Ja, ich koimrie'' scnrei- 
ben, weii^s ich, warum es mich heut «o seV:r '^u, dier>em Briefe 
gczo^3'en hat, onne aa-6 ica eb mj^r klar gemacht hatte. 

. /v'ir Ihnen Ihre Tätigkeit beim .ve;^tüeutschen Kundfunk 
ausser 'jrbeit auch Preudc machen? Ich hoffe sehr. 



Unc* riun zurUcJc ?»\i rneirAen Zeitool-Ariiten cjius den Jahren 
1917 - 1523. Ich finde sie faszini'i^rsnd . Aber ob ich ^e 
in dca^ i-.age i>ein wei uc , aer Faszination gebührenden Aus- 
druck zu reber]?? 



in ^rorr^er Her zljchkrit 



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16. Mär» 1967. 



AUCh (las, v;aF. 
ist herrlich. 



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>iCh, mein serir Lieber, aiesmal war es wieder ein Feiertag, 
an 'Jem Ihr Brief und Ihr iMs kamen. Innigen Dank für beides. 
Auch der Brief an Dirks, der anbei Burückkonamt , hat meine 
völlige Billigung. Mr wenaet sich aus Gründen der schmerz- 
vollen Identifiaierung meine Empörung irmer noch starker 
geßen unsere Juden als gegen die draussen. Aber gewiss: 
an dem Anspruch, sich z\x uiiserm üprecher au machen, sollte 
Iran n.cht zu leicht xu tragen versuchen. Ich bin gespannt, 
wie Dirks den Brief aufgenommen hat. « 

Doch nun - viel, viel wichtiger; Ihr Vortrag, loh bin ein- 
fach hingeri.ssen, v<ieim oie mir uieaen über schwajqg verzeihen 
"wollen, vas ist gekonnt in Jeder Schicht, der des Wissens, 
des ^ühiens, der Aussage. rc. 

Am Gross artigsten erscheint mir Ihre Forderung, Politik 
aus religiöser Verpflichtung zu bejahten, die Sie so 
meisterlich begründen. Die politische Abstinenz der Kirche 
ist für mich immer ein citein gröbsten Anstesses gewcjsen. 
Und die tapfere Hinwendung der evangeliscüen kirche zu 
den heissen Eisen der Gegenwartsfragen v/ar ausschla^::/jebend 
für raeine innere Verbundenheit mit ihr. üo bin ich Ihren 
Ausführungen mit einem wahren Glücksgefühl gefolgt. 

Ebenso tief angerührt bin ich von der Chance der ^lacht- 
losigkeit, b.5 ff., und der /mspielung auf Deutschland, 
das sie mcht, oder aoch nicht zureichend, ergriffen hat. 

oie ühr^.r Israel sagen - una wie bie es sagen - 
immer wieder empfinde ich voller Dankbarkeit 
die Übereinstimmung in üiesen Dingen. 

Aber nun konmien auch wieaer ein paar kritische Bemerkungen. 
:!.i£centlich sollten öle sich die nanraehr verbitten; ich 
werde sie nämlich erst dann unterdrücken können. Vorläufig 
empfinde ich sie als i-rfüllung eines Gebots der Freundscnaft 
LS ir^t übrigens lüaacWirial riehr exie l^rage als eine }:ritik. 
Sie we-r-uen sehen. -• ^ 



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Ich gehe nach der Reihe: 

Li. 2 Mitte: Richtete sich nicht die jüdische Frömmigkeit 
ausöw=^r in die ierne aer Zeiten auch nach oben? liaben bie 
hier vielleicht die norisontale aus Lrründen der konfron- 
tierung ein wenig überbetont? 

S.4, 11. Zeile von oben: Ich gestatte mir, die realpoliti- 
schen i^iinsichten der rropheten nicht •'erstaunlich** zu 



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finden, ^erstaunlich erscheinen mir höchstens die religiöse 
Inbrunst und die Macht der "Begeistetheit" , mit denen hier 

den Notwendigkeiten der Realität Ausdruck ge^-eben wurde. 
Der Zusammenhang zwischen beidem war jedooh wohl nicht loser 
als der von Ihnen so h^^rvorragend darje^tellte zwischen 
politischer Ühmacht und Friedensschnsucht . 

S.5,^.8 von unten: •♦^'ir Deutsche* steht dort mit voller Ab- 
sicht? Ion habe nichts dagegen! 

Ö.7, Z.8 von unten: Wurden sie wirklich nie zu Kriegshetaern? 
Lissauers "Hassgeaang^? 

r ■ . 

b.9, unten; Hier bin ich nicht ganz einve stanueut aber ich 
glaube, darüber müssen wir einmal sprechen. Ich fürchte, 
nachdem min eirjnal die I^eutiiChen die^Chance der (voruberge- 
honden) Machtlosigkeit" nicht ^enutiat haben (nicht nutzen 
konnten, weil Amorika sie vorzeitig abschnitt?), dass das 
zurückfinden «u einem gesunden Wagionalgefühl im Verlaufe 
des kollektiven aosuuauxi^sprczeases nicht au entbehren ist. 
Ich wei.^8, ich setse mion damit in Gegensatz zu vielen 
freunden. Aber es ist meine nicht leichtsinnig erreichte 
oberzeugu^g^^ rr^.cfö.iö^ n. 

S.lljZ.15 von oben rMommtsen spricht von dem "Ferment", nicht 
rlement, der Dekoraposition. I-as ir^t wohl nur ein Verr,prechen. 

Genug der Beckmesserei. Sie dürfen sich sie, wie gesagt, 
ruhig für die Zukunlt verbitten. Wur, solange bie es nicht 
getan haben, käme ich mir pf liontvergessen vor, wenn ich 
neben der grossen Begeisterung die kleinen Anstände nicht 
vorbringen würde. 

^-^t Schwester Louis Gabriele Sie schon besucht? bie : ar 
vorigen bonntag bei mir, wie sie Ihnen wohl erzählen wird. 
Ich beneide aie sehr um das Zusaicmenaein mit Ihnen. 

^Natürlich werde ich mich mit van Lam nicht in Verbindung 
setzen. Ich sah Ihre Reaktion voraus und h^tt*» ohne l'nr^ 
Sanktion bestirrnt nichts untrrnomn»en. ) 

fcine wunderbare Ausplcht, meinen Vortrag von Ihnen eingelei- 
tet zu bekommen! Nxcnts Besseres könnte icn mxr wünschen. 

AUS volleir: Hersen Dank und sehr gute Wünsche in jeglicher 

Hinsicht , 

Ihre 



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G.März 1967. 

Mein SRhr lieber Freund, 

DiesF^al also war Ihr Brief kein Lichtblick, sondern 
ein Do inerschlag. Aber dafür kbiinen Sie gar nichts, h% 
war nur so, da >» ich keine verfügbare Kox\ie. meinos ersten 
Kntmirfs mehr besass. Im BeiYu^stsein, da « er doch wtrde 
umgearbeitet werden müssen, hatte ich nur iwei Lxemplare 
verfertigt, und das eine war • auch so etwas könnt vor - 
in der Post verloren gegangen. So stand ich denn vor 
der Frage: soll ich das vorläufige k» wieder abschreiben 
in der Cjewis'sheit , es dann nochmals wiederkioien zu müs- 
sen; oder «oll ich es nicht lieber gleich in den hoffent- 
lich endgültigen Zustand versetsen und dann abschreiben. 

Ich entschloss mich, das zweite su tun und schickte 
noch am gleicuen Abned das revidierte Referat an Dieter 
Goldschraidt. Heut geht eine Kopie auch an Sie, Ob Ihnen 
die Änderungen zusagen? 

So wurde der Tag Ihres Br iefempfangs ein hektiscner 
Tag für mich. Das Durchdreachen auf i-iehrore Lxemplare, 
Bu dem mir noch dazu das richtif^e Durchschlagpapier 
fehlte - aber ich erlaubte mir nicht die Zeit, das ein- 
zukaufen, 3()nst w^^re ich nicht fertig geworden - hatte 
mich ziemlich fertig gemacht. Aber abends hörte ich in 
der Festival Hall Mahlers Neunte von dem erstaunli-Chen 
Klemperer dirigiert - und siehe da: wäiirend ich vorher 
gefürchtet hatte, es nicht ^enter^sen zu können, genoss 
ich es 80, da.ss ich nachher frisch wie ein Fisch im 
Wasser war. Verzaubert. J^s war grandios. 

Uweh - und nun mu^s ich ivieder zu eiaem irunkt Ihres 
Briefes Stellung nehmen. Hoffentlich langweilt Sie das 
nicht, aber ich kOTrjre mir imrcer unehrlich vor, wenn ich 
etwas wortlos hinnehme, 'vas meinen Mdersxruch heraus- 
fordert. Diesmal ist es die Kontroverse mit Dirks. Ich 
ver^->tehe genau, was Sie an seiner btellungnariijQe stört. 
Ls stört auch mich, und doch: Sie schreiben: wer immer 
es unternehme, eine *'wenn auch noch so vorsichtige madi 
psycnologische i^-rklärung für aas Gewesene zu geben, iw t 
mitschuldig". Oweh! Nichts anderes habe doch auch ich 
getan, in meinem Buch, in Jedem Vortrag und Aufsatz, den 
ich zu dem Thema beigetragen habe ... Natürlich habe ich 



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9 



I 



Immer auf das Strikteste vermieden, von einer '^Schuld" der 
Juden zu sprechen; '•schuld" waren bei mir immer die Verhält- 
nisse, das impersonelle Geschehen, und doch: psychologisch 
erklärt habe ich das, was geschah, ich stehe auch heute noch 
zu der i^otwendigkeit , es zu tun. Natürlich kor^nit viel auf 
den Zusarrrrenhang an. Aber alles? Werden Sie mich absolvie- 
ren können? Das iöt nicht nur eine rhetorische I^rage. Line 
jiaäische Zeitung hat mich s^r^irr rzeit in der Tat eine 
•*Acivokat8ie vun de Devil" genannt, was mich wenig rührte. 
Aber Sie....? 

Ob ich vielleicnt gar *^den kühlen, distanzierten Ver- 
stand** Ihren gro5.3en Lehrers gepachtet habe? Ich könnte 
mj.ch dessen kaum freuen. Ich lege wert auf da8"glühenae 
herrf*, das allerdings vielleicht mit einem kühlen Kopf sich 
gar nj.ciit schlecht zu vertragen brauchte. 

Bitte, wie irj^er, 3lch nicht etwa zu ein'-^r /vntwort \ 

verpflichtet zu fühlen. Wahrscheinlich sind unsere Kuffas« ^ 

sungen gar nicht weit v» r.einancier . una was ist nun mit 
Lirks gewo3*aen? 

^Noch oine Krage: da erhobt van Dam Jetzt so eine /vrt 
Anspruch auf Notifizierung, falls unser einer (vgl.Nuss- 
baum) in Deutschiana aufzutreten '.va^'t. Joll ich, um des 
Ix ;bL-'n > rii^dens willen, etwas unternehmen? Ich habe niemals 
die geringsten ir'restige-Krwiigungen, soweit es sich um meine 
i^erson hanaeit, und wurde iiim einen ganz leg^^ren, formlor^en 
Brit^f üb r mei e beabsichtit^te Teilnahme am Kirchentag 
sch-reiben, falls Sie das für richtig halten würden, iiller- 
dings nur dann, i^aturlich ähnelt der Fall Nissbaum dem 
meinen nur in ferner Ferne. Abnr irgendwie ist ein Generai- 
ne ^n'^.r doch vorhanden, besonders wenn der hohe Herr sich 
auf die duche danach begibt« 

Und nun leben oie wohl! Bitte nehmen oie das wcrtlicn. 
Da s die Aufre^ing mit Dirks Ihre Gesundheit gefiihrdet, 
iÄfILL ich nicht ho^^en! Daz^ ist er nicht wichtig genug. ^ 
xhre Gesundheit ist viel wiontiger. Basta. Ich war so 
froh in aem Gedanken, oie so viel gebessert zu wipsen. 
iiie dürfen mir nicht wied r .»or^en machen. . 



In iprö-ster Herzlichkeit 



Ihre 



^: ,' 



2 Strathray Gardens 
London NW 3 

, SWISS COTTAGE 4343 

J 



22. Februar 1967. 



Mein lieber Lichtblick, 

vKach* köstliches Geschenk - diese Rede! l^eswegen habe 
ich sie auch lange nicht zurückgeben wollen - ich las sie 
wieder und wieder. Aber nun hab' ich sie Ja in den DEUTSH- 
LAND -BERICHTEN, und nun brauchte ich sie vielleicht gar 
nicht mehr zurückzugeben, weil nun auch Sie mehrere Exem- 
plare haben, aber nun sende ich Sie doch. So etwas nennen 
Sie "schlechtes Deutsch". Danach müsste ich fragen: Wie 
sieht denn da das gute aus? Aber das frage ich nicht, weil 
ich es ja kenne, ^ur dass ich meine, das schlechte stände 
dem guten mmDimmlufei nicht allzusehr nach 



... 



Ich glaube: so gültig ist es noch nie gesagt worden, 
wie dieses grandiose, untergangs-iimhauchte, erhabene und - 
manchmal - lächerliche Zwittergewächs "deutsches «Judentum" 
eigentlich gewesen ist. Und es in so "schlechtem Deutsch" 
gesagt zu bekommen ... nun: sapienti sat. 

Besten Dank für die Konzessionen, soweit es sich um 
solche handelt. Ich werde nun bald daran gehen, die Ver- 
änderungen einzubauen und Ihnen dann ein umgearbeitetes 
MS schicken. 

Warum sollen wir nicht auch einmal verschiedener Ansicht 
sein? Eine solche Differenz liegt z.B. darin, dass ich 
allen Ernstes und wirklich nicht aus einer irgendwie gear- 
teten Rechthaberei glaube, dass man gewisse Dinge aus der 
Entfernung besser sieht aus von innen her. Bestimmt sind 
Sie der letzte, dem etwa jemals die Bäiime den Wald ver- 
stellen. Wir aber werden hier so daran gewöhnt, sich die 
Umrisse ungeachtet der Einzelfäll;te abzeichnen zu lassen, 
auch und besonders in den weltpoltischen Zusammenhängen, 
dass die grössere Distanz nicht unbedingt zum Schaden 
ausschlagen auss. Es steckt da im örtlichen Sinne etwas 
von - im zeitlichen Sinne -»der Problematik der Zeitge- 
schichte drin, die ich mich zwar, da ich selbst dieser 
Zeitgeschichte "beflissen" bin, möglichst zu verkleinern 
suche, deren Existenz ich jedoch nicht verkenne. Nicht 
immer ist zeitliche oder örtliche Distanz ein Nachteil. 



Ich habe hier jetzt in kurzer aufeinanderfolge 
Vorträge über Deutschland gehört: von Ren^ Allemann 



drei 



?S^^J»?I Prinz von Löwenatein (von dem ich zunächst 
htm^l X J^onne sich um den von Ihnen gerügten Nazi 

handeln, der aber ein ganz anderer ist) und von Profesc.nr 

rll fe?:iliifnteste von allen, war m.E. viel zu optimistisch. 
Ich wünschte, ich könnte iha folgen. 

Meine Arbeit freut mich weiter. Aber ich komme 

™Y«v,™fL^'°^^!",?^*^^^^^''^"^^" 2^ i^r» lind das macht 
B»«?o^£ «^^e^^l^ig- Die herannahende Flut meiner Übersee- 
Besucher erschreckt mich gleichfalls, obgleich jetzt 
nicht mehr samtliche Termine miteinander kollidieren. 

h»h^r.9"^rJ!^i-'^ !f® °^^ ^" ^®° Frings-Zwischenfall gesf •; 
«S!^ ^Z^ ^V°^^^l ^^^^ ^'^^^^ <*®^ weitest ausholende 
Rf™!^^®^^"^. l??*^ ^^^ provokanteste Interviewer gewisse 
Bemerkungen nicht entschuldigen können. 

m« T^^i+®.^*v" *!^^«°he, innigen Grüsse voll - verzeihhn 
aie, bitte! - begluckender Bewunderung 



Ihre 



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^ Äie^n Sehr i-ieter, ;C 

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«lede kiei^c von i^iihori i:it »•>iri LioVigI-) llok , und aei es 
'^ Bf^'j-bst' e».ne wohlv'-rdlente Mabm\nf% Sic ir^t de:%halb so 

vori't^'j xoh nur t/ou jo^exTier neuen hrl«ejur (191"' - 19^'3) 
ahsorbif^rt war tind Mir voi '»rst (. lr.e •JntorbrechiJ.n^'^ nicht 
**<|ronnte*»,, **.iturixciA aat es ua.c^A sext c-rhult ilires Briefes 
V* 10 •Januar zu aicu;er ürit er br t*oniui>; ^'e/«o»ve.n, wie r;ir tjoen 
^Mcie^ A'ort z\i Ihri'^n u;id von Iluien wohl tut.. 

Dar-5 ;7ar in ^^-^"h^^Mop i^a^^e^ rrit. Ihrer lrbV?ri:i:LttlTin>-; 
<ie£> ^rt.f^ilri unnerrir ia'iscitsjr^cmei^isoriajit aer ••all. ich 



*».,- 



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uitirej'fiprt h:it, uaJ Ir.ro ppr^nnlxche ./vnrrk^nuunf war ein 



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in dem un^e«vohuxxchcjn i^evmw^iit^exji, Zeit zu haben, 
)^j.l^.i ioii i:.j.Qii HOCH a*cat vvxt*y.t'r rtn ua» .*;-inuak*ript iieran- 
b9i?^bqn. .ibor-He tTbonirbeltvcn^^ Iri cl*. vi^h Ihn-^n a-Pv^er^e- 
benen Richtung uirxxd ru.cUt bci*aer fallen« Ifur ist 03 wohl 

hüib-:», un«1 f:illa uie8':'r lnt'->ri'ift-Aur>J,aa30h \nlanr ciixzvi 
preben Irönnte, nier noch eine Vcri5t.üidi/;ar^ :2u crsielen - 



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30 e-' otiet /.i icr. un.5cr;; ic^': ^ie ihXL AL'Le^i; be'uriäte! -, 
Wi.r^ ar^.ir C'i'^ ein.e Hilfa. vie l.='.lc'(<. aa^rnn. '.vir d in Fol/rende: 
War, i'alls oie fi ia%3n, daö3 mein -^tajidpunkt Bxch zu veit 
voa oe«'. ihr?! eut-t'crnt, i^t ei::e 3lr?llii>.^-aajirae notw^^idig. 
F'ind'^n ::>j^, iasi^ <3 ^ avioh '>o ^r»ht , d'ir.f':fn jie ^Ich r.it 
Jhem njjch.sten 3rior^ so i ini^j; er/ian.-.'^irt er ir;t, Zeit 
las^^en. 

1; ;iIeiiiL>tDC.;ri;.t* . v-.tti v-e-^^de ich k Ja>st» lien« ILa^o 

völliP' berechtigt. 

c):^ur ''Koliektivscnula" werde icii r^ich nie und 
ni.*uT;ej" 0'«ij«;e-a.r*er)« .*ier tut ei er. Aoi:l der erjisteötc v^e^-Ten^atz 
ü.ai . '.b'-fT ic? "liarr nilr '.berVnurt nir»ht vorst'^llen, '3a3t< 
ai$ rt.G und ado3 l;irits sich dtoen un^lück^eli^en begriff 
2; u ^ Xis ^ ^ ^ '^'-^^ ^^^ ^i • •^' ^ ö -'»^ ^'^' d o c r* e r .^ t ^ '.•' s c )\e "x -. ;-.■ n , j : a c h vier:. 
ü:ax\ 'aen el^;ent liehen t^inr. hinuii?-. i.nte'^prßt lert hat. Tfoza 
aber ist er dann aufrecht zuerhyitcn? u'a hat - nur :;.rc ein 
i:.l^l:r-^re3 iic^a.ici ;iu ner^a-r-n, i»eur.:r ao^^br.n fi/i 3ach :r- 
scheinen las.^fen '•^^hv.^n Co^r^^^-'i^-'^ ^*^'^ ^ Critn'^*', das die 
koilektivöcViUlJ, sofern es dessen i^üch gedurft heilte. 



B'j 



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einfach ad absurdum fUhrt. Mit einem Wort: Hier stehe ioh, 
ich kann nicht anders« (beibst Luther iat mir nicht zu 
.N' schlecht, seine Hilfsatelluni^ In AnSj..ru'j^' zu nenrrien.) 

3)2 "unverarbeitete Vergrin^^enheit** o..^.a« - 3elbst- 
V"'»^stA^ri.llch ?kkz^ptJ?rt. 

4): B'?tr.A:?T) wei'.a ich «ehr ^.'>hl, iaa-j die Bog. 
deiDOjcratischen rart'^ien auch aj.cni alle ;iLU3 Unschuldsengeln 
. .. sicn ißUüam'conse czcen» Ich ^e'.i ai-i'.' •o-ju^ j*=5aooh in ci(::r l-.-.it- 

• sarbe, dÄ>s aie Nazia sich "decnok ^ati3ch'' zu tarnon für 
"HotvieüdiiB; hielten, uaa ^eatj, Wfti3 u-ater üea oD^valt enden 

uc^stcincien erwjirttjt vveaen ko-'.'te, I>?»r*i\<eT, na-^s .si.^ 'lio.'it 
V'=^rsci-)wiind«=^n 'Vr:r-;n, kor^ite rjan jci s-^.nlio^^lioh Voinn Illu- 
sionen hüben. L-ie iachaiLlosit^iceit , mit aer 3i(3 :^ici Jetzt 
^xeuer dxcn zu 'benennen' trj.uen, oilu^K i;i meinen Augc;n 

• Pin ub-riius üf>ö'»n<l ic^.^3 Z'^icnen Tut d^r;- Z^ioc^n '"V-indel. 

Ich werde au dieoCic ^^an^te cnne sacr if io?.uT»i intf^ilectua J 
moi.:.:'rdeit3 in:" :^r ;\ur lasjun^^ ii^:z:^cht :>5U .verc-ieü ver3U(?Ut?a. 



rfüYen: 



'.^3 ge>5t nic^^t zu 3C!''lPClit'. tc'^'^ .r=ivT:>«ite :("}.c}- an meinem 
elp:^ntllc;ien Leben vorbei, i^le Arbeit interesBiert mich 
und buO-t uine Aand ^/vie-cen ait^i«ei': fiKtxvon A\rbei.tö'Jciaein 
and c'rm, '"'OS IcV- auch jr? Vlffr lelcnteren Stunden al« mein 
wahren LeJen ey4)ixnc.e» Mer ?.'ah3t scneiniicn xHt uaa ein 
So.^en, a:i:i icn ili'Bue i vii n».'^bt et^a, ^^oauern verbuche, 
rricli in ??öi*3eT pycb'itz auf>*-fcht zii halten. 

-»elen Sl* irir atif;> P^^>"7.1ichf tP i^^^^rl: -:S't mit allen 
beston .Vunschen ft4r alleü ,. w-is Ihnen awu ^^e^^en //erasn 
mojhte , 



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Inro 






raao.ürbchon i^ar I>Lr^ r.eae Lei aer 'Irauorfeier Cur 
Kiirl ii'":'.ry. Lnd ist I^.'«er. doc' sic^-'rr niij!r,t ^^.i^iz leicht 
^^r<i31en .... cnc v.as mir aa lifelri "uehei?raie:.3t " über 



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t'.r.Ci Lc/Ä^rt 



Kiöfkc ^mtr'.:,^-, «^chrir.t .vich ri.-^M 

gewe-öf'a zu sein. La hklte ic*a diiei sein wollen! 



3c]:lechton iiltcrn 



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Txr.Krov: ««MM -^ ' 



Lie"bst^^' Frf "undin, 



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Lanl: fi'r Ihre letzten beiden Briefe und das Manuskript. P'^'r die 
Freunde in Arnoldshain war Ihr Referat zweifelsohne der Köhe_,unkt. 
Ich las diese erstaunliche Rede vor, di siru.tieren konnten wir 
- a'^-S Jnnerer Eewegtheit - üb r?iaupt erst ain nechsten Tag. ITur gaiiz 
wei-'iige Vorsc'.lsge zurj^nc^erun^ habe ich Ihnen mitzuteilen: 
1. der HeiEiatbegi^^fi müßte sc definiert werden, daß die Heiniat- 
vertrieb3?r^ver"bände und ihre Vertreter beici Kircl.entag daraus 
kein^"^ Propagandachancen für sich ableiten können, 
der Satz von der ICollektivschajn w^Jre zu streichen, da Herr Dirks 




nach Ihnen #^^e Kollektivschuld bejaht und begründet. 

3. es sollte nic}]t unfewsltigte Vergangenheit heissen, das V/ort ist 
endg-i'ltig durch Abnutzung entwertet, sondern unverarbeitete 
Vergangenheit. 

4. Ihre Reaktion auf die TsTD scheint uns allen von zu optimistischen 
Voraussetzungen auszu£ehen. Was in dieser Partei laut wird, hat 
es ja längst in CDU, FDI und SPD gegeben. Die Zeit einer -richten- 
den Besinnung ist vor vielen Jahren schon zu ende gegangen. Allein 
die Angst vor dem Ausland hat auf die sogenannten de.u^okrati sehen 
Parteien iimn^r wieder dampfend und korrigierend gewirkt. 

Das w?'re alles. Sie sehen, Sie miüssen sich wirklich nicht m.ehr viel 
ZeiijfJr das nefer.it nehmen. Ich aber bin güicklich, Ihjien diese 
Rede entlockt zu haben. 

Seien Sie aufs herzlichste gegrüßt, 



Ihr 



RAva\/"^ 



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^ 3u.Leaember 1960. 

Liebster Dr.Üeis, 

V/ie an^odroht, orhalten Sie hi.^rmjt 7ax \ 
treuen Hiinden das ^anuscriyt m^iiieb i^irohen- 1 

xcii will ij-iiv:;h imn nascht mohr r.it i^elbst- 
Kritik wichtig iTiacb3n. Vielloicht nur noch- so 
vxel darüber: 

Das ''(feyprach8''-i!riotiv urtingte »ich mir 
aui, weil ich mich isu Ciii.er eint^eiti^i-'n "^Ver- 
>:vnc'un^r^ 90 v^eMJ^; lußtandr fUhUc^. Und cje in 
Aussicht ^enotonene Miiiii^prache r»ira ihm ja 
ao^ar exrie ^**wisoe ..ertiitat velßrUien. 

i>en Kucl-Xall iii d^e Ni^J; habe ich .-Do^jli ♦ 
cherv^eise Uö^rbetoriX. :^an wird abwarl;en mijspen, 
wie A^ iir Juni au^sient - ich f^-irchte, eher 
sorauürner. Vie:.i'^^i.chl .Auch iot ^li^^iae Tendoriz, 
ZM. i>-?Taoriiich 7/u ö^in, t adeln:. //er t . Ab^^r - 
lolüer - die3 ist exn ^anz persbniiched Be- 
icermt/iiö. yiauerü hatte ich eb ve/rki»^tiich gar 
olc-t fertig' ♦je ür acht. 

Und nun -fallen Sl^ ;:ctTont darüber :i^\r. 
Ich werde Inre Kritik rnit Spannung er^arte^. 
iienr h15 aie l^ritiit axl*^ri.iii^a wÜ3:d*=j ich aie 
"':)t*^e<i.lic;^eit füro^.t*?n, noenmals sehr viel 
Zeit aafzu?»pncien - aus den Ihnen bekannten 
urumien. Aber hdibcjn Sie keir^o An^cit. ich \i^:r^^f^ 
ßp,rfen difr ivirch€ntarr;-Spielre;jeln nicht vor- 



3t03sen. 

ri^f^^r Bri^'^f f^tli n/::ti;rlich iiuch für 
Jc'rofe^sor GoJ.lwitzer und die übrigen Freunde 
Ici'j Wunsche Ihnen allen ^ate Ta^e in Arnolu* 
hain t».n<1 ei-:: ^ntes rfSllr.^Cfu 

In GeäEriren lif*i Urnen , 

Ihre 



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24.Deiember 1966 



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Liebster Leidensgefährte, 

Ls ist - um an ein Motiv Ihres vorletzten, dankbarst 
^eD^fangenen Briefes ansuknüpfen - ein ausgesprochener Akt 
Jüdischen Optimisaus'', heut einen Brif»f su schreiben. li^r\xi wie 
lange meine faulen Lands leute die ir'ostkästen unge leert su lassen 
beabsichtigen, iBt im Augenblick der wundergläubigen Spekulation 
Überlassen. Eines Tages aber müssen ja schliesslich auch diese 
Feiertage enden. Dann wird der Brief schon su Ihnen finden. 

herslichen Dank für den Ihren vom 22. Es ist so lieb von 
( ) Kraus und Ihnen, dasb Sie sich auf mich freuen, und ••mindestens 

ej.ne Stunde". Das nenne ich Ausdauer. Meine Vorfreude auf bie ist 
mein ständiger Begleiter, bie wkre noch grösser, wenn das Wieder- 
sehen nicht 80 teuer erkauft wäre. Denn: Sie schreiben von einer 
••Schwergeburt" - was soll ich da sagen?! 

Ich will Sie mit der Genesis - soweit man davon überhaupt 
schon sprechen kann - meines Vortrags verschonen. Nur soviel, dass 
u.a. auch eine leichte, aber beharrliche Grippe daswischen kam. 
die, da es meine erste Krankheit seit ... Sie wissen schon, war, 
meine Lebensgeister bis «um Zustande der Non-Kxistens hinabdrückte, 
^och stark unter ihrem Ein-Druck machte ich mxch an die Arbeit, 
füllte auch etliche Seiten mit Worten höchst sweifelhafter Qualität, 
wurde aber dann so hoffnungslos von dem mit Jeder i'ost anschwellen- 
den Chris -nucka-Rumroel überfallen, dass ich alles beiseite legen 
musste. Dort liegt es nun und wartet wie Dornröschen auf den er- 
weckenden Kuss der Liebe. Ich aber bin fast sicher, dass ich dem 
bisher Gecchriebenen die Liebe versagen muss. Ich glaube, es ist 
unsureichcnd. Aber das werde ich wie meine faulen Lands leute erst 
>l nach den Feiertagen festmustellen Gelegenheit haben. 

Unterdessen erhielt ich einen gans besonders schönen, mich 
aber leider aus mir selbst nicht gans verständlichen Gründen in 
fassungslose Tränen versetaenden Brief von Gollwitser. Lr beunru- 
higte mich ein bissohen - aber das war bestimmt nicht der Grund 
der Tranen •, weil er mich dahin unterrichtete, dass ausser uns 
dreien nun doch noch Walter Dirks und ein Jüngerer Israeli und 
ein Jüngerer Deutscher für unsere Gruppe sprechen würden. &s ist 
nicht ausgeschlossen, dass ich daraufhin mein Thema falsch an^efasst 
habe. Aber ich antwortete Gollwitser, da^^s ich das Referat auf die 
Gefahir hin, .^ie alle müssten ••Thema verfehlt - ungenügend'^ dar- 
unter setsen, nun doch so fertig machen amaflübm würde wie angelegt. 
Ich furchte Ja sowieso, es ist unbrauchbar. Aber darüber werde ich 
mich nun erst Mittwoch aufregen* 



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unbrauchbar oder nicht - ich hoffe es so fertig lu stellen, 
dass Sie es in Arnoldshain vorliegen haben« loh werde es wohl su 
Ihren Üanden direkt dorthin sohicken» 



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Auf Ihr Referat freue ich mich uneingeschränkt. Sollten 
tiie wirklich nach den Arnoldshainer^SpiesBruten" noch auf meine 
eher einem Federfächer vergleichbare Kritik wert legen, so will 
ich sie gern üben. Ich finde es übrigens wunderbar, dass Sie vor 
den ^Spiessruten** mit Kraus susacnmen in Arnolashain ein paar 
nüiige Tage verleben wollen. Geniessen Sie si#, grUssen oie alle 
Freunde und seinn Sie allerher« liehst gegrüsst mit liebevollsten 
Wünschen für das Heue Jahr 



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von Ihrer 



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* '^'l.itovömbex 1966. 



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I/.'2in :^ehr Jiiitüehrttrr und aehr l#ieb^^r, 

i^och liinger darf ich mich vor. Ih-'^jm Brief nicht 
vorwurfsvoll oder doch zum min.5f»Bten antwortheischond 
anblicken lassen* a.1s er kam, wollte ich sofort zum Telefon 
Stürzen und bie anrufr-n. Of-.nn machte Ich roir die Vergeblich- 
keit exucs oolchen ^^untuktee klar und unterliesö ihn. Aber 
die iirschUttorung, vor allem ^Uirch das rrir vertraulich 
Offenbarte, ist stark wie am ersten Tag und das Bevi^ut'Stein 
der Uni. Eiligkeit, ihr AuBüruck siu geben, schmerzt mich sehr. 
t.s w:-:re so un^naiich viel utizu «/u eagen, und in merinen 
tiidaLL/.en bc.be ich es unzi'lilj.ge Male gesagt :6ie von dieser 
V/elt ve' schmitht, die öie sucht, Ihnen nachjagt, bie mit 
vAnoinrxen verfolgt, von denen eine nicht gei mge Zahl doch 
kein«öwot"S un^vichti^^ itit?!Vider^i rxclt liire /-uf Zfihlung 
der limen vorgetragenen Bitten >ilcht Ihrem Gefl\hl des /ais- 
/«^töto :.J:en-^t:)einö? Ach - jedes m^j.yier ^'orte kop/nt mir arm- 
seix^- v'}r geu^ssen an Ccr LtpwlBsheit ne.-ner üborzru^Kung 
vcn ö.nn un^-Tbetzi^o on .^crt - und icn rxo-ne daB wörtlich - 
-^hjer Lyibtcnz gerauc 
stellt h'-AüC;m. 



aa, WC ^JLe Uie oder wo i^ie eie hinge- 



.^i'* h-ibf;n dar. jM'?:t f<ber nelb^ot, Po hoffe ich zuver- 
oic-r.tlich, ?>^n!«ehen f;el»^rnt. Jch glatfoe, ich brauche mich 
nicl'.t ?i'?h> ro zu Vi»i,^5^t i^->;e?i -f/tf* ich f^.s tat, als ich von dem 
ünvrnTiutcten i;rj' ßr-hr^ o}^i.i<»bf^n Ihb . ^^ur ein?: sohlte es 
jerr;a]in rdcder .!:?l3 Vorf jcrurf an ^ie herantreten, bo bitte 
ich i^ir un r:xn büc-. 'Jie wies^^n wfci>:r •cht.irl.-Ch, nar.P ej.n. 
der.-^rtjrf'r .Oiemt in tilutionell »^zii^ticrt. Ich 3b?r machte 
f^-^rnab '^edr^r Institution dami ganz ptröi^nlich bei Ihnen 
iiein. i.b^jr so -Aeit wi^-a eß - oaer darf es - niemiOs mehr 
korrmur... ■^''' '^ "^ 



^'ie wohl mir Irr irr lef - von uieyeii runl^.te abgese- 
hen - ,'7^tin h^it , ist z'^im wej.igo>- bchvvej- zu sagen, ^-^ier 

•^gibt GB v,nter meinen ]?reun<ien, aoweit ich überhaupt solche 
Dim^e mit ihnen b^^sj^r^chen >:«<nn, nur entweoer nolche, ole 
die hf.d'Oii: an^ CL<:r Sache (KJrch^rt.ng) se^ien und mir aann 
zuraten; oct^^^r ;md'='r*^, die m«»ln<" truii-i^ lau eile Situation 
:^»ebeii und daraufhin .T'^nc.ijt sind, mir >th?;uraten. oXe sehen 

,beicie&. Und 'vi« liebevoll unti mjte labend oie sir^h In mich 
f. ir?*; hlen,ist i^i*^ Keinem Dünlceß'^ort abzugelten, obwohl ich 
den ^chatt'm der gro.^^aen Auf^aoe au.r loich zu kommen fv.nlte, 
ha*' laJch Ihr Brief ^^fiiir be,^l\?okt. ivar leiaer kann ich es 



dabei nicht belassen; ich muss ihn beantworten. 

r tSei's drum, xch wt^rüe kommen. Iiur: hoiientlich werde 
ich Sie nicht enttuür-.chrn! Ich habt nie sehr vli^l von nir 
gehalten \ma tue etj jetat weniger denn Je. Ich bin durch 
mein Un/^lunk so vie.l GohwL.cher ßt^wo den - körperlich, eee- 
lisch, geißti^» /.her ich will es vcr«ucheu, ir.ii allem, y/as 
an '»^raft noch in mir irrt. 



11 



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i4Ui-^ erinnern bie sich an un^erf? Vorbesprechungen 
^ vor Berli-:iV Von diesen ^-ontaiitcn gin^ viel /Umoephariseheß 
, aus, das i'J^- den luxf e^ner. oolc:-cn Vortrages ^rlcntlg ist. 
uibt es schon ir^end'Aeichr Druclisachen? bind scbon rro^ram- 
nu«atir:Che Einzelheiten lekcinnt? r;ird ,cö sich wieder um /ix- 
be.U*gemeixiboharteni handeln, occr v>;ie stellt nan ^ ich sonst 
den, ubl.Muf vor? Ich haö.e de.n Oeüan^en, ihnt^n »nit diesen 
Y,^^^xitrv^,en Muhe r.u irachen; aber n-jitUrl^ch michte xe}. so viel 
wie möglich von dorri Geplanten wirsrn. iiei.-st das (ieitamtthema. 



) 



\^-. 



dor YTLr /3Ple£:t^r}. hui c ; ♦*lr j.Lue iA ö(ir Welt als 



B.U\ 



V ie ioli eij^ ir 

AiAft^abe d.-r Kirche''. Mir er^oheint aic-se Forrtju] leruncr nicht 
UJ)' vma«si- /^^il'ck i ich; , eb kliii^:t so exklusiv, .schliesslich 
h'ab'.n auch :.cc>. t-jirrVte a.u:e.rc^ inF.^an'/.en mi df-n ^'irif-nen m 
der v/t:'lt" [iiti;u;.irkon. .. 



^^^- ' c (i;inkbar ich iv: 
!(u sa^rin hi^.ier: rurcrtem 



jenes '.vorc rein V'f^rce, 



aas 



^'> 



lue 
bje ncrit, üars unsere :he^;en, sc 
wie bie rtr^:^ Ihre nuntrebr ^rfasst haben, sach Ib^Tschreiden 
konnt(;^n-' ti^ }Kurn sich je bei öexr. "Frieden üv'Ioc) en ouden und 
Christen" nicht uir -^-heoloKi« riandeln, Bonoerr um aie konkre- 
ten Christen in ueut.^-cbland - die dn:\n aber auch wieder 
Deutsche oina. Imsier noch eirinul mbcVU.i* ich vor.^.chlaren, 
öa:is'bi8, licbet:r RK^f, h^^^ 'Xheri-vn be^umdiln. Bitte, den- 



ken oie nicht, daos d.H.3 jet^/t, ja 
habe, i..dch t, t: v j enttl.xs ^hen Wotrao. 



wudf.te 



Ja3 Th'rit'ia ir. bclch fiter hat 
zentnerA'^^-i 5C v/oni [ierz.'^n. Ich könnte 



ich iyi 1-rinzip za£r'?:.u^-t 
"n Gev^enteil: 7;en": icn 



fiele")!! mr ci 






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clir-kt vorstellen, 



'lur, ur .3ie zu hcrrn 



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Ist 



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So 



sehr 



ab 



9 7 



iii4 Vordergrund ihres Br i'^^tes das bohlimme 
^Und d>ib T:rdstiicoe stand, icü muss acch noob ^?rwä>inen, vie 
^Uba>au3 i;.i Jhve Cbo»rakterisi^ruiV! unserer waoKf?ren judi- 
,schen Zeitgeno.sseo ^eno^sen haie. Jeoe traf den also Be- 
zeichnet ^n L'iirten ins üevz. VIi^ jeder bin icn "Einverstanden, 
bis hjLji ^ui' '*enti5U0Keiiaen KitelKeit** von Lrnst Simon, die 
"*.ich oft t^cxion selbst 60 Fsnaant habe. ^^ 

^'Virv.fn ist B f^cks zehnte J^.üirzeit. Bc?kc':rien Sicj das 
*i€ii-Avivev*"i^.B"? I^nrt '.virci ein Aufsatz -»-on mir d:.rliber ste- 



I 



2 Strathray Gardens 
London N.W. 3 

< SWISS COTTAGE 4343 



20. Oktober 1966 



Mein liebster Dr. Geis, 

Das Schönste an Ihrem Brief vom 12/ Oktober war 
der Satzr^Ich halte jetzt wieder viel aus, denn es geht 
mir wirklich gut". Wie begluckend wundervoll!- Das tief 
Beunruhigende war die Anfrage wegen Hannover, i^either 
spiele ich Moses vor dem Dornbusch oder Jona auf der 
Heise nach Tarsis - bie dürfen es sich aussuchen. Und 
das ist nicht einmal" eine solche Blasphemie, wie es auf 
den ersten Blick erscheint; denn ich nehme den Anruf, 
der da durch ö±e an mich ergangen ist, sehr ernst. 

Aber weil ich ihn so ernst nehme - wai soll ich 
tun? Glauben Sie mir: die Lntscheidvmg ist ob.jektiv 
nicht leicht. Ich bin guten Rates bedürftig. Aber "der" 
Ratgeber ist nicht mehr da. Was, er riet, war immer rich- 
tig; und sollte es wirklich einmal falsch gewesen sein, 
so 'jvurde es richtig, dadurch dass er es mir riet. Ich 
meine: indem ich es akzeptierte und mich danach verhielt, 
wurde es zur nunmehr einzigen Möglichkeit. 

Hier aber - darf ich versuchen, Ihnen die Lage 
zu schildern? Ich bin schon dafür, dass ich dieses An- 
sinnen an Sie stellen darf, herzlich dankbar. 

Ich habe zwei grosse Arbeiten für das Leo Baeck- 
Institut übernommen; eine für das nächste Jahrbuch, die 
nicht völlig un-eilig ist, eine andere langfristigere, 
aber ausserordentlich umfangreiche Vorarbeiten erfordern- 
de. Zwei kleinere arbeiten si. d davor zu erledigen, davon 
eine die Antwort auf die von keinerlei Sachkenntnis, da- 
für aber einem reichlichen Mass schlechter Gesinnung ge- 
trübte Behauptung Scholems in Tram.ers Leo Baeck-Institut- 
BULLETIN, ich hätte in meinem Buch den Deutschen das von 
ihnen begeistert aufgegriffene Stichwort geliefert, der 
Nazismus sei ein Betriebsunfall der Geschichte gewesen, 
sonst aber sei im Bereiche zwischen Deutschen und Juden 
alles in schönster Ordnung gewesen. Ich habe das nicht 
getan und muss zu meinem grössten Leidwesen dazu Stellung 
nehmen. 

Im persönlichen Bereich "drohen" eine ganze Reihe 
von Verwandtenbesuchen, von denen m.ehrere dadruch schwer 
zurückzuweisen oder auch nur einzuschränken sind, weil 
es sich um Gegenbesuche der letzten Frühling von mir auf- 



gesuchten Verwandten handelt. Alle wollen ausserdem sich 
*w- rait mir in der Schweiz treffen, was ich aber eher ab- 
wehren kann und bisher schon zweimal abgelehnt habe. Weitere 
Attentate sind allerdings zu erwarten. 

Nun aber das Aggravierendste: ich bin leider nicht 
m Ebenhausen gewesen und kann nicht sagen, dass ich wieder 
viel aushalte. Ich bin im Gegenteil ärgerlich mit mir, weil 
ich zu wenig aushalte. Das vorstehende Programm aber hätte 
ich einigermassen "verkraften" können, wobei zu berücksich- 
tigen ist, dass täglich Anforderungen an mich herantreten, 
die mich Zeit und Kraft kosten. Nächste Woche z.B. findet 
hier eine ^^istoriker-Konferenz dessen statt, was eiast die 

Wiener Library" war und jetzt das Institute for Contemporar^ 
^istory ist und was mit allen Drum und Dran den besserer 
Teil der Woche verschlingen wird. Und so ohne Ende. ^ 

Doch noch habe ich nicht Nein gesagt. Weil mir eben 
diese Sache so am Herzen liegt, Rahmen, Gegenstand, Atmos- 
phäre, Weggenossen - alles. Ich möchte Sie vielmehr fragen: 
Wie ist ein solcher Vortrag von Ihnen vorgestellt? Wie lang*? 
Wurde er Ihrer Ansicht nach (und ohne Schonung für mich, 
denn die Sache darf nicht leiden; lieber, wenn ich es nicht 
verm.ag, muss es ein anderer - nur, bitte!! nicht :Scholem 
oder N.G.!-tun) ein Vortrag sein- müssen, der eine auf Mate- 
rial basierende Darstellung der Vorgeschichte einschliesst ; 
oder käme es mehr auf Gesinnung und ihre gültige Formulie- 
rung an. Zwar habe ich die Vorgänge zwischen Deutschen und 
Juden seit Kriegsende mit tiefer Anteilnahme beobachtet und 
die grosseren Etappen der Wege sind mir bekannt. Aber alle 
Einzelheiten müsste ich mir erst mühsam wieder heranholen 
wenn das notwendig wäre. Und das, fürchte ich, könnte ich' 
nicht. Die Statuierung und Begründung eines Standpunktes 
dagegen wäre weniger mühevoll. 

Auf der anderen Seite: was würde ein solches Bekennt- 
nis - ganz gleich, wie es ausfallen wiirde , und mein^Sjzlar 
kein sacharin-gesüsster Syrup k la Iviax Tau, aber auch be- 
stimmt kein Hassgesang sein - wjeder für Anfeindungen im 
judischen Lager nach sich ziehen! Und ich bin noch viel ver- 



meines Mannes 



letzlicher geworden als ich es im Schutz 

früher war. Überhaupt die Frage, wie weit man auch unsern 
Juden die Meinung sagen dürfte, was doch um der Wahrheit 
willen unumgänglich wäre. Aber gerade dabei wäre doch das 
christliche Forum stark zu berücksichtigen - nein, ich könn- 
te, glaube ich, die Probleme nicht bewältigen. Könnte nicht 
vielleicht R.R.Geis in seinem "I^'rieden der Juden" sich ihrer 
mit annehmen??? 



2 Strathray Gardens 
London N.W. 3 

SWISS COTTAGE 4a43 



2) 



Ja, Tutzing war nicht ganz einfach, und eigent- 
lich noch mehr als bymjbfom denn als Einzelerscheinung. 
Dabei waren Sie an dem noch viel schlimmeren zweiten 
Tag - leider! - gar nicht mehr anwesend. Da ging es doch 
dann um das Emanzipationszeitälter mit der unbestreit- 
baren deutsch- jüdischen Hegemonie. Ich versuchte mich 
denn auch ensprechend zu ässern, wurde aber so lautstark 
und dem Sinne nach diametral entgegengesetzt von Fl. über- 
schrieen, dass der arme Freudenfeld, der zum Schluss 
wohl auch nicht mehr genau wusste, ob er "ein Junge oder 
ein Mädel" war, zustimmte, dem Kapitel die Überschrift 
zu geben: "Von Moses Mendelssohn zu Walter Rathenau: Ent- 
täuschte Hoffnungen" • Die Katastrophe selbst beschloss 
man, Ijursorisch zu behandeln, da sie schon sehr oft dar- 
gestellt wurde, und ihr gleich "Israel" beizugesellen 
unter dem Titel:"Die Katastrophe und ihre Überwindung" (!) • 
Da habe ich aber doch einmal erfolgreich protestiert und 
das einigermassen geradegerückt ."^ Ich habe dann auch noch 
einen grundsätzlichen Brief an Freudenfeld geschrieben, 
nachdem ich ihm schon auf der gemeinsamen Autofahrt nach 
München einiges über das anti- jeckische Ressentiment, 
dem man Widerstand zu leisten habe, beizubringen versucht 
hatte. Ich habe keine iintwort von ihm bekommen und erwar- 
te sie kaum noch. Aber: dixi^ et salvavi animam meam. 

Schrecklich leid tut es mir um Eleanore Sterling. 
Ich höre allerdings, dar-s es ihr besser geht, und in 
diesem Fall ist doch wohl die Prognose keinesfalls hoff- 
nungslos. Ich habe ihr sofort geschrieben und danke Ihnen 
sehr für den Hinweis. 

Doch nun endlich Schlu.ss mit dem viel zu langen 
Brief. Aber trotz des schwierigen Stoffes war es mir 
eine grosse !F'reude, Ihnen zu schreiben. 

In Herzlichkeit und Dankbarkeit, dass ich es 
durfte, 

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Babbiner Dr. Kobert Raphael Geis tf 

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12. X. 19$6 



Sehr geliebte Freundin, 

schon lange wollte ich mich nach Ihrem Ergehen, nun gar nach dem 
fürchterlichen Tutzing erkundigen. Ist es verblaßt, was an jd. 
Unmöglichkeit uns da vorgesetzt wurde? Nach meiner endlichen Rück- 
kehr aus den reichlich langen Ferien überfielen mich die Wartenden 
aus nah und fern, aber ich halte jetzt wieder viel aus, denn es 
geht mir wirklich gut. Gestern bin ich gemeinsam mit Kraus "aufge- 
treten", mein Thema "Geschichtsbild des rabbinischen Judentums." 
war schlecht von mir vorbereitet, dennoch ging es ganz anständig. 
Wäre es möglich, daß Sie Ende Juni 6? an dem Kirchentag in Hannover 
teilnehmen und das jd. Referat "Der Friede zwischen Juden und Deutschen" 
übernehmen? Wir alle wünschen uns das sehr! l Es wäre dann das Bln. 
Völkchen wieder ungefähr zusammen, denn Kraus und ich behandeln 
"Der Friede der Choristen, der Friede der Juden." 

Schütteln Sie bitte, bitte nicht abwehrend den Kopf! Ich möchte 
keinen Scholem, keinen N. Goldmann auf dem Kirchentag haben - 
und Sie sicherlich auch nicht. 

Vor wenigen Tagen war Dieter Goldschmidt bei mir und erzählte, daß 
E. Sterling an Brustkrebs operiert worden ist. Die Arme, Tapfere, 
die das Leben fast immer nur von seinen Schattenseiten sehen durfte. 
Ich habe Frau St. sofort geschrieben, aber die Erkrankung nicht er- 
wähnt. Vielleicht können Sie das auch tun. 

Seien Sie aufs herzlichste und freundschaftlichste gegrüßt 



! 



von Ihrem 



Robert Geis 



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2, STRATHRAY GARDENS. 
LONDON, N. W. 3. 

8WI8S COTTAOE 43-43. 



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zu wissen 



ll^Juli 1966. 
Mein sehr lieber, sehr verehrter Herr Lr.Ueis, 

Bei meiner Rückkehr von einer sehr langen, sehr 
bewegenden, sehr erlebnisreichen Heise zu Verwandten und 
Freunden in Südamerika (Brasilien una Chile) fiade ich hier 
"Versuche des Verstehens" sowie die Nachricht ihres 60. Ge- 
burtstages vor. 

So wahr mich beities mit grosser Dankbarkeit erfüllt, 
so wahr empfinde ich die Tatsache ihres nunmehr sechzig jtihr igen 
Lrdenwallens als etwas so Beglückendes und um und um Erfreu- 
liches, dass meine Dankesgefühle dafür natürlich mit denen 
über die Buchgabe gänzlich unkorjnensurabel sind. Wanrschein- 
lich sind Sie der Meinung, dass Sie ja nicht notwendigerweise 
60 werden mussten, damit sich Ihre Mitmenschen Ihres Daseins 
erfreuen könnten. Ich stirnme zu und nehme für mich in Anspruch, 
es getan zu haben, seit ich Sie - viel zu spät - kennen lernen 
durfte. Ich glaube sogar, aieser Freuae schon oft Ausdruck 
gegeben zu haben. 

Nun aber - angesichts der runden Zalil und Ihrer meister- 
lichen Einleitung zu den "Versuchen des Verstehens" habe ich 
sie wieder besonders stark empfunden. Ls ist mein inniger Wunsch, 
dass in allen Wirren des Lebens auch Sie, lieber Herr Geis, sie 
empfinden. Ihre Person und Ihr Leben haben alles iiecht dazu, 
auch von Ihnen, selbst von Ihnen, mit bejahenaer Liebe umfasst 
zu werden und in dieser Liebe immer neue Kraftquellen zum Fliessen 
zu bringen, ich glaube um etliche Anfechtungen, aie dieser auf- 
bauenaen Liebe zu Ihrem eigenen Können im ege zu stehen^ belbst 
während der Abfassung dieser Einleitung haben sie sich Ihnen 
in den 7/eg gestellt. Und nun liegt sie vor und gibt Kunde von 
der V/eite Ihres Wissens- und Gefühlshorizonts - eine Kunde, die 
mich mit grosser Bewunderung erfüllt. Der Jude als der "treueste 
Christ"; der Jude gesegnet in seiner Verdanmtheit zum Wonkonfor- 
misrausj der Jude und der Christ nach namenlosem Leiaen "gläubige 
Minoritäten - oder ein Nichts". 

Ich bin mit dem Lesen der Texte noch nicht weit geko^rumen. 
Lm wenig erstaunt war ich, Gerhard Kittel unter den Autoren 
zu finuen. Es fiel mir dabei ein, dass ich - ich glaube, ich 
fand das Schriftstück im Nachlass meiner ochwester - eine 
Erklärung von ihm besitze, die er m.Vv .verteufelt nötig hatte. 



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bie wissen wahrscheinlich besser als ich, was alles er auf 
dem Gewissen hatte. Mir ist erinnerlich, mit welchem Entsetzen 
mein Mann von seinen Verirrungen si^rach. Vielleicht inter- 
essiert bie dieses Dokument.*^ 

Zu meiner viel zu langen und extravaganten Reise habe 
ich mich eigentlich aas Verzweiflung entschlossen. Ich hoffte, 
durch ein so emschneiaenaes ii*rlebnis ein wenig besser mit meism 
so traurig reduzierten Leben ins Reine zu kom^nen. i^'och bin ich 
wohl nicht lange genug zurück, um ii^rfolg gegen Miüserfolg abwägen 
za können. Aber ich glaube fast, dass ich ein wenig fester auf 
dem Boden stehe, ganz besonders, da die nicht nur geograi hische 
sondern historische Entfernung von dem gewohnten Leben, die die 
Reise mit sich brachte, mein Lebensg:^fühl entschieden zugunstei J 
dieses Europas der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts beeinflusst 
hat. Dort lebte man in einem Schaukel zustand zwischen dem 19* und 
21., der mich schwindlig machte, i^ein armes, wolkiges, kühles, 
problem-geplagtes England erscheint m.ir plötzlich wärmer und 
heimelicher als die sonnen-bestrahlten Gestaae des Atlantik 
und Pazifik. 



Auch auf jüaischem Gebiet habe ich viele Beob 
machen können. Unsere deutsch- jüdischen Gemeinden sind 
•t'lätzen ein btolz. Aber ob sie auch Zukunft haben? LIan 
dort überall auf aus i^amen, Erinnerungen, historischen 
gewonnenen marannischen Reminiszenzen. V/erden wir auch 
nur noch in solchen Spuren fortleben? Diese Länder sind 
ohne Antisemitismus. Säkulare Judenexistenz aber ist - 
dictu - ein Geschenk der Judennot. '.^iro Judentum ohne J 
sich erhalten können? 



achtungen 

an manchen 

wandelt 

Ausgrabungen 

einmal 

weitgehend 

horribile 

udennot 



0, lieber Dr. Geis, wie unentbehrlich sind uns armen ^ 
Suchenden \^Q.\Ji^r wie bie! bie müssten einmal eine Vortragsreise ) 
nach Südamerika machen. Dort (nicht nur dort!) braucht man bie. 

und da sollte ich mich Ihres Daseins und So-Sems nicht 
freuen? Ich tue es von ganzem Herzen und //ünsche Ihnen und ihren 
jui^ben viele gesegnete weitere Geburt st agsrundungen. 



ihre 



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Liebster Dr. Geis, 



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3 .September 1^65 • 






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Trotz meiner Bitte 'haben Sie mir f^ofort und 30 
hilfreich ^;e*5ohrxeben. .Veii Sie vorgaben, nicht trotten 
«u wollen od*»r au können, waren Ihre Worte voll öes Tro3te». 
Und ich hab^ liurauf fast zwei ;i:c>nate bie .UAf meinen Dank 
\^"9rten lup-sen. Ab r natürlich nur aiuf dnn .'Vuaciruck des 
PanVes» Den Dank öelbt;t empfinde ich imicer. Kr hat mich 
auf meine etwas tolle, aber ciarum vielleicht gan« nutr- 
lichp l^orulanareiste begleitet . x^ie i»/tir toll, weil sie unß 
'irme Opfer einnr '.incr iranischen r:eiBeaf:(i)ntur im dort be- 
L'xebten Kiltempo von urt äu ürt dirigierte. Jed-^r Ort war 
»ohi^n&"unti bleihf^nswf rt . Aber auw Bleiben m'r keine Zeit, 
und aa» beben wurue von neuem beben Uberöturat. ts plat- 
^Bohe/te Übel mjch hinweg wie aie granaioften l^er^bäche - 
•'D'^jj Men8i:hon Loben giexciit cieni v.aBser ..•** -: eiH w^r 
trot lodern />enussreich una achl so abwecmun,jp:PVoll* «i^'ir 
waren in Norwegen, Scnwo len und DcUiemark. Kennen Sie es? 
liorv^e^en mit Ab^.ana das Gror^Rar tigste , dazu gesejrrnet von 
einer auch dort seltenen nitxev/elle. .^chwedeu kühler in 
jeder Beaxehung, aber lockeaae Wälder in FUlle, dereh An- 
ziehung wir aber leider wieaer nicht erliegen durften, 
uena es giu/B- Ja iLixner weiter. Oanenaark voIlt.^r Charge. Kopen- 
hagen die entzUckcnicte der drei Lauptstädte . *^ 

Ich habe i^'rau Wilhelm besucht, die ich besser 
fand als gefürchtet, besser, furchte ich, alt5 mich selbst 
in ih;5^rer Gegenwart , die alle«-: hriuneru wieder aufwühlte. 

Als ich «uruckkam, musbte ich mich erst mal 
von den ^^=^rien erholen, ^uoh fand ich r>ehr viel von '^.er 
mein L<=»ben sinnlos avisfUlienden sog. iirDi^it von endlose 
Erledi.fijin^^en, Korrespondenz mit :.ienscnea, die mich brauchen, 
wori'ber die tiit deir "^'[en^eohen, ten ich brauclie, zu. kurz kam... 

^Vnc\ ;)etat bin ich leicbtsinni£;crweise dabei, noch einmal 
die Sor.ne -aufsusuchen. Ich hatte Ja ^^leich nieiüe Ferien 
so?5tisa.^er) auf zr.ei i? tappen an^-^eie^t, da d3e ersten wir 

-kurz waren. loh will also nochiacil, v^ie voriges Jalir, nach 
Asccna. Das ist nun zwar auch seit Jtiiiren schon durch die 
Fremden- und Awtostrome verschandelt; aber des hoch liegende 



Hotel Ascona, in deri icr 



auch 



voriges Jahr ^Jvar, und das mit 



Autobus mit dem Liao verbunuen ist, ist von (Uesen Nachteilen 



1« 



noch wenig ber'ihrt. Dort will ich also vom lü.Septr^mber ab 
sein, iniroh meine Säumigkeit habe ich mich um Qie Chance 
gebracht, Ihneri zuzur€.'äen, auch Uortain zu konimen. 'die sind 
jetzt sicher schon unterwegs, ^sollte Ihnen allr-rcinKC der 
Brief naßh^eoanät werden, so besteht die Iroffnun^^, da^s ich 
ncch recntzeiti^r erfahre, ob Sie -^tica auch i/ü Tessin sind, 
und daas wir uns t»^eften. Kb wäre unausaenkoar ar^hbn. 

>^- Denn auf dem iiUckweg werde ich Ja doch wieder nicht 

in Düsseldorf bleiben, ich habe es mir zvvar wieder und wie- 
der gewünscht und kiasgerralt . Kber: da ioh inioer noch eiae 
' unhel}b>ire vm^st vra «Jen Feiertagen hab^^, werae ich Hausch- 
- haschono noch unterwegs sein, und Oinn w-ura es mich nach 
irr/ HauF drängen, oas weii>B .ich »chon, 30 schwer mid) noch joder 
' Ta^ dieses "eu höu?e'' druckt, udcr ol die 14 läge Rune in 

fertig brii-x^eii, cir den iMt 7.u aem Abotecher 
das WiFire dann t^eraäe in oen zehn i3u38tagen - 
da?» oie oann Zeit fUr mich habei?.. ich wlirde 
jeoen >all beetin-int i.n Hotel voLnen, nur 
dann evtl. zwei Tage, yovxel i^U^ nach haben wollen, mit 
Ihnen zuH>imTnen sexn und uip groifbe ireude haben, enolioh 
Ihre yrau kennen zu lernen. 

^j.\. ich we±i 3 gc^^nnu, nun ?.chiittrin Sie den Kopf, glauben 

'nicht an mf\ine vsßen Fläne und werden mich bajd aufgeben, 
7\ber dann kornnien Sie «b^n nach London, wi ^ie es ja selbst 
'verschlagen, ür. den 10. Oktober h^rum nind hier grosse Tp.- 
^ngen, L'^o Baeok-Im^t^tut und Council of Jcws from 
Germarx^'. Ich fürchte ni^h sehr davor. Denn ich muei. nich 

., dann iir.Mier Über so vieles ärgern. >*rgern i^t iiicht Gas 
richtige Vcrt - es Fehler r.t mich so vieleo. ^ib.-r elnrual 



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Ascona es docn 
KU geben'^ Aber 
kaum ssumutbar, 
alieruin^s auf 



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weraen ja au-^h die grossen Geibter wieder verochwuuden sein, 
und dann bin ich frei iveui^st'^na von di.esen l^istigon Jitzun^ 
pflichten. Und von aa^'^ern Pflichten kann xch mich leichter 
^ freimachen, ilso: ich ^«^be CIr Hof :'nang n^chc auf. 

3^01 o Vo i^mer Die sind • <*rhoien 3ie sich, ru^ien i>ie 

. sich [riiz aus, erfrischen c^te sich für dip unge«ah}ten 
wichti^',en Dinge, die auf, Sie warten, fir» '*V-^ »"r-uche des Vcr- 
stehona** ;;5ind hoffentlich län^'rst im DÄmck. nbijr lachen 
musnte icn docn, als ich las, Ihr Frau ilab^» sich leider 
keinen aiann au8f?e?ucht, 6er auch 'die Kunst oes Schreibens 
ioi. b^herrroht" ! ! Hoh^r dj-eses typj.sch en^^lirche •'undcrstatc- 
->■ j ment^'? 

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'^^ I'niii3r von n^^^rzen die Ihre 






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5. Juli 1965. 



^^''teb: ter Dr.Ge'is/, 



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Dieser Bripf ist als Monolog geplant. Er DARF Sie 
nicht zu einer Antwort, etwa nooh vor Kircflentag und 
Ferienreise veranlassen. Andererseits war meine Beglückt- 
heit über Ihren Brief »o gros3, dass ich ihr Ausdruck 
«eben nnisa. .r.,..- ._. 

Vi^ Haben Sie Dank. Jedes Ihrer Worte zu irgend einem 
der von mir angetichlagenen Themen ist eine Bereicherung 
für mich. Deutsche und Juden - diese idee fixe, die uns 
nicht loslässt - Moramsen - lauter Perlen, die meine trüben 
Gehirnwindungen anschinmern* Und Ihr Mit -Fühlen tut so 
wohl. Seelsorger - meinen Sie, ich würde bie verscfipnen, 
wenn ich nachbarliche Luft mit Ihnen atmen köpnte? - 

Und andererseits: die Schreibpflichten. Kein'^r kann 
Ihnen das besser nachfühlen als ich. Mirh bringen die 
meinen bestimmt einmal um. Das ir'aradoxe ist danji nur, dass 
ich Ihnen trotzdem so gern ach eibe. Aber, das darf, wie 
ernsthaftest gesagt, für Sie niemals eine Verpflichtung 
zur Gegenseitigkeit bedeuten, selbst wenn jetzt vvja3;er eine 
Pause eintritt wie jüngst, werde ich die P^uhestunden preiseij 
die T)ie sich dadurch verschaffen, dass Sie mir gegenüber 
schwei^^en." 

' . ' Ich dagegen bin unter den hunterten, die um mich 
herum sind, ganz allein. Und werde es wohl Immer bleiben. 
Dass ich das bisher nicht ganz so hoffnungslos und end- 
gültig empfand, lag daran, dass unmittelbar nach dem Unglück 
ein Wunder geschehen war. Ich nenne es nicht e^st heut so, 
ich habe es für mich Immer so benannt. Ein mir bis dahin 
nur flüchtig bekannter Maiui, ein Psycniater , (bei dem aber, 
um das bekannte Wort anzuwenden, zv/ipchen ihm und dem i^a- 
tienten viel mehr ntand als nur das Lxamen) , fing an, nach- 
dem er mir den ersten Kondolenzbepv^ch gcrracht hatte, in 
re^elm£issigen Abständen, fast j^de Woche für einen ganzen 
Nachmittag zu mir zu kommen, ^r trieb - weiirs d*^r liebe 
Himmel! - etwa keine Analyse mit mir. Er hatte sich wohl 
nur vorgenommen, mit seinem getrainten Wissen um die Men- 
schenseele und Menscheniührung mir den Weg zurück ins Leben 
zu zeigen. Diese Nachmittage wurden bald die Lichtstunden, 
die mein Dunkel erträglich machten. Ich freute mich von 
einem zum andern. Heut denke Ich manchmal, es wi^re viel- 



^4 



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leicht besser gewesen, er hätte mich verrotten lassen, wozu 
damals die Möglichkeit vorlag. Kurzum: er ist plötzlich 
gestorben. Herz. Und nun ist's ganz leer um mich. 

Natürlich habe ich Freunde, hunderte, das schrieb ich 
Ja schon. Aber London läbst ja das, was Ich Freundschaft 
nenne, sich kaum entwickeln, /urbeit, Entfernungen, Menschen- 
Vielheit - alles wirkt zusammen, um keine intensive Bezie- 
hung aufkomroen zu lassen. Es .sei aenn, sie wird be'A^Lö3t 
gevvoj-lt und geschaffen. Und dann ist es eben ein Wunder. 

So vegetiere ich denn fort und habe "sreit jener neuen 
.,;cWunde das Gefühl, der Schmerz habe sich seit vorigem Jahr 
•ujrjUbftrhaupt nicht gel xndert. Aber aas stimmt wahh^^cheinlich 
ßj^^/doch riicUt. Ausserlich -ist es ein weni/»: ruhiger geworden, 
o i5(fj-^ und jdas i«t immerhin etwas.. - :? n 

oe jx.J- xi'i^ie Nord 1 andre ise ist ein neues Pro vis orium, auf das 
"icK'mich zwar ni^ht freue - ich freue mich über gar nichts 
mehr-, od^r Jedenfalls nicht in dem Sinne , in dem ich irdch 
früher freuen konnte - aber die immerhin wieder etwas Zeit 
wi^d vorgehen .Im.aen. 

,tijri f poj. S o nder dinick , den ich Ihnen separat spende, iot 
'natürlich ''prähiiJtorisch" jEreso.rieben. bie brauchen ihn 
nicht etwa zu losen, es sei denn, dass bie das Symposion 
"1932'* insgesamt besitzen und (diagonal) zu lesen beabsich- 
tigen. Vielleicht müssen Sie es sogar besprechen, was dann 
all^dings ein Glücksrfall für das Opus wäre. 

Und nun bitte ich nochmals, meine Warnung, diesen 
Brief nicht oder doch frühestens in einem VierteljaVir zu 
beantworten, ernst zu nehmen. L mean it, sagt man auf 
' Englisch. 

t. -:> Mit allen guten und treuesten Wünschen für eine 
nachhaltige, gründliche Erholung 



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Mein lieböter Dr.Geis, 

Welche unbeachrt^ibliche I'rpude, wieder einen J^rief 
von Ihnen in Händen zw halten! Innigen Dank. lülur eins 
mar.t^ ich zuvor - dh. bevor ich ihn eigentlich heantworte - 
richtig stellen* Mein letzter .Brief an l^ie datiert vom 
9.tvovember. i^s war, reicht -lur je:-? Diilw-a entsprechend, ein 
sehr düsterer hrie.f. aIs ich^^eine ;ait wort darauf von 
Ihnen erhielt, füre: tete ich, Sie h^ritten ir-ich aulV^egeben. 
bo weni,^^ xch mir das, ;)eclenfalls als Wir icun^' meiner 
un-.eli^^en Traurigkeit, gerade von Ihnen v^i .stellen konnte, 
so genügte die BefürchtijLng doch, um mich von weiteren 
Leb' 




OS 



um üiies ;.n a'^T rselt - das soll koin Vor^j^rrf cein. Viel- 
leicht hat er p.eine G-^^imde. Vicllelonr i3t ciber einfach 
mal ein Brief von mir nicht ar/^^koriTen* 'aas ich vor allem 
^^ryind-TTi Döohto, ist, da^'s er (Geis) mich für tr^ul03 
hält. Und - 30 sehr loh r^an^^hmal i^icine Lchreibla?t ver- 
fluche: _3e^ne Briefe entbehre ich.^* Auch darauf blieb ich 
onn-» Antwort. Al&o, nicht *^'ahr? .in mir hat's nieht gele- 
gen. Und nun bin ich ^^lücklich, ihr.;a Brief zu haben; nu 
ai05*tiLo ich betonen, das.^ dip p.-^^uHr v.n^ 



nc me 



nur 
.-.eaktlon dar- 



auf Ihnen ijo it ernm .kein??rlei iiiürde oder Verpf 1 icintung 
aiif erleben darf. 



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Briv^f 



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Der grosse Dainirfr:- melnt^r ^ro^:3en Freude übt-r Ihren 
war, da^s ^ ie doch wieü^^r über Ihr Befinden zu 
klagen haben. au3 Ihron ^iaxilr«fltchen ftchrift J j.chen und re-^- 
ncrxsc/.en Tatifi^keiten hoftto ich, beH^.-eres sch'ie'^sen 
za kc'.nen. Nv\n aber hofCe ich auf die Ferien. 4'o werden 
bie sie verlehen? J rricn - Ja, lerien? Mich w^^-^den di,e 
iv^oxa^a lexd^^-r hindern, nach Köln zu kommen. Ich brauche 
sicher kaum zu erklären, dass Ferien in meiner oitvation 
e.ine besonderF kritische- Z^lu öind, und ancterersfeits , 
•wenigstens von der physl^cl.en Koiui-onente her ein .venig 
zu einem besseren Allgemeinbefinden beijrtrnren. Allein 
hätte ich sie nichl v.rbr..i,ßf:n kd:.nen, und von den vielen, 
die sich nir als Fvelseges^ellschaft anbeten, kamen nur die 
wenigsten in irage. Als iiich darum liebe, l'Hriilo.^e, freoind- 
schaftliche und hr>itere Ilew Yorker Verwandte baten, mit 



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ihnen zusammen gen Nordland zu fahren, erschien mir das eine 
gute Lösung. Allerdinfrs flehte ich sie an, es entweder vor 
od r nach den Kirchent-ig au tun. Die? ^ojtr ging - ohne ihre 
Schuld - nicht. Wir fahren haargenau um den Lirchentag herum, 
in a r 2. Julihälfte. Ich habe da» den Fr'^^unden unserer /Ar- 
beit agru po, mit denen ich xn Fuliran<; war, ao ganz genau 
nicht s'ebeichtet . W^r kaar; öchon balä v:^-3tehen, was Ferien 
in kongenialer Hut mir diese» Jahr bej^leuten?« Aber ihnen na- 
türlich eiage ich Cisii ;va2iren Grund'. Ler Verzicht fallt n.ir 
'tib<-rnnc. ?ir:jv.rer. Er wird nur dadurch et-us ^jcoiildert., dasa ich 
Sie, mein lieber Lr.Geis, n^^r 1 1/2 üüge oort bitte geniessen 
kcn.en. \on i-kandina i>:n //erde Ich vielleicht - i>e..r viel- 
leicht« - Tüit den gleiten Reit-e^-enoz.'^e-n' i.och In die iichweiz 
fahren. Ich weiss es noch nicht.' 

Ja, in Nürnberg war ich - oder aooh: war das, was von 
mir noch ubri^' ißt. Ici. vvar ßehr an^etöm von dem, wae ich 
dort erlebte unJ ivorlib:?r ps ^f'hT viel ru 8aj?:er} ^iibe - 7^ahr- 
scneiniich vielo^ aus anaerer Sicht als aus d'^r von Dr.Sau- 
bT^rsv;öig. ioli werden u^orgen zum zweir.en Mal elnett Kreiß von 
Freunden übpr i5e.lT?e FitJdrücke berichten und ^ucb ini JIA^ISH 
Chroiiicle ein wenig darüber sonreiben. Als ich aus der vor- 
letzten Sitzung h -•raaskaüi, sagte ich zu ProlToasor Minssen 



^,, vom Frankfurter Irstltut filr Sozl^lf oracViung: " Jet^t we: 



-1 r« r^ 



ich, dass die Dsutschen uns nicht rae^r nWtxg hab*n - das 
FeTmertt i^^^r Lekcrii-o^ition sind sie selbBt*^ Aber das soll 
ebenrJOivenig Vfie aus VoTrtr.^en's ursprünrlio^ier Fassung negativ 
Ivliiigun^ /enn mxr auch aer Graa der dekompositiven Furie 
manohriaT jsu weit geht. Da frexiicn, mj> sxe aem liazxsmaB ^alt, 
kann sie mir nie weit genu^ gehen. Aber sie wendet sich ]a 
auch gegen kon: truktive Versuclie üer Wunciesrepublik, denen 
3i^ die en^:;! i£5rhr: ?iaxime ,aurcn *'trial ana ei-ror" vielleicht 
doch etwas ^u erreichen, nicht gerva^ zujfc-ute halt. 

Was mir weiter Sor^e naoht^ist der g-rudeasu unucer- 
DruCiCbare Abgrund, cor zw j sehen dies.-^n Jort zu 7/orte gekomme- 
nen ^.rj^rery'r.eTn und d-^:- unabs^-hbr-ir ^^;ro3sen dunpTen Ma33e 
klafft. Quo usque tandem, ^3:tilina - hab^ ich mich oft ge- 
fragt - wie lange ::erd^en sich die Zeitungsleser und Rund- 
funkhörer die B'3vorrTandung durch ei-ie hauchdlauie Minderheit 
noch gefallen lassen? 

LiebJ^ter Dr. Geis, es war schon, wi'^der rnit I^^nen zu 
'j^recrien. oO/intag lot J^^hrzeit. Vor 14 Tagen, nach dem deut- 
schen Dau^n ha1>en wir den Stein guweint, auf deui ich aie In- 
schrift wählte: "Love is stronfi- as death^', *^us den Ho>^ieÄ. 
V'enn icr.' cioch nur aaran glauben konnte! . 

'' * *" IßiT.er von ll^^rzen inre 



) 



) 



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iSK 



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9.:;ovembpr 1964. 



M-ln linbuc-r ..err Dr. Geis, 

nicht schr-iDe. VDn ^r vrd^ ?' r^^°^ *^"" -^«^ »^«^^t komne, 

• ' ^' ? r.'-'AouerriuoV.e vf. ■ öüiwan.um scheine? 



Wenn Sie es 



Waran 



.^u.3te tch biü^-ana «..rinl;c»oht. um 



y 






v'^rzeihun^ bitten •mj Ihr ^.n '^r.",""- ""*"*" '■ •^ni-xTscnr um 
nicht den v^^ zu lYnil'tlZr ^i. ^t-^'^" ^•''■^^^^^^''^-ßn «iodor 

sich-) craon Abj-.i-,iV l- ? . fmen (i". Jsuor :;in- 

^et^ien /zirkulär un--r r " , f w. ? " '*'^^" '^^ =!^ ^t'"' 

3e.n..zeit auf den^-^^ rtf^ ;£':^^t^ U'^l'i' ""' 
sein, laüreri bie raach >j-ncldE)-ai.' ?.i^,f^-'^'''^ «^^ gewoben 

... .vinc-hauch Bit fiich- unr vp^lf,^'^ i.-oer .e.anen fv:.ncLen 
kor^iaen. Aber ich bin r^^ i- ? •'"'' "" » ^»^^^ ^'i« ^'.i. 

<.c.e.n.iic. .cear dS'f.lschc^tiraJuä ^^^/'^rf ""^'v^^'^- 
aa iecen. Aber nachher ■.irä't uiasc Sli.tT^ ^-ch noch 

»v f^ nxesRr ijit i:jt noch nicht tr^;el^ch. 
^enk'vVrüi.^, l^rl^s 'r> I ^ -nt£:Ee-. ort i. t hec} st 

f-bene eigen! lieh M-t"n/.% ''^''' ^^''^''■' ^^^" "i^^^^ 

a:ts ';el-.icVtJ ^l U ■V' '.'''''' ^''^^''^' -^achzu^ traben, 

eine prophetls-.e i-ositlon^ l^x -'^r^ • n, ? .^" •'^'^r .eit 

"j-jri. T.a. o,nwf./ eins i:rt es schon 



gegeben, zwißchen dem ilesöianii.chen unu dem rseudo- 
Messianischen z\x unteröcheiden? Könjite n:^cht aus zu 
gror.ser bkepsi» aie iietahr erwachsen, an dem f/.ecsiaß 
vo rüber zue:eien, ohne ixai 5:u erkennen? 

•\ 

Meß nur üur heoLtferti^Jin^r mej.ner inmer n'. cb 
fortbestehenden llofinan^ auf ein sich unbahnenaeb 

,^. ohriatj ich- jüuischen Verständnis • Ich fjncie ubri^e^-s 
Uijue jjenut&cizakeil I mit der wie ueni lieben, toten l'^'and 
nicrit tu nau^- 2;a Ir^iten v;->n^cuen, ^cai2s ro-hrend* l-lauben 
oie mir, ich weifts (mehr als giucklicher'^'eise Sie) um 
die c'rt:»chalterud ver^e^ lici.e An^iJaerun^ an das f^imt^i^B 
Geheimnis des Niciht-iT^el^u'-Sciriß . .^s ^ibi i.i'mer wicider 
liof rnunK»blitze - ä.eaea d^?r serstörerisc;^«^ Donner det* 
Vrr:äwr-'iriuag fol^t. .'ich, ich h:j.o^: es mit meinem Vornatrinn 
nie so rA'brtllch ue>inerx v^olien, wie eß ilxx' jexst ^et^chehen 
ist. I:a hatte mit m*^ -ner Vorgciiifr=;rin nie^nalö i^ehr viel 
im Siim und habe «-^5^ ihr l^yrer ean biissche'n uhel ^^onoTnr.en - 
neb3t ihrer Lchwer^ter, der Schlange -öar,fl Rio urs? um 
""■»^ d^j.c ynriid'j.es . ^i'C'tXc.ri.^ i.it. liur k*ui'^ rnan ihr psugute halten, 
da.^s sie nar^:els VergleichsmÖgiichkPiten Ja nic^ht wxise^te, 

^' was ihr bevorstand. Ich aber bir vf r^rieictjswniße schuld- 
los und doch so ml tAoiriHlof' raus der.- l^ctradirr»p vertrieben! 



t 






Abc.r ich 
7;ar. Das 



liiiue wenJ.^,ötena inurier f^ewur.st, äav.D ich darin 
l:>t ein ^:ar;z /.;ir.zl£:rr Tr:?t, aber kej-n<^:r, ^er 



üb' r dicr.e AUßgestOBs^enheit unc Außfesetztneit inmitten 
^^ von Dir^tein und Dornen Vi inwegbr ächte. 

hs iöt schrecklich, dasb ich ia/ier wieder üu 
lamenti'^iren beginne. Bitte, verzeihen Sie mir. Una 

^ neumen Sie es nur als Eeweib raeiner Ver junaenheit uit 
Ir.nen. übrii;renfl - falls Sie das wissen u.'öchten: e& 

iiiiind tnmdertf!^ wörtlich: hunderte von b.iifreichen, litiben, 
aber natürlich nur s.*!. V'/esentlich:.n Menschen um ::äch ~ 

., jherum, die mir zu dem einzif^en Tl'veck äf.^s g:=?Ken?.'?'rtigen 

~.Leüi-nz v^rheifen, ntun.ich, da. ^3 es verp:eht» Ic" bin nie 
Icln^jer allein, als ich es will, oft aber kUrz^-'r. Aber 
ira Ver/j.Lcich zu dem tiegenteil ii^t dae wonj caa l<:leinere 
t;bel, wie ich d'^nkbar ani^rl^enTie . 

kiit allen >aiten TUni-cl^en und .^ilu.^en 



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iure 



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30.JU11 1964 



jüiÄd xtd'Yf., 



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Mein liebster Herr Dr.Geis, 



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nov 



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Aus rneinem langan Schweigen auf Ihren unsäglich 
guten Brief ersehen Sie, dass mit mir nichts mehr los 
ist* Dabei hätte ich ao viel dazu »u danxen und zu 
^\^^feiXi. r)i*^^ haben mir so wi'cj dem prachtvollen Ikenherg 
in seiner Not eine hilfreiche nand geboten. Lamals 
hatte mein Allergeliebtestes davon gühört. Ich höre 
ihn noc)! davon ber.chLen. Dcis war eine Geste nach 
seinem rierzen. iiir hat &ie :^ehi V.och ein^-eschätzt . 

Und go hätte er von dieser iinregung mir gegen- 
über gedacht« Und so habe ich sie empfunden. Aber - 
ob ich es bei aller luiiio , die ich au iLhnen l'Uhie, 
Innen sa^en darf? - ich hüxLe /^ii^öt vor aeu Fex^^rtagen. 
Ich fwle iiucli v/j-e Jona, dcrr vor uem Gültlichen fluch- 
ten wollte, oohon iniiiier haben micii bexui ÜMthtme Taukef 
(sieher falr-ch tD^anskribier t ) bCüauc-r ant:evveht* Und 
wie erflt diesem lji':p:lL;cks:;a]::r . loh bin natürlich objek- 
tiv, '7ie r.ian so schon Ba;;t, viel zu •'emotionell". Mein 
BestoB f^fle.f^tf^ zu sa^en, er habe rieh ^reheiratet, weil 
ich "im Ki-po so schon weinen koniite**. Je : zt handelt es 
sich ninht mehr um ivino. ict: weine auch g^r nicht 
mehr ♦'sch^■ri•♦, soncern (aacn, w.or.renc icn liier schreibe), 
mir einfach die Au^cn aus dem Kopf. Und so fürchte ich 
die Feiertage mit xrjr^ix i. rinnerangen. Icn bin am Ende 
meiner Kraft.. 

Dagegen möchte ich n^ch ir^endwo^.in auf Ferien 
fahren. Nur htbe ich n^ch keinerlei Flr.ne machen wollen 
ocier könr.en. Dft der Aurist l-b:-Tall überfi^llt ist, kann 
es leicht [-'.entember werden. larf ich von mir hören 
lassen, wenn* sich irgend etvas heraus kristallisiert? 
Schon, weil ich - nach den Feiertagen - so sehr gern 
in Düsseldorf kurz Station machen würde? Oder sind 
Sie dann fort? Lie v;craen doch hoffentlich Ferien 
machen? 



ries alles, 
Sie sollten nur eine 



was 



ich heut zustande bringe. 
Antwort haben auf diesen lieben. 






J^'^r: 



B 



• T 



-itr3j: 



-n««; 



lieben Brief. Und Sie und Ihre Frau einen tiefen Dank 
für Ihre Einladung. 

t^bflrens: vor dem Tod hatte ich Angst, solange 
wir das Leben mit meinem Mann so fraglos lebenswert 
erschien. Jet 3t nicht mehr. Und ich möchte Ihr (reständ- 
niB Ih-e Tode-.o^gHt h-tr^-rCend ^ehr i^ern a^s ein Geständ- 
ais eines noch so prekären, fragwürdigen, von Verwün- 
•schungsblitzen d\.rchwit terten Lsbeni;gli;ckes riinnehiaen. 
Hoffentlich ist e^ so. 



l^r 



Von Herren 



Ihre 



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l.)- 



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i^^i-tot^A. 






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L\,Wi^ ff^ ^ (^^. 



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KoUu Uli 4 Kt(Äj-cc, tu^i^il 
^ t^;^ k(v^4 t/W, \^i dk^l' 



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2 Strathray Gardens 
London N,w.3 
swiss cottage 43.43 



15. Mai 1964. 



Liebster Herr Dr. Geis, 

London im Allgemeinen und Familie Reichmann im 
Besonderen stehen im Zeichen der Übersee-Invasion. 
Und da mir dieser Zustand unt^r Umständen in naher 
Zukunft noch mehr den Atem verschlagen kann als schon 
bisher, will ich schnell noch exnen Gruss an Sie 
gelangen lassen. 

Haben Sie herzlichsten Dank für Ihren Zwischen- 
Berlcht vom-ach, wie schrecklich! - A.G. -Kriegsschau- 
platz. Ich habe seither n-^chts, u.z. von keiner Seite 
gehört und bin aus erwähnten Gründen auch nicht zum 
Nachfragen gekommen, das mir sowieso peinlich ist. 
Ob der V/onnemond vielleicht Verkrustungen auf der 
andern Seite aufgetaut hat? Sie sehen, ich bin eine 
unbezähmbare jüdische üptimistin. Denn, wenn Sie auch 
mit den 2000 Jahren der Irrlenkung recht haben, und y 
ich auch trotz Optimismus nicht an eine radikale und 
sofortige Bereinigung glaubte, so hoffte ich doch anf 
einen Anfang (.. "und Ihr könnt sagen, Ihr seid dabei 
gewesen ..."), und möchte es weiter hoffen. 

Ahnen Sie eigentlich, wer an Herrn v. Thaddens 
Stelle treten wird? Weil Sie so fest mit ein r Suspen- 
dierung des Arbeitskreises rechnen? 

Vom Kriegsschauplatz Arendt ist zu melden, dass, 
was Sie wahrscheinlich längst wissen, der Westdeutsche 
Rundfunk eine dreistündige (!) Sendung über das Buch 
angesetzt hat. Robert Weltsch hat mit der Verfasserin 
korrespondiert. Ich habe den Briefwechsel gelesen und 
werae das Transkript lesen. Sie weiss wohl um die 
erbitterte Kontroverse, schien mir ab-^r von unsern 
Argumenten, also den anti-Arendt-Argumenten, nicht 
übermä sig beeindruckt gewesen zu sein. 

Ich habe Sonntag abend hier noch einm.al an einem 
Diskussionsabend üb-r das Buch mitgewirkt. Es war schlecht 
vorbereitet und unerfreulich. Aber einige der Äusserungen 



I 



poscheter englischer, sprich: von östlichen Eltern abstam- 
mencier Juden haben mich sehr aufhorchen lassen. Der eine 
sagte, man könne doch wohl den Russen weder Feigheit, noch 
Lauheit, noch mangelnden Widerstandswillen vorhalten; aber 
Millionen von russischen Gefangenen seien ermordet worden. 
Und ein anderer sprach von den hiesigen mittelalterlichen 
Verfolgungen, und vom Schwarzen Tod, den Kreuzzugsblutbädern 
am Rhein und aadeia/vo - und warum denn damals kein Mensch 
auf den Gedanken gekommen sei, der Toten anders als in 
tiefer Trauer, nämlich mit Vorwürfen zu gedenken*? 



Eb 



HP -. ^.^^J^^^^ ^^^ imm.er klarer, da. s das Weib die ganze ) 
falsche Fragestellung in die Debatte des Grauens gpworfen 
hat, die nun niemals mehr davon frei sein wird. Semper 
haeret aliquid, und in diesem Falle nicht nur ein kleines 
Etwas sondern eine grosse Portion zweckgerechter Apologie 
der Morder, . r 

Sehr befriedigte uns das Urteil, dem braven Dr.Dering 
hier ei .en halben Penny Schadensersatz in seiner Verleum- 
dungsklage zu zahlen. Ich schätze den "Exodus" nicht allzu 
sehr; aber hier war ich glühend auf Seiten des Mr.Uris. 

Mein Mann hat nach Ostern merkbare Fortschritte 
gemacht. .Vir wollen mit seinem einzigen Vetter, der aus 
Chile hier h-rüber kommt, während d-r l?'^rien irerendwo 
zusammentreffen. ^ ^ 



Auch Sie, liebster Herr Geis, wünsche ich mir in 
gutem Zustand und einem ruhigen Sommer ohne grossere und 
kleinere Kriegshandlungen entgegensehend. 

In grosser Herzlichkeit 



) 



Ihre 



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/uuClu,a 



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13. Mal 1964* 



Liebster Herr Dr. Geis, 



London im Ailgemeinen ixnd familie Reicnmann im 
Besonderen stehen im Zeichen der Ü^beraee-Invasion» 
Und da mir uieBer 2,ualand unter Umt^tänden in naher 
Zukunft noch mehr den Atem varachlagen kann als schon 
birJier, will io}i aohnell noch einen (irurs an Sie 
gelangen lar^sen. 

r Ka"b5.u Sie herz-.ich.Mten Dank für Ihren Zwi3chen- 

1" >^e-*icht von-ach, '.'/te c'chrecklioh! - A.'i.-ICriegf j^ohau- 
platÄ* loh habe seither n cht», u-?:. von keiner Seite 
gehört und "bin ans er^vk'rmton (lYund^^n anoh nicht «um 
i>iachfra^::en .c^ckonraen, ua:3 ni.r 3o/iiie3o pr^inüch ist. 
uh der Wonnemond vielleicht V«:rkru3tan;Ten xif der 
a^na^rn oeite aufgetaut hat? Sie aehen, icn bin eine 
unbe85,^iinLare :^\:dlc.ciie Optiiaiatin. Lern:,' wenn bis auch 
mit den ^^000 Jaiiren der Irrienkang reotit haben, und 
ich auch trotz Q-^tliiif/juis nxcht an e^ia radikale und 
3ofo>-tine Bereinigixn,^ glaubtr, so hofv'te ich aoch anf 
einen An.^'ang (.• ''vumjl Ihr könnt aa^eu, ihr seid dabei 
geworeu ...")» «-«^d möchte ^a A-'^itö.r. hox'fen. 



Almen l^ie exgentlich,. wer an Herrn v. Thaddens 

vva.ruV Veil bie 3o fe^t mxt ein^x buspen« 
diLcrving aes ;'a*bfiitskrei9eF. rec/men? 



Jitollf tr«»teri 



p.i 



\r 



IV ao 



oHi Kriegs 3 ::haup lata Arer.dt ist zu meiden, dass, 

Jlc waliTBcheiniich l^r>ff;Ft wjr.sen, a^r .Veatdeutsche 

Hunafunk eine drexstunax^e (!) Sendung über das Buch 
an^-esetst hat. ;\obe-t vVeitsrh bat rrit der Verfasserin 
korrssr.ondiert . ich nabe rien Brie PvecMHel gelesen und 
tfverae das iransicript lesen, sie wein^ wohl um die 
erbitterte i<.ontroverae , scr^ien mir ab^r von unsern 
rj'f:\inemerx^ also den aati-Mrer.rtt-/Vr*niT.enten, ni.eht 
Ube>-mrx 3lj^' beeinaracict gewf.sev» zu sein. 

Ich habe bentag abend liier nocn einmal an einem 
i)ißk\iG3irr.8f.bend Üb r ai>.s t^^uch mitgewirkt, i^.s war schlecltt 
vorbrrfitet und umr Creulich. Aber oinlf^fc der Aui-serungen 



I 






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. poachet er englischer, sprich: von Östlichen Eltern abstam- 
mender Juden haben mich sehr aufhorchen lassen. Der eine 
T^Ü^"**!? ^""* «iocb wohl den Russen wedor Feigheit, noch 
Lauheit, noch mangelnden Widerstandswillen vorhalten; aber 
nid f?«*"««!"" ^»«i'^c^en Gefangenen seien ermordet worden. 
Und ein anderer sprach von den hiesigen mittelalterlichen 

I» rSfti'^'n'f* '''f'' "°'' ^^^r^"^^" ^"°'^' ^^^ Kr«uzzug3blutbädern 
am -,t.e2.n una andeawo - und warum denn damala kein Mansch 

autaen bedanken gekommen sei, der Toten anders Sls in 
- tietcr xrauer, niünlicb mit Vorwarfen zu gedenken? 

Ls wird mir Inimor klarer, dai-.s das Weib di° ^an«« 
.fal.che Pragastollung in die Debatte dos S^auons '^'^w^JJen 

?f!!f a^i^-nid, un-' :.n diesen Falle nicht n.xr ein kleines 
der i ird-f^"'' ''*' ^''''■'•''' ^^'-'^^^^ «.veck-reci.ter /vpologie 






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— «N' 



.>ehr be.tr^.^di^-tc unu das Urteil, dem craven Dr.Derin« 
nf Jt'-^"" halben^ier-r^ Üchauenaersatz in seiner Verleum- 
-üanf'8J^.iage su suhlen. Ich schi.tze a«n "Lxodua" nicht allsu 
aehr; at..-,r hier n.;j- ^ch gliUii-nd aux' seiKm der, Mr.Uris. 

ii/iein Mann hat nach u?>lerr: i^.^rYvHr^'. it'ortschriM e 
^'emucht. ^.ir wollen mit üexncia oinzxgen VetUr / d^:r aus 
Chile hinr h. rüber kormt, //:U:rcnd c? v^rien Irr^adwo 



Auch bie, li?br,ter herr Geis, ivrnpche ich ^rir in 
gutem Zustand una einem ruhijgen ooir^L^cr o'nne ;rrfc'^^ i'.pre und 
kl-ir-r- Krie^;ßhanc.:.:n^-f.n ent,p;e;.en3eliL'nd . 



In grooöer Herzlichkeit 



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' Ihre 



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16. April 1964. 



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Sehr lieber Herr Dr. Geis, 

Heat wird es wohl ein etwas atinOittei' Brief wefdeiXt 
aber ich, wollte Sie in der "rabbiaer liehen" Anfrage nicht 
länger ohne Bescheid lassen, obwohl es mich eigentlich 
mehr drängt, mein Hers in der AG-Angelegenheit zu er- 
leichtern. 



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Also: die hiesigen Liberalen, bezw. Reform- Gemeinden 
(die ll^beralen sind hier ungefähr das, was in Deutsch- 
land die Reform war und umgekehrt) haben keine besonderen 
I^iikwoth, sondern die uliV'/oth der herrschenden aschkena- 
3ischen (und natürlich c^uch aeph^^irdischen) Richtung, der 
United bynagogue stehen ümen zur Verfügung. Diese sind 
keineswegs an besondere Geuieiaden gebunden, sondern für 
alle Juden verfügbar. 

In J:^rovxnzstadten,2;.3. in Liverpool, ist das Ver- 
hältnis so, dass die Mikwoth nicht der ünxted Synagogue 
unterstehen, sonaern einem uepresentative Council, in dem 
alle Gemeinden, ohne Unterschied der Richtung, also auch 
ciie liberale, vertrreten sind. So gehört also auch dort 
die Mikwa allen Richtungen gleichxrässig. Wer wann davon 
Gebrauch macht, ist nii.türlich eir^e andere Irage. 

Das beantwortet hoffentlich Ihre Frage. Und nun 
alle guten ^'iinsche fiir die Ertränklngsaktion, die bestimmt 
keinen '•Unwürdigen" trifft. 

Die ander.'^^ bache ist tieftreuri^^. Ich hatte so sehr 
auf die Aussprache in Hannover ^«:ehof f t . Die Jüaiscne Seite 
in unsei er Cxruppe als durch Reichmann, Sterling und Ehr- 
lich vertreten zu bezeichnen, ist leider absurd. Ehrlich 
vielleicht - mit den Bedenken, i^ber die ich mich nicht 
auszulassen brauche; aber Sterling und ich als "theolo- 
giscre'' Sachveriitändige?! Ganz abgesehen von der soch- 
lichen Un-Eignung parkst es mir überhaupt nicht, als Feigen- 
blatt für Geis zu dienen. Ich warte noch ein wenig, ob 
ir^^end eine Benacnrichtigang seitens der AU-Leitung 
erfolgt und habe überhaupt di3 grossten Bedenken, don 



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armen Kraus mit Briefen einzuschneien; aber dann will ich 
mich doch äussern« 

Ich danke Ihnen sehr für Ihre mir schmerzlich 
erwünschten Informationen. Vor allem aber wünsche ich 
Ihnen, dass Sie sich durch die Sache nicht «u sehr inner- 
lich rnitnehmen lassen. Dei mir ist jetzt dort, wo ein 
Frohgefühl in Erinnerung an Berlin war, eine Wunde. Zu 
furchtbar traurig, dass es so konmen musste. 

Immer von Herzen 



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ihre 



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2 Strathray Gardens 
London N.w.3 
swiss cottage 4343 



16. April 1964. 



Sehr lieber Herr Dr. Geis, 

Heut wird es wohl ein etwas abrupter Brief werden, 
aber ich wollte Sie in der "rabbinerlichen*' Anfrage nicht 
länger ohne Bescheid lassen, obwohl es mich eigentlich 
mehr drängt, mein Herz in der AG-Angelegenheit zu er- 
leichtern. 

Also: die hiesigen Liberalen, bezw. Reform-Gemeinden 
(die li/beralen sind hier ungefähr das, was in Deutsch- 
land die Reform war und umgekehrt) haben keine besonderen 
Mikwoth, sondern die Mikwoth der herrschenden aschkena- 
sischen (und natürlich auch sephardischen) Richtung, der 
United Synagogue stehen ihnen zur Verfügung. Diese sind 
keineswegs an besondere Gemeinden gebunden, sondern für 
alle Juden verfügbar. 

In Provinzstädten, z.B. in Liverpool, ist das Ver- 
hältnis so, dass die Mikwoth nicht der United Synagogue 
unterstehen, sondern einem Representative Council, in dem 
alle Gemeinden, ohne Unterschied der Richtung, also auch 
aie liberale, vertreten sind. So gehört also auch dort 
die Mikwa allen Richtungen gleichmässig. Wer wann davon 



Gebrauch macht , 



ist 



natürlich eine andere Frage. 



Das beantwortet hoffentlich Ihre Frage. Und nun 
alle guten Wünsche für die Ertränklngsaktion, die bestimmt 
keinen "Unwürdigen" trifft. 

Die andere Sache ist tieftraurig. Ich hatte so sehr 
auf die Aussprache in Hannover gehofft. Die jüdische Seite 
in unserer Gru.jpe als durch Reichmann, Sterling und Ehr- 
lich vertreten zu bezeichnen, ist leider absurd. Ehrlich 
vielleicht - mit den Bedenken, über die ich mich nicht 
auszulassen brauche; aber Sterling und ich als "theolo- 
gische" Sachverständige?! Ganz abgesehen von der s^ch- 
licnen Un-Eignung passt es mir überhaupt nicht, als Feigen^ 
blatt für Geis zu dienen. Ich warte noch ein wenig, ob 
irgend eine Benachrichtigung seitens der AG-Leitung 
erfolgt und habe überhaupt die grössten Bedenken, den 



^T^h^S^""^ ""^^ Briefen einzuschneien; aber dann will ich 
mich doch äussern, 

» « 

Ich danke Ihnen sehr für Ihre mir schmerziich 
erwünschten Informationen. Vor allem aber wünsche ich 
Ihnen, das s Sie sich durch die Sache nicht zu sehr inner- 

Frohgefuhl in Erinnerung an Berlin war, eine Wunde. Zu 
furchtbar traurig, dass es so kommen musste. 

Immer von .-Herzen 



Ihre 



^^^fi I^Ü CUIU dLCC^, , 



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31. März 1964. 



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Liebster Herr* Dr. Geis,, 

^le musaen Ihren /urtlkel wiedHrhHberx, uriü ich nehme 
dlPF^e TütsachG als Vvillk.otrjoeue Lntschulrijjunf; mir gegeuliber, 
etwa zwei Stunden nach unserer Heimkunft, da es sooo viele 
Dinge KU tun gäbe, wieder t^n Sie zu schreiben. 

Innigbten Dank fär das GtJdruclkte und das GeBcnriebne . 
Von dioseni wollte ieh ^le üv^ar aufdrücklj^h freisprechen,^ 
aber nun, da es &e ist und rrir cJoch einer Eindruck von den 
trSiurigen Vorl^oiüK-nisserj gibt, bin ici' Ihnen riusp^rordent- 
lioa dankbar dc^flir, Allercir.^^s eben nur einen Lindruck. 
lillioklicncrweise bin ich aber über ^en Briefwecnsel GoJi- 
wit^wr/Thiel durch ein Rundschreiben unserer fiO näher unter- 
richtet. i..£^ wird Sie nicht überraschen and ich geniere mich 
auch nxcht es einzugestehen, was, anfern es sich vvi theolo- 
gische l^ragen handelt, .•:owicro inmc-r nur ♦'in meines Nichts 
üurchbohrendGiL GefUhl*' g^-scMeht, dr^&s Ich r3 lesen Meinungs- 
auötÄUSch ohne ;vecent liehe A:istänöe gelesen hutte. Zwar 



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fand ich durchaus ?:ir.e gev'isse taktische Hinwendung 



Gollwit^ers zu dem iutVieraner ; aber sie schien m.r das t.ak- 
tiscri Erlaubte nicht zu übarsehrittten. r.ann sian von eiuem 

, Christen wirklich erwarten, dans er unsere unbeirrbar 
inner weit liehe, unv/ancielbar diesseitige Verehrung cies 

^ Rabbi Joschua von Nazareth als letztes .^ort hinn5.iijjit? ist 
es n^cht ein Zeiclien seiner Liebe, dass er uns noch bevor 
bich die i&.rallelen in der l'ricnalichkeit sc^hneiden, ein 
wenig von unserer Bahn ku a^^r ^.einigen hinUberr^ieben mochte? 

' Ich habe ee bei unsern ehrlichen Freunden - nnturl ich n.cht 
boi den tö^aditionellen viit-M-ionaren - ir-uier i'O cehen wollen, 
riber bitte, liebster Herr Geis, brtrnchten Sie nun dienen 
üiexjen Vorbehalt :nicht aln vv^^itere Welle derfci^ hedrohen- 
aen Ptn-i- rJl^t . ' ie huber: ö^. viel "Nichtigeres tu tun als 

auf meine rein gef'Jhlsiiiäoeii::e Re-^ktion ^.u antworten* 

■ 

c^f^ar begeistert bin ich carüber, daso ;;ie die fUrch- 
j t er liehe "Handreiciiung" noch oft entlieh uiedrxgrr ^ehLngt 
I h'3>.»f?n. Hnd wie r.olche ninricntan^en ihnen gelingen! las 
' nenne Ich einen eie^canten 3eia.3cnwung. a i^rooos : i^X Innen 
\ bekamt, da^^s cfrogory Baum als ex^ier oer e i.at]u.^sreicnsten 
\ "b^ik-roomhoys" des Vatikans be:'.exCxinfcC woruen ist im ^u- 
1 sa'Oiienhang niit den bevorstencnaen .;rklaraugen zur -.udischen 
' 3chuld aro L'oüe Jesu? ich las darüber zufällig in einer 



"Spiegel" -Nummer vor mehreren Monaten. Ich war damals wenig 
begeistert, "All-Juda" in Mönchs Verkleidung am Werke zu 
sehen. Nun beruhigt es mich beinahe, dass Heir Baum ein so 
verstoC/Lter Judentäafer iot. Allerdings gehört auch derar- 
tigen EU den schlichen d'^r "Weisen von Zion"..., und zum 
Schluss wird doch der cucie ve/ brannte • -^ 

trotzdem ist Ihr Schlussabscnaitt feu resiffniert . Ich 
glaulje an l Li.e ülerbr'uckur.g clrs Schismas in unserer AGr. 
Nicht zuletzt, \ia' f.u allrr^rst Ihrer Unentbehrlichlreit und 
der - ehrlichen - Hochach t.im^ Ihrer Person v-^Pt^en. Pemgef^en- 
ubex vtfährt Lhrlioh (mit aem ^^roösen /uifangsbuchctaben) am 
kür£;e?.ten. Ne:n| ich hoffe auf Hannover, Lehr beruhige iü 
isx es, '^on Thadden auf Ihrer ^eite zu 3^heii. üicherjich 
i^Jt aijiiur mit die Tatsache, at.r ich von /aii'ang an grosse 
Beneutun^r beimaefi, ciars er Ihr Rer€^rat ir* Dfrlin rltangehcrt 
hat, mansgebend. 



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:de aehen, wie viel Sio auf dieser Well nicht nur 
zu tun haben, sondern wie v.fel Ihnen gelingt. Sogar in 
Ihom brillianten, wenn auch schwer deprimierenden Artikel 
enden bie mit einer Note der Hoffnung:, Und die ist berech- 
ti,p:t. j>ankt. icn habe gery/le In letzter 7,plt wied'^r WollP- 
keht gelesen, dach die Stroph - : "Irr^^^er wir'der, wenn wir uns 
vor^^assen, seix^* sinkend .rdt \l^n candern sassen, fi^l in 
unsern Wein ein Iropfon Lau^^e, böser Blick aus einem kalten 
;iuße". .^ib.-r so ;i^3;l^c.^-g^^S?t^a^r*-^^ nicht, wem auch bei l\^rer 
bchlussbetrachtar.g/cs' Mt 'rast so kalt wie beirj Leaen dieser 
Zeilen den Kücken hinunter riegelte. Hi ^r i.st et-^as im ^erd 
-vr.r. &nch (-urcb 5 an, 7;as man im hn^lischen '*growin^* X'^'^^^^S*' 
nennt, nicht in Fr3.ee gestellt wird. 

ZXüta Persönlj.chen! wir haben trv:»tz iialte - es t3jc 
hier k-ivlter al". za '.Weihnachten - die kürzten F'frien gf^no^sen. 
Wir sind Jeden Tag reichJicn an der Luft gewesen, hatten 
Zweieinhalb Tage Sonne - also was will man mthr^ Aber die 
Sedorabendc haben -iiir gefehlt. Ich hoixe, üic haben sie 
iicxoh b?stpr Tradition zeJebriert und gcno.ssen. 



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Ihre 



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Rabbiner Db. Robert Raphael Geis 



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4 DÜSSELDORF, DSV 

PISCHBR8TRAB8B 60 
TXLXFOM : «4 M es 



6. 4. 1964 



Liebe verelirte Freundin, 

so .-ehr ich Uiich mit Ihrem Brief gefreut hahe, mein Gewissen 
ist schlecht, denn ich hab« Sie <pyf..T^g* > wider Willen direkt 
nach Ihrer Rückkehr an den Sclireibtisch £-ezv/un£:en, und das 
war wirklich nicht nötig. 

Aber ich h.ibe*mich natürlich sehr £:-efreut, wie mit jedem Wort 
von Ihnen, besonders gefreut, weil offensichtlich die wenigen 
Ferientage Ihnen beiden gut getan haben. 

I\:it unseren theologischen Merkwürdigkeiten möchte ich Sie weiter 
gar nicht behelligen. Was Christen glauben, ist nur in die^^em 
Fall gar nicht interessant, es kommt allein darauf an, daß 
Herr Gollwitzer nun nach Jp.hr en nicht so tun kann, als ob auf 
de;i. Berliner PZirchentag der Gedanke der endlichen Bekehrung der 
Juden deutlich geworden .'jei und dennoch habe der Kabbiner Geis 
sein fttferat gehalten. Das geht eben nicht. Ich le^e Ihnen zur 
Erbauung noch einen Brief :an Goilv.ltzer cei, alle kann icix Ihnen 
unmöglich sc: icken. Das peinlichste fLir mich ist, wie sehr hier 
Theologisches mit allen Kegati va des deutr.chen Ge.i-uts vermengt 
ist. Aber Schv.amm drüber! ~ Ai.. nächsten Sorjitag werde ich mit 
Herrn iZrau^ Kej-rn von Thadden sprachen und danach werden wir 
•sehen, ob der Wagenjnoch aus dem Dreck zu ziehen ist oder nicht. 



/ 



/ 



•Nun habe ich noch eine rabbinerliche Bitte. Könnten Sie ohjie 
allzu große Sc! wierigkeiten in Erfaiirung bringen, ob liberale 
Gemeinden in London eine hikwe oesitzen und wenn ja, welche. 
Das ixeiC^t, es würde mir sc- on eine einzige Mkwe gen'-gen, um 
mit ihrem «'as::er ein paar orthodoxe Rabbiner zum Ersaufen zu 



brin^Ei-en. 



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Ihnen und Ihrem Llann die hetzlichsten Gr::sse, 

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2 Strathray Gardens 
London N.W. 3 

SWISS COTTAGE 4343 



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31. März 1964. 



Liebster Herr Dr. Geis, 

Sie müssen Ihren Artikel wiederhaben, und ich nehme 
diese Tatsache als willkommene Entschuldigung mir gegenüber, 
etwa zwei Stunden nach unserer Heimkunft, da es sooo viele 
Dinge zu tun gäbe, wieder an Sie zu schreiben. - 

Innigsten Dank für das Gedruckte and das Geschriebne. 
Von diesem wollte ich Sie zwar ausdrücklich freisprechen, 
aber nun, da es da ist und mir doch einen Eindruck von den 
traurigen Vorlfommnissen gibt, bin ich Ihnen ausserordent- 
lich dankbar dafür. Allerdings eben nur einen Eindruck. 
Glücklicherweise bin ich aber über den Briefwechsel Goll- 
witzer/Thiel durch ein Rundschreiben unserer AG näher unter- 
richtet. Es wird Sie nicht überraschen^und ich geniere mich 
auch nicht es einzugestehen, was, sofern es sich um theolo- 
gische Fragen handelt, sowieso immer nur '*in meines Nichts 
durchbohrendem Gefühl" geschieht, dass ich diesen Meinungs- 
austausch ohne wesentliche Anstände gelesen hatte. Zwar 
em f and ich durchaus eine gewisse taktische Hinwendung 
Gollwitzers zu dem Lutheraner; aber sie schien mir das tak- 
tisch Erlaubte nicht zu überschreiten. Kann man von einem 
Christen wirklich erwarten, dass er unsere unbeirrbar 
innerweltliche, unwandelbar diesseitige Verehrung des 
Rabbi Joschua von Nazareth als letztes Wort hinnimmt? Ist 
es nicht ein Zeichen seiner Liebe, dass er uns^ noch bevor 
sich die Parallelen in der Unendlichkeit schneiden, ein 
wenig von unserer Bahn zu der seinigen hinüberziehen möchtet 
Ich habe es bei unsern ehrlichen Freunden - natürlich nicht 
bei den traditionellen Missionaren - irrjner so sehen wollen. 
Aber bitte, liebster Herr Geis, betrachten Sie nun diesen 
meinen Vorbehalt nicht als weitere Welle der Sie bedrohen- 
den PapierHit. Sie haben so viel Wichtigeres zu tun als 
auf meine rein gefühlsmässige Reaktion zu antworten. 

Sehr begeistert bin ich darüber, dass Sie die fürch- 
terliche "Handreichung" noch öffentlich niedriger gehängt 
haben. Und wie solche Hinrichtungen Ihnen gelingen! Das 
nenne ich einen eleganten Beilschwung. A propos: Ist Ihnen 
bekannt, dass Gregory Baum als einer der einflussreichsten 
"baöc-roomboys" des Vatikans bezeichnet worden ist im Zu- 
sammenhang mit den bevorstehenden Erklärungen zur jüdischen 

Schuld am Tode Jesu? Ich las darüber zufällig in einer 



"Spiegel »'-Nummer vor mehreren Monaten. Ich war damals wenig 
begeistert, "All-Juda" in Mönchsverkleidung am Werke zu 
sehen. Nun beruhigt es mich beinahe, dass Herr Baum ein so 
verstockter Judentäufer ist. Allerdings gehört auch derar- 
tiges zu den Schlichen der "Weisen von Zion".... und zum 
Schluss wird doch der Jude verbrannt. , , , , 

Trotzdem ist Ihr Schlussabschnitt /(zu rfesigniert. Ich 
glaube an eine Iberbrückung des Schismas in unserer AG. 
Nicht zuletzt, ja zu allererst Ihrer Unentbehrlichkeit und 
der - ehrlichen - Hochachtung Ihrer Person wegen. Demgegen- 
über währt Ehrlich (mit dem grossen Anfangsbuchstaben) r \ 
a^ kürzesten. Nein, ich hoffe auf Hannover. Sehr beruhigena^ 
ist es, von Thadden auf Ihrer Seite zu sehen. Sicherlich 
ist dafür mit die Tatsache, der ich von Anfang an grosse 
Beaeutung beimass, dass er Ihr Referat in Berlin mitangehört 
hat, massgebend. 

Sie sehen, wie viel Sie auf dieser Welt nicht nur 
zu tun haben, sondern wie viel Ihnen gelingt. Sogar in 
Ihem brillianten, wenn auch schwer deprimierenden Artikel 
enden Sie mit einer Note der Hoffnung. Und die ist berech- 
tigt. Punkt. Ich habe gerade in letzter Zeit wieder Wolfs- 
kehi gelesen, auch die Strophe : "Immer wieder, we^m wir uns 
vergassen, selig singend mit den andern sassen, fie] in 
unsern Wein ein Tropfen Lauge, böser Blick aus einem kalten 
Auge". Aber so fg£c.e| doch hier nicht, wenn auch bei Ihrer 
Schlussbetrachtiing/eg- mlir fast so kalt wie beim Lesen dieser 
Zeilen aen Rucken hinunter rieselte. Hier ist etwas im Werde: 
was auch durch das, was man im Englischen "growing pains" ^ 
nennt, nicht in Frage gestellt wird. >. 

Zum Persönlichen: wir haben trotz Kälte - es war 
hier kälter als zu Weihnachten - die kurzen Ferien genossen. 
Wir sind jeden Tag reichlich an der Luft gewesen, hatten 
zweieinhalb Tage Sonne - also was will man mehr? Aber die 
Sederabende haben mir gefehlt. Ich hoffe, Sie haben sie 
nach bester Tradition zelebriert und genossen. 



Von ganzem Kerzen 



Ihre 



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Rabbiner Dr. Robert Raphael Geis 



4 DÜSSELDORF, DKN ^ <| / 1 

FISCHERSTRASSE BB s\* 3 V H^ 



TELEFON: 44 84 88 







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Düsseldorf, 27. 3. 1964 



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Meine liebe', sehr verehrte Freundin, 

wie schön ist es doch, daß ich vor den Feiertagen noch gute Nach- 
richt von Ihnen erhalten durfte, daran will ich mich in den Kümmer- 
nissen dieser Tage halten. Ach, könnten wir doch den Seder einmal 
gemeinsam begehen. Für mich war es allzeit der große' Tag des jüd. 
Jahres, da mich nun schon lange unser Synagogenbetrieb in Deutschland 
abstösst und anwidert, ist eh praktikables Judentum in die Stille 
der Familie zurückgezogen. 

Über die Vorgänge um die AG VI müsste Ihnen einmal Kraus oder Frau 
Oberschulrätin Schneider berichten. Die tägliche Papierflut deckt 
mich seit Wochen zu. Ausgebrochen ist der Gegensatz durch einen 

r\ Aufsatz von mir, den ich beilege, aber zurückerbitte, da es das 

letzte Exemplar ist. In Wirklichkeit ist einem Teil der AG Angst vor 
den Angriffen der Lutheraner gekommen: es mischt sich aber aufs pein- 
lichste Urchristliches mit dem ewig Deutschen. Herr Gollwitzer hatte aji 
einen luther. Superintendenten Thiel geschrieben:" Jeder Christ wird 
wissen, daß er sich im christl .- jüd . Gespräch mit dieser positiven 
Wertung Jesu im heutigen Jdt . nicht zufrieden geben kaum. .. .Aber 
meinen Sie nicht auch..., dies würde noch weitere Wirkungen haben 
und man werde dort bei den Formeln, in denen man jetzt über Jesus 
spricht auf die Dauer nicht stehen bleiben können?" Und dann folgt 
das uralte Bekehrungsgerede an die Juden, nun nicht mehr unter dem 
Stichwort "Judenmission" sondern "Gespräch". Ich hatte nur deutlich 
zu machen, daß ich nie in Berlin gesprochen hätte, wenn man mich als 

(J^ Juden nur bedingt ernstnehmen kann. Auf der einen Seite stehen Goll- 
witzer, Härder, Freudenberg und wahrscheinlich ein Teil der Jungen 
aus Angst vor ihren Lehrern. Auf meiner Seite der großartige von Thadden 
Kraus, Michel, Frau Schneider, Heydenreich u.a. Herr Ehrlich, der 
leicht Verführbare, schwenkt gerade zu Gollwitzer um, weil er sich 
da mehr Rampenlicht für seine unsichere Persönlichkeit erhofft. 
Mitte April werden Kraus und ich in Hannover mit Herrn von Thadden 
zusammentreffen. Was aus dem Kirchentag 19^5 in Köln wird, ist noch 
ungewiss, denn der tapfere von Thadden hat ja wahrlich genug Opposi- 
tion im eigenen Lager. 



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Autobiographisch peinlich bleibt, daß ich in 12 Jaliren nach dem 
Wunsch von Leo Baeck zuviel in derlei Unternehmungen investiert 
habe und im Augenblick nicht übersehen kann, was mir auf dieser 
Welt eigentlich noch zu tun übrig bleibt. Es mag ur jüdisches . 
Schicksal sein, wenn man immer wieder sein Herz an trügerische 
Hoffnung hängt. . , , . 

; . ' (I I I ' • . ) i ^ • • ' ' • • • 

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Ihnen und Ihrem lieben Mann die allerherzlichsten Grüße 

Ihr Robert Geis 

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2 Strathray Gardens 
London N.W. 3 

SWISS COTTAGE 4^43 



23. März 1964. 



Mein liebster Herr Dr. Geis, 

Es ist mir ein dringendes Bedürfnis, den Geist des 
Überschreitungsfestes zu beschwören, indem ich Ihnen, an 
dessen Wohl mir so viel gelegen ist, wünsche, es mögen 
alle Plagen - nicht nur die schwerste - Sie im kommenden 
Jahre "überschreiten" und Ihnen ein gleichmässig harmoni- 
sches, nicht allzu arbeitsbelastetes Leben ermöglichen. 
J/as Sie mir in letzter Zeit von Ihren Verpflichtungen 
schrieben, hat mir gehörig Angst eingejagt, und ich war 
nicht ausreichend getröstet, Sie nachher für einige Zeit 
auf Ferien zu wissen. Schon um sich mir als »^Autorität" 
für die Fernlenkung von Rekonvaleszenten weiter zu erhal- 
ten, als die Sie mir - u.a. - so wertvoll sind, müssen 
Sie unbedingt selbst vernünftiger leben. Aber nun will 
ich nicht weiter predigen. Ich bin zu tief davon überzeugt, 
dass Sie das so viel besser verstehen - in jeglicher 
Beziehung. 

r'^ Ihre zwei letzten Briefe haben mir wie immer nicht 

nur je einen frohen Tag gebracht (trotz besagter Ängste), 
sondern - auch wie immer - ihre Strahlkraft bedeutend 
länger bewährt. Sehr erschrocken war ich nur dann, als 
.Goldschmidt, der mich von Berlin wegen einiger Daten Dr. 

- Wiener betreffend anrief, mir erzählte, Sie haben unsere 
Arbeitsgemeinschaft verlassen, u.z. nach bezw. trotz Ge- 
sprächen mit ihm. Er war offenbar sehr betroffen. Ich da- 
gegen^ bin, obowhl ich nach manchen Bemerkungen von Ihnen 

. vorbereitet war, ganz entsetzt und sehr traurig. Heute 
erhielt ich nun auch den Durchschlag von Lili Simons Brief 
an den Vorstand der AG und habe daraufhin die Hoffnung, 
dass ich vielleicht aus dieser L^uelle, die Lili Simon ja 
herausfordert, Näheres über das Zerwürfnis erfahre. Denn 
Sie, lieber Dr. Geis, will ich KEINESFALLS mit einer Bitte 
um Aufklärung bemühen. Ich stelle mir zu lebhaft vor, wie 
gerade nach einem solchen tragischen Schritt Ihnen die 
Materie zuwider ist. Sie sollen sich nicht verpflichtet 
fühlen, sich ihr nochgials zu konfrontieren. Sollten Sie 
einen Durchschlag Ihrer Schlusserklärung erübrigen können, 
wäre das etwas ander i"S. 

Soviel steht natürlich fest: ohne Sie geht die 
Arbeit nicht weiter. Und weitsr steht fest: Wenn einem 






so ruhi£:en, so wohlwollenden und von Ihnen persönlich so 
geschätzten Manne wie Goldschmidt die Vermittlung nicht 
gelungen ist, so muss der aufgerissene Graben sehr tief 
sein. Auch von meinen Hoffnungen stürzen klumpenweise 
viele hinein, ohne dass ich noch weiss, welche Mächte der 
Zerstörung hier am Werke waren. 

^ Noch zu eingen der anderen Punkte, die mir alle z.Zt. 
unwichtig erscheinen. Das abscheuliche Arendt -Buch ist 
Ihnen selbstverständlich (Danaer- )geschenkt worden vom 
Council. Es soll nie ein Unwürdigerer Geschenke emr. fangen. 
Den Golo Mann-Aufsatz habe ich mit Entzücken gelesen, obwohl 
unsere Spezialanstände darin etwas kurz wegkamen. (Übri£ is 
habe ich so das Gefühl, dass Golo Mann bald das Emigrations- 
scnicKsal seines Vaters wiederholen wird. Es ist doch offen- 
bar eine regelrechte Hetze gegen ihn im Gange). Das Buch 
von Burg kenne ich erfreulicherweise nicht, habe ab^r davon 
gehört. Der Verfasser spielt sich doch wohl als Jude auf, 
was jedoch keineswegs zu stimmen braucht. Unterdessen ist 
übrigens Hannali Arendts neues Buch über "Revolution" hier 
sehr verrissen worden. Geschieht ihr recht. Die Nymphen- 
burger Verlagsanstalt bearlieitet ein Gegenbuch gegen ihren 
"Eichmann" vor, wohl im Stile der Rowohlt-Schrift "Durfte 
der Papst wchweigen?", also eine Zusammenstellung- von 
Presse- etc. Stimmen. 

Mein Mann ist entschieden auf dem Wege aufwärts. 
Der weiteren Erholung wollen wir zu meinem Leidwesen - wenn- 
gleich ich die Notwendigkeit nur zu gern anerkenne - sogar 
die Sederabende opfern, da sie unglücklicherweise mit den 
Osterfeiertagen ja zusammenfallen und uns nur diese für 
ein paar Ausspanntage an der See zur Verfügung stehen. W"* \ 
gehen nach Bournemouth, wollen aber dieses Mal ganz bestimmt 
vernunftig sein und keine ermüdenden Spaziergänge machen, 
sondern uns nur die Seeluft um die Nasen wehen lassen. Aber 
die Sederabende sind mir ein bitterer Verzicht; sie gehören 
zu meinen schönsten PCindheitserinnerungen. Mein Vater war 
ein berühmter "Sedergebender", zu dem sogar unser weiland 
Rabbiner Felix Goldmann jtihrlich zu kommen pflegte, ,.^eil 
er selbst es so herrlich, zugleich weihe- und humorvoll - 
denn es sei ja ein Freudenfest, pflegte er uns zu sagen - 
nicht fertig brachte. Bei Ihnen ist es sicher auch ein 
prachtiges Fest. Lassen Sie es sich durch keinerlei Är^er 
vergällen, bitte! 



In herzlicher Vergundenheit Ihre 



c: 



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Uc (liu^ 



^ 



2 Strathray Gardens 
London N.W. 3 

SWISS COTTAGE 4343 



17. Januar 1964. 



Sehr lieber Herr Dr. Geis, 

Ihr lakonisches Autogramm auf dem Sammelbrief 
aus Arnoldshain hat mich beinahe etwas beunruhigt. Vor 
allem aber hat es mir den unwiderstehlichen Wunsch er- 
weckt, mich wieder einmal eines selbst noch so kurzen 
Textes zu besagtem Autogramm zu erfreuen. Das ist keine 
Pression. Ich weiss, wie unsäglich Sie beansprucht werden, 
und bin völlig einverstanden damit, wenn ich Ihnen schon 
nicht auf andere Weise helfen kann, es wenigstens mit 
einem klaglosen Stillhalteabkommen tu tun. Nicht allein 
sollen Sie mir nicht schreiben, Sie dürfen es nicht ein- 
mal tun, wenn Sie sich etwa einen Gruss von einem schon 
ohnehin Ihre Kräfte übersteigenden Arbeitspensum abringen 
müssen. Das gilt selbst für eiie Antwort auf diesen Brief, 
selbst wenn es dem Anfang zu widersprechen scheint. 

r~ üb Sie wohl das Ihnen vom Council of Jews from 

Germany auf meine Veranlassung zugegangene Arendt -Buch 

erhalten haben? Und gelesen? Und wie wohl Ihr Eindruck 

/ gewesen sein mag? (Dies alles sind - wohlgemerkt - nur 

' — Themen für ein eventuelles Schreiben, für das die oben 

erwähnten Vorbedingungen nicht zutreffen). 



r 



r 



Wir haben hier neulich wiedermal eine Aussprache 
über die mutmassliche Wirkung des Buches in Deutschland 
gehabt, bei der ich mich auf Sie berief, 'uer ehenamt- 
iiche Sekretär des Council, Herr Bruno Woyda, fährt dem- 
nächst nach Deutschland. Ich habe mich bemüht, seinen 
Kampfgeist anzufeuern. Mitiud«r Ansicht, dass man heute 
noch versuchen ml'sse, da:--. Buch durch Rücksprache mit Piper 
zu unterdrücken, wurae von keinem der Anwesenden geteilt. 
Dagegen der^lit man an system.atische Pressearbeit nach Er- 
scheinen, für die man alle Vorbereitungen zu treffen 
entschlossen ist. Vor allem will man den Zentralrat dafür 
herankriegen, ohne aen man in Deutschland nichts tun 
kö ne. Aber man will sich nicht auf den Zentralrat ver- 



lassen, sondern das Material selbst sammeln und be-^eit- 
|_ stellen. 



vVie 
gilt das umst 



e war Arnoldshain? (Auch für diese Frage 
ehend Gesagte). Wie geht es Ihnen? 



^ Mit meinem Mann bin ich leidlich zufrieden, 
hr arbeitet "wie gehabt", soll alleraings bei dem gegen- 
wartigen kalten Wetter möglichst nicht gehen, sondern 
nur fahren, hin Ausgang hatte kürzlich einmal Spannun^-^en 
zur iolge, die er sonst nicht kennt und die der Arzt " 
eben auf die Bewegung in der Kälte zurückführte. 



^^ ^ein neulich gelieferter Beitrag zu dem 
o;ymposium des //orld Jewish Congress "Answering Hannah 
Arendt" zu meiner grössten Überraschung sogar ^in einem 
geicurzten Auszug in unserm hiesigen Organ "AJR-Inf orma- 
tion" viel yvnklang gefanden hat, bin ich so anmassend, 
den Text hier beizulegen mit der anmassenderen Bitte, 
Ihn mir zurückzusenden, da ich hur noch zwei i^xemnlare 
habe. Es darf in einer Drucksache ohne Kommentar sein. 

Und nun habe ich das gute Gefühl, wieder 
einmal bei Ihnen eingekehrt zu ^ein. bchabbath Schalem. 
Alle gaten .Vünsche und Grüsse 



) 



Ihre 



hei lyXiiduiUic^ . 



) 



y 



^■^ 




-^ 







6.Pf2;embcr 1965. 



( 



(^ 



Liebster Herr Dr. Geis, 

^^ie kc'r^ren Si<* c'aran «welfelr, dai?i? Ihre 
Ijuten GoöanVen helfen? Ich brauche nur die ineinen 
nach JJJüaselaorf schweifen zu iai^sen, und sie kehren 
ruhl^vn-- ur»d heiterer zuri^ok. h^ tut doch in dieser 
esozentrisrtnen ^*elt so wohl «u Jvisaen, dasa es noch 
warme Teilnahme gibt. 

Die Rückreise ging glatt und rasch* ler tiaue- 
ar*^<t ür5Ci.ii.öu cim naciitoten 'lag unü machte sicr^ aus allem 
•'nicht vl(*l '3araus". ViPir, ilarn pflp^t dar'' ?u ^s^en: 
"Wenn sein Herz bubi^ert, werae ich mir auch nichts 
drauü nachen"* iiber visjr ist es • unnötig y.u sagen - 
viel ]L?l-r ro» P^r Flutf^Tuck rzx von 110, vc er, ufTen- 
bar aus Sympathie mit Ihnen, in Bao^n-Bad^n gelancet 
■^c.T ^ auf 1>^ geBtie^en, hIbo orc.c^nlllch* i:4un"bitte ich 
mir ullerdln^-s entmM.Pden au3, da'^^?. ^;j.»: ai€- bleiche 
Sympathie an aen Ta^ legen! 

Der Sr e^iali^ten kernen v.ir erst nichsten 
Mittwocir: sehen, hls dahin also be/nlhe ich mich, meinen 
""^^mi 30 ruhig y/ie üicigllca ssu halten, wait> bei oemc-r 
/iktivit:^t l-^rin leicttcs iGs'inren ist» l-r Mrfceitr r.i 
einer der Bürodanien täglich zu hause. 



it 



Da ich im Haus völlig- r.h3':^Tb-I r^rt bin - ku 
meinem Pech ist aucn möiaa Haushilfe im Krankenhaus, 
und noch t\x£ Wochen! - ü^üe ioh üixoh xxK^xi'r die Lage auf ^ 
dem R.A.-Krir-;;ssc,*':aa:l::itz noch nicht einf-crhend orientie- 
ren können. So viel ich aber weiss, hat Karl Marx die 
Zügel er^jriffea. üb man sie ihm %\x lassen gedenKt, 
wel-;5? irjh, wie .5-?.5'i.":t , noch ni.?':t. -ip<Rr ycll erkl*-rt 
haben, dass das Buch statt im Frühjahr erst im Herbst 
^rsc^iJi.ion ti'xx^^ o Uci.o dooä '*aai*geoOiiojen" xn diesem 
Falle -ai;f geh oben" wVre. Aber ich habe dler^^* :IO'''fnun.e kaum 

\^ vU-nfTt Tir noch fortdauernd in den Ohren, 
uio sich doch so sehr freuten, Ihre Stir^n^e «a hb>en. 



wt.<;;lv.' k.) 



eo xnncn ejL.i^^eutixcn roca^ scr'j.eoüt geht. i-ae. hat 



y 



die Freude arg gedTJuxt-^t . Z^var r^a^t nan im all^en^iüPri 
ein Blutdrujk von 110 Ibx besser alb einr^r von 210, 
aber das Sie diuöer Zu .Land sehir 2iu bet^intrachli^jeu 
scheint, kann mir dieae optiristische V rsion niclit 
genügen, bitte, bitte, lieber Herr Dr.öeis, lasaen 
bie ea axch beaoer geheiil 



Von ganzem Herzen 



Ihr e 



) 



) 



l-L 



y 



*^^ 



y 



\ 






i^ein lieber rie-r Dr.üexa, 



ll.iNovember 196 j. 



soharf «idoi."i!L^'**«! ""^«a bei mir mit einer A^^ r , 

'■*n und hatte den ve^nuStLtf'n Vor. !i!^ ''"°" iramcfurt fah- 
sollte Köln ab-^-r hat tj^ur J^ .^^t" ^'^«tellun^ b.sioh?i,-n 
das heisst; Geis bedeutet^ ^•^tur.xch in.:,aelaorf und 

Aber die Jahr^e.«o44. ^. 
»^^en iet'tPo hv •; - » ^^^ Kraue 55c>i'Vf^rr r^nTrr.«,^-. 

Wir hoffen auf den Rlok^v?^ n,-i ^°^'' Station rnucheA. y.ber 

und wann, oobald Nrhe°es |^«tXht''^^if ^^"''•^^ nicht. «!e 

•T- Und noch eins. Ihre h.L ^'^ "'^^^^ •^'^'°^^- 

? m.^-ch haben bei der-vur"c?!xen" ff^'^''" '"" ^"^^- ß'"^!^ und 
from O^rnanj^ als r.j^r-nV't^'^ -Sitzung des Jouncii of Jewa 
^er Arendt^iffare'^i^^-^.fjf ^3^' ^f-^-1- in die B^ratu^ 
^ex«.«t worden, wenn auc J noch aUes vagHst''' ^""''''-'^'^ 

'ge,,ebei! SljrSaSli;,^ ScJ'^L.lJ^wL?'^ ^""?^ ^^^^ ^«^^uclc 
beibst wenn Piper kalte fü<.^*Lv" verhinüern können. 

andere Verlage%icnl^aaf'^*i^^^^'"'"t? '''^'*^' werden 20 
'^Jtrupel hnben. Fs k-ne inLi ^*^' ^^^ eventuell wenij^er 

das Erscheinen «e^Hste't'L^sf^'^^L^o'r';^' """^"^ -""^'f 
i-_ zu haben und vielleicht t^r.1 T^* , Gepenmaterial be -it 

üni diese Dinare ir PeSschl Jd^t^'T^'*'"^^«"*' ^^ starten, 
sollen Robert Peitsch und Brnn^w^^!^""^^^'«» "»^ vorzubereiten. 
Council) nach Leuts^hlaSd Jal Jen ff. ^^!!^*"=«^^«t ^^^ des "* 
blick noch in Israel und v^r-; n?;^^''^*^''^ ^^"^ ist im Aupen- 
zuruck erwartet. Kr ha? dJe V.?he L^?'' ^^'.^'^ ^^« Monatf 
Mor.es besprochen und kennt dessen /nJ^^^^ "'^^ Siegfried 
Weltsch nicht fahren .ollen'^^d.TkSL^^r J^^ ^^S^'s^lHl 



I 



r 



worden, ihn zu vrrtreton. Es besteht also t^anz ab^rpsehen 
von meinem geplanten privaten Abstecher nach Düsseldorf 
die Auasicnt, dass ich in bocnoiTizie : l-r Eigenschaft dort- 
hin k4;;jne. üb ab^r privat oder offiziel]^: Fi8C>,erstr.55 
bleibt das eigentliche Ziel, *jj 

Natürlich sind Ruth Berits bchritte viel zu wenig. 
(Dies zu ihrsm ueut einte jje^ugenen ürief, für den ich eoenso 
wxe für drn erntr^n voll Da-vbarkpit bin). Wir haben eWent- 
lioh RbRr dabei die Hoffnung, das» H.A. sich aia bockbeinig 
srwexBt und man aui diese .rüise e^ae llandhatc gei'en das 
Buch selLijt hit. Auc}i dief^e würde dann alierdin^'S wahr- 
r^cheinlioh nur zu zwei überklebten L>tellen fur.ren, was das 
öucn noch fikauter macheu wuxut . lü^mcrhin. 

H.A. scheint unbelehrbar and vcliig Jitarrsinnii^. Auf 
Oiie Intervention von Mosea hat sie sich zu e1n»r Fu^^snotfe 
bereit gefunden, die eigentlich eine Verböserung^ ist. i-es- 
haib furc.-.ten aacn die nerren Juristen und sonstis-^n Hoch- 
gelahrten hier, da33 sie eine Verhind-run^ des Buches mit 
einen Prozess beantwortet, der von unserer i.eite h'-r a'S 
nicht sear aussici.tsreich beurteilt ;vird. Und da^s das^Buch 
dann doch erscheint. 

So traurig des alles Ist: sollte os uns ein Wied'^r- 
sehen eintragen, so hat die böse, böse Lpisode doch wenig- 
stens ein üutss gewirkt. * 

Ich werde in der nichts ten T-.gen ganz ohne Adresse 
iiedeJ f'ch'^'eben; ab^-r sofeald ich kann, melüe ich mich 



) 



AUS 



08 



meines Mannes Reibeabsichten ersehen Sie, da^:8 
ihm crtr^-glicn ^eht. Allerdin^fs haben die Schl^^e der 
1 atzten Tri,::e ihm nicht eben geholfen. Deshalb moclite ich 
mich auch möglichst wenig von ihm trennen. 

Von Herzen 



) 



Ihre 



Cf\ 



C^ 



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-^L-!^ 

^'i^ 



y 



oo 



S.Oktober 1965. 



i ) 



r** 



^■ehr lieber Herr Dr.üeia, 

= n^ Wenn ich wie in den letzten Wochen eine nicht 
^kJ^^V" ■ \ y'"^ ^'^^ '^**"'' «ehenae Arbeit vorhabe, auf 
TrLt L"o*' ^^^'^''^ntrieren muss, pflege ich rair ''um 
nn? Lf!J sagen: an dem u. dem läge musa ich fertig »ein, 
m':.?!^ schreibe ich an tr.üeis. Imn ist zwar de? krl- 

veranstaltetes Symposium unter dea Titel "Answerin« 

'^^^S f u""^*! \^^ "^^ ^""^ ""'^'^ ^^^^ anderen landmam- 
schaft.iohen Redner als Vertreter der deutschen Juden 

^^r^ni^'^H^v''".^'*^^. : ^''^T ^^^ '^^^^^ i^^t beendet, und so 
'fo^L^ ^' mir frv.hor als erwartet diesen Brief un bie. 
•.VahfRchein.ich habe ich Sie auch sehen vieJ zu iinge 

t'^L'^ilv ^^^-'^'"'^'^'^ ^'^''^'^ grosfartlgen Antwort auf die 
waar lieh völlig un^ualif iaierbare "handzeichumc" warten 
lassen, die Sie eben schliesslich doch fertiggebracht 
üaoen zu qualifizieren! * ^ tracmi 

Das3 loh mir die Möglichkeit, Ihnen zu achreiben, 
uifcsir.aj besonaers herbeigewünscht habe, erklärt sich 
vor allem aus Ihrem vielfältigen Leiden an dieser Herbst- 
zeit. uen,:en Sie, auch für mich iat ilrew Jaum Kipcur 
f m!^'^'-'^^^^^ Ciederxlftag: meine Iftatter starb am vol Wldrei 
in Theresienstadt. Lasa ich das DjJ;..rc erfunr, J legt daran. 
da..8 exae jüngere xa.ite auf deir Transport von Theresienst . 
nach Auschwitz es fertig brachte, eine Karte mit der 
Wachricht aus aew Zug zu werfen. Lass wir an den unsere 
uemeinschaft allgemein angehenden Erinnerungen gemeinsam 
tragen, iat je selbstverständlich. Da ich nun einmal gera- 
de aus der Ar endt-At .Biosphäre auftauche, kar,n ich nicht 

't^lV^V^'^t'^^-'^* *if,'°ic^' ciesep: Ai-beit wieder aufgeregt hat. 
Kehr fast acrch die zvvijichen den Zeilen enngekllmjnten 
Anspielungen als durch die offenen AnkJagen. "Dr.Baeck. 
,x?l "\^^ie eyes of both jew» anu üentiles was the Jewish 
•Iüh:rer'"! Vergröbert abgeschrieben von Hilberg, dem ioh 
aber nicht so btise sein kann, weil er imr^rhin ein Jünger« 
D«ann aua der Tschechoslowakei ist und nicht eine echte^ 
cleckin. In den Kopien Jüdischer lUinnrr v.nö Frauer "auf 
der Strasse" hat ihre Darstellung schon mehrfach das tr- 
gebiiis gezeitigt, dass also doch aie Juden selbst an 



y 



\ 
\ 



Ihrem Schicksal schuld waren Wenn doch nur verhindert 

werden könnte, dass das Buch in Deutachlanü erscheint. Es 
soll im FriUijahr bei Piper h-rauskoiranen, ah^-r Huth Beriaxs 
Anwalt i t auf aer Wacht, wenigstens in den engen Uren^zen, 
in denen er aktiv legitimiert i><Bt. Piet vertrauxicn, da 
icu nicht weiss, wie weit K.B. hateii mochte, dass es vor- 
zeitig bekannt wird. 

Die "Handreichung", die vmterde-.sen hoffentlich wieder 
bei ihnen gelaiiaet ist, hatte iCh in der Ifat in dxeser Form 
nicht meiir fux möglich gehalten! Und uuch nlor ist mir be- 
sonöers fatal, wie diese kaum abgedämi-xten Keujenschlage 
sich mit heuchlerischen CiJrtlichkeiten gegenüber Jen lieben 
Juoen mischen. Ab- r t^ie haben ee in Ihrer ^^'^^igarten Dik- 
tion und Prägnan« eigentlich vernichtet, wenn ich auch für« 
te. dass das giftige Unkraut weiter wucr.ern wird, ohne von 
sein-r Vrnichtang Kenntnis zu neirumen. Hat Freud«nberg ge- 
antwortet? Darauf wäre ich höchst gespanr.t. ilat er xhnen ) 
denn dieses l-aniühiet ohne Koiniüentar übersanat? Dann natte 
er OS vielleicht vorher g^xr nicht gelegen. 

Ji's IfMiriiikt mich sehr, dass Kraus -jich in eine« so 
tiefen Wellental befinoet. Venn das Wort ia Zusammenhang 
mit ihm nicht fast gesciiraacklos \i?ärc, vrarde ich sagen, er 
hat et.vas so 'Sieguartea" , ao 'ötrohlendes und ist oder 
RC).f»int doch 
seiner 



i- 



...^^a. »V. dazu oastiMimt, zur l'reuae und zum «iewlnn 
tiiip;ebung und seiuer beiüot zu leben, dass ich gan« 



r 



r 



unj'lücyiich üb -r sein "Unglück l.in. Hoffentlich gelingt 
ihü, sich bald wieder zu raffen. Lr int unentbehrlich. 

Da bekam ich •übri£;ens neu ich von ein- r der 'Kleinen 
von den keinen? der Bibliotv.ekarin Ursula Bohn, eiaen sehr 
nuciuienklicrf^-^ri^-f . oie hatte sich selbst der Ketzerei be- 
zichtigt, und ich hatte sie um eine I rklarung gebeten. Nun 
schreibt sie: "Mein Ketz^rtum besteht m der festen uberzeu- 
>a.n"-. Jaci man auch ohne den Glauben an Jesus al3 den 
Christus bei Gott sein kann, dass beider Glaube, der der . 
Juden und der der Christen fTlaichwcrtig ist und ^^^s, dt., t 
üb.-r hinaus, ich per8(5nlich an diesen Jesus als «Gottes boh. 
und «Auferstandener' nicht mehr glauben kann". Lieber Herr 
ür.Geia, mir wird manchmal vor anserir verlieerenoen .virkung 
banj'e. und dann bin ich wieder unf^ührlich stolz darauf. 
(Auch diese Mitteilung, so wenig ich Geheimnistuerei schät- 
ze. Vertraulich - wahrsicheinl ich ist schon dies ein Vertrwi 
eribruch der kleinen Bohn gegenüber, aber Ihnen allein ge- 
genüber bedrückt er mich nicht). 

Von Herzen Dank, wie iianier, für Ihre guten Worte. Wie 
sehr wünschte ich, ihre .-irlung erwidern au können. 

ihre 



K' 






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J 



2 Strathray Gardens 
London N.W. 3 

SWISS COTTAGE 4343 1 5 • JU 1 1 1963 • 



Mein lieber Herr Dr. Geis, 

Wenn immer ein Brief von Ihnen zu mir kommt, 
ist er mir in dieser oder jener Beziehung eine wirk- 
liche Hilfe. So wieder Ihr letzter vom 26. Mai* Mein 
Mann ist tatsächlich gegenwärtig seelisch in einer 
schlechten Verfassung, während seine physischen Kräfte 
weiter zunehmen. Ich versuche mich mit dieser letzten 
Feststellung zu trösten; aber da ist die ständige War- 
nung, sich "keiner Aufregung" auszusetzen und meine 
Furcht, dass er sich ^zur Zeit seine Aufregungen selbst 
bereitet und diese auch die Physis wieder beeinträchtigen 
könnten. Wenn dann so ein gutes, warmes und weises Wort 
von Ihnen zu mir dringt, wird wir leichter ums Herz. 

Aber leider, leider steht sein Befinden doch 
meiner Reise nach Dortmund im Wege. Nicht unmittelbar - 
ich hätte mich vielleicht doch frei gemacht - sondern 
mittelbar insofern, als unsere besten Freunde aus Amerika 
gerade während dieser Woche bei uns sein und mit uns 
verreisen werden, wobei ich unabkömmlich bin. Ich bin 
sehr traurig. Wenn auch eine Wiederholung oft ein 
Anti-Climax ist, so habe ich doch seit Berlin dieser 
Wieder-Heraufbeschwörung der Eindrücke von dam.als mit 
grossen Erwartungen entgegen gesehen. Nicht zuletzt wäre 
ich hoch erfreut gewesen, Sie, lieber Herr Doktor, wieder- 
zusehen. Es war so gut von Ihnen, mich in die gleiche 
Arbeitsgruppe- hinein zu eskamotieren. So wäre ich sicher 
gewesen, Ihr Wirken zu geniessen und mich- von ihm inspi- 
rieren zu lassen. Sie werden sich vorstellen, mit welchen 
Wünschen ich während der Tage bei Ihnen allen sein werde. 

Und nun muss ich Ihnen für zwei Ihrer Äusserungen 
aus letzter Zeit danken, für eine unverdiente persönliche 
und eine verdiente unpersönliche: dafür, dass Sie mir 
die grosse und, wie ich glaube, zum I-lindesten nicht voll 
verdiente Ehre angetan haben, mich in einer Reihe mit 
von mir bewu.iderten Jüdinnen der Post-Katastrophen-Zeit 
zu nennen. Wäre nicht auch Hannah Arendt darunter gewesen. 



die Ihren grossen und berechtigten Ruhm in letzter 
Zeit leider so böse in Frage gestellt hat, so hätte 
loh beinahe protestieren müssen - allerdings nur Ihnen 
gegenüber. Aber besagte H.A. legte mir ein Abwägen 
relativer Würdigkeiten nicht nur in wissenschaftlicher, 
sondern menschlicher Beziehung nahe, und nach dieser 
Prüfung fühle ich mich wohler. Aber mein Dank an Sie 
ist doch umso herzlicher, weil ein Rest von Skepsis 
ihm beigemischt ist. 

Umso unbedingter ist meine Begeisterung über 
Ihre Besprechung des "Stellvertreters". Das war ein 
grosser Wurf, ganz be-Geis-tet, voll herrlichen Zorn? x 
über die Saudis eligkeit (oder Schliimneres?) der ALLGEUk:.*' 
riEN, hochherzig, grossartig. Ich wüsste nicht, wer so 
etwas noch könnte. Dabei verschweige ich nicht, dass 
ich die Leidens-Lehre des "Letzten der Gerechten", die 
Sie sich zu eigen machen, nicht mit vollziehen kann. 
iVahrscheinlich ist sie die einzige, die eine Antwort 
ermöglicht, aber in mir sträubt sich alles dagegen. 
Jedoch zieht diese Abweichung meiner tiefen GenugtuunF 
ub^^r Ihre Stellungnahme nichts ab. 

Während der letzten Wochen hoffte ich Sie 
in Schweden. Hoffentlich war das V/etter Ihnen holder 
als uns hier. Es ist wieder einmal ein ganz abscheu- 
licher Sommer, und ich fühle mich in dieser Sonnen- 
losigkeit meiir und mehr als eine "displacad person". 

Für Dortmund wünsche ich einen neuen Durchbruch 
durch die sich verhärtende Kruste der gleichgültigen 
Ode bunaesbürgerlicher Genügsamkeit. GrÜssen Sie die \ 
i'reunde. ' 



Ihre 



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21. Mai 1963. 



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Lieb^^r, verehrter herr Lr.GeiSi 



Ich nabe d^s sciarecxliche Gefühl, Sie in 
Ihren Bemühungen um eiae Unterbringung Ihrer Tochter 
böse im Stich £:ela.'. ren su haben, 'li^tr v/eii^s, ob Sie 
überhaupt damit voran gekommen sind?? Die Sache fing 
so günstig an, da^s aiir eigentllcb gleich das traditio- 
neile Bedenken hä^ue korimen müssen, dar>s "die Kalle zu 
schön^ sei* Sie war es ofi'onbar wirklioh, und aue. den 
ho rfnun^^s vollen KUfungen ergab sich nichts. k\^ ich 
daa aus Ihrem Brief von Anfang Kärz erfuhr, war ich 
im Begriff, nach Deutschland zu fnhren, und es hldiAb 
mir nichts übrig, als mit I'rau Dr.Abt «u ^/sprechen 
und ihr die Angelegenheit zu treuen H finden zu übergeben. 
Sie versprach miri mit dem Kabbiner unserer Hefugee- 
Gemeinde, Kokotek, weiter zu betreiben, was ich für 
aunsichtsvoll hielt* Aher ob es sich so erwiesen hat? 
'Ich fürchte sehr, ^^^xva ßicn et^.-as gefunden hätte, 
hatte ich das schon gehört und das verdächtige Schweigen 
bedeutrt nichts Gutes. 

Wie lurclitLar leid nir das gerade in Ihrem 
Falle, lieber Herr Doktor Geis, täte, kann ich nicht 
sagen. Wahrscheinlich müsste man dexiin m-ehstes Jahr/s' 
w^^chon recht frühjieiti^ versuchen, die bache neu einzu- 
leiten, vielleicht durch eine direkte nnfrage bei 
Rabbiner Kokotek bezw. sexner Frau. Ich könnte mir 
vorstellen, dass das seine - grundsiitr.lich grosse • 
Hilfsbereitschaft noch vvirk?^amer aktivieren wurde. 
Abpr wann und wo auch i^mer ich selb-U einsetzen k^;nnte, 
soll es geschehen u.z. rnit der gröbsten i'reude. 



Meinem Mann geht ea weiter leidlich, i^r 
arbeitet jetzt regelmi^osi^ vormittags in seinem Hüro 
und nach einer Ruhezeit nachmittags weiter zu haus. 
Er selbst ist mit seirem Zustand allerdings noch ni 
&ehr zufrieden, was nich nehr bedrückt als der Zustand 
selbst, den die Arzt 3 als objektiv gar nicht schlecht 
bezeichnen. Als "alte iinglclnderin" versuche ich, auf 



cht 



/^ 



das "bessere Wetter" zu vertrauen, jenos iniin'=^r erhoffte, 
nie verwirklichte Lreignis, das imtrerhin seine Aufgabe, 
aife tägllche'^ Konver^3atioa nicht völlig erlahmen zu lassen, 
bewundernswert erfüllt • 

Hoffentlich hat die Tagung in Maria Laach Sie 
befriedigt« Ich fand daa rrograram viel versprechend. 
Und iiApier wieder bewundere ich, wo ioiiaer :oie es f<^rtig 
briiigen, mit zu schaffen. 



r* 



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T»-^^*^ Am 90.Gebartf?ta,^ von Baeck, also übf:j:iiior>?:en, 

wird der oeader I rexos Berlin eine'klein^ God^'^nlcansf räche 
^^ ;3. von mir «enden« Da ich ab^r In mir v<j111£; unerklärlicher 

- '¥eise, das mir »iuferl^gte /5eitdiktat uiclit inne^jehalten 
habe trotz, vi<» ich glaubte, genauester Berechnung, wird 
sicher nur ein Torso des ursxrünglj.chsn 'Manuskript» 

c übrig bleiben» Ich bin froh, dess ich es selbst nicht 
^^r^^ hören kcRnen# ^'-'^ « '^ ' 



) 



^ 



^4 



Ich hoffe Sie, Ihre Frau und Ihre Kinder bei 
böötor G'^r^undheit und trotz dessen, was ich als mein 
V rsagen empfinde, voll erfrev.1 icher Somrjerpläne. 
seibBt bleiben di^eses tiahr in England. 



Wir 



In her sicher Vrrbundenheit 



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13. Februar 1963. 



Mein sehr verehrter und sehr lieher Herr Dr. Geis, 

Sehr herzlichen Dank für Ihren Brief vom 7. Februar 
und die freundliche Kachfrage nach mei!r:em ^larji. Die 
Besserung holt an aber eberso die Geduldsprobe. Er ist 
noch ir.mer nicht wieder ganz hf-r^est<^0.1t . i-r ermüdet 
leicht, was ihn üepriL^iiert una manchmal vielleicht sich 
schlechter fü>ilen lät^st, als es objektiv aor i'all ist. 
Der lan^^e und schwere Winter hat natürlich auch nicht 
nur nicht genutzt, sond -rn ^geschadet. Lr hat Ja kaum 
einmal Luft schnappen kennen - ic)- übrigens auch nicnt , 
weil ich ihn n^cht gern allein latssn - und das ewige 
Grau in Grau konnte nicht erheiternd wirken. Soeben aber 
habe)i wir einen kleiaen Spaziergang gemacht, d^v. ersten 
dieser icrt seit Meran, and nun hoffen wir, dass es derlei 
Gelegenheiten bald öfters geben wird. So - das -äre das 
Bulletin, das ich Ihnen mit Dankbarkeit für Ihr Interesse 
gebe. 

Sehr dankbar bin ich Ihnen auch für Ihren Stimmungs- 
bericht über die /vrnoldshainer lagung, a*r das Protokoll 
in wiilkonmener Weise ergänzte. Die von ^ioldschir.idt ent- 
fiiltete Aktivität kann ich nur tief '':if^^^i\)^^slerxL. Gerade 
weil ich vveiss, da. s er sich aiancnmal fragt, ob er trotte 
seii.es "half-cast^'-tums so entschieden in die Bresche 
sprin^^en darf, gewinnt diese gewissen Zweifeln ab^^ewonnene 
Haltung für mich besonderen Wert. Ausserdem ist er von 
einer schnellen Intelligen«, die im Veroji mit dem fundier- 
ten Wissen und anderen Tugenden wirklich ganz vorzüglich 
zum Zu,^e körnet. - 'Me gut, dase Sie Enrlich Öüberhbren" 
und korrigieren konnten! Sein Referat war doch offenbar 
gar nicht abf das von Zimmerli zugeschnitten und auch 
sjnot tseheirjt, was er sagte, gerade zu den Spezifika der 
Thematik nicht wesentlich ^enug gev;esen zu sein. 

Und nun zu Ihrer Tochter. Zunächst einmal freue ich 
mich ungemein, die Aubsicht zu hacen, sie hier kennen zu 
lernen. Ferner habe ich folgendes zu melden: 

Eine bekannte von mir mit oem anglisierten Flamen 
Lawton, der ihr oifenbar besser gefällt als der frühere: 
Leubuscher, hat selbst eine l?-jl.hrige lochte. Deshalb 
setzte ich micn mit ihr in Verbindung, nicht etwa in dem 



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Gedanken, Ihre Tochter dort unterzubringen; denn 
wäre, da sie doch sicherlich u.a. auch englisch 1( 
will, nicht gut, sie in ein Refugee-Haus zu schick 

Mrs.Lawton nun weiss mit derartigem bchüler- 
Austausch recht gut Bescheid. Ihre Tochter Irene meldete 
Ihren V/unsch in ihrer (sehr guten) Schule, wo er von 
ihrer mir gleichfalls sehr gut bekannten Lehrerin, 
Dr.Abt (früher Dresden), bekannt gegeben wurde. Darauf 
meldete sich ein Jungec Madchen, englisch und jüdisch, 
namens Felden, die laut aussage von Mrs.Lawton ganz 
besonders reisend iiein soll, was auch für ilire iamilie 
gelte. Dieses junge Mädchen allerdings würde die üache 
gern auf einer Auatauschbasis machen, dh. sie selbst 
würde auch gern zu Ihnen kommen. Düi>seldorf wüi-de sie 
locken, und sie> käme am liebsten gleich Astern, und 
nicht erst in den gro sen Serien, damit sie hi -^r ist, 
wenn Ihre Tochter koL:mt. Natürlich wei.^s ich nicht, ob 
i3ie einen solchen Austausch überhaupt erwägen würden. 

Da, wie in diesem Lande meistens, gerade Kxamens- 
tage sind, wusste Frau Lawton nicht, ob Miss Felden 
sofort schreiben kann, oie will sich ab^r in Kürze direkt 
an bie wenden, um alles weitere, sofern es überhaupt in 
Irage komuit , direkt mit Ihnen zu arran^ie-'en. 

fiilrö. Lawton, die ^anz liboral ist - wie auch Famili€ 
Felden - r'iiX doch dazai, i:^ cr::>ter Linie eine jüdisch- 
liberale ^amilie in Betracht zu ziehen. Sic meinte aber, 
das?, wer.n diese Ai^re^ng zu nicuti} füliren sollte, sie 
3ich mit Hilfe von Frailein Dr .Alice Abt weiter umsehen 
will« ::ier ist fi:r alle Fallt' xLre ii.ure£ise: 



) 



Mrs. Herbert Lawton, 
6,Dorset Rise, 
Edgware, l^ddx. 

Le wäre z±r eine besonder^ Freude, wenn die üach ) 
zu Ihrer und Ihrer Tochter Zufric-denlieit geregelt werden 

konnte. 

kit den herzlichsten Grü^sen, ,%iich an Ihre Frau 
und 'von meiriem iy*&nn. 



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S^tNoverrber 1961t 



Lieber ^ierr Dr. Gels, 

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6i3 haben iechs dozin hätte mich nicht Ihr Brief 
vom 22«Noven'.ber 30 traurig gercachtf würden oie nicnt 
sciaon wieder eiiien von rr.ir lesen mu >sen« oo aber zuckte 
ee mir sofort in den ungern, an 6ie und irofessor Kraus 
ra schreiben* Das letzte allerdings unterlasse ich nun 
doch, daiDlt sich der arme, vegen all seiner. Ausgezeich- 
netheit vt>a allen öeiten ausgenutzte adaun^/lu einer 
/ ntwort verpflichtet fühlt, was ich vermeiden möchte. 
Pas Gleiche gilt übrigens auch f>r oie, l^^eber Herr 
hx m Bitte aeny.en oie nic.t, casa ::>ie ir»ir antworten 
mufiöfrii, aiir ist es tsoj: ein iBod^Irfni;? , dö3 iolgeaue 
BU sagen« 

loh bin eatsetat und - goVilirrjoer - aehr traurig, 
dasö sich unnere '-jrbejLtB.^ru^.pe Vx nicht gegen iiinero 
Zviistigkeiten gefeit erwies, Gerolde ^eil ich. den Linien 
ort ich ferner bin und nichts von solchen üchwierigkelten 
ahnte, hat mich die Nac^rlntit senr getroffen. In luir 
Vlingen noch Jrne von r/farTer Freuiieabe^rg bei dem 
^»bachiedsnjitt».5e?sen nacfi der 2'jvelten Vorbereitun^^s- 
konferen«. mit sp^irbarer . rgrit fenhelt gesprochenen 
v.o>te nqcb:*^''*lv ui-ollen zuBaiwen bl-^Lben''. Jad nun ißt 
en no ^-sk^ouaicn^ wie Sie berichten. 

Ich iiiüg -aaiv aeln, aber loa hatte sxn^^XQ Gemein- 
schaft aj.'i exne viegeoeniiöi^ »ui generis e^; fanden, die 

duv^n ein ;>To:.3eö /^en.ein ..aL:ien rrlel -lX:. vorbindea nicht 
so leo-cht wiüder zerfallen würde, üat die Tatsache 
diesefl /.erfaliö nirjnt den rro^sarti^^en ii^rfol^^' desavou- 
je?'t? in öf»r» AiJ,5::<*n n:^oht unbedia^^t ^siitvvilllgei" Beschauer 



) 



be3tl}^^lt. Wif.» iia:in z 



difi Gru!]:}e, uean Kiau5 sich 



zuruck:«a.«ht , je wieder r.ur u'jr leiuerrührun^ «^er Ai oeit 
bei HlMen- Kirc.heril:«^- Df^tr^jul wer-iQu, nelbr.t \\enr) die 
Klrci entfegylftiiüri^^ uie ^bMU-'^t ernsthaft gehabt haben 
öOlltf^^ Ich bin rarci:tb-ar enl.tiF.uSci t . 



Kb iflt autttrorciontlicü ireunuiicL von Ihnen, Ihre 
iLir laouni:; aus /vriXa-s der ''^Voobe der Brliüfirla.chkeit'' zu 
wiederholen. *ie 9.^rn miroe ici» ihr folgen! Aber gerade 
in den üagen ^oj:)x^x x>xi\ icn einer i amilienieiirr wegen 
uioiit verfügbar* c^ehr ocnaue, aber aaben oie vielen 



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herzlichen Dank« 

Grüsßen Sie, bitte, Herrn Pfarrer Freudenberg, 
wenn er am 3*I^eBeiLber su Ihnen kommt* Es wäre r.ir aehr 
lieb, renn Sie Ihrc von meinen Kuincier erzclilten* Viel- 
leicht iKt es noch nicht zu spät, uns selbst und etwai/?:en 
Zuschauern das Schauspiel eines menschlichen Versagens 
t^r Arbeit BiT^ruppenleitung VI Bu ersparen« 

Hoffentlich sind 3ic von ihrer !:ittf:lchrentr;un(ivin£r 
ganz vdeder hergestellt. Es tut mir schrecklich leid, 
dass oie so su leiden hatten* Alle, alle guten nunsche« 

Und viele sehr herzliche üriisse von Haus su Haus 

Ihre 



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lileBfer Herr Dr.Geiae, 



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;* . . -^ , vt't't,,;:) .r-T^nnxiW v -* d - 
, ^ Heut soll auch einmal das sx^lion etwas atra- 
paaierte Farbband der l&aBOhine herhalten, damit 
in kUrsercr Zeit mehr geschrieben werden kann. 
Soeben habe ich nkmlieh Herrn Pfarrer Freudenberg 
meine Absage für Arnoldf^hain übfnaittelt , und da 
rauchte ich mxch bei Ihnen noch ein biB&cben ''aus- 
weinen'* .11011,00 achli^uc tat es natürlich nicht. 
Ab^r «renn es hier in Brighton oder lournemouth 
gewesen «are, wäre ich trots meiner Bedenken eben 
doch gekonmen. So iskpex glaubte ich, Bein sagen su 
müssen, weil ich be-^w diesen doch rein theologischen 
Themen doch jxmt hätte suhören und nichts beitragen 
können. Das susammen mit meiner liesengrossen 
Freude, die Frei'nde wieaer su sehen, hatte 
Brl^nton oder Bournemouth vielleicht gerecht- 
fertigt, nicht aber Axnuldshain mit seiner nicht 
Hinerheblichoa Entfernung, die Bebel und Sturm 
für uns ariB:e Insalaner noch vergrö^sem. 
Warte ich denn einer anderen Oele^^enhelt. 



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A propos: Wie schade, dass Sie im lii'ärs nicht 
in Düsseldorf sein wercien, und wie klug von Ihnen, 
fortzufahren. Hätte Aachen nicht im August schon 
bei mir angeklopft - glauben LJie mir, ich hätte 
?/ie schon voriges Jahr abgelehnt. Aber so hatte 
ich nicht genug Härte, es su tun. und so bin ich 
denn im F'^ts. Aber bl9 dahin hat es Ja noch gute 
Weile, in der ich «lich der Freiheit noch erfreuen 
kann* 

Rabbiner Melchior ist mir natürlich bekannt, 
nicht nur, weil er früher in meities Kannes Heimat 
Beuthen (mein üann fügt bei üennung dieser btadt 



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aus ästhetischen Gründen immer fam Neckar" hinsu, 
weil er da» Gefühl hat, er müsse wenigstens so 
viel aur Verschönerung des Ortes beitragen) amtierte. 
sondern weil er hier bei der Gedächtnisfeier für 
Baeck - übrigens ausgcseichnet - sprach, tber den 
mir von Ihnen mitgeteilten Lapsus bin ich entsetst. 
Aber V -wundert dürften wir eigentlich nicht sein , 
da ub«r seine übservans ^a keine Zweifel bestehen. 
._Und ein Spr:ing über seinen eigenen Schatten wurde 
.nn.J^Ährscheiniioh seine gymnastischen Fähigkeiten 
^^1-driBiUbert ordern. i;in Trust, da»s es Sekt gibt.„ 

-auü ^ W^roi wir wirklich bei dem nächsten Kirchentag 

. ^ wieder wirken durften, wäx-e ich beglückt. Aber bis 
a^i.aanin rlicsst woM noch viel Wasser ins Aieer, und, 
laii nw«na ich mich nicht irre, wira von Thadden dann 

ix^^gar nicnt mehr als jrräsident fuxigierea. Jedenfalls 
Dai^nWkirae das in Berlin ^es^gt. » 

n^- >c--lat eigentlich *t «äs ^Autorität ives'su den 
hystearti^öhen Angriffen in ChUrJl OIW WLIT ges^ev 

. rwordenV Wenn Ja, würde es mich ttne:jeaiein iateressie- 

^.^en. Anstatt diiss die ehem. TAT-Menachen vor Scham 
iVerbtiiüAttit waren, kochen sie dort und in der »BIT 
öchQÄ wxeaer einen Brei, an dem wir alle nochmal 
ert^txcken können. loh hal)e eine Nacht im schonen 
Belagfc^io buchstäblich desh«:) nicht geschlafen. 
«^eil aus exnem Zahr er -Artikel, die Kriegsfanfaren 
BBXt grauenerregenaer Lautstärke herausschÄetterten. 
rxese lüentKJhen Sijkd doch in ihrem Innern die ifle ichfn 

, geblieben: schlechte Vi^rliercr, die auf eine neue 
9| Chance hoffen* - '^ '^ *-^ 

-^ Kiein L^n erwidert Ihre Grüsse herslich, und 

ich ßchiicj&sc die meinen an, ^ ''' ' 



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JUDEN UND DEUTSCHE — IHR WEG 

ZUM FRIEDEN 

Vorträge am 23. Juni 1967, 10.30 Uhr, in Halle 7 



Rabbiner Dr. Robert Raphael Geis, Düsseldorf: 

lur Geschichte der Juden in Deutschland 

Die Geschidite der Juden in Deutschland mit wenigen Strichen hintcr- 
grundahnhch anzudeuten, mag vor dem Referat von l-rau Dr. Rcichmann 
angebracht erscheinen. 

Zu vorübergehendem Aufenthalt betreten Juden im Gefolge Cäsars im 
1. vorchristlichen Jahrhundert deutschen Boden. Urkundlich nachzuweisen 
ist zuerst die jüdische Gemeinde Köln in einem Edikt des Kaisers Konstantin 
aus dem Jahre 321. Ob daneben andere Gemeinden bestehen, was wäh- 
rend der Völkerwanderung geschieht, wir wissen es nicht. Mit dem 9. Jahr- 
hundert mehren sich die historischen Quellen. Am Ende des 11. Jahr- 
hunderts gibt es neben den Gemeinden Trier und Metz, Magdeburg Merse- 
burg und Regensburg die vier Gemeinden am Rhein: Köln, Mainz,' Worms 
und Speyer. Bis zum 14. Jahrhundert sind allein im Rhemgebiet 221 jü- 
dische Niederlassungen iür kürzere oder längere Zeit verbürgt. Die Ger- 
manen als arianische Christen verhalten sich loyal, wo immer sie Juden 
begegnen. Schwierig wird die Situation dann, wenn die römische Kirche 
siegt. Die Gleichsetzung der sakramentalen Gemeinschaft mit der staatliclien 
wirkt sich aus, macht sie zu Eremden. Unter Karl dem Großen ist dieses 
Fremdenrecht jedoch durchaus noch nicht drückend. Sie leben als Kaufleute 
und Ackerbürger, Bau- und ScliifTsherrn, Weinberg- und Salzsiedere.besitzer, 
Handwerker und Ärzte. Sie besitzen ihre Synagogen und Friedhöfe, Bade- 
Back- und Krankenhäuser. Wenig später geht die Kunde von ihren be- 
deutenden Lehrhäusern weit über ihr Siedlungsgebiet hinaus. Nodi ist die 
romische Kirche mein die bestimmende Madit im Staat. Adit Provinzial- 
synoden warnen in einer kurzen Spanne von 125 Jahren vor der Tisdi- und 
Ehegemeinsdiaft mit Juden. Bisdiöfe des 9. Jahrhunderts klagen dauernd 
in Eingaben an den Kaiser über die vielfältigen, nidit zu unterbindenden 
Kontakte zu den Juden. 

Sdilagartig ändert sidi das Bild mit dem 1. Kreuzzug 1096, wenn audi 
durdiaus nicht alle Männer der Kirdie mit der Judcnsdiläduerei einver- 
standen sind. Die töridit-grausamen Beschuldigungen der Folgezeit- Ho- 
stiensdiändung, Ritualmord, Brunnenvergiftung, die Ausstoßung aus allen 
Berufen, die Verdammung zum Geld- und Pfandgesdiäft lassen erst das 

314 




Zerrbild der detestabilcs homines, der verabscheuungswürdigen Menschen 
nach dem Bild der konstantinischen Reichskirche erstehen? Zweierlei bleibt 
bei der qualvollen Geschichte der Juden im deutschen Mittelalter fest- 
zuhalten: Anders als in England, Frankreich, Spanien werden Juden aus 
Deutschland nie ganz vertrieben; „das" Deutschland gibt es nicht, sondern 
nur einzelne deutsche Territorialstaaten mit einer Judenpolitik, die zwi- 
schen Austreibung und Ansiedlung hin und her pendelt. Deutsche und Juden 
kommen also nie voneinander los. Weiter, die Juden bilden im Jiddischen 
eine eigene Sprache aus, vorwiegend bestimmt vom Mittelhochdeutschen 
und Frühneuhochdeutschen. In dieser Sprache fassen sie ihre religiöse Er- 
bauungsliteratur ab, in ihr nehmen sie die deutsche Ritter- und Volks- 
literatur mit auf ihren Wegen, als Vertriebene noch Schrittmacher der 
deutschen Kolonisation des Ostens. Dafür wissen wir aus der gesamten 
jüdisdien Geschichte nur noch eine Parallele, das Spaniolische der spani- 
schen Juden. Die jüdisch-spanisdie Symbiose war aber eigentlich eine 
arabisch-jüdisdie, die Verbundenheit von in vielen Beziehungen Ver- 
wandten. Man darf annehmen, das Zusammenleben von Deutschen und 
Juden habe länger gedauert und sei intensiver gewesen, als wir aus den 
erhaltenen Urkunden entnehmen können. Das Treueverhältnis hat jeden- 
falls sein Erschütterndes. Erst Hitler mordet mit den Ostjuden deren 
Sprache, die dem Deutschen über viele Jahrhunderte ergeben geblieben war. 
Die Reformation bringt keine Befreiung, sie erscheint wie ein Hoffnungs- 
schimmer über den Verhaßten und Verfemten, den der alternde Luther 
selbst zerstört. Gegen Ende des 17. Jahrhunderts kommt eine kleine Schicht 
privilegierter Juden unter der merkantilistischen Politik des fürstlichen 
Absolutismus vom jüdisdien Sdiid^sal frei. Es folgen seit der Mitte des 
18. Jahrhunderts persönliche Kontakte zwischen Christen und Juden, die 
Freundschaft Lessing-Mendelssohn stehe hier als Beispiel. Die Gesetzgebung 
zur Emanzipation der Juden beginnt spät unter französischem Einfluß im 
Königreidi Westfalen 1806, endet mit den Gesetzen des Norddeutsdien 
Bundes 1869, die das deutsche Kaiserreich 1871 übernimmt. Emanzipiert 
wird der einzelne Jude, nie das Judentum als Gesamtheit. 1878 beginnt 
bereits eine neue antisemitisdie Bewegung unter dem Berliner Hofprediger 
Stoecker. Es ist kaum zu verwundern, wenn in das Entflammtsein für 
Deutschland immer wieder die Angst der Unsidierheit gemisdit ist, eine 
Angst, die man besdiwlchtigt, indem man den Antisemitismus als Nadi- 
zugsgefedit eines endgültig Vergangenen deutet, nie als Vorspiel neu her- 
aufziehenden Unheils. 

Die Juden in Deutschland erreidien am Ende des allzu langen Mittel- 
alters einen in ihrer Gesdiichte seltenen geistigen Tiefstand, um so bedeut- 
samer, überrasdiender ihr schneller Aufstieg innerhalb der deutsdicn Bil- 
dung. Weldie Vitalkräfte! Die deutsdie Vaterlandsliebe hat von Beginn 
ein Übersteigertes. Was die Juden blendet, was ihnen das nidit rüd^nehm- 
bare „Ja" zu diesem Land eingibt, ist das Zusammentreffen ihrer Be- 

315 




freiung mit einer einmaligen Höhe der deutschen Kultur. Deutsclibnd be- 
deutet für sie Kant, Lessing und Humboldt, Goethe und Schiller. Mit einer 
klemcn bürgerlichen Oberschicht überschätzen sie den Einfluß der Großen 
des Volkes auf die breiten Massen. Die Gleichheit der Fehler mag das 
kurze Zusammenklingen überhaupt begünstigt haben. Deutschen wie Juden 
fehlt, von einer ungünstigen Konstellation beeinflußt, politischer Sinn und 
politischer Instinkt. Beide sind weit eher eine Schicksals- als eine Volks- 
gemeinsdiaft. Beiden verstellt ein stark ausgeprägtes Irrationales und Ab- 
straktes die rechte Einschätzung des Konkreten und Realen. So übersieht 
man ein Gcwiditigcs: nur die Bereitschaft zu einer pluralistischen Gesell- 
sdiaft auf deutscher Seite hätte den Eintritt der Juden in die deutsche 
Wirtschafts- und Kulturgemeinschafl langsam einer Lösung zuführen kön- 
nen. Was unter manchem Mißverständnis wächst, ist dennoch von eminen- 
ter Bedeutung. Die zur Verfügung stehenden Minuten erlauben nicht, mit 
den bedeutenden, ja genialen deutschen Juden aufzuwarten. Es wäre auf 
allen Gebieten des Geistes eine imponierende Zahl. Immerhin sei daran 
erinnert, von den Bewegern der Neuzeit kommen Marx, Freud, Einstein 
von den 39 jüdischen Nobelpreisträgern bis zum Jahre 1959 kommen 26 
aus dem Judentum des deutschen Sprachgebietes. Gewichtiger nodi aber 
mag ihre Rolle als begeisterte Schrittmacher deutscher Denker und Dichter 
Maler und Musiker sein. Fontane schilderte in einem weise-humorigen Ge- 
dicht anlaßlich seines 75. Geburtstages, wie er eigentlich als Gratulanten 
den preußischen Adel erwartet habe. Er bleibt aus. Aber die erscheinen 
sind „fast schon von prähistorischem Adel", die Juden. Dieser Prozeß der 
Emdeutschung bringt einen ersdireckenden jüdischen Substanzverlust durch 
Abfall und Taufe mit sich, er beschränkt sich natürlich nicht auf dieses 
Land. Rilke rat in liebender Sorge für das Gottesvolk der Juden nicht 
von ungefähr zu „einer notwendigen Austrennung**. 

Aber die andere Seite, heute so gern vergessen, soll nicht übersehen wer- 
den. Nachdem der erste Rausch verflogen, erinnert man sich auch wieder 
der Urgründe jüdischen Lebens, das man in einer Synthese mit seinem 
Deutsditum verbinden zu können glaubt. Die jüdische Renaissance des 
deutschen Judentums kann nur boshafte Ignoranz oder horrende Dummheit 
leugnen. Auch geht es nicht an, leiditfertig darüber hinwegzusehen, daß die 
Wissenschaft vom Judentum in Deutschland ihre Geburtsstätte hat die 
religiösen Bewegungen der Neuorthodoxie und Reform, wie fragwürdig 
sie manchmal waren, von Deutschland ausgehen, der Zionismus gerade in 
seiner deutschen Prägung aus der Entwicklung zum Neuen Israel hin nicht 
wegzudenken ist. Wohin der Weg am Ende geführt, ob zur Auflösung oder 
zu einem reicheren Leben der Symbiose, wir können es nicht sagen, da das 
Dritte Reich blutig dazwischenfährt und alles zerstört. Denen, die von der 
Gesdiichte des deutschen Juden als Deutsche nichts mehr wissen, und denen, 
die als Juden aus verständlichem, verletztem Stolz nichts mehr wissen wol- 
len, sei zum Schluß die Stimme der zionistischen Zeitung Deutschlands, der 

316 



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Jüdischen Rundschau, in Erinnerung gerufen, eines Blattes, das gerade nicht 
das auflösungsbereite Judentum vertrat. In einem Artikel von Robert 
Weltsch, der kurz nach dem l. April 1933 erschien, heißt es: 

„Das deutsche Volk soll wissen: Geschiditlidie Verbundenheit von Jahr- 
hunderten ist nidit so einfach zu lösen. Unser Bekenntnis zum jüdischen 
Volkstum hat nie bedeutet, dal^ wir etwas wieder hergeben oder hergeben 
könnten, was deutscher Geist uns geschenkt hat. Wir sind in ihm erzogen 
und wissen, was wir ihm zu danken haben. Das nationale Judentum hat — 
neben seinen jüdischen Quellen und Schätzen — aus dcutsciien Schriften ge- 
lernt, was Charakter und Freiheit heißt . . . Tausende deutscher Juden, 
in deutsciier Bildung erzogen, müssen das Land verlassen . . . Jahre und 
Jahrzehnte werden vergehen, und wir wissen, daß nodi Generationen dem 
treu bleiben werden, was wir vom deutschen Geist empfangen haben." 



Dr. Dr. Eva G. Rlichmann, Lo.ndon: 

I. 

Kirchentag des Friedens — da darf unsere Arbeitsgemeinschaft „Juden 
und Christen" nicht stumm bleiben — ganz sicher nicht in diesen Tagen, 
da Krieg und Frieden auf erschütternd unvorhergesehene Weise wieder in 
unser Leben eingebrochen sind. Sie ist nicht stumm geblieben. Sie hat in den 
Worten von Professor Kraus und Rabbiner Geis ihre Beiträge aus den 
religiösen Quellen des Christen:ums und des Judentums geleistet. Aber nun 
wird erwartet, was in einem gewissen Sinne den Auftrag des Kirchentages 
sprengt, und was Sie, meine Freunde, zu hören doch einen Anspruch haben: 
es wird erwartet, daß zusätzlich zu der religiösen Durchleuchtung des Frie- 
densgedankens, des Friedensgebots, ein Wort gesprochen werde, das die 
Verwirkliciiung des Friedens zwischen Juden und Deutschen jetzt und hier 
zum Gegenstand habe. 

Meine Freunde! Daß der Anruf, dieses Wort zu spredien, an mich er- 
gangen ist, hat mich nahezu in die Flucht geschlagen. Ich empfinde ihn als 
einen Auftrag so hohen Ranges und so tiefer Bedeutung, daß ich nur nach 
schwerster Selbstprüfung ihm schließlich standhalten zu müssen glaubte. 
Und selbst dem Entschluß noch wohnten Qual und Zweifel inne. Die Qual, 
von dem sprechen zu müssen, was den Grund meines Lebens und des Lebens 
meiner Gemeinschaft zerstört hat; der Zweifel, ob es mir möglich sein 
würde, den Auftrag zu erfüllen — zu erfüllen in einem Sinne, der das zu 
sprechende Wort zu einem Wort der Wiederaufrichtung und der Heilung 
werden läßt. 

Denn — leider! — darf ich nicht verheimlichen, daß gerade die Zeit, in 
der der Auftrag an mich erging — es war Ende des letzten Jahres — , aus 
der Leere des geschiditlidien Raumes ein unht 'ihches Eciio geweckt hatte. 



317 





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JUDEN UND CHRISTEN — 
IHR BIBLISCHER FRIEDENSAUFTRAG 

Vorträge am 22. Juni 1967, 10.30 Uhr, in Halle 7 



Rabbiner Dr. Robert Raphael Geis, Düsseldorf: 

Schalom, Friede, der Gruß des Neuen Israel, von vielen Niditjudcn 
gekannt und geliebt, ist nur eine der zahlreichen Grußformen der bi- 
blischen* und talmudischen Zeit'-. Der Friede, der da gewünscht wird, be- 
deutet ein Zusammenklingen von Herzenseinheit, Gotteseinheit und Völker- 
einheit. Das ist das eine. Das andere, das dem Christen zumal deutlich ge- 
macht werden will, ist die Diesseitigkeit des Wunsches, der ein Wohlsein 
und Wohlbefinden beinhaltet, die Gegenwärtigkeit einer irdischen Erwar- 
tung. Am deutlichsten wird das am Begriff der Ruhe, die dem Frieden 
benachbart Ist. Was Immer man in einer langen Kette sich angleichender 
Aussagen' unter Ruhe versteht, eines Ist unübersehbar: die Diesseitigkeit. 
Ob es um die endliche Ruhe von den Feinden geht (Deut. 25,19), ob es sich 
um das Eingehen In die Ruhe Gottes handelt (Deut. 12,9) oder schließlich 
um die Ruhe Gottes Inmitten eines Volkes (2. Chron. 6,41), Schauplatz 
ist und bleibt die Welt. Das sollte von Anfang an feststehen, damit wir 
uns nicht falsch verstehen. Das erst gibt dem Gedanken des Friedens sein 
fordernd Mögliches und zugleich sein Zukünftiges. Ruhe als Hoffnung, 
erwartet Im Wandern. Ruhe des müde gewanderten Volkes, Ruhe der 
Nomaden des Glaubens, die gerade, weil sie Irdisdie Ruhe so selten finden, 
den aufrlditlg-Innlgen Wunsch nach persönlicher Ruhe und dem Zur-Ruhc- 
Kommen einer ganzen Mensdiheit nie aufgegeben haben. Doch wir greifen 
vor. 

Friede der Juden. Man denkt dabei zuerst einmal an die jüdische Bibel. 
Christen sind gewohnt, Psalmen, die Frieden atmen — und wie viele sind 
das — für sidi zu reklamieren und für typisch unjüdisch zu erklären. So 
beispielsweise, ich zitiere nach der Bibelübersetzung Bubers: „Wie ein ge- 
stilltes Kind bei seiner Mutter, so ist gestillt in mir meine Seele" (131) und 
„Frieden tragen dann die Berge dem Volke zu" (72) oder „Denn elfer- 
süditlg war ich auf die Prahler, da den Frieden der Frevler ich sah" (73). 
Friede, hymnisch gepriesen, aber audi als Schnsuchtsruf hinausgeschrien, 
beides findet sich in der jüdischen Bibel. Die sogenannten Rachepsalmcn 
werden liebend gern dem Judentum aufgclastet, nach einem verbreiteten 
christlichen Rezept, rachsüditigen Haß für alttestamentlich, versöhnende 
Liebe für neutestamcntlich zu halten. Dabei wird freilich übersehen, daß 
etwa in der Offenbarung Johannes (6,10) die gleiche Rache wie im Alten 
Testament anzutretTen ist, wenn es heißt: „Herr, du Heiliger und Wahr- 

278 






haftiger, wie lange richtest du nicht und rächst unser Blut an denen, die auf 
der Erde wohnen?* Nicht nur im Alten Testament, nein, auch nodi in 
weiten Partien des Neuen Testamentes fallen die geschichtsträchtigen Ent- 
scheidungen in dieser Welt. Die Sphäre rein individueller „Innigkeit**, von 
der so viel Unheil ausgegangen, ist da noch unbekannt. Der bedenkenlos 
leere Gefühlsüberschwang, diese Unwahrhaftigkeit des Hohlen, fehlt. In 
der Bibel vergegenwärtigt sich eine unermeßliche Fülle von Weltwirklich- 
keit. Der Erweis des Eingreifens Gottes wird in dieser, unserer Diesseitig- 
keit angetreten. Bitten für das Kommen des göttlichen Gerichtes, aus denen 
der Haß aufzulodern scheint, sind nichts anderes als Vorspiel des Gerichtes 
über unsere Menschenwelt, sind Eifern für die Ehre Gottes, worauf Profes- 
sor Kraus in seinem Psalmenkommentar immer wieder hinweist. Die Fröm- 
migkeit der Bibel kennt keine Weltflucht, sie ist nidit vertikal, sie geht 
nicht von unten nach oben, sondern horizontal vom Jetzt zum Einst, das 
voll der Erkenntnis Gottes werden soll. Für den wahrhaft Glaubenden 
des Alten und Neuen Bundes bedeutet die Welt nicht ein Sein, ein fest- 
stehend Gegebenes, sondern ein Geschehen, das zur Fülle der Zelten führen 
will. Leben, mensdillches Leben wird nie und nirgends ausgeklammert, das 
wäre die schwerste Glaubensloslgkelt; den Konfessionsfrommen unserer 
Religionen sollte das einmal deutlich gemacht werden. Diese Gedanken 
dürfen uns bei unserer Betraditung begleiten. 

Ein Konkretes steht uns, wenn wir ehrlich bleiben wollen, Im Wege. 
Gerade konfessionelle Entartung des Glaubens vergißt in der realen Welt 
erstaunlich leicht die Friedensbotschaft der Propheten und des Jesus von 
Nazareth mit ihrem An- und Auffordernden, beruft sich aber um so lieber 
aus der Überfülle sdimutziger Bilder des Menschenherzens auf das fröm- 
melnd mißbrauchte Wort vom „heiligen Krieg". Es steht in der Bibel. So 
kann die Atombombe als christliches Mittel angepriesen, der unmensdiliche 
Krieg in Vietnam entschuldigt werden. So dämonisiert man politische 
Systeme, die abzulehnen es auch gute und saubere Gründe gäbe. 

Spredien wir also, da wir vom Frieden reden sollen, vom heiligen Krieg 
im Alten Testament. Der heilige Krieg, voll der kultisdien Handlung, ist, 
wie wir bei Gerhard von Rad lernen können, ein Verteidigungskrieg und 
nicht, wie eine spätere biblische Geschichtsschreibung meint, auch ein An- 
griffskrieg, etwa schon bei der im Buche Josua (1—9) geschilderten Land- 
einnahme. Als Kriegführender erscheint Gott, aber sein Volk kommt ihm 
zu Hilfe. Im Richterbuch (7,2) bei dem Kampf Gideons gegen Midian 
heißt es: „ER sprach zu Gideon: Zuviel Ist des Volks, das mit dir ist, als 
daß idi Midian In ihre Hände gäbe, sonst möchte sich Israel rühmen, spre- 
diend: meine Hand hat mich befreit." Darum dürfen aus einem mit 32 COC 
Mann angegebenen Heer nach zweimaliger von Gott geforderter Vermm- 
derung nur 300 Soldaten, also weniger als 1 Vo, in die Schladit ziehen. 
Man sieht, ein Idealbild für Generalstäbler und Kriegsminister wird hier 
nldit entworfen. Die Tlicologen, die sich zum Handlanger des Krieges 

279 





"machen, scheinen schlechte Bibelleser zu sein, sie sind es wirklich und 

wen wundert's. Der nachsalomonische Humanismus des 9. Jahrhunderts 
berichtet dann in einer hohen Kunst der Novellistik über den heiligen 
Krieg wesentlich anderes. Heiliger Krieg und das absolute, durch Menschen 
nicht abgeschwächte Wunder Gottes gehören hier unabtrennbar zusammen, 
ja sind eigentlich ein und dasselbe, während im biblisch frühen Deborah- 
Lied (Richter 4 und 5) noch mit großartiger theologisdier Unbekümmertheit 
der Mensch Gott zur Hilfe kommt. Am alten heiligen Krieg in seiner ur- 
sprünglichen Form nehmen Glaubende teil. Durch ihren Glauben tragen 
sie vom Anfang bis zum Ende das Geschehen mit. In der Zeit des nach- 
salomonischen Humanismus aber wirkt Gott allein das Wunder und 

Israel glaubt hinterher. Der Kampf Davids gegen Goliath (1. Sam. 17), 
mit seinem stellvertretenden Zweikampf und dem Sieg der Hirtenschleuder 
gegen das Riesenschwert, läßt das klar erkennen. Heiliger Krieg und Ge- 
brauch von Waffen scheinen sich geradezu auszuschließen. Das Wunder 
will absolut sein, ihm gegenüber hat die menschliche Aktivität keinen 
Platz mehr. In dem Propheten Jesaja, ein Jahrhundert später, und nicht 
nur bei ihm — die Reihe endet erst mit dem Propheten Sacharja (4,6) nach 
dem babylonischen Exil — findet diese humanistische Tradition des heili- 
gen Krieges einen mächtigen Sprecher. Jesaja lehnt militärisches Handeln 
im heiligen Krieg überhaupt ab, wenn er dem König Achas zuruft (7,4): 
„Halte dich still, fürchte dich nicht** oder das glaubensüberwältigte „Ver- 
traut Ihr nicht, so bleibt Ihr nldit betreut" (7,9). Schließlich, präziser eine 
historische Situation wiedergebend (30,15—16): „In Umkehr und Ruhe 
werdet Ihr befreit, In Stille, In Gelassenheit geschieht euer Heldentum. Ihr 
aber selds nicht gewillt, ihr sprecht: Nein, auf Rossen wollen wir rennen! 
drum sollt ihr rennen: davon!" Die Ratschläge der Propheten stellen zu- 
gleich^ das politische Gemäße dar. Wenn das Erwählte Volk als „heiliges 
Land" nur eine Länderbrücke zwischen Großrelchcn „hat", und das ist ja 
kein Zufall, dann Ist Stillehalten, Bündnisverzicht, das Absehen von jedem 
nicht aufgezwungenen Kampf wirklich das Rettende und Bewahrende. Im 
9. Kapitel des Propheten Jesaja leuchtet dabei eine messianische Gestalt 
auf, dem Frieden innig verbunden. Aus der geschichtlichen Erfahrung des 
Versagens der Könige, die sich nicht als Vikare Gottes erweisen, ersehnt 
man den Idealkönig, den Messias: „Denn alljeder Stiefel, hersticfelnd mit 
Gedröhn, Rock in Blutlachen gewälzt, zum Brande, Feuerfraß wirds" und 
dann kommt es: „Seinen Wundernamen ruft man: Ratsmann des heldisdien 
Gottes, . . . Fürst des Friedens". Wer dies im Auge behält, wer nicht ver- 
gißt, was faktisch im politischen Raum geschieht, hat auch den Zugang 
zur endzeitlichen Friedensvision desselben Propheten. Aus dem heiligen 
Krieg steigt die Friedcnswelt empor. Gott hat seine Kämpfe ausgekämpft. 
Was der Mensch dann noch macht, wenn er Kriege führt, wenn er nicht 
stillehält, hat mit dem heiligen Krieg nichts mehr zu tun. Als Ärgernis ist 
das von den Kampfbegeisterten und -entschlossenen empfunden worden. 






Die prophetische Botschaft ist nun einmal das Ärgernis schlechthin und 
durch alle Zeiten. Über Gott spricht die Bibel hier wie immer nur von der 
Mitte aus, von dem Heute also und dem Morgen schließlldi, in dem die 
Späte der Tage bereitet sein will. Jesaja (2) sagt, und ähnlich steht es bei 
den Propheten Micha (4) und Sacharja (9): „Richten wird ER dann zwi- 
schen den Weltstämmen, ausgleichen unter der Völkermenge: Ihre Schwer- 
ter sdimieden zu Sensen sie um, ihre Speere zu Winzermessern, nicht lernen 
. sie fürder den Krieg." Da handelt also Gott allein, eine Messlasgestalt 
suchen wir hier vergeblich, auch das sollte in seiner An- und Abwesenheit 
nidit übersehen werden. Die Erzfeinde von einst sind dann versöhnt und 
durch Gott, in Gott und nur in ihm geeint (Jes. 19, 24 — 25): „An jenem 
Tag wird Israel das Dritte zu Ägypten und Assyrien sein, ein Segen in- 
mitten der Erde, wozu ER, der Umscharte, es gesegnet hat, sprechend: 
gesegnet Ägypten, mein Volk, und Assyrien, Werk meiner Hände, und 
Israel, mein Eigentum." Der spätere Prophet, der im Jesaja-Buch zu Wort 
S kommt, wendet sich schließlich folgerichtig an die ganze Welt (57,19): 

„Friede, dem Fernen und dem Nahen! hat ER gesprochen. Ich heile ihn." 
Der Tempel auf Zion ist zum Haus des Gebetes für alle Völker geworden. 
Der Eine Gott findet seine endliche Ergänzung In der einen Menschheit. 

Als ein Bild, ach nur als ein Bild bleibt der ewige Frieden der Welt in 
Erinnerung, wieder und wieder wird sie aus einem Meer von Blut gequält 
sich erhebend davon angerührt. Völkerwlrklidikelt Ist daraus nidit ent- 
standen. Auch der jüdische Staat bis zu seinem 2. Untergang und In seiner 
neuesten Auferstehung mit der Macht als Instrument der Raumschaffung 
für die Gehetzten und Erniedrigten weiß nichts davon. Neben den Nor- 
malkriegen der Könige von Israel und Juda lebt In dem Makkabäerkrieg 
(167—140), auch noch im Aufstand gegen Rom (66—73), dem Bar-Kochba- 
Aufstand (132 — 135) in einer zum Teil stark säkularisierten Form sogar 
der heilige Krieg wieder auf. Die Erhebung gegen die Römer in Galiläa 
(351), die kriegerische Verschwörung mit den Persern gegen Rom (614) 
ersdieinen wie letzte Ausläufer. 

Auf die Linie der Propheten — und das kann gar nicht deutlidi genug 
gemacht werden — schwenkt erst das machtlose Judentum wirklich ein. 
Man achte das nicht gering. Gerade hierzulande erweisen es diese Nach- 
kriegsjahrzehnte, wie schwer wir Menschen unter dem Verzidit auf Macht 
und Größe leiden, wie feindlich wir auf ein Jasagen zu der effektiven 
Schwäche reagieren, wie wenig wir fähig sind, Chance und Aufgabe, die 
aus einer Niederlage erstehen können, zu begreifen. Man übersehe nicht, 
nur das entmachtete Volk, der wirklich ohnmächtige Jude findet ein unbe- 
dingtes „Ja" zum Frieden. Im rabbinischen Judentum wird auch noch der 
in Exile führende Gott als Gott der Geschichte erkannt und bejaht. Der 
reidie Schatz talmudischcr Gedanken über den Frieden wird im letzten 
Kapitel des Traktates Derech Erez Sutta als Perek Haschalom\ als Ab- 
schnitt über den Frieden zusammengefaßt. Wir können hier immer nur 



280 



281 




mit ganz wenigen Zitaten die Akzente setzen. So heißt es: „Groß ist der 
Friede, denn alle Segnungen, Heilsverkündigungen und Tröstungen, die Gott 
Israel zukommen läßt, schließen mit Frieden." Gott nennt Israel bezeidi- 
nenderweise den Friedensstifter, weil es ganz allein eben in seiner Ohn- 
madit Frieden zwisdien Gott und seiner Welt sdiafft. Mipne dardiej sdia- 
lom', um des Friedens willen, verfestigt sich zu einem Begriff von solcher 
Bedeutung, daß um des Friedens willen sogar die Wahrheit geopfert wer- 
den darf*. Wer unter Hohn und Verfolgung, Austreibung und Martyrium 
sich selbst verstehen lernt, dem kann wahrhaft Friede der abschließende 
Wunsch nach mehr als einem Jahrtausend der Welterfahrung sein, nach 
langen Zeiten eines unruhigen, abenteuerlichen, innerlich wie äußerlich be- 
drohten Daseins. Lehrer des 3. Jahrhunderts wollen hier vor allem gehört 
werden. R. Lewi beschwört Israel — und das ist nun keine Literatur, son- 
dern gelebte Gewißheit — sich der Macht nicht zu widersetzen, der Woge 
sich nicht entgegenzustellen, dem Sturm sich geduldig zu ergeben'. R. Chama 
bar Chanina vertritt die Überzeugung, der Messias könne überhaupt erst 
kommen, wenn auch der letzte Rest der Herrschaft von Israel aufgegeben 
werde^. R. Jochanan wagt zu behaupten, für die Verwirklichung der Of- 
fenbarung seien Epochen des politischen Niederganges günstiger als Zeiten 
des Erfolges'. Die Gewalt, die zu widerlegen und zu überwinden meint, 
hat den Willen zum Martyrium geschaffen, den Willen, zu Ende zu handeln 
und nicht nur zu Ende zu denken, zu erwählen und nicht nur geschehen 
zu lassen. Das jüdische Glaubensvolk bleibt Subjekt gegenüber einem Schick- 
sal. Nein, es hat ein „Sdiidcsal" gar nicht anerkannt. Strafe, von der Bibel 
her wohlvertraut, ist ihm Zeichen und Garant des nie gekündigten Bundes, 
Judenleid Zeichen für die Unerlöstheit der Welt. Friede muß darüber zum 
Wunsch aller Wünsche werden. Nur ein Weltenfriede kann noch befreien. 
Andere wählen Frieden oder Krieg. Israel nicht, ihm allein ist Friede le- 
bensnotwendig, darum Siegel für die endlich anbrediendc Herrschaft des 
Einen Gottes über alle Geschaffenen, aber auch die einzige Chance, um die 
fürchterliche Einsamkeit zu überwinden, die Einsamkeit dessen, der den 
Mitmenschen sucht und ihn nie findet. Die jüdischen Gebete, grandiose 
Schöpfung der Talmudlchrer bitten: „Die Welt zu ordnen für das König- 
tum des Gewaltigen, daß alles Fleisch seinen Namen rufe . . . Vor Dir, DU, 
unser Gott, werden sie sidi beugen, werden niederfallen, der Herrlichkeit 
Deines Namens Ehre geben. Auf sich nehmen werden sie alle das Joch 
Deines Königtums, und Du wirst König über ihnen bald, in Weltzeit und 
Ewigkeit.". . . . „Daß vor Dir niederfallen alle Geschaffenen und werden 
alle ein Bund, Deinen Willen zu tun mit ganzem Herzen." 

Die Neuzeit stellt all das Icidvoll Errungene, über viele Jahrhunderte 
aus tiefster Überzeugung Getragene schnell in Frage. Dieses Volk, einmal 
aus der Völkerwelt herausgenommen, strebt den Wegen der Völker zu. 
Die Erinnerung an biblisches Erbe ist zwar nodi immer stark genug, um 
einzelne Juden oder Richtungen innerhalb des neuen Judenstaates vor dem 



282 




Wunsdi nadi dem nur Normalen zu bewahren. Die Mehrheit befindet sidi 
jedoch in einem der vielen Säkularisierungsprozesse der modernen Geseli- 
sdiaft. Ein Phänomen bleibt: wie den Juden die Grenzen des Normahein- 
könnens durdi die Antisemiten signalisiert werden, so den Israelis durch die 
Araber Unter diesem Aspekt sei, wenn audi ursprünglidi nicht vorgesehen, 
ein Wort zu dem arabisdi-israelischen Konflikt erlaubt, der uns ja alle 
bewegt Herzl, dem Begründer des politisdien Zionismus, sdiien die von 
ihm ersehnte Normalisierung der Judenfrage nur durch Herausnahme aus 
den Völkern mit ihren antijüdisdien Vorurteilen möglich. So richtig er in 
der ludenfrage eine Weltfrage sah, so ^ehr irrte er, weil er die Mitwirkung 
tf//er Völker bei der Lösung dieses Problems als selbstverständlich gegeben 
annahm. Ein Teil der Welt widerstrebte. Die arabisdien Völker sdireien 
ihr Nein" Auf der Sudie nadi neuen Lebens- und Staatsformen in sich 
vielfadi gespalten, haben sie nur ein Einigendes: den Haß gegen Israel, 
den winzigen Staat inmitten einer panarabisdien Übermacht Sie ^^P^^^^") 
in einer ersdiredcend emotionalen Übersteigerung das Neue Israel als Pfahl 
im Fleisdi, sie scheinen das für lange nodi nötig zu haben. So ist auch dieser 
israelisdie Normalisicrungsversuch bis heute fragwürdig, sehr nachdrücklich 
und beklemmend durdi Rußland unterstrichen, das über die arabischen 
Nationen seine Ansprüche im Nahen Osten anmeldet, seine Chance wahr- 
nimmt. Gar nidit fragwürdig hingegen ist das Normalsem der Israelis, die 
im Lande aufgewadisen sind. Sie haben ein Recht, auf ihre Leistungen stolz 
zu sein die Unfreiheit früherer Judengenerationen ist von ihnen abge- 
fallen, sie können unmöglidi verstehen, daß man sidi sdilagen lassen kann, 
ohne zurüdczuschlagen. Für die Mehrheit sdieint das Wort von der Erwah- 
lung zu einem Fremdwort geworden. Es ist wert darüber nadizudenken, 
ob diese Unbefangenheit und Problemlosigkeit der Israelis der judisdien 
Gesamtheit außerhalb des Staates Israel nidit gerade die Bürde des Anders- 
seins besonders nadidrücklidi aufzwingt, eine Majorität des kleinen Landes 
den Minoritätendiarakter des Juden in der Welt unterstreidit und auf 
Umweeen zu Urjüdisdiem zurüd^führt. Weder von gläubigen nodi von 
ungläubigen Juden kann das heute beantwortet werden Es wäre verfrüht. 
Eines steht fest, auf dieses Neue Israel können wir nidit mehr verz^<^ten, 
es bewahrt uns vor einem stetigen Abbröckeln in der modernen Welt. Ge- 
rade die von der Erwählung Israels Bestimmten sind ja davon überzeugt, 
daß Israel erst in die messianisdie Menschheit eingehen und mit ihr ver- 
sdimelzen soll — und keine Weltstunde früher. • n- -i 

Im Augenblid. haben wir nur eine Hoffnung. Das Volk, das em Beispiel 
der Disziplin auf Provokation und tödlidic Bedrohung gab, modite tol- 
patsdiigen Händen von Nationalisten wehren, wann immer es jetzt notig 
wird. Der bewiesene Elan gepaart mit kühler Planung in den sedis Knegs- 
tagen mödite sidi bei all dem Schweren, was noch bevorstehen mag be- 
währen Tief, sehr tief leiden wir unter diesem Krieg und seinen Folgen, 
der einmal mehr zeigt, wie sdiwer ein Frieden zu gewmnen ist. 

283 




Schmerzlidi-wehmutvoU erinnern sich bestimmt in diesen Wochen manche 
Juden des B'rith Schalom, des Ichud, Bewegungen, die zur Zeit des eng- 
lischen Palästinamandates einen von biblisch-prophetischem Glauben be- 
stimmten Weg der Verständigung mit den arabischen Nachbarn gehen 
wollten. Ob dieses Bemühen Aussicht auf Erfolg gehabt hätte, kann nicht 
gesagt werden. Die Ablehnung aller Vorschläge durch die führende Schicht 
jüdischer Politiker gab für diese Bewährungsprobe keine Chance, ganz 
ähnlich dem Überzeugungsrest der Bekennenden Kirche in diesem Land in 
der Deutschlandfrage. Hier wird aus veränderten jüdischen Gegeben- 
heiten das Nahesein von christlicher und jüdischer Überzeugungsminorität 
aus dem Glauben deutlich. Wir werden später auf das Naherücken aus der 
Erschütterung kirchlicher Positionen zu sprechen kommen. 

Muß man noch darauf hinweisen, wie klein unsere Erde geworden ist? 
Weil Rußland — leider! — den Amerikanern bei ihrem verabscheuungs- 
würdigen Krieg in Vietnam nicht wehren kann, bekommen die Araber die 
Erlaubnis, ihren Konflikt mit Israel hochzuspielen. Die Wirrsal der Ge- 
genwart erscheint wirklich oft wie ein Endchaos, und zugleich hoffen wir 
doch alle, es möchte das Chaos eines neuen Anfangs sein. Mit dem land- 
läufigen Begriff vom Glauben werden wir die Situation schwerlich meistern, 
weder Christ noch Jude. Es wird sehr darauf ankommen, ob wir die hohe 
Pflicht der Querfront-Solidarität durch alle Völker und alle Religionen 
hindurch erkennen — und danach handeln. Berlins Studenten, um ein nahes 
Beispiel zu nehmen, von brutaler Gewalt niedergeknüppelt, von der Sprin- 
gerpresse beim Volk verleumdet und geschmäht, gehen auf die Straße, um 
in kleinen Gruppen zu diskutieren, aufzuklären und ihre nichtkonforme 
Haltung der Bevölkerung verständlich zu machen. Hinter dieser Demut 
zum Kleinen steht der Mut zum wirklidien Engagement. Wer dazu nicht 
bereit ist, wer sich mit der Welt abfindet, wie sie ist, oder jammernd-selbst- 
bemitleidend über wahrlich unerfreuliche Zustände den Pegel der Ver- 
zweiflung sträflich ansteigen läßt, entzieht sidi der Aufgabe, die über- 
haupt nur in einer großen Gelassenheit gegenüber Erfolg und Mißerfolg ge- 
meistert werden kann. 

Aus unserer jüdischen Bibel und, wenn ich nicht sehr irre, auch aus 
weiten Partien des Neuen Testamentes dringt die Aufforderung, die Welt 
nicht zu verleugnen, die Politik nicht zu verraten, sondern standzuhalten 
in der Geschichte. Der Glaubende hat Politik als eine Arbeit inmitten von 
Unsicherheiten zu bejahen, die letzten Dinge — und auch die nächstliegen- 
den Dinge sollten dabei gerade für ihn ohne Unsicherheit sein. Weder für 
die Propheten noch für Jesus ist diese unsere Welt Gegensatz des Glaubens, 
von der wir uns abzuwenden haben, sondern der Gegenstand des Glaubens, 
dem unsere ganze gesammelte Kraft gilt. Wir müssen mitten hinein in die 
Enttäuschungen der Geschichte, nicht aus ihnen heraus. Gott will diese Welt. 
Der Widerspruch gegen den Glauben, täuschen wir uns nicht, kommt heute 
entgegen allem Schein weit weniger aus dem Unglauben als aus der Recht- 



284 




gläubigkeit. Die größten Feinde unserer Glaubenswirklichkeiten finden wir 
unter den Vertretern der Konfessionen, mögen das hier Menschen sein, die 
beispielsweise das christliche hohe „C im Sciiild ihrer Partei führen, mögen 
es in Israel manche Vertreter des Oberrabbinats sein. Die sogenannte west- 
liche Welt besteht bis jetzt — entgegen der Botschaft des Alten und des 
Neuen Bundes — noch immer auf der sanktionierten, gutgeheißenen Ent- 
zweiung von Politik und Religion. Die Politik ist unverklärt, aber mädi- 
tig, die Religion Gegenstand abgestufter Weihegefühle, aber unverbindlich, 
für den Christen spätestens seit Konstantin, für den Juden frühestens seit 
dem Ende des 18. Jahrhunderts. Wähnen wir doch nicht, damit etwas 
retten zu können. Es ist ein Hohn. Am Reich Gottes kann man nur ar- 
beiten, wenn man alle Bereiche des Menschen einbezieht und nicht aus so- 
genannter Religion die Lebens- und Völkerentscheidungen anderen Mächten 
überläßt, von denen man sich für sein scheinfrommes Schweigen und ganz 
und gar nicht frommes Handeln audi noch honorieren läßt. Nein, von der 
Heiligung aller Dinge darf der politische Bereich nichr ausgenommen wer- 
den. 1 XT J 

Ein Lehrer des 3. Jahrhunderts, R. Jodianan, meint: „Jede Not, an der 
Israel und die Völker teilhaben, ist eine Not. Jede Not Israels allein ist 
keine Not."«« Das hat über Jahrhunderte und Jahrhunderte Geltung ge- 
habt, und dieses Unterscheidungsvermögen ehrt das Judentum; denn es 
kommt aus der Distanz, die echter Glaube zu schenken vermag. Uns will 
sdieinen, die Geschichte der Madn In der Völkerwelt wird umgeschrieben, 
und die Gesdiidite der christlichen Macht ist vorbei. Das Sichversteifen auf 
konfessionelle Ansprüche ist Nadizugsgefedit, das bestimmt noch manches 
Unhell anrichten wird, die fortsdireitende Entmachtung aber kaum noch zu 
verdecken mag. Diese offenbar werdende Ohnmadit gibt Raum für einen 
neuen Anfang. Machtlosigkeit heißt mltnlditen, was eine lange chrlstlidie 
Gesdiidite vielleicht vergessen hat, Aktions- und Wirkungslosigkeit. Das 
frühe Christentum nicht anders als das Judentum war eine Gemeinsdiaft 
der Wenigen gegen die Vielen. Wcldi bewegende Kräfte, die eine Welt 
veränderten, gingen gerade von diesem frühen Christentum der Kata- 
komben aus. Zersetzung der Macht und Ihrer Gebilde, In-Frage-Stellung 
der Mächtigen und ihres oft ungeheuerlichen Tuns, kurzum ein mutiges 
Angehen aller verhärteten, unmenschlichen Positionen In Gesellschaft und 
Politik, das müßte Immer wieder unser aller Aufgabe sein. Darum fehlt 
dem jüdlsdien Gast auf dem dcutsdievangellsdien KIrdientag des Friedens 
das fürchterlldie Gesdiehen In Vietnam im Zentrum der Betraditung und 
Überlegung, es darf keinesfalls durdi den arablsdi-lsraellschen Konflikt zuge- 
dedct werden, was manchem gelegen käme. Jede Zuwendung zum Juden nadi 
dem Ende der nationalsozlallstisdien Katastrophe Ist fragwürdig, wenn 
eine neue Station des Grauens übersehen wird. Wer hier nidit audi das 
dringend Umtreibende spürt, wer zu den kleinen Sdirltten raten kann, zu 
dem Nädist- und Näherllcgendcn, sagt sich einmal mehr von der Bot- 



285 





Schaft der Propheten und Jesu los. Mit den Sicherungen einer rechnenden 
Vernünftigkeit haben sie alle die Welt weder bewegt — noch erlöst. Darf 
ein Jude sagen, daß man sich nicln nur des Gekommenen, sondern auch des 
kommenden Herrn erinnern sollte, des christlichen Weges vielleicht sogar 
mehr als des christlidien Standpunktes.? Im Jahre 1880 bejahte der große 
Historiker Mommscn in einem Streit mit seinem antisemitisdien Kollegen 
Treitschke im Judentum das Ferment der nationalen Dckomposition, der 
Auflösung, das — o Wunder — aus uralter Tradition sogar noch in' dem 
konservativen, deutschnationalcn Judentum des Kaiserreiches zu spüren 
war. 

In Zukunft werden gemeinsame Nöte uns gewiß zusammenschweißen und 
die eine große Angst aller Welt uns umklammert halten. Carl Friedrich von 
Weizsäcker sdirieb vor vier Jahren: „Das Atomzeitalter nötigt uns, den 
Krieg abzusdiaffen; andernfalls wird der Krieg dieses Zeitalter absdiaf- 
fen." Das heißt leider noch lange nicht, wir sehen es eben wieder, Beseiti- 
gung der Konflikte, wohl aber Beseitigung einer bestimmten Art ihres 
Austragens, die das Ende unserer Erde bedeuten würde. Vielleicht kann 
eines Tages daraus doch eine Ordnung des Friedens werden. Sogenannte 
heilige Kriege, etwa gegen den Kommunismus, an dessen Aufkommen wir 
ja wahrlich nicht unbeteiligt sind, kann es jedenfalls nicht geben. Als Glau- 
bende sollten wir da in der Demaskierung endlich geeint auftreten. Israel, 
Gott anerkennend als den Herrn der Geschichte, bejahte einmal seine 
Machtlosigkeit und erreichte damit eine einmalige Höhe religiöser Kraft. 
Steht das Christentum gerade jetzt, da Israel aufs empfindlichste durdi die 
Nazijahre verstört ist, nicht unter einem sehr ähnlichen und ebenso heil- 
samen Zwang? Ist Madidosigkeit nicht vielleidit Gnade? Paulus sagt im 
Korintherbrief (1. Kor. 1,27): „Was sdiwadi ist vor der Welt, das hat Gott 
erwählt, daß er zu Sdianden madie, was stark ist." Kann das Christen- 
tum sich dem noch länger entziehen, wenn das Judentum in nicht ganz 
unähnlicher Situation sich gebeugt hat? Dämmert uns nodi nidit, wie sehr 
wir beide als Entmachtete in Zukunft aufeinander angewiesen sind? Juden 
und Christen werden sich als Non-Konformisten zu bewähren haben — 
oder sie sind ein Nichts, eine peinlich-überflüssige Dekoration. Ein jüdisdi- 
diristlidies Religionsgespräch ersdieint sinnlos, wenn wir uns nicht als Part- 
ner Gottes erkennen, einschen, daß Gott für sein Volk einsteht und Gottes 
Volk, Alten und Neuen Bundes, sidi auf den Gottessdiutz je und je wieder 
besinnen muß. Glaube im Aufbrudi — und der allein wird in Zukunft 
zahlen — darf die Bastionen des Konfessionellen nicht stehen lassen. Allzu 
lange wurde auf der verkehrten Seite gekämpft unter der Devise „Thron 
und Altar", als Hüter der vcrmeintlidi hohen Güter nationaler Egoismen, 
des Vorurteils vom Sonderwert des weißen Mcnsdien, des nadten Besitz- 
verlangens. Man empfinde bitte nidit als taktlose Einmisdiung eines Juden, 
was nur liebende Sorge sagt. Grund zur Überhebung haben wir Juden in 
dieser Zeitenwende wahrlidi nicht. Es geht einfadi nidit mehr an, traditions- 



schwere Schranken aufrechtzuerhalten, wenn die Gemeinsamkeit unserer 
Not riesengroß vor uns steht. Buber sprach nicht von ungefafir von einer 
unendlichen Sphäre der Verantwortung, der Verantwortung vor dem Un- 
endlidien. 

Auf den Kirdientagen in Berlin, Dortmund und Köln waren Christen 
und Juden im Gespräch miteinander, in einem Religionsgespräch nach 
vielen Jahrhunderten verhängnisvollen Schweigens. Heute, hier in Hanno- 
ver, sind Christentum und Judentum endlich gemeinsam im Gesprädi mit 
der Welt. Wir beide haben die Erde nidit länger als Jagdgrund den Nur- 
Politikern zu überlassen. Nur in diesem gemeinsamen Dialog mit der Welt 
vermögen wir den eigenen Sinn ohne Eigensinn zur Darstellung zu brin- 
gen, was uns noch nie redit gelingen wollte. Jeder konfessionelle Hochmut 
verblaßt, wenn wir die Ähnlichkeit unseres menschlichen Irrens erkennen. 
Im Unvcrpfliditeten sollte gerade diese Stunde nicht stedtenbleiben. Als 
Glaubende haben wir endlich gemeinsam für den Frieden zu kämpfen, 
wann und wo immer er bedroht ist. Gerade in diesem Ringen müßten sidi 
die getrennten Brüder des Alten und des Neuen Bundes sehr nahe kom- 
men; denn die Erkenntnis von dem einen, nidit teilbaren Gottesreich auf 
Erden ließe sich nicht mehr verbergen — und das ist dodi wohl ein sehr 
Gewiditiges für Christen und Juden. 

Unsere echteste Glaubenserfahrung wird uns als Skepsis auf diesem Weg 
begleiten, das ist nidit wegzureden; ja, wäre dem nicht so, wir müßten 
mißtrauisch gegen uns selbst sein. Audi die Bibel ist — und nidit von un- 
gefähr — voll gütiger Skepsis gegenüber dem Menschen. Das Wort des 
Glaubens in unserer Zeit kann und will nicht mehr pompös-deklamatorisch 
sein, es ist das „vielleidit" eines zaghaften HofTens. Doch auch das Wort 
von Gottes erbarmender Liebe heißt: vielleidit. Vielleidit? . . . Vielleicht. 



Anmerkungen: 

* Adonai imdia, birkat Adonai alcdiem 

* jisdiar, jisdiar, kodiadia 

' Dcutcronomium, Josua, Könige I, Chionik I und II 

* 3. Jahrhundert 

' Babylonisdicr Talmud, Traktat Gittin 59 b, 61 a 

* Babylonisdicr Talmud, Traktat Jcbamot 65 b 
' Midrasdi Bcrcsdiith rabba 44 
•Babylonisdicr Talmud, Traktat Sanhcdrin 98 a 
•Pesikta de R. Kahana 142 a 

*• Midrasdi Dcutcronomium rabba 2 



286 



287 




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([ Mo aJ %>; e ^ Z' Cn'^^ ) 



^^ 



INSTITUTUM JUDAICUM DELITZSCHIANUM 

Direktor: Professor D. theol. Karl Heinrich Rengstorf 



Herrn 

Rabbiner Dr. Geis 

4 Düsseldorf 
Fischerstr. ^^ 



44 Münster (Westf.), den 
Melchersstraße 23 
Fernruf X97)59t N.-A. 400 

490. . 



13. Mai 1964 
ProfRe/Gu 



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Sehr geehrter Herr Doktor! 

Sie hatten seinerzeit die Freundlichkeit, sich für die Beurteilung 
der für den Franz-Delitzsch-Preis 196J eingesandten Bewerbungen 
zur Verfügung zu stellen. Es sind zwei Arbeiten zur Bewerbung 
um den Preis eingesandt worden. Ich erlaube mir daher die Anfrage, 
ob Sie bereit sein würden, die Arbeiten zur Begutachtung jetzt 
entgegenzunehmen und die Begutachtung bis etwa Ende IVlai durchzu- 
führen. 

Ich benutze die Gelegenheit, um auf Ihre Ausführungen in Nummer 49 
der Allgemeinen Wochenzeitung der Juden in Deutschland zurückzu- 
kommen. Hier werfen Sie einer Person, die nach Ihren Ausführungen 
nur mit mir identisch sein kann, vor, sie dränge sich in ausgespro- 
chen jüdische Institutionen und Gesellschaften hinein. Ich wäre 
Ihnen aufrichtig verbunden, wenn Sie m.ich wissen liei3en, welche 
Institutionen und Gesellschaften Sie im Auge hatten, als Sie diesen 
Satz schrieben. Ich darf dabei doch voraussetzen, da'.-5 Sie an ganz 
konkrete Dinge denken und daß Sie in der Lage sind, das Hinein- 
drängen zu belegen. 



Mit vorzüglicher Hochachtung 
Ihr sehr er^o-ebener 







Bankverbindung: Dresdner Bank, Münster, Nr. 26283 



( 



19. Mai 1964 



Herrn 

Profttbaor J). Rangstorf 
i4 fciAater (Wi;tf . ) 
fc«lohc>rsste. 23 



i 



3#hr fßmlxt^r llorr ^rof^asor, 

ich bestätige ämi E^pf^c. Ihre. cl r ibene voa* Ij» 5# 

E& ist ir unerfindlich, »ie .:ie OiCia noch j^if r t^;en könnest 

ob Sie Ix die Arbeitexi aciJLclc«i:i dUrfeii, die äl. iruiarich w^.r- 

KoUegiutt ues Institutw;! Judalcurc zur jueurteiluHc isugeg^m^en 

bind« In ue.^ iTeisricht- r-rlollct^ixiifi Bit2^ Ilxr Kollege u:i .. Juden- 

..i sei on.ri scher nitütreiter Herr i^of^seor Martii;^ v^ittenlergt 

der in uer ••Eindi^eicliuag det2 LVungelium»; diente: teB unu r luruel** 

(Poli c 5/1363f *-eiwv 30) kein Jiehl ^ r u. ^. cht, «y^r. t-r vcxi der 

Walirh€iti.lii;bt ..in«« Tl^bbi oder Liter ..ten ^egenl ber Christen liilt. 

War eß wirklich nüti^-, uer L«l«idigun airch ucrrn itt^no^rg 

ein« weixt.re durch Ihre ^sifris^ folgen au lai;«en? 



I 



D r aweitv lassus Ihret. Brtefes bleibt ^ir ^ieichfalle unver^tündt- 
lich« ilei-r ^rof«8»or Dr. l^iat otuoii^ Jcrutjaleia, h^^t Ihnen b«x*«ita 
vor , er^maer Zeit &it,:ctQilty xß der leiter der JudezuAls«l«n 
- bei Anerkerjiun all ceiner riicht 2U# .«^cliaälemden Verdi«aßte - 
nicht der rechte .-.unii ii:t, uxii 7orai tuender der Geoellechjft der 
Freunde der hebräischen Urdveri^i bfit zu v^ein. Die leitenden Herren 
ter Hebräischen Universität hibexi Ihnen 4«8 nicht weniger utlich 
g«««gt. Sie sei meinen dennoch nicht die Akeicht zu h^ben, die län^;8t 
fällige Kon;:equeiu& daraus zu ;:iehen, obwohl Jie wiesen .. Ueeen, doM 
ole allein durch VerheiirJLichun^^ Ihr«r T ti^ükeit bei der Juöenmiueion 
dae Amt rhulten haben« IlOBe; Vorgehen habe ich lait "^hlneindPSn^^en* 
bezeiclmeta Je) jin mir nichv vorstellen, von Jorueelen falsch 
informiert worden zu aein, soJJLüon .de rtber dleee ii.einun, h nben, 
bitte ich ...ich _.. ^Xbl^.. wU i.iseen» Ich »verde dann uie Hebr~a.^jche 
Universität davon bonxchjrichtiten und <su ein^r neuen c tellun^ahaie 
auffordern. 

:.lt vorMi^Aer Hochachti 
II jr sehr ergebener 



INoTITUTUi: JUDAICTO:: DELITZ .CHIINUM 



MUnoter, 13. Mai 1964 



Herrn 

Rabbiner Dr. Geis 
4 Dtisseldorf 
Fiöcherstr. 55 



( ) 



Sehr geelirter Herr Doktor! 

Sie hatten . einerzeit die Freund ichkeit, sich für die Beurteilung 
der/ für den Fr^inz-Delitzsch-Preis 1 63 eingesandten ijewerbiingen 
zur Verfügung su stellen. Es sind zwei wirbelten zur J:.ewerbun£ um 
den Preis eingesandt worden. Ich erlaube mir daher die Anfrage, 
ob Sie bereit sein würden, die Arbeiten zur Begutachtung Jetzt 
entgegenzunehmen \md die Begutachtung bia etwa Ende Mai durch- 
zuführen. 

Ich benutze die Gelegenheit, um auf Ihi'e Ausführungen in Nummer 49 
der AllgüXxieinen Wochenzeitunt;, der Juden in Deutscidand zurück- 
zukommen. Hier werfen o±e einer Person, die nach Ilriren Ausführungen 
nur mit mir identisch sein kann, vor, sie dränge sich in ausge- 
sprochen jüdische Iniititutionen und Gesellschaften hinein. Ich wäre 
Ihnen aufrichtig verbunden, wenn Sie ü.ich wissen ließen, welche 
Institutionen und Gesellschaften Sie im Auge hatten, als oie 
die..en Satz schrieben. Ich darf dabei doch vorauss tzen, daß Sie 
an gan^; konkrete Dinge denken und daß Sie in der Lage sind, das 
Hineindrängen zu belegen. 



B5it vorzüglicher Hochachtung 
Ihr selir ergebener 
gez. R engst orf 



INSTITUTUM JUDAICUM DELITZSCHIANUM 

Direktor: Professor D. theol. Karl Heinrich Rengstorf 

® Münster (Westf.), den 6-(t . Wf 
Mclchersstraße 23 "^ 






iidko>%mJi^' 



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I^SÜjk/luUj^HUÄJiliiUj^ 



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^mm mj^ cjol^ vuft^c/T^ 



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Bankverbindung: Dresdner Bank, Münster, Nr. 26283 



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jÖEutfcf)cr cüangelJfd^EC 2lu0fd)u^ füc Z^imft an Jfcael 

1. Vocfl^enbec: ;icofefTor D. ftarl r>efndit) Kcngftorf, Iflfinflec (ICeftf.), inel(t)er«(tra|e 2 2. DorO^enöec: Oberfonnitorlalrat Lic. Dr. Iftattin l^egel, 
29ecUn>£.t(4terfel5e, eot|t(tcaie 911 ■ 6it)a^m elfter: Oberficctienrat Otto Don f>arlfng, r^annooec^r^eccenttaufen, 9öttit}ec(tca|e 7 

9anfDecbtn6ung: noc5toe|tbanf f^annooec (OHR. Don f>aclfng) 



Wtönlttc (tJöeftf.), 6en -!• Januar 1932 

7flel(t)er0(tra|e 2 
Secncuf 3216 



Harrn 

Rabbiner Jr. HoDert R. G a i 

Scheiden ora ..t 96,111 

am d L e r G a ni - j u i d 



Sehr geenr'ier tierr Do k cor! 

V/ie '3ie wahrscheinlich schon wissen, vsrans-ual tet der Deutsche 
ev^ngelioche \u33chu33 für dienst an Israel -itn 3«-7. NättL 195- 
in ^^^nsbacn seine vier-ce SLudieni; ..^un:-;. 



Ion erlaube lüir, Ihnen ein i ro.^rair.m zu übersenden und j±e ein- 
zuladen, an der Imgun^:. teilzunehr.en • \uch persönlich würde 
es mir eine ^rosse i'reude sein, wenn 3ie sich entschliessen 
kcnLLen, die j.-i^\m^ mitizumacnen . 



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Mit; f revindlichen irLsser 
Inr sehr 'r;;^ebener 



^ 



^umI^. 




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4-0. 



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{!?/ievAcc <^s f^,^^ 








Prof. Dr, Rolf Rendtorff 

6903 Neckargeraünd b. Heidelberg 

Josef-Werner-Str. 28 



Neckargemünd, d.4,7, I966 



Herrn 

Rabbiner Dr. Robert Raphael Geis 

k' Düsseldorf 

Flscherstr. 55 



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( ^ 



Sehr verehrter, lieber Herr Geis, 

mit grossem Bedauern habe ich davon gehört, dass Sie durch 
Berichte über die Tagung in Radevormwald Ende April den 
Eindruck gewonnen hätten, dass ich mich negativ über das 
Diaspora-Judentum geäussert hätte. Es täte mir ausserordent- 
lich leid, wenn dadurch zwischen uns eine Verstimmung ent- 
stünde, und ich möchte deshalb versuchen, etwas dazu zu sa- 
gen. Es ist natürlich misslich, dass ich nicht weiss, in 
welcher Form Ihnen meine Äusserungen zugetragen worden sind. 
Sie werden sich gewiss daran erinnern, dass wir schon am 
ersten Abend nach Ihrem Vortrag eine kurze Diskussion über 
die unterschiedliche religiöse Situation im Diaspora-Juden- 
tum und in Israel hatten. Da sich auf der Tagung eine Reihe 
von Teilnehmern befand, die sich auf eine Israelreise vorbe- 
reiteten, habe ich auch am folgenden Tage noch versucht, 
die Besonderheit der Situation in Israel deutlich zu machen. 
Mir liegt aber nichts ferner, als damit irgendeine negative 
Wertung des Diaspora-Judentums zu verbinden. Ich sehe nur 
eine gewisse Gefahr darin, dass Deutsche mit den Erfahrungen, 
die sie aus christlich- Jüdischen Gesprächen hier im Lande 
gewonnen haben, nach Israel kommen und nicht genügend auf 
die dortige Situation vorbereitet sind. Ich habe diese Erfah- 
rung selbst in einer geradezu bestürzenden Weise Jetzt im 
Frühjahr in Jerusalem machen müssen, und stand noch unter 
dem frischen Eindruck dieser Erlebnisse. 

Vielleicht muss ich aber noch zur Erklärung etwas über meine 
eigene Beschäftigung mit dem Judentum sagen. Sie wissen Ja 
selbst, wie wenig man sich bei uns in der deutschen evange- 
lischen Theologie und speziell in der alttestamentlichen 
Wissenschaft mit dem Judentum beschäftigt, und ich habe selbst 
zunächst auch ganz in dieser Tradition gestanden. Das hat 
sich erst durch meine verschiedenen Israelreisen allmählich 
geändert. Dabei hat sich mein Interesse aber zunächst vorwie- 
gend auf die politischen Fragen gerichtet (Aufnahme der diplo- 
matischen Beziehungen usw.), und erst allmählich ist auch 
das Interesse und Verständnis für die eigentlichen Probleme 
des Judentums hinzugekommen. Es liegt in dieser Entwicklung 
begründet, dass ich die Dinge zunächst überwiegend aus israe- 



o 



. 2 - 



lischer Sicht betrachtet habe. Ich beginne erst nach und 
nach auch das Diaspora-Judentum zu "entdecken". Ich will 
nicht bestreiten, dass darin die Gefahr einer einseiti- 
gen Betrachtung liegt. Aber damit ist, wie gesagt, keines- 
falls eine Abwertung verbunden. Im Gegenteil, ich bemühe 
mich mehr und mehr um ein allseitiges Verständnis des Juden- 
tums. 

Ich möchte Sie also herzlich bitten, meine vielleicht etwas 
einseitige Betrachtungsweise von daher zu verstehen. Ich 
werde mich aber weiter darum bemühen, die verschiedenen 
Aspekte zu verstehen und auch zur Geltung zu bringen. Nichts 
wäre ja verkehrter und schädlicher, als wenn die Wenigen, 
die hier in Deutschland wirklich an dem jüdisch-christlichen 
Gespräch interessiert sind und sich dafür engagieren, noch 
irgendwie gegeneinander arbeiteten. Nir liegt sehr daran, 
dass Sie von mir nicht diesen Eindruck gewinnen, sondern 
dass wir in der gemeinsamen Verantwortung für diese Auf- 
gabe miteinander verbunden bleiben. 



Mit den besten Grüssen und Wünschen bin ich 



Ihr 




Herrn 

Professor D. Ren^ötorf 

Meloher»str. 23 






19. Mai 1964 



'^eiXT geelirter Bmnt Irofeöüor, 

ich bestätige den a pf in.: Ihres Sohr ibens vom 13. &• 

E© ist ir unerfindlicht ..ie Sie tucii noch .^ifra^en können, 

ob Sie ..ir die Arbeiten acldcken diXrfeiit die m. ir^isricht^r- 

Kollegium des Institutuia Judalcuiü zmt ieurtoilun. zu- e{ mgen 

ilnä. In deu ireisrichtLr-ivOllegiiain sitzt lixT i^ollt^^^u ui*^ Juden- 

ü.ission irischer Mtütreiter Herr irore;.öor l^^^irtin Wittenberg, 

der in der ••K-jidreichung des BraimeliumB dienst es untt^P Israel" 

(Poli^e 5/1363f ^eitt 30) kein Jiehl d orjub m >cht, m^3 lt von der 

Äa}irheiti.liebG cinet^ Rabbi oder Liter .ten ^iegenüuer Ghriiüten hält. 

War Qi^ wirklich nötig, oer x>eleidigun uurch Herrn .itti.nbcPg 

eine weitere durch Ihre /oifrage iolgen zu l.^aeen? 

D- r aweit, Passus Ilxeu Briefes bleibt i.iir gleiclif:aiß unverc^tönd* 
lieh. Herr irofef3sor .Dr. Krnst Siüon, Jtruö:aem, h^t Ihnen berüts 
vor ,.er.'iumer Zeit mit^^e teilt, xß der leiter der Judenmission 
- bei Anerkeimun all seiner :dcht su# schmälernden Verdienste - 
nicht der rechte x.. um ist, uin Vorsitzender uer Gesellschaft der 
Freunde der lietoräischen üidversitüt au .ein. Die leitenden Herren 
der I'ebrälschcn Universität hiben IhJien das nicht weniger .utlich 
rr - ;t. Sie sciieinen dennoch nicht die Absicht zu iv^b^n, die länget 
fällige Konsequenz aaraus zu wichen, obwohl oie wissen .. Uasen, daft 
;:rie ^Jdlein durch Verliciiraichun Ilir r T tigkeit bei der Juaenmiesion 
das tot rhalton haben. Die^t... ^/ergehen habe ich uit -Mn^indrtin^en" 
bemei Cimet. Ich kann mir nicht voi stellen, von Jciüsaleiü falsch 
informiert worden zu sein, iollxen de iber diese einun, hiben, 
bitte ich iiich wissen zu liseeiu Ich ..erde dann .-ie l räische 

ünivercität davon ben.ichjrichti^en und ..u einer neuen Stellun nülÄie 

auffordern« 

Kit voretglich^r Hochacl 

IhiT sehr ergebener 




19. lliii 1964 



^ 



Herrn 

Professor D. Rengütorf 
#4 K'rxiBteT (Westf,) 
kl Gicht rsetr. 23 



■ 1 



Sehr geehrter Merr irofeasor, 

ich bei^tätige den E-vpr-^uie. Ihres Sclircibens vom 13. 5. 
Es iat ir unerfixidlich, v.ie Sie ^uch noch -infra^en können, 
ob Sie ...ir die iVrbeiten scldcken dürfen, die et. Preisrichter- 
Kollegium deh Institutiufl Judaicuiii zur ievirteilun, zugegringen 
bind. In d8a^ Pröisrichu; r-Kolle^iuia sitzt liir i^ollege \inü Juden- 
..issionariecher Mitstreiter Herr rrofe^sor i^artin Wittenberg, 
der in der "K jndi^eichTing äe^^ Li^vangeliumodienstes unt- r lörj^el" 
(Pol^e 5/1363f Seite 30) kein HeirJ. daraus m .cht, wug ir von der 
Wahrheitsliebe eines Rabbi oder Liter .ten gegenüber Christen liillt 
War es wirklich nötig, der leleidigun urch Herrn ^4fitt.novrg 
«ine weitere durch Ihre Anfrage folgen zu iMösen? 



i 



Dv,r zweit. lassus Ihrey Briefes bleibt i^ir gleiclifalls unver tänd- 
lich. Herr IrofeGSor Lir, Ernst biiaon, Jürusalem, hat Ihnen bereits 
vor , eraumer Zeit mitgeteilt, aß der Leiter der Judemaission 
- bei Anerkenniin,^ all seiner nicht au* schmälernden Verdienste - 
nicht der rechte Unni ist, uil 7or.a tzender der Gesellechaft der 
Freunde der Hebräischen Universität zu k^ein. Die leitenden Herren 
der Hebräischen Üniv«^rsität haben Ilinen das nicht weniger tutlich 
gesagt. Sie scheinen dennoch nicht die Absicht zu hiben, die längst 
fällige Konsequenz daraus zu ziehen, obwohl oie wissen ...üssen, daß 
vSle allein durch Veriieimlichun^ Ihr^r T tigkeit bei der Juaenmission 
das Amt rhcxlten haben. Dieeei. Vorgehen habe ich mit "hineindrängen* 
bezeichnet. Ich k;jim mir nicht voi stellen, von Jerusalem falsch 
informiert worden zu sein, :50llxen oie kber diese iäieinunc haben, 
bitte ich *aich . :u wissen zu 1 xösen. Ich werde dann die Hebräische 
Universität davon benachrichtigen und zu einer neuen Stellun^:^ahme 
auffordern. 

; it vorzüglicher Hochachtung 

Ilir sehr ergebener 



INSTITUTUM JUDAICUM DELITZoCHIMUTVl 



Münster, 13. Mai 1964 



Herrn 

Rab"biner Dr. Geis 
4 Düsseldorf 
Fischerstr. [35 



/ i 



( ) 



Sehr geehrter Herr Doktor! 

Sie hatten beinerzeit die PreundJ ichkeit, sich für die Beurteilung 
der/ für den Prariz-Delitzsch-Preis 1^ 63 eingesandten Bewerbungen 
zur Verfügung zu stellen. Es sind zwei Arbeiten zur Bewerbung um 
den Preis eingesandt worden. Ich erlaube mir daher die Anfrage, 
ob Sie bereit sein würden, die Arbeiten zur Begutachtung jetzt 
entgegenzunehmen und die Begutachtung bis etwa Ende Mai durch- 
zuführen. 

Ich benutze die Gele^^enheit, um auf Ihre Ausführimgen in Nuinmer 49 
der Allgemeinen Wochenzeitung der Juden in Deutscliland zurück- 
zukommen. Hier werfen Sie einer Person, die nach Ihren Ausführungen 
nur mit mir identisch sein kann, vor, sie dränge sich in ausge- 
sprochen jüdische Institutionen und Gesellschaften hinein. Ich wäre 
Ihnen aufrichtig verbunden, wenn Sie mich wissen ließen, welche 
Institutionen und Gesellschaften Sie im Auge hatten, als Sie 
diesen Satz schrieben. Ich darf dabei doch voraussetzen, daß Sie 
an ganz konkrete Dinge denken und daß Sie in der Lage sind, das 
Hineindrängen zu belegen. 



Mit vorzüglicher Hochachtung 
Ihr sehr ergebener 
gez. Rengstorf 



INoTITÜTÜK JUDAICDK DELITZ .CI-HKUJH 



Wtnater, 13. Hai 1964 



II 



Herrn 

Rabbiner Dr, Geis 
4 JXIsaeldorf 
Pischerstr. 55 



Sehr geehrter Herr IX)ktorl 

bie hatten . einerlei t die Freund ichkeit, sich fUr die Beurteilung 
der/ f'Ir den Fraiiz-Delitsocli-Preis 1 63 ein. esandten Bewerbungen 
zur Verfügung 2U stellen. Es sind zwei .arbeiten zur Bewerbung um 
den preii^ ein^^esciindt worden. Ich < rlaube i^ir daher die Anfrage, 
ob Sie bereit Bein wHrde. , die Arbeiten zur regutachtun>: Jetzt 
entgegenziinehiaen und die Begutachtung bii:; etwa Endo Mai durch- 

zuführei.t 

Ich benutze die Gele, enheit, um auf Ihre Auefilhrixn^ren in Nummer 49 
der Allgemeinen »Vochenzeitun^^, der Juden in DeutBCldand zurück- 
zukoMnen. "Hier werfen ^ie einer Person, die nach Ihren Auaführtinoen 
nur mit mir identisch aein kann, vor, wie dränge i:iich in auB^e- 
sprachen jüdische Institutionen und üeaellöchaften idnein. Ich wäre 
Ihnen aufrichtig verbunden, iiemi ^ie -^.icli vd.sßen ließen, welche 
Institutionen und Gesellschaften Sie im Auge hatten, als oie 
die. en Satz schrieben. Ich darf dabei doch vorauss tzen, daß Sie 
an gank; konkrete Dinge denken und daß Sie in der Lagt aind, daß 
Ilineindrfingen zu belegen. 



Mit vorzüglicher Hochachtung 
Ihr eehr ergebener 
gez. Rengstorf 



I 




■P"»" 



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23. 3. 1964 



An don 

Iräoi deuten d^e DmitstfhMi 

Evftfigeli schon iCirchtai ji^«fi 

Umm D. Br. Relncia von Thaaden-Trieglaff 

J* ^i 1 3 • 



.ochvereIirt(:?r Herr iTäüldeiit, sehr geliebter ?rc*iAndt 



I 



ich hiitte heute Gclöe^^^^^itf rf#« lungeren mit Herrn Irofassor 
D, Kraus za upreohen» Ifir werden uns sm 12. April pünktlich 
vn 15 ühr ia Chrißtliohen Hospiz in Jimnovar einfinden, und 
ich r/Joh c der Moffnun^ iUisdruck ,>^ben, daß wir Sie nicht 
all au l'Ui^.. uf zuhalten haben« 



Herr i^rofet^aor iCr«M» wird iiü Laufe der Ä*oche im Ilire Äildaer 
Adrenee Urnen noch ühor die 7orkGHrarJL3.>o innerh;ilU der Arbeiti>- 
gruppe "C>iri!9ter un«^ Jud«a* berichten. 



Jr*mtmn Sie aloh ein erf^:ilf#« OeterfMlt voa i^iMtt alten Juden 
wtlnschen und oeien ie lufe herslich tc "sat, 



Ihr iuifrichtlg ergebener 



RANKFÜRTER ALLGEMEINB ZEITU 



Kurze Nachrichten 

Thadden-Trieglaff will zurücktreten 

F.A.Z. FULDA, 10. April. Der Präsident des 
Deutschen Evangelischen Kirchentages, D. Dr. 
Reinold von Thadden-Trieglaff will mit Rück- 
sicht auf sein Alter demnächst zurücktreten. 
Thadden-Trieglaff hatte den Deutschen Evan- 
gehschen Kirchentag im Jahre 1949 begründet. 
Er vollendet im August sein 73. Lebensjahr. Das 
Präsidium des Deutschen Evangelischen Kir- 
chentages befaßt sich gegenwärtig mit der Frage 
der Nachfolge. Die Wahl eines neuen Präsiden- 
ten obliegt dann der Präsidialversammlung. 



D. DR. REINOLD VON THADDEN-TR lEGLAFF 

Präsident 
des Deutsdien Evangelischen Kirchentages 



(fcmion W-^Ui/v 

Ö4 FULDA, den /f ^^'kJ /^^^ 

Büro: Magdeburger Straße 19 
Fernspredier 891 

Privat: Magdeburger Straße 23 
Fernsprecher 89a 




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Wut. ^irdr^n^n^ Jfi^'^a^^^M u^ll -Wy oc{M/nZM^ ! 



ijTUAm ^f 



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^ 



Fulda, 17. März 1964 



V^oHea ^"^ ^^ -^- ^^ 



1 



• 



Ob Sie's glauben oder nicht: heute hatte ich Ihnen endlich 
für Ihren letzten Brief danken wollen - mit einigermassen 
schlechtem Gewissen wegen meines langen Schweigens, und mit 
einigermassen gutem Gewissen im Bewusstsein der Tatsache, 
dass Sie im Urlaub waren und mein Brief Sie wahrscheinlich 
doch erst nach Ihrer Rückkehr erreicht hätte. Um gleich bei 
diesem Thema zu bleiben: ich bin froh, aus Ihrem neuesten 
Brief zu entnehmen, dass Sie sich gut erholt haben. 

Nun aber zu Ihrem Hauptanliegen. Ich habe mich sofort hinge- 
setzt und dem Präsidenten nach Locarno Ihren Wunsch übermit- 
telt, ihm auch (in Kenntnis seines Terminkalenders) gleich 
ein paar Vorschläge für das Treffen mit Ihnen und Professor 
Kraus gemacht. Der Einfachheit halber habe ich ihn gebeten, 
Ihnen unmittelbar seine Entscheidung mitzuteilen, zumal ich 
selbst Ende dieser Woche für ein paar Tage Urlaub mache und 
bis über Ostern zu meinen Eltern (497 Bad Oeynhausen, Porta- 
straße 15) fahre. Am 31-3. komme ich nach Fulda zurück. 

Ich würde Sie gern bald einmal wiedersehen, nicht zuletzt auch 
deswegen, weil ich mit Ihnen über meine berufliche Zukunft 
spredhen möchte. Ich deutete ja damals in Arnoldshain schon 
ein wenig davon an. Die Sache scheint nun konkretere Formen 
anzunehmen (dies aber nur für Sie bitte!), und so wäre mir 
wohl einiges an einem ruhigen und abwägenden Gespräch gelegen. 
Das lässt sich mit dem Treffen mit dem Präsidenten, das vor- 
aussichtlich am 12. oder 13.4. in Hannover oder Köln, nicht 
aber in Fulda sein wird, wahrscheinlich schwer vereinigen. Was 
aber dann? Sie kommen nicht zufällig in der Woche vor Ostern 
durch Bad Oeynhausen? Es liegt ja an der Hauptstrecke vom Ruhr- 
gebiet in Richtung Hannover. Andernfalls muss ich weiter auf 
eine künftige Begegnung in Düsseldorf hoffen. Aber da wäre 
auch der Präsident zugegen, und ich möchte meine Angelegen- 
heiten verständlicherweise nicht gern in seinem Beisein erör- 
tern. Und brieflich ist so etwas viel schwieriger als im ge- 
sprächsweisen Hinüber und Herüber. Führt Sie nicht Ihr Weg 



I' 



o 



2. 

gelegentlich mal über Fulda, so dass die Möglichkeit zu einer 
Fahrtunterbrechung bestünde? Vielleicht vermag Sie der beilie- 
gende Prospekt dazu zu verlocken. 

Ihren streitbar-galligen Artikel (..Einen Kognak bitte!) in 
der Allgemeinen ^ochenzeitung habe ich selbstverständlich ge- 
lesen. Darf ich dazu etwas fragen? Warum nennen Sie in den 
Kirchentagszusammenhängen keine Namen? Natürlich könnte man 
sagen, dass der Eingeweihte ohnehin weiss, um wen es sich han- 
delt, während es den Uneingeweihten nichts angeht. Aber ganz 
zufrieden wäre ich mit dieser Version nicht. Bitte mißverste- 
hen Sie mich nicht; ich möchte mir beileibe keine Kritik an- 
maßen, die mir nicht zukommt. Gewiss werden Sie Ihre guten 
Gründe gehabt haben, und die möchte ich gern kennen, um ver- 
stehen zu können. Denn Verstehen ist das Wichtigste zwischen 
den Menschen, finde ich. Es ist gar nicht immer entscheidend, 
ob man den Standpunkt des anderen teilt, wohl aber, ob man 
ihn versteht und dann natürlich auch respektiert. Helfen Sie 
mir? 

Leben Sie wohl für heute und lassen Sie sich vielmals grüssen 



Cordially yours 



(aaox^ K(Mn 




f 



PS zum Thema Fotos; (nur für Lächler) 

Sie stören sich an Ähnlichkeiten? 
Es lässt doch niemand sich verleiten 
zu falschem Schluss. Denn jeder weiss, 
dass deutlich klar ist: Geis bleibt Geis! 



) 



7^ Aug, 1962 



Sehr geelirter Herr Professor Rengstorf, 

ich habe von dem mir sehr lieben imd verehrten Kollegen Meyer 
einen lüündlichen Bericht über das Fest des Institutixiü Judaicum 
erhalten und darf Sie danach bitten, mich aus der Liste der 
Gutachter für die Preisarbeiten des Delitzschianum streichen 
zu wollen. 



Ich uitte mich nicht falsch/^ verstehen 



llt?n ) natürlich 



weiss ich, daß es eine Juden i sei on gibt und Clriaten es 
als eine heilige Aufgabe ansehen, Juden von ihrem Glauben au 
überzeugen. Nur i^öchte ich meinen, daß ich in diesem Bereise 
falsch am Platz v;äre. 

Mit den besten Wünschen und freundlichen Grüssen 



Ihr 



O 



■^:5*1 




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dankt: für Deinen Freundesbrief, in 
dieser Zelt wo sich soviel für mich verändert, wo vielleicht 

1^ eine ganz neue V.elt für mich entsteht, freue ich mich tief über 
das v.as besteht. Und ganz beBonder&,zu hören, da££ es Dir in 
Deinem Eeruf gut geht. "Landrabliner", was für ein wunderschöner 
Titel! Verzeihung, aber ich sehe Dich jetzt nur noch mit wehen- 
der Soutane über die Felder eilen, Korn einseg^nen, zum J.eonherdi- 
tag die Pferde weihen, kleine Kinder die Dir die Hand küssen und 
Dankbare die Dir Hennen und K?-8e schenken. Dabei sitzt Du wahr- 
scheinlicher in einem hässlichen Zimmer und es telefoniert und Du 
hörst schlimme Schicksale und alle Not kommt zu Dir angelaufen. 
Gabri ist über diesen vielen Jamner ganz orthodox geworden. Ich 

P halte es jetzt in keiner Synagoge mehr aus, aJw»=r nicht aus Flucht- 
gründen. Aber darüber ist die Schreiberei ein Unding. Sag mir nur, 
wie lebt ihr eigentlich, ist noch Geld in der Gemeinde, ist noch 
ein Restchen Hut da, ich weiss eigentlich die Antwort ganz genau 
und da sitz ich dann ratlos da und werde steif, dass ich Dir nicht 
ein nettes Wort mehr sagen kr'.nn. 

Seit ein paar Tafeen bin ich in Lordon und habe keine Pläne und 
keine Ahnung für wie lange und waru. De habe ich viel Zeit zu 
lesen und mir das Weitere auszudenken und gleichzeitig erreiche 



ich als Köchin von Bruder Albi eine ziemliche M^ isterrschaft und 
dae ist das Positivste wovon ich zu berichten habe. 
Schüchtern rauss ich auch noch gestehen, dass es mir sehr gut geht. 
Es vard mit immer märchenhafter wenn ich an das Zustandekommen 
meiner Ehe denke, ganz daran habe ich selber nie glauben können, 
das tausendmal ersehnte Wunder ist geschehn, daes ich wieder 
alltine bin,oaer besser, dass ich nicht mehr alleine bin und ^ 
ich weiss genau, dass solange ich auch nicht wissen werde, was 
ich tun werde, mir keine Zeit lang oder leer scheinen kenn. 
V/ird es ein sentimentaler Brief? Ich fürchte mich sehr davor, 
denn deshalb schreibe ich ihn nicht. Es macht mir immer Freude 
mit Dir zu schwätzen und es gäbe viel zu erzählen und tu raufen. 
Aber Du wirst schon einmal Ferien machen und ich habe jetzt so 
eine nette Wohnung hier dass ich Dich gebührend empfangen kann 
und vielleicht auch beherbergen, xkKx Albi ist mein Chef und 
der li/ärde sich auch sehr freuen. Solange m.an sich nicht dehen kann. 



ist eben schreiben doch der beste Ersatz und hier hast Du also 
meine schönsten Grüsseikeep smillnr, nich"tso steif und grausem 
wie die Engländer es meinen, sondern wirklich weil das der beste 



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FRANKFURT A. M., UND KA88KJ^ 

ÜEZPIMBER 102« 



HABEX SIE IIERZI.ICIIKX HANK FÜR 1>IE ANTEILNAII ME, 



T>TE SIE HEIM HINSCHEIDEN VOIST 



FRANZ ROSENZWEIG 



GEZEIGT HABEN. 



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Sehr geehrter Herr Geis- 
ich bin bei äen ^/orarbeiten für eine Toktorarbeit über d^^n 



u-edanken aes 



stellvertr-^tenden Leidens. Tem oberf IrichlicKSn*^^, 
sclieint dieser Gedanke zum ersten y:al in Jes. 53 aus/^espro- | 
chen ixnO: dann im Christentum in den LViittv:jlpunkt gerückt wer- i 
den zu sein. Schon vor ungef"lhr 5 Jahren bin ich darauf ge- 
stoßen, daß sich der Gedanke keinesVvCgs nur nach deir christli- : 



chen -ll:uiben ir; d er i-erson des JesuL von Islazareth .Wirklich- 
keit gesucht hat, sondern daß er auch i: Judentum fortge- 
wirkt hat - als Mittel , das unschuldige Leiden Israels zu 
ve>-stehen. l^iinige der ic,uellen, die meine Aufmerksamkeit auf 
diese "Tatsache " ( v.io ich glaubte r'j'^.ren das l^uch von 
Schv.arzbart, der letzte der Gerechten , un^^ einige Stellen 
in Ihrem Buch "vom unbekannten Judentum." 

Der Gedanke gab mir soviel zu denken und ich fand so venig 
Forschungen darüber, daß ich schon vor 4 Jahren, als ich 
noch mitten im protestüntisch-theologisci'en Studium stand, 
mir vornahm, selbst darüber zu arbeiten. l\lun bin ich also 
bei den Vorarbeiten und muß im Oktober nas I'rogramm samt 
Pibliographie aer vvichtigsten Sonographien usw. abgeben 
und entdecke, daß es, fast nichts 'an • üöateiial gibt,, was 
Ihre, meine und fendt'er Leute 'l'heorie " bestätigt . Ja , grade 
jüdische lorscher [ auch Luber z.B.; leugn^^n sogir, daß in 
Jes. 53 etwas von Stellvertretung geschrieben steht. Iviein 
Mann sagt mit Recht, daß auch ein negatives i'^rgeunis ein hr- 

gcbnis ist, aber es kann doch nicht sein, daß die f^sH 
Yors-tellung, Israel verstehe sein Leid als ..'^line leiden fMr 
die Veit, - eine '/oretellung, v. ie ich sie auch bei christli- 
chen Verfassern fand - aus den ::'inßern gesogen ist. 
Larumi also bitte ich oie nun um genaue Angaben vonv^uellen 
zu Ihren Feststellungen: 

a) S. .S --i-e Selichot seien nicht nur Gebet gev.ordene iViär- 
t^'r rgeschichte, sonoern seien auch der Eiederrci lag der 
Kräfte, die allein das i berstehen verstand lieh macl en : Lie 
fberzeug Jng vo". stellvertretenden Leic. des >o ttesvolkes . 
.'Übt es noch andere oelichot als die, die im Machsor stehen? 
Ich habe nichts darin gefunden. 



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für 
aus- 



b) S. 86 "Per Jude fühlt sich als der Guttesknocht , der 
eine unerlöste Vvelt leidet" und das Zitat aus Jes. 53 
drücklich auf Israel angewendet. 

. ie kommt "der" Jude da drauf? V. ie kommen bj.e drauf? .er 
vertritt den abdanken in i\/'ittelalter und Ivleuzeit? 
in dem Gcoet Zidduk ha-Dm, das ''±e S. 121 in der : oersetzung 
bringen, finde ich einen \usnruck, der an stellvertretendes 
Luiden erinnert: /-^'^ ^ ^ ^T^'^ -*-ap5 P Aber hier ist ja 
von Jizchak, also von ein.:m^einzelnen Gerechten die P.ede, der 
für üie Gesamtheit I>:.r-jels sühnt, also ein /"orbild für das 
was die Chris .n glauben, und grade nicht ein Vorbild für 
jüüisches belbstverständnis . - Dann meinte ich, als ich vor 
Jahren das Buch las - S. 155 in 4em Zitat aus B^er-hof fmann 
( in dem von Innen zitierten Abschnitt "uie Stimme "J einen 
Hinweis zu fii:den. A*j^r jetzt sehe ich, daß mic : das ^^uchen 
zu falschem Finden verführt hat, denn mit "-uline" ±st doch 
h ier wie auch in den ':'elichot und überall, wo in jüdischer 
Literatur von Sühne und Vorsöhnun , die ^ ede ist, nur die 
S'ihne für Israels Sünden gemeint. 



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Ich v;are Ihnen • sehr dankbnr, vjenrx oj.e mir h Ifen könnten 



u^^^-> .wenr;. .oiQrdab bald tun könnten. Ich habe im 
Augenblick kaum i'ö,^^Iichkeiten , die }'±^§±gn Bibliothek 
nuszuniJtzen, da ich s.3lbyt nicht nach Jerusalem fahren 
kann ( v.ir erwarten unser drittes Kinn un" es /^eht mir 
nicht .-;ut; . u 
ic?i (^'-?.her ziemlich r. tlos 



e i ci e m u n i3 rv. a i t . ; t e n n j ; ^ a t i v ■■, n B e T un d bin 



rroj^ra 
ben soll 



V. ie ich nun ilberhauit mein 
KK^i formulieren und die i^iblio/rra^ hie auftrei- 



it vi.;len ilr^ . .jn und Lar;k im voraus bin ich 



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Am 7. November, abends 10 Uhr wurde uns unsere heißgeliebte, 
jüngste Toditer, Sdiwesler, Nidite, Sdiwägerin und Tante 

Martha Schanzer 

Sdiauspielerin 

in der Blüte ihrer ]ahre nadi langer, rührend tapfer ertragener 
Krankheit durdi den Tod entrissen 

Im Namen der trauernden Familie: 

Viktor Schänzer. 

Dortmund, den 7. November 1930. 

Sonnenstrd^e 86. 



Die Beerdigung findet am Dienstag, den 11. November, mittags 12* t Uhr 
von der TrauerliaJIe des Hauptfriedliofes aus statt. 



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Brig, Wallis, 25. März 



Verehrter und lieber Rebbe Geis, 

die Herzlichkeit der Stunden, in denen wir uns 
fanden, ist unverändert und unvermindert wach 
bei mir, und deshalb schreibe ich Ihnen schon 
das erste Mal unter einer Anrede, die gelten 
soll allemal. Nur müssen Sie entschuldigen, dass 
ich es in Maschinenschrift tue. Ich habe alle 
die Leiden, die unser Tischgespräch als unseren 
gemeinsamen Besitz eruierte, auch wenn ich allein 
bin, und in der vergangenen Woche habe ich meine 
Rechte zu nichts gebrauchen können. 
Schon bevor ich selber von der Reise zurückkehr- 
te, waren Ihr Brief und der Band der Herder-Bü- 
cherei angekommen. Und glauben Sie mir: ich habe 
grosse Freude, dass wir uns kennen gelernt haben, 
und weil es undankbare Freude wohl gar nicht ge- 
ben kann, ist meine Freude voller Bank. Ihre lie- 
ben Zeilen haben mich beschenkt, und wenn wir 
noch eine Weile miteinander leben, sollte es zwi- 
schen uns nichts Schöneres geben, als dass wir 
uns wieder und wieder in der Erkenntnis des Ge- 
meinsamen beschenkten. Alle Engel würden sich 
freuen, . . 

Das Buch vom 'Unbekannten Judentum* ist einstwei- 
len der beste Ersatz für Ihre Gesellschaft. Ich 
lese, ich nehme es auf die Reise mit, die ich in 
den nächsten Tagen antreten muss, das zum Gebet 
erhobene Wort Salomo ben Isaaks, dass "durch die 
schreibende Hand eines jeden Menschen Gott be- 
schliesst, damit er alle Menschen erkenne, die er 
gemacht hat," ist eine Entdeckung von Jahren und 
mehr, denn es gibt keins (nimmt man noch die alte, 
auch von Luther gesetzte Bedeutung des 'Erkennen* s 
hinzu!) in dem die mystische Hochzeit des creativen 
Schreibenden mit dem Göttlichen tiefer und inniger 
gefasst wäre. Ach! wenn doch die * unbekannten Ju- 
den' und die *unbekannten Christen* sich zusammen- 
tun könnten! Mit der species der *bekannten* ist 
allemal Kummer und Verzagen. 






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17. 2. 1964 



Herrn Rabbiner 
Dr« Seher eschowskl 
Synagogenoemeinde 
Köln 



Sehr geehrter Herr Kolleget 



C) 



aus der Einlaäun^ zur diesjcllirißen Ren^ßtorf-iMIt^ime in Hannover 
entnehme ichf daß Sie als einziger Jude neben Ben-Chorin dort 
auftreten wollen, »vas Jben-Chorin tut» ist üiir völlic^ gleich- 
gültig, ich kimn diesen Herrn nicht emotneliiüen, i>ie aber als 
orthodoxen Kollegen unter den Teilnehmern und kitarbeitem au 
lÄilsöen, scliaerzt mich Mngegen i.ehr, Herr Professor Kengstorf 
hat ciir gegenüber Jaiirolang erklärt , Hiit der Judeniüisßion nichts 
zu tun zu haben. Nun weiß ich endlich - viel zu spät - aus der 
Lektüre von '•Friede über Israel, Zeitschrift des evangelisch- 
lutherischen Zentral verein; für kission xrnter Israel" und direkt 
aus Hanburg, daß Herr Irofcösor Rentistorf 



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1. Vorsitzender der Judeniaission in Deutsqhland ist, 

2. einen UcLOxx naznens koacowi^i in Hixmburg als Judenmiasionar 
eingeführt hat* Herr läosc. xltSSi auch unter aruen rui;iänischen 
Juden in Paris Judenmisaion treibt. 

Weiter habe ich zur Kenntnis nehmen ir-üssen, daß 

3. Herr Irofi: sor U« Wittenberg, rait uäü ich seit Jahren in 
Rengstorf'ü ITeisrichterkollegium zusammenoitze, die .Uisicht 
vertritt: '*Ich habe es ixamer als kindisch empfunden, wezm man 
beim Blick auf die Judenverfolgungen nur die Bosheit der 
laenschen insonderheit der Christen sehen wollte und nicht auch 
die Hand Gottes". 



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4« Der Kreic um Rengutorf widerlichsten AntiB«niitianuß gegen- 
über nicht tauf willigen Juden betreibt. 



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So wenig es meine Art istf mich in die Entscheidung meiner 
rabbinic^ci en Kollegen einsBiimiechent erlaube ich mir in diesem 
einen und wirklich außerordentlichen Fall, Sie zu bitten, Ihre 
EntDcheidung nochmals zu Über denken. 



In der Floffhungt ^^ ^i^ ^^ meine Offenheit iiicht verUbelni 
verbleibe ich 



o 



mit kollegialen Grössen 
Ihr 



• 2 - 

4. Der KrolB um Rengrtorf widerlichsten iUitlsemitiEanuß geßen- 
über nicht taufwilli^ren Juden betreibt. 

So wenig es neinc Art ist, aiich in die Entecheidune meiner 
rabbinioCi en Kolleßen einzuiaischent erlaube ich mir in diefö«tt 
einen und wirklich außerordentlichen Fall, Sie 2U bittettf Ihre 
Entocheidung nochmala zu Überdenken. 

In der Kofftiungt dfiß sie mir meine Offenheit nicht verübeln, 
verbleibe ich 



\ 



mit kollegialen Grtssen 
Ihr 



■^^ 



Dr.E.SCHERESCHEWSKI 

5 KCIN, RooiutroRe 50 



5 Köln, den 19.2.1964. 



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Lieber Herr Kollege Geis ! 

Ich bestätige dankend den Erhalt Ihres Schreibens vom 17.2., mit 
dem ich allerdings, wie Sie wohl verstehen werden, nicht in allem 

besprechen« 

Mit freundlichen Grüssen 
Ihr 



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Herrn 

Oberbürgermeister 
Sr« B« Schlapper 



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Baden-Baden 



Sehr geehrter Herr Oberbürgermeleter 1 



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Eine Erkrankung macht es mir erst heute möglich, auf 
Ihr Schreiben vom 2#11, einzugehen, daesich mit meinem 
Brief vom 1#11« gekreuzt hat# 

Es handelt eich bei der strittigen Angelegenheit nicht 
um die 4 8- Stundenfrist, die bei Beerdigungen vorgesehen 
ist, wie Sie mittlerweile aus meinem Schreiben vom 1»11» 
entnommen haben werden« 

Ich möchte aber festgehalten wissen, daß schon die Zeit* 
angäbe des Herrn Limberger über die Karlsruher Telefonate 
nicht der Wahrheit entspricht« Ich ließ mich sofort 
nach dem Anruf unserer Sekretärin mit dem Bestattung samt 
Baden-Baden verbinden« 

Weiter erlaube ich mir die Frage, ob Sie wirklich glauben, 
daß ich Ihre und meine Zeit in Anspruch nehmen würde, 
wenn Herr Limberger sich nicht ungebührlich benommen hätte? 
Ich pflöge nicht mit den Bestattxmgsämtem über Beerdi- 
gungen zu verhandeln und habe es in diesem Falle nur getan, 
weil unserer Sekretärin erklärte, dem unverschämten Ton 
des Herrn Limberger nicht gewachsen zu sein « 

Ich bedauere es daher außerordentlich, Ihr, geehrtes Schrei- 
ben vom 2« 11« nicht als Wiedergabe des jMt^bestandes ansehen 
SU können« 

Mit vorzüglicher Hochachtung I 



I. 



Der Landesrabbiner von Baden« 



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DER OBERBÜRGERMEISTER 



BADEN-BADEN 



2. November 1954 



Herrn 



Landesrabbiner 

Dr. Robert Raphael Geis 

Karlsruhe 
Hermann-Billing-Straße 2 



Selir geehrter Herr Landesrabbiner! 



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Eei Prüfung Ihrer Beschwerde vom 26. Oktober ds.Js, wurde fol- 
gender Tatbestand festgestellt: 

Herr Ferdinand Odenheimer ist am 25« Oktober 1954 um 
16. 5o Uhr in Baden-Baden im Stadt. Krankenhaus verstorben. Nach 
der Dienstanweisung für die Leichenschauer in Baden darf die 
Leiche nicht vor Ablauf von 48 Stunden nach erfolgtem Tode zur 
Beerdigung freigegeben werden. Eine fr-jhere Beerdigung (nach Ab- 
lauf von 3o Stunden) ist nur möglich, wenn 

1. die Verwesung der Leiche ungewöhnliche 
Portschritte macht, 

2. wenn eine ansteckende Krankheit die Ursache 
des Todes war, 

3. wenn der Raum, in welchem die Leiche aufgebahrt wird, 
der Familie zum eigenen Wohngebrauch, insbesondere 
für Kranke unentbehrlich ist. 

Falls die Beteiligten aus sonstigen erheblichen Gründen eine 
Abkürzung verlangen, kann dem Antrag nach Ablauf von 46 Stunden 
seit dem eingetretenen Tode stattgegeben werden. 

Ihre Sekretärin rief am Dienstag vormittag beim hiesigen Be- 
stattungsamt telefonisch an und wollte die Beerdigung auf Mitt- 
woch, 12.00 Uhr festlegen. Da bei diesem Zeitpunkt weder die 
46 noch die 48-stündige Frist eingehalten war, mußte dieser 
Termin abgelehnt werden. Vom Bestattungsamt wurde vorgeschlagen, 
die Beerdigung am Mittwoch, den 27. Oktober 1954, 16. 3o Uhr, 







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stattfinden zu lassen. Dieser Termin wurde von Ihrer Sekre- 
tärin abgelehnt, da von Karlsruhe zu der Beerdigung zehn 
Personen kommen wollten und die Zeit von 16. 3o Uhr diesen 
zu spät war. Eine Verschiebung der Beerdigung auf Donners- 
tag wurde ebenfalls abgelehnt, da Sie an diesem Tage an 
einer Sitzung teilnehmen müßten. 

Eine Stunde später haben Sie daraufhin selbst angerufen. 
Auch Ihnen konnte nach Sachlage eine andere Antwort nicht 

erteilt werden. 

Wiederum eine Stunde später rief dann Ihre Sekretärin aber- 
mals an und vereinbarte als Beerdigungstermin i'^reitag, den 
29. Oktober 1954, 11. QO Llir. 

Bestattungsordner Limberger behauptet, die Unterredung mit 
Ihnen und Ihrer Sekretärin in ruhigem, sachlichen Ton ge- 
'führt zu haben und ist äich keinerlei Schuld bewußt. Er 
lehnt deshalb die von Ihnen verlangte Entschuldigung ab. 

Sofern Sie die Weiterverfolgung Ihrer Beschwerde wünschen, 
bitte ich, im Sinne meines Schreibens vom 27# ds.Ivits. die 
behaupteten Ungehörigkeiten näher zu substantiieren. 



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Mit vorzüglicher Hochachtung 



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(Dr.'^E. Schlapper) 



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Harm 

Oberbürgermel st er 
Dt. B« Schlapper 
Stadtverwaltung 

Baclen«"Baden 







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Sehr verehrter Herr Oberbürgermeleter l 

Meine Abwesenheit von Karlsruhe macht es mir erst heute 
möglich auf Ihren Brief vom 27. Oktober zurückzukommen # 
Vorweg möchte ich erklären, daß mir eine Frist von 48 
Stunden für eine einfache Bntschuldigimg kein unbilliges 
Verlangen zu sein scheint« 

Beanstandet von mir wurde einmal , der unverschämte Ton 
Ihres Bestattungsordners Llmberger, zum anderen seine 
Behauptung, daß die Pestsetzung einer Be tattung nur 
ihm zustehe und der die Bestattung voniehmende Oeist-» 
liehe kein Recht habe, auf die Zeit Einfluß zu nehmen» 
Herr Limberger behauptete, die Beerdigung könne am Mitt- 
woch, den 27«10#, nicht stattfinden, während die mir 
Überreichte Bescheinigung ausdrücklich betont, daß die 
Bestattung an eben diesem Mittwoch ab 16 ,30 Uhr statt- 
finden konnte« 

Da Sie liebenswürdigerweise die Angelegenheit zu einer 
amtlichen Untersuchung haben werden lassen, darf ich 
wohl in Bälde einer weiteren Hfachricht von Ihrer Seite 
entgegensehen« 

Mit vorzüglicher Hochachtung! 



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Der Landesrabbiner von Baden« 



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STADTVERWALTUNG 

BADEN-BADEN 

Herrn 

Lande srabbiner 

Dr. Robert Raphael G-eis 

Karlsruhe 
Hermann-Bill ing~ Straße 2 



27. Oktober 1954 



Sehr geehrter Herr Landesrabbiner! 

Wir bestätigen den Eingang Ihrer Beschwerde vom 26. ds. Mts. 
und haben die erforderliche Untersuchung sofort eingeleitet. 



Ihre Beschwerde beanstandet lediglich in allgemeiner Form 
den von Bestattungsordner Limberger angeschlagenen Ton; zur 
Durchführung der Untersuchung wäre es erwünscht, wenn die be^ 
haupteten Ungehörigkeiten näher substantiiert würden. 



O 



Im übrigen dürfen wir darauf aufmerksam machen, daß es un- 
gewöhnlich ist, einer Behörde zur Erledigung einer einge- 
reichten Beschwerde eine Frist von 48 Stunden zu stellen. 



Mit vorzüglicher Hochachtung 




(Dr. E. Schlapper) 
Oberbürgermeister 



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26. Oktober 1954* 



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An den 

OberbürgermeiBter 
der Stadt 
Baden^^Baden. 

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Sehr verehrter Herr Oberbürgermeieter, 
das Sekretariat des Oberrates der Israeliten hatte heute 
bei Ihrem Bestattungsamt eine Beerdigung anzumelden« Der 
Beamte Ihres Bestattungsamtes , Herr Limberger^yevhandelte 
mit unserer Sekretärin in einem Ton ^ der die Dame veran- 
lasste mioh um Hikfe su bitten« loh rief darauf Herrn Lim- 
berger an und wurde von ihm nioht besser behandelt i obwohl 
ioh ausdrUoklioh erklärte »dass ioh der Landesrabbiner von 
Baden bin.Selbst wenn es richtig sein sollte, dass in Baden- 
Baden Beerdigungen nioht stattfinden können, wenn au oh nur 
wenige Stunden su der 48 Stunden-Frist fehlen und der zu- 
ständige aeistliohe nioht ortsansässig ist, so durfte sich 
Ihr Beamter wohl kaum ähnliohe Ungehörigkeiten gegehUber 
meinen Kollegen, dem Herrn Landesbisohof Bender und dem 
Freiburger Brzbischof erlauben« 

Sollte bis au der auf Freitag um 11 Uhr festgesetaten Be- 
erdigung der Beamte Ihres Bestattungsamtes bei mir^oht 
entschuldigt haben, müsste ioh su meinem Bedauern die deut- 
sche und ausländische Presse von dem Vorfall benachrichti- 
gen« 
aenehmigen Sie, verehrter Herr OberbUrgermeister^den Ausdruck 

meiner voraUglichen Hochachtung 




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Technische Hochschule Darmstadt 

Institut fOr Philosophie, 
Pädagogik und Psychologie 
Direktor: Prof. Dr. Schlechta 



61 Darmstadt, den 25. Februar 1965 



An Herrn 

Rabbiner Dr. Robert Raphael Ge^is 

4- Düsseldorf 

Fischerstr ,55 






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Mein lieber Freund! 



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Ich danke Ihnen aufs Allerherzlichste für Ihre lieben und 
guten Zeilen vom 23. d.M. Ja, Sie haben nur allzusehr recht: f 
Meine Kindheit und Jugend ist nicht leicht gewesen; ich bin nicJi 
imstandw, mir eine einzige Stunde daraus zurückzuwünschen* 
Aber vielleicht ist das auch ganz gut so. Tausend Dank für 
alles, was Sie zu meiner Frau und mir gesagt haben - wirklich, 
ich fühle das so von Herzen. Natürlich ist es jjins gleichgül- 
tigyv;as die obljgate Bundesbür :erschait über -**iiöh denkt. Ich 
sehe in zu viele legalisierte Verhältnisse hinein, um nicht 
zu wissen, was darin realiter gespielt wird. Das ist in den 
meisten Fällen nicht sehr animierend, 

Ihre geplante Purim-Sendung habe ich mit meiner Frau gelesen - 
Frau El Saj^ed hat sie auch gelesen - und wir sind alle zusammen 
außerordentlich berührt davon: solche Worte können nicht ein- ' 
dringlich und oft genug gesagt werden. Hoffentlich versi^j^t | 
das der Rundfunk! 

Heute habe ich nun, mein lieber Freund, G-elegenheit gehabt, 
mit Kogon unter vier Augen zu sprechen - über Ihre gütige 
Hilfsbereitschaft. Er war sehr nett, in gar keiner Weise ge- 
kränkt und läßt Ihnen tausendmal seinen herzlichsten Dank 
sagen. Er hat sich wirklich über Ihre Teilnahme sehr gefreut. 
Ich soll Ihnen sagen, sie sei gegenwärtig nicht realisierbar, 
da er keinen Urlaub nehmen könne/! : er mÜ3se sich endlich an 
sein längst geplantes d£ehrbucb setzen. Daß er dies bisher nicht 
konnte, ist für ihn eine solche Last geworden, daß es sich zum 
Unerträglichen gesteig.^rt hat. Er muß sich daran setzen, und 
das dauert länger als vier Wochen» Darüber hinaus gibt es 



GESPRÄCHSTEILNEHMER 



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Gesprächsleiter 

Schlechta, Professor Dr. phll. Karl 

Ordinarius für Philosophie, Pädagogik, 

Psychologie 

Technische Hochschule Darmstadt 

II u I l I VVui iU iel , Te l . ?74 00 

El-Sayed-Langer, Ingrid, Assistentin 

Wissenschaftliche Mitarbeiterin 



,- 3S 



Referenten 

Bloch, Professor Dr. phll., Ernst /77t S,^rhv^an '^ c^ 

Philosoph, Tübingen 

Hefel ,/gu i T ie iub e ", T el . 79145 
Heer, Professor Dr. phiL^ Friedrich ,, 

Schriftsteller, Wien /r ^eh <L^*i ^ ^^/fai^ss-j^-^^ ^'O 

^ -Het e l ^u i T i uuül" 

Jens, Walter, Dr. phil. habil .• T r^t 

Universitätsprofessor, Schriftsteller, Tübingen HaMSUTSh' // 

Het gl „Zum Traube' ' 
Jores, Dr. med. Arthur 

Universitätsprofessor, Direktor der II. Med. Uni- . ' / >-- 

versitäts-Klinik u. Poliklinik H-mhirrj Blnnlronoüc 1^^ Wd^H^H^Jf ^J 

Het el „Zu i- T i'e iube " 
Klein, Dr. theol., Dr. jur. can. Joseph 
Universitätsprofessor für Geschichte der Philo- 
sophie, Göttingen 3 J'i 7i 7s^. Zt 

^ H * u I l I „Zu i T i uub e" 

Maihofer, Dr. jur. Werner ^ 

Universitätsprofessor, Ordinarius für Rechts- und 
Sozialphilosophie der Universität des Saarlandes, 
Saarbrücken iS hui t^^y^^f 

Hülel „Zui Tiuuüb" 
Szczesny, Dr. phil. Gerhard 

Publizist, München y /-^//-m.r jj>,..,, , , ^. 

Ji o t sI „ Zy r Tr ay bc 
von Uexküll, Dr. med. Thure 

Universitätsprofessor d. Inneren Medizin^ 
Universität Gießen^ r*'U^ ^/itf/e rS/f. 63 

Diskussionsteilnehmer 
Ballerstedt, Dr. jur. Kurt 
Universitätsprofessor, Direktor des Instituts für .^ ' '^ - J t / 

Handels- und Wirtschaftsrecht, Bonn * Ent/ctuch: Lnt/ndSh\ ^ 

'l lu l e l Lehmu iii i, T« l . 7 57 63 
Biemel, Dr. phil. Walter 
Ordinarius für Philosophie, Rheinl.-Westfäl. , J Ml *" n 

Technische Hochschule Aachen ttm^c-%' hMct'ti C fi ^ß (Itt •/ ~ J 

Het e l Le h ma n n 



Bllz, Professor, Dr. med. Rudolf -^ 1 L ^ /} 

Neurologe und Psychoterapeut, Moinz^ Jjtuf/) c-n trS^i i 

Hu le l Mud, T el . 7 55 07 
Bochnik, Dr. med. Hans J. 
Universitätsprofessor, Oberarzt an der Psychia- 
trischen und Nervenkiinik und Poliklinik, 
Hamburg ^offktt e dt JH)^ SaAyi'%*i ^\^ SJl 

H ot e l Le h m c n n 
Botterweck, Dr. theol., Dr. phil. G. Johannes « '* iC ^jj '^ 

Universitätsprofessor für Altes Testament, Bonn , <^'^»** CtcM *^ j 

H ote l Weinmid ie j l 
Diem, Dr. theol. Hermann, Universitätsprofessor 
für Systematische Theologie, Kirchenrecht, 
Kierkegaard-Forschung, Tübingen^ ^ai«^Vv^^.^7 

Federlin, Dr. med. Konrad . ^ • 

Frankfurt am Main. Pc.-:»th a%iSSh: 37- 

Geis, Dr., Rabbiner Robert Raphael 

Düsseldorf iv'^;,.^ ^. /T^.^^r J*/-*^^ 

' ' Ho te l Leh mann 

Gurland, Dr. phil. Arcadius R. L 

Professor für Wissenschaftliche Politik 

Technische Hochschule Darmstadt 

Klinkenberg, Dr. phil. Hans-Martin 

Universitätsprofessor für Mittlere und Neuere . / *- 

Geschichte, Universität Köln -/r<f^. /?«M HiJ^^/rZ^ 

■ H ote l Mode 
Messerschmid, Dr. phil. Felix 

Oberstudiendirektor, Direktor der Akademie für 
politische Bildung, Tutzing/Obb. 

H oto l Lohmo wn 

Mitscherlich, Dr. med. Alexander 
Universitätsprofessor, Direktor der ^' y^^ 

Psychosomatischen Universitätsklinik Heidelberg . t iSS -^V^ 

H o tel ulMf Traubo" 

Sauberzweig, Dr. Dieter 
Geschäftsführer der Studienstiftung des 



M ac k 



^^escnaTTSTunrer aer OTuaiensTinung aes . / 

Deutschen Volkes, Bad Gosesberg ^Qö^lfn^mt. it 

Sopp, Dr. med. Hellmut , 1 ^.j 

Bergwerksarzt, Düsseldorf .///^-wy^rf /Ti/i' Tj 

Ho tel Lehmann 
Topitsch, Dr. Ernst 

Universitätsprofessor, Ordinarius für Soziologie 

und Ethnologie, Universität Heidelberg 

jH o t al wZ u r Tr qybe '' 

Zilkens, Dr. med. Johannes i- ^ 

Kinderarzt, Köln L! t, J vl<^ tr^lf- 7* 

fl o tel L e hman n 

Zwerenz, Gerhard ^ • 

Schriftsteller, Köln /iei Msiufs/f. / 

^ / Hof el Le hmann 



3 



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- 2 - 



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zwisKhen ihm und seiner mir verehrungswürdigen Frau ganz 
interne Schwierigkeiten, welche ihn auf Ihre gütige Hilfe f-Z^, 
nicht eingehen lassen. Ich wollte zu dieser Angele r^enheit 
nicht weiter fragen, aber diese Bedenken walren offenbar 
unausweichlich» Er hat mir aber versprochen, Ihnen etwas 
zu sagen, wenn seine Angelegenheiten sonst ganz unhaltbar 
werden sollten» Natürlich ist sein Zustand nach wie vor recht 
besorgniserregend; aber er hat Hoffnung, daß sich alles zum 
Besseren wende/, wenn er sich an seine Arbeit setzen könne« 



Ihnen, und Ihrer sehr verehrten Gattin 
die herzlichsten G-rüße von stets Ihrem 



(((AaaX ^ 



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Technische Hochschule Darmstadt 

Institut fOr Philosophie, 
Pädagogik und Psychologie 
Direktor: Prof. Dr. Schlechte 



61 Darmstadt, den 22. Januar 1964 



Herrn 

Rabbiner Dr. Robert R. Geis 



fr 



Düsseldorf 



Pischerstr. 55 



I 



Mein lieber, hochverehrter Herr Geis! 



Meinen allerherzlichsten Dank für Ihre guten Zeilen 
vom 20. dieses Monats und für Ihre lieben Geburtstags- 
wünsche. Ja, dieses problematische Ereignis fällt auf den 
morgigen Tag. Aber wie dem auch sei, über Ihre Wünsche habe 
ich mich in der Tat von ganzem Herzen gefreutiji denn das, 
was einem im Alter so selten begegnet, ist mir gewissermaßen 
wunderbarerweise in der Begegnung mit Ihnen doch zuteil ge- 
worden; daß man sich nämlich in allem Wesentlichen ohne 
Worte versteht, das^ in^f olgedessen nuanzierte Andeutungen 
besagtes Wesentliche zum Anklingen bringen und eine beglückende 
Übereinstimmung ganz naib evident machen. Das ist unbeschreib- 
lich schön - und für mich selbst im Gespräch mit Ihnen immer 
beglückend gewesen. Und das alles, wie Sie mit Recht sagen, 
in dieser dunklen Zeit. Ich werden gewiss mehr als eine Minute 
zu Ihnen morgen hinüberdenken. 



Mit den herzlichsten Grüßen 
bin ich immer 



Ihr 



Hwid 4 



tituduA^ 



Technische Hochschule Darmstadt 

Institut fOr Philosophie, 
Pfldogogik und Psychologie 
Direktor: Prof. Dr. Schlechta 



61 Darmstadt, den 5» Januar 1964 



An Herrn 

Rabbiner Dr* Robert RaphaaL Geis 

4 Düsseldorf 

Pischerstraße 55 



Mein segr verehrter und lieber Herr Dr. Geis! 

Verzeihen Sie, bitte, vielmals, daß ich Ihre herzensguten 
Zeilen vom 23« Dezember erst heute beantworte: aber ich 
war die ganze Zeit über nicht in meinem Institut • Ich danke 
Ihnen für alle Wünsche und erwiedere sie aufrichtig, Sie 
werden es selbst gefühlt haben, wie schön und bedeutsam Ihr 
Besuch wieder für mich gewesen ist# Als ich nach Hause kam, 
erzählte ich, daß Sie für mich unter die ganz wenigen Men- 
schen zählen, mit denen man völlig uneingeschränkt offen 
sprechen kann* Der Kreis solcher Menschen wird immer enger - 
auch eine der beklemmendsten Pest Stellungen in dieser ZeitI 

Ihre freundlichen Grüße werde ich nach allen Seiten hin gewiß 
ausrichten« 

In der Hoffnung, daß wir uns recht bald 
wiedrr sehen können^ grüße ich Sie auf 
das Herzlichste als stets Ihr 



Huitf J^ 



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Professor D. Hermann Schllngen8lep>en 



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ÖO WUPPERTAL-BARMEN ^ ^^,3. ^^ 
Untere Lichtenplatzer Straße 80 
Telefon ö9 87 48 






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Professor D. Hermann Schlingensiepen 



ÖO WUPPERTAL-BARMEN , den 9- 3» 7o 
Untere Lichten plotzer Straße 80 
Telefon öO 87 48 



1 



Herrn Rabbiner i.P.. 
Prof. Dr. R. u. Geis 

Düsseldorf 
Fischerstraße 55 



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'Sehr verehrtei- und sehr geliebter* - Herr Doktor! 

Als ich Sie ^;estern im Gürzenich sprechen £,^ehört hatte, hätte ich 
Ihnen gerne noch zum Ausdruck meines Dankes und meiner Mitfreude 
mit Ihnen die Hand gedrückt. 

Vielleicht wis en Sie aber, oder wissen es auch nicht, daß eine un- 
glückliche i'^achoperation meiner schweren Kriegsverletzung am 'toten 
Mann' im Sommer 19^7, die die Ärzte für nötig hielten, weil sie in den 
Narben Krebs vermuteten, was sich zum Glück als unbegründet heraus- 
stellte, mich vor 1.T Jahren partiell gelähmt zurückließ. Deshalb 
konnte ich unmöglich auf Sie zu^,ehen, und den Mut, meinen jungen Be- 
gleiter zu Ihnen zu schicken, um Sie zu mir heranzubitten, fand ich 
leider nicht. So darf ich Ihnen auf diesem v^ege wohl zum Aufdruck 
bringen, wie tief mich die beiden gestrigen Stunden im 'Jürzenich 
angerührt haben, und wie stark die ^B'reude über sie in mir nachklingt. 
Das V.'ichtigste zunächst! Daß Ihr und Ihrer Leidensgefährten uroßmut 

es so erstaunlich über sich gewonnen hat, sich von uns, die wir uns 

''/ ♦ 

ja nur kollektiv vor Ihnen schämen können, trotz allem lieben zu la sen, 

ja uns spürbar wiederzulieben, ist eines der ^^rol^en V/under, die über 
den Schrecken dieses furchtbaren Jahrhunderts einen unbegreif liche/^n 
aber umso wirklicheren Lichtschein aufleuchten läßt-. Er erfüllt mich 
mit einer i.offnung, für die ich einen öffentlichen Ausdruck seit 
Jahren suche, aber noch nicht in die üf fentlichkeit habe hinausgehen 
lassen können. Ich bin aber dabei, das vorzubereiten. Unter dem Motto 
aus der 2. 'Preisung' der Lobsängei' Israels: '... aber Du bist heilig, 
der Du v/ohnest unter dem Lobe Israels ...'(Ubers. M. Luther' s) mächte 
ich aus meinem eigenen Leb n erzählen unter cier Überschrift: Lebens- 
beichte eines deutschen Patrioten unter den Schlagschatten von . Auschwitz. 
Schon das einführende Kapitel soll die .berschrift haben: .,.ie unwider- 
rufliche V,'ende,und das Ganze soll von der ersten bis zur letzten Zeile 
zum Ausdruck bringen, daß das V/ort ces Nazareners im Johannesevange- 
lium: Das i.eil kommt von den Judv.nl für mich nicht nur eine geiste.j- 
geschichtliche und weltgeschichtliclie i-:edeutung hat, sondern eine ,^.anz 



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- 2 - 



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existentielle, ja persönliche. Für die -deutschen, die sehen ^elernt 
haben, und für rnicli selbst, der ich meine, sehend geworden zu sein, 
ist Überwindung- der schuldvollen und tragischen Schatten der Vergan- 
genheit schlechterdings nicht mehr im Kämmerlein oder in einer V/andlung 
der Gesinnung unseres Volkes, wie sie >.ich ja (}ott sei Dank bei den 
Besten längst angebahnt hat, wirklich zu gewinnen, sondern nur noch 
mit der konkreten Hilfe jüdischer henschen, ja des Volkes Israel als 
Ganzem. Aber ich bin auch davon überzeugt, daß das noch eine weiter- 
reichende, übergreifende Ivirklichkeit hat! :iuch die ökumenische 
Christenheit kann ilire furchtbar schuldige Entartung, die Ströme un- 
schuldig vergossenen Blutes zur Folge hatte, unmöglich überv/inden, 
ohne sich zu einer Abbitte an Israel durchzuringen, v;ie sie Karl B^l*th 
nach einer Bemerkung in seinem Büchlein 'Ad limina iipostulorum ' während 
des II. vatikanischen Konzils schmerzlich vermißt liat. Mich erinnerte 
seine Bemerkung an eine der großen Enttäuschungen meines ebens. 
Während der V/eltl:irchenratstagung in Neu Dehli , h:.tte ich meinem oohne 
Ferdinand, der als Mitarbeiter von Bischof ocharf und Dolmetscher an 
ihr teilnahm, Briefe für den damaligen Generalsekretär des Weltkirchen- 
rates, dem Holländer Dr. Visser t-Hooft und dem Erzbischof von Canter- 
^ah^^Uk bury zur Weitergabe geschickt, die schon die Anregung enthielten, die 
^^*^'^ Konferenz möge ein Wort der Abbitte an Israel beschließen und gl- ich- 
zeitig Johannes XXIII., der daipals noch lebte, ehrerbietig bitten, 
sich für die romi. Kirche dieser Abbitte anzuschließen. Leider hat die 
deutsche Delegation meinen Sohn - ich kann nur sagen - verführt, die 
Briefe für sich zu behalten, aus demi verständlichen Grunde, eine solche 



I 



^*''^ Anregung von deutscher Beite könne als der Versuch einer Art moralischer 
j_.ntlastungsof f ensive für unser Volk mißdeutet werden. Gott wei , daß 
mir nichts ferner lag; aber Dr. Vii:ser t-nooft hat mir hinterher selbst 
angedeutet, er würde dieser A regung, auch wenn sie an ihn heran-e- 
kommen v/äre^ wid. rsprochen haben, v/eil aian ja wirklich nicnt\ deutschen 
Kirchen habe zumuten könner. , in dieser Bache in einem Atem mit uns 
Deutschen zu sprechen. Tausendmal berechtigt und begreif lich^ünd doch 
zum Weinen! Worin nlr ein angesehener Utrechter r.ollege Hecht gab. Im 
vergangenen Jahre nun habe ich unter Verweisung auf Karl B^rth meine 
Anregung noch einmal in Briefen an Kardinal Willebrands für Papst 
Paul VI. und dem Nachfolger Visser t-Koofts, Eugene Carson Blake, in 
Genf v;iederholt. Bisher ohne wirkliches Echo. Wine falsche Rücksicht 
auf die Lage der Christen in den arabischen L..ndern und die arabischen 
Palästina-Flüchtlinge steht da wohl im Hintergründe,' aber man soll ja 

eben nicht fragen, was kommt danach, sondern was ist liecht'^^ 'iJur dadurch 
unterscheidet sich der Freie von dem^ Knecht!' (Theodor Storm) 



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- 3 - 



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Meine Anregung ö'i^.. noch einen ochritt weiter, man möge doch, um das 
Versäumte nachzuholen, ein allchristliches Konzil g-cmcinsam einberufen 
und dazu als Gäste Vertreter der verschiedenen religiösen iruppen 
Israels einladen, um mit ihnen ins Gespräch über unsere goiTieinsamen Vr 
Sprünge im Glauben an den erwählenden Gott Jahwe zu kommen, dem wir 
ja beide glauben dlirften und deshalb zu vorbehaltlosem Gehorsam ver- 



pflichtet wären. Utopie?! Ich kann den Glauben nicht auf-ebe 

sich hi'er u:i; eine reile Utopie hand It, und ich sehe die theologischen 



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Gespr" che von oyna,^:oge und Kirche, wie si. auf d utschem und hol 
Boden, aber doch weit darüber hinaus auch schon ebenso verheißungsvoll 
wie fruchtbar in Gang gekommen sind. 

Was ich über meine personlichen Initiativen gesciirieben habe, darf ich 
wohl bitten, streng verti-avlich zu halten; aber der gestrige Tag hat 
mir dieses Geständnis Ihnen ge nüber ab^. lockt^ und es soll Ihnen nur 
noch cinn.al bezeu^jen, warum und in welch hoher neffnung ich n^ch 
Köln gefahren und von ". r)ln zuräckgefohren bin. 

Sollte Ihr V/efe Sie einmal ins 'vuppertal führen, so gehen /ie doch 
bitte an «der Hütte Ihres Knecntes 'nicht vorüber. 

Herzlich und .ehr dankbar immer Ihr 




'khi'^yyn 



Ji^^Umc^ cn^^fi^c^c 



NS: Daß es ausgerechnet mein ehemaliger Jüngerer Kollege an der Bonner 
Universität K.-J. Kraus war, (an den, wie an meinen anderen damaligen 
Eonner Kollegen iielmut Gollwitzer ich wegen unserer nahen Verbundenheit 
besonders gern zurückdenke) der I^rau Heichme.nn's und Ihre V.'irksainkeit 
würdigte, w..ir für meine i'rau und mich noch eine besondere Genugtuung. 
Meine Frau schließt sich übrigens in Irinnerung an Ihre beiden Besuche 
bei uns auf dem Hardt-r>erg hier in \Juppertal meinen .irüßen und Glück- 
wünschen für Sie von Herzen an. 



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DEUTSCHER BUNDESTAG 

DER VIZEPRÄSIDENT 

Prof .Dr.K.Schmid 



BONN, 30.9.1957 



Herrn 

Robert Raphael Geis 

Karlsruhe 
Hermann -biiiingstrasse 2 



Lieber Raphael Geis, 

haben Sie vielen Dank für Ihren Brief vom 19. 9. 1957, der mir 
eine grosse Stärkung ist. Ich kann diese Stärkung brauchen, 
denn jetzt kommen Aufgaben auf mich und einige Freunde zu, 
die sehr viel Kraft verlangen werden. Ich wilf*daran machen, 
diese Aufgaben a« löserThelf en, um aus dieser Partei, die bisher 
immer noch eine Klasr^enpartei gewesen ist, eine echte Volks- 
partei zu machen - keine Partei, die sich in erster Linie als 
Interessentenpartei sieht, sondern eine Partei, die weiss, dass 
alles Lebendige aus dem Greiste zu kommen vermag, auch das Le- 
bendige in der Politik. 



Mit den besten Grüssen und Wünschen 



Ihr sehr ergebener 




DEUTSCHER BUNDESTAG 

DER VIZEPRÄSIDENT 

Prof .Dr.K.Schmid 



BONN, 28.12.1956 

Fernruf 2 0141 



Herrn 

Dr. Robert Raphael Geis 

K a r 1 s r u h e /Baden 
Hermaari-iiilling-otr. 2 



Lieber und verehrter Freund, 

ich danke Ihnen von Herzen für Ihre Glückwünsche und die An- 
teilnähme an meiner Krankheit. Es ist schwer, aber die Arzte 
sind davon überzeugt, dass sie mich heilen werden. Ich 
hätte nie geglaubt, wie reduziert man werden kann, wenn 
einem die rechte Hand ihren Gehorsam versagt. 

Ob in all dem ein Sinn liegt, weiss ich nicht - Wc:r weiss 
überhaupt etwas von dem Sinn, der in den Dingen liegt, 
ausser jenem, der sie bringt? Ich versuche aber nach Kräften, 
alles zu tun, was der Heilung dient. Darüberhinaus gehe ich 
den Gedanken nach, die zu mir kommen, wie vollbeladene Kara- 
wanen. 

Wie lange ich noch hier werde liegen mü^^sen, weiss ich nicht. 
Keinesfalls werde ich vorzeitig fortgehen. Ich glaube, dies 
auch meinen i^'reunden schuldig zu sein. 

Seien Sie herzlichst gegrüsst von 



d>R. 




Ihrem 

gez. Carlo S c h m i d 

(Z.Zt. nicht in der Lage, ein 
Handzeichen zu setzen.) 



Sekretärin 



11 



DEUTSCHER BUNDESTAG 

DER VIZEPRÄSIDENT 

Prof .Dr.K.Schmid 



BONN, 1,11.1956 

Femruf 2 0141 



Herrn 

Dr. Robert Raphael Geis 

Karlsruhe/Bade n 

Hermann Billirig-Straßse 2 



Lieber Freund Geis, 

vielen Dank für Ihren Brief vom 18.10.1956, auf den ich heute 
nur eine ganz armselige Antwort geben kann, denn ic>^ fliege 
für einige Wochen nach Üstasien. Lassen Sie sich nu"r sa^en, 
wi** gro«s die Freude ist, die Sie mir durch dieses Lebens- 
zeichen gegeben haben. Wir werden uns zwar jetzt wieder ver- 
fehlen, aber vielleicht werden wir -^nde des Jahres oder An- 
fang des nächsten Jahres wirklich zusammen kommen können. 

Herzlichst und in Freundschaft 



Ihr 

gez. S c h m i d 



(Nach Diktat abgereist) 

(Alt) 
Sekretärin 






DEUTSCHER BUNDESTAG 

DER VIZEPRÄSIDENT 

Prof .Dr.K.bchmid 



BONN 12.10.1956 



Fernruf 2 0141 



Herrn 

Dr. Robert Rafael Geis 

Karlsruhe /Baden 
H'..rmaan Billing-Ctrasse 2 



Lieber Robert Greis, 

vielen vielen herzlichen Laak für Ihren -Bri f vom 23.9.1956 
und vielen herzlichen Dank auch für die Übersendung Ihrer 
schönen Rede, die mich sehr bewegt hat. Und schliesslich 
herzlichen Dank lür das Buch von Martin Buber, das eines 
meiner liebsten Bücher ist. 

Es ist sehr schade, dass wir uns am 2./3. nicht gesehen 
haben, aber ich war in diesen i^agen in Hamburg beim Kongress 
des DGB. 



Mit allen guten Wünschen und den herzlichsten Grüssen 



Ihr 



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Dr. jur., Dr. med. h. c. EBERHARD SCHMIDT 
o. ö. Professor der Rechte 



©HEIDELBERG , C^, (5^ /. \5\^ 

Bergstraße 43 Tel. 20796 



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Dr. jur., Dr. med. h. c. Eberhard Schmidt 

Professor der Redite 



(17a) Heidelberg, den 
Bergstraße 43 
Tel. 3796 



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Prof. Dr. Eberhard Schmidt 
(17a) Heidelberg, Bergstr. 43 



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JOURNALIST 

Herrn D<.KK-;r.^-r» 
Kabbmer 

Dr «Robert Raphael Geis 

^ Düsseldorf 

Jüdische Gemeinde 
- Synagoge - 



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5 Köln-KLettenberg 
Lohrbergstraße 12 
Tf: 0221A2235O 

Den ^* August 1969 



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Kölner Woolt«ii»pl«0«T 

(Köhler AUfcmelne ««\tun8) 

mimim-tr'"'^''^ Aiia*l«Mibiatt 

UiMbMnflfl. 



Mitglied der UNION der Verleger 

von Anzeigenblättern 

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(u d«r gt.-Joaepht-Kirehe) 




R Inliiiil* 



Betr: Zitat SPIEGEL v. 28 •7.1969 

vom Evang. Kirchentag Stuttgart 1969 



Sehr geehrter Herr Rabbiner, 

wenn das o.a. Zitat im ganzen 
Wortlaut richtig ist - und das möchte ich dem SPIEGEL un- 
terstellen -, dann möchte ich Sie, sehr geehrter Herr Rab- 
biner, zu einer solchen Äußerung beglückwünschen. Gleich- 
zeitig bewundere ich Ihre Zivilcourage und mehr noch 
Ihre rückhaltlose Offenheit, in Deutschland und vor Ihrem 
eigenen Volke auf eine äußerst peinlich-mißliche Ange- 
legenheit in unmißverständlicher Form hingewiesen zu ha- 
ben und damit gewiß eine heiße Kritik auszulösen. 

Über ein Jahr lang las ich die deutschgeschriebene HELIOTH 
HAYOM und erfuhr aus ihr, wie man insbesondere über den 
so lautstarken Philosemitismus in Wahrheit denkt I 

Ohne tiefe innere Scham kann man als Deutscher und erst 
recht als 'Ehemaliger* nicht an Jene Untaten zurückden- 
ken und 'tätige Reue' sollte stillschweigend geübt wer- 
den. Wichtiger ist es, daß in unseren Kindern diese Scham 
wachgehalten wird und sie dahingehend erzogen werden, daß 
sie vor anderen Völkern und Menschengruppen Achtung bewah- 
ren, damit sie dermaleinst wieder, wie wir in der Jugend- 
bewegLing in den zwanziger Jahren, mit anderen völkischen 
Stämmlingen gemeinsam wandern und diskutieren. Ich erin- 
nere mich gern jener Zeit, wo wir mit der zionistischen 
Jugend als deutschvölkische Junge Menschen in Achtung 
voreinander beim Lagerfeuer und beim Durchstreifen deut- , 
scher V/ä3fer über alle unsere Probleme miteinander geredet 
haben, ohne Neid, ohne Haß, ohne Groll, in züchtiger 
Freundschaft. 

Wenn Sie, sehr geehrter Herr Rabbiner, das wirklich harte 
Wort 'bestechen' verwenden, dann haben Sie das ausgespro- 
chen, was viele Deutsche - und nicht die schlechtesten - 
zu dem emDfunden haben, was sich zwischen Axel Springer 
und, wie Sie es formulieren, dem 'jüdischen Jerusalem' ab- 
f^espielt hat. 

jJie Notwendigkeit zu einer Wiedergutmachung kann niemand 
bestreiten, der materiell rechtens denkt. Es ist aber 
längst kein Geheimnis mehr, was sich unter dem Signum der 
'Wiedergutmachung' tatsächlich alles ereignet hat: 

=^ unsere politische Führung will sich in Israel 'einen 
guten Namen machen' und kostet dies weidlichst aus; 
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4.8.1969 



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= Conrad Adenauer erwarb sich 'unsterblichen Ruhm*, 
sein Geheimabkommen mit BenGurion in NewYork bleibt 
mysteriös umwoben; niemand wagt über die Herkunft 
seiner nach 19^5 aus Verschuldung erworbenen Millio- 
nen Nachforschungen anzustellen; sicher aber ist, 
daß er die Aufrüstung Israels, wie er mir szt über 
das Auswärtige Amt in Beantwortung meiner Fragen 
mitteilen ließ, durchgesetzt hat; 

«- Hans G 1 o b k e , im Dritten Reich als * Juden- 
fresser' bekannt, besorgte sich über die ' Wiedergut- 
machungsgesetzgebung ' den Persilschein, um unbe- 
helligt als NS-Verbrecher in Pension gehen zu können; 

=« Eugen Gerstenmaier, der trotz seiner vormaligen 
Zugehörigkeit zu NS-Pormationen und damit q e s e n 
die Bestimmungen des Wiedergutmachungsgesetzes zu 
hohen Entschädigungen gelangt ist, hatte es eben- 
falls dringend nötig, auf dem Jüdischen V/eltkongreß 
1966 sein Gewissen zu 'erleichtern'! 

Es ließen sich viele weitere Beispiele anführen. 

Äußerst bedauerlich aber ist, daß ^ch gar so manche Juden 
verleiten ließen, das schlechte Gewissen vieler beamteter 
Deutscher auszunützen und mit offenen oder meistens verdeck- 
ten Fälschungen sich zT sehr hohe finanzielle Vorteile zu 
verschaffen, weil sie genau wissen, daß man ihnen aus Furcht 
dalüS, als 'Antisemiten' verschrieenen zu werden, nicht vor 
den Kadi holt. 

Mir sind im Verlaufe der letzten zehn Jahre viele derarti- 
ger Fälle unterbreitet worden; der Verein für Restitution 
wird Ihnen nicht unbekannt sein; in Wiesbaden arbeitet ein 
jüdischer Anwalt mit siebzehn Juristen in Wiedergutmachun- 
gen auf Erfolgsbasis - und vieles mehr. 

Nicht nur diese Tatsachen, sondern auch das Verhalten so 
mancher Ihrer rassischen Volksgenossen machen es immer wie- 
der sehr schwer, an der Überwindung der Ressentiments in 
unserem Volke und an der Beseitigung vieler Vorurteile zu 
arbeiten. 

Das Springer 'sehe philosemitische Wohltätertum soll in der 
Tat überbrücken und übertünchen, was die Springerpresse an 
Verhetzung und Eigenstandspolitik ins Volk trägt. Im Janu- 
ar dieses Jahres habe ich in Berlin im Springerhaus bei 
einem Journalistenempfang genau das gesagt, was aus Ihrem 

o.a.Zitat hervorgeht: .. t • ^, ^ • o • 

^' Man vergleiche die Springerpresse 

in Aufmachung und Text mit dem 

Völkischen Beobachter jener Jahre! 

Ein^ geradezu frappierende Ähnlichl<:eit , oft 
Verwendung von Vokabeln wie 'aller Zeiten* 



sogar 
usw* - 



in der 



Herr^ Axel Springers Kollege, John Jahr, kochte schon 
in den dreißiger Jahren, zB mit meiner Unterschrift als 
Sportbeauftragter in Hamburg, als 'strammer Nazi' die Fir- 
men ab und machte sein erstes Vermögen man sehe heute 

seine Presse (Gruner+Jahr : STERN, CONSTANZE u.v.a.m.) an! 

Wo kpnnte ich dem vollen Wortlaut Ihrer Rede nachlesen bzw 
erhalten? Dem Bischof Dr. Kunst-Bonn bin ich gut bekannt. 

In vorzüglicher Hochachtung 




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■^1 rue Reda Houhou 



Priv.^oz. Lt. Ulrich Schoen 



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Algier, den lo.Juni 197o 



Sehr verehrter Herr Dr. Geis, 



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in dem Heft "Gerechtigkeit in Nahost" las ich 
Ihren Vortrap , den Sie auf dem Kirchentag in Stuttgart gehalten 
haben und ich habe mich sehr an ihm gefreut. 

Ich lasse Ihnen den Brief zukommen über die"Brcherstube 
mit cer ich in Korrespondenz bin wegen hebiäischen Schallplatten mit 
dazu gedrucktem Text • Ich unte richte nämlich hier an cer staatlicoen 
Universität Hebräisch für die Studenten dei arabischen i-^hilologie, 



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und zwar auf arabisch 



dies lasst mich die Ve. wanoschait der beiden 



Sprachen immer mehr erfassen , Die audio-visuelle Arbeitsweise mit 
Platten und Texten ist bei den Studenten sehr beliebt. 

Oben angegebenes Studienzentrum ist eines der 



Studienprogracime die i^it dem 



/beitrat der Kirchen in Genf in Zusammen - 



hang stehen 



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nd für welches ich, nebem meiner Tätigkeit an der 



liniversität , arbeite. 

Ich werde im Juli in De\ tschland sein (Göttingen ist 
meine Universität) und würde .ich sehr freuen, wenn ich Sie sprechen 
dürfte • Man hat einfach wieder mal das Bedürfnis mit jemandem über 
die FraF:en zu sprechen ,die einem hier fast tätlich das Herz 



zerreissen 



Ich könnte vielleicht, vor Frankfurt aus kommend 



Wären 



am l^.Juli (Mittwoch) einen Abstecher nach Düsseldorf machen . 
Sie da ? Wie lange braucht man mit (:em Zug von Frankfurt nach 
Düsseldorf ? Oder falls ich Sie nicht in Düsseldorf treffen kidxxtxx ka n 
könnten Sie mir einen Ihrer Freunde nennen , die ich in München, 
Stuttgart, Heidelberg, i^Yankfurt oder Göttin/ren treffen körnte, 
dies sind r^ie Städte meiner Reise. 

Sie können mir bis zum 26.6. hierher schreiben, aber bitte 
bitte ohne Absender, der dessen konfessioneilen Lirsprung erkennen lässt . 



Anschliessend ist meine Adresse 



Aucelon F 26 Saillens 



Mit freundlichen Grüssen 



Ihr 



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c.«.p. t alg«r 1582.06 






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BEITRÄGE ZUR ENTWICKLUNG EINER FREIHEITLICHEN ORDNUNG 




REDAKTION 




Herrn 

Dr. Robert Rapliael Geis 
4 Düsseldorf 
Fischerstraße 55 



ROLF SCHROERS 
5378 Blonkenheim (Eifel) 

Altes Burghaut 
T.: 02449/164 

11/6/69 

neue Anschrift: 



Rolf Schroers 

5281 N'-k: 



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Sehr geehrter Herr Dr. Geis! 

Es tat mir leid, daß Sie zu unserem AKADEMIE-GESPRÄCH doch ab- 
sagen mußten. Sie werden verstehen, daß ich sehr gerne einmal 
wieder mit Ihnen spräche und überhaupt Mögliclilceiten einer 
Zusammenarbeit so oder so eruieren möchte. Das gilt sowohl für 
die The odor-Heuss -Akademie, als aberauch für die Zeitschrift 

' liberal' . 

Um gleich etwas Konlcretes vorzuschlagen: Wäre es Urnen möglich, 
für »liberal» das im Rauch Verlag Düsseldorf erscheinende Buch 
von Leo Katcher "Juden in Deutschland heute" zu besprechen? 
Ich ^rnrde es dann für Sie besorgen. 

Im übrigen wäre ich Ihnen für einen Hinweis darüber dankbar, ob 
Sie für diese oder jene Veranstaltimg in der The odor-Heuss - 
Akademie zur Verfügung stünden. 

Mit herzlichem Gruß und Danlc, 



Ihr 



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d%part6ment d*allemand 



Dr. Dr. Horst Schvunaoher 



1.RuE MoNTGOLFiER, Paris «3?) 

TELEPH.{e87||-46 



den 4. März 1968 



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Her in 

Dr. Robert fiafael Geis 

4000 Düsseldorf 

Pischerstrasse 55 



Sehr geehrter Herr Doktor Geis! 

Vor einem Jahrzwölf t gehörte ich zu ^^m Teilnehmern Ihres Arbeitskreises 
Christlich-Jüdische ZuseuDunenarbei t an der Fpei burger Universität. Diese 
Studium-Gemerale -Veranstaltung ist meiner Erinnerung nach im Winterseme- 
ster 1955/5^ mangels Interesse »»eingeschlafen»». Bedauern und Enttäuschung 
waren damals groß, und wir wechselten darüber einige Briefe. Ich immatriku- 
lierte mich später an der Universität Innsbruck, und Sie gaben mir Ihre 
besten Wünsche mit auf den Weg. 

Ihre verschiedenen Publikationen habei^ ich seitdem mit Anteilnahme ver- 
folgt. Wenn ich nach so vielen Jahren' den Kontakt wieder aufnehme, so ist 
es um Ihnen mein jüngstes Buch zu schicken, das von]^Ihema her sicher Ih^e 
Aufmerksamkeit finton dürfte. Es ist zwar, wenn man so will, ein germa- 
nistisches Werk, die Monographie des symbolistischen Dichters, späterem 
k. laid k. Diplomaten, WJaaer Hoftheaterintendanten und kctholisch-konserva- 
tiven Schrii'tstellers Leopold (von)Andrian, dessen Briefwechsel mit Hugo 
von Hofaannsthals in diesen Wochen bei S. Fischer h»rauskommt. Darüber hin- 
aus scheint mir Andrian aber auch eine exemplarische Gestalt für viele 
Abkömmlinge des deutschen (und speziell des Waatter) Judentums zu sein. Bei 
Andrian, der ein SÄkel ..eyerbeers war, könnten sich Schulbeispiele für den 
Lessingschen »jüdischen Selbsthaß" finden lassen, worüber sich viel iagen 
ließe... 

Nun es würde mich sehr freuen, wenn mein kieines Buch Ihn ^ aufschliiSreiche 
Lektüre sein könnte. Was meine persönlichen Lebensumstände betrifft, so bin 
ich nach vielen Zwischenstationen Leiter der deutschen Abteilung an der 

Technischen Hochschule Ecole Centrale des Arts et Manufactures in Baris 
geworden, wo ich derzeit 300 GermaAAsten zu betreuen habe. ^ 



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PROF. DR. 

ERNST SCHÜTTE 

STAATS M IM I8TSR 



62 WIESBADEN, dkn 22. DG Z , 1965 



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TXI.SrON S881 



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Herrn 

Rabbiner Dr. Robert Raphael Geis 

4 Düsseldorf 



Fischerstr. 55 



Lieber Herr Geis ! 



Es ist sehr schwer, auf die mir zur Kenntnisnahme übersandte 
Karte von E.L. Ehrlich eine Antwort zu finden. Ich rekapituliere 
noch schnell die Tatsachen : Am 3o. August 1963 ging der Ruf an 
Dr. E.L. Ehrlich (als Extraordinarius). Die Verhandlungen 
verliefen äußerst unbefriedigend, da Herr Ehrlich sich nicht 
entscheiden konnte. Nach verschiedenen Erinnerungen, die 
zum Teil unbeantwortet gelassen wurden, haben wir am 7. Januar 
1965 im Einvernehmen mit der Fakultät Herrn Ehrlich mitgeteilt, 
daß wir die Berufungsverhandlungen als gescheitert ansehen. 
Vertraulich teile ich Ihnen die Stellungnahme der Frankfurter 
Fakultät mit, der ich ganz und gar zu^stimme: 

Obwohl die Fakultät seinerzeit Herrn Dr. Ehrlich unico 
loco zu berufen vorgeschlagen hatte, hat es Herr Dr. Ehrlich 
doch nicht für nötig befunden gehabt, sich in der Zwischenzeit 
jemals auch mit der Fakultät irgendwie in Verbindung zu setzen 
und die Raum- und Bibliotheksverhältnisse durch Augenschein 
zu erkunden. Mein Herr Amtsvorgänger hat bei Antritt seines 
Dekanats Herrn Dr. Ehrlich um eine persönliche Rücksprache 
gebeten, aber vergeblich einen Besuch erwartet. Dieses Verhalten, 
wie insbesondere die ständige Hinauszögerung der Verhandlungen, 

das einen als dringend notwendig empfundenen Lehrbetrieb bisher 
verhindert hat, ist von der Fakultät insgesamt als ein Affront 
gewertet worden. 



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Dies zu Ihrer Information. Ich meine, Sie sollten über 

den Fall Bescheid wissen, um evtl. auch Herrn Ehrlich väeder 

auf den Weg der Tatsachen zurückzuholen. 



Ich nehme noch gern die Gelegenheit wahr, um Ihnen zu 
Weihnachten und zum Neuen Jahr herzliche Grüße zu sagen, 
öge uns allen das Jahr 1966 einigermaßen gelingen. 



Ihr 



<Wi hiiM^ 



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PROr. DH. 



ERNST SCHÜTTE 



• TAATSMZH ZSTBR 



62 WIESBADEN, DSir 

I.I7ISJBNPI.ATS 10 
TXL.XrON S«S1 



23. Juni 1964 



Herrn 

Rabbiner Dr. Robert Raphael Geis 

Düsseldorf 



Fischerstrasse 55 



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Lieber Herr Geis ! 

Sie haben richtig vermutet, - in diesen IVochen ist 
mir in der Tat ein Übermaß an Arbeit auferlegt worden. Dies ist 
auch der Grund, weshalb ich Ihnen den - wie soll ich sagen - 
merkwürdigen Brief Ehrlich noch nicht zurückgesandt habe. Hier- 
mit geschieht es mit der Bitte um Pardon. 

Was aus der Sache wird, weiss ich noch nicht genau; 
ich halte Sie aber (möglichst telefonisch) auf dem Laufenden. 

Mitte Juli will ich Ferien machen; zuvcrsind aber 
noch eine Kultusministerkonf erenz in Köln, die Bundesversammlung 
in Berlin, das Fest der Documenta-Eröffnung in Kassel, die Sit- 
zung des Wissenschaftsrates in Berlin und die Festspiele in Bad 
Hersfeld zu absolvieren. Sie sehen, dieses Mixtum birgt anstren- 
gende, aber auch schöne Dinge, - vielleicht hatte doch neulich 
jemand recht, als ich in tiefer Resignation den Sinn meines Amtes 
nicht recht fixieren konnte, mir mit dem dem Zuspruch zuhilf e zu 
kommen, es sei eben doch ein erfülltes Leben. Hoffen wir, und 
trösten Sie gelegentlich auch 

Ihren 



W üiMit 



PioLDr. 
ERNST SCHÜTTE 

STAATS MINI STB B 



wiB 8 BADEN, DEN lo .Februar 196o 



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I.17I8KNPI<ATZ 10 
TBIi. 5881 



Herrn 

Rabbiner Dr. Robert Raphael Geis 

Düsseldorf 



Fischerstrasse 55 



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Lieber Herr Geis ! 

Wieder die späte Antwort, und wieder kann ich 
nur die alten Entschuldigungen stammeln: Haushaltsberatungen, Vor- 
träge, Beratungen hier und Sitzungen dort, und alles eigentlich 
auch wieder notwendig. 

Herrn Pfarrer Dr. Freudenberg will ich 
gern die Goethe-Plakette überreichen. Leider ist er allerdings 
vor kurzem nach Berlin verzogen. Ich kenne abei- seine Anschrift 
und werde ihm daher Plakette und Urkunde übersenden. 

Ich wünsche mir sehr, dass das Gespräch zwischen 
uns über die Zufälligkeit einer gelegentlichen Begegnung hinaus- 
kommen möge. Vielleicht gelingt es in einem einigermassen regel- 
mässigen Abstand, einen Abend in Düsseldorf und dann wieder in 
Wiesbaden freizuhalten. 

Grüssen Sie sehr herzlich Ihre Frau. Ich selbst 
bin Ihnen immer mit allen guten Gedanken nahe. 



Ihr ^ 



ProLDr. 
EKNST SCHÜTTE 

STAATS M I N I STB B 





"WIESBADEN, DBN 

i:.UISBNPI.ATZ 10 
Tai.. 6881 



17. November 1959 



o(^ ^^ 



Herrn 

Eabtiner Dr. Robert Raphael Geis 

Düsseldorf 



Fischerstrasse 55 



Lieber Herr Geis ! 



Auch ich muss zuerst sagen, dass ich froh bin, 
neulich wenigstens das kurze Gespräch mit Ihnen geführt zu haben. 
Wie schön aber nun, dass Sie nach Frankfurt kommen «Collen; ver- 
steht sich, dass Sie dann einen Abend uns widmen müssen. Mir selbst 
würde der 24. November günstig sein. Ich schlage also vor, dass Sie 
an diesem Tage um 19 Uhr zu uns kommen, und zwar in meine Wohnung 
Lessingstrasse 11. Wir haben dann Zeit zu dem Gespräch, das ich 
mir selbst schon seit langem wünsche. 

üt herzlichen Grüssen 



Ihr 



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•iiudHHimi 



ProL Dr. 
ERNST SCHÜTTE 

STAATS MIN ISTER 




WIK SB AD BN, DEN 

I.UI8ENPL,ATZ 10 
TBI.. 6881 



3. November 1959 



Herrn 

Rabbiner Dr. Robert Raphael Geis 

Düsseldorf 



Fischerstrasse 55 

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Lieber Herr Geis ! 



Mir ist so, als müsste ich Ihnen einmal wieder wenig- 
stens einen herzlichen Gruss hinübersagen. In unseren Zeiten, in 
denen die äusseren Kommunikationsmittel fast vollkommen organi- 
siert sind, gelingt es dennoch so selten, wirklich in den Zug 
oder in das Auto zu steigen, um irgendwo mit Freunden das notwen- 
dige Gespräch zu führen. Ich versuche durchaus, den Kopf über 
dem Nebel zu behalten, aber man muss trotzdem oft hinunterstos- 
sen und viel Zeit hingeben, die man eigentlich besser erfüllen 
möchte. Und dabei gehöre ich zu denen, die die Leute nicht lei- 
den können, die niemals Zeit haben ! 

Möglicherweise wird im nächsten Monat, wenn es so- 
wieso schon auf Weihnachten zugeht, auch mein Terminkalender 
ein wenig poröser; jedenfalls wünsche ich mir sehr bald einmal 
ein Gespräch mit Ihnen. Ich möchte aber auch vorher nichts ver- 
säumen und deshalb heute noch schnell sagen, dass es eine Freude 
wäre, Sie in Wiesbaden zu sehen; wann immer Sie in der Nähe vor- 
beifahren, sollten Sie den Umweg mit einplanen. Soviel ich weiss, 

haben 



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haben Sie am kommenden Samstag keine Zeit, um an der Erzieher- 
tagung des Deutschen Koordinierungsrates der Gesellschaft für 
christlich-jüdische Zusammenarbeit teilzunehmen. 

Mit herzlichen Grüssen 



Ihr 



H 



^ kpymt 



Prot Dr. 
ERNST SCHÜTTE 

STAATS M IN I8TKB 



"WIE8BA1>BN,DKN 

XiUISSNPIiATZ 10 
TBL. 6881 



2. Juli 1959 



I 



Herrn 

Rabbiner Dr.Robdrt Raphael Geis 

Düsseldorf 



Fischerstrasse 55 



Lieber Herr Geis ! 



Es ist seit langem an der Zeit, Ihnen einen Gruss zu sen- 
den und vorweg den Wunsch auszudrücken, dass der Übergang nach Düs- 
seldorf auf eine gute Weise gelungen sei. Soviel ich weiss, ist die- 
ser Vifunsch sogar in Erfüllung gegangen. Neulich kam mir die Nachricht 
zu, dass man in Düsseldorf den neuen Bürger als einen ganz ausser- 
ordentlichen Gev/inn betrachtet; begeisterte Berichte hörte ich zumal 
über das Seminar, in dem viele kluge Menschen bedeutende Einsichten 
gewinnen. 

Ich war sehr froh über diese Nachrichten, wenn sich auch 
gleich das Bedauern einschlich, an solchen Veranstaltungen nicht 
selbst teilnehmen zu können und überhaupt darauf verzichten zu müs- 
sen, Ihnen von Zeit zu Zeit zu begegnen. Neulich war ich sogar in 
Düsseldorf, und ich muss es hinnehmen, wenn Sie mich für treulos hal- 
ten, - aber ich kam morgens an, hatte den ganzen Tag den eingegrenz- 
ten Genuss der Kultusministerkonferenz und musste schon am Abend wie- 
der zurück hach Wiesbaden rasen. Deshalb will ich heute doch wenig- 
stens sagen, Y/ie gern ich zu Ihnen gekommen wäre^ und der Hoffnung 
Ausdruck geben, dass bald in Düsseldorf (oder in Wiesbaden?) uns bei- 
den ein paar Stunden zum Gespräch geschenkt werden^. 

Seit unserem ersten Gespräch'fühle iSrN^me $t cesonaere 
Weise verbunden; zürnen Sie nicht, wenn ich das hier in einer so di- 
rekten Weise ausspreche. 




Herzliche Grüsse 



Ihr 



L 



ProLDr. 
ERNST SCHÜTTE 

STAATS MINI 8TB B 



WIB8BADBN,I>BN 
liUISENPLATZ 10 
Tai<. B881 



26. Februar 1959 



Herrn 

Rabbiner Dr. Robert Raphael Geis 



Karlsruhe 



Hermann Billing-Strasse 2 



Lieber Herr Geis ! 



Sie haben hoffentlich noch keinen unfreundlichen 
Schluss gezogen aus der an sich schwer verzeihlichen Tatsache, 
dass ich bisher zwei Ihrer Briefe noch nicht beantwortet habe. 
Und dabei hätte ich doch wenigstens sagen sollen, wie sehr mich 
gefreut hat, dass Sie mit mir so schöne Pläne hatten. Ich habe 
inzwischen nicht untersucht, ob ein Landesminister gehindert ist, 
einer Einladung nach Israel zu folgen. Wenn ich Ihnen heute doch 
eine Absage erteile, so deshalb, weil ich mich bis auf weiteres 
aus meinem Amte nicht lösen kann. Aber es hat mich tief gerührt, 
dass Sie ohne viel Auf hebens und offenbar in der Absicht, mir eine 
freudige Überraschung zu bereiten, eine so wesentliche Sache für 
mich tun wollten. Ich danke Ihnen sehr. 

Vom neuen Amte wäre sehr viel zu berichten. Aber 
üi muss auch Ihnen wiederholen, was ich in diesen Tagen schon oft 
geschrieben habe: Die eigentlichen Dinge, die zu sagen wären, 
entziehen sich noch der schriftlichen Fixierung. Sie müssten eben 
einmal herkommen, damit wir im Gespräch umgreifen können, was vom 
neuen Amte her bedeutsam ist. Aber auch davon abgesehen habe ich 
einfach den Wunsch, die guten Gespräche, die wir schon einige Male 
in Düsseldorf führen konnten, mit Ihnen fortzusetzen. 



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Mit herzlichen Grüssen 



Ihr 



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An Manfred oeidler 



B-L, 1. 3Q:I. 1971 



Lieber Lanfred, 

Danic für Heiaan Lrief und erst iLal alles, alles Gute für 's 
neue Lebensjahr, ^enn chon "Chef", dann bitt mit gro^Sr 
Gelasi3enheit, es könnte Dir sonst zu schwer fallen. 
Natürlich kann üian sich an den Zentralrat wenden, ich be- 
zweifle nur den i-»rfolg. Auf laich kannst jM Jich nicht be- 
ziehen, zwischen uns herrscht "Kalter i^^rieg". 
Anschrift: Generalsekretär Dr. H. van Dam, Zentralrat der 
Juden, Dusseldorf, Pischerstr. 49. 

Lir geht es z. Zt. - toi, toi - recht i^tf "mctje" es ein 
bißel anhalten. In diesem '^euiester wird fast nicht von luir 
in Göttingen verlangt. Im ooiLmer-oemester haue ich die Bergpre- 
digt und ihre jüd. Voraussetzungen zum Thema, das wird ja mehr 
und mehr mein letztes Lebensthema. 

Grüß ^chweinchen, die Tächter - ob zufrieden oder nicht. 
Dir einen guten itutsch in den neuen Lebexisaüsciiiiitt, Herr 
Überstudiendirektor. 



fjy 



Tschüs 



Dein Aba 





PROFESSOR DR. R. R. GEIS 



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7570 BADEN-BADEN 

METZCERSTRASSE 4t 
TEL. (O 7221) 64900 



5.x. 71. 



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Lieber Manfred, 

Dir und dem Schveinchen herzlichen Danlc für den i.xinderscöönen 
Blumenstrauss ,er passt prima in unsere bildschöne Wohnung. 
Ei(jentlich ist^s wie eine Berienvohnung,der Blick in die 



Baumwipfel oder in das unter uns liegende Baden-Baden, Vor' d 



em 



Haus beginnt der IJald. Dennoch waren" wir schon ik Tage in der 
Toscana.Da ich noch. nicht einmal zum Einordnen der Liblio- 

thelc zu gebrauchen war, hatte die 4rmeyer wahrlich verdient. 
Es war sehr schön, wir haben freilich nur Florenz ,Lucca und 
Pisa gesehen, weil ich zu oft ausfalle. Das tterz ist relativ 
anständig, aber eine grenzenlose Müdigkeit will nicht weichen 
und macht mir doch Sorgen. Vielleicht war es purer Leichtsinn 
die Konorarprofessur in Göttin^;on anJnehmen. Meine Antritts- 
vorlcsung,die am 2 .Nov. steigen soll, wird und wird nicht fer- 
tig. 

Oberstudiendirektor, ist das noch ein Spassvergnügen?Ich stel- 

Ic es mir vcrdamir.t schwer vor, Schüler schwierig^ie Lehrer ^ 

verunsichert .Was Generationen von Pau!:ern verbrochen, nun muss 

plötzlich und in einem Stück gebüsst werden. 

Hoffentlich kommt Ihr und bald einmal besuclen. Vielleicht ist 

Bonn-Baden-Eaden nälier als Bonn-Düsseldorf? 

Macht's recht gut und seid alle sehr freundschaftlich von uns 



beiden gegrüsst 






Euer 



|W-Äi>ck. 



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WosbONS*', "^(TVnJ l\K\(U )»it\.^ ^Hi%IK, 



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^ ^M^a-^e^. 



An Manfred Seidler 




DüßBeldorf, 26. U. 64 



Kein lieber I^^anfredi 



3 



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obwohl ich von dem, was uns nach dem Sterben erwartet, gar- 
nichts weiß, -gilt mein LitgeflUil faet immer nur den Zurückge- 
bliebenen, Im besonderen aber, wenn eß sidl: um den Tod von 
luutter und Vater handelt. Du wirst es walir scheinlich Jetzt 
auch erfahren: plötzlich steht man allein zwischen den eigenen 
Kindern und der dunklen Iforte - und das Lebensgefühl wird grund- 
legend verändert. Abschiednehmen, das Überwinden wird sehr plötzlich 
zu einem Gebietenden. Pas ist nicht leicht, aber recht geübt ,. 
hilft es den hindern auf ihrem Weg ins Leben, dadurch auch uns. 



O 



Viel Kraft wünsche ich Dir. ^el von uns aufs herzlichste 
gegrüßt 

Lein Aba 



8, 



An Dr Manfred beidler 



Düsseldorf, 25. 7. 1962 







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kein lieber Lanfreä, 

Dein lieber Brief klingt so überanetrengt, IXi/ Ihr AriLen! 
Hoffentlich ißt ierscheid daß Bichtige, aus der weiteren Iieiee 
scheint ja wieder einmal nichtß gwworden zu sein. Sas ich für einen 
Zorn auf die verehrten ISchwi^gppr eitern habe, die hätten doch ruhig 
iLal ein Lündel neuer Hunderter hergeben iaönnen - oder will der 
Herr Professor über 40 Jahre sein Bankkonto mit in die christliche 
Gruft nehmen? 

^aannci-ien geht es gut, Jochen ist entzückend, Gabi mit der 
i>chule **bei mäßigem bis sa\imttßigem Essen" • seine Redeweise - 
an der holländischen ilüste. Nächste Woche wollen wir den jungen 
kann besuchen, danach muß ich einen Pestvortrag "Der Jude in der 
modernen Welt" fabrizieren, mit ihm und busannchen fliege ich 
dann zu den jüdischen Logenbrüdern aus ganz Europa nach Kopen- 
hagen, hs folgt noch eine private Arbeitswoche mit Kraus - Ham- 
burg, deuiach ist die Ferienzeit rum und vorbei. So sieht das aus. 
Denk nicht an die Christen, nicht an die Juden, nicht an die 
schwankende Brücke zwischen beiden und gönne mir ein beschau- 
liches Lasein. Auch wenn dabei nicht "herauskommt", das lernen ist 
noch von Keinem CDG-Kultuaminister verboten worden. 
Lhrlich eciiriel gerade, er sei bald bei Luch in Bonn. Vielleicht 
weiß der Kluge und vortreffliche Ehrlich Ersatz, wenn er allein 
es nicht schaffen sollte. Vor Bargebuhr wsurnt Elirlich und der 
ist weit klüger als ich. Außerdem ist Barg, nach kurzem, wohl 
kläglichem Gastspiel wieder nach üoA. lard sich schon einer 
finaen. Aber ich habe endgültig genug - und daiLit basta. 
ji^'dr neitcre Abende bei x.uch werde ich "hingegen** immer Zeit 
ha tan. 
Dir - Luch die herzlichsten Grüße und ein tiefes ochr.aufen 

LXieT Aba 




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Was der üerr vom Anii':itiarict ein-^arf j^ri^b riir nachträglich avx!: 
sehr zu dericen.Ich wollte nur einiiial und deutlic?! die Nazizeit 
allein inrerjildisch l^eleuc" ter..5ra-en der dt£Ch,Schu.ld, der }:i^tcr. 
^^eiiese u.r-.sind und bleiben wicv ti£;.Aber ich der Jude mar C5ie 
nicht nielir hören und dc.für jiht es viele ijUrferich seihet nucs 

u-rden u/d.is han... ich nicht, \ven:i ich zu viel davon 



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Ic- hin hci.fnun;-:?los deutJ^c], aher den- 



noch hin ic"r ^als Jude nicht zun Erziehen des dtsch. Volhes da. 
lie Worte von Schuld und Scham machen mir schon lange üteljdeii:. 



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n meisten nicht ehrlich.. und die Quittun; 



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ecen diese Jugend Dtechld.'s und Y/£.hrscheiMlich nicht ich bez 
Schli ehelich .v/enn v:ir Juden ein einiri^rer L'al strafbar gewuchert 



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haben. darj- r.it unserer. C--5-.rn aus der Ma2i7.eit.'UT'i; AU? All IE! 



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erzen.Ko.-nisch.ich werde am ^nde ammer vrieder ja-sa-en, obwohl icr 






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An Dr. Hanf red äeidler und Frau 



17. E. 1957 



I^eine Lieben, 

wenn nur die Augengeßchichte bald verwunden sein kann und ea nur 
kleine Karben zur Erinnerung gibt, Narben, mit denen uns daß Leben • 
eh schon - reichlich bedenkt. Linen gehörigen Schreck hab ich von 
der Nachricht notoh, aiu liebsten käsue ich gleich angefahren, um mich 
von Deiner unversehrten Schönheit zu äberzeugen, meine liebe 
Elisabeth. Aber das verfluchte Geld! 

Der Witz: Unglück - Verlust - Katastrophe ist großartig, den 
kannte ich noch nicht. 

Eine Gegengabe: ein Pfarrer und ein Rabbiner sind befreundet. 
Der Pfarrer quält den Kollegen immer wieder mit dem Christen- 
tum als der Religion der Liebe. Schließlich wird es dem Rabbi 
zu bunt Bnd er sagt: Jawohl, wir haben einen Gott der Rache, 
daß heißt wir überlassen Gott die Rache und üben Liebe. Ihr 
aber überlaßt Gott die liebe und übt... Gut gegeben, nicht? 



O 



Grüß die Jungens, die mich für stunden glücklich machten... 
wie einst in besseren Tagen. Grüß den "Herrn" Direktor und 
viel Liebes ohne jedön Zwischenfall. 



.uch 



bnd liebe Grüße von uns allen 



±*uer Aba 



"♦- Aba hatte aL. Gyzuiasium von Jeidler gastweise unterrichtet. 



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o 



An Dr. Manfred Seidler und Frau 




17. XI. 1957 



o 



Meine Lieben, 

wenn nur die Augengeschichte bald verwunden sein kann und es nur 
kleine Narben zur Erinnerung gibt, Narben, mit denen uns das Leben • 
eh schon - reichlich bedenkt. Einen gehörigen Schreck hab ich von 
der Nachricht nohh, ain liebsten käme ich gleich angefahren, um mich 
von Leiner unversehrten Schönheit zu überzeugen, meine liebe 
Elisabeth. Aber das verfluchte Geld! 

Der Witz: Unglück - Verlust - Katastrophe ist großartig, den 
kannte ich noch nicht. 

Eine Gegengabe: ein Pfarrer und ein Rabbiner sind befreundet. 
Ler Pfarrer quält den Kollegen immer wieder mit dem Christen- 
tum als der Religion der Liebe. Schließlich wird es dem Rabbi 
zu bunt und er sagt: Jawohl, wir haben einen Gott der Rache, 
daß heißt wir überlassen Gott die Rache und üben Liebe. Ihr 
aber überlaßt Gott die Liebe und übt... Gut gegeben, nicht? 



Grüß die Jungens, die mich für Stunden glücklich machten... 
wie einst in besseren Tagen. Grüß den "Herrn" Direktor und E\ich 
viel Liebes ohne Jedön Zwischenfall. 



Und liebe Grüße von uns allen 



Euer Aba 



L) 



+ Aba hatte am Gymnasimn von ^eidler gastweise unterrichtet. 




D«r Direktor 

der 

Ernst Moritz Arndt-Sdiule I 



Bonn, den 16. 11. 1957 

Endenidier Allee 1 
Fernruf 30171/655 



Stadt, naturw. Gymnasium 



Tgb. No. 



/// 



Herrn 

Dr. R.R. Geis 

Karlsruhe 

Hermann Billingstraße 2 



Sehr verehrter Herr Dr. Geis ! 

Immer noch erfüllt uns die Freude über die gelungene Tagung auf dem 
Aremberg, immer wieder bestätigen Gespräche den nachhaltigen Eindruck, 
den das Erlebnis der Vorträge und Diskussionen auf unsere Jungen ge - 
macht hat. Im Mittelpunkt stehen Sie und Ihr Beitrag. Sie verstehen, 
daß ich durch diesen Brief Ihnen noch einmal von Herzen danken möchte, 
daß Sie zu uns gekommen sind, Ihnen danken möchte, daß Sie sich uns 
ganz gegeben haben. Ich freue mich auf das Wiedersehn. 



Mit herzlichen Grüßen ! 



Ihr sehr ergebener 



tpCuz/u 




I 



1. 



> ■• 




Klrh.,1.8.57. 



) 






Mein lieber T.l^fred, 

kurz nach Schweinchen' s Brief ka:n der Deine mit dem veränderten 
"Lageplan" (man muss sich doch an die AufrüstiHig gewö^men! )Bitte, 
bitte, seid nicht böse, wenn ich absagelso gern ich (und wir alle) 
einige Tage in Ruhe mit Euch zussLminen gewesen wäre, meine Llutter 
und meine Schwiegermutter genügen mir, ich möchte mein Lager an 
alten Damen wirklich nicht ^ergrössernjUnd Eonn,se-bst zu Euren 
Raupten. ist mir nicht luftig genug. Ich kann die Luft hier schon 
schwer runter kriegen, den Superlativ davon in der Bundeshaupt- 
stadt im Sommer sclion ga.rnicht. 

Seien wir alle zusamr.en nicht zu traurig. Vi eil eicht bringt das 
jüdisch-heidnische Christkindchen uns ein Wiedersehen, vielleicht 
kann einer von uns zu Euch kommen, werji Ihr in der neuen V/ohnung 
sitzt. Ich halte £uch alle Ober-und Unterfinger. 

In mühseliger Arbeit, die mir mal wieder meine g^-nze Schreibunbe- 
gabtheit gezeigt h?vt,habe ich den Vortrag über die Juden in Dtsch. 
unter dem Titel "n'arum wu: de Dtschl.von den Juden geliebt?" zu 
Papier gebracht. Hoffentlich nehmen die Fft. Hefte mir das Elaborat 
aus Schweiss und Tränen a.uch ab.Tie Fragen leiner Schüler w'irden 
mich im einzelnen sehr interes.-ieren.'wenri das Niederschreiben zu 
mühselig ist,mierk' lir's gut für unser nächstes riauderGtündchen, 
Und nun viele, lie^'-e Grüsse Dir, dem grossen Eini^amen, dem: naturnaren 
Schweinchen, .und der gemeinsarr.en Produktior. \ 




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Robert Raphael Geis 



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Karlsruhe, den 8,6,57. 
Hermann Billing8tr,2 

Tel,: 21174. 




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Lieber Manfred, 

jich habe das Juni-Heft der WH erhalten und Dein Auf- 
satz hat mir sehr viel Freude gemacht. Auf die Reak- 
tionen bin ich gespannt. Auf gefallen ist mir dabei wie- 
der, dass es zwischen meinem grossen Lehrer Baeck unfl 
mir einen ganz wesentlichen Unterschied gibt: er hätte 
da mitschreiben können, weil er die Mission von Christen, 
aber auch von Juden bejahte. Da ich Mission fürs Juden- 
tum ablehne, christliche Mission im 20.Jhdt.für mich fast 
nur noch ihre Schattenseiten zeigen kann,muss^da doch 
wohl stumm bleiben. Glänzend ist übrigens in dem Heft auch 
"..dass der Zweck die Mittel nicht heiligt". Wer hat das 
denn geschrieben?J 

Wann, mein Lieber, werden wir uns denn in der über 
Y/oche sehen. Ich werde zwar am Mittwoch bereits 
in Bon.-: sein, weiss aber nicht, ob die Walberberge 
kommen oder ich nach Walberberg wallfahren muss. Könnten wir 
uns nach meinem Vortrag nicht verdrücken, ich habe nicht die 
mindeste Lust zu "Gespräch", "Begegnung" oder dgl.? Wenn das 
Dir zu unhöflich erscheinen sollte, ich habe z. Zt. all meine 
Höflichkeit auf gebraucht, dann ginge es wohl in den frühen 
Morgenstunden des Donnerstag. Freilich weiss ich ja nicht, 
wann Du zur Prozession musst. Gibst Da mir noch Bescheid? 
I Ansonsten geht es beschissen. Manchjnal mein' ich, nun wäre ich 
mit meinen PCräften zu Ende. Wirtschaftlich hängen wir absolut 
in der Lmft und ich kann das Sorgen für übermorgen nun mal 
leider nicht lassen. Da fehlt es mir ganz offensichtlich am 
"echten Glauben". Ansonsten-ich meine geistig- fühle ich mich 






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ausgespuckt, schöner ausgedrückt als mein eigenes Priedhof- 
Benkmal, Körperlich geht es dementsprechend. Susannchen woll- 
te die Stimmung wohl heben und hat ein bezauherndes Hunde- 
baby gekauft. Aber bei mir hilft das auch nicht, wahrschein- 
lich kommen da bei mir. ur jüdische Instinkte heraus, die ßegen 
das tierlich Kreatürliche voreingenommen si nd.x • 
Hoffentlich seid Ihre alle ges\ind und guter Laune. Mach es 
gut, arbeite nicht zu viel!! (Ich muss wohl ehdlich meine Vor- 
träge für Düsseldorf und Bonn halb^e^s in Form bringen; auch 
dazu verspüre ich wenig Lmst,abe.r die mag sich vielleicht im 



\ letzten Augenblick noc;h einstellen. ) 



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$»u,>juju^ta. 





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z. Zt. des Kirchganges am 5-5-57- 



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Mein lieber Manfred, . 

zuerst einmal irnsere herzlichsten Wünsche zujBarbarinchens Geburts- 
tag: die kleine Lame soll möglichst lang klein bleiben, das ist am 
besten für sie und am schönsten für die -^Itern. 

Ich habe Dir schnell mal zwei Psalmmn abgetippt, hoffentl. komme ich 
bald zmn letzten, denn Susannchen ist egalweg in der Küche usw. 
Meinen Aufsatz über Tod und Auferstehung besitze ich leider nicht 
mehr, den hat mir ein Pfarrer in Holland verschlampt, man soll halt 
die Theologen mehr meiden! ., •' 

Die Diskussion in den ^Werkheften wirst Du mich ja einsehen lassen, 

Cjich bin ehrlich gespannt. 

Ansonsten äussert sich mein liebenswürdig-liebenswerter Charmeur 
wahrlich wie ein erstklass. Orakel !! ;Mei Ruh» möcht» I haben, wenn 
meine Mutter, die in all ihrer MiäüS^^ den besseren Anwalt hat, sie 
mir lässt. . . . 

Ich kann;^ mir auch wahrlich nicht vorstellen, dass man an judaicis 
und meiner Person interessiert ist, warum eigentlich?, und warum nach 

. fünf Jahren, da der Vorhang endlich vor meiner dicklichen Gestalt 
niedergegangen ist? 

Lieber Freund, mach keine Dummheiten. Sprich lieber mit meinem Freund, 
dem Sekretär der Kultusministerkonferenz, Kurt Frey, über die Aus- 
sichtslosigkeit Deines so liebevollen Unternehmens. (Diensttelephon: 

^ "Sonn 37997). Ich hab' ein bissei Sorge, mehr um Dich, denn xim mich: Du 

. bist weit mehr noch zu enttäuschen. .als mein graues Haupt. 
Und macht es gut alle miteinander und seid sehr lieb gegrüsst 



Dein 



M,, 




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Klrh.,4.4.57. 



Mein lieber Manfred, , 

• • • * • 

es war schön mal wieder Deine Stimme zu, hören und sei mir "bitte, bitte 
über mein intensives Schweigen nicht böse. Die Prühjahrsmüdi'gkeit ist 
gross, Migräne gibt es dazu fast täglich, Besuch täglich, Ärger mit mei- 
ner Mutter wöchentlich, dido Vorträge, bei denen sich immer wieder her- 
ausstellt, dass ich froh sein muss,wenn ich nicht noch Geld drauflege. 
r' Ue Frühjahrsmüdigkeit muss ja eines Tages schwinden, alles andere wird 
I joraiks sichtlich bleiben. Darum hat es eigentlich auch wenig Sijin mit 
meiner "wissenschaftl. Produktion" zu kommen. Es sind doch die 'gleichen 
Menschen, die mich nicht- zum ruhigen Arbeiten kommen lassen, die mir ihre 
Doktoranten schicken, mich mit Anfragen überfallen u. zugleich nie ver- 
stehen werden, dass es von mir weder dicke, noch dünne Bücher gibt.Ich 
habe mich damit abgefunden. .und dabei sollte es bleiben. 
Wenn Du aber doch meine geistig-geistliche Speisekarte sehen willst, 

hier ist sie: 

l)j)er Sturz des Reichskanzlers Caprivi (g(g|j^£gar^eit, ersch. Bln. Hi stör 

"^y 2)Tod und Auferstehung im biblischen Judentum. 



(■•) 

L) 



0))[)er Begriff des Patriotismus bei Hermann üJohen. 
4)Die Bamilie Mendelssohn. 






5)Das Geschichtsbild des Talmud — 

6)Heinrich Heine, der Jude als deutscher Dichter, 

7)Leo Baeck. 

Davon haben Buchformat nur l)und 30. 

Mitarbeiter an 



/ 



a)Lexikon für Theologie u. Kirche 

bis jetzt für Bd.l Stichworte: Abba Areka,Aruch,Baal Schem, 

Chassi dim, Chassi di smus . 

b)Religionsgeschichtl.u. theolog. Wörterbuch zum AT. 

bis jetzt für Bd.l ^tichworte: Astrologie, Astronomie, Alter, Askeöe, 

b.w. 



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Stichworte für Religwissenschftl.u. theolog. Wörterbuch zum AT.: 

Abendgebet, Achtzehngebet, Aron hakodes, 
Arm Gottes, Abba sikara, Abtali on,Akiba ben 
Joseph, Akkum,Apikoros,Abot, Älteste, Amoraer, 

Almosen, Am ha-ares, Altar, Abba,Auerhahn, 

Antbropomorphi smus . 



Mehr fällt mir nicht ein.- 

Erholsame Tage Euch allen und viele, sehr liebe Grüsse 



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bei ja die VerechliiDinerung und Übersteigerung Im Bereich des stLku-- 
larisierten Judenhasses schön herauskommen kann. 
Was Du, Guter, nur wohl im idyllischen Bonn für mich angestellt haben 
magst?Mir ist ein bissei ängstlich dabei. Ei gentlich bin ich xmd das, 
was/ ich zu vertreten habe, allen Herrschaften doch weitgehend gleich- 

• ■ ■ ■ » ■ ■- -■.,-» t.<.,» ■ f 

gültig. .und dabei sollte es sein Bewenden habe. Ganz, ganz ernstlich!!! 

■ ■ ■^ 

Schluss,ich muss in die Küche . Danach kann ich mich, wenn auch immer 
wieder vergeblich, "um mein Erbe kümmern. Und das ganze ist dann eine 
moderne Form des Geistigen. Macht auch nichts. 
Dir und Deinem Stufengesang holder Weiblichkeit sehr, sehr herzliche 



Grüsse von uns allen 




(Mi 



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Karlsruhe , 29 . 4 . 57 . 



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Mein lieber Manfred, 
Igestern Abend kamen wir mit einem kranken Suseurmchen nach Hause, das 

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nun neben mir auf der Couch mit Grippe liegt. Wien war herrlich und 
alles, was wir unterwegs und ausserhalb der Stadt sahen, nicht minder. 

t • ■ - ■ ■ ■ : . . 

Nur wäre es weit günstiger gewesen, wenn wir die Reise mit dem Vor- 

^ ' i 

trag begonnen hätten, denn es wimmelte an Einladungen, die uns allem 

Sehenswerten näher gebracht hätten, manches, was/ dem gewöhnlichen 

Sterblichen verschlossen bleibt, hätte sich uns gastfreundlich aufge- 

f ■ 

tan, Meine Zuhörerschaft bestand ausschliesslich aus den Professoren 
für AT., NT. und Dogmatik aller theolog. Fakultäten \md Stifte. Das Niveau 
war erstaunlich, weit besser als ich es in 5 Jahren Bundesrepublik er- 
leben durfte. Nachdem mein Korreferent, ein junger, sehr svmphatischer 
AT-ler den "notwendigen" Satz von der Schuld der Juden losgeworden 
war, fiel während zweier Tage kein negatives Wort mehr. Ein alter Je- 
suit, AT-ler in Innsbruck übernahm sogar die Verteidigung der Phari- 
säer, eine erstaunliche Sache. Der Vortrag wird im Juli wohl im Druck 
erscheinen und allen kathol. Religionslehrern und j^farrern des Lan- 
des zugeschickt werden.\ 

Damit sind wir auf die natürlichste Weise schon bei Deiner Anfrage sm- 
gelangt. Nein, mein Lieber, ich muss ablehnen, in den nächsten Monaten ha- 
be ich keine Zeitlich habe noch 420 Zeilen für Bd.l des Atlichen Lexi- 
kons und schon droht der 2. Bd. Ich habe etliche Vorträge; es geht wirk- 
lich nicht. Aber abgesehen davon, /z^ich äussere mich nicht gern zu Fra- 



gen, die von aussen 



und nicht aus dem Judesein selbst kommen. 



Das wäre nun so eine Frage. Deine Darstellung hat mir prima gefal- 
len, nur zwei Abers habe ich:l)wo immer bei Dir Gedankenstriche stehen, 
müssten sie weg, gerade da solltest Du etwas ausführlicher werden. 
2) es ist sicherlich angebracht auf ^ das 3. Reich zu verweisen, aber das 
ist Zeitgeschichte und wird auf die Dauer nur stehen können, wenn die 
ganze Verfolgungsgeschichte bis zum 3. Reich als Einheit erscheint, wo- 



s?. 






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^ Q KLrh. ,21.1.57. 

Sehr liete Freunde, ^ 

puer Brief/ hat so gut getan, vielen, vielen Dank.Freil4^ ver- 
schweigt Elisabeth gar zu fein, wie es nach dem Rüp^nwaschen 

\ * 

v/eiter gingT^-Der Aufsatz üher Kafka ist ganz ^ossartig, nur 
ein Bedenken hahe ich: die Aussage üher das Judentum ist e'o 
"geis-isch" — und schliesslich kennt mich/u.meine Formulierung 

doch nicht jeder gebildete Bürger der/Bundesrepublik. ' 

/ 
/ 

"Eigentlich" wollte Susannchen schreiben, hat sich v/as, liegt 

/ 
seit heute Vormittag mit 38,7 im Bett, wir "hoffen" auf Grrip>^ 

pe.Es geht bei uns schon nach "Ablösung vor, bittel ".Jochen ist 

heute zum ersten Mal in dar Schule. Ausser dem werden wir be- 

/ 
j 

reits seit Donnerstag vpn meiner sehr unguten Mutter gequält, 
sie scheint sich auf unabsehbare Zeit eingenistet zu haben u. 
macht uns das Leben zur Hölle, Dante ist ein Dreck dagegen! 
Am 7. 2.bin ich plin bestimmt (falls die Gesundheit hält)in Dussel- 
dorf,Wien ist/erst nach Ostern. Am 6, Februar abends möchte ich 

bei Euch spln.Ihr müsst Euch aber nicht mit Witzen auälen.ich 

"^ /. 
bin auch ganz gern mai ernst und gesetzt. 

MachtAb besser meine Lieben und seid sehr herzlich von uns allen 



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Q gegrüsst \ 



%.u M, 



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An Dr. Manfred Seidler und Prau 



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Karlsruhe, Anfang Januar 57 

/ Mitte 



: 



Liebe Freunde, 






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Jochen geht es gut, fieberfrei und freibh^v a^er ganz normal. 
ps tut mir immer noch leid, daß Ihr einen so tristen Eindruck 
von mir mitgenommen habt, teils mag es daran liegen, daß mir das 
Heldische - auch nur in der Haltung - abgeht, teils - lacht nicht- 
im Theologischen. Luther' s Zentralfrage: " wie bekomme ich einen 
gnädigen Gott?" habe ich nie verstanden. Nun nach den letzten 
24 Jaiiren ist mir der strafende Gott zu nahe gerückt, zu selbst- 
verständlich geworden, um nicht immer alarmiert zu sein. 
Verzeiht, liebe Freunde, und vergeßt. 
Viele, viele liebe Grüße von uns allen! 



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Euer Aba 



Als wir aus der Schweiz zurückkamen, war Jael schwer krank. 



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An Hr. Hazifred Seidler und Frau 



Karlsruhe, 16, XII, 36 



behr liebe Freunde, 

das war eine echt seelsorgerische Tat, It^anfredl Mein, haben wir 
über die Karte gelacht und uns gefreut, die findet nun ihren 
JÜoüx Ehrenplatz in meiner schönsten Mbel« 

ülT fsLhren also schon am Donnerstag und mit dem Wägelchen, das 
für diesen Ausflug die schönsten (und sicherlich teuren) Winter- 
reifen bekommen >iat« Bei dieser £eise in die ach so freie Schweiz 
will ich zugleich erkunden, ob wir dort nicht vielleicht doch - 
sozusagen ^ bodenständig werden können. Hier will es uns jeden- 
falls nicht mehr gefallen, weniger wegen der Arier mit schwach 
christlichem Anstrich, die uns nicht stören, als "von wegen" der 
lieben Juden, Darum werden wir auf der Rückreise voraussichtlich 
noch einen Abstecher am schweizer Ufer des i>odensee*s machen« 
Wir werden am frühen I^achmittag des 3« Januar wieder in unserer 
Eesidenz Karlsruhe sein, beid bitte nicht böse, wenn wir Luch 
nicht in Freiburg abholen, aber iinsere Karosse wird sich eh schon 
unter dem Last des fürstlichen Gepäcks biegen. Dürfen wir i:»uch also 
am ::>pätnachiLittag des Donnerstag, 3. Januar 1957, am Lsüinhof in 
Karlsruhe abholen? Wir freuen uns alle schon ganz toll, selbst die 
Kinder meinten gestern, dann wird es wieder ganz schrecklich lustig. 
Und das soll es auch werden, selbst wenn die Pläne für die i^chweiz 
in Deutschlands i^trom zurückgekehrt sein sollten. 

beid «üJtsuns aufs- herzlichste gegrüßt 



• 1 



L\ier Aba 






An Lanfred und Elisabeth beldler 
Bonn 



Karlsruhe, 30. V. 56 



) 



Liebe Preundel 

Bevor wir in den dringend nötigen Urlaub fahren, loöchten wir 
Euch doch noch einmal sagen, wie sehr wir uns iLit der Kacliriwht 
von der Geburt eines Mädchens gefreut haben. Ich erlebe täglich, 
daß alles ^Niederziehende des Tages und des Jahrhunderts gegen- 
standslos wird Vor dem Zukunftsanspruch imserer iCinder, Ich 
wünsche Euch sehr, Ihr möchtet den Anruf Euawr Kinder nicht so 
nötig haben, w^nn immer Ihr ihn aber braucht, zeige er Euch auch 
seine verwandelnde Kraift. 

Viel Herzliches« von uns beiden 

Exier Aba 



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4- 



Klrh.,27.6.56. 



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^ 



Sehr liebe Freunde, 

habt noch vielen Dank für Euren lieben Brief in iinsere Ferien, die 
zwar verregnet, aber dennoch schön waren. Hoffentlich t«ht es Buch 
allen 5 recht gut.Lasst uns bald darüber etwas hören. 
[ich habe mittlerweile von einem Tag zxim anderen mein Amt als lan- 
desrabbiner niederfelegt und hoffe den Rest meiner Tage ohne Amt 
leben zu dürfen. Im Augenblick ist es noch etwas auf regend, weil die 
pekuniäre Zukunft noch nicht geklärt ist.Wird dieser Zustand über- 
wunden sein, werde ich endlich wieder frei atmen können. Wohl kann 
ich als XXDLX Individualist das untergegangene deutsche Judentum 
darstelen, nicht aber die üble Nachfolge, die nur kraft ihrer Bru- 

talität überlebt hat . \ 

Seid von uns allen auf« herzlichste «eirüsst « . 

Euer »W^\ 



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Mein lielDer Höbe rt und liebe Susoiine, 
T)em Dank meiner lieben Frau föfee ich nein ■..illiconim in 
Amsterdcxi und neinern herzlichen '.Vunsche an. dass es end- 
■ lieh eine bleibende und liebe Eeimt.tRtte f«* Jucb v-er- 
den mdge.Herrn Otto Prr-nit hrbe ich li-be Grttöse fflr Euch 
mitgegeben. Icl; erwerte lait grosser Spannung Deine llach- 
richten ober ^.eine l^rfolgs und Aussichten in iunsterdem. 
An Otto ?ranlc h.-st Tai Je;enfalls einen sehr guten und 
treuen S-reund.Er is* ein ungewöhnlich prechtvojlcr Ken seh. 
V/enn Du Dich \vundern solltest, dass dieser Brief mttels 
O Schreibm^'schine getippt ist, so diene Dir zur Ericlärung, 



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dass meine Augen/ so altersschv.acli geworden sind^^^^^gg 
ich nicht riehr imstande bin, Briefe und Büchor zu lesen 
oder grr iiit c^er Efnd zii schr^-iben.l'eine Jrau muss mir 
abends Torlesen und nein IZrwin ric2t iiir.es mit der Ma- 
schine zu ver suchen, was^ch Gott sei Dank wirklich roch 
fertig bringe. Schon in Oxford fingen meine i^ugen un 
zu strei:<sn,ab3r jetzt ist es sehr schlimri geworden- 
" grauer Star" nennen es die Aerzt3,pder Altersstar,der 
aber, selbst in meinem Alter operiert werden kann.^in l'rost 
fu"r einen Optimisten, wie ich einer bin. 

Herzlichste GröSe;^ von Inrem ^p^^ '" ^ 





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Dr. C. Seligmann, 26, Primrose Gardens, Lordon, NW. 3,28. Deeemter 1949 




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Lieber Robert und liebe Susanne . 



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,:rcraO er Pur güre lieben Briefe,den «u Hoschhascbana und den Gebutstagsbrl« 
t danke ioh Such beiden herzlichst. - noch. im alten Jahr.Mein Geburtstag 
.ist hier im Hause Ton Kindern und Enkeln und natürlich meiner Frau recht 
rlQin festlich begangen worden. An Besuchern hatjslficht gefehlt, die alle ^vas Gut^ 
mi tbraohten^WeinetCognac, Trauben, Nüsse, Feigen, GigarrenfKuohenfHosenfJuffi^ 

^j. per ete etc. Am Montag darauf ,deiil9. feierte mich die Montagsgesellschaft 
in der West London Synagogue, Italiener hielt eine reizende humoristische I 
Rede auf mich,Reinhard enthtdklte eine Kreidezeichnung Ton mir, die ein 
Hamburger Küfljrfstler angefertigt hat, und die er, •• um mich dauernd bei t 
sich zu haben ",wie er in seiner Redie sagte, in seinem Studierzimmer auf- 
hängen will. Zum Schluss wurde mir auf sein Geheiss eine HOLY BIBLE i»-- 
Foliogrflsse und 12 cm*-Iti.oke hereingebracht, die ich anschneiden sollte. 
Ich weigerte mich solch ein Sacrileg zu begehen, und so schnitt er selber 
sie an, welche "sie** sich als ein unglaublich guter Christmas, oder besser 
Chanucka/-Ma8 herausstellte, der allen Torzüglich schmeckte, und dessen 

Reste wir noch nicht ganz aufgegessen haben 

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In meiner Dankrede empfahl ich den Kollegen männlichen und weib- I 

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liehen Geschlechtes das berühmte Leben STerl Angerungsmittel des Rabbi Akib€ 
Es steht in Pirke Aboth und lautet :yier Zäune oder besser Schutzmassnahmec 
gibt es:I)ie Massora fü/r die Thora,den Zehnten JPttr den Reichtiam,die Ge- 
lübde für die Enthaltsamkeit. Für das Letzte habe ich erst sehr s 



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. Terstanden " Sja« lachocbma BChtlga " die Deste Schutzmassnahme fttr die ieis- 
heit ist das Schweigen. Aller Zank und Streit der Menschen, aller Hass und 
Kampf icommt letzten Endes daher.dass die Menschen ihre Zunge nicht zttgeln 
' koinnen. Darum ist das schöeste Gehet: Biohai nezor leschohi mero.mein Gott, 
tiewahr« meine Zunge ror Bofsemwlm Alter habe ich das Schweigen gelernt und 
^den Spruch Rabhi Akil»a' s als sls den weisesten Spruch, den ich je gelesen. 

Haoh dieser weisen Auseinandersetzung komme ich auf Bure liehen Briefe 
-«urtck und haDe zwei Tragen. Wann erwartet Ihr das zweite Zicklein, Ton dei vhr 

sohreht,und was macht und wie alt ist das erste? Und die zweite Frage; wie 
tgeht und steht es mit den Schwierugkeiten und Erfolgen äSb Amtes, ron denen 
Du, lieher Robert, diesmal gar nichts schreibst? Ist das " Schweigen " ein gu- 
tes oder trotz Akiba* s ein böses Zeichen? 

Meine Frau will auch noch einen Gruss hinzufuiien, Darum Ton mir 



nur nooh die innigsten Grflsse 



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Dr. Caesar Seligmann So 0y^4oyi& •M.. G«.//i.'oW 7, 3, y/ 



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Dr. Robert Geis 
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32, Gordonstreet 

Tel Aviv, am 28. Januar 

1940 



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Lieber, verehrier Doktor .seligmann, 

meinen Brief vom 23.11. 39 
werden Sie inzwipohen wohl durch meine Eltern erhalten h-iben. ^'enn 



ich ü.ich heute wieder an t^ie wcnle, U-inn nicht für tnich, b-onaern 
t^ir den Kollegen Laxanu^, der :jeit einigen Monauen, wie Sie viell 
«bissen werden bei Elk in Haifa mitarbeitet.. Ich habe Lazarus- voi 



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Verzweiflunf^ 



einigen 'ochen be£>iicht und war über den Grad i^e r.er 
t.ief erschrocken. DimtmIf. schon hitte er seine goldene Tihr, eein 
Forzellfin und einen Teil seiner Bibliotek ver&etzt, nur uil das Leben 
fristen zu können. Ich nehme an, dasr; ihm mitlerwe le an Verkai^f barem 




da wohl Dinge ans der Scellung des zweiten P.abbinere^ mit, die ich 
la aus jahrelanger lirf^^hrung oelb^^ü gcnij.gend kenne, d^e sich aber 
in paiaf.üina vvanrscneinlich noch ;: chlirrmer auswirken nnd ierr wehr- 
losen Lazarus das Leoon buch.'täbl ich zur Hülle machen, ^uf 1er 
i^nd-^ren ^eite ic-L die pekuniäre Lage von Lazarus tro^~tlos. ^r er- 
halt von ..Ik drei Pfund ^.ro )lonut , .eine i''rau als Köchin des Km^^er- 
garoens Z' ei l'fund. Dust eine vierKöpfige b^amilie nit fünf Pfund 
nicht auskommen kann .verüen oJe tiJr ancii chne Komentar glanben. 
Elk ociieint die v.-i rtüchaf t liehe und menschliche Hilflosigkeit von 
Lazarus auszunut^zen . ilach aus^^en hin tritt er alF. der gros^-^zügige 
und barmherzige auf, '//as ihn nicht Liniert, alle eirgeher:den Gebühren 
einzustecken und Lazarus die rbeit t'^en zu lae.sen, währen I er -elbst 
seit 10 ' üchen in Jerusalem w-itzt. ^ufr^riem schildert er n-tch 
AmerikH die L:i^e von Lazarus in den schwarze.: uen Farben nnd L.izarus 
hat anscheinend nicht zu ^Tnrecht Jen Kindruok, iass auf Jieo^em 'eg 




cht brntal 



er- 



hat unl Mensoiien in einem schweren 'üxis tenzkami^f 
den. Professor Julius Gucmann au Jerusaiem hat mich vor Vonaten 
- chon auf die menschlichen Schwachen tes Kollegen Elk hingewiesen, 
die ich ihm iamals nicht recht glauben wollte* '\ber Sie wissen Ja^ 
so gut »/;ie ich, wie wenig ^.innvolles ist, in e'rier selchen 



le immer man 
chluss . dass 



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an d i e 
erstens 



das Fir und 'Vider gegeneinander abzuwägen. 

Frage herangeht, kommt man zu dem gleichen :>chluss, dass ersue 
Lazarus direkte geliliche ^^nters cützung haben muss \mi 
zweitens, ^eine ii^reunde -ich mit aller Intensität dafür eine et z 
müssen um ihn von hier, wo er ps/cliiöch und ph^^sisch drauf geht, weg- 
zubringen. Da ich mir selbst nicht helfen kann, kann ich leider dem 



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ar..en Lazarus auch nicht bei^uehen, ^.ber ich möchte ^^i^^^^^^;;,^^^";^^ 

nichts unverbuchL zu lassen, um ennerr ler lautersten 



lichöte biLCen, 

Lten Kc 
Ich bin 



und feinsten Kollegen, aie ^ir hatten ein Jfff i■^^^^r,^JJ^l/U^f^;:s- 
mir darüber klär, wie jede Hilieiei> tung in n./ ie;_,- 




werde eo gelinge.: /hier 'Linderung oder ein^n Au.;we- zu schaffen. 
Hon-enaich geht e. Ihnen, Ihrer Krau, Kindern und Enlcelkinlern gut. 



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beien ^\ii herzllohüt gegraust 

Ihr larakb';i.rer :-ohuler 



Dr« Caesar Seligmann 



54 Eltisley Avenue 

Cambridge 

21. Februar 194o 



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lieter Robert, 



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Jch habe DÄine beiden Briefe vom 25*November 
und 28. Januar erhalten. Wenn ich Dir nicht früher 
schrieben habe, so war der Grund, dass uns erstens Deine 
Briefe erst nach längerer Zeit erreichten, und dass wir 
zweitens, was mit dem ersten Grund zusaiiimenhän^t ,ein 
unstetes Wanderleben geführt haben, Y/ir waren zwei Ta^-e 
Vor Ausbruch des Krieges von London weggefahren, da unsere 
Kinder drängten, London zu verla-ssen» Zuerst waren wir in 
Südwales in Aberdare,dann in <:;heltenham,dann zwei Wochen 
in London, -and sind jetzt hier in Cambridge, wie Du aus 
obiger Adresse siehst , gelandet. Hier bewohnen wir mit 
unserer Tochter Jls<ff und unserem Enkelchen, zusammen mit 
Nelly Baer,ein kleines Häuschen im Freien und frieren* 
Hoffentlich wird es aber einmal Frühling werden. 

Dass wir Dich damals in London, als Du dort warst, 
nicht gesehen haben, hat uns sehr leid getan. rioch schwerer 
bedrückt unsjpein erster Brief , der all Deine Sorgen und 
Kämpfe widerspiegelt. Was Du selbst jetzt treibst, 
schreibst Du nicht. Die Möglichkeiten der World Union , 
in den augenblicklichen Zeiten eine neue Zelle zu bilden, 
sind sehr gering. In Chile ist die Einwanderung seit eini- 
ger Zeit gesperrt, sodass von Santiago überhaupt keine 
Rede sein kann. Finanziell arbeitet die World Union mit 
einem immer grösser werdenden Defizit, da die versprochenen 
amerikanischen Beiträge ausbleiben. Nur für Palästina und 
die dortigen drei Rabbiner Elk, Wilhelm und Rosenberg 
ist eine verhältnismässig kleine Summe zusamir.engekommen. 

Wegen dem auch mir nahestehenden Kollegen Lazarus 
habe ich mich an die Schwester von Nelly Baer gewandt, 
dass sie versucht , durch ihre Bekannten etwas für ihn zu 
erreichen. Längere Zeit habe ich gedacht, mich an Emiqy 
Löwenthal zu wenden, habe es aber auf gegeben, weil ich nicht 
weiss, ob es Kollegen Lazarus selbst recht ist .Vielleicht 
wendest Du Dich einmal an Emmy Löwenthal und schilderst 
ihr die Trostlosigkeit der Lage von Lazarus. Sie ist, wie 
Du weisst,eine sehr aktive Persönlichkeit , die helfen wird. 



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wenn sie helfen kann. 



Mit Amerika stehe ich augenblicklich 



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leiner Verbindung, sodass ich mich J^i^/^J^f ^^J^^ 
niSt wenden ksmn.Jch habe nur ein*^^^^«^^,^^^ i.^"^^^ 
sich evtl. für so etwas einsetzt, der OffenbacLer frühere 

Rechts; nwalt Dr. Guggenheim. 

Jnzwi'schen habe ich mich an Dr. Lazarus selbst 

schriftlich gewandt und ihm i^^i.«^^«*f J^ill.^jSSn' 
legt .mir seine Verhältnisse und Wunsche zu offenb«|sn. 
W^S er mir" in einem Sinne schreibt, dass ich mich # 
an Amerika. (Dr.Guggenheim^oder sonstwen) wenden soll, 
werde ich es tun. 

' Von uns selbst ist wenig zu berichten.Wir 

leben ein Einsiedlerlebeti, freuen uns mit ^^erem 
Enkel, essen und schlafen und frieren ^^..^«««^»J^^s 
es eiAmal wärmer wlrd.Ein Brief von aus wart s,sel^.t 
wenn er so schwerbelastet ist wie die Deinen,reisst 
mich immer etwas heraus tmd tut mir sehr «ux. 

' * Mit herzlichsten Grüssen und Wünschen von 

meiner Frau und mir selber 



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RABBINER D« C. SELIGMANN 

FERNSPRKCHEIt: 51184 



POSTSCHBOK-KONTO: 19845 



FRANKFURT A:^M., den 

BÖHMEB8TR.4 



IQ.Dezembor 1937 



H^pri Rabbiner Dr. Robert Geis 
Kassel 




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Lieber Robert t 

Für zwei Briefe.aie :3ir beide grosse Freude gemacht 

haben, mus3 ich Dir danken, für den Glückwunsch zu meinem Geburtstag 
und ftlr den lieben Brief, den ich hier nnch meiner Rückkehr von 
Hamburg angetrof^'.n hebe. Dein lieber Brief hat mich wenigstens 
getr&stet über die fiesbadaner CouTair-GesFräche.die michjWegen 
meiner Binstellung zu der, von Dir erwghnten Problemen^ al s groisonhaft 
und verkalV-t hinstellten. Es ist Ja so einf ach, etwas , was einem 
nicht passt.r^it einem Schimpfwort abzutun. Der ..Ite Goethe hat schon 
gesagt - und mit diesem Zitat will ich Dich einmal wieder argorn! - 
«Sie sagen« es mutet mich nicht an; und glauber, , damit wär's absotan-. 
Schade,dass Du nicht in Wiesbaden warst. Dich hStle ich ganz besonders 
unter meinen Zuhörern gewunscht.Die andere Jugend.die dort war. ins- 
besondere Dein Freund Zucker, war.wie ich horte.der Hauptrufer ia 

Streit gegen lich. 

Wann komrr.st Du denn ein-nal wieder hierher? Hoffentlich 

doch m den Weihnachtsferien oder sonst in nächster Zeit? Schreib 

mir vorher oder lass mich sonst wissen, damit wir eine gemütliche 

Teestunde oder sonstige Zeit zu einem iSngeren Plaudern verabreden 



können. 



Mit hersliehsten Grüsson 



Dein 









Ctu. 




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RABBIN ER D« C. SELIGMANN 

FEHNSPKECHEH: lliXÄiSÜ&Ä'ÄÄX 511 ö4 



POSTSCHECK-KONTO 1084» 



FRANKFÜRT A. M.. o^sM-'^^^^?^ ^^* 

jnHBPÄ^PK«'»»» Böhmers tr. 9 



Herrn Br. Robert Oeis 

Mannheim Rupprechtstr • 4 



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Lieber Robertl 

Jch danke Dir herzlichst für Dein freundliches 
Gedenken und Deine lieben Wünsche zu meinem Geburtstag. 
Weniger erbaut war ich von der Stimmung, die aus Deinem 
Briefe erklingt; ich habe auch sonst gehört, dass in Manheim 
nicht alles nach Deinen Wünschen sich gestaltet.und Du hast 
doch so viel grosse Hoffnungen darauf gesetzt .Wirst Du nicht 
in den Weihnachtsferien einmal auch hierher kommen, damit wir 
uns mtindlich über all diese Dinge und Deine Zukunft unter- 
halten können? Was hast Du mit Professor Elbogen und dem 
PalEstinaamt beraten? Handelt es sich etwa um eine Absicht, 
auch nach dort auszuwandern? Die Erfahrungen der liberalen 
Kollegen, die bisher dort waren,und die Möglichkeiten für einen 
Rabbiner und seine Wirksamkeit erkundet haben, sind nicht allzu 

rosig. 

Vielleicht fragst Du gelegentlich auch einm.al Herrn 

Lehrer Rosenthal, ob er micht|in Bezug auf meine Ahnentafel 

weitere Forschungen angestellt hat. 

Mit freundlichem Gruss,auch von meiner Frau 

Dein alter Freund 



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RABBINER Dh. C. SELIGMANN 

POSTSCHECK-KONTO 1984» 



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RABBINER D«- C. SELIGMANN 

fehnsprechem: MAIWOAÜ T li a4 ■ ^^/j ß // 



FRANKFÜRT A. ML., den *^/ 
rniKninrniiTH. 



POSTSCHECK-KONTO 1984» 




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RABBINER D»- C. SELIGMANN 

FJKNSPKECHKH ♦XlJUXiMfcl&X'l&iCtX 5 11 <^ 4 



POSTSCHECK-KONTO lQ84ff 



FRANKFÜRT A. M., den 7 • MM i_^?4* 

BShmerstrasse 9 







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Lieber Robert! 
Das wi^r eirip grosse Freude, die mit Deine Mitteilung von Deiner Wahl 
in Msnnbeim gebr-acht hat. Nach meiner. ErkunOigurgen und Aurlti-ften dort 
hatte ich grosse Besorgnis, weil sich die Leute an Ausserlichkeiten ßc^ 
stossen haben, von d-nen ich Dir einmal mündlich erzählen werde. Nun huct 
Du ein gr'os--^s urd ergiebiges Arbeitsfeld und kannst zeigen, was Du leie 
ten kannst. Ich wünsche Dir also Glück und Segen zu diener wunderbaren 
Stellungrdenn Mannheim war B«it einem Jahrhundert die begehrteste und 
daiÄbarste Rabbinatsr.telle in Deutschland (neben Nürnberg, d.s Ja heute 
leider nicht mehr inbetriicht kommt). 

Schon wärs,wenn Du zu der Rabbinerte.gung des südwestdeutsehen Rabbi- 
nerverbandes am nächsten Sonttte.^^n l.-^.d. nach Mannheim kämst. Dann kön 
ten wir Dich ..ort feiern. Wenn Du keine Einladur- erhalten h8St,wird Dir 
Kollege Lazarus in Wiesbaden , der augenblicklich Vorsitzender ist, mit 
grosser Freude eine Einladung schicken. 

Wegen des Dienstantritts von Lemle habe ich mit Salzberger gespro- 
chen. Nach der letzten Verabredung"^ mit Lerr.le sohlte derselbe srätestcno 
am I.Juni hierher^.ommen. Jetzt ist die Frist bis zum ersten Drittel des 
Juni"ver.längert,abe. unt-^r keinen Umständen länger.Lemle will inzwischen 
heiraten,wohl schon in allernächster Zeit,und dann -ine kurze Erholung 
nach der Hochzeit haben. Eine längere Hinausschiebung seines Dienstun- 
tritts ist schon mit Rücksicht auf den Unterricht ganz unmöglich.Du bi 
abrig»ns doch ganz frei gegenüber München, wie Du mir hier gesagt hast, 
und kannst Jederzeit gehen.Wozu also Dein Wunsch des Auf schubsTErholon 
oder m Mannheim Dich vorher umsehen w ich weiss nicht, worauf Doxn 
Wunsch der Hinau.schiebung zurückzuführen ist - kannst Du^ doch von hcv,t| 
oder morgen tin I 



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Bevor Du ab-r* MiJiicheii v/erlasst^mus t Du mir für meint^ Ft.milit^nce- 
sohiehte in München Erkundigungen einziehen •Ich weiss nicht, ob ich Dir 
przäh]t habe.dass ich seinerzeit , als ich i;. Munchon studierte ,jeaen 
Freitagabend im Merzbacher' sehen Hause eingeladen war. Mein seliger Yate' 
hatte dQ^'t schon als Student im Jahre 1836 verkehrt, und zv^ar als Tor- 
wandter tÜ der Qrossmutter der Frau Justizrat Dr. Peust .namens Obern- 

I 

dorfer.Die55e Frau Oberndorfer ,die aus Fürth od^r Ansbach stttnimt,diG 
Schwieger^nutter des M5zen dei- Judischen Wissenschaf t, Abraham Merzb&cher, 
bildet das verwandtschaftliche Mittelglied .Könntest Du nun nicht durch 
direkte Anfrage b-l Frau Friederike Feust oder ihrem Sohn, oder viellci 
durch Binblick in elnf^n Sta-nmbaum.den die Familie wohl aufgestellt ha- 
hen wir-d.die Verwandtschaft der Frau Oberndorfer mit 'le^i Oberrabbinor 
über die Pfalt ,Nar1^tali Hirsch Katzenellenbogen , oder seinem Vater, Rabbi 
Mosche Schwabach, feststellenCIch wäre Dir für diese Mühewaltung sehr 



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dankbar. 

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Und nun will meine Prt u Dir noch ihren Glückwunsch schicken, und ich 
will ihr das wort lassen, tr.d grüsee Dich in alter .>eundschuft und neu-l 



er baiaig«^r Nachb^irschaf t herzlichst .Dein CT^ 



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RABBINER D«- C. SELIGMANN 

yjBHNSPHECHIfiR : XXXlXXSlll^X 

POSTSCHECK-KONTO 1084» 



FRANKFURT A. M.. den Si.D^^sember 1935 
lÄiÄOEaMlÄ^M Böhmerstrasse 9 



Herrn 



Rabbiner Dr. Robert Geis 
München, Prinz-Ludwlgstr^SJ- -LA. 



». ;. 



Lieber Robert! 

Vor allem habe ich Dir für Deine lieben 

OeburtstagswQnsche herzlich zu danken. Heute, als am Weihnachtsabend, 
ist es ganz ruhig um uns, die Kinder sind bei ihren Eltern auf der 
Zeil, und ich sitze mit «einer Frau zweisam friedlich an der Schreib- 
maschine (d.h. meine Frau schreibt nicht vierhEndig mit mir, sondern 
sitzt auf ihrem Sessel und schreibt nach Amerika). Du wirst an diesem 
Abend irgendwo in den Bergen sein, aber ich denke wohl, dass Dir der 
Brief nachgeschickt wird. Ich habe leider kein Qeld und auch keine 
Zeit zum Reisen; Insofern hast Du es in der Tat besser als ich. 

Nun aber komme ich zur Hauptsache, der Antwort auf Deinen 
letzten Brief. Du hättest umgehend Antwort von mir erhalten,wenn ich 
nicht in diesen lagen allzu angespannt |ewesen wäre. Also Vogelstein 
geht wirklich schon am 51. Dezember, und vertretungsweise kommt auf ein 
Vierteljahr Dr. Mehler hierher. Um diese Vertretung habe ich mich nicht 
gekümmert, sondern Dr.Salzbergcr hat die Anregung gegeben und die Kor- 
respondenz geführt. BS handelt sich dabei aber nur um eine wirkliche 
vierteljährige Vertretung. Denn anstelle Vogelsteins soll vom April ab 
Dr. Lemle aus Mannheim hierherkommen. Ich hatte verschiedenfach bei 
den massgebenden Persönlichkeiten Deinen Namefi genannt, nicht erst Jetz^ 
sondern äes 6fteren,wenn ich mit Dr. Salzberger,Dr. Blau und Dr. Baer- ' 
wald sprach.Aber Dr. Lemle hat sich durch sein dreimaliges Fungieren 
hier an den Hohen Festtagen in weiten Kreisen ausserordentlich viel 
Sympathie erworben;und nun ging ihm noch der Ruf eines Lamden, eines 
hervorragenden Jugendführers und Lehrers voran, so dass - neben der 
Kandidatur des Dr. Wilhelm - .igeratlich nur Lemle in Betracht gezogen 



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wurde. Die Mannheimer wol'lten ihn nicht freigeben, Dr. Moses von Mann- 
heim war hier, aber Dr. Blau wusste ihn zu Oberzeugen, aass man ihn 
( Lemle \ Prankfurt Oberlassen mOsse. ' 

Und so wird Dein Mannheim wohl ab I.April frei werden. 
Ich wurde Dir raten, sofort nach Mannheim Deine PQhler auszustrecken. 
Du wirst Ja besser wissen als ich, ob Du Dich an Dr. Moses oder an Rab- 
biner Grunewald oder'noch an andere zu wenden hast. Da zu gleicher 
Zeit auch MOrnberg einen Nachfolger für Dr. Preudenthal suchf.der so 
bald als möglich sein Amt niederlegen will, so ist die Auswahl an ge- 
eigneten Bewerbern augenblicklich nicht gar zu 'gross. Und ich sollte J 
meinen, daU Du gute Chancen in Mannheim hast. Soviel ich gehört habe, 
hat äich in Nürnberg bisher nur ein ganz Junger Kandidat aus Breslau, 
ich glaube, er heisst Richter, gem«^ldet, bzw. ist er zu einer Gastpredigt 
berufen worden.Woran scheiterten denn damals Deine Mannheimer Aussich- 
ten? Ich habe bei Gelegenheit Grunewald einmal darnach gefragt, bekam 

aber keine richtige Antwort. 

Im übrigen wird wohl auch Holland wieder frei werden, da 
Dr. Hirschfeld ( so heisst er doch wohl ?) nicht dort bleiben wird. Sie 
sind beide, die Gemeinde mit ihm und er mit der Gemeinde, nicht zufrie- 
den. Hättest DU keine Lust dafür?Oder sind Dir die HollSnder zu radi- 
kal? Trotz unserer Warnungen(unserer,d.h.Klbogeri,Baeok und ich)haben 
sie in Holland doch eine Art Reförmgemeinda Berlin eingerichtet. Da wird 

wohl Mattuck dahinter* stecken. 

Jetzt aber muss ich schliessen. Einen so langen Brief hast 
Du von mir noch nie bekommen. Mit herzlichen Grüssen,auch von meiner Prai 






RABBINER Dh. C. SELIGMANN 

fehnspkechkr: |[^jCqMPX^iX^ 51184 



FRANKFURT A. M., d*n 15 . AUgUSt 1952 



POSTSCHECK-KONTO 1084» 



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Lieber Robert ! 

Fast Jeden Tag, seitdem ich Deinen letzten Brief erhalten 
habe, wollte ich Dir antworten. Nun hast Du meiner Frau so lieb zum Oeburts 
tag gratuliert, und mit ihrem Dank soll nun endlich meine Antwort sich ver 
binden. Ehe ich Dir aber wegen Frankfurt schreibe, habe ich ein Anliegen an 
Dich als Historiker. Jch bin mit Abfassung von Lebenserinnerungen und Fami 
lieng-schichte beschaftigt/und habe die Geschichte der Besetzung des Lan- 
dauer Rabbinats im Jahre 1836 vor mir. Durch eine unglaubliche Vergewalti- 
gung vonseiten des damaligen Landkommissars Petersen wurde die Wahl meine 
Vaters verhindert und an seiner Stelle Rabbiner Orünebaum der Landauer Oe 
meinde als Bezirksrabbiner aufgedranct.Am 24. Mai 1836 wurde eine Beschwer 
de darüber zunächst an das Landkommissariat Landau, spater, wohl im Juli de 
selben Jahres^ eine Beschwerde an die Pfälzische Regierung in Speyer und, 
als dies ebenfalls ergebnislos war, eine Beschwerde an das Ministerium in 
München, Kammer des Innern, gerichtet.- Wäre es Dir nun möglich, Dir die be- 
treffenden Akten in München anzusehen und mir abschreiben zu lassen?Ich 
bin vor allen Dingen begierie'.zu erfahren, mit welchen Argumenten die flag. 
rante aesetzesverletzung vonseiten des Ministeriums gedeckt wurde.- Mögli 
eherweise liegen für meine Untersuchung wichtige Akten in Speyer. 

Und nun komme ich zu Deinem Brief und zu der Frankfurter Rab- 
binerausschrtfibung.Jch bin immer noch der Ansicht , trotz Deiner Ausführun- 
gen.dass Du am besten tust, Dich nicht hierher zu melden, es sei denn als 
akademischer Religionslehrer. Justizrat Dr. Blau, mit dem ich ganz intim 
über Deinen Brief sprach, sagte mir freilich: „ schreiben Sie ihm doch, das 
er sich melden soll. " Aber Dr. Blau hat kein Jnteresse daran, Dir einen 
• Rat, der Deiner Situation Rechnung trägt, zu geben, sondern will im Jnteres 
se der Frankfurter Gemeinde eine möglichst grosse Auswahl von Kandidaten 



haben^Qemeldet haben sich Jetzt teils direkt teils indirekt fvermittels 
Anfragen und Fühler )eine betrachtliche Zahl, ganz Junge wie Du, aber auch 
ältere, die wohl in Betracht kommen könnten. Die Stelle wird aber pekuniär 

gar nicht so hervorragend sein, wie die meisten meinen.Die Gemeinde will, 

tein Gehalt zahlen. ^^ ^ /. x. n *. 

nach ihrem vorläufigen Beschluss Jdas bei weitem nicht die Höhe des Gehalt 

der Gemeinderabbiner erreicht IDa werden viele derer, die sich gemeldet ha- 
ben, enttäuscht sein. Vielleicht wird es so kommen, dass einfach mit Dr. Vo- 
gelstein der Vertrag immer aufs neue verlängert wird und daqr,bei den mi- 
serabeln wirtschaftlichen Verhältnissen der Gemeinde^ gar kein Rabbiner 
von grösserem Format angestellt wird. Eine RabbinerwahlkommissAoa ist noc 
immer nicht ernannt, Dr. Blau befinde^ sich in Falkenstein, Dr. Baerwala 
ist krank und gleichf^alls nicht hier, so dass die Geschäfte einstweilen 
ruhen.- So stehen die Dinge augenblicklich. Dabei bekomme ich und ebenso 
galzberger dauernd Anfragf^. über die Stelle- 

Deine Schlüsse kannst Du Dir aus dem Mitgeteilten selber zie- 
hen. Solltest Du als akademischer Religionslehrer hierher wollen, so könnte 
und würde ich vielleicht ( ? ) meine Leute hier dafür gewinnen können. A- 
ber gut bezahlt würde eine solche Stelle wohl nicht werden. Wie gross sind 
doch Deine Münchener Einkünfte? 

Deinen Pessimismus infcezug auf München teile ich nicht, au ^ 
wenn Du zunächst keinen Unterricht in den Primen hast-Falls Du Dir Deine 
Jungens und Mädels bis zur Sekunda heranzuziehen weisst, wirst Du sie auch 
nach der Schulzeit wieder in die Hand bekommen. Das dauert freilich drei 
bis vier 5ahre;aber Geduld muss man überall haben. Und durch Kurse und Vor 
träge kannst Du Dir, trotz B. 's, immer eine kleine Gemeinde schaffen. Was ic! 
da sage, ist aus meiner Erfahrung heraus gesagt!^Und nun überwinde Deine 
übergrosse Sensitivität ,und am besten verlobe Dich mit einem Mädel, das 
die Anlagen zu einem esches cha.lil (wörtlich) hat. Dann wird alles gut wer- 
den und anders aussehen. Das ist kein Scherz , sondern mein Ernstl 

Herzlichst Dein 





RABBINER D« C. SELIG31ANN 

rÄRNSPRECHJ£R:lJI3|g«^JP)rif|f 51184 



FRANKFURT A. M.. dss 24. JU 1 1 1992 . 

xniJRPiwPJiwxx?!! BShmerstrasse t. 



POSTSCHBCK-KONTO 10840 



Lieber Robert ! 



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Länger darf ich nicht warten, Dir zu antworten, obwohl ich 
gern gewartet hätte, bis ich Dir etwas positiveres schreiben könnte, 
als ich heute vermag. Erschüttert hat mich,w«s|Du über Deine Seelenver- 
fassung schreibst. Darf ich Dir etwas beichten?Auch ich, der ich doch 
bei weitem nicht so sensitiv veranlfet bin wie Du, habe im ersten Jahr 
meiner Amtstätigkeit in Hamburg die Flügel hängen lassen, weil ich 
nicht im Sturm erobern konnte, was ich miU so ideal ausgedacht hatte. 
Das geht wohl allen so, die von der Schule in's Amt kommen^und beson- 
ders denen, die neben einen älteren Kollegen gestellt werden. Und da 
hast Du es noch besser, als ich es gehabt habe;denn einen Leimdörfer 
gibt es nicht zum zweitenmal. Ich bin fest davon überzeugt, dass Du Dich 
mit der Zelt doch in München durchsetzen wirst. Du welsst nicht, um 
wie viel besser es ein bayrischer Rabbiner hat als ein preussischer, 
zumal ein Frankfurter. Die Enttäuschungen hier würden für Dich ungleich 
grösser sein als in München. Das hat mir, als ich hierher berufen wurde, 
mein Freund Freudenthal gesagt, ich hab's ihm aber nicht geglaubt;und 
doch hat er Recht behalten. Eben wl^l ich's so gut mit Dir meine, wie 
wohl kein anderer, möchte ich Dich vor der unausbleiblichen Enttäu- 
schung, die Deiner hier wartete, bewahren. Ich persönlich wäre glücklich, 
wenn Du hier neben mir amtieren würdest und würde Dir wahrlich keinen 
Stein in den Weg legen. Aber die Frankfurter Westendkreise wollen par- 
tout wieder einen Mann nach dem Format von Dr. Lazarus haben. Ich ha- 
be in dieser Beziehung unglaubliche Ifamen nennen hören, denen nichts 
vorausgeht als das Epitheton, dass sie „ facile8,formo8i''sind. 

Ob mir der Vorstand Irgend einen Blnfluss auf die Besetzung 
der Stelle einräumen wlrd,mu8s ich nach den Erfahrungen, die ich gemacht 



habe.SGhr bezweifelm.Ich will keine Hamen nennen;at)er es gibt hier i« 
Frankfurter Vorstand einflussreiche Persönlichkeiten, die bei aller Lie- 
benswürdigkeit und Zuvorkommenheit den Rabbiner #riazipiell und konse- 
quent aus allen Oemeiileangelegenheiten auszuschalten versuchen. 

Wie kann ich unter diesen Umstanden Dir versprechen, Deine 
Kandidatur zu lanzieren,auch wenn ich's noch so gerne täte '.Aber ich 
tu es,offen gesagt,nicht einmal gern,weil ich die furchtbarste ünttEu^ 

schung für Dich voraussehe. 

Ganz anders würde die Sache liegen, wenn Du Dich nicht u« 
die Stelle von Lazarus bewerben würdest, sondern unmittelbar nach Deinem 
Examen oder,wie Vogelstein, etwas vorher als «eligionslehrer und stell- 
vertretender Rabbiner hierher gekommen wiirest|dann wäre es leicht ge- 
wesen, in die Stellung eines Qemeinderabbiners auf zurücken,so wie das 
bei Lazarus und Salzberger der fall war.Selbst ein Gottschalk wSre hier 
geblieben, wenn er ein trätabler Mensch gewesen wSre.Aber nach Lazarus' 
Tod und der Ausschreibung seiner Stelle liegen die Dinge ganz anders. 



) 



leh habe den Brief bis heute(28.d. |liegen gPla8sen,um mich 
in der Zwischenzeit nach den eingelaufenen Meldungen und nach dem gr j 
zen Stand der Angelegenheit zu erkundigen.Da habe ich denn erfahren, 
dass Vorlauf ig keine ganz hervorragende Meldungen vorliegen, wohingegen 
sich einige wohl in Betracht kommende Rabbiner privatim, ebenso wie Du 
bei mir, erkundigt haben,ob ihre Kandidatur Aussicht auf Erfolg haben 
würde.Mamen wurden mir nicht genannt.Is 4s» überhaupt noch nicht ein- 
mal eine Kommission für diese Angelegenheit ernar,nt,mit der ich mich 

in Verbindung setzen könnte. 

Ich bitte Dich, diesen Brief als streng vertraulich zu be- 

handeln.Schreibe mir aber, was Du auf diesen meinen Brief hin zu tun 



gedenkst und was ich für Dich tun kann. 

Mit herzlichem Qruss Dein 




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RABBINER DR. oELIGMANN 

Frankfurt a. M., Friedrichstraf»« 29. 



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RABBINER DR. SELIGMANN 

Frankfurt a. M., M«ipWii4M6«HI0ii 



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Dr. f. E. SHINNAR 

MINISTER HI.KNIPOTENTIARY 
HKAD OF ISRAEL MISSION 



COLOGNE 

2 12 HABSBURGERRING 

TEL. 21 39 04 

9. Mai 1955 



O 



Herrn 

Landesrabbiner Dr.R.R. 

Karlsruhe / Baden 

Kriegsstrasse 154 



Geis 



Sehr geehrter Herr Dr. Geis, 

Fuer Ihr freundliches Gedenken anlaess- 
licb des siebenten Jahrestages der Gruendung 
unseres Staates spreche ich Ihnen in meinem 
und meiner Mitarbeiter verbindlichsten Dank 



aus . 



Mit freundlichen Empfehlungen 



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Dr.F.'E.Shirnar 




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Jerusalem, 20.6.1966. 



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Lieber und verehrter Freund/] 

.Ein schllner Zufall wollte es, dass ich am gleichen Tafee zwei 
Artikel von Ihnen lesen durfte. Professor Heydorn, der Frankfurter 
Pädagoge. schickte mir "Die Stimme der Gemeinde" von vor einem 
Jahr, wegen eines Gedichtes von ihm, und dort fand ich Ihren 
wunderschönen Aufsatz "Hoffnung" den ich gleich mit grosser Freude 
las. Ich wartete die ganze Zeit darauf, dass nun auch Bubers 
Z€ntralbe£,riff der "Theopolitik" erscheine, und siehe da, meine 
Erwartung erfüllte sich, und zwar genau an der richtigen Stelle. 

Gleichzeitig kam Ihre Überaus liebevolle Kritik meiner "BrUcken" 
aus der "Allgemeinen Zeitung". Nehmen Sie meinen herzlichsten 
Damk, aber ich bin wirklich kein "Grosser". Sie wissen, die Be-^ 
scheidenheit hat mich nie geplagt, aber ich habe ein paar wirklich 
grosse Menschen n^he kennen lernen dUrfen, der grösste war wohl 
Rosenzweig, um allm'ählich die "Gabe der Unterscheidung" zu erwerben 
von der das Keue Testament spricht und die doch eigentlich auch 
bei uns vorkommen muss, wenn ich auch im Augenblick nicht weiss, wc 
Einen Teil Ihres sonstigen Lobes darf ich eher annehmen, so vor 
allem die innere Beteiligung sowohl am deutschen wie am jüdischen 
Geistesleben. Wenn ich dazu etwas ergänzen darf : bis vor wenigen 
Jahren ist es mir damit merkwürdig diagonal gegangen : ich war 
in Israel ganz wesentlich europäischer Kulturträger, in der Dias- 
pora jüdischer. Das war nicht unifruchtbar, hat mich aber doch 
geschmerzt. Das beginnt sich nun langsam zu nnclern, weil ent-.^ 
weder die jüdische Substanz meiner Stuuenten immer geringer wird, 
was leider auch stimmt, aber doch auch weil die meine täglich, 
oder besser : nächtlich wächst, da ich mich nun auch bei grosser 
Belastung zum ständigen Lernen bringen kann, mit immer grösserer 

Freude. , , ^4. t^v, 

Ihr Aufsatz hat mich aus noch einem Grunde sehr gefreut. Iv.li 

habe mir gedacht, dass das Buch Ihnen zur Rezension Übergeben 
werden wUrde und fürchtete, als diese etwas auf sich warten liess, 
Ihr Gesundheitszustand könne/i daran schuld aein. Als wir uns das 
letzte Mal in Küln trafen, klagten Sie Über Herzbeschwerden und 
sahen nicht gut aus. Ich hoffe, dass ich die Tatsache ^^eser 
Veröffentlichung als ein gutes Omen fOr Ihre Wiederherstell^ung 
ansehen darf. Wie steht es denn mit Ihrem Buch, das Sie geminsam 
mit Professor Kraus veröffentlichen wollen, r Mir geht es-, b^i 
gelegentlichen Störungen aus anderer, nicht operierter Gegend, 
wieder recht gut. Gerade heute haben wir die freudige Nachricht 
bekomr^en, dass nun auch Uri und Shulamith uns zu Grosseltern ge- 
macht haben : ihnen ist, als erstes Kind, ein Junge geboren 
worden. V/ir sind sehr dankbar . vA.' a^Cu^^^ 1 4-^ ' /-<* '-«- vJ^ >3, 
Mit herzlichsten GrUssen von Haus zu Haus, 




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Jerusalem, 24.8.1965. 



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Raphael, der auch ohne HUnde 

Ein Maler iwär, trt5stet den Simson Ernst : 

**Grad wenn man Dir die Augen blende;!^» 

Und Du nun endlich stottern lernst, 

ViivlDeine Rede eitel Gold, 

(üneitler zwar, doch ungewollt) 

Hur durch Gehalt noch kernhaft wichtig : 

FUr schlichte Gojim ist das richtig I '' 

Dem Ernst schmecktidkte wie sohorf » Messer : 

"Die Diskussion war doch viel besser*. 



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Herzlichst Ihr 




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Jerusalem, 31. Maerz 1964 . 



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Lieber Robert Geis , 



Vielen Dank fuer Ihre f reundlirhen Zeilen vom 19. Maerz. 
Ich. erinnere mich sehr wohl Ihrer Bewegung uei Uriels 
Barmizwah. Er ist unterdessen ein sehr erfolgreicher Dozent 
fuer Bibel an der Uuiversitaet in Bar Ilan und mit einer 
Tochter a^ s dem Ha.use Munk verheiratet. Ich freute mich sehr, 
Ihre lieoe Frau nach so langen Jahren wenigstens fuer einen 
Augenblick wiederzusehen undbitte um Verzeihung, das3 i(srh 
sie nicht gleich ericannte. 

Was Rengstorf anbetrifft, so moechte ich die Kopie 
/>rTieines Brieft^s an ihn lieber nicht aus der Hand geoen. Ich 
habe den iilindruck, dass er Keinesfalls wieder zum Praesidenten 
der "Gesellschaft der Freunde der Hebraeiscnen Univt rsitaet" 
gewaehlt werden wird; ja, er wird sich kaum mehr zur Wahl 
stellen. Die niesi^en Universitaetsbehoerden haoen ihm, 
r\ hoeflich aber unmissverstaendlich, klargemacht, dass seine 

Position als Leiter einer Missionsg Seilschaft mit derjenigen 
als Praesident der "Freunde" unvereinbar ist. Damit hat meine 
Aktion genau das erreicht, was sie bezweckte; darueber hinaus 
moechte ich nicht ^ehen; ich will jede persoenliche KraenKung 
eines Mannes, der in seiner Art doch wohlmeinend ist, durchaus 
vermeiden. Da ich nicht zur Leitung der universitaet gehoere, 
fi^^cAhJlf Oer aie Verantwortung in dieser Sache obliegt, der sie sich 

ja auch nicnt entzogen hat, moechte ich auch nicht mit meinem 
iMamen hervortreten. 



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Ich hoerte in Deutschland, dass 3ie sich kritisch zu 
m^ iner Aroeit ueber "Martin Buber und das deutsche Judeiitum" 
in einem Artikel der "Allgemeinen" geaeussert haoen. Ich waere 
Ihnen Dtsonders dankbar, wenn Sie veranlasooi koennten, dass 
mir ..ine Belegnummer zugeschickt wuerde, noch mehr aber fuer 
eine moe^lichst ausf ueh rlicne Darlegung Ihrer Bedenken, die 
Sie m dem Sammelreferat wahrscneinlich nur andeuten konnten. 
Ich erinnere mich Ihrer schoenen Besprechung meines kleinen 
Buches "Aufoaa im Untergang" an gleicher Stelle und bin immer 
oereit, von Ihren Aeussv-rungen zu lernen, besonders dann, wenn 
Sie nicnt looan koennen. 

Wie geht es Ihren Kindern und Schwiegereltern ? 
Lassen Sie einuial wieder von sich beeren. 

Herzlichst 
Ihr 







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ROBERT RAPHAEL GEIS 



7570 BADEN-BADEN 

METZCERSTRASSE 41 
TEL. (O 72 21> 6 49 00 



23. XI. 71- 



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Lieber Freund, 

vielen DnioJc für zvei Triefe, das Buch,die peinlichen Einlagen. 
Aber lohnt es da eimen sehr tevren und sicherlich aufreihenden 
Prozes- zu führen. Wer sind schon die US«Eazis,wer nimmt sie 
Ernst. Auf die Schweinerei aus dem Springer-Wald liess ich einen 
Journalisten, mit dem Sie {^t stehen, antv/orten. Einmal ist's halt 
doch in Deutschland veröff entlicht , zum anderen muss man immer 
wieder auf zeigen, wenn die wahre Springer-Gesinnung hinter der 
Juflenf reundschaf t "aufleuchtet" , 

\;enn Sie doch endlich ein normales ^^ eben führen dürf ten,bes te- 
hend aus Gegenwart und ein bissel Zukunft .Das ständige Gezerrt- 
werden in die Vergangenheit kann keinem Menschen gut tun. Ich an 
Ihrer Stelle hätte mich schon längst gegenüber allen Reportern 

verleiagncn lassen. 

Lassen Sio es sicVi trotz allem gvit geheru.Ihnen und Ihrer lieben 

Fj-au herzliche Guusse von uns beiden 



Ihr 








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Lieber Preünd! 

Dank für die zauberhaft schönm Orchideen. Ich starime 
mit Ihnen eigentlich aus einer Zeit, in der diese Bluiue 
für Königstöchter reserviert war, wie tief sind wir gesunken. 
Dank für den ausführlichen i^rief, dßr rundum so positiv 
klang. Manchmal hab ich ein bissei Angst, wie^iiian so viel 
späte Zustimmung nach allzulanger Zeit des ochweigens, ohne 
inneren Schaden ertragen soll? 

Auf der Eückreise von Hadevomwald werden Sie doch hier 
Station machen? Bis dahin hoffe ich so weit zu sein, ich 
finde es wunderbar wieder in den eigenen ßäumen leben zu 
dürfen, aber es geht natürlich alles nur langsai. voran. 
Da meine Susanne durch die Erkrankung eine Peihe neuer 
Berufe bekommen hat, ich sie als oekretärin nicht überbe- 
lasten möchte, für heute nur noch recht freundschaftliche 



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NORDDEUTSCHER RUNDFUNK 

Gemeinnützige Anstalt des öffentlichen Rechts 



NDR • 3 Hannover 1 • Postfach 4560 



Herrn 

Prof. Dr. Robert Raphael Geis 



4 Düsseldorf 1o 
Fischerstrasse 55 



FUNKHAUS HANNOVER 

Rudolf-von-Bennigsen-Ufer 22 

Telefon: Sammelnummer: 88621 
Tel.-Durchwahlnummer: 8862- 




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Ihr Schreiben 

28.6. 



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Unser Zeichen 

Dr.Hi./ge. 



Fernschreibnummer : 0922809 

Deutsche Bank, Hannover 4/64826 
Postscheckkonto: Hannover 11 

Abteilung 

Kirchenfunk 

(Bitte in der Antwort angeben) 
Hannover 

21 .8.70 



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Sehr verehrter Herr Professor Geis, 

ich muß sehr um Entschuldigung bitten, so lange auf Ihren überaus 
freundlichen Brief von Ende Juni nicht eingegangen zu sein. 
Bitte nehmen Sie meinen herzlichen Dank entgegen, auch wenn er 
so sehr spät kommt. 

Ihre Sorge vor einer scharfen Reaktion der jüdischen Organisa- 
tionen auf eine Fürsprache für Speer teile ich doch nicht so 
ganz. Ich entsinne mich zwar auch noch an die Zeitungsmeldung , 
daß Herr Galllnski, so heißt er doch wohl, es Brandt einmal 
übelnahm, daß er andie Tochter Speers einen Blumengruß schickte. 
Aber das war, soweit ich mich entsinne, doch vor Speers Hatt- 
entlassung und also auch vor einer Zeit, in der man wissen konnte, 
daß Speer als ein ganz anderer die Spandauer Gefängnismauern 
verließ. 

Ich würde mich sehr freuen, wenn Sie in Ihrer Stellungnahme für 
uns sowohl auf theologische wie auch auf politische Dinge ein- 
gingen. Daß Ihnen und mir in diesem Zusammenhang einige politi- 
sche Äußerungen zum Fall Speer beziehungsweise Globke und 
Kiesinger näher legen würden, verstehe ich durchaus. Aber 
ich finde, daß man zunächst einmal etwas sagen sollte über die 
in der jüdischen Gemeinde und in der jüdischen Theologie gegebenen 
Möglichkeiten zur Vergebung und daß man von diesem Fundament aus 
dann auch noch ein paar Namen nennen könnte. 

Neben dem theologischen und dem politischen Wort wäre vielleicht 
auch ein persönliches Wort von Ihnen noch zu sagen über Ihren 
Freund Albert Speer , aber das mögen Sie selbst entscheiden, 
wieweit Sie hier gehen wollen. 



-2- 



a.S.uncn.r VrtratT da. NoMdeutSch dfur... ..t d.r .nt.od.nt. Dt NoMdeut.cha Rundtun. ..nn .uch von zw. von, .ntond.oton t.evo..n,acht.ot.n f^-;" J«^^»;^«" ^^^«^ 

^n?•lu."at>o.Un,r.nflundD.uerderVe^t^etuno.^>ac^teot..U«nd.aVoUn,.c^t.ur.unden>u..ünttoo t.t.arda. Norddaut.c.ao Rundtun... H.n,.uro13.Rothaot.aun,cn.u.saa,3.. 

Wir bitten, all* Zutohrlftan autachllaOlloh an dan Norddautachan RundfunK und nicht an Elnzalparaonan zu richtan. 



NORDDEUTSCHER RUNDFUNK 



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BLATT 

-2 



Bisher habe ich den Sohn von Karl Barth, Markus Barth gefragt, 
für mich ein Statement abzugeben und er hat ebenfalls zugesagt. 
Weiter will ich mich noch wenden an Professor Golo Mann und an 
Kirchenpräsident Niemöller und vielleicht noch an den ein 
oder anderen. Das würde bedeuten, daß in dieser 2o-Minutensendung 
jeder nur mit einem sehr kurzen Statement zu Worte kommen könnte, 
und ich möchte Sie deshalb bitten, sich auf drei oder vier Minuten 
einzurichten, Falls Sie dazu bereit sind, brauchte ich nur noch 
einen Düsseldorfer Reporter zu Bitten, Sie gelegentlich anzurufen, 
und Sie zu fragen, wann er Sie mit einem Aufnahmegerät besuchen 
kann oder wann es Ihnen recht wäre, ins Studio zu einer Aufnahme 
zu kommen. 



Mit freundlichen Grüßen und herzlichem Dank 



bin ich Ihr 



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^^. CL. /h'yi4 

(Dr.Eike Christian Hirsch) 



PS. DieSendung wird in unserem Programm folgendermaßen angekündigt: 



V. 



GOTT VERGIBT- DIE OEFFENTLICHKEIT NICHT 
Haben Nazis lebenslänglich? 

Von Eike Christian Hirsch 

Manche Politiker in der Bundesrepublik haben ihre Mitschuld an 
den Verbrechen des Dritten Reiches einfach geleugnet. Sie kamen \ 
wieder zu Amt und Würden, Wer allerdings überführt und verurteilt 
wurde, konnte auch nach Einsicht und Buße nicht damit rechnen, neu 
anfangen zu dürfen. Ein Beispiel dafür ist Albert Speer, Wo gibt es 
öffentliche Vergebung? In unseren säkularen Gesellschaften ist sie 
nicht vorgesehen. In ihr hat der Leugner eine Chance, der Büßer nicht. 



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NORDDEUTSCHER RUNDFUNK 

Gemeinnützige Anttalt de« öffentlichen Rechts 



3 Hannover 1 • Rudolf-von-Bennlg«en-Ufer 22 • Pottfach 45fl0 



Herrn 

Prof. Dr. Robert Raphal Geis 
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Abteilung Kirchenfunk 



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Ihr Schreiben 



Ihr Zeichen 



Unser Zeichen 



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Hannover Z 5 . . / ü 



Sehr geehrter Herr Professor Geis, 



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es tut mir sehr leid, dass ich mich in meinem letzten Brief so 
missverständlich ausgedrückt habe, dass Sie annehmen mussten, 
ich wollte die allgemeine Unauf richtigkeit und Falschheit 
mitmachen, mit der man in der Öffentlichkeit Leute wie Globke 
und Kiesinger einerseits und einen Mann wie Albert Speer an- 
dererseits behandelt. 

Jedes Wort Ihres Briefes hat mich gefreut, besonders aber Ihr 
Satz "Herr Sjfi^peer braucht unseren Freispruch nicht, wer von uns 
hätte das Recht, über ihn zu Gericht zu sitzen?". Gerade weil 
ich auch so fühle und denke, meine ich, man müsste das einmal 
offen aussprechen. Ich bin nicht zuletzt deswegen auf diese Idee 
gekommen, weil ich im Gespräch mit Herrn Speer merkte, wie deut- 
lich er noch in der Öffentlichkeit eine Reserve ihm gegenüber 
spürt. Diese Reserve halte ich für hochmütig, für heuchlerisch 
und - gerade im Blick auf die Leute mit der Unschuldsmiene - 
auch für empörend . 

Vielleicht ist es mir doch gelungen, das Missverständnis auszu- 
räumen, das durch meinen ersten Brief entstanden ist. Deswegen 
habe ich die Hoffnung auch noch nicht aufgegeben, Sie als Mitautor 
einer Sendung zu gewinnen, in der ich Ihren Beitrag als Freundes- 
gabe für Albert Speer verstehe. 



Mit freundlichen Grüssen bin ich 



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<3.s«tz..cher Vertreter «s Nor.aeut.chen Rundtun.. i.t Cer .ntend.nt. Der Norädeut.che Rundtun. Kann auch von .we. von, .ntendaoten bevonn,«cht*gten Personen vertreten werd^. 
Einzelheiten überumtano und Dauer dervertretung.«,.cht enthaltend.« Vonn,acht.ur.unclen>uskünfteerte..tderJu.t.t..rcYJ 5^^^^^^^ 
mr bitten. mJie ZuMhrIften .ustohlleSIloh •« den Norddeut.chen Rundfunk und nicht an EInielper.onen zu richten 




NDR • 3 Hannover 1 « Posifach 4560 

Herrn 

Professor 

Dr. Robert Raphael 



4000 Düsseldorf 10 



NORDDEUTSCHER RUNDFUNK 

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Geis 



Fischerstr. 55 



FUNKHAUS HANNOVER 

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Abteilung 



Kirchenfunk 



(Bitte in der Antwort angeben) 



Ihr Schreiben 



Ihr Zeichen 



Unser Zeichen 

Dr.Hi/Oh 



Hannover 

19. Jixni 1970 



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Sehr geehrter Herr Professor Geis, 

vor einigen Tagen hat mich Albert Speer in Heidelberg empfan- 
gen, den ich gebeten hatte, mit ihm über Schuld und Sühne 
sprechen zu dürfen. Im Verlauf unseres Gespräches erwähnte 
er auch einen Briefwechsel mit Ihnen sowie mit dem evange- 
lischen Theologen Professor Markus Barth. Ich bin dadurch auf 
die Idee gekommen, wenn es möglich ist, in einer Sendung da- 
rüber zu berichten, wieweit es eigentlich einem Juden und 
einem Christen möglich ist, einem Menschen Vergebung zu ge- 
währen, der zwar viel Schuld auf sich geladen, aber doch wohl 
das Menschenmögliche getan hat, um sich zu dieser Schuld zu 
bekennen und einen Neuanfang zu versuchen. Was mir vorschwebt, 
ist also ein kurzer Wortbeitrag von einigen Juden und Christen, 
die sich zwar allgemein mit der Frage befassen, wieweit Verge- 
bung im konkreten Falle ausgesprochen werden darf, die aber 
doch auch auf den besonderen persönlichen Fall von Albert Speer 
eingehen, weil sie ihn näher kennengelernt haben. 

Es ist nun meine Frage, ob Sie, sehr verehrter Professor Geis, 
sich in der Lage sehen würden, zu diesem Thema "Schuld, Sühne 
und Vergebung" mit besonderem Hinblick auf die Person Albert 
Speers für uns einen Text zu verfassen und zu sprechen, der so 
etwa fünf Minuten lang sein sollte. Ich würde dann sowohl Pro- 
fessor Barth wie auch nach Möglichkeit einige andere namhafte 
Juden und Christen um eine Stellungnahme bitten und das ganze 
dann in etwa folgenden gedanklichen Rahmen stellen: 
Ist es in unserer Gesellschaft noch vorgesehen, daß Vergebung 
ausgesprochen wird und ein Neuanfang damit möglich ist? Sind 
nicht gerade die Religionsgemeinschaften in der Lage und viel- 
leicht allein in der Lage, einem Menschen wirklich noch einen 
Neuanfang zuzuge s t ehenl 



B1.2 



Oeset^IlohT Vertreter de. Norddeutschen Rundfunk. I.t der Intendant. Der Norddeutsche Rundfunk kenn euch von rwel vom Intendanten bevollmächtigten Personen vertreten werden. 
Eln.elhe.tenOberUmf.no und Dauer dervertretunosm.cht enthalten dleVonmachtsurlcunden.Auskünfteertelltder Justitiar des Norddeutschen Rundfunl.s.Hamburo13.Rothenb.umch«ussee13a 

Wir bitten, alle Zuwshriften •usachlleBHch an den Norddeutschen Rundfunk und nicht an Elnielper.onen lu richten. 




NORDDEUTSCHER RUNDFUNK 



O 



BLATT 



Palls Sie mir eine zustimmende Antwort geben können, wäre 
ich Ihnen sehr dankbar, wenn Sie mir vielleicht auch noch 
eine andere jüdische Persönlichkeit benennen könnten, die 
in der Lage wäre, zu Albert Speer und zu seinem Schicksal 
ähnlich Stellung zu nehmen* 



Mit freundlichen Grüßen, 



Ihr 



Dr. Eike Christian Hirsch 



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PROFESSOR DR. ROBERT RAPHAL GEIS 



4 DÜSSELDORFIO.DEN 
FISCHERSTRASSE öS 
TELEFON 44S453 



2. VI. 70. 



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Gelie"bter und verehrter Freund, 

so schön es war Sie wiederzusehen, so wenig habe ich von Ihnen leider 
gehabt. Und ich fürchte sehr, Sie sind in Ihrer grossen Gutmütigkeit 
und erstaunlichen Ritterlichkeit gerade an den aufdringlichen und 
taktlosen Gesellen hängen geblieben. Der Pastor Koch z.B. verdient 
höchstens, dass man ihn anpinkelt!! (Pardon). 

Freund CaSg^lis hat mir sehr leid getan. Da er nicht wier wir Juden 
geübt ist, schmerzt ihn jedes Unverständnis sehr .Barth und Fj-au 
( ]>imon benahmen sich unmöglich. Doch konnte ich mit einigem Humor 
zum Schluss noch die Tagung freundlich auslaufen lassen. In Zukunft 
treten wir gemeinsam anderenorts nur noch auf. 

Für mich war es immer wieder schön Sie anzusehen. Meine Frau fand 
Ihre Ahwrsenheit als sehr wohltuend und meine entzückende Sekre- 
tärin lässt Sie sehr herzlich grüssen.Das tue ich auch ..und 
hoffentlich auf ein baldiges Wiedersehen mit Ihrer lieben Frau und 
Ihnen 



Ihr 



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ROBERT RAPHAEL GEIS 



4 DÜSSELDORFIO.OEN 
FISCHERSTRASSE 55 
TELEFON 445453 



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ROBERT RAPHAEL GEIS 



4 DÜSSELD0RF10.DEN 
FISCHERSTRASSE 55 
TELEFON 445453 



10-2.70. 



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LielDer Herr Speer, 

schön, dass wieder ein Brief von Ihnen kam. Verzeihung, wenn ich nxin 
mal zur Schteihmaschine greife,^her meine Bandscheihen machen mir 
z. Zt. die Hölle heiss.Da ich wirksame Medikamente entweder wegen des 
vor zwei Jahren üherstandenen Herzinfarktes. .oder wegen einer Dis- 
position zu Magengeschwüren nicht nehmen darf,bin ich ziemlich preis- 
gegehen.Aber ich will nicht klagen,;nur erklären. Ah 21. III. würde gut 
passen. AnschrifttBaers Kurhotel, 7829 Priedenweiler, Hochschwarzwald, 
Telefon: 07651/7707. Sollte das Haus "besetzt sein, kann ich als lang- 
jähriger Gast immer etwas bekommen, 

Ihr Buch habe ich mittlerweile ganz gelesen, es hat mir iaft den 
Atem genommen. Wahrscheinlich wird es d a a historische Dokument 
werden. Gestört haben mich,bezeichnenderweise,nur Kleinigkeiten: die 
paar Sätze über Werner Pinck. 
M.2.000,n- habe ich zurückgehen lassen. Da JMBfc nun polnische Juden, 

die längst keine Juden mehr aind,PolBn verlassen mussten, konnte ich 

DM. 3.000,-- als erste Hilfe gut gebrauchen.Nochmals vielen, vielen 

Dank, 

Und heute nur noch sehr herzliche Grüsse 



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2. I. 70. 



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Lieber Herr opeer, 

Darik für Ihren irief, Dank für die Lriefe. 
Besonders hat mich natürlich Gilbert interesbiert und erfrett, 
er brachte sciiließlich die erste iiunüe von Ihnen zu mir. 

Auf bau- Veröffentlichung, ist das gut? Ich weiß nicht, ob oie das 
Tagebuch der Anne --fanlc kennen, von ihm wissen? Von der Familie 
überlebte allein der Vater und das Tagebuch, das nach der Depor- 
tation im Amsterdamer Versteck gefunden und gerettet wurde. 
Dies Tagebuch erschien in allen «eltspraci.en, es wurde verfilmt 
und es gab ein Theaterstück. Aber der sehr, selir sensible Vater 
Frank, den ich gut kenne, wurde am Unglück seiner Familie reicher 
und reicher an Geld, bitterarm in seiner menschlichen Existenz. 
ür hat nach dem xvrieg nur noch triefe beantwortet, Interviews 
gegeben usw. i.ir erschien das immer besonders grausam. 
Unsere ..elt ist seixr merkwürdig, sie zerrt bewahrte Lenschen in 
die Cffentliclikeit — und verstört sie. wer fragt schon um Gegen- 
wart und Zukunft, wenn man mit einer Vergangenlieit so viel 

"anfangen" kann?? 

Davor möchte ich oie bewahren, lieber i^eund, bleiben 6ie männ- 
lich -spröde? Unter den Händen auch noch amerikanischer Zeitungs- 
leute und man bringt iie menschlich zur otrecke. was Spandau nicht 
geleuig, Journalisten könnte es gelingen. 

Sollten oie sich meiner i^einung nicht anschließen können, dürfen 
Sie natürlich aus meinem i^rief zitieren, ^b ist Ihr Lrief, mein 

lieber. 

Ab 9. ü.ärz bin ich für 4 »ochen in Friedenweiler/ochwarzwald. 

Darf ich oie und Ihre i'xau dann einladen? Vielleicht kurz nach 

Ihrem 65. Geburtstag, der womöglich anstrengend ist? 

Aas uni Kimmelswillen mit IM 5.000?! oo viel brauche ich in einem 

Jaia- für diesen Zweck nicht. Lin Teil geht an .-lie zurück. Dank, 

innigen Dank für die Geber-Gesinnimg, das tut g-ut... es ist so 

selten geworden. 

Entschuldigen oie bitte eine sorgende Präge, oind ..ie ganz wirk- 
lich ohne jede pekuniäre Jrein? ocliön wäre das. Ich habe zulange 
gehungert und stamme auch aus großbürgerlichem Haus. Daiier die 
Angst für i'reunde, iardon! 

Ob irgendeine Hilfe für i-rau ot. nötig ist, ich will mich er- 
kundigen und gebe dann Bescheid. 

Herzliche Grüße Ihnen und Ihrer Frau 

Ihr Raphael Geis 



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Albert Speer 

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Fr. Architekt 



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Albert Speer 

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Sehr geehrter Herr Professor, 



meine Frau gab mir den guten Rat, meinen Brief 
Qnit der Schreibmaschine schreiben zu lassen, da 
es eine Zumutung sei, meine Handschrift zu ent- 
ziffern. Sie mag recht haben. Trotzdem war mein 
letzter Brief eben nur auf diese altmodische 
Weise möglich. 

Sie haben mir in so herzlicher Weise einen Ein- 
blick in Ihr Leben gegeben, in die Tragödien, 
mit denen Sie fertigwerden mussten. Mein Buch 
ist keine Antwort darauf; oder, wie ich ge- 
schrieben habe: es gibt eben keine Apologie. Ich 
hoffe, Sie werden das "Grübeln", von dem Sie mich 
gern freisehen möchten, in diesem Buch nicht bean- 
standen. Ich schrieb diese Gedanken zum grössten 
Qceil aus dem Gefängnis, mit der Aussicht, noch 
weitere zwölf Jahre dort verbringen zu müssen. Für 
mich bedeutete es eine Erleichterung, mich in die- 
ser weise mit der Vergangenheit auseinanderzusetzen 



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Und ich glaube, sie sollten auch so stehen- 
bleiben; so ungenügend sie auch sind, ver- 
langt die heutige Jugend doch nach Einsicht 
über etwas, was eigentlich unerklärlich 
bleibt. 

Aber denken Sie daran, dass dieses Buch ver- 
fasst wurde, bevor Sie mir schrieben. Sie 
haben mir in der Tat viel geholfen. 

Ein etwas prosaischer Schluss: V/enn ich über 
Sie vergrämten und verschämten Menschen helfen 
könnte, würde es mich besonders freuen. Darf 
ich Ihnen einen Betrag schicken (und auf wel- 
ches Konto)? 



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30. XI. 69 



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Sehr geehrter Herr Jpeer, 

Dank für Ihren ßuten Lrief, den ich vor Beginn der V/oche be- 
antworten Eiöchte. Nein, Sie erscheinen mir zu männlich, um 
sentimental zu werden. .Venn ich auch bei den kleinen Nazis 
oft Sentimentalität und Brutalität nahe beeinander gefunden 
habe. Aber ich ordne Sie überhaupt nicht ein, schon garnicht 
dort, wo iiiEin oie gerne untergebracht hätte. 

«eiin Ilmen Tränen kommen können, seien oie dankbar dafür. Ich war 
ein junger jüdischer Theologe, ein Kabbiner in tünchen beim 
Beginn des 3. Reiches. Ich habe mir nie mehr Tränen erlauben 
dürfen, weil ich für die verwirrten und verängstigten Juden ^^ 
stark sein mußte. i.o habe ich schließlich das KZ Buchenwald \^ 
überstanden, so blieb ich still da die i.achricht vom iiinde meiner 
ochwester und ilirer Familie in Auschwitz kam. '.Yarum ich Ihnen 
das sclireibe? Bestimmt nicht, um nun plötzlich den Vorhang weg- 
zuziehen. Ich wußte damals im 3. Reich, das ich bis 1939 miterlitt, 
es gibt keine I-'ächer, in die t.an kensci.en unterbringen kann. 
Ich Kannte z.T. hohe ISazis, deren Hilfsbereitschaft großartig 
war. Ich wußte von Juden, die mich bei der Gestapo denunzierten. 
Lir war immer Klar, wie schlecht es um das sogenannte ..eltgewissen 
bestellt war. uhne das feige ochweigen der ..eltmächte hätte Hitler 
niemals als der fürchterliche oensemann fungieren können. Und in 
den Jatiren danach? Vietnam, Griechenland, opanien, Südamerika, 
Südafrika, die Neger Amerikas? Las fürclterliche sterben, das 
Poltern, das Verhungern ist nicht üu ^ide. ..er da nicht ver- 
zweifeln will, wer kämpfend an vielen Fronten steht, der muß da 
"Ja" zu dem einzelnen LenscJien wieder und immer wieder sich 
erkämpfen, öie kann ich als i^ameraden ansehen, weil sie ehrlich 
sind. Herrn Globke, Herrn Kiesinger würde ich die Hand nicht 
reichen. Können oie das verstehen? 

Ihr Buchgeschenk würde mich erfreuen. Vielleicht können wir uns 
auch irgendwaim begegnen, schön wäre das. 

Und nun noch ein »Vort zu Frau St. Sie köimen ihr nicht helfen, 
es liegt ja garnicht am Geld, .«as immer aie täten, am Bnde 
würden ciie von der iVrmen aufs grausamste beschimpft. Das ist 
wirklich kein sinnvoller öühneakt. Es gibt stille Lenschen, ver- 
schxämt und vergrämt, die weit mehr unsere tätige .uenschenliebe 
verdienen. 



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Ich wüßte iie 3o gerne, so liebend gern frei vom Grübeln. 

Sie haben genug gelitten. Ein Rabbiner hat nichts zu vergeben, 

wir Bind keine oakramentbewahrer. Aber ich weiß zutiefst: Ihnen 



ist vergeben. 



Herzlich 



Ihr Raphael Geis 



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Rat)biner Brofessor Dr. R.R.Greis 



4 Düsseldorf, 23. XI. 69. 
Pischerstrasse 55 



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Sehr geehrter Herr Speer, 

merkwürdig, jetzt|erhalte ich Ul)er Herrn Dr. Rohland in Wuppertal 

mühelos Ihre Adresse. 

|l^ Jahre 1963 las ich das Nürnherger Tagebuch von G.M.Gilhert 
und in all den Jahren danach hahe ich immer wieder einmal an 
Sie gedacht. Sie waren anders und traten anders auf als die 
Mitangeklagten im Nürnherger Prozess.ich empfand das Urteil 
gegen Sie zu streng, wie ich auf der anderen Seite nicht ver- 
stehen konnte, warvun ein von Papen straffrei ausging.Ich hahe 
von Papen auch noch zu Gesieht "bekommen, er war wirklich reue- 
los. 

Vor kurzem sah ich Teil zwei Ihres Pernsehintervlews und war 
wieder von Ihnen beeindruckt. Sie werden Ihr Teil weiter tra- 
gen müssen.. wie ich und die tJberlebenden alle ihr Teil.Aber 
ich möchte Ihnen doch wenigstens sagen,-dass ich Sie auch da 
noch achte, wo ich Sie nicht verstehe. Darüber hinaus, so meine 
ich als gläubiger Jude,müsste es ein Verzeihen geben und ich 
bin zutiefst davon überzeugt, das s Sie unter diesem Verzeihen 
stehen, denn Sie sind heute ein sehr aufrechter Mensch.Ihr 
Buch habe ich noch nicht gelesen, das werde ich eines Tages 
nachholen. Aber so lange wollte ich eben garnicht mit einem 
Wort über den Graben warten/^ 
Für Prau St.müssen Sie sich pekuniär nicht stark machen, es 

liegt ja leider nicht am Geld. 

Lassen Sie sich Jahre wün8chen,in denen Sie zum Frieden kom- 
men. Wissen Sie dabei, dass ein Jude Ihnen von ganzem. Herzen 
Frieden wünscht. 

Mit freundlichen Grüssen 
Ihr 



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IVanhoe 9-9662 



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12. Ju i 1956. 



^ehr geelaMtetTifierr l^andesrabbiner. 

Meine Frau und ich moechten auch in diesem Jahre 
Ferien in der Schweiz verbringen. Auf dem lege 
dorthin wollen wir uns kurz in Karlsruhe aufhalten 
und hoffen Grelegenheit zu einem Zusammensein mit 
Ihrer G-attin und Ihnen zu haben. Wir wollen am Dienst? 
den 26. Juni abends ankominen^urlÄ am freitag,den 29. 
Juni frueh am Morgen weiterzureisen. Duerfen wir 
Sie vielleicht fuer Donnerstag etwa um 12 Uhr zum 
Lunch 4ns Schlosshotel einladen? Ichh hoffe sehr, Sie 
werden es ermoeglichen koennen;Ihre Antwort hole ich 
mir telefonisch am Mittwoch Morgen vom Shhlosshotel 
aus« 

Auf gutes Wiedersehen und beste ^ruesse Ihnen beiden 
von meiner Frau und mir, 

Ihr 



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14 MULFDRD PLACE 
HEMPSTEAD, LONG ISLAND. N. Y. 



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PROF. a. D. DR; NATHAN STEIN 



Karlsruhe, 19.Jull 1937. 



Sehr geehrter Herr Dr. Geis! 



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Es war sehr freundlich von Ihnen meiner in so 
herzlichen Worten zu gedenken, und ich danke Ihnen sehr dafür. 
Ich hoffe, es ergeht Ihnen im neuen Wirkungskreis recht gut, und | 
es wird mich freuen, wenn ich gelegentlich darüber etwas von Ihnen 
höre. Jedenfalls wünsche ich Ihnen eine Tätigkeit, die Sie erfüllt 
und befriedigt und bin mit herzlichem Gruß, auch namens meiner Frau, 



Ihr 



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Sr. Ehrwürden 

Herrn Rabbiner Dr. Geis, 

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Querallee 21 



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PROF. a. D. DR: NATHAN STEIN 



Karlsruhe, 1 6 .Dezember 1936« 
Weberstr.1 



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Sehr geehrter Herr Rabbiner! 

Ihre freundlichen gestrigen Zeilen beantworte 

ich sofort: (Ui 

Dr. Scheuermann hat seinen Amtsantritt Anfang 

Januar bestimaat. Die frei gewordene Stelle dürfte damit als 
besetzt betrachtet werden; denn für die Ablegung des Examens 
wurde Herrn Dr .Scheuermann, soweit ich mich erinnere, eine Frist 
von einigen Monaten zugestanden. In Baden ist jetz noch Offen- 
burg und Konstanz unbesetzt. 

Offenburg soll es zunächst auch bleiben; 
es ist auch fraglich, ob Sie die Stelle erstreben sollten: 
sie verlangt neben den anderen Erfordernissen große körperliche 
Anstrengungen, weil die Arbeit in der Hauptsache in den vielen 
Bezirksgemeinden liegt. Bei Konstanz ist dies nicht der Fall. 
Allerdings soll die Stelle nur vorl^iufig besetzt w erden, d.h. 
es sollen keine Ruhegehaltsansprüche entstehen. 

Über die Verhandlungen mit den jetzigen 
Bewerbern mit Konstanz bin ich im Augenblick nicht unterrichtet, 
ich werde mich aber erkundigen und könnte, wenn Sie damit ein- 
verstanden sind, ,3a^rti5^ einen Wink geben. 

Vielleicht äußern Sie sich alsbald hierzu, 
damit keine Zeit verloren wird. 

Mit bestem Gruß von uns beiden bin ich 

Ihr ergebener 



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Sr .Ehrwilrden 

Herrn Rabbiner Dr. Geis, 

Mannheim. 

Mollstr. j7 




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An den 

Landesrabbiner von Baden 

Herrn Dr. Robert Kaphael G-eis 

Karlsruhe/Baden 

Herrnann-Billing-Str. 2 



Frankfurt/Main 
Tiroler Str. 29 
den 29.12.1955 



Hochverehrter Herr Laiidesrabbiner ! 



Ich möchte Ihnen meinen aufrichtigen Dank für Ihi'e Glück- 
wünsche zu meinem Geburtstage und für die Gedenkrede sagen, die 
mich tief bev.egt hat. Den 9. November 1938 erinnere ich noch 
gfinau. Wir wohnter damals in Ha:nburg. Auf die erste Nachricht 
von den Untrten ging ich in ein Nachbarhaus, um nach einem 
Freunde zu sehen. Dieser v;ar verreist. Aber ich sehe noch 
immer die verängstigten Gesichter an den Fenstern, wie ich mich 
dem ausschliesslich von Juden bewohnten Hause näherte. Sie 
fürchteten, dass ich ein Vertreter ihrer Peiniger war. In 
gewisser Weise traf das ja auch zu. Schliesslich war es eine 
deutsche Regierung, die diese Schande über unser Volk brachte« 
Deshalb hat mich ein Gefühl der Mitschuld für diese Greuel 
nie verlassen. Ich bin dankbar für die Haltung, die Sie in 
Ihrer Gedenkrede einnehmen. Nach dem, was geschehen ist, hätte 
ich aucli für eine schroffere Haltung Verständnis gehabt und sie 
hingenommen. Es ist aber beglückend, wie in Ihren Worten die 
echte Menschlichkeit durchbricht. Ich bewundere das auch immer 
bei meinem Freunde Liax Tau, der seinem ersten Buch nach dem 
Krieg trotz allem Bösen, das er erlebt hatte, den Titel "Glaube 
an den Menschen" gab. 

Manchmal überkommt mich die Besorgnis, dass in vielen Menschen 
die eigentliche menschliche Substan^: zu schw^^ch geworden ist. 
Aber hier darf man sich doch wohl nicht durch vordergründige 
Eindrücke beeinflussen lassen. Sperare contra spem! Gerade bei dem 
Rückblick an einem solchen Geburtstag sieht man mit Dankbarkeit, 
dass alles vVesentliche nicht erworben, sondern geschenkt wird 
und dass Gott denen hilft, die versuchen, sich von Ihm führen 
zu lassen. 

Nochmals aufrichtigen Dank und gute Wünsche zum 
Neuen Jahr 



Ihr sehr ergebener 
(Theodor Steltzer) 



ii 



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tin 70. Geburtstag lädt geradezu zu einem Rückblick ein. Aber seien Sie unbesorgt. 
Icii werde Ihnen nicht die Geschichte meines Lebens erzählen, sondern nur einige wenige 
Erfahrungen herausgreifen. 

Mein Weg ging über Berg und Tal, über verantwortliciie Ämter und Gefängnisse, 
über Perioden sinnvollen Sdiaffens und der Kaltstellung, über Todesurteil und neu- 
geschenktes Leben. Vielleicht ist das Interessante an diesem Leben, daß ich viele der 
politischen Akteure meiner Zeit, vom Kaiser über Hindenburg und Ludendorff und die 
Weimarer Republik bis zu Pieck und Grotewohl persönlich aus unmittelbarer Nähe er- 
lebt habe. Nicht unwesentlich ist auch, daß ich diese Zeiten nicht als verantwortlicher 
Politiker, sondern gewissermaßen als kritischer Zeitgenosse beobaciiten konnte. Ich bin 
daher nicht der Versuchung ausgesetzt, mein Urteil durch das Bedürfnis nzdi Selbst- 
rechtfertigung zu verfälschen. 

Wahrsciieinlich ist jede Generation zunächst sehr wenig mit der Zeit zufrieden, in die 
sie hineingeboren wird. Mir ist es jedenfalls so ergangen. Meine politischen Interessen 
wurden sehr frühzeitig erweckt und mit ihnen meine Kritik an der Zeit. ld\ habe des- 
halb die Jahre vor dem ersten Weltkrieg bereits sehr bewußt erlebt und fand sie wider- 
wärtig. Der Gedanke der Evolution und des Fortschritts ohne verantwortliche Mitarbeit 
des Menschen, der Glaube an einen immanenten gesetzliciien Ablauf des geschiciitlichen 
Geschehens beherrschten damals die Gemüter und lähmten jede Entschlußkraft. Die 
Oberschicht lebte teilweise wie durch chinesische Mauern von der sozialen Wirkliciikeit 
getrennt. Politik sah man als eine Tätigkeit an, die im Grunde eines geistigen Mensdien 
unwürdig war. Irgendein Zusammenhang der Politik mit ethischen oder religiösen Ver- 
pflichtungen wurde nicht zugegeben. 

Es war kein Wunder, daß eine Jugend, die wie Adalbert Stifters Witiko das Ganze 
suchte, mit dieser Welt in Konflikt geraten mußte. Meine negativen Eindrücke wurden 
nocii vermehrt, wie ich als junger Generalstabsoffizier bei der Obersten Heeresleitung 
das völlige Versagen der letzthin Verantwortlidien aus nächster Nähe miterleben mußte. 
Ich habe viel über die Gründe hierfür nadigedacht. Und ich glaube, daß es in erster Linie 
daran lag, daß diese Generation niciit mehr das Ganze sah, wie es sidi nur in einer 
Synthese finden läßt, die sich aus den Konsequenzen unseres geistigen Erbes und den 
Verpflichtungen gegenüber Gegenwart und Zukunft ergibt. Die Menschen der damaligen 
Führungsschicht lebten spannungslos in einer unrealistisch gesehenen und illusionistisch 
verklärten Gegenwart. Das geistige Erbe war zu einer äußerlichen Tradition erstarrt, 
deren Überschätzung richtige und rechtzeitige Entschlüsse ebenso verhinderte wie eine 
lebendige Aufgeschlossenheit gegenüber den Forderungen der Zukunft. Die gleichen 
Menschen erlebte ich in den Anfängen der Weimarer Republik. Man sah die Demokratie 
vorwiegend als ein formales Verfassungsproblem, nicht aber als eine Lebensform, die 
nur von lebendigen Menschen getragen und entwickelt werden kann. So kam es, daß 
ich aus Resignation gegenüber den zentralen Führungsverhältnissen damals einen der 
besten Entschlüsse meines Lebens faßte und von Berlin fortging, um mir die sozio- 
logiscJie Wirkliciikeit in meiner Heimat anzusehen. Ich wurde Landrat in Rendsburg. 

Nach dem ersten Weltkrieg befanden wir alle uns in dem Zustand einer großen 
Ratlosigkeit. Die alte statische Welt, in die wir hineingeboren waren, schien endgültig 
zerstört zu sein. Aber draußen im Lande regten sich überall lebendige Kräfte. Ein neuer 



geistiger Aufbruch schien sich vorzubereiten. Neue Wege der Erziehung zum politischen 
Denken und Handeln wurden beschritten. Wir riefen mit Max Weber: „Gott schenkt 
uns noch einmal einen neuen Anfang.* Wie sehnten wir uns nach dem Aufbau eines 
neuen, auf Recht und Freiheit gegründeten Vaterlandes, an dessen Formung wir mit- 
zuarbeiten hofften! Aber die zentrale Führung wurde von diesen Strömungen im 
Lande nicht erfaßt und konnte die Situation nicht begreifen. Am Ende wurden wir 
einer terroristischen Diktatur ausgeliefert, deren Sturz von innen her unmöglich war, 
nachdem die Reichswehr versäumt hatte, ihre verfassungsmäßige Aufgabe wahr- 
zunehmen. 

Nach dem zweiten Weltkrieg war die Ratlosigkeit der Menschen noch ungleich größer, 
zumal die politischen Verhältnisse unendlich viel komplizierter und die Probleme kaum 
noch durchschaubar waren. Begreiflicherweise wurden die meisten Energien zunächst 
durch den Wiederaufbau der zerstörten Betriebe und durch Notmaßnahmen für die 
Bevölkerung, insbesondere für die Flüchtlinge, verbraucht. Aus mancherlei Gründen 
konnte sich keine echte öffentliche Meinung bilden und keine lebendige Diskussion 
über die vor uns liegenden Gestaltungsaufgaben entwickeln. Ich denke hier in erster 
Linie daran, daß uns zunächst von den Besatzungsmächten keine echte Verantwortung, 
sondern nur eine technische Mitwirkung an dem Neuaufbau des Staatsapparates zuge- 
wiesen wurde. Nur durch eine wirkliche Mitverantwortung für die Ordnung der 
innerdeutsdien Verhältnisse hätte sich die Lethargie der Bevölkerung überwinden 
lassen. Leider trat das Gegenteil ein und die Zerreißung unseres Landes in verschiedene 
Zonen verschlimmerte noch diesen Zustand. Es war daher kein Wunder, daß man 
zunächst wieder die formale Seite des Verfassungsproblems in den Vordergrund stellte 
und glaubte, durch organisatorische Lösungen die Wirklichkeit gestalten zu können. 
Auch ich war noch in einer Illusion befangen, als ich 1945 auf die politische Ebene 
geschleudert wurde. Ich glaubte damals, daß sich eine neue politische Landesordnung 
als Grundlage für eine gute Zusammenarbeit verhältnismäßig leicht schaffen ließe, weil 
ich die sachlichen Beratungen unserer alten Kreistage und unseres Provinziallandtages 
in Schleswig-Holstein in der Erinnerung hatte. Nun mußte ich einsehen, daß sich clurch 
den Zusammenbruch und seine Begleiterscheinungen nicht nur die gesellschaftlichen 
Verhältnisse, sondern auch die Menschen gewandelt hatten, die plötzlich entwurzelt 
und ratlos, mißtrauisch und ohne selbständiges Urteil einer chaotischen Situation 
gegenüberstanden. Damals ist mir der innere Zusammenhang zwischen den Möglich- 
keiten politischer Führung und dem Zustand des menschlichen Bewußtseins sehr 
schmerzlich deutlich geworden. Die Menschen waren nicht fähig zu hören, und wir, 
die wir in der Verantwortung standen, waren nicht fähig, sie richtig ansprechen zu 
können, weil wir selbst die Situation noch nicht klar genug durchschauten. Ich habe 
damals in Interviews, Reden und Aufsätzen versucht, die Menschen anzusprechen, aber 
es war nur ein kleiner Kreis, der sich angerührt fühlte. 

Ich glaube, damals einen weiteren guten Entschluß gefaßt zu haben, als ich mich von 
der tagespolitischen Ebene zurückzog, um mich völlig der Aufgabe zu widmen, nach 
den Fehlerquellen der Demokratie und nach neuen Grundlagen für unser politisches 
und menschliches Handeln zu suchen. Dabei ist für mich die Bedeutung der inter- 
nationalen Zusammenhänge immer mehr in den Vordergrund getreten. Ich bin der 
Überzeugung, daß wir nur dann die regionalen und nationalen Probleme in der rieh- 



I 



tigen Proportion sehen können, wenn wir von der internationalen Situation ausgehen. 
Wir müssen lernen, Welt und Menschheit als eine Ganzheit 2u sehen und die Teil- 
bereiche in diesem Rahmen zu erforschen. Ich bin der festen Zuversicht, daß sich aus 
der Kenntnis der großen Zusammenhänge ein neues Verantwortungsgefühl des einzel- 
nen Menschen für Ordnungen auf der Weltebene entwickeln wird. Vielleicht konnte 
dieses noch vor wenigen Jahren als eine Utopie angesehen werden. Die Entwicklung 
vollzieht sich aber in einem so stürmischen Tempo, daß in absehbarer Zeit Regelungen 
auf der Weltebene unvermeidlidi sind. 

Dank Freunden, Mitarbeitern und Helfern kann ich heute feststellen, daß wir in cier 
gemeinsamen Arbeit an diesen Problemen weitergekommen smd. Besonders möchte ich 
hier dankbar der großzügigen Hilfe der deutsdien Wirtsdiaft gedenken, die eine erheb- 
liche Intensivierung dieser Arbeit ermöglicht hat. Es handelt sich sicherlich erst um 
Anfänge. Aber unsere Erfahrungen berechtigen doch zu der Hoffnung, daß es möglich 
sein wird, die komplizierten Probleme der Gegenwart geistig zu bewältigen und 
deutlich zu machen. 

Und hier möchte ich zu Ihnen nodi einige Worte über zwei Besorgnisse sagen, die 
mich nicht verlassen. Eine Sorge gilt der Tatsadie, daß sich die neuen Erkenntnisse erst 
in einem kleinen Kreis anbahnen. Ich habe bereits erwähnt, aus welchen Gründen die 
Arbeit heute ungleich schwieriger ist als sie nach dem ersten Weltkrieg war. Damals gab es 
einen aufnahmebereiten Boden. Jetzt muß in breitesten Kreisen erst Interesse und Ver- 
ständnis geweckt werden. Wohl gibt es gute, örtliche Ansätze. Es fehlt aber eine stän- 
dige geistige Befruchtung und ein innerer Zusammenhang. Ein Ausländer, der ver- 
schiedene, gut arbeitende volkspädagogisdie Einrichtungen in der Bundesrepublik 
besuchte, war ganz betroffen von der geistigen Isoliertheit, in der diese Arbeitsstellen 
lebten. Wir brauchen ein unabhängiges, volkspädagogisches Zentrum, das der Erziehung 
zum politisdien Denken und Handeln dient, das die Forschungsergebnisse unter päda- 
gogisdien Gesiciitspunkten verarbeitet und einen möglichst engen Kontakt mit den 
Organisationen und Arbeitsstellen im Lande herbeiführt. Aucii in unserer außenpoli- 
tischen Arbeit spüren wir das Vakuum, sobald pädagogische Aspekte erscheinen. Es 
handelt sich hier nicht um eine Arbeit, die nebenbei geleistet werden kann. Die Bundes- 
zentrale für Heimatdienst und andere offiziöse Stellen, die wertvolle Arbeit leisten, 
können diese Aufgaben nicht übernehmen. 

Eine weitere Sorge beschleicht mich, wenn ic^ an eine andere Erfahrung aus der Zeit 
nach dem ersten Weltkrieg denke. Damals wurden alle hoffnungsvollen Ansätze zu 
einer politischen Erziehungsarbelt unter anderem deshalb zunichte, weil es nicht gelang, 
die Demokratie zur nationalen Lebensform zu entwickeln. Wir haben die Gefahren- 
zone, in der diese Ansätze ein zweites Mal scheitern könnten, noch nicht überschritten. 
Auch in dieser Hinsicht ist die Lage viel schwieriger als nach 1918. Denn alles Innen ist ein 
Außen und wir haben auf die internationale Politik nur geringen Einfluß. Ich glaube, 
daß man hierüber offen sprechen kann, weil Unsicherheit und Unbehagen über den 
jetzigen Zustand in der ganzen Welt laut werden. Sicherheitspakte und militansdie 
Aufrüstung können notwendige politische und organisatorische Maßnahmen sein. Sie 
sind aber noch kein politisches Konzept. Man hat den Eindruck, daß die Pohtik des 
Westens noch nicht die erforderlichen praktischen Konsequenzen aus bestimmten 
erkennbaren Entwicklungstendenzen gezogen hat. Idi denke z. B. an die zukunftige 




Bedeutung der Atomenergie und die stürmisdie tedinisdie Entwicklung mit ihren 
Sonderproblemen, an das Erwachen der asiatischen und afrikanischen Völker, an die 
Probleme der Übervölkerung, an den wirksamen Schutz der natürlichen Hilfsquellen 
und an die Tatsache, daß Ansätze konstruktiver, internationaler Zusammenarbeit weder 
innerhalb der weißen Völker noch zwischen weißen und farbigen Völkern vorhanden 
sind. 

Alle diese Probleme müßten in der praktischen internationalen Politik so berück- 
siditigt werden, daß eine grundlegende Besserung der Lage allmählich erkennbar wird. 
Mit den jetzigen Methoden ist dieses nicht zu erreichen. 

Es sind hier in erster Linie zwei Bereiche, denen eine besondere Bedeutung zukommt. 
Erstens handelt es sich um Maßnahmen, die es möglich machen, die neue soziale Welt- 
aufgabe zu lösen, nämlich einen Ausgleich zwischen technisierten und industrialisierten 
Völkern einerseits und Völkern in vortechnisdien, primitiven Lebensformen andrer- 
seits herbeizuführen. Wir brauchen hierfür eine außerordentliche Vermehrung der 
Energie- und Produktivkräfte der Erde. Ingenieurtechnisch bieten sich hier keine 
unüberwindlichen Schwierigkeiten. Wir brauchen aber die weitest reichende internatio- 
nale Organisation und Finanzierung, weil die Projekte für die Entwicklung der unter- 
entwickelten Gebiete schon jetzt in Größenordnungen erscheinen, die auch durch alle 
Zusammenarbeit mehrerer Völker nicht zu bewältigen sind. Hier Hegt eine sehr 
konkrete Aufgabe für die Vereinten Nationen. 

Eine solche gemeinsame Arbeit an der Erschließung der Welt käme auch der Sicher- 
heitspolitik zugute, bis das Ziel einer Abrüstung und einer gewaltlosen Weltpolitik 
erreicht ist. Sie gäbe den regionalen Integrationsbestrebungen einen festen Rahmen und 
wäre geeignet, viele veraltete Gegensätze und Komplexe auf einer höheren Ebene zu 
überwinden. 

Der zweite wichtige Arbeitsbereich ist eine planmäßige internationale Kulturpolitik. 
Sie soll die Gegensätze nicht übersehen, aber auf Grund einer gemeinsamen Auffassung 
von der Stellung und der Aufgabe des Menschen in der Welt zu einer geistigen Gemein- 
samkeit in aller Mannigfaltigkeit führen, die die Voraussetzung für wirkliches Ver- 
trauen bildet. Hier liegt eine besondere Aufgabe für die UNESCO und ihre National- 
Kommissionen. Leider reichen bisher die verfügbaren Mittel nicht aus, um diese Arbeit 



zu mtensivieren. 



Ich habe bereits betont, daß wir diese Fragen nicht allein lösen können, weil sie die 
ganze Welt angehen. Aber unsere Geschichte verpflichtet uns, in dieser neuen Situation 
unseren Beitrag zu leisten, zumal wir durch unser Schicksal weniger von veralteten 
politisdien Leitbildern abhängig sind oder zum mindesten weniger abhängig sein könn- 
ten. Wir würden uns durch diese Arbeit auch selbst dazu helfen, ein in unserer geistigen 
Vergangenheit wurzelndes und in die Zukunft weisendes politisches Leitbild zu gewin- 
nen, ohne das ein Volk nicht leben kann und jede Erziehungsarbeit auf die Dauer 
vergeblich wäre. 

Ich bitte Sie um Entschuldigung, daß ich es nicht lassen konnte, Ihnen auch an meinem 
70. Geburtstag einen politischen Wunschzettel vorzusetzen. Wer aber wie ich in seinem 
langen Leben in erster Linie an den Folgen verpaßter politischer Gelegenheiten zu 
tragen hatte, fühlt die Verpflichtung, vor den Gefahren der Wiederholung zu warnen. 






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Dipl. -Kfm. DR. WILHELM STERLEPPER 



FRANKFURT A.M. • AN DE 



R HAUPTWACHE 11 • ALEMANNIAHAUS 



TELEFON 283458,281146 



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16.XII,66. 



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An den 

Jüdischen Nationcilfonds 

» Rechta'bteilung - 

BERLIN. 



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"betr.: Grundstück ?rankfurt/ift. 
Hufnagelstr*12 

Ihr Zeichen: ^/ÜL - G/686. 



Sehr geehrte Herren, 

Herr Dr.W.Sterlepper^meln PranlcJPurter Hau 8 Verwalter, zeigte mir Ihr 
Schreiben vx)m l8/XI/66.Wenn mich die Angelegenheit auch gamlcht« 
angeht, ge8tatt«n Sie mir hitte einige Bemericungen. 

Ich kannte Herrn Architekten K.Sterleppe •/ gut, der zu den wahrlich 
seltenen Menschen gehörte, die ihre jüdischen Freunde nie verraten 
hahen.Der Sohn,Herr I]!r*W.Sterlepper,leht ganz in der Tradition sei- 
ne« Vaters.Ich kenne aber auch Herrn Richard Stern, den ich in meiner 
Eigenschaft als Landesrabbiner von Baden oft im Zuchthaus Bruchsal 
besuchte. Herr Stern ist «in durch und durch asozialer Wann, von des 
schwerlich wird behaupten kö. i.en,er hätte ohJie das 3. Reich keine lanj^» 
jährige Zuchthausstrafe abbüssen müSLcn.Ich habe den Arathltekten E# 
Sterlepper verschiedentlich vor R. Stern gewarnt, ohne •*^folg,well für 
d/n alten Herrn Jeder Jude für alles entschuldigt wir, seiner tätigem 
Sympathie sicher sein konnte. 

Es scheint mir sehr ungerecht, wemi man das bei der iLrledlgung der 
strittigen Angelegenheit unberücksichtigt lässt.V/äre der beabBlchtigts 
Verkauf des Hauses dem Büro Sterlepper rechtzeitig und ordnungsgemäss 
mitgeteilt worden,hätte ee bestimmt diese ochwieri^eiten nicht ge- 
geben, von denen ich noch nicht einm:a überzeugt bin, dass sie nicht 
geplant waren» 

LIit vorzüglicher Hochachtung 



Rabbiner Dr. Robert Raphael Geis 



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22.8.62 




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Lie"ber Freund, 

haben Sie gestern die Ff t. Ztg. gelesenTWenn nicht, lesen Sie "bitte 
auf Seite 6 lks. oben "Hand^eiflicher Streit um die Kriegsschuld". 
Wir Historiker behaupten zwar immer, es wiederhole sich nichts in 
der Weltgeschichte, aber wir hätten auch einen Hitler für unmöglich 
gehalten und das Gebrüll in Bonn gegen Russland, das doch nur den 
Krieg wollen kann. Nun bin ich -weiß Gott- kein Freund von Moskau, 
dazu habe ich zu viel Geld. Und wenn es mal einen Krieg geben soll- 
te, dann müssen wir uns alle nichts mehr überlegen.A b e r die im- 
mer stärker werdende Tendenz die nationalsozialistische Vergangen- 
heit einfach ■■ » —J M" ableugnen zu wollen,wozu auch der "Demokrat" 
Adenauer das Signal gegeben hat^lass^n mich klar erkennen, dass der 
deutsche Antisemitismus im Kommen ist. Und das noch einmal mitzu- 
machen, verbietet einfach die Ehre. -^ 
Kurzum, das Projekt "Taxinus" scheint mir eine unzeitgemässe Betrach- 
tung, so traurig ich darüber bin. Da ich aber meine deutschen Freunde, 
deren Zahl ebenso gross ist.. wie sie machtlos sind, nicht allein las- 
sen möchte, überlege ich,ob's nicht nah aber Jenseits der bundesrepuli- 
likanischen Grenzen eine Möglichkeit gäbe, etwa Luxemburg oder Belgien? 
Wollen Sie mitüberlegen, da ich doch einmal praktisch dumm zur Welt 
gekommen bin7Herm Heintzel werde ich doch kommen lassen, um ihn ganz 
vorsichtig nach Schwedenhäusern im Angesicht Deutschlands, aber nicht 
in Deutschland zu fragen. 

Verstehen Sie mich?Sind Sie mir nicht böse, da Sie schon so viel Mühe 
mit meinen Plänen hatten?Jedenfalls gehörte zur Realisierungsmöglich- 
keit hinzu, dass Sie uns nicht nur besuchen könnten, sondern dass es 
auch schlimmstenfalls eine Zuflucht für Sie und die Ihren werden könn- 
te. 

Ich muss abspülen, Ordnung machen, meinen Scheiss-Vortrag überdenken 
und tur Reise rüsten.Montag, den 27. VIII., bin ich nachmittags wieder 
in D'dorf. 
Seien Sie aufs herzlichste gegrüsst 



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von Ihrem alten Juden 




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DR. ELEONORE STERLING 



FRANKFURT/MAIN 



Schoenwetterstr« 8 
17. Jr-nuar 1965 



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Herrn 

Rabbiner Dr. Raphael G-eis 

Duesseldorf 

Fi scher Strasse 55 

Lieber Herr Greis: 

In Arnoldshain hoerte ich, dass Sie sich nicht wohl fuehlten 
und zur Erholung v/eit weg gefahren sind, Zunaechst hielt ich 
das fuer taktische Kra.nkheit , hoere aber von Lutz Ehrlich, dass j 
Sie wirklich krank sind. Ich wuensche Ihnen von Herzen giite 
und schnelle BesGerung, Lange Krankheiten sind etwas fuerchter- 
liches, weit schlimmer als alle üc'-imerzen und (refahren. '^^enn 
man aber einigermassen '^vernuenf tig" ist, kann man die Dinge 
doch ausgleichen. 

Wie 3ie hocrten, sind wir beide in den Vorstand gewaehlt worden, 
Sie als Rabbi und ich als Triedensengel. Nehmen wir die Sache 
ernst, was ich schon aiifing, da Sie und Lutzi mich schnoede im 
Stich Hessen» Viel konnte ich jedoch nicht ausrichten, ausser 
dass ich soziologisch eins drauf gab, was die Theologen in 
Verwunderung versetzte. ]<^uer Freud' sehe Kategorien, vrenn auch 
noch so popularisiert, haben sie kein Verstaendnis. Zeigt 
ja auch wie schisoid die Theologie ist. 

Die Tagung war an sicn recnt interessant, der Menschen, nicht 
der Theologie wegen, und der evangelische Moselv/ein v/ar gut, 
I nichts da von aufgeproßf ten Hebstockz\7eigen. 

^ Und nun hat uns auch unser» lieber Michel im Stich gelassen. 

! inliegend mein Brief un ^ollwitzer. Uenn Sie meinen, dass 
Härder unter ^veinen Umstaenden reden sollte, ziehe ich meine 
Zustimmimg zurueck. Ich denke aber unter den 'angegebenen 
Bedingungen waere es moeglich^ taktisch wohl auch das Richtige, 
da der gute Mann sich wirklich beiaueht, einem Mann v/ie .^«toehr 
dagegen, wenn er offen redet, die ganze Karriere futsch gemacht 
v/ird. Härder wird den Lutheranern dann auch keine Angriffs- 
punkte liefern, oder doch wenigstens nur solche, die sie Bihhv/er 
widerlegen ko ennen. 

Icn bin selber nunmehr ueber meine Gesundheit besorgt, da ich 
so ziemlich meine "Demokratie-Diktatur '♦ Studie abgeschlossen 
habe und kein Anlass mehr bestfiht die ueblichen aerztlichen 
Untersuchungen hinauszuschieben. Vielleicht habe ich diesmal 
diese intensive und anstrengende Arbeit fertiggebracht o}ine 
nachfolgenden Zusammenbruch. Ich hoffe es sehr. 



Puer heute viele herzliche (iruesse, auch 

Ihre / 



an Ihre Prau 




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DR. ELEONORE STERLING 



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Schoenwetterstr .8 
Tel. 59 73 15 



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I Lieber Herr Rabbiner Geis, . 






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herzlichen Dank^ fuer Ihre Zeilen, sowie fuer Rundschreiben. Ich 
haette Ihnen auch schon laengst geschrieben, hatte aber ihre 
Adresse nicht. ^Der Arbeitskreis ist ein furchtbares Schlamassel^ 
ich weiss garnicht mehr genau um was es geht; denn die 
. theologischen Punkte scheinen immer mehr durch persoenliche 
Eitelkeiten, proi essoriale Hierarchien ueberdeckt zu werden. 
Lass Gollwitzer umgefallen ist, enttaeuscht mich sehr, obwohl 
- > -^/^ch/ganz entre nous immer das Gefuehl -IftfÄB^r dass Christen, 

wenn sie uns so freundlich begegnen, es im Letzten, wenn es um 
den Kragen geht, nicht mehr ernst meinen. Der Glaube an 
den gekreuzigten, blutenden Gott,' aen sie uns auf schwaetzen wollen, 
kann ihnen selber auch nicht ernst sein. Darum aer 
Mass, die Abweisung uns gegenueber, weil wir im vornherein nicht 
daran glauben und dennoch bestehen . Sie sind eben neidisch. 
Dass wir uns jetzt auch noch lauthals wehren, ist ja so ungewohnt. 
Wir sina ihnen lieber Objekt, auf dem sie herumhacken und ihre 
perversen Liebeleien auslassen koennen . Venn wir uns auch nur 
mucksen, ist der Zauber dahin, denn wir sind ja auch blosse 
Menschen. 

Ich habe ein paar wuetende Briefe geschrieben, von Frau just, 
Kupisch^ beschwoerende in Antwort^ erhalte«, aber was soll's? Hir 
tun hauptsaechlich die jungen im Arbeitskreis leid, weil man 
nun auch sie in die theologische Zwangsjacke winpresst und nicht 
die Chance gibt* selber aen ^^^eg zu finden . Ich bin ja keine 
Theologin, Gott sei's gedankt, wkmkxmxk aber mir geht es 
nicht in den ivopf hinein, warum man nicht, wenn man schon 
obrigkeitlich-deutsch denken muss, nicht dem jungen dynamischen 
liUther folgen kann, sondern dem vollgefressenen alten. 
Ihr Artikel in der AWZ hat mir enorm gefallen. Leider war 
er zu versteckt in der Bruederlichen Annoncenummer. Ist natuer- 
lich zum Platzen, wie frech wir geworden sind. 
Trotzdem meine ich, dass wir den Laden nicht hinschineissen 
sollten, aer Jungen wegen. Sie haben naemlich kaum etwas, an 
aas sie sich halten koennen, was ueberhaupt fuer Deutschland 
gilt, und wir, da wir durch Leid von der jÄrhaertung verschont 
geblieben sina, scheinen ihnen menschlich und echt. 
Ich bin selber eigentlich andauernd auf der Flucht vor jued. 
Themen, die mich immer wieder einfangen, habe es aber im ^wesent- 
lichen doch geschafft. Ich arbeite augenblicklich an einer 
groessereji Sache ueber "Deiaokratie und Diktatur". Ist praktisch 
fertig, aber ich nehiae mir noch 3-4 konate um auszufeilen. 
Erscheint in Europ. Verlagsanstalt. Juden kommen nur am 
Eande vor, etwa 1 1/2 Seiten, soweät ist es bei mir gekommen. 
V/as mir im roemischen Teil aufgefallen ist, ist die ganze 
paganistische Tendenz zur Vergoettlichung politischer Autoritaeten. 
\ienn die iguellen, v.^ie etwa Dio Cassius, nicht irren, ist der 
ganze Mytlios vom Menschgewordenen Gottessohn schon im caesaris- 
tischen maximus pontifex enthalten, btti Augustus dann divi 
filius, ulkiger Keise des Grossonkels Caesar. War ja nur 
Adoptivsohn, so ist auch Christus nur von Gott, wie alle anderen 
Menschen, "adoptiert" . Das hat man dann unserem Monotheismus 
aufgeklebt, und aus Angst vor roemischen Legionen apolitisch 
transformiert. ^nm wnirde das zur Wel.treligion, inet Deutschland 
unter Luther zum ii'roviniialismus , und ziun muffigsten, wie Sie 



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ganz richtig schreiben, Religionismus. 



Da^istynoch etwas von der 



von Kanunerkneohtsohaft. J'Wen, die man kauf V m'» verkauft, 
rcnlLr'LfrSe:;rc.al/die KathoUken in groaee. B^^^^^^^ 

verbraucht imd ideologisch zerquetscht. ^^' '^"^ '^^„^ ^^^d 
bald -ii. m l<-tu.-jued. Arbeitskreis beitreten und dort wira 
man uns mehr Frechtheiten erlauben. ^„„^ n-io 

^Sst^S finde ich, ^as Sie in ^^rem Bericht schreiben das de 
"Damen Reichmann, Sterling" sowie -.hrl ich das ^anneraesdu 
nunmehr alleine tragen sollten, jährlich ist ja ^^. ^^J^^.^'^^ert: 
ich, aas geht aus K'reud' sehen T^rwaegungen kaum. , M^^„^^^^^^!^^,^; 
i'Damen" denken ^ie leichteres pressen zu haben, unterschaetzen 
aV,eT. wip ^^tark der Patriarchismus in uns stecKT. • c.-;^ 
tl\lle fchlen^g geschrieben. Sie wohl seit .onaten wie Sie 
klagen, «iel zu viel. Ich habe aber nie eine Ihrer Lpistein 

zu sehen bekommen. ,. y-in^^oT« 

?iele herzliche Qruesse, auch an Ihre prau und die Kmuer 



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WohnU, aul^usicll- oder iXiipostami 



SiraSc, Hausnummer, GrMudWell, Stockwerk JUer 
Postschlieflfa<1inummcr« 1 

bei Untermietern auch Name des Vermieters 



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bei Untermietern audi Name da Vermletcrt 



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Absender: 
(Vor- und Zuname) 

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sir»6e, Haumunimer, G«b«iidetell, Stockwerk oder 

Poslfdillefifadmummer, 
bei Untermietern «uct» Name des Vermieten 



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Slr»Be, HauHiummer, Oebludetell, Stockwerk oder Postsdillenfachnummcr, 
bei Untermietern audi Nai« dei Vermieler» 



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PoclschlieBf achnummer ; 

bei Untemletem auch Name dei Vemleteri 



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' bei Untermietern auch Name da Vermleteri 



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IM VERLAGSHAUS DER FR ANKFURTER SOCIETÄTS-DRUCKEREI 

Frankfurt am Main, Gutenbergstraße 7 • Telefon 30441 • Telegramm -Adresse: Zeitung Frankfurtmain 

i^rofessor Dr. Dolf Sternberger 



Herrn 

Dr. Tlobert llaphael B e i s 
Landesrabbiner von Baden 

K arlsruhe 

Hermann-Billinfc-Straße 2 



Frankfurt, 25- Januar 1955 



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Lieber und verehrter Herr Doktor Geis ! 

Vielen Dank für Ihren Brief und Sendung vom 13. Januar. 
Ich habe Ihr Manuskript sogleich gelesen und finde es - ''lenn 
ich das sagen darf - durch Sachkenntnis und herzhaften Frei- 
mut gleich vorzüglich. Wir wurden es in der G^G"^rr.\RT gerne 
sofort bringen, wenn vjir nicht schon seit eini,^en '''ochen die 
Zusage von Bernha,rd Guttmann in Händen hätten, den Gedenkauf- 
satz für Heinrich Heine zu schreiben. Sie kennen siche-r^lich 
diesen hervorragenden Schriftsteller und wissen, daß er» selber 
ein "Judenchrist" ist. Er hat uns ausdrücklich wissen lassen, 
daß er sich nicht auf die literarische V/jIrdigung beschränken 
will. Wir mlissen also nun in jedem Falle die Veröffentlichung 
von Guttmanns Beitrag abwarten und könnten erst danach entschei 
den, ob der Ihrige sich mit dem seinigen nicht zu nahe berührt. 
Es ist mir selber recht ärgerlich, daß die Umstände keine 
andere Verfahrensweise erlauben, und ich schT^eibe Ihnen das 
gleich, damit Sie frei sind, Ihr .Vlanuskript eventuell im Hin- 
blick auf den Gedenktag an anderer Stelle zu publizieren, 'iierm 
Sie das vorziehen sollten. Geben Sie mir doch bitte rasch 
ifochricht, wie Sie sich schlüssig geworden sind ! 
Mit herzlichen Grüßen bin ich 



Ihr ergebener 



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Postscheckkonto: Verlag „Die Gegenwart" GmbH. 4027 Frankfurt am Main • Bank: Süddeutsche Bank, Frankfurt am Main. Konto 52787 



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Professor RoTDerfT^aphael (reis ^^^ •- p^f^f ,nrTA.r'?'?u'^ 



Herrn 



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Sehr geehrter Herr Pröfesc^or l 

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Mach der Lektüre Ihres Touches "Crottes rinorität" möchte 
ich mich "bei Ihnen melden, "bevor ich die "^esprechunr für das "^''•B." > 
des Irgun Clej Ferkas Tfluropa schreihe. T)en Titel Ihres Buches fand 
ich in T'^ünchen im Buchkatalog des Fösel-Verlages, mit dem ich in 
Kontakt)bin, da ich den Ivfichel-Bauernfeind-Josephus-Kommentar, der 
auch "bei Fösel erschienen ist, im l/.B. "besprochen hahe. (ich hin seit 
ca 15 Jahren der Kunst-Berichterstatter des r.B. , aher "bei Buchbespre- 
chungen gelerentlich auch "Treespasser" in andere Gebiete, wie ich 
z.B. auch das Werk "Firche und Synagoge" vom Verlage Klett im W.B. 
besprochen ha'be). Auf Ihr Buch hin ich durch den Titel aufmerksam 
geworden, da auch Sie den HUnoritdten-Status der Juden als Schlüssel 
ihres Schicksals ansehen. Ich katte vor 10 Jahren im Jewish Journal 
o(ff Sociology einen Aufsatz puhliziert, der dann vor 9 Jahren in der 
Zeitschrift '»Trihüne,l. Jahrgang Heft 3 1962 auf deutsch erschien und 
inzwischen auch auf llehräisch in "Folad" puhliziert ist: "Jüdische 
Kunst als das Problem einer T':inorität" , v/ohei ich vom Begriff der 
kulturellen Minorität ausging, währand Sie, der Sie das religiöse 
Problem behandeln, die Juden als religiöse Mnorität behandeln, was 
aber in meinem Begriff der kulturellen Finorität inbegriffen ist. 

Als Buber, dessen Kreis ich im Ichud angehört habe, diesen 
Aufsatz las, forderte er mich auf, ihn zu einem Buch zu ervxeitern, das 
er im "T/ossad Bialik" publizieren wollte. Infolge grossen persönlichen 
Unplücks hatte ich Jahre lanfr meine Arbeit an dem Buche unterbrochen, 
das aber jetzt spätestens im Frühjahr bei Tasmuth in Tübingen erschei- 
nen soll, mit ^Q-:^ Titel: Die Kunst der Juden im 7/andel der Zeit und 
ümT^:elt". In dem Buche versuche ich, das dauernde Judenproblem aus der 
Sicht der ^unst zu zeigen, dabei vor allem auch überraschende Kontakte 
mit der christlichen Um^^elt trotz der Separierung im Ghetto im spateren 
Fittelalter. "Da war mir Ihr Hinweis auf Meister Eckhart und seine 
Beeinflussung durch Rambam (Seite 113 Ihres Buches) sehr interessant, 
da ich in meinem Buche manche überraschende Beispiele judischer ^ 
Beeinflussung durch die Kunst der Umwelt - und das trotz ihrer / 
Separierung - bringe. Ich würde mich freuen, wenn Sie im Pruhjahr, 
d.h. im TvTärz/April ein Besprechungsexemplar meines Buches beim 
Verlage Ernst 7/asmuth , 74 Tübingen, Postfach 2728 anfordern und 
mein Buch besprachen werden. 

TTun zu Ihrem Buche : Am meisten beeindruckt hat mich der 
historische Teil der auf Seite 109 beginnt, vor allem der Aufsatz 
über Heine, in dem Sie ganz neue Gesichtspunkte zu diesem so oft 
behandelten Thema bringen, , und dann auch die Aufsatze über die ^ 
Beziehung zu den Christen. Sie sollten überlegen, ob Sie nicht bei 
einer' Neuauflage ^en theologischen Teil ';b^^^^ ^S^?'^ln^^ie^wellanschau^ 
Schluss bringen sollten, da in diesem Te^l so ^^^-^-^IJ^^sf^go-en 
liehe Konsequenz Ihrer T^lnst^llun^ zu aktuellen Gegenwa.tsirage 



gezogen ist. 

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Miinchen,23.Sept. 1935. 






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Lieber Robert, 

wir haben uns wirklich sehr iref re\it , nach lan- 
gem Stillschweifi^en wieder von Dir zu hören, wenif^er darüber, 
dass Du Icranlc in der iCllnik liebst. Ich wünsche Dir von 
Herzen baldige Genesung. Dass Du hier zu bleiben gedenkst, 
wird unserer Sache nur zu*:ute kommen. Du erinnerst Dich wohl 
noch an unser Gespräch hier in München, und ich »öchte wie- 
derholen, was ich Dir damals sn^te: Du hast hier noch Auf^aben^ 
für die Allf^emeinheil ^ grössere als in Erez; Jitzt brauchen 
wir doch vor allew Juni^e^dnt schlossene und zukunftsbereite 
Erzieher und Jup^endf ührer. Denke, wie Du hier noch wirken 
kannst. Qeshalb war ich keineswegs enttg^scht , dass Du Dich 
entschlossen hast auszuharren. Wir müssen es auch , allerdings 
aus anderen, nicht so edlen Gründen. Ich mochte, wenn es sich 
irgendwie machen lässt,im Januar 1936 nach Palästina fahren. 
Ich 5laube,dass ich erst im Angesicht des Lebens dr^:ben wis- 
sen werde, was für uns zu tun ist. 

Wie es mir |reht,weisst Du ja. Es laufen zu 
viel Dini'e neben einander und ich kann mich auf keines so 
konzentrieren, Wie es notwendig ist. Meine eigene Arbeit lei- 
det unter der Inanspruchnahme von Geschäft , Ortsgruppe, Kul- 
turbund U.S.W. Andererseits aber weiss ich,dass es für uns 
keine Ausflucht von dieser Mitarbeit gibt. Es gibt aber auch 
neben diesem quälenden Vielerlei manchmal Schönes: Ende Au- 
gust war ich in Rei^ensburg und hielt in einer Veranstaltung 
der so^'ben gegründeten Ortsgruppe einen Vortrag, der eine 
tiefe und auch praktische Wirkun*^ hatte. Es hat mir viel 



Freude t^emacht , weil •s doch produktive zionistische Arbeit 
war» - und also doch noch einen wirklichen Sinn hatte. Was 
hast Du nun eigentlich für ^läne? Willst Du in Mannheim 
bleiben, oder denkst Du an ein<*n Tat i^ke Ltsweehsel ? 
Hoffentlich sehen wir Dich bald wieder einmal hier in Mün- 
chen, ün könntest doch auch ohne Vortrug als unser Gast ein- 
mal über Schabbat herüberkommen. Wir würden uns so freuen, 
denn wir haben hier nicht viel Menschen, mi1 denen wir in 
freundschaf lieber Verbundenheit reden können. Die Besten 



sind fort. Schreibe uns recht bald wieder, wir freuen uns 

sehr mü jeder ieile. 

Baldire Genesung und alle guten Wünsche zu 



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Rosch Haschanah ! 



Dein 




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Nr. 18 



Bayerische Israelitische Gemeindezeitung 



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Rela (Aurelia) Hönigsmann 

(186S— 1934) 
Vom 2 6. September bis 15. Oktober 
ist in derKunsthandlunK Gebrüder .lor- 
dan & Co.. München, Brienner Straße 14, 
die Ausstell unff der Bilder der 1934 
verstorbenen Münchener Künstlerin 
Atirelie Hönigsmann bei freiem Ein- 
tritt zu sehen. Wir empfehlen den Mün- 
chener Gemein^iemitgliedern den Be- 
such aufs angelegentlichste. 
Am 13. Oktober des verflossenen .Jahres starb zu München, 
wo sie mahezu fünfzig Jahre gelebt und das sie sehr ^geliebt 
hatte, eine hochbegabte Tochter Österreichs, die Malerim Rela 
Hönigsmann. Starb, wie sie immer gewünscht hatte zu ster- 
ben: ohne lange Krankheit, noch an ihrem allerletzteii Tag 
bis in die Abemd'dämmerung hinein an der Staffelei arbeitend 
(„es g'ibt doch nichts Schöneres, als ungestört arbeiten 
können. Die einzige Befriedigung!", steht in ihren hinterlas- 
senen Aufzeichnungen), um dann, als es Naoht geworden, be- 
wußtlos hinzusinken. Fast siebzig ist sie geworden, und wäre 
es ihr beschieden gewesen, das letzte .lahrzehnt zu vollenden, 
so wären ihr zum Siebziger gewiß nicht die übl'ichen Worte 
von Rüstigkeit und Frische erspart geblieben. Und all diese 
Beteueru'ngen hätten gestimmt und auch wieder nicht ge- 
stimmt, denn die Hönigsmann trug als Frau gar kein Verlan- 
gen nach ewiger .lugend u-nd Jugendlichkeit, vielmehr wün-schte 
sie sich, „eine behagliche alte Dame" zu sein oder zu werden. 
Sie verbreitete ja auch um sich eine Atmosphäre echt österrei- 
chischer Behaglichkeit, übersprüht von einem hübschen Hu- 
mor und einem Temperament, dem weder Jaihre noch Sorgen 
etwas anhaben honnten. Sobald es aber um Kunst giTi'g, nicht 
etwa nur um die bildende, sondern um irgend eine, dann war 
sie wirklich blutjung, voll Hingebung und Schwung, konnte 
aber auch verteufelt „unbehaglich" werden, wenn Dilettanti'S- 
mus oder Überheblichkeit sich breit machen wollte. 

Rela Hönigsmann war das Kind eimes hochgeschätzten 
Lemberffer Advokaten, hatte in ihrer österreichischen Heimat 
den ersten Kunstunterricht erhalten, war dann nach München 
gekommen, um Schülerin von Zimmermann und Marr zu wer- 
den, und hatte sich schnell zu einer ausgesprochenen, künst- 
lerischen Persönlichkeit entwickelt, die von Lebensstärke 
und Lebemsfreude überquoll. Weil sie so fest im Leben stand 
und es mit bdiden Armen ans Herz drückte, sind all ihre Bil- 
der. Skizzen und Zeichnungen und was sie am Kleinkunst 
schuf, nicht nur Bilder, Abbilder oder hübsche Einfälle ge- 
wordert, nein, jegliches von ihnen birgt ein Stückchen Leben, 
i s t ein Stückchen Leben, gleichviel ob es einen Fliederstrauß 
darstellt, dessen Duft man zu spüren meint, oder nebelum- 
florten Hafen Husum's. ob es ein kokettes Ex-libris ist. ob ein 
entzückendes Saloninterieur oder die putzige Küche der eige- 
nen Atelierwohnung. Am inbrünstigsten freülich war sie der 
Landschaft ergeben, war es aus einer wahrhaft inneren 
Berufung heraus, für die am besten ihre eigenen Aufzeich- 
nungen sprechen. „Eine jede Gegend in einer andren Jahres- 
zeit, andrer Stimmung, andrer Färbung, ist ein neues Problem, 
dem man mit voller Kraft entgegentreten muß. Mit ein paar 
Skizzen ist es nicht getan, — man müßte Zeit haben, um sich 
in das Neue einzuleben. Der Wunsch und die Neigung, das 
ganze Jahr auf dem Lande zu leben, werden in mir immer 
von neuem laut. Als Lairdschafter könnte man da erst das 
eigentliche geben." Und an amidrer Stelle: ..Ich denke noch 
nicht an rasten und ruhen, und am wenigsten möchte ich mei- 
nen Studienreisen entsagen. Wenn das Frühjahr noch in wei- 
ter Sicht ist. beginnt in mir Unrast und Sehnsucht nach der 
Ferne, und es drängt mich, ein Zugvogel zu sein. So lange ich 
meine Glieder noch regen kanin und mein Geist nicht erlahmt, 
will ich die freie Natur als mein ureigenstes Dominium be- 
trachten uud ihr meinen Tribut zollen." Und dann die aller- 
letzte Eintragung aus schwerster, von Sorgen bedrückter Zeit: 
„Nun sind lÜe Schwingen seit Jahren gelähmt, nicht durch 
physische Kraftlosigkeit oder Unvermögen das Schöne zu 
sehen und wiederzugeben, sondern durch widrige äußere Ver- 
hältnisse aus den Nachkriegsjahren. Schon seit .fahren habe 



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ÜWtXK ®ie#bad>ett ber €rbe gleid>, 

Äantten Me ?Ctranen t>er P^tctr. 

0te floffen jurucf xxi bte ^h.x<^t t)c0 ^crrti« 

?tue biefem ?Cr^nenftrom, rcicl> 

tDie bie Äegen aller 3a^rl>u!tberte, 

a^lu^te empor t)ie ^efefTenl>eit, 

^a 3U fein. 



Wir aber ^abett bie Kranen ber t>dter 
nod>male ya xotxwtxi, lagt une burc^watcn 
^en t\x>\%tx\ (Cranenftrom! 
niemanb \Miw (id> ber (Beitel entwinde». 
Hur wem bae TDeitten t>er Pater 
^ie ^ruft geöffnet, X>tx ift begnabet, 
^ie txc^twtw Cranen ju mifc^en 
3n t>ie Cranen bee t>olFee. 



ich nicht mehr neue Eindrücke sammeln, ungestört im Freien 
arbeiten können. Man zehrt von den einst empiamgenen und 
merkt, daß ein Stillstand eingetreten ist dort, wo mau das 
Gefühl hat. noch Vieles leisten zu können, noch vieles Gute 
zu schaffen Und dabei werde iah älter und älter, und mit 
jedem jähr mindert sich die Möglichkeit, daß es noch ennmal 
anders 'werden könu>te." Dann, wie ein verzweifelter Auf- 
schrei: „Nur einmal noch die Möglichkeit haben, Monate oder 
auch nur Wochen hindurch auf dem Lande arbeiten z:u kön- 
nen'" 

Es versteht sich von selbst, dlaß ©in Mensch von so hohen\ 
künstlenischem Verantwortungsgefühl, wie es der Hönigsmann 
zu eigen war, niemals zum Kitsch heruntersinken kaim. bo 
hat sie denn auch in härtesten Zeiten keime schmalzigen All- 
täglichkeiten auf den Markt gebracht, denn wenn sie auch 
nach Lebensauffassung und -führung durchaus bürgerlich war, 
so galt Geld ihr doch blutwenig, sobald es um Kunst, um i h r e 
Kunst girng Daiher war sie auch nicht so ..geschäftstüchtig , 
wie sie zu sein vorgab (man spricht ja stets mit Vorliebe von 
ienen Eigenschaften, die man nicht hat!), denn nachdem sie 
in der Zeit der „Sachwerte" auf einer Studienfehrt sechs 
Bilder verkauft hatte, vermerkt sie: „Ich kann mich nicht so 
recht von Herzen darüber freuen. Ich bringe meine Bilder 
gerne heim, und miache mich dort mit ihnen vertraut. So 
kommt es mir vor. als ob man einer Mutter ihre neugeborenen 
Kinder entriisise." 

Rela Hönigsmann war nicht nur eiine künstlerisch hochbe- 
gabte, sondern auch eine sehr gescheite, sehr belesene Frau 
von vielfältigen Interessen, und gehörte nicht zu jenen Schaf- 
fendem, die nur von sich und ihrem Werk redeu können. Sie 
hat kaum je von sich gesprochen, und am allerwenigsten von 
ihren Zeichnungen, die man ohme Übertreibung Kabinett- 
stücke dieser strengen Kunstart nenneu kann. Sie war eine 
ganz hervorragende und eine leidenschaftliche Zeichmerin, 
zeichnete, je älter siie wurde, um so mehr und lieber, schickte 
wohl da und dort ein paar Blätter zu Ausstellungen, zeiigte sie 
aber sonst nicht her, sondern genoß sie am liebsten für sich 
allein, wie ein Geizhals, der sich in der Einsamkeit ati seinen 




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Bayerische Israelitische Gemeindezeitung 



Nr. 18 



gehorteten Schätzen berauscht. Nttn, da durÄh die Ausstellung 
'im Kunstsalon Jordan auch diese stattliche Reihe vo-n 
Zeichnurfffen der Öffentlichkeit zugäng-lich wirä, mag mian mit 
Staunen entdecken, welch großes Können sie offenbaren, und 
wie durch das Medium der könnenden Hand Leibensknaft und 
Schöpferfreude 'die strenge Zeichnung zum lebendigen Bilde 
machen. 

Neben ihrer Kunst war die Hömigsmanin noch ein liebens- 
werter Mensch, ein Charakter von seltener Lauterkeit, der 
jedem schwächlichen Kompromiß ablehnte, eine unerschütter- 
lich treue Freundin, und die beste Kollegin, die man sich wün- 
schen konnte. Sie hat keine eigene Familie gegründet, aber 
wie einst die kinderlose Ebner-Bschenbach von sich sagen 
konnte: „Die Kinderlose bat die meisten Kinder", so hätte die 
Hönigsmann sich rühmen dürfen: ..Die Ebelose hat die größte 
Familie!", demm ihre Familie war der Kreis der Kollegen 
und Kolleginnen, war vor allem der ..Künstkrinnenverein", 
dessen Vorstand sie durch viele .Jahre angehörte, und a,us dem 
sie schon vor längerer Zeit 'ausgeschieden wiar: ..Es sollen 
jetzt einmal .jüngere hineinkommen!" Den beiden Sprößlin- 
gen des Vereins — dem H i 1 f s v e r e i n und dem Erho- 
lungsheim — (letzteres ein Vermächtnis der verstorbenen 
Biidhauerin Frau Koihnstamm-Laffert) hat sie mit einer Liebe 
und Opferwilligkeit gedient, die dankbare Herzen nicht ver- 
gessen werden. 

Es wäre sohön, wenn die Hönigsmainn-Ausstellung recht 
fleißig besucht würde, und noch schöner wäre es, wenn jeder 
Besucher, der dazu in der Lage ist, ein B/ild oder ein Blatt er- 
werben würde zum Gedenken dieser hochbegabten Frau, die 
unser war, und die mehr Hilfe verdient hätte, als ihr in 
schweren .Jahren zuteil geworden ist. Heute, da irdische Not 
ihr nichts mehr anhaben kann, bede-utet diese Werbung für 
ihren künstlerischen Nachlaß ja keine Almiosenbettelei. son- 
dern nur die herzliche Bitte, diese wertvolle Verla.ssenschaft 
zu achten, ihr ein neues Heim zu bereiten, diamit sie siich nicht 
allmählich verkrümmele, sondern noch über das Grab hinaus 
für das llebenswerk der Schöpferin Zeugnis ablege. C. B. 

Aus der Gemeinde Mündien 

Gemeindesitzung in München 
Vorstand und Gemeindevertretung der Israelitischen 
Kultusgemeinde München versammelten sicli am 
5. September zu einer gemeinsamen Sitzung, die mit 
der Ergänzung einiger Ausschüsse eröffnet wurde. Der 
Gemeindtworsitzende OlxTstlandesgerichtsrat Dr.Neu- 
m e y e r erstattete hierauf einen eingehenden allge- 
meinen Bericht, in welchem er insbesondere auch die 
schwebenden Personalangelegenheiten (Besetzung der 
Stelle des 2. Rabbiners und des 1. Kantors) erörterte. 
In der Aussprache wurden die mit der VV'iederbesetzung 
zusammenhängenden grundsätzlichen Fragen ausführ- 
lich erörtert. Der Gemeindevorsitzende ging weiter auf 
die umfassende Tätigkeit des Wohlfahrtsamtes in den 
letzten Monaten ein und die Maßnahmen, die den 
stetig steigenden Bedürfnissen auf den Gebieten der 
Jugendpflege, der Auswanderungs- und Umschich- 
tungs-Arbeit Rechnimg tragen. Nachdem Dr. Neumeyer 
noch in anerkennender Weise der Tätigkeit des Baye- 
rischen Kulturbundes und des Turn- und Sport-Verei- 
nes gedachte, schloß er mit einem Aufruf zur unermüd- 
lichen Mitarbeit, zur Bereitschaft und zum Vertrauen. 
— In den aufschlußreichen Erörterungen, die sich an 
den Bericht des Gemeindevorstands schlössen und die 



MAGISTER KIRSCH 

der gute Likör, Magister MOnchen VII 



von allen Seiten im vollen Einvernehmen und im Wil- 
len zur harmonischen Unterstützung der Gemeinde- 
leitung geführt wurden, ergriffen u. a. auch das Wort 
die stellvertretenden Gemeindevorsitzenden Justizrat 
Dr. O estreich und Rechtsanwalt Dr. Siegbert 
Feuchtwanger; Rechtsrat i. e. R. Dr. Weiler 
ergänzte den allgemeinen Bericht des Gemeindevor- 
standes. — Nach einem Bericht des Finanzreferenten 
Justizrat Dr. O e s t r e i c h, der eindringlich darauf 
hinwies, daß in Zukunft weit größere Leistungen vom 
Opfersinn der Gemeindemitglieder zu fordern sein wer- 
den, erfolgte seinem Antrag gemäß, einstimmig die An- 
nahme der Kirch geldordnung 1935/36. Diesem Be- 
schluß schloß sich der Gemeindevorstand als Steuer- 
verbandsvertretung an. Dr. Neumeyer schloß die 
vielstündigen Beratungen mit warmem Dank für die 
fruchtbare Zusammenarbeit. 

Zionisiisdic Ortsgruppe Mfindien 

Der XIX. Zionisten-Kongreß, über den in der jüdi- 
schen Tagespresse ausführlich berichtet worden ist, 
hat in seinem Verlauf und seinem Wiederhall ein- 
drucksvoll gezeigt, in welchem Maße das Palästinaauf- 
bauwerk und die zionistische Bewegung über den Rah- 
men einer Partei hinausgewachsen und mit dem Leben 
der gesamten Judenheit verbunden sind. Dementspre- 
chend gilt es auch in der Zionistischen Ortsgruppe 
München, die weiten Kreise, die dem Palästinawerk 
auf verschiedene Weise verknüpft sind und nahe- 
stehen, mit den Voraussetzungen und Lebensfragen 
der jüdischen Heimstätte vertraut zu machen. 

Dieser Aufgabe wird die nächste Arbeitsperiode der 
Ortsgruppe in erster Linie gewidmet sein. Die Arbeit 
beginnt in diesem Monat mit einigen Eröffnungsveran- 
staltungen, für die gesonderte Einladung ergeht. Nach 
den Feiertagen wird dann das regelmäßige Programm 
aufgenommen. Es enthält einen Oneg-Schabbat, der 
jeden Samstag Abend stattfinden wird, eine Reihe von 
Kursen, durch welche in die Grundtatsachen und Fra- 
gen Palästinas, der zionistischen Bewegung und Poli- 
tik eingeführt werden soll, dazwischen Versammlun- 
gen mit maßgebenden auswärtigen Rednern, Informa- 
tionsabende, Feiern etc. 

Kongreß-Bericlite 

In zwei Veranstaltungen, welche während des Kongresses 
stattfanden, wurde einem zahlreichen, 'interessierten Publikum 
Gelegenheit gegeben, den Verlauf der Tagung auf Grund ge- 
ivauer Berichte zu verfolgen. Beim ersten Aibend sprachen 
Manfred Sturmiann. Max Feder und Hermann Renka, der 
zweite Abend brachte einen sehr aufschlußreichen Bericht 
von Frl. Dr. Elisabeth Kohn und Dr. Max Pereies. 

Hebräische Sprachkurse München 

In allen Kursen ist der Unterricht wieder atufgenommen 
worden Vor allem die neugegründeten Anfängerkurse haben 
eine außerordentlich starke Beteiligung aufz/uweisen. Weitere 
Anmeldungen müssen sofort schriftlich an die ZOG. München, 
Schlosserstraße 2/1. erfolgen. 

Zweite Palästina-Informationsreise der ZOG. 

Für .die am 9. Oktober in Triest abgehende Geseilschaitsfahrt 
können noch Anm^eldungen entgegengenommen werden, die 
sofort an die ZOG.. Schlosserstraße 2. Telefon 53 52, zu rich- 
ten sind Ermäßigter Fahrpreis München^Haifa— München 
RM. 260.—. 



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Herrn 

Manfred Stiiruann. 

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Anenstracoe: 7. 



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Lieber Berr Siurmann 1 
Sie läerden inziDiaohen iäo?il von Herrn dr. Eisen erfaTaen ha- 
ben, dass ioh au non tag vormittag ( 4. or . J 12.^0 ÜTir dort 
anhome. Toh bin sehr Überarbeitet und entspreahend nervSs 
und noonte daher in mnohen etwas ueine Ruhe haben. Joh beab 
eiehtige deshalb i» Parkhotel zu wohnen. Es Hegt zentraler 
und ioh kann bes^^er einmal eine Stunde fUr Viioh sein, cjs 
bei meinen lieben Freunden. 

f!un MlJohte ioh Sie bitten, bei der Z. 0. G. zu erwirk^^n^ 
falls es ihr nögHoh ist, die Hotelreohnnng nooh äUUUli 
Reisespesen zu übernehjr.en. Ioh bin angenblioklioh nit üeld 
sehr sohleoht dran. Sollte dies bei der Z.O. Q. auoh derl 
Fall sein, so geht aie note^reohnung natürlioh auf meiny 
Kosten. Sehr herzlioh grnsst Sie auf ein frohes Nieder- ^. 



Sehen 



Ihr 



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Herrn Dr. Robert G e 
Hermann-Billingstr. 2 
Karlsruhe - Baden 



Zürich, 25. Mai 1954 



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Lieher Herr Doktor Geis, 

Ihren letzten mir so liehen Brief hatte ich sqhon 
am 13. April 'Wy^ beantwortet. Er ist aber solange 
liegen geblieben, weil es mir inzwischen nicrft 
gut gegangen ist. So ist es mir erst heute möglich, 
Ihnen noch einmal von Herzen für Ihren Brief zu 
danken und besonders auch dafür, dass Sie mir 
sogar bei meiner Arbeit helfen wollten. Ob eine 
Herausgabe möglich sein wird, ist mir zwar in 
dieser Zeit noch fragwürdiger geworden, denn 
ich weiss nicht, ob ich die Kraft dazu noch finden 
werde. Zuweilen scheint es mir so, oft aber auch 
nicht. Zudem ist in dieser langen Zeit, in der 
ich nicht zuhause war, von meinen Arbeiten manches 
verloren gegangen, da inzwischen aufgeräumt wurde. 
Aber auch schon Ihre Absicht, mir zu helfen, ist 
mir eine grosse Freude gewesen, für die ich Ihnen 
nicht genug danken kann. Ich wollte nur, diese 
Absicht Könnte verwirklicht werden. Ich kann 
die Hoffnung noch nicht aufgeben, meine Arbeit 
doch noch zu vollenden. Im Augenblick ist es mir 
aber noch unmöglich. Ich bin unglücklich, dass 
ich alles jetzt im Leeren lassen ruuss. Ich hätte 
Ihnen so gern eine positivere Antwort gegeben. 

Auf jeden^ll wäre es sehr schön, wenn Sie 
wirklich diesen Sommer einige Tage nach Zarich 
kommen könnten, obwohl ich nicht sicher bin, 
dass ich Sie ganz so empfangen könnte, wie ich 
möchte. Ich habe aber in dieser schweren Zeit 
oft an Sie und an Ihre Güte gedacht. 

Ihre 




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Margarete Susman 










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Zürich, 24. März 1954 



Herrn Dr. Robert Rafael Gais 
Hermann Billingstr. 2 
Karlsruhe - Baden 



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Lieber Herr Doktor Gais, 

Ihr Brief war mir eine grosse Freude; 
ich hätte ihn schneller beantwortet, 
wenn ich von meiner schweren Krankheit 
schon ganz genesen gewesen wäre* 
Den "Moses "-Aufsatz konnte ich nicht 
selber suchen, weil ich nicht zuhause 
bin. Ich hoffe aber, jemanden zu finden, 
der ihm auch ohne mich auf die Spur 
kommt. Er ist einstweilen nur Manuskript 
geblieben, und ich weiss nicht, ob ich 
noch dazu kommen werde, ihn mit einigen 
anderen Ausätzen wie "Ezechiel", "Saul", 
"David" und "Die messianische Botschaft" 
erscheinen zu lassen, was seit Langem 
von mir gefordert wurde, aber durch 
meine anderen Arbeiten und meine Krank- 
heit immer verhindert wurde. Wenn ich 
den "Moses "-Auf satz finde, schicke ich 
ihn Ihnen. 

Für Ihr Leben und Lehren wünsche ich 
Ihnen alles Gute. Ich kann mir denken, 
dass Ihre Aufgabe nicht leicht ist. 
Ich bitte Sie, Ihre Frau sehr von mir 
zu griissen und bin mit den herzlichsten 
Grüssen für Sie 



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